Till Brönner lud zur Reise nach Italien ein – passend zum aktuellen Album „Italia“. Mit diesem Album widmet sich Brönner der italienischen Musik der 1960er- bis frühen 1980er-Jahre, einer Epoche voller unvergesslicher Songs und großem Lebensgefühl. Das alles gab es auch in Trier beim zweistündigen Konzert zu hören. Fotocredit: Dietmar Schmitt
Auch im Jahr 2026 hat die Veranstaltungsreihe „Porta hoch drei“ vor dem alten römischen Stadttor wieder für Furore gesorgt und an drei Abenden jeweils fast 2.500 Zuschauer*innen auf dem Vorplatz des Wahrzeichens begeistert. Die Vorzeichen waren diesmal etwas anders, denn die Porta Nigra ist aus Gründen einer Sanierung momentan teilweise verhüllt, doch die Stadt hat das gut gelöst: auf die Hülle ist ein Foto der Porta aufgedruckt, so sieht es fast aus wie immer. Man hat sogar einige römische Figuren in die Fenster eingefügt.
Credit: Simon Engelbert für Popp Concerts
18. Juni 2026 – MEUTE
Am Donnerstag gab es die wohl ungewöhnlichsten Klänge, die man hier jemals hören konnte. MEUTE aus Hamburg waren am Start. Die elfköpfige Techno-Marching-Band hat ihr Alleinstellungsmerkmal allein schon aus der ungewöhnlichen Idee, Technoklänge und elektronische Beats mit Blasinstrumenten zu einem organischen Leben zu erwecken. Es gibt unterschiedliche Bläser – Trompeten, Posaune, Tuba und drei Saxofone -, eine Marimba und sehr viel Schlagwerk.
Credit: Simon Engelbert für Popp Concerts
Das aktuelle Album trägt den Titel „JUBEL“ und der Auftritt vor der Porta war fast komplett instrumental. Nur ein einziger Titel wurde mit souligen Vocals dargeboten. Ansonsten ließen MEUTE den Dancefloor beben. Da konnte kaum jemand im Publikum die Füße still halten. Allerorten wurde ausgiebig getanzt und man gab sich dem Groove hin.
Credit: Simon Engelbert für Popp Concerts
Zu starken Beats waren die Stücke relativ lang und man ließ sich Zeit, diese langsam aufzubauen. Das wirkte oft wie ein ausgedehnter Rave, wenn das Tanzfieber um sich griff. Die Soli der Instrumentalisten wurden jederzeit bejubelt. Dabei waren die Musiker nicht besonders gesprächig: ein knappes „Hallo Trier“ blieb einzige Ansage. Doch gestört hat das niemanden. Mit einer Konfetti-Kanone ging der Gig nach gut zwei Stunden zu Ende und man machte sich im Zugabenblock auf in die Menge (einer „Marching Band“ mehr als würdig), um Publikumsnähe zu zelebrieren.
19. Juni 2026 – Christian Steiffen
Der Freitag gehörte dem Entertainer Christian Steiffen. Eigentlich heißt der illustre Künstler Hardy Schwetter und ist ein Schauspieler aus Osnabrück. Dort hat er gar zweimal als Oberbürgermeister kandidiert. Musikalisch präsentierte der selbsternannte „Gott of Schlager“ teils rockige Popsongs mit sarkastischen Texten und einer Prise Synthiesound.
Steiffen verwandelte seine Show vor der Porta mit markanten Texten, viel Humor und der kraftvollen Unterstützung des Original Haseland Orchesters in eine mitreißende Mega-Party. Die einzigartige Mischung aus Unterhaltung, Witz und musikalischer Raffinesse schaffte so eine Atmosphäre, die seine Konzerte unvergesslich macht – und seine stetig wachsende Fangemeinde begeistert. Den Fans konnte man die Freude auch anmerken, kamen sie doch stilecht zum Teil in Schlaghosen und mit blumigen Kostümen. Das kennt man ja schon von Lokalmatador Guildo Horn.
20. Juni 2026 – Till Brönner
Am Samstag wurde nochmal die Trompete ausgepackt, diesmal vom Virtuosen Till Brönner. Der lud zur Reise nach Italien ein – passend zum aktuellen Album „Italia“. Mit diesem Album widmet sich Brönner der italienischen Musik der 1960er- bis frühen 1980er-Jahre, einer Epoche voller unvergesslicher Songs und großem Lebensgefühl. Das alles gab es auch in Trier beim zweistündigen Konzert zu hören. Till sagte zum Schluss, man habe extra zwei Stücke weggelassen, um pünktlich zum Deutschland-WM-Spiel fertig zu sein. Okay, kann man drüber streiten. Die meisten Anwesenden hätten vermutlich lieber mehr Musik gehört…
Auf jeden Fall war es ein rundum gelungener Abend. Der Künstler erzählte von seinen ersten fünf Lebensjahren in Rom, lobte das perfekte italienische Wetter und bezeichnete Trier unter allgemeinem Jubel als „Rom Deutschlands“. Die Kulisse war auch wirklich perfekt. Dass die Porta Nigra verhüllt war, fiel kaum ins Gewicht.
Das Programm stellte eine Mischung aus Filmmusik und Jazz dar. Das Repertoire stammt größtenteils aus Jahrzehnten, die eine goldene Ära des musikalischen Austauschs in Europa markierten. Italienische Songs liefen im französischen Radio und füllten deutsche Plattenläden. Die Songauswahl umfasste Klassiker von Lucio Battisti, Paolo Conte und Ennio Morricone, aber auch viele Raritäten jener Epoche. Hinzu kam die hervorragende Band: natürlich Till Brönner an Trompete und Flügelhorn, Bruno Müller an der Gitarre, Christian von Kaphengst als musikalischer Direktor am Bass, Mark Wyand am Saxofon, David Haynes an den Drums, Olaf Polziehn am Piano, Roberto DiGioia an den Keyboards und die wundervolle Alessia Tavian an den Vocals.
Bekannte Melodien, komplett instrumentale Stücke und Gesang bereicherten den Abend. So gab es für Nostalgiker die Titelmelodie aus „Herr Rossi sucht das Glück“. Alessia verfeinerte Songs wie „Meravigliosa Amore Mio“ mit ihrer wunderschönen Stimme. Bei „L’appuntamento“ sang Till selbst und erzählte von einer Begebenheit mit der fantastischen Hildegard Knef. Es gab Melodien aus „Der Pate“ und Morricones „Cinema Paradiso“ mit hohem Wiedererkennungswert. Ein Klassiker wie „Volare“ musste natürlich sein – der kam jedoch in einer jazzig verspielten Version, wobei das Original nur in Ansätzen zu erkennen war. Später wieder Alessia im Hit „Parole Parole“ und beim Duett „Via Con Me“ gemeinsam mit Till Brönner. Ganz zum Schluss durften die Zuhörer*innen noch einen Ausflug in die Werbe-Welt machen, als Brönner erklärte, wie sich „Du darfst“ bei Ryan Paris‘ „Dolce Vita“ bedient hat. Der Abend war nicht nur musikalisch großartig, sondern in Tills Ausführungen auch durchaus lehrreich.
So endete PORTA HOCH DREI im sommerlich aufgeheizten Trier. Mal wieder grandios in seiner musikalischen Mischung, auch wenn die großen Namen aus Pop und Rock diesmal fehlten. Die wird es dann an anderen Orten der Region geben:
Amphitheater Trier 2026
17.7. Giovanni Zarrella
18.7. Katie Melua
22.7. The BossHoss
23.7. Feine Sahne Fischfilet
24.7. Versengold
25.7. Fury in the Slaughterhouse
Stausee Losheim 2026
13.8. Andrea Berg
14.8. Montez
15.8. Lucky Lake Festival
Open Airs am Bostalsee 2026
21./22.8. Die Toten Hosen
29.8. Broilers
Und der Termin für PORTA HOCH DREI 2027 steht ebenfalls fest: 17. bis 19. Juni 2027
Mit „ITALIA“ widmet sich Brönner der italienischen Musik der 1960er- bis frühen 1980er-Jahre – einer Epoche voller unvergesslicher Songs und großem Lebensgefühl. Aufgenommen in Rom und Bari und produziert gemeinsam mit Nicola Conte, vereint das Album Welthits, Raritäten und einen eigenen Song Brönners.
Die hochkarätige Gästeliste reicht von Mario Biondi („Via con me“) über Giovanni Zarrella („Quando, Quando, Quando“) und Chiara Civello („Parole Parole“) bis zu Mandy Capristo („In Alto Mare“) und Sera Kalo („L’Unica Chance“).
Der Grammy-nominierte Künstler ist auf dem neuen Album nicht nur mit Trompete und Flügelhorn zu hören – auf „ITALIA“ singt Till Brönner erstmals auf Italienisch.
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren
Das Repertoire auf „ITALIA“ stammt größtenteils aus den 1970er- und frühen 1980er-Jahren – Jahrzehnten, die eine goldene Ära des musikalischen Austauschs in Europa markierten. Italienische Songs liefen im französischen Radio und füllten deutsche Plattenläden. „Italien lieferte eine Art Europa-Sound“, so Brönner, „und schuf eine Atmosphäre, die für eine ganze Generation wegweisend war.“
Es war auch eine Zeit, in der Musik die Hoffnung auf eine bessere Zukunft spiegelte – und Pop zugleich leichtfüßig sein durfte, ohne dabei die Komplexität und Tiefe des Lebens auszusparen: „Es gibt aktuell viel Hoffnung, dass sich die Dinge wieder in etwas Menschlicheres und Erdverbundeneres verwandeln – und genau dieses Gefühl konnte man in den Siebzigern und Achtzigern regelrecht spüren“, so Brönner.
Die Songauswahl reicht von Klassikern von Lucio Battisti, Paolo Conte und Ennio Morricone über Raritäten jener Zeit bis hin zu einer eigenen Komposition („Cosa Vuoi“), die sich nahtlos ins Repertoire einfügt.
Ein jazziges und beschwingtes Easy Listening für alle, die im Herbst noch von südlichen Gefilden träumen!
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren
2025 hat gerade begonnen, doch über eines der besten Alben aus dem vergangenen Jahr haben wir noch gar nicht berichtet. Das will ich jetzt nachholen. „A Memory Of Our Future“ ist bereits im Mai erschienen und bildet ein grandioses Stelldichein hervorragender Musiker*innen.
Bekannt wurde der ungarische Künstler Leslie Mandoki im Jahr 1979 durch seine Mitwirkung bei der Gruppe Dschingis Khan, mit der er den vierten Platz beim ESC belegte. Geschrieben wurde die Musik (natürlich) von Ralph Siegel, der damals über viele Jahre Alleinherrscher für das Songwriting der deutschen Beiträge war. Dass sich alles ziemlich gleich anhörte – geschenkt. Dass aber Leslie Mandoki hier fernsehwirksam den Mongolen geben musste, anstatt sein großes musikalisches Talent auszuleben, ist eine Schande. Später besann er sich auf seine Jazzwurzeln und begründete sein Soulmates-Projekt, an dem viele nationale und internationale Künstler mitwirken.
Mandoki gründete die Soulmates in den 1990er Jahren mit der Idee, musikalische Grenzen zu überwinden und Künstler verschiedener Genres und Kulturen zusammenzubringen. Ihre Musik verbindet Einflüsse aus Jazzrock, Progressive Rock, Soul und Weltmusik und ist bekannt für technische Virtuosität, tiefgründige Texte und komplexe Arrangements. Die Gruppe legt großen Wert auf künstlerische Freiheit und möchte eine Botschaft der Einheit und Menschlichkeit vermitteln – dafür setzen sie auch drei Jahrzehnte nach Gründung mit „A Memory Of Our Future“ neue Maßstäbe.
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren
Es handelt sich um ein fast 80minütiges Konzeptalbum. Und allein das lässt natürlich mein Prog-Herz höher schlagen. Und dann schaue ich auf die Zusammenstellung der Band, was eigentlich gar nicht nötig wäre, weil man Ian Andersons Querflöte, Al di Meolas Gitarre und Til Brönners Trompete schon beim ersten Durchlauf prägnant und charismatisch raushört. Außerdem gehören Kunstschaffende wie Tony Carey (Vocals, Keyboard), Simon Phillips (Drums) und Julia Mandoki (Vocals) zum Line-up, womit nur ein kleiner Teil der Mitwirkenden genannt ist.
Kann man einzelne Stücke herausgreifen? Wohl kaum. Man muss sich einfach Zeit nehmen und das Werk am Stück hören. Das lohnt sich für Fans von Bands wie Supertramp, Toto, Cutting Crew, Jethro Tull, Rainbow – whatever – die kein Problem damit haben, wenn Klassik, Jazz, Soul, Rock und Folk zu einem einzigartigen Prog-Konglomerat verschmelzen. Dass das Album in Zeiten von Autotune, Computerbearbeitung und KI komplett analog eingespielt wurde, ist für die Band vermutlich selbstverständlich, für die Musikwelt aber leider nicht mehr.
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren
Erst kürzlich haben wir über die Soulmates berichtet, als sie einen umfangreichen DVD Release vorlegten. Jetzt geht es weiter – und das gleich mit zwei Studioalben voller neuer Musik. Bekannt wurde der ungarische Musiker Leslie Mandoki im Jahr 1979 durch seine Mitwirkung bei der Gruppe Dschingis Khan. Später besann er sich auf seine Jazzwurzeln und begründete viele Jahre später sein Soulmates-Projekt, an dem viele nationale und internationale Künstler mitwirken.
Die Soulmates sind eine musikalische Wertegemeinschaft. Und als musikalische Rebellen fühlen sie sich auf den Plan gerufen, um ihre Stimmen zu erheben. „Dabei“, so Mandoki, „reklamieren wir nicht die allein objektive Wahrheit für uns, sondern versuchen einfach authentisch, integer, ehrlich zu sein und Antworten auf Herausforderungen unserer Zeit zu geben.“
Das Doppelalbum aus den einzeln betitelten CDs „Living in the Gap“ und „Hungarian Pictures“ nimmt eindringlich zu gesellschaftlichen Veränderungen Stellung. Es ist ein Album, das sich durch eine Eigenschaft besonders auszeichnet: Relevanz. Dieses Doppelalbum ist ein kraftvolles Statement, verpackt in anspruchsvolle Musik. Starke Songs, in virtuoser Form dargeboten von großen Künstlern, eine knallharte Abrechnung mit dem eigenen Generationsversagen der vergangenen Dekaden. Ein „Stopp!“ dem „Weiter-so“. „Als Künstler ist es mir ein besonderes Anliegen, überall dort Brücken zu bauen, wo Risse entstanden oder wenn eine Spaltung so eklatant zu Tage tritt“, so Leslie Mandoki zum neuen Album.
Wer hier alles mitwirkt, hat schon WHO-IS-WHO-Charakter: Bobby Kimball (Toto), Chris Thompson (Earth Band), Ian Anderson (Jethro Tull), Jack Bruce (Cream), Nick van Eede (Cutting Crew), Peter Maffay, David Clayton-Thomas (BS&T), Tony Carey (Rainbow), John Helliwell und Jesse Siebenberg (Supertramp), Julia Mandoki, Al di Meola, Mike Stern, Simon Phillips, Randy Brecker, Ada Brecker, Bill Evans, Till Brönner, Cory Henry, Richard Bona, Steve Bailey – und das sind noch nicht alle!
Ob die „Fridays For Future“ Bewegung wirklich auf einen Soundtrack wie „Young Rebels“ gewartet hat, mag dahingestellt sein. Zumindest ist Mandoki einfach ein genialer Netzwerker und nutzt seine Kontakte gekonnt. Die erste CD funktioniert als Konzeptalbum zur Gesellschaftspolitik. Musikalisch ist das vielschichtig mit einer kreativen Rock-Attitüde. Sehr spannend bezieht sich die progressive zweite CD auf klassische Themen von Béla Bartók mit Neukompositionen und inkludierten Songs. Ambitioniert!
Bekannt wurde der ungarische Musiker Leslie Mandoki im Jahr 1979 durch seine Mitwirkung bei der Gruppe Dschingis Khan, mit der er den vierten Platz beim ESC belegte. Geschrieben wurde die Musik natürlich von Ralph Siegel, der damals über viele Jahre Alleinherrscher für das Songwriting der deutschen Beiträge war. Dass sich alles ziemlich gleich anhörte – geschenkt. Dass aber Leslie Mandoki hier fernsehwirksam den Mongolen geben musste, anstatt sein großes musikalisches Talent auszuleben, ist eine Schande. Später besann er sich auf seine Jazzwurzeln und begründete viele Jahre später sein Soulmates-Projekt, an dem viele nationale und internationale Künstler mitwirken.
Es sind großartige Momente, wenn sich Musikgrößen wie Startrompeter Till Brönner mit seinem großen Vorbild, dem legendären und weltbesten Trompeter Randy Brecker duelliert, oder Improvisationsgenie Bill Evans mit seinem Sopransaxophon und John Helliwell (Supertramp) mit der Klarinette ihre Klangbilder malen. Jazz- und Fusion-Gitarrenlegende Mike Stern und Soulmates-Youngster und dreifacher Grammy-Gewinner Cory Henry an der Hammond, sowie Bassisten-Offenbarung Richard Bona begeistern mit unbändiger Spielfreude und mitreißenden Soli. Einfach atemberaubend. Generationen von Großmeistern des Rock und Jazz stehen hier gemeinsam auf einer Bühne. Wer es nicht live erleben durfte, der kann nun die umfangreiche Blu-Ray-Veröffentlichung erleben.
Die Soulmates stehen mit ihrer Musik nicht nur für Virtuosität, sondern vor allem für handgemachte Musikkunst, oder – wie Leslie Mandoki es beschreibt: „Auch in Zeiten einer, von Influencern und Social Media dominierten Welt, in der Kurznachrichten auf dem Smartphone fast die gesamte Kommunikation ersetzen, ist Musik für uns immer noch wie ein mit Tinte auf Papier handgeschriebener Liebesbrief.“
Zuletzt führte die Konzertreihe „Wings of Freedom“ die Mandoki Soulmates von Paris über London, Berlin und Budapest bis New York. Das Konzert im Konzerthaus Berlin war für Mandoki ein ganz spezielles Konzert, bei dem er die deutschen Soulmates, Trompeter Till Brönner und „Jazzpapst“ und Saxophonikone Klaus Doldinger, mit den legendären amerikanischen Soulmates-Kollegen auf der Bühne zusammenbrachte. Diese einzigartigen Momente begeisterten das Konzert-Publikum, darunter hohe Prominenz aus allen Bereichen der Gesellschaft von Politik, Medien und Wirtschaft bis zu Musik, Kunst und Film. Für die „Wings of Freedom“ Konzertreihe wurde Mandoki und seinen Soulmates auch die Ehre nationaler wie internationaler Auszeichnungen zuteil.
Zeitweise nerven die ausschweifenden Ansagen von Leslie Mandoki etwas. Man kann leider auch nicht skippen, da sie in der Regel am Beginn des Tracks liegen. Aber zumindest ist es kein Larifari. Der Künstler hat tatsächlich etwas zu erzählen, wenn er beispielsweise von der Zeit hinter dem eisernen Vorhang erzählt und mit einer bewegenden Hommage an seinen Vater den Song „A Dreamer’s Not A Fool“ einleitet.
Darüber hinaus dürfen wir Klassiker wie „Blinded By The Light“, „You’re The Voice“ und „Mighty Quinn“ interpretiert von Chris Thompson genießen. Bobby Kimball liefert „Rosanna“ und „Hold The Line“. Es gibt Hitwunder wie „(I Just) Died In Your Arms“ und „Smoke On The Water“. Da ist für jeden was dabei.
Auf der Doppel-Blu-Ray “Wings Of Freedom” können die besten Momente der Konzerte mit den Soulmates Ian Anderson (Jethro Tull), Jack Bruce (Cream), Bobby Kimball (Toto), David Clayton-Thomas (Blood, Sweat & Tears), Al Di Meola, Chaka Khan, Greg Lake (Emerson, Lake & Palmer), Randy Brecker, Bill Evans, Till Brönner, Klaus Doldinger (Doldinger’s Passport), Cory Henry, Mike Stern, Nick van Eede (Cutting Crew), Chris Thompson (Manfred Mann´s Earth Band), John Helliwell (Supertramp), Nik Kershaw, Tony Carey (Rainbow), Mark Hart (Crowded House), Peter Maffay, Midge Ure (Ultravox), Piero Mazzocchetti, Aura Dione, Anthony Jackson und Julia Mandoki noch einmal in bester Qualität erlebt werden.
Neben der kompletten Show aus dem Konzerthaus Berlin (aufgenommen mit 16 Kameras) enthält die Doppel Blu-ray Ausschnitte aus den Konzerten in Paris, London, Budapest, New York und weiteres Bonusmaterial – insgesamt über 7 Stunden Musikgenuss. Sollte man sich geben!
Wer auf der Suche nach der puren Entspannung ist, dürfte bei diesem Gemeinschaftswerk von Till Brönner und Dieter Ilg schon recht gut liegen. Der Freiburger Bassist und der Berliner Trompeter bilden ein kongeniales Duo, das seine Klänge zu einem ganz eigenen Sound verschmelzen lässt. Klassisches und Modernes, Bekanntes und Neues verbinden sich zu einem extravaganten Soundgemälde.
Die Auswahl der Stücke auf dem Album „Nightfall“ ist ein Beleg dafür, dass die Musiker sich auf keine Zuordnung oder Kategorisierung festlegen wollen. Wenn Jazz jemals ein Ausdruck von individueller Freiheit war, dann manifestiert sich diese Unabhängigkeit hier frei von allen Mythen im Zugriff aufs Material ebenso wie in der spontanen Umsetzung. Alles ist machbar, wenn man es nur will, und Brönner und Ilg wollen es. Songs von Leonard Cohen, den Beatles und Britney Spears, Stücke von Jerome Kern, Johnny Green und Ornette Coleman, Kompositionen von Johann Sebastian Bach und Melchior Vulpius, aber auch einige Eigenschöpfungen von Ilg und Brönner belegen eine fast beispiellose Bandbreite der Intentionen und Einflüsse.
In jedem dieser Songs finden die beiden Partner neue Einfallswinkel und Perspektiven. Soli im klassischen Sinne des Jazz gibt es nicht. Wie in jedem guten Gespräch, das sich auf natürliche Weise entfaltet, liegt die Argumentation mal auf der einen, mal auf der anderen Seite. Der Fluss der Gedanken ist völlig frei.
So macht es Spaß, dem Dialog der beiden zuzuhören. Und auch wer mit Jazz ansonsten nicht so viel am Hut hat, darf diesem genialen Duo verträumt folgen.
Der Autor Frank Schätzing, die Musiker der Band Söhne Mannheims, die Sängerinnen Marianne Rosenberg und Yvonne Catterfeld, der Trompeter Till Brönner, die Prager Philharmoniker, die Schauspieler Ulrich Noethen und Christoph Maria Herbst, der Filmemacher und Oscar-Preisträger Pepe Danquart, die Webvideo-Künstlerin Joyce Ilg, der DJ und Produzent Mousse T. und viele andere haben sich vereint, um die Öffentlichkeit aufzurütteln und offensiv auf die Folgen geistigen Diebstahls hinzuweisen. Es geht ihnen um Fair Play – um Respekt vor geistigem Eigentum, um Fragen des Copyrights in der digitalen Welt und nicht zuletzt um Fair Play in den Beziehungen der Menschen untereinander.
Medium dazu ist ein musikalisches Konzeptalbum, das sich quer durch die verschiedensten Musikrichtungen zieht. Eine Reihe der Songs sind bereits einige Jahre alt. So ist Marianne Rosenberg mit „Genau entgegengesetzt“ vertreten und die Prinzen singen ihren Gassenhauer „Alles nur geklaut“. Gleiches gilt für Titel von Yvonne Catterfeld, Mousse T. und den Söhnen Mannheims. Das Konzept, dass sich um diese Stücke schließt, wirkt anfangs etwas konfus – doch es wird schnell klar, dass man hier keine durchgehende Geschichte erzählen, sondern sich mit der Idee geistigen Eigentums auseinander setzen will.
Der Kölner Geiger, Komponist und Produzent Lando van Herzog setzt mit dem genreübergreifenden Album ein starkes Zeichen gegen die Entprofessionalisierung von Kunst und Kultur. Die Tracks greifen gut ineinander. Besonders die orchestralen und elektronischen Zwischenspiele machen das Album zu einem homogenen Ganzen. Ulrich Noethen liest aus Tanja Kinkels Text „Im Schatten der Königin“, Tomas Balou Martin trägt eine kurze Passage aus Frank Schätzings „Der Schwarm“ vor.
Die Solidarität, die Musiker, Autoren, Schauspieler hier einander leisten, ist bemerkenswert. „Als Künstler zu arbeiten und davon leben zu können, ist schwer. Die meisten schaffen das nicht“, so Initiator Lando van Herzog. „Kultur kann nur dann existieren, wenn die Schöpfer der Werke fair entlohnt werden.“ Und er fügt hinzu: „Mit dem Konzeptalbum PROJECT FAIR PLAY äußern wir Künstler uns das allererste Mal zu dieser Thematik und fordern Respekt gegenüber unserer Arbeit.“ Eine unterstützenswerte Sache!