Porta hoch 3, das Trierer Sommer Open Air: Gentleman am 19.06.2015, Fotos
Seht hier unsere Fotos von Gentleman am 19.06.2015 vor der Porta Nigra in Trier
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Wo bin ich hier nur rein geraten… Während die Hälfte der Kölner Richtung Jahnwiesen zieht oder ihre Fenster weit öffnet, um AC/DC live zu hören, mache ich mich auf zur Lanxess Arena. Auf dem Weg treffe ich Teenies und ihre eifrigen Eltern, die genauso aufgeregt die selbst gebastelten, LED-verzierten Pappschilder ihrer Sprösslinge tragen.
Angefangen hat Taylor Swift als US-amerikanisches Country-Sternchen – mittlerweile ist sie siebenfache Grammy-Gewinnerin. 30 Millionen Albumverkäufe, 80 Millionen Song-Downloads, alles was geht auf Platz 1. Ach ja, und die jüngste Frau, die vom Billboard Magazin als Woman of the Year ausgezeichnet wurde. Mittlerweile ist passiert, was bei Kinderstars immer passiert: Die Frau ist erwachsen geworden. Ihre Emanzipation heißt Pop – ihr aktuelles Album „1989“ ist genau das. Im Gegensatz zu ihrer Kollegin Miley bleibt die Zunge aber drin und die Bluse zu. Bei Taylor Swift geht es nicht um Sex, sondern um Romantik und Freundschaft und „Wir schaffen alles zusammen“. Dementsprechend jung ist ihre Zielgruppe.
Bevor es mit der Show richtig losgeht, zeigt uns die Dame, was Entertainment ist – davon können sich einige Live-Acts in Deutschland noch eine Scheibe abschneiden:
1. Großartiger Support: James Bay spielt das Kontrastprogramm zum heutigen Abend. Mit kleiner, schrammeliger Band auf der großen Bühne. Ganz, ganz toll.
2. Während des Umbaus gibt es Videos auf der Leinwand: Outtakes von den Dreharbeiten, Interviews mit Taylor, tanzende Fans, ein bisschen Werbung für dies und das.
3. Ganz amerikanisch zeigt die Arena-Kamera auch noch live ausgewählte Fans aus der Halle, die ihre Schilder und Verkleidungen vorzeigen. Die kommen z.B. aus Ungarn und den USA, haben sich aufwendig vorbereitet oder begrüßen ihre Taylor in Köln, Deutschland und ihrem Herzen. Mit LED-Blinkelichtern.
4. Kurz bevor die Show losgeht, kommt Taylor Swift an der Seite sogar noch mal kurz raus und begrüßt ein paar Fans. Das kriegen gar nicht alle mit.
5. Armbänder! Die bekommen alle Fans am Eingang. Und die leuchten später im Takt der Musik in verschiedenen Farben und sorgen für die richtige Atmosphäre.
Die ganze Show ist darauf ausgelegt, dass das hier für alle ein toller Abend wird. Mit „Welcome to New York“ springt Taylor auf die Bühne, bei „Blank Space“ gibt es schon den ersten kleinen Kostümwechsel. Das ist natürlich alles durchchoreographiert, aber nicht perfekter Plastikpop. Auch Taylor Swift ist nicht perfekt: Es gibt Sängerinnen mit kräftigerer Stimme und sicher auch ausdrucksstärkere Tänzerinnen. Auch „sexy“ wirkt sie immer ein bisschen unbeholfen. Aber das alles macht sie sympathisch.
Noch besser wird die Show, wenn Taylor sich selbst die Gitarre umschnallt oder sich vor das seltsam alienartige Klavir setzt, bei „I Know Places“, „Love Story“ oder „Style“ zum Beispiel. Bei „Bad Blood“ sehen die Tänzer toll aus! Danach gibt es noch eine E-Gitarren-Rockversion von „Wildest Dreams“ – komplett mit „Seven Nation Army“-Video im Hintergrund.
Die Videos während der Kostümwechsel sind dann aber schon ein bisschen peinlich – oder ich aus der Beste-Freundin-Phase raus. Darin erzählen berühmte Freundinnen, wie toll Taylor ist, wie super Mädchenfreundschaften sind und wie gerne Taylor Katzen mag. Die ganze Halle kreischt bei Selena Gomez und Cara Delevingne, dafür kennt leider keiner Lena Dunham oder die Haim-Mädels.
Am Ende hatte ich einen super Abend – auch wenn meine Twitter-Timeline danach von AC/DC-Lobgesängen überläuft. Alles egal. Haters gonna hate, hate, hate, hate, hate.
Hier findet ihr unsere Fotogalerie von dem AC/DC Konzert am 19. Juni 2015 auf den Jahnwiesen in Köln.
Das Tauschkonzert geht in die zweite Runde! Nach dem Erfolg der ersten Staffel hat Xavier Naidoo auch dieses Jahr wieder namhafte Sängerkollegen nach Südafrika eingeladen, die in sieben Sendungen jeweils die Songs der anderen covern. Mit Andreas Bourani, Hartmut Engler, Christina Stürmer, Yvonne Catterfeld, Daniel Wirtz, Sebastian Krumbiegel und Tobias Künzel sind diesmal ausschließlich deutsch singende Musiker dabei. Die schönsten Titel der aktuellen Staffel sind inzwischen auch auf CD erschienen.
Das einfache, aber geniale Konzept des Tauschkonzerts führt auch diesmal wieder zu spannenden, bewegenden und auf jeden Fall hörenswerten Coverversionen. Als Joker erweist sich dabei der bisher weniger bekannte Deutschrocker Wirtz. Er verwandelt Yvonne Catterfelds Kitsch-Ballade „Du hast mein Herz gebrochen“ in ein überzeugendes Liebeslied, und rührt mit einer reduzierten Version von „Wenn sie diesen Tango hört“ nicht nur Hartmut Engler zu Tränen. Dieser revanchiert sich mit einer sehr engagierten Interpretation von Wirtz „Overkill“ und verwandelt außerdem „Millionen Lichter“ von Christina Stürmer in einen astreinen Pur-Song.
Sebastian Krumbiegel und Tobias Künzel können nur zu zweit natürlich nicht den Sound der Prinzen erzeugen, liefern aber eine ordentliche Version von „Nur in meinem Kopf“ ab. Andreas Bourani bedankt sich dafür mit dem wunderbar gefühlvollen „Schlaflied“. So wie dieser weniger bekannte Prinzen-Titel kommen übrigens noch mehr verborgene Schätze aus dem Repertoire einiger Sänger ans Licht – etwa Christina Stürmers „Mitten unterm Jahr“, eindringlich interpretiert von Xavier, oder „Pendel“, ein recht aktueller Song von Yvonne Catterfeld, der wiederum Christina inspirierte. Es gibt aber auch bekannte Hits ganz neu zu entdecken, wie etwa „Küssen verboten“ und „Alles mit dem Mund“, die Yvonne zu einem verführerischen Medley verbindet, oder Bouranis „Auf uns“ in einer tollen akustischen Version der Sing meinen Song Allstars.
„Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ gehört definitiv zu den derzeit besten musikalischen TV-Shows, was auch diese CD wieder beweist. Wer von den getauschten Songs nicht genug bekommen kann, dem sei die zeitgleich erschienen Deluxe-Version empfohlen, die zusätzlich eine zweite CD mit weiteren 14 Titeln enthält. Da dürfte wohl fast jeder seine persönliche Lieblingsversion wiederfinden.
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Seit dem letzten Studioalbum „Akustik Voodoo“ vor vier Jahren hat sich mächtig viel getan im Hause Wirtz. Obwohl das Album bis in die Top 5 der Charts kletterte, hing Daniel Wirtz immer noch so ein bißchen das Schild mit dem „Geheimtipp“-Schriftzug um den Hals. Dabei brachte er mit seinen energiegeladenen Rocksongs und den emotionalen und ehrlichen Texten als einer der wenigen hierzulande mal so richtig Feuer unter das deutschsprachige Dach. Im vergangenen Jahr nahm er kurzzeitig etwas Dampf vom Kessel und veröffentlichte ein grandioses Unplugged-Album (hier findet ihr unser Review). Und schließlich ist der 39-jährige Frankfurter vor kurzem Vater geworden, was seinen Blick auf die Dinge nochmals entscheidend verändert hat: „Dinge, die früher eine ungeheure Wichtigkeit hatten, kann man heute zwischen Windeln und Flaschen locker weglächeln“.
Diese Lockerheit hört man seinem neuen und fünften Album „Auf die Plätze, fertig, los“ dann auch deutlich an. Was als erstes auffällt: Die zwölf Songs klingen sehr viel positiver und optimistischer als alles, was Wirtz jemals zuvor gemacht hat. Da wo sonst an fast jeder Ecke eine mal mehr, mal weniger steife Brise Schwermut lauerte, kommt der Wind nun aus einer anderen Richtung. Er hat seine „Tränen in die Sonne gehängt“, wie es im Closer „Das nächste Mal“ so schön heißt. Leider ist die textliche Klinge, mit der Wirtz seine Songs bisher scharfzüngig rasiert hat, zugleich stumpfer geworden. Und dabei möchte ich gar nicht das böse Wort „radiokompatibel“ strapazieren. Fakt ist aber, dass „Auf die Plätze, fertig, los“ zwar gefühlsmäßig immer noch ganz nah dran ist an den großen und kleinen Alltagsbeobachtungen, die Dinge jedoch deutlich entschärfter auf den Punkt bringt. Fans der ersten Stunde werden das Fehlen der bislang gewohnten sprachlichen Kompromisslosigkeit bedauern, bei der Erschließung neuer Fanpotentiale ist das mit Sicherheit nicht hinderlich. Ebenso wenig wie Wirtz‘ Teilnahme an der zweiten Staffel von „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ oder die Tour als Support-Act von Xavier Naidoo.
Musikalisch wird auf dem neuen Album endlich wieder gerockt. „Lehn dich zurück und schnall dich an, weil’s stürmisch werden kann“ singt Wirtz im Titelsong und das wird es über weite Strecken tatsächlich. „Auf die Plätze, fertig, los“ ist nebenbei auch noch ein perfekter Opener für die anstehenden Konzerte. In „Regentropfen“ oder „Aus Versehen“ tritt Wirtz das Gaspedal bis zum Anschlag durch. Dazwischen liegt das eher transzendente „Mantra“. In „Wir“ zitiert Wirtz die Kollegen von U2 während ihrer „Pop“-Phase und für „Ich weiß es nicht“ hat er sich den Backgroundchor der Rolling Stones ausgeliehen. „Du fährst im Dunkeln“ glänzt mit einem gelungenen Funkeinschlag.
Die Klaviatur der großen Gefühle beherrscht er natürlich nach wie vor, wie das hymnische „Viel Glück“ eindrucksvoll beweist. Weitere Höhepunkte von „Auf die Plätze, fertig, los“ sind die verpunkte Liebeserklärung „Wenn du willst“ sowie das bombastisch-schwelgende „Sehnsucht“. Einzig mit „Freitag Abend“ leistet sich Wirtz einen Ausrutscher, der gefährlich nah am Schlagerniveau endet, bevor das bereits erwähnte „Das nächste Mal“ für einen hoffnungsfrohen Abschluss des Albums sorgt.
„Auf die Plätze, fertig, los“ ist vor allem eines nicht: Langweilig. Es ist das bisher abwechslungsreichste Wirtz-Album und gleichzeitig das erste, das man sich wirklich erarbeiten oder besser gesagt erhören muss. Die Vorgänger waren eindimensionaler und damit leichter verdaulich, was überhaupt nicht negativ gemeint ist. Für seinen neuen Longplayer hat Daniel Wirtz Ebenen verschoben und Blickwinkel geändert, er hat quasi seine Ecken und Kanten poliert, sowohl sprachlich als auch musikalisch. Es dauert etwas, bis man sich daran gewöhnt hat. Im Ergebnis lohnt sich die Mühe für „Auf die Plätze, fertig, los“ aber allemal.
An der Schule kommt in diesem Land kein Kind vorbei. Kein Wunder also , dass auch der Liedermacher Rolf Zuckowski diesem Thema schon vielen Liedern gewidmet hat. Sein aktuelles Projekt „Ach du meine Tüte“ hat er allerdings nicht alleine in Angriff genommen. Das gleichnamige Einschulungsmusical stammt nämlich aus der Feder von Jens Pape und Friederike Linder und wurde für diese Veröffentlichung in einer Aufführung der Hamburger Grundschule Grützmühlenweg auf DVD gebannt. Die ergänzende CD „Schule ist mehr“ mit 14 Titeln rund um die Grundschulzeit macht das Doppelpack perfekt.
Das Musical „Ach du meine Tüte“ erzählt von einem Kind, dass am Abend vor seiner Einschulung mit gemischten Gefühlen ins Bett geht. Im Traum erscheint ihm seine lebendig gewordene Schultüte, die es mit in die Schule nimmt. Dort erlebt es Buchstaben, Zahlen, künftige Mitschüler und Lehrer und bekommt einen Eindruck vom Schulleben, alles von witzigen Liedern begleitet. Am Morgen geht das Kind zuversichtlich und fröhlich in die Schule. Auf der DVD wird das Musical von Hamburger Grundschülern für die neuen Erstklässler aufgeführt, und man bekommt auch einen kleinen Eindruck von den Proben und dem Geschehen hinter der Bühne.
Die CD enthält zahlreiche beliebte Lieder zum Thema Schule von Rolf Zuckowski, wie „Schulbus“, „Das eine Kind ist so, das andre Kind ist so“ oder „Schule ist mehr“. „Grolli, das Schulwegmonster“ und „Sommerzeit – Ferienzeit“ wurden eigens für diese Veröffentlichung neu produziert. Außerdem sind einige Stücke von Jens Pape mit dabei, etwa „Der Schulweg-Song“, „Unserer Schule“ und auch „Der Große Tag (Heute gehen wir in die Schule)“ aus dem Musical. Zur großen Freude meiner Kinder hat es mit „Erzähl mal“ sogar ein Titel der Hamburger Band Deine Freunde auf die CD geschafft.
Wer jetzt schon ein passendes musikalisches Geschenk zur Einschulung sucht, liegt mit „Ach du meine Tüte“ sicherlich richtig. Abgesehen davon macht dieses Doppelpack aber bestimmt auch den meisten Grundschülern, Eltern und Lehrern Freude.
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Vor dem MTC in Köln tummeln sich schon einige Leute, die Kneipen sind leer, die Eingänge jedoch voll. Nach Konzert sieht es hier nicht aus. Liegt wohl daran, dass der HSV mal wieder probiert der Zweitklassigkeit zu entgehen. Als der Fernseher einer Bar sich mit Ankündigung zu verabschieden droht, opfert sich einer der Außenstehenden und kauft ein kleines Kölsch. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Nutzt aber alles nichts, der HSV schlägt den KSC und ist anscheinend noch nicht mal fähig abzusteigen. Jetzt entsinnen sich auch alle dem eigentlichen Sinn ihres Besuches am schönen Zülpicher Platz: Bayside spielen doch!
So begibt man sich in den kleinen Club und erwartet mit Freude die vier Alternative-Rocker aus New York City. Waren sie im November 2014 noch mit The Gaslight Anthem auf Tour und spielten in riesigen Hallen, starten sie nun ihre erste eigene Headliner-Tour durch Deutschland. Und Köln ist etwas ganz besonderes: Die allererste Headliner-Show in Europa, die die Jungs je gespielt haben nämlich.
Die Türe hinter der Bühne öffnet sich und das Quartett betritt sichtlich gut gelaunt die Bühne. Mit „The Whitest Lie“ gibt es mal gleich einen richtig schnellen Einstieg und die Menge ist eingestimmt. Es ist mal wieder unerträglich heiß im MTC, das passt aber zum familiären Rahmen der circa 200 Gäste. Die Köpfe nicken, einige Tanzbeine werden geschwungen. Songs wie „Stuttering“ und „Already Gone“ treiben der Decke allmählich Kondenswasser auf und drohen die Veranstaltung in ein Spaßbad zu verwandeln. Das macht hier aber keinen Stimmungsabbruch aus. Es geht ohne viel Gequatsche zügig voran, Bayside haben sich wohl vorgenommen so viele Songs wie möglich zu präsentieren. Über „Seeing Sound“ gelangen wir zu einem Knaller des älteren Albums „Killing Time“: „Sick, Sick, Sick“ macht seinem Namen alle Ehre und eröffnet den ersten Pit des Abends. Das Konzert ist sehr solide, gut durchgeplant und bereitet Freude bis zum Abwinken. Die Gitarren hätte man ruhig ein wenig lauter, den Bass ein wenig leiser machen können. Das ist aber Meckern auf hohem Niveau. Den Abschluss bildet der Bayside-Klassiker „Devotion And Desire“, welcher auch ein gebührender Abschied ist.
Nach diesem Headliner-Debut in Europa darf man sich bestimmt auf weitere Auftritte freuen. Sehr schön.
Jason Derulos Familie stammt von Haiti – er selbst wurde aber in Florida geboren. Erste Erfahrungen im Geschäft konnte er als Songschreiber für Pitbull und Lil Wayne sammeln, womit er schnell über den Geheimtipp-/Insiderstatus hinaus war. So erzielten dann auch die eigenen Singles auf Anhieb hohe Charterfolge in den USA, in UK und in Deutschland. Nur fünf Jahre nach Release seines Debütalbums blickt er bereits auf über 45 Millionen weltweit über die Ladentische gewanderte Einheiten und mehr als 1,5 Milliarden YouTube-Views zurück.
Der unverkennbare R’n’B-Stil erinnert an Zeitgenossen wie Chris Brown und R. Kelly, wobei Derulo aber eine gute Spur frischer rüber kommt. Da steckt viel Seele drin und es bringt außerordentlichen Spaß, ihm zuzuhören. Gesanglich ist Derulo allererste Sahne. Zwar wird die Stimme – wie heutzutage üblich – elektronisch verfremdet, doch die Kraft der Vocals kann sich trotzdem gut entfalten.
Der vierte Longplayer heißt treffend „Everything Is 4“ und unter den elf Songs befinden sich eine ganze Reihe spannender Kollaborationen: So tut sich der Sänger, Tänzer und Schauspieler mit einer beeindruckenden Riege an Frauen zusammen – Meghan Trainor wirkt auf „Painkiller“ mit, K. Michelle verfeinert „Love Like This“, Julia Michaels findet sich auf „Trade Hearts“ sowie Jennifer Lopez auf „Try Me“. Läuft bei ihm. Dass dann mit Stevie Wonder und Keith Urban gleich noch zwei Legenden bei „Broke“ mitwirken, kann man nur als Ritterschlag bezeichnen.
Jason beeindruckt mit seiner Falsett-Stimme. Die Stücke sind weitestgehend tanzbar. Er kann markante Popsongs schreiben, ohne sich mit den ewig gleichen Discobeats anzubiedern. Vor allem „Want To Want Me“, „Try Me“ und der Ohrwurm „X2CU“ wissen zu gefallen und sind die Sahnestücke des Albums. Der Rest ist solide Kost von einem Künstler, der seinen Weg gefunden hat.
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https://www.youtube.com/watch?v=j6Dix_W37mQ
Der Hype um Florence Welch erfährt auch im Jahr 2015 seine Fortsetzung – und das mit Recht. 22 Jahre alt war die Britin aus Südlondon, als sie uns ihr Debüt „Lungs“ präsentierte. Ein Album, das mit einer Mischung aus Indiefolk, Rock, Pop und Soul glänzte und wie eine Bombe einschlug. Sicher gewollt pathetisch und mit Blick auf die Charts geschrieben, doch nichtsdestotrotz ein Meisterwerk, das den Machern einen Brit Award und eine Grammy Nominierung einbrachte. Jetzt ist die Gute sechs Jahre älter. Die Vergleiche mit Kate Bush und Tori Amos haben noch nicht aufgehört – doch das hat sie wirklich nicht mehr nötig. Stilistisch sind Florence + The Machine längst in einer eigenen Liga.
Was ihre Stimme und auch ihre Stimmung angeht, klang Florence Welch nie besser: „Zusammen mit Markus Dravs wollte ich einen Sound kreieren, der opulent und massiv ist, aber zugleich auch irgendwie sanft klingt“, berichtet sie. Das Ergebnis klingt immer noch betörend und episch, aber mit enorm viel Kraft und Volumen. „Das neue Album handelt davon zu lernen, wie man lebt, sein Leben meistert – und wie man hier, auf dieser Welt, Liebe finden kann, anstatt nach irgendeinem Ausweg zu suchen“, erklärt die Frontfrau den Ansatz des neuen Albums. „Fühlt sich schon seltsam und sogar beängstigend an, weil ich mich nicht mehr hinter diesen abstrakten Ideen verstecke, aber ich hatte einfach das Gefühl, diesen Schritt genau jetzt gehen zu müssen.“
„How Big How Blue How Beautiful“ hat einen wilden und ungefilterten Sound zu bieten – fast als sei es eine Liveaufnahme. Gerade die hymnischen Songs nehmen mich immer wieder gefangen. Die Dramaqueen bleibt weitestgehen im Schrank und damit fällt auch viel Bombast weg. In vielen Punkt ist das Album düsterer als die Vorgänger. Und die Ideenfülle kann man nur als ausufernd bezeichnen. Viele Balladen, okay, etwas Indierock und als Rausschmeißer die psychedelischen 70s-Anleihen von „Mother“. Alles in allem eine Platte von zerbrechlicher Schönheit. Ich bin überzeugt davon, dass Florence + The Machine ihren Zenit noch nicht erreicht habe.
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Hier findet ihr unsere Fotos vom Slipknot Konzert am 07. Juni 2015 bei Rock am Ring in Mendig.
Hier findet ihr unsere Fotos vom dritten Tag Rock am Ring am 07. Juni 2015 auf dem Flugplatz in Mendig
Hier findet ihr unsere Fotos vom zweiten Tag von Rock am Ring am 06. Juni 2015 auf dem Flugplatz in Mendig
Sie trat nach dem Rückzieher von Andreas Kümmert sozusagen als zweite Wahl beim Eurovision Song Contest in Wien an und holte am Ende für Deutschland keinen einzigen Punkt. Man kann Ann Sophie dafür nun mitleidig oder hämisch belächeln. Eigentlich muss man ihr aber Respekt zollen für ihren entspannten und sogar humorvollen Umgang mit dieser Niederlage. Und man könnte sich auch dafür interessieren, was die junge Sängerin denn musikalisch außer dem Wettbewerbssong „Black Smoke“ noch so zu bieten hat.
Gelegenheit dazu gibt ihr aktuelles Album, auf dem sich Ann Sophie durchaus vielfältig präsentiert. Zwar geht ein Großteil der Songs in eine ähnliche stilistische Richtung: „Jump the Gun“, „Get Over Yourself“ oder auch der Titelsong „Silver Into Gold“ – den die Sängerin übrigens im Gegensatz zu den meisten anderen Stücken selbst geschrieben hat – sind ambitionierte Popsongs mit einem düster-verruchten Touch. In „I Don´t Know Where I´m Going“ wird zwar das Tempo ordentlich angezogen, die Grundstimmung aber bleibt.
Mich überzeugt die Sängerin dann erstmals richtig mit dem eindringlichen „Lie To Me“. Über dem angenehm sparsamen Arrangement kann sich ihr ausdruckstarker Gesang hier so richtig herzzerreißend entfalten. Überhaupt stehen Ann Sophie die ruhigen und einfachen Songs richtig gut, wie beispielsweise auch „Changing Lights“. Als bekennender Fan von wehmütigen Piano-Balladen bin ich von „I Believe“ natürlich ohnehin begeistert, aber auch „Still That Girl“ nimmt mich mit, mit seinem Groove und dem dynamischen Gegensatz zwischen Strophe und Refrain.
Insgesamt ist „Silver Into Gold“ ein wirklich ordentliches Pop-Album, das auch für diejenigen etwas zu bieten hat, die von Ann Sophies ESC-Song nicht so überzeugt waren. Von mir gibt’s jedenfalls gute 7 Sterne statt null Punkte.
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Seht hier unsere Fotos vom Deathwish Fest 2015 mit Converge, Trap Them, Harms Way und Young And In The Way in der Essigfabrik Köln am 05.06.2015
Hier findet ihr unsere Fotos vom ersten Tag Rock am Ring am 05. Juni 2015 auf dem Flugplatz in Mendig
Als sich Die Prinzen vor 25 Jahren zusammentaten, stand am Anfang das gemeinsame Faible, oder besser gesagt die gemeinsame Philosophie: Musik. Obwohl sie alle Anfang 20 und dem Alter entsprechend rastlos und ungestüm waren, nahmen sie ihren eigenen musikalischen Anspruch immer ernst. Sie hatten die Eliteschulen und Internate der Leipziger Thomaner bzw. des Dresdener Kreuzchors besucht, den Speisesaal miteinander geteilt, unter Heimweh gelitten und die weite Welt bereist. Sie studierten Schlagzeug und Gesang, probierten sich in verschiedenen Punk- und Popbands aus, trugen selbst genähte Phantasiejacken und knallbunte Leggins und liebten Bach ebenso wie die Beatles, Stones und Queen. Eine Menge Neugier war dabei, Lust aufs Experiment. Niemand repräsentierte die Aufbruchsstimmung damals im jungen vereinten Deutschland musikalisch so treffend wie Die Prinzen.
Im neuen Jahrtausend allerdings ist es ruhiger geworden um die Kultband der 90er Jahre. Schade, denn plötzlich waren A-cappella-Nachfolger wie die Wise Guys, Basta und Maybebop enorm erfolgreich. Und deren Erfolg wäre ohne die Wegbereitung der Prinzen gar nicht möglich gewesen. Umso erfreulicher ist es, dass Xavier Naidoo das Potential der Band erkannt hat und die beiden Leadsänger Tobias und Sebastian mit in die zweite Staffel von „Sing meinen Song“ nahm. Plötzlich sind sie wieder in aller Munde und es gab einige wundervolle Momente. Ich denke da an Yvonne Catterfelds gewagt-laszives Medley „Küssen verboten / Alles mit’m Mund“, Andreas Bouranis „Schlaflied“ und die Prinzen-Version von „Nur in meinem Kopf“. Trotz der deutlich gealterten Protagonisten ist da genügend Energie im Vortrag und in den zeitlosen Songs.
Pünktlich zur TV-Präsenz und dem anstehenden Jubiläum steht dann auch ein neues Album in den Regalen. Jetzt könnte man ja meinen, die Bandproduktion mit Xavier hätte dazu geführt, dass es wieder in Richtung instrumental arrangierter Songs geht, wie das bei den meisten der letzten Alben und Stücke der Fall war. Aber weit gefehlt! Tatsächlich besinnen sich die Prinzen auf ihre wahre Stärke und legen ein Album in der Tradition der ersten beiden CDs vor. Das macht mich glücklich. Fünfstimmiger Satzgesang, dezente Musikbegleitung. Die wahren Stärken werden voll ausgespielt. „Wir haben nach unserem Debüt, das auch rein A Cappella war, viel experimentiert, jetzt liegt das Hauptaugenmerk wieder auf dem Gesang“, erklärt Sebastian Krumbiegel. „Das Konzept war: Es sollen ausschließlich Stimmen zu hören sein, plus Schlagzeug und Bass. Also genau die Besetzung, in der wir auch live auftreten. Und die gibt es auch auf der Platte.“
Thematisch tummeln sich Die Prinzen in der ganzen Bandbreite humoristischer und ernster Lieder. Die erste Single ist ein After-Love-Song namens „Er steht im Regen“ – melancholisch und anspruchsvoll. Ebenso „Kann ich noch etwas für dich tun?“. „Unsre besten Zeiten“ ist ein optimistischer Gute-Laune-Hit. Hinzu kommen einige lustige Kracher. „Es gibt zu viele Gitarristen“ – davon kann mancher Musiker ein Lied singen. Oder der Mann, der einfach nicht nach Hause gehen will: „Ulf-Dietrich“. Den kennen alle Nachtschwärmer und Konzertveranstalter. Die Ideen gehen den Prinzen noch lange nicht aus, auch wenn die natürliche Leichtigkeit der ersten Alben ein wenig gelitten hat. Trotzdem reicht es noch für 50 Minuten ohne Langeweile. Besonders der melancholische Abschluss „Vielleicht sterb ich ja heute Nacht“ hat es mir angetan. Der Monolog im Blues-Weltschmerz eines Besoffenen ist einfach großartig. So etwas hat es seit Lindenbergs „Unterm Säufermond“ nicht mehr gegeben.
Was mir zum persönlichen Glück fehlt (und das ist Jammern auf hohem Niveau), wäre eine noch stärkere Betonung des A-cappella-Gedankens. Wenn man Stücke der Prinzen ohne Instrumentierung hört, erkennt man das hohe Potential in dieser Richtung. Meine Hoffnung ist es ja immer noch, dass die Leipziger auf ihrer Jubiläumstour im Herbst eine ausgedehnte A-cappella-Sequenz einbauen. Warum diese Spielwiese allein Nachfolgern wie den Wise Guys oder Basta überlassen?
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„Von Liebe, Tod und Freiheit“ – mit dem Titel ihres dritten Albums haben Santiano die Themen, um die es sich dreht, schon mal kongenial zusammengefasst. Die Buddel Rum fehlt vielleicht noch in der Aufzählung.
Was haben Santiano auf ihrer Fahrt in den letzten vier Jahren nicht alles erlebt? Sogar auf dem Wacken Open Air sind sie aufgetreten. Und dort wurden sie genau so abgefeiert wie im Vorprogramm von Schlagerkönigin Helene.
Das Konzept ist auch bei der dritten CD gleich geblieben. Welchen Anlass hätten sie wohl gehabt, daran etwas zu ändern? Die Mischung aus Shanty, Folkrock, Pop und Schlager trifft einfach den Nerv ihrer Zielgruppe. Schon mit „Lieder der Freiheit“ rockt man ordentlich los und zitiert Mike Oldfields Klassiker „To France“. Ansonsten setzt man aber gar nicht mehr so auf eingedeutschte Coverversionen. Diesmal wurden die meisten Titel speziell für Santiano verfasst.
Grundsätzlich geht es darum, kleine Geschichten zu den typischen Seemanns-Themen zu erzählen. Meist in hochdeutscher Sprache, damit das geneigte Publikum im gesamten Land mitsingen kann, dann aber auch mal im besten Plattdeutsch wie bei „Fresenhof“: Ein Novum in Santianos Repertoire. Englischsprachige Titel wie „Under Jolly Roger“ besitzen inzwischen Seltenheitswert. Doch auch deren folkige Arrangements haben ihre Berechtigung.
Die Mischung und der Wechsel zwischen Sauf- und Piratenliedern („Joho und ne Buddel voll Rum“ erinnert mich immer an Pippi Langstrumpf im Taka-Tuka-Land) sowie ernsthaften Themen ist stimmig. Der Sage um die versunkene Stadt „Rungholt“ wird zum Beispiel auch ein Platz eingeräumt und deren Geschichte atmosphärisch erzählt.
Die Songs sind sauber produziert und der Gesang lebt von sehr sonoren Klängen. Vielleicht einen Tick zu glatt poliert, um dem Fünfer das Seemännische wirklich abzunehmen. Konzeptionell funktionieren die Lieder um Fernweh, Freiheit und unendliche Weite aber perfekt.
Hatte Mick Hucknall sich nicht ausführlich mit seiner Band von der Bühne verabschiedet? Stimmt – da war doch was. Das Ende von Simply Red wurde nach dem Album „Stay “ vor acht Jahren verkündet. Es zog sich allerdings bis zu einer Welttournee mit 78 Konzerten im Jahr 2010 hin. Danach war endgültig Schluss. Soulman Hucknall versuchte sich an zwei Soloalben, auf denen er vor allem Soulklassiker interpretierte und seine unvergleichliche Stimme in Erinnerung rief. Er machte weiter Musik, aber es war einfach nicht das Gleiche wie mit Simply Red.
Umso überraschender die Ankündigung im vergangenen Jahr: Es soll nicht nur eine erneute Welttournee (pünktlich zum 30jährigen Jubiläum) geben, sondern zur Freude aller Fans ein neues Album der Band, das vergangenen Freitag erschienen ist. Es tut gut, den genialen Sänger wieder mit durchweg eigenen Songs – alle von Hucknall geschrieben und von Andy Wright produziert – zu hören. Doch ich muss auch vorneweg sagen: Es ist definitiv kein zweites „Stars“-Album geworden. Der Zauber seiner Musik hat deutlich Federn gelassen.
Solide – ja. Das kann ich sagen. Es ist auf jeden Fall gute Soulmusik, die Simply Red präsentieren. Garniert mit etwas Zuckerguss in Form von Streichereinsätzen. Doch die gänsehauterzeugende Energie der früheren Songs ist einem sterilen Perfektionismus gewichen. Mag sein, dass Hucknall sich über die Jahre zu sehr mit seinen Vorbildern beschäftigt hat und die Leidenschaft verlor, etwas wirklich Neues zu schaffen.
Dabei ist „Big Love“ nicht wirklich schlecht. Die Idee dahinter scheint authentisch. Es gibt eingängige Songs mit Melodielinien, die ins Ohr gehen. Der Titelsong macht durchaus Laune und „Ghost Of Love“ könnte man sich auch im Radio vorstellen. Ein nachhaltiger großer Hit scheint aber nicht dabei zu sein. Die Wirkung von „Shine On“ verpufft schon nach mehrmaligem Hören. Vielleicht wäre es ehrlicher gewesen, auch dieses Album als Solowerk zu veröffentlichen.
Aber bald geht man ja wieder als Band auf Tour – und das ist vermutlich wirklich das große Ding, die „Big Love“. Auf der Bühne waren Simply Red immer ein erstaunliches Konglomerat fantastischer Musiker. Wir dürfen gespannt sein, ob sie dies auch ab Oktober wieder unter Beweis stellen und die neuen Songs im Verbund mit den Klassikern einen Tick besser funktionieren.
Irgendwie hat man das Gefühl, Lenka habe die fröhliche Leichtigkeit für sich gepachtet. Da passt natürlich auch der Albumtitel „The Bright Side“ – in Erinnerung an Monty Python’s Life Of Brian. Nachdem die Australierin sich als Teenager für die Schauspielerei begeisterte und einige Jahre als Sängerin der Indie-Band Decoder Ring unterwegs war, entschied sie sich schließlich dafür, solo und mit ihrer eigenen Musik weiterzumachen. Ihr fröhlicher Popsong „The Show“ hatte sich schnell in den Ohren der deutschen Radiohörer festgesetzt und bekommt noch heute viel Airplay.
Die jugendliche Frische hat sie sich auch auf dem vierten Album erhalten. Lenkas Songs sind allesamt geprägt von Leichtigkeit und einer guten Portion Optimismus. Das heißt aber nicht, dass es in ihren Texten nur fröhlich zugeht – sie singt auch von zerbrochenen Beziehungen, Sehnsucht und Selbstzweifeln, aber immer mit einer gewissen kindlichen Unschuld, der auch ihre mädchenhafte und doch eindringliche Stimme entspricht.
„Free“ mit mitreißendem Klatschrhythmus und im zweistimmigen Satzgesang geht wunderbar ins Ohr. Auf Anhieb einer meiner Lieblingssongs des Albums. Nach dem ruhig gehaltenen dritten Album ein echter Genuss. Auch folkige Songs wie „The Long Way Home“ sind überzeugend. Es gibt elektronische Anleihen für „Go Deeper“, was aber nicht weiter stört. „Get Together“ verbreitet so eine Art Kate Nash-Feeling, während „We Are Powerful“ und „My Love“ absolute tanzbar sind.
Noch nicht genug Argumente, in Lenkas viertes Indie-Pop-Album reinzuhören? Der Titelsong, der das Album nach (leider nur) 35 Minuten beschließt ist ein eben solcher potentieller Radiohit wie „The Show“. Nach dem Debüt eindeutig ihr bisher bestes Album.
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Sehr hier unsere Konzertfotos von Peter Maffay am 30.5.2015 in Losheim am See