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Urheber/Fotograf: BMG

Yusuf / Cat Stevens "King of a Land"

Unsere Wertung: 8 von 9 Punkten.

Wenn ich König wäre – der Traum von einer besseren Welt

Geboren ist der britische Superstar vor fast 75 Jahren in London unter dem Namen Steven Demetre Georgiou. Bekannt wurde er als Cat Stevens, doch seit 1978 trägt er den Namen Yusuf Islam. Zu dieser Zeit ist er auch zum Islam konvertiert, hat lange pausiert und Mitte der 90er wieder mit Musik begonnen, die stark von seiner jetzigen Religion beeinflusst war. Inzwischen ist jedoch (fast) wieder alles beim Alten. Auf dem neuen Werk „King of a Land“ – dem offiziell 17. Studioalbum seiner Karriere – prangen die Künstlernamen Yusuf und Cat Stevens in schöner Eintracht. Musikalisch hat längst wieder die Gitarre in seinem Schaffen Einzug gehalten und auch textlich spielt der christliche Glaube wieder eine Rolle, wie der Song „Son of Mary“ eindrucksvoll beweist.

Das Wiederhören mit dem fast 74jährigen ist wie das Treffen eines alten Bekannten, den man lange nicht gesehen hat. Die Musik hat einen hohen Nostalgiefaktor, vor allem wenn sie akustisch dargeboten wird. Es gibt zwölf neue Kompositionen, darunter sind sehr rockige Klänge wie in „Pagan Run“, die schon überraschen können. Vertrauter sind aber akustische Balladen, man nehme nur das feine „He Is True“ oder das gospelmäßig verzierte „Highness“. Selbst amerikanische Klänge sind in „All Nights, All Days“ zu hören.

Das Albumcover hat mich direkt mitgenommen. Eine schöne Zeichnung von Peter H. Reynolds, die ein Kind mit Gitarre in seinem märchenhaften Königreich zeigt, das ein wenig an Lummerland erinnert. Und das Titelstück ist dann auch fabelhaft passend. Wenn ich König wäre… ein Kind träumt den Traum von einer besseren Welt.

Dabei handelt es sich nicht um ein Heile-Welt-Album. Ganz sicher nicht. Der Illustrator hat fürs Booklet alle Songs mit einer Zeichnung versehen und man kann den Themen gut folgen. „Pagan Run“ spricht vom Rennen in Richtung Jenseits. „Son of Mary“ erzählt die Geschichte von Jesus und Maria in prägnanten Zeilen. „The Boy Who Knew How To Clim Walls“ beschäftigt sich mit dem Palästina-Krieg und „How Good It Feels“ spielt mit dem Eingreifen höherer Mächte – was für Yusuf schon seit Jahrzehnten ein wichtiges Thema ist.

Spannend finde ich, dass „He Is True“ textlich sehr vage bleibt und auch nicht mit einem Bild versehen ist. Der Namenlose bleibt auch gesichtslos. Damit macht der Songwriter einen großen Schritt in Richtung eines universalen Schöpfers, der nicht zu einer bestimmten Religion gehören muss.

Die Veröffentlichung des neuen Studioalbums fällt in eine extrem aufregende und bewegte Zeit dieser Ausnahmekarriere – schließlich wird Yusuf / Cat Stevens schon in wenigen Tagen sein mit Spannung erwartetes Live-Debüt beim Glastonbury Festival geben, wo er am 25. Juni den renommierten „Tea-Time Legends“-Slot auf der Pyramid Stage spielen wird. Dazu wird der ikonische Songwriter im kommenden Monat auch seinen 75. Geburtstag feiern (am 21. Juli, um genau zu sein).

Die Arbeit an diesem epischen Album begann schon 2011 in den Berliner Hansa-Studios und wurde in Dubai sowie Berlin beendet. „How Good It Feels“ kommt mit großem orchestralen Arrangement, während der Abschluss „Take The World Apart“ nach 42 Minuten sehr fein und eingängig ist. Der Altmeister britischer Songwriter hat es noch drauf und schafft hier ein Album, dass die Hörer*innen mitnimmt in eine große, herzliche Welt, die aber auch in den Augen eines Kindes funktioniert. Bildgewaltig und groß!

Fotocredit: Aminah Yusuf

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