„Eine der größten und meistgesprochenen jungen Stars des Pop“ (The Guardian), Zara Larsson provoziert und treibt die Popkultur voran, mit aufgeklärten und energiegeladenen Hymnen, die gleichzeitig erheben und verführen. Mit jedem Schritt schreibt sie weiterhin leise Geschichte und bricht Rekorde: Ihr mit Platin ausgezeichnetes Album „So Good“ aus dem Jahr 2017 hebt sich besonders als eines der meistgestreamten Debüts auf Spotify einer weiblichen Künstlerin hervor. Zaras wachsendes Repertoire umfasst einen Hit nach dem anderen, von „Never Forget You“ über „Lush Life“ und „Ain’t My Fault“ bis zur Zusammenarbeit mit Clean Bandit, „Symphony“. Auf dem Weg dorthin hat sie Preise und Nominierungen von den schwedischen Grammys, den BRITS und den MTV EMAs erhalten und sogar die Bühne des Friedensnobelpreises verzaubert.
Ihr zweites internationales Album „Poster Girl“ aus dem Jahr 2020 enthält Hits wie „Ruin My Life“ und „Wow“ und brachte Zara näher an die Spitze der Popmusik. Trotz des Projektstarts während des Lockdowns, überschritt Zara jegliche Grenzen, als sie virtuell für Roblox auftrat und eine virale Live-Streaming-Show in Zusammenarbeit mit Ikea am Internationalen Frauentag veranstaltete. In den letzten eineinhalb Jahren wurde Zara Larsson wieder in die reale Welt entlassen: Sie spielte eine ausverkaufte europäische Arena-Tournee zu „Poster Girl“, erzielte einen Hit in Zusammenarbeit mit Alesso („Words“ wurde von Billboard als einer der besten Dance-Songs des Jahres 2022 bezeichnet) und kehrte mit der brandneuen Single „Can’t Tame Her“ zurück. Das Lied wurde zusammen mit engen Freunden wie MNEK, MTHR und Danja konzipiert und zeigt, wo Zara Larsson im Jahr 2023 steht: „Can’t change her / Can’t blame her / Can’t tame her“.
Die jüngsten Tracks „End Of Time“ und die Zusammenarbeit mit David Guetta „On My Love“ geben einen weiteren Vorgeschmack auf Zara Larssons kommendes drittes internationales Album. Zara Larsson wird außerdem ihr Schauspieldebüt in Netflix‘ bevorstehendem Film „A Part Of You“ im Jahr 2024 geben. „VENUS“ erscheint am 09.02. und Zara schenkt uns diesen Freitag mit „You Love Who You Love“ noch eine letzte Single vor der Album Veröffentlichung!
Sabine Thiesler ist vor allem bekannt für ihre Krimireihe um Commissario Neri, die schon einige Bestseller hervor gebracht hat. Wer aber einen klassischen Kriminalfall erwartet, wird von dem vorliegenden Buch eventuell enttäuscht sein, denn es ist eher ein Thriller als eine Whodunit-Geschichte. Die Autorin hat neben Germanistik auch Theaterwissenschaften studiert und kann jetzt mit „Romeos Tod“ ihre Erfahrungen aus dem Schauspielgeschäft in den Plot einfließen lassen. Das tut sie mit viel Vehemenz und Enthusiasmus.
Der Klappentext gibt einige Hinweise zum Inhalt des Romans: Der begnadete Schauspieler Jan Jespik verliebt sich Hals über Kopf in eine erotische, leidenschaftliche Frau. Mona ist gerade erst aus dem Knast gekommen und erzählt ihm ihre unerträgliche Geschichte. Von ihrem italienischen Ex-Mann hat sie schon Jahre nichts mehr gehört, offenbar ist er mit ihren Kindern in Italien untergetaucht. Während Jan jeden Abend auf der Bühne steht und große Erfolge feiert, startet Mona die Suche nach ihrer Familie in Florenz. Jan, der von Monas Schicksal schwer erschüttert ist, folgt ihr schließlich in die Toskana, um seine Geliebte zu rächen. Er weiß, dass dies seine schwerste Rolle sein wird und in der Katastrophe enden könnte.
Die Protagonisten lernt man schnell kennen – und vor allem Jan Jespik war mir vom ersten Auftreten an unsympathisch. Wenn er seiner Katze schon auf den ersten Seiten einen so heftigen Tritt verpasst, dass sie bewusstlos liegen bleibt, sind die Fronten geklärt. „Du bist eiskalt, egoistisch, unfassbar gemein, sadistisch und hast so viel Empathie wie ein Hackklotz“, soll ihm später im Text vorgehalten werden. Dem ist kaum was hinzuzufügen. Zudem ist er aber auch ein begnadeter Schauspieler, was sich in der dreigeteilten Handlung zunächst im „Hamlet“ zeigt, dann in Büchners „Lenz“ und schließlich im titelgebenden „Romeo“.
Sabine Thiesler steckt viel Energie in die Beschreibung, wie Jespik diese Rollen nicht nur spielt, sondern auch lebt. Mit Leidenschaft und einer gehörigen Portion Wahnsinn. Es gibt Monologe aus den entsprechenden Werken und zugleich ist man mitten im Kopf des Schauspielers, der entweder total euphorisiert ist oder an sich verzweifelt. Nuancen dazwischen sind kaum vorhanden. Ich kann nicht nachvollziehen, ob es wirklich Künstler gibt, die sich so mit ihrer Rolle identifizieren und bis zu Selbstaufgabe hinein steigern. Die sich und die Menschen im Umfeld derart verletzen. Jans Umgang mit dem jeweiligen Personal der verschiedenen Theater oder zufälligen Passanten außerhalb der Räumlichkeiten ist jedenfalls kaum auszuhalten.
Parallel dazu gibt es die Krimi- (oder besser: Thriller-)Handlung aus diffusen Stories, Lebensgeschichten, Lügen und Intrigen – ganz eingebettet in den emotionalen Zustand der Protagonist*innen (Mutter, Geliebte, Kinder, Ex-Mann) und alles untrennbar miteinander verknüpft. Manchmal wurde es mir zu viel des Wahnsinns, doch ich konnte der Geschichte nicht fernbleiben, die unaufhaltsam auf den tragischen Höhepunkt zusteuerte. Ganz im Stil einer klassischen Tragödie lässt Thiesler ihre Figuren sehenden Auges ins Verderben laufen.
Kapitel und Handlungsebenen sind überschaubar und gut gegliedert. Als Leser war ich durchgehend in den Gedanken der handelnden Personen gefangen, die zwar abstrus und psychopathisch waren, trotzdem aber bisweilen nachvollziehbar. Ein Lesevergnügen für mehrere spannende Tage, wobei man das Buch kaum aus der Hand legen mag.
Die gefeierten Koryphäen des Progressive Art Rock The Pineapple Thief kehren mit ihrem neuen Album „It Leads To This“ zurück, welches am 9. Februar auf Kscope erscheint.
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Nach ihrer mit Spannung erwarteten Rückkehr mit „The Frost“ geben The Pineapple Thief mit der zweiten Single „Every Trace Of Us“ einen weiteren Vorgeschmack auf ihr neues Album. Die Single wird von einem Lyric-Video begleitet, das auf dem Artwork des kommenden Albums „It Leads To This“ basiert.
Bruce Soord: „Die Idee für diesen Song entstand während der Schreibsessions, die ich mit Gavin in seinem Studio hatte. Gavin spielte mir diese Idee vor, die er sich ausgedacht hatte, und ich fühlte mich sofort damit verbunden und summte, was die Strophe werden sollte. Ich ging mit meiner Gitarre in einen anderen Raum, um ein paar Ideen für den Refrain auszuprobieren, während Gavin in seinem Studio war und den Mittelteil ausspielte. Es war einer dieser Momente, in denen alles so schnell zusammenkam. Vieles von der Gitarre ist von dieser Session geblieben, einschließlich aller Lead-Riffs. Jon kam mit der Bassmelodie des Refrains, Beren Matthews, unser Tour-Gitarrist, fügte einige brillante Gitarrenarbeit hinzu, bevor Steve (Keyboards) das Sahnehäubchen auf den Kuchen setzte. Der Text kam später.“ Musikalisch lüftet der Track ein wenig mehr den Vorhang für das, was die Fans vom kommenden Album der Band erwarten können.
Fotocredit: Tina Korhonen
The Pineapple Thief schwelgen in gegensätzlichen Kräften. Muskeln und Zerbrechlichkeit. Chaos und Präzision. Verzerrte Introspektion und warme, traumhafte Weite. Das progressive Quartett wurde 1999 von Bruce Soord gegründet und erlebte 2017 mit der Ankunft von Gavin Harrison (King Crimson, Porcupine Tree) am Schlagzeug eine Wiedergeburt. Vervollständigt durch Bassist Jon Sykes und Keyboarder Steve Kitch haben sie einen schlanken und doch üppigen, zeitlosen Sound entwickelt, der auf „It Leads To This“ zu hören ist.
Das Album besteht aus acht Epen, die alle etwa fünf Minuten lang sind und rockige Dringlichkeit mit zarter Atmosphäre, nachdenklichen Tasten und fesselnden Melodien verbinden. Die Texte stammen auch aus der Literatur: Berichte über das alte Rom, John Williams‘ Klassiker „Stoner“ und der Briefroman „Augustus“ standen Pate. All das wird durch Soords zerbrechlichen und doch eindringlichen Tenor vermittelt, der an Geschichtenerzähler wie Nick Drake, Thom Yorke und Jonas Renkse von Katatonia erinnert.
„It Leads To This“ wird in einer Vielzahl von Formaten erhältlich sein:
Limited Edition Deluxe 4 Disc set featuring:
DISC 1: CD Album
DISC 2: Bonus CD ‚Y Aqui Estamos‘ – Alternate Versions
DISC 3: Blu-ray – It Leads To This + bonus album “Y Aqui Estamos” (reworkings of album session recordings): Dolby Atmos-DTS-HD MA 5.1-24/48 PCM Stereo mixes created by Bruce Soord
DISC 4: DVD – It Leads to This and Y Aqui Estamos: DTS 5.1-24/48 PCM Stereo
52 page book
Limited edition brick red vinyl LP (exclusive to The Pineapple Thief and Kscope stores)
Limited edition green vinyl LP (exclusive to worldwide independent record shops)
Limited edition cream vinyl LP (exclusive to Germany & Austria)
Blu Ray – Includes “It Leads To This” and bonus album “Y Aqui Estamos” . All in hi-res dolby atmos, dts-hd 5.1 and stereo created by Bruce Soord
CD / LP / Digital & Dolby Atmos
It Leads To This tracklist:
1- Put It Right [05:30]
2- Rubicon [04:37]
3- It Leads To This [04:43]
4- The Frost [05:40]
5- All That’s Left [04:26]
6- Now It’s Yours [05:59]
7- Every Trace Of Us [04:30]
8- To Forget [05:20]
Ein neuer Veranstaltungsort in Saarbrücken. Spannend! Hier hat sich nämlich ein Künstlerkollektiv namens „Sektor Heimat e.V.“ niedergelassen, um den Osthafen als Kulturzentrum neu zu beleben. Und wer passt besser als Gast in die freie Kulturszene als Jupiter Jones? Die Band um Nici Müller und Sven Eigner ist momentan als Trio unterwegs. Man hat sich für eine unplugged-Tour entschieden und nahm als Dritte im Bunde die neue Keyboarderin Nina Müller mit. Wie Nici direkt klarstellt: weder verwandt, noch verschwägert.
Sektor Heimat funktioniert momentan vor allem als Techno-Club. Das lässt sich zumindest aus der Deko schließen. Aber es ist auch ein gemütlicher Konzertraum für knapp 300 Zuschauer. Natürlich ausverkauft – und trotzdem genügend Parkplätze im Umfeld zu finden. Jupiter Jones hatte es sich auf der Bühne gemütlich gemacht und mit Stehlampen und schummrigem Licht quasi ein Wohnzimmer aufgebaut.
Den Anfang machte Keyboarderin Nina unter ihrem Künstlernamen WIM. Eine halbe Stunde lang präsentierte sie allein an den Tasten einfühlsamen und ruhigen Deutschpop. Melancholische Melodien am Klavier, mitunter mit elektronischen Klängen ein wenig aufgepeppt. So präsentierte WIM die Songs ihres Debütalbums „Boxer“. Der Titelsong handelt von den schwierigen Zeiten im Moment, vor allem wenn man doch lieber schmusen will statt mit erhobenen Fäusten durchs Leben zu gehen. Nach vielen eingängigen Songs gab es kräftigen Applaus und Nina konnte im Prinzip gleich auf der Bühne bleiben.
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Jupiter Jones starteten nämlich nach kurzer Pause um 20.45 Uhr mit einem Intro, das die Stimmung des Abends gut wiedergab: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Und „Das Jahr in dem ich schlief“ gehört schon zu den großen Songs der Band. Tiefgründig und voll Melancholie. So ging es dann auch weiter. „Überall waren Schatten“ sowie „Und dann warten“ haben Texte mit philosophischer Gangart. Manchmal kryptisch – und Nici gibt selbst zu, dass er nicht mehr unbedingt weiß, was er sich damals beim Schreiben gedacht hat.
„Atmen“ ist seiner Tochter gewidmet, doch an diesem Abend bekam die 10jährige Zuschauerin Emily ihre Bühne, die die Karte zum Konzert zum Geburtstag bekam und ihr erstes Konzert besuchte. Schöne Momente, in denen auch die Band sichtlich gerührt war. Nina war eine echte Bereicherung fürs Bandgefüge, da sie neben den Keys auch stimmlich mit dabei war und den Sänger im Duett begleitete. Sehr harmonisch klang das – und Nico konnte sich bei „Nordpol/Südpol“ nicht verkneifen, an den denkwürdigen MTV-Auftritt mit Jana Palaske zu erinnern, als diese den Song zum Desaster werden ließ. Davon konnte in Saarbrücken keine Rede sein.
Nach „Rennen und stolpern“ gefolgt von „Mein viel und dein vielleicht“ gab es mit „Immerfürimmer“ den ersten wirklich schnellen Song des Abends. Passte auch, aber die Stimmung ging einfach Richtung Melancholie. So wurden für „Still“ wieder die Handys gezückt, wobei Nici aber darum bat, ihn nicht zu filmen sondern jemanden anzurufen und per Videocall am Song teilhaben zu lassen. So könne man die Zuschauerzahl verdoppeln. Und viele folgten der schönen Idee, wie man anhand der erstaunten Bildschirmgesichter erkennen konnte.
Nach dem stillen, fast gehauchten „Der Nagel“ und „Versickern versanden“ gab es Unruhe in den hinteren Reihen. Jemand war zusammengeklappt. Nici zeigte sofort seine Empathie und Besorgnis, unterbrach das Konzert, ließ die Lichter einschalten, damit der medizinische Notfall in Ruhe behandelt werden konnte. Dafür gab es dicken Applaus, denn in unserer egoistischen Wegschau-Gesellschaft ist das keineswegs mehr selbstverständlich. „Oh hätt ich dich verloren“ war dann irgendwie auch passend.
Natürlich kein JJ-Konzert ohne verbalen Kamp gegen AFD, Nazis und Faschismus. Klar hat man auf einem solchen Event alle Anwesenden auf seiner Seite. Trotzdem ist es wichtig, die Hymne zu skandieren: „Kopf hoch und Arsch in den Sattel“. Das einzige, was hilft. Als letzten Titel gab es die etwas launische Hommage an diese seltsame Stadt „Berlin“, in der sich der Eifeler Junge nie so richtig wohl fühlt, aber er lebt ja zum Glück in Münster.
Nach 90 Minuten gab es die einzige Zugabe: „Auf das Leben“ ist der gern zum Schluss gespielte, optimistische Aufruf, sich nicht unterkriegen zu lassen. Es war der erste Song von Jupiter Jones – und bleibt bis heute ihr Motto. Nach dem wundervollen Konzertabend entließ der Sektor Heimat uns in die kalte Luft des Kulturhafens Ost. Ein grandioser Gig mal wieder. Jupiter Jones? Immer gerne!
Setlist – Jupiter Jones am 14.1.2024 in Saarbrücken
Singer/Songwriterin Fee. ist mit neuer EP „Zwei Jahre“ wieder zurück. Nach ihrer ersten EP „Lieber liegen“, den beiden Studioalben „Ein Zimmer Küche Bad“ und „Nachtluft“, einem Udo Lindenberg Preis in der Tasche, Konzerten beim legendären Burg Herzberg Festival und als Support für Alin Coen und einem Live Album mit der hr-Bigband, geht Fee. mit neuen Songs und ganz eigenem Tour-Konzept, das Musik, bildende Kunst und Literatur vereint, wieder auf die Bühne.
Nach zweijähriger Schreibblockade und dem Gefühl, nie wieder etwas schreiben zu können, wurde sie durch kleine Klavierimprovisationen des Filmmusik-Komponisten Ralf Hildenbeutel zum ersten Mal wieder inspiriert und schrieb überraschend einen Song dazu. Die beiden, eigentlich aus unterschiedlichen Genres kommend, taten sich kurzerhand zusammen und es entstand ein weiteres Stück. Und noch eins. Und noch eins…
Hatte Fee. vorher nie viel mit klassisch oder neo-klassisch anmutender Musik am Hut, kamen ihr hier ganz neue Ideen und Melodien in den Kopf. Aus dieser ungewöhnlichen Zusammenführung entstanden fünf Songs, die neo-klassisches Klavier mit Singer/ Songwriter Texten vereinen. Gepaart mit Fee.’s typisch-untypischen Reimen und ihrer unverwechselbar eigenen Stimme, mal ein dezent-verträumtes Schifferklavier à la fabelhafte Welt der Amélie oder leichte Trompetenklänge, die durch den Raum fliegen. Ein Raum von dem aus sie die Welt beobachtet – zwei Jahre lang. Und in eine ungewisse Zukunft blickt.
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Fee. verpackt Bilder von Blicken aus dem Fenster auf bunte weihnachtsbeleuchtete Fassaden, langsam dahinwelkenden Blumen, unbekannte Landschaften und vorbeiziehende Vögel zu poetischen Songtexten. Zwei Jahre lang bewegt sie sich im zeitlosen Raum und ebenso wirken auch die Songs ein bisschen wie aus der Zeit gefallen.
Stillstand, Lethargie, der Wunsch nach Veränderung – und zwar am Besten schon gestern.„Ich will dass du auf alles scheißt, denn der Wagen ist schon alt und ich hab Angst, dass er auf halber Strecke irgendwo liegen bleibt“ Noch nie hat man klassisches Klavier mit solch unangepassten Songtexten gehört.
Fünf Songs voller starker Bilder, in die man sofort eintaucht und sich darin verlieren und wiederfinden kann. Bilder, die so bittersüß schmecken, wie das Leben manchmal selbst. Aber Fee. wäre nicht Fee., wenn es nicht auch immer einen positiven Ausblick am Ende des Horizontes gäbe, und sei die Zeit noch so dunkel.
Wenn es noch Konstanten in der Rockmusik gibt und gab, dann gehören Magnum mit Frontmann Bob Catley und Mastermind Tony Clarkin nach über fünfzig Jahren definitiv dazu. Man will jetzt gar nicht zählen, das wie vielte Studioalbum mit „Here Comes the Rain“ inzwischen vorliegt. Es macht einfach nur Spaß, wieder ein solches Werk mit comichaftem Fantasy-Cover vorliegen zu haben, das musikalisch wie stets in die AOR-Kerbe schlägt und damit allen Erwartungen entspricht.
Eigentlich hatten die Briten doch schon vor Jahrzehnten „The Last Dance“ (Tour und Livealbum, 1996) eingeleitet, aber schnell waren sie wieder da und liefern weiterhin in kurzen Zeitabständen melodische Hardrock-Alben, die vor allem Nostalgiker erfreuen. Epische Texte, griffige Riffs, ab und zu balladeske Klänge. Mehr will man gar nicht. Geliefert wird purer Hardrock, allerdings in relativ ruhiger Form. Magnum sind immer noch musikalische Geschichtenerzähler in Reinkultur – und das in epischer Breite, liefert das neue Album doch über 50 Minuten großartiger Musik.
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„Here Comes The Rain“ glänzt – neben den typischen Trademarks – mit einer Reihe gelungener Überraschungen: Da gibt es beispielsweise mit „Blue Tango“ einen waschechten Riffrocker, der direkt in die Beine geht. Oder man hört in „The Seventh Darkness“ die blitzenden Bläsersätze der Gastmusiker Chris ‚BeeBe’ Aldridge (Saxophon) und Nick Dewhurst (Trompete), die dem Song Brillanz und Kontur verleihen. Es werden düstere Themen behandelt, aber mit durchaus hymnischen Klängen, die Bobs immer noch kräftige Rockröhre begleiten.
Kein Zweifel: Mit „Here Comes The Rain“ ist Magnum in der Besetzung Catley, Gitarrist Tony Clarkin, Keyboarder Rick Benton, Bassist Dennis Ward und Schlagzeuger Lee Morris erneut ein farbenfrohes, abwechslungsreiches und in jeder Sekunde inspiriertes neues Studioalbum gelungen. „Alle haben ihren Teil dazu beigetragen, ohne dass ich irgendetwas vorgegeben habe“, freute sich Clarkin, der den Release leider nicht mehr miterlebt hat, „jeder hat das gespielt, was ihm sein Gefühl intuitiv gesagt hat.“
Der Albumtitel bekommt eine melancholische Note, jetzt wo Tony eine Woche vor Release im Alter von 77 Jahren an einer seltenen Erkrankung der Wirbelsäule verstorben ist. Wenn es wirklich das letzte Album sein sollte (was zu vermuten ist), kann man zumindest klarstellen, dass sich Magnum bis zum Schluss treu geblieben sind und auch im Jahr 2024 ein verdammt gutes neues Werk abliefern. Gänsehaut verursacht Track vier „After the Silence“ mit wahrlich prophetischem Charakter:
After the silence it all disappears Nowhere to run if you fall After the silence that sad atmosphere No one will come when you call There’s a broken heart So now it’s over It had to end Keeps growin‘ colder
Fotocredit: Rob Barrow
Mir liegt die CD/DVD-Veröffentlichung vor und das Booklet hat ein grandioses Artwork. Außerdem kann man auf der DVD den guten Tony nochmal in Aktion erleben und seine Livequalitäten genießen. Tracklist:
DVD (Live at KK’S Steel Mill) 1. Days Of No Trust 2. Lost On The Road To Eternity 3. The Monster Roars 4. The Archway Of Tears 5. Dance Of The Black Tattoo 6. Where Are You Eden? 7. The Flood 8. The Day after The Night Before 9. Wild Swan 10. Les Morts Dansant 11. Rocking Chair 12. All England’s Eyes 13. Vigilante 14. Kingdom Of Madness 15. On A Storyteller’s Night 16. Sacred Hour
Bereits seit 1996 sind die Indierocker von Kapelle Petra in der Szene unterwegs – mit wachsendem Erfolg. Im Jahr 2021 ließ das Konzeptalbum „Jahreszeiten“ aufhorchen. Drei Jahre später entführen sie uns in ihre Heimatstadt: Kapelle Petra nennen ihr neuntes Album wie die Stadt, in der sie leben und von der die meisten nur den Bahnhof kennen – „HAMM“.
Musikalisch gibt es eine Mischung aus hymnischen und alternativen Klängen. Mit der Grundbesetzung von Gitarre, Bass und Schlagzeug rocken Kapelle Petra ganz ordentlich, aber zwischendurch gibt es immer auch ruhigere Passagen und melodische Refrains. Guido Scholz ist stark an den Vocals, lamentiert, belehrt, lässt Ironie walten.
Die Texte haben großen Anteil am Unterhaltungsfaktor, vor allem wenn der Themenbereich Sozialkritik bedient wird. Schon der Opener „Mittelmäßiges Leben“ ist eine rockige Hommage an den kleinkarierten Lebensstil. Manchmal vielleicht ganz erstrebenswert, sich nicht über jeden Mist aufzuregen, der in der Welt passiert – aber auch ganz schön blauäugig. Zum Glück folgt mit „Nicht alleine“ direkt der Gegenentwurf: „Niemand ist eine Insel“.
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„Freibad Pommes“ führt uns hymnisch zurück in die Jugend, als das gelbe Gold am Kiosk noch das höchste der Gefühle war. Melodische Gitarren nehmen uns mit auf die nostalgische Reise, die mit „Es war nicht alles schlecht“ weiter geht. Guido klingt hier wie Bosse, was absolut passend ist. Und der hymnische Gitarrensong „Auf Null“ schließt dieses Triple mit melancholischem Gedankengut auf höchsten Niveau ab.
Die rockige Ballade „Keine Lieder für böse Menschen“ richtet sich mit gnadenlosen Worten an alle Wutbürger, Rechtspopulisten und Querverdrehten: „Wir wolln ihn nicht ertragen, euren Hass“. Ein grandioser Song mit Haltung! Auch „Lachen“ funktioniert als Ballade und trägt sogar eine Spur Romantik in sich – ebenso wie der Abschluss „Niemand ist schöner als du“, der optimistisch an das Schöne im Menschen appelliert, so er es denn sehen kann.
“Ich will mich nicht entscheiden /ein ganz klares Jein /denn zwischen den Stühlen / wird immer Platz für mich sein„, lautet die Kernbotschaft von „Zwischending“. Und da können sich auch Kapelle Petra aktuell verorten – zwischen Popmusik und Indierock, mit vielen musikalischen Glanzpunkten. Auf „HAMM“ sind sie vielleicht so relevant wie noch nie.
Fotocredit: Marcel Strecker
Kapelle Petra – Live 2024:
01.02. München, Ampere
02.02. Wien, B72
03.02. Nürnberg, Hirsch
08.02. Stuttgart, Im Wizemann
09.02. Solothurn, Kofmehl (CH)
10.02. Luzern, Sedel (CH)
22.02. Berlin, Frannz Club
23.03. Hamburg, Gruenspan
24.02. Bremen, Modernes
29.02. Dresden, Chemiefabrik
01.03. Leipzig, Moritzbastei
02.03. Hannover, Musikzentrum
07.03. Frankfurt a. Main, Das Bett
08.03. Münster, Sputnikhalle
09.03. Köln, Essigfabrik
Die Band ist seit fast einem Jahrzehnt erfolgreich. Nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums „The Hanging Gardens of Beatenberg“ im Jahr 2014 brachen sie alle Rekorde in den Radiocharts und gewannen zahlreiche Preise in ihrem Heimatland Südafrika, was zu weltweiten Tourneen mit Auftritten in Later with Jools Holland und The Tonight Show with Jimmy Fallon führte. Diese Bekanntheit führte dazu, dass sie einen Vertrag mit Island Records UK unterzeichneten, wo sie 2018 ihr zweites Album „12 Views of Beatenberg“ veröffentlichten.
„The Great Fire of Beatenberg“ ist das erste Werk der Gruppe seit „On the way to Beatenberg“, einer Post-Pandemic-EP, die die Band zum ersten Mal seit ihrer Pause im Jahr 2018 musikalisch wieder zusammenführte. Leadsänger Matthew Field sagte zu der Zeit: „We hadn’t hung out together outside of the band for such a long time. It was almost like in order to make music together again, we had to become friends again.“
Die Band, die heute zwischen London und Berlin lebt, hat sich im vergangenen Jahr erfolgreich neu formiert. Pitchfork schrieb, sie klängen „weiser, weicher und so virtuos wie immer“. Ihre erste Headline-Tour durch Europa und die USA war ausverkauft und gipfelte in einem Auftritt beim SXSW im März 2023.
„Auf The Great Fire of Beatenberg“ ist ihre Reise, ihre explosive gegenseitige Chemie neu zu entfachen, zum Erfolg gekommen. Beatenberg besteht aus Matthew Field (Gesang und Gitarre), Robin Brink (Schlagzeug), und Ross Dorkin (Bass).
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Im Internetzeitalter ist Rose Droll eine Anomalie. Die aus Kalifornien stammende Künstlerin hat seit einigen Jahren im Stillen an ihrer Musik gefeilt und ihr eigenes, einzigartiges Universum erschaffen, ohne Rücksicht auf alles äußere. In einer Zeit, in der Musiker*innen dem Zeitgeist hinterherjagen, sich in den sozialen Medien tummeln und versuchen einen Personenkult zu erschaffen, scheint Rose Droll aus einem Paralleluniversum zu stammen.
Introvertiert, bescheiden, extrem Social Media-scheu, spielt Rose Droll kaum live, spricht kaum über sich selbst, hasst es, Fotos zu machen, hat noch nie TikTok geöffnet und verfolgt zielstrebig die eine Sache, in die sie eingetaucht ist: ihre Musik.
Die virtuose Pianistin (die kürzlich von Feist als Tourmitglied engagiert wurde) hat sich in ihrem eigenen Tempo und in ihrer eigenen Welt organisiert, wobei sie organisches Klavier, Gitarre oder Schlagzeug nahtlos mit hypermodernen elektronischen Produktionen und manipulierten Beats verbindet. Die neue Single „Fantasy I Leave“ zeigt perfekt ihren atmosphärischen, gefühlvollen und seltsamen Stil, der verzerrte 808-Drum-Machines, ausgereizte Fuzz-Gitarren und verstimmte Synthesizer mit ihrem schönen, zarten und nachdenklichen Gesang verbindet.
Wie Bon Iver, St. Vincent oder Phoebe Bridgers ist Rose Droll eine einzigartige Künstlerin, deren grenzüberschreitende Musikalität ein zufälliger Nebeneffekt dessen ist, dass sie sich gar nicht bewusst ist, dass Grenzen überhaupt existieren. „I don’t ever read the letters that you wrote“, singt sie. Natürlich tut sie das nicht. Denn Rose Droll interessiert sich nicht für das, was da draußen ist. Sie ist in ihrer eigenen seltsam-schönen Welt, auf ihrem eigenen Weg.
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Woher weiß ich, ob der Traum immer noch der gleiche ist für den ich einmal losgerannt bin?
YOSU erzählt in seiner neuen Single „Träume noch“ (VÖ 19.01.2024) von der ambivalenten Beziehung zu seinen Träumen, von dem Wunsch sie endlich zu wecken und von der Angst, sie könnten doch bedrohlich werden.
Dabei gibt YOSU dem abstrakten Topic klare Bilder und nimmt sich trotz aller Feelings nicht zu ernst: „Meine Träume wohn’ bei mir / Nebenkosten explodiern’“
Der Berliner Produzent jaako schmückt die frischen Zeilen und hookigen Lines mit einer elektropop Produktion, die sich durch die Drum n Bass influences und die verspielte Liebe zum Detail abhebt.
„Träume noch“ lädt ein seine Träume zu wecken. Oder auch noch ein bisschen schlafen zu lassen – ganz wie es sich gerade gut anfühlt.
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YOSU macht gefühlvolle Popmusik mit elektronischem Einfluss. Seine Songs unterlegen den Weg zur nächsten Party, schubsen einen dort sanft auf den Dancefloor, aber lassen einen auch nicht allein, wenn man morgens um Vier mit seinen Gedanken nach Hause läuft. YOSUs Sound ist leicht und melodisch, dabei haben seine Texte keine Angst vor Deeptalk: um Beziehungen und Freundschaft geht es in seinen Songs genauso wie um den Umgang mit Leistungsdruck oder digitaler Einsamkeit.
Seit mehr als zwei Dekaden verzaubert Semino Rossi mit seiner sofort wiedererkennbaren Stimme, seinem unvergleichlichen Charme und natürlich seinen einfühlsamen, direkt zu Herzen gehenden Texten ein Millionenpublikum. Nachdem er sich auf dem 2022 veröffentlichten Top 2-Album „Heute hab ich Zeit für dich“ von seiner modernsten und tanzbarsten Seite präsentiert hat, veröffentlicht der gebürtige Argentinier nun den ersten Single-Vorboten seines nächsten Albums, auf dem er seinen Fans buchstäblich „Magische Momente“ schenkt!
Er liebt die großen Gefühle – und das Publikum liebt ihn! Mit insgesamt sechs seiner Alben enterte Semino Rossi den 1. Platz der österreichischen Albumcharts und setzte sich mit dem 2006 veröffentlichten, mit Doppel-Platin ausgezeichneten „Ich denk an dich“ auch an die Spitze der deutschen Hitparade. Fast jeder seiner bisher erschienenen Longplayer wurde mindestens mit Gold ausgezeichnet, ein Großteil sogar mit Platin, Triple-Gold, Doppel-Platin oder gar 5-fach Gold. Zudem konnte der 61-jährige Ausnahmesänger unzählige Awards wie den ECHO, den Amadeus, die Goldene Stimmgabel, die Eins der Besten, die Goldene Henne sowie diverse weitere renommierte Medienpreise entgegennehmen.
Fotocredit: Konstantin Kurasch
Mit „So ist das Leben“ legte er im Sommer 2019 ein Album vor, dass sich nahtlos in seine bisherige Erfolgshistorie einfügt und mit dem er jeweils auf Platz 1 in Österreich und in der Schweiz, sowie auf Platz 2 der deutschen Charts landete. Ein Erfolg, an den Semino Rossi mühelos mit dem im Frühjahr 2022 erschienenen „Heute hab ich Zeit für dich“ anknüpfte, das ebenfalls den 1. Platz in Österreich, Platz 2 in Deutschland und Platz 3 in der Schweiz enterte.
Mit dem sehnsüchtigen „Magische Momente“ legt Semino Rossi nun seine erste neue Single seit fast einem Jahr vor, mit der er gleichzeitig das erste Outtake aus seinem ungeduldig erwarteten, nächsten Album vorausschickt. Zu einem tanzbar-modernen Sound aus Pop und Schlager erzählt der Ausnahmesänger von der Ernüchterung, wenn der Zauber der Liebe in der Hektik des Alltags verloren gegangen ist. Bittersüße Augenblicke, in denen man sich diese ganz besondere Magie aus Anfangstagen zurück wünscht, um das Kribbeln und das Feuer der Leidenschaft mit dem Herzensmenschen noch einmal ganz neu erfahren zu können. Unverfälschte Emotionen, mit denen Semino Rossi seine Fans mit „Magische Momente“ einmal mehr zum Tanzen und Träumen bringt.
Semino Rossis brandneue Single „Magische Momente“ inkl. offiziellem Musikvideo erscheint am 12. Januar 2024. Momentan arbeitet der Musiker an seinem 2024 kommenden, noch unbetitelten Album.
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Seit 2019 ist Karsten Dusse der Mann der Stunde, was ein innovatives neues Krimiformat angeht. Als ich damals seinen ersten Roman „Achtsam morden“ las, kam ich aus dem Staunen und Lachen nicht mehr raus. Noch nie haben die Erlebnisse eines Serienkillers soviel Spaß gemacht.
Dusse ist von Beruf Rechtsanwalt und hat sich damit vermutlich ein Wissen erarbeitet, das er gut in seinen teils sehr ironisch und sarkastisch geratenen Romanen verarbeiten kann. In der Öffentlichkeit war er zunächst als Fernsehautor und Hörspielsprecher bekannt, bevor seine Romane die Bestsellerlisten stürmten.
Zum Inhalt des neuen Romans: Dank Achtsamkeit hat Björn Diemel seine Mitte gefunden. Seine Problemzonen sind nun allerdings die Ränder seines Körpers, die sich immer weiter von dieser Mitte entfernen. Björn erkennt, dass In-sich-Ruhen und Mangel an Bewegung zwei grundverschiedene Dinge sind. Als Unbekannte versuchen, Björns Tochter zu entführen, gelingt es ihm aufgrund seiner Körperfülle nur mit Mühe, die Täter in die Flucht zu schlagen. Also lässt Björn sich von Joschka Breitner in Bezug auf die Grundsätze bewusster Ernährung coachen. Er taucht ein in die faszinierende Welt des Heilfastens und der Ernährungsbausteine. Noch ahnt Björn nicht, wie wunderbar sich Ernährung, Entspannung und das Auflösen von Gewaltfantasien miteinander kombinieren lassen.
Es sind keine verkopften und verschachtelten Geschichten, die Karsten Dusse schreibt. Die Handlung kann man stets in wenigen Sätzen auf den Punkt bringen. Doch sein Erzählstil, der innere Monolog der Hauptperson und dessen Art, anhand esoterischer Sinnsprüche stets eine Antwort auf die dringenden Fragen der Gegenwart zu finden, machen die Bücher zum kurzweiligen Lesevergnügen. Köstlich sind in diesem Band vor allem Diemels Ausführungen zu modernen Lehrmethoden, die breiten Raum einnehmen, da seine Tochter inzwischen die Schule besucht und dort im Unterricht reichlich wenig schulische Disziplin herrscht.
Die esoterische Handlung geht diesmal in eine ganz neue Richtung. Nachdem im zweiten Band das viel beschworene „innere Kind“ eine wichtige Rolle spielte und im dritten Band der Jakobsweg, führte Krimi Nummer 4 erstmals aus Europa heraus in die Welt von Bhagwan. Jetzt geht es mit Band 5 wieder zurück in die Heimat und das große Feld der Ernährung wird breit aufgerollt. Die seitenlangen Belehrungen über Eiweiß, Kohlenhydrate und Fette sind in ihren Ausschweifungen allerdings recht nervig. Zumindest aber werden sie anschaulich erklärt und man kann das ganze Buch letztendlich als detaillierten Ablauf einer Fastenkur lesen.
Der Kriminalfall an sich nimmt wie gewohnt recht wenig Raum ein. Diesmal leider gefühlt noch weniger als sonst. Und er ist ziemlich profan in seinen Hintergründen und der morbiden Auflösung. Sehr gut gefällt mir jedoch der große Bogen von Fleischherstellern über Zoo und Klimaaktivisten bis hin zum belehrenden Theaterstück an der Grundschule. Wer skurrile Krimis liebt, bei denen zwischendurch auch herzhaft gelacht werden darf, liegt hier mal wieder goldrichtig! Da Dusse selbst aber munter drauf los spoilert, liest der interessierte Neuling die Reihe am besten von Band 1 an.
Das weltweite Nummer-1-Album „Trustfall“ von P!nk erschien ursprünglich bereits im Februar 2023 und avancierte – nicht allein in Anbetracht der gigantischen Stadiontour – zu einem Renner der Saison. Der Titelsong wird bis heute dauerhaft im Radio gespielt und auch die Vorab-Single „Never Gonna Not Dance Again“ bekommt weiterhin ordentlich Airplay.
HIER lest ihr unsere Review zum ursprünglichen Album. Der Neuauflage zum Weihnachtsgeschäft 2023 wurden neun Tracks auf Disc 2 hinzugefügt:
“Dreaming” with Marshmello & Sting
“Irrelevant”
“All Out of Fight”
“Just Like Fire” / “Heartbreaker” (Live)
“When I Get There” (Live)
“Nothing Compares 2 U” mit Brandi Carlile (Live)
“No Ordinary Love” (Live)
“Cover Me in Sunshine” mit Willow Sage Hart (Live)
“What About Us” (Live)
Die drei neuen Songs sind überaus spannend, wobei „Dreaming“ recht bekannte Klänge mit sich bringt. Es handelt sich nämlich um Auszüge aus Stings „Fields of Gold“ aus dem Jahr 1993, die P!nk mit Hilfe des Produzenten Marshmello zu einem Dancefloor-Stück verarbeitet hat. Gewöhnungsbedürftig und bei weitem nicht so schön wie das Original oder die Version von Eva Cassidy, doch irgendwie ist es auch ganz spannend, wie der Song in die Gegenwart geführt wird.
„Irrelevant“ ist bereits 2022 als Single erschienen und funktioniert als Protestsong gegen das neue amerikanische Abtreibungsrecht, das einen legalen Schwangerschaftsabbruch vielerorts unmöglich macht. Eigentlich hätte er dringend schon auf das Originalalbum gehört, doch diesen Fehler kann P!nk jetzt mit dem erweiterten Release wett machen und dem starken Song des Stellenwert geben, der ihm gebührt.
Der dritte neue Track „All Out Of Fight“ ist schließlich eine überaus kraftvolle Ballade, die sich fantastisch in das Tracklisting einfügt. Besonders gefühlvoll wird es, wenn P!ink einige Passagen ganz a cappella interpretiert: „I’m all out of fight / My heart will always know your name / I’m all out of love / But look at all the love we made“.
Die anschließenden Livesongs fangen die Energie der Stadiontour perfekt ein. Absolutes Highlight ist die Hommage an Sinead O’Connor mit ihrem Welthit „Nothing Compares 2 U“ in einer orchestralen Version, dargeboten im Duett mit Brandi Carlile. „Cover Me In Sunshine“ (featuring Willow Sage Hart) und „What About Us“ runden den Livemitschnitt grandios ab. Fazit zur Neuauflage: Lohnt sich definitiv!
Fotocredit: Ebru Yildiz
P!NK Summer Carnival 2024 Tourdaten für Deutschland:
Gibt es etwas, was Iren und Franken gemeinsam haben? Eine ganze Menge! Da wäre wohl zu allererst eine ganz besondere Heimatverbundenheit und die Liebe zu seit vielen Generationen überlieferten Traditionen, mit der man sich sowohl auf der Grünen Insel, als auch im rot-weißen Frankenland seinem Brauchtum widmet. Hinzu kommt eine gewisse sympathische Eigenwilligkeit, die Dinge auf seine Weise in die Hand zu nehmen. Und nicht zuletzt eine fast todesverachtende Geselligkeit, mit der Iren und Franken gleichermaßen unerschütterlich das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen feiern.
Das sind Eigenschaften, die Fiddler’s Green seit mehr als drei Dekaden in ihrem mitreißenden High Power-Sound vereinen. Im Gründungsjahr 1990 versammelten sich die sechs Musiker um den heimischen Küchentisch, um mit minimalen musikalischen Mitteln munter drauflos irische Traditionals und Eigenkompositionen unters Volk zu bringen. Inzwischen gelten Fiddler’s Green als die deutschen Speedfolk-Pioniere. Das ist ein Label, das die Jungs aus Erlangen sich gerne an den Kragen heften dürfen. Die unzähligen Studioalben der Band stießen zwar nie in höchste Chart-Regionen vor, die ausgewogene Mischung aus Folkrock, Metal, Punk und Reggae bescherte ihnen aber über die Jahre eine begeisterte Anhängerschaft.
Beeindruckende 25 Alben, vier DVDs, viele hunderttausend begeisterte, rund um den Globus verteilte Fans sowie über 214.000 monatliche Spotify-Hörer:innen verzeichnen Fiddler’s Green momentan auf der Haben-Seite. Ralf Albers (Gesang, Gitarre, Mandoline), Patrick Prziwara (Gitarre, Gesang), Rainer Schulz (Bass), Stefan Klug (Akkordeon, Bodhran), Tobias Heindl (Geige, Gesang) und Frank Jooss (Schlagzeug) fühlen sich in gemütlichen Bierkellern und Pubs genauso zuhause wie auf den Bühnen großer Konzertarenen in ganz Europa bis nach Asien – selbst beim legendären Wacken Open Air sowie dem weltberühmten Montreux Jazz Festival wurden sie gefeiert. Nach der Veröffentlichung der Jubiläums-Compilation „3 Cheers For 30 Years“(2020) sowie des Weihnachts-Longplayers „Seven Holy Nights“ (2022 – HIER unsre Review) legen Fiddler’s Green nun mit „The Green Machine“ ihr erstes Studioalbum seit über vier Jahren vor!
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Zwölf Songs lang spannt die Band den stilistischen Bogen von ihrem liebgewonnenen Vollgas-Party-Sound über berührende Balladen und poppigere Stücke bis hin zu treibenden Midtempo-Rockern und sogar Country- und Western-beeinflussten Tracks, die man in dieser Form bisher noch nicht von den Erlangern gehört hat.
Ganz groß wird es, wenn Geschichten erzählt werden. Der Opener „Shanghaied in Portsmouth“ handelt von der klassischen Geschichte, wie man nach durchzechter Nacht plötzlich zum Seemann wider Willen wird („I was dragged out of the pub down to the quay“). Verknüpft wird das Ganze mit dem irischen Traditional „Portsmouth“, während ein weiteres traditionelles Stück (das melancholische „The Parting Glass“) das Album beendet. „May the road rise up to meet you“ hingegen führt auf eine falsche Fährte, denn das Stück ist nur an den irischen Segenswunsch angelehnt, hat aber eine ganz andere Botschaft: „May the road rise up to meet you and crash down on your head / May the sun shine out you backend when it’s dark“. Also eher ein Fluch für unliebsame Typen.
Auf manchen Tracks tragen die Punk-Kollegen von Dritte Wahl im Background zu chorischen Vocals bei, so bei der selbstironischen Hymne „Hangover“, dem Partysong „Good Old Irish Bar“ und beim traditionellen „Mursheen Durkin'“. Etwas mehr Folk gibt es bei „The Bog“ und der Ballade „A Fleecy Cloud“- Und ein Song wie „Ready For The Ball“ ist sogar dem großen Edgar Allan Poe gewidmet, beginnend mit der Einleitung „The red death had long devastated the country“.
Fotocredit: Jasmin Seidel
So führen vierzig vielseitige Minuten durch den irischen Sound, wie es ihn in Deutschland kein zweites Mal gibt. Fiddler’s Green sind eine bestens geölte Irish Speedfolk-Maschine, die sich nun mit ihrem neuen Studioalbum „The Green Machine“ auf dem Zenit ihres Schaffens zeigt! Und das gibt es in Kürze auch live zu bewundern:
Konstantin Wecker – „Ich singe, weil ich ein Lied hab‘“ – Der Konzertfilm zur Jubiläumstour im Circus Krone ist ab 26.12.2023 erhältlich bei Prime Video, iTunes und Google Play.
„Wenn du fort bist“ – dieses Lied von Konstantin Wecker beflügelt und ist eine großartige musikalische Ode an die Liebe und das Leben. Auf seiner Jubiläumstour „Ich singe, weil ich ein Lied hab‘“ – 75 Jahre Konstantin Wecker durfte das Lied deshalb auf keinen Fall fehlen und wurde auf den Konzerten im Herbst und Winter 2022 vom Publikum begeistert gefeiert, wie bei seiner Premiere vor 30 Jahren!
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Zum ersten Mal veröffentlichte Konstantin Wecker das Lied „Wenn du fort bist“ 1994 auf seinem gleichnamigen Album. Schon damals wirkten Jo Barnikel (Keyboards) und Norbert Nagel (Saxophon und Klarinette) bei den Aufnahmen mit und bei den gefeierten Konzerten auf der nach dem Album benannten Tournee im Herbst 1994. Bis Ende der 1990er Jahre blieb das Lied im ständigen Wecker-Repertoire.
Die Single „Wenn du fort bist“ ist nach über 20 Jahren eine eindrucksvolle, bewegende und fulminante Neu- und Wiederbegegnung mit dem Lied und grandiosen Musikern: Mit diesem Lied und dem gesamten Programm der Jubiläumstour feierten Konstantin Wecker und der Saxophonist Norbert Nagel nach vielen Jahren Pause mit der gesamten Wecker-Band ein musikalisches Fest der Freude.
Fotocredit: Thomas Steinborn
Die Single „Wenn du fort bist“ bietet aber auch einen überzeugenden Vorgeschmack auf den Film zur Tour: Ab 26. Dezember 2023 lässt der Musikfilm „Ich singe, weil ich ein Lied hab‘“ diese unvergesslichen Konzerte noch einmal lebendig werden für alle, die die Konzerte live gesehen haben und für alle, die damals nicht dabei sein konnten.
Der Film zeigt das großartige Programm der Geburtstagskonzerte mit Liedern aus 50 Jahren aus beeindruckenden Kameraperspektiven, aufgenommen an drei Konzertabenden im Circus Krone in München mit Konstantin Wecker und seinen Musiker*innen Jo Barnikel, Fany Kammerlander, Norbert Nagel und Jürgen Spitschka. Der Film von Regisseur und Produzent Florian Moser macht weckerswelt in brillanten Aufnahmen mit einem hervorragenden Sound lebendig – selbstverständlich auch mit der einzigartigen Wecker-Ode an die Liebe „Wenn du fort bist“.
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Im Prinzip könnte ich Jahr für Jahr den gleichen Konzertbericht schreiben und würde doch nichts Falsches sagen. Denn am 23. Dezember sind drei Dinge in der ältesten Stadt Deutschlands gesetzt: Im Kleinkunstzentrum Tuchfabrik startet das „Tefftival“ der alternativen Trierer Musikszene, in der Arena beschallen Thomas Schwab & Band ihre Heimatregion mit dem Abschlusskonzert von „Christmas Moments“ und Guildo Horn rockt die Europahalle, da er das Weihnachtsfest traditionell zuhause feiert. Schwierige Entscheidung – aber jeder hat bekanntlich seine Vorlieben. So waren auch alle Veranstaltungen nahezu ausverkauft.
Da ich dieses Jahr mal wieder im „Christmas Moments Chor“ mit dabei war, musste ich – im Gegensatz zu unserem Fotografen Simon Engelbert – mit dem Vorabendkonzert am 22. Dezember vorlieb nehmen. Auch dieses ausverkauft und mit phänomenaler Stimmung versehen. Die Europahalle bis auf den letzten Platz gefüllt mit Besucher*innen aller Altersklassen, die zum Teil in ihren verrückten Kostümen dem Meister Konkurrenz machten.
Die Bühne war geschmückt mit Schneemännern und Weihnachtsbäumen. Fast pünktlich um 20 Uhr betrat Guildo Horn festlich gewandet zu den Klängen von „Tochter Zion“ die Bühne und schon konnte es los gehen. Viel Rock und ein wenig Besinnlichkeit machen in jedem Jahr die Show aus. Große Überraschungen darf man nicht erwarten, aber das ist auch gar nicht schlimm. An Weihnachten sind wir alle wieder jung – und Kinder lieben Rituale. Bei Guildo ist klar, dass er sich an allerlei fantastischen Kostümierungen versucht und irgendwann halbnackt mit Engelsflügeln auf der Bühne steht. Gern kokettiert er auch mit seinem Alter, wobei er sich regelmäßig zehn Jahre älter macht und hier in Trier auch von seinem zurückliegenden 70. Geburtstag erzählte. Auf jeden Fall traut man ihm zu, auch mit 70 noch diese Show abzuliefern.
Die dargebotenen Songs waren Rock- und Popklassiker aus den vergangenen Jahrzehnten, allesamt mit adventlichen und weihnachtlichen Texten versehen. Erst bei der Zugabe spielte er einen eigenen Titel – doch dazu später mehr. Es gab Stücke von Kiss, ABBA und den Bangles. Earth, Wind & Fires „September“ wurde kurzerhand in den Dezember verlegt. Mit Schlagzeuger Kiki stimmte Guildo ein verjazztes „Leise rieselt der Schnee“ an. Der Klassiker „Somebody“ von QUEEN wurde für den Weihnachtsmann umgewidmet. Während der Bandvorstellung erklang „7 Nation Army“ und angelehnt an die Temptations gab man „Papa ist der Weihnachtsmann“ zum Besten.
Mit Feierstimmung und Jubelchören vergingen die 130 Minuten Konzertlänge ultraschnell. In einem kleinen unplugged-Set, zu dem sich Guildo (von Haus aus Schlagzeuger) eine große Pauke umhängte, gab es den folkigen „Wellerman“, den Mitsingklassiker „Live is life“ textlich aufgepeppt als „Mir ist heiß“, und Stings „Englishman in New York“ wurde kurzerhand anbetracht der letzten Fußball-WM als Weihnachtsmann nach Katar geschickt. Natürlich durfte auch die Ballade vom „Dicken Dieter“ nicht fehlen, der zur Musik von ABBA seiner Flamme Rita huldigte.
Das Finale bildete standesgemäß der „Final Countdown“, gefolgt von „Wonderful World“ und Pink Floyds „The Wall“, wobei die Weihnachtsdemo lauthals „Wir wolln keine Ostereier“ skandierte und in Transparenten zu Frieden auf der Welt aufrief. Mit 80er-Jahre-Keyboards brachte „Video Killed The Radio Star“ mit dem Mottolied „Hurra das Christkind ist da“ die Tanzbarkeit zurück und in Anlehnung an die liebe und selige Hilde Knef schmetterte Guildo ein hymnisches „Für mich soll’s weiße Weihnacht werden“ ins Publikum. Ein frommer Wunsch, der wohl nur im Herzen des Publikums wahr werden kann. Die formidable Band tat jedenfalls alles, um die Illusion aufrechtzuerhalten – die gestandenen Männern der Orthopädischen Strümpfe und allen voran die einzige Frau auf der Bühne: Mademoiselle Gazelle am Saxofon.
Tatsächlich ist es schon 25 Jahre her, dass Guildo beim Eurovision Song Contest in England antrat. Doch vergessen ist das nicht! Das Publikum bildete schnell den altbekannten Chor „Guildo war in Birmingham“ und die Eurovisionsmelodie erklang. Guildo hat zum Jubiläum eine CD mit unterschiedlichen Versionen von „Guildo hat euch lieb“ rausgebracht, von der er im Stil einer Opernarie zunächst eine klassische Version des Songs interpretierte, bevor es zu der bekannten Showeinlage kam. Die Trierer*innen gingen vom ersten bis zum letzten Ton begeistert mit und konnten danach glückselig in die Weihnachtszeit aufbrechen.
„An Weihnachten bin ich zuhaus“, sagt der Meister. Und das wird auch 2024 der Fall sein. Guildo in der Europahalle ist gesetzt – und die Tickets sind bereits erhältlich. Wer so lange nicht warten kann, sollte am 15. Dezember 2024 in die Garage Saarbrücken kommen. Auch dort wird Guildo die Bude rocken.
Wie der Titel seines kommenden Debütalbums andeutet, sind die Narben für Freeman ebenso wichtig wie der Ruhm. „Scars, Ghosts & Glory“ ist eine 12-Track-Sammlung von Songs, die von Paul Visser (alias GoldCrush) produziert wurden und voller kraftvoller Ohrwürmer und ehrlicher Geschichten stecken. Narben sind für Freeman auch wörtlich zu nehmen, denn er verbrachte sechs Jahre unter Schmerzen, immer wieder unter dem Messer des Chirurgen, in ständiger Angst, nie wieder gehen oder auftreten zu können. Nach seiner wundersamen, vollständigen Genesung ist er bereit, das Beste aus dem Leben zu machen, was es zu bieten hat.
Wie für viele andere auch, ließ die Pandemie Freeman entgleisen. Er schaltete einen Gang zurück und eröffnete einen mobilen Kaffeestand, Coffee Rocks. Ein gut getimtes Karma, denn ein Anwalt aus der Unterhaltungsbranche, der auf einem Festival einen Kaffee kaufte, führte dazu, dass Freeman die Mittel für die Fertigstellung seines Albums aufbringen und sein eigenes Label, Kinetic Records, gründen konnte. „It certainly wasn’t the fairy tale that I wanted it to be,” sagt er. “It was hard work. But sometimes it’s hard work that makes things open up“.
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Als regelmäßiger Künstler im West-Londoner Club Ginglik gründete Freeman die beliebte Nacht „Shush“, in der er an der Seite von Künstlern wie Ed Sheeran, Paolo Nutini, Newton Faulkner und Nizlopi auftrat und/oder ihnen zu ersten Auftrittsmöglichkeiten verhalf. Später, zu der Zeit, als er an der BBC1-Fernseh-Talentshow „The Voice“ teilnahm, absolvierte Freeman 300 Auftritte pro Jahr.
Die Teilnahme an einer TV-Talentshow unter der Anleitung von Danny O’Donoghue von The Script war zwar eine Lernerfahrung, aber seine ermutigende Zufriedenheit fühlt sich jetzt eher wie ein Erfolg an. Im Rückblick auf ein Jahrzehnt sagt Freeman: „You need to own these things. When I was younger, I thought I needed to be a certain person. I was chasing fame – which is now probably the thing that I would run away from.“
Nachdem Freeman die Bühne mit Eric Clapton, Paul Weller, Jocelyn Brown oder Jamie Woon teilte und ein Dankeschön auf Ed Sheerans Debüt-Album sein Eigen nennt, ist er nun bereit für sein Debüt.
„Scars, Ghosts & Glory“ ist der Sound eines Musikers, der alles von sich in seine Musik gesteckt hat, der sein Glück selbst gemacht hat, der lebensbedrohliche Herausforderungen überwunden hat und der sein eigener bester Botschafter war. Dies ist Vince Freemans Reise und sein überragender Erfolg.
New York, London, Hamburg… drei Orte, die die Musik der jungen Hamburgerin Ann Sophie geprägt haben. „Under My Skin“, das dritte Studioalbum der Sängerin, beinhaltet alle Songs, die sie seit 2019 veröffentlicht hat. In 13 Songs erzählt Ann Sophie ihre Geschichte der letzten fünf Jahre. Titel wie „Tornado“, „Bye Boy“, „Phantom Pain“, „Replay“ und „The Real You“, zeichnen eine wertvolle Zeit der Pop-Musik für die in London geborene Sängerin. Sie schreibt persönlich über ihre Erfahrung von Liebe, Verlust und den Glauben an sich selbst.
Ihre Zeit in New York, das Singen in Jazz-Clubs in Downtown Manhattan, ihre Erfahrung beim ESC 2015, Hauptrollen in Musicals und Konzerten in Deutschland sowie im Ausland, alle Höhen und Tiefen der letzten Jahre finden ihren Weg auf das Album. „Under My Skin“ geht buchstäblich unter die Haut und steht für diese intensive Zeit.
Das Album steht aber auch für das Ende einer (persönlichen) Ära und den Abschluss eines wichtigen Kapitels für Ann Sophie. Zurzeit arbeitet sie an ihrem absoluten Traumprojekt und der Entstehung ihrer eigenen Kunstform, ganz ohne Kompromisse. Man kann also gespannt sein, was als nächstes kommt und bis dahin „Under My Skin“ genießen!
Als Vorbote auf den Album-Release am 22.12.2023 erschien mit „I Love It!“ (Single/Video-VÖ: 08.12.2023) eines der wahrscheinlich persönlichsten Geständnisse in Songform das Ann Sophie je aufgenommen hat. Der Song handelt von der herausfordernden Erfahrung der Selbstfindung und Heilung und von der Begeisterung und Freude das eigene Ich zu entdecken. Facettenreiche Klänge und tiefgreifende Lyrics lassen hinter die Fassade der Sängerin blicken. Im Musikvideo zeigt sie sich stark und verletzlich zugleich und wird von drei Tänzern begleitet, die die unterschiedlichen Gefühlswelten darstellen und schlussendlich verbinden.
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Gibt es etwas, was Iren und Franken gemeinsam haben? Eine ganze Menge! Da wäre wohl zu allererst eine ganz besondere Heimatverbundenheit und die Liebe zu seit vielen Generationen überlieferten Traditionen, mit der man sich sowohl auf der Grünen Insel, als auch im rot-weißen Frankenland seinem Brauchtum widmet. Hinzu kommt eine gewisse sympathische Eigenwilligkeit, die Dinge auf seine Weise in die Hand zu nehmen. Und nicht zuletzt eine fast todesverachtende Geselligkeit, mit der Iren und Franken gleichermaßen unerschütterlich das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen feiern. Eigenschaften, die Fiddler`s Green seit mehr als drei Dekaden in ihrem mitreißenden High Power-Sound vereinen. Seit seiner Gründung im Jahr 1990 hat sich das Erlanger Sextett den Status als eine der beliebtesten, erfolgreichsten und beständigsten Formationen innerhalb der europäischen Folk Rock-Community erarbeitet. Eine bestens geölte Irish Speedfolk-Maschine, die sich nun mit ihrem neuen Studioalbum „The Green Machine“ auf dem Zenit ihres Schaffens zeigt!
Fotocredit: Jasmin Seidel
Beeindruckende 25 Alben, vier DVDs, viele hunderttausend begeisterte, rund um den Globus verteilte Fans sowie über 214k monatliche Spotify-Hörer:innen verzeichnen Fiddler`s Green momentan auf der Haben-Seite. Ralf Albers (Gesang, Gitarre, Mandoline), Patrick Prziwara (Gitarre, Gesang), Rainer Schulz (Bass), Stefan Klug (Akkordeon, Bodhran), Tobias Heindl (Geige, Gesang) und Frank Jooss (Schlagzeug) fühlen sich in gemütlichen Bierkellern und Pubs genauso zuhause wie auf den Bühnen großer Konzertarenen in ganz Europa bis nach Asien – ob beim Lowlands und Pinkpop Festival in Holland, dem skandinavischen Sweden Rock, gefeierten Auftritten beim legendären Wacken Open Air sowie dem weltberühmten Montreux Jazz Festival oder auf ihren ausgedehnten Japan-Touren, bei denen die Franken regelmäßig für ordentlich Stimmung im Land des Lächelns sorgen. Nach der Veröffentlichung ihres Livealbums „Acoustic Pub Crawl II – Live in Hamburg“ (2020), der Jubiläums-Compilation „3 Cheers For 30 Years“ (2020) sowie dem Weihnachts-Longplayer „Seven Holy Nights“ (2022) legen Fiddler`s Green nun mit „The Green Machine“ ihr erstes Studioalbum seit über vier Jahren vor!
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Schon während der Arbeiten an ihren letzten drei Alben begann sich die Idee zu „The Green Machine“ parallel zu entwickeln, zu reifen und schließlich ein Eigenleben zu führen. Gemeinsam mit dem bewährten Produzenten Jörg Umbreit (In Extremo, Grave Digger, Die Toten Hosen) entstand so in den vergangenen 36 Monaten in der Abgeschiedenheit des renommierten Principal Studios bei Münster ein lebendiger Organismus, der Fiddler´s Green nun von ihrer abwechslungsreichsten und vielschichtigsten Seite präsentiert. Zwölf Songs lang spannt die Band den stilistischen Bogen von ihrem liebgewonnenen Vollgas-Party-Sound über berührende Balladen und poppigere Stücke bis hin zu treibenden Midtempo-Rockern und sogar Country- und Western-beeinflussten Tracks, die man in dieser Form bisher noch nicht von den Erlangern gehört hat. 50 Shades of Green sozusagen, in denen die Fiddler jede Menge Energie mit einer beispiellosen Detailverliebtheit und einem hochprozentigen Storytelling verbinden.
„Wir haben uns viel Zeit für dieses Album gelassen. Die Songs entstanden in verschiedenen Etappen, in denen sie gewachsen sind und sich ständig verändert haben. Wir haben ihnen gerne diesen Freiraum gelassen und schließlich die Essenz destilliert. Diese Platte zeigt, wie Fiddler’s Green im Jahr 2023 klingen“, blickt Bassist Rainer auf die Aufnahmen zu „The Green Machine“ zurück. Tatkräftige Unterstützung bekam das Sextett diesmal von den Musikerkollegen von Dritte Wahl, die mit ihren kraftvollen Chören nochmal für einen besonderen Extra-Wumms sorgen.
Wer einmal Jens Wawrczeck bei einer Hörspiel-Lesung erlebt hat, kann nachvollziehen, dass dieser Sprecher das Werk von Alfred Hitchcock nicht nur einfach wiedergibt, sondern es aufsaugt und auf der Bühne regelrecht lebt. Ich durfte seine Performance von „Die Vögel“ erleben, die er gemeinsam mit einem Geräuschemacher zelebriert, und es war bis zum Schluss ein durchweg spannendes und faszinierendes Erlebnis. Man kann auch die existierenden Hörspiel-Mitschnitte absolut empfehlen. Schließlich ist Jens ja nicht irgendwer, sondern seit Jahrzehnten im Geschäft als kultiger zweiter Detektiv Peter Shaw in den Vertonungen der Drei ???-Reihe.
Jens Wawrczeck, 1963 in Dänemark geboren, wurde als Schauspieler und Hörbuchinterpret mehrfach ausgezeichnet, veröffentlichte 2020 sein Debütalbum als Sänger und arbeitet sporadisch als Synchronbuchautor und Regisseur. Auf seinem Label audoba und in seinem Bühnenprogrammen „Hitch und ich“ widmet er sich der Literatur, die den großen Alfred Hitchcock zu seinen Filmen inspirierte. Und dass dies mehr als abendfüllend sein kann, zeigt auch das vorliegende Taschenbuch im dtv-Verlag.
Sind wirklich alle Mütter Monster? Welche Bücher stecken hinter Alfred Hitchcocks größten Filmen? Und wer sind die wahren Schurkinnen und Schurken auf der Leinwand? Wawrczeck spürt den ikonischen Werken des großen Regisseurs mit viel Leidenschaft nach und nimmt uns mit auf seine ganz persönliche Reise durch das Hitchcock-Universum. Man sitzt mit ihm vor dem Fernseher, wenn er den ersten Hitchcock-Film sieht, begleitet ihn ins Tonstudio zu den Aufnahmen der „Drei ???“ und zieht mit ihm durch die Welt: von Hamburg über New York, von Bodega Bay nach London, immer auf der Spur von Hitchcocks Meisterwerken. Er erzählt, wie ihm Hitchcocks Filme bei der Suche nach der eigenen Identität halfen und ihm zeigten, dass die Beantwortung der Frage „Bin ich verrückt oder sind es die anderen?“ immer vom Standpunkt abhängt. Wawrczeck zeigt alles Wissenswerte: Was ist ein Vertigo-Effekt? Und: Mit welchem Film beginnt man auf dem Weg zum Hitchcockianer?
Die Einblicke in die Filmwelt sind hervorragend recherchiert und sehr umfassend. Es gibt viel Hintergründiges zu den Filmen zu berichten und man erfährt die Antwort auf manch spannende Fragen – vor allem auf solche, die man sich vermutlich gar nicht gestellt hätte. Es geht um Mütter, Ehen und Schurk*innen. Das Kapitel „Der innere Kompass“ ist sehr autobiographisch gehalten. In der Rubrik „Original und Fälschung“ werden die Filme mit der zugrunde liegenden Literatur verglichen. Und „Das Hitchcock-Dutzend“ schlägt den Leser*innen für jeden Monat des Jahres den passenden Film vor. Eine Filmografie zählt zum Schluss alle Filme des Meister-Regisseurs auf, wobei Jens jeden ganz subjektiv mit einer Sterne-Wertung versieht.
Das Büchlein mit gut 250 Seiten ist ein feines Nachschlagewerk für Cineasten. Zudem kann man es auch am Stück lesen wie einen guten (Sach-)Roman. Was zum abschließenden Glück noch fehlt, wäre ein Stichwortverzeichnis mit Filmen und Figuren – doch auch ohne dieses nützliche Extra passt es schon ganz ausgezeichnet.