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Urheber/Fotograf: Nils Müller

Max Mutzke ist “Wunschlos süchtig”

Max Mutzke • Wunschlos süchtig
VÖ: 17.09.2021
7 von 9 Punkten

Maximilian Nepomuk Mutzke wurde im Jahr 2004 von Stefan Raab entdeckt, als dieser im Rahmen der Sendung “TV total” nach einem Vertreter Deutschlands für den Eurovision Song Contest suchte. Der Song “Can’t Wait Until Tonight” belegte immerhin Platz 8 bei der internationalen Show und gehört damit zu den erfolgreicheren Vertretern – vor allem wenn man sich die letzten Plätze der vergangen Jahre anschaut.

Musikalisch wechselte Mutzke in den Folgejahren gerne mal zwischen englischer und deutscher Sprache. Zudem hielten neben dem bereits bekannten Blues und Swing auch vermehr Jazz-Einflüsse Einzug in sein songwriterisches Schaffen. Mit “Wunschlos süchtig” erschien aktuell ein Album komplett in deutscher Sprache – verfeinert mit Pop und Soul.

Auf dem Longplayer zeigt Max Mutzke sein Verständnis von Glück in den verschiedensten Facetten auf. Es ist ein autobiographisches Singer/ Songwriter-Album. Dreizehn Stücke, die ein Bild seiner aktuellen Lebenswirklichkeit zeichnen. „Seit Release des letzten Albums ist so viel in meinem Leben passiert, so dass es gar nicht nötig war, Dinge aus meiner Vergangenheit hervorzukramen“, erzählt der Musiker. „Ich lebe lieber in der Gegenwart und verarbeite heute Dinge, die mir vor zehn Jahren noch gar nicht in dieser Form bewusst waren. Emotionen, die sich erst durch eine gewisse Lebenserfahrung ergeben.“

So wie auf besagtem Titelsong von „Wunschlos süchtig“, mit dem der Soulman die klassische Geschichte von der Suche nach Glück und Zufriedenheit auf eine ungewöhnliche Art erzählt, die man so bisher noch nie gehört hat. Was als nachdenkliche Ballade beginnt, das verwandelt sich schon wenig später in einen vor positiver Energie und Lebenslust nur so sprühenden Lovesong. „Ich bin in diesen Zeiten wahnsinnig dankbar für das, was ich habe: Gesundheit, Familie, Heimat…“, so Max. „Man liebt bedingungslos und wird ebenso bedingungslos zurück geliebt. Das alles summiert sich zu einem Zustand, den man nur als wunschlos süchtig nach diesem Leben bezeichnen kann. Eine Art von Zufriedenheit, auf die man nie mehr verzichten möchte. Der Song entstand in wenigen Stunden. Die Idee war so klar, so konkret und stark, dass es sofort gefunkt hat.“

Ein Funke, der nicht nur das Feuer zur zweiten Single „Beste Idee“ entzündet hat – im vergangenen Juli wurde der funky Ohrwurm außerdem von der ARD zum offiziellen Themensong für die Übertragung der Olympischen Spiele 2021 erkoren. Gemeinschaftsgefühl und Zusammenhalt sind zwei Motive die sich auch durch die Stücke „Giganten“, „Die guten Geschichten“ und „Einfach Astronaut“ ziehen. Auf jeden Fall ein netter Seitenhieb, war Max doch lange Zeit inkognito als Astronaut in der Show “The Masked Singer” unterwegs.

Nach der tröstenden Kraft-Ballade „Nimmst du mich in den Arm“ widmet sich der Musiker auf dem clubbig-tanzbaren Electropop-Track „Königreich“ einem weiteren existenziellen Thema: Der fehlenden Wertschätzung für die Notwendigkeit von Kunst und Kultur, gerade in Krisenzeiten. Ein Stück, das Max seinen alleine in Deutschland schätzungsweise 1,8 Millionen Kolleg*innen gewidmet hat, die auf die eine oder andere Weise im Kunst- und Kulturbetrieb beschäftigt sind. „Kunst und Kultur sind der systemrelevante Kit, der eine Gesellschaft zusammenhält. Ich habe das Gefühl, dass dies von der Politik nicht wirklich realisiert wird. Die Kultur ist unser Königreich, das man immer in sich trägt. Ein Reich, das wahnsinnig wertvoll und einflussreich ist. Es lag viel zu lange in einer Art Dornröschenschlaf und ist gerade dabei, langsam wieder aufzuwachen. Irgendwann kommt der Moment, in dem dieses Königreich in neuem Glanz erstrahlt und jede*r Künstler*in als König oder Königin wieder da raus geht. Auf die Bühne. Da, wo wir uns zuhause fühlen. Dieses Stück ist für alle, die noch lahmgelegt sind. Sie sind nicht vergessen, sondern haben ihren festen Platz in unseren Herzen und Köpfen, bis es wieder losgeht!“

Mit dem entspannt fließenden „Ode Cologne“ schickt Max Mutzke per Flaschenpost eine Liebeserklärung an die Metropole am Rhein, die sich neben dem Schwarzwald zur wichtigen Zweit-Base des Sängers entwickelt hat. Das bittersüße „Immer Sommer“ blickt mit nachdenklichem Blick zurück auf vergangene Jugendtage, während der Fernweh-Song „Lovers In Crime“ von dem Gefühl erzählt, einfach mit dem Lieblingsmenschen durchzubrennen.

Sein krönendes Finale findet „Wunschlos süchtig“ genau da, wo alles einmal endet. „Wenn ich mal nicht mehr da bin“ – ein Gedanke, der wohl jeden von uns ab einem gewissen Zeitpunkt umtreibt. Und die Einsicht, dass eigentlich nie ein guter Zeitpunkt ist, um Abschied zu nehmen.

Max Mutzke hat eine fantastische Stimme – das beweist auch Studioalbum Nummer 8. Und die deutsche Sprache hilft ihm, seine wichtigen Botschaften punktgenau zu vermitteln.

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