Andreas Suchanek begann seine literarische Laufbahn als Autor von Heftromanen, hat inzwischen aber auch zahlreiche Fantasy- , Science- Fiction- und Kriminalromane veröffentlicht. Dabei sind seine Werke fast immer als mehrbändige Reihen angelegt. Mit „Das vergessene Museum – Der Siegelwahrer von London“ eröffnet er nun eine neue Urban-Fantasy-Serie, in der Magie mitten in unserer modernen Welt wirkt.
Der als Fahrradkurier arbeitende Liam Relish will eigentlich nur noch ein letztes Paket ausliefern, wird dabei allerdings Zeuge eines tödlichen Überfalls auf Rupert Bradford, den Empfänger des Paketes, und findet sich kurz darauf als dessen Erbe wieder. Mister Bradford war nämlich Kurator des geheimen Londoner Museums für magische Artefakte und hat Liam kurz vor seinem Tod mit magischer Tinte zu seinem Nachfolger bestimmt. Glücklicherweise steht er ihm noch als Geist beratend zur Seite, denn es gibt weitere Angriffe auf das Londoner Museum und auch auf andere Museen des weltweiten Netzwerkes. Liam muss schnell seine magischen Fähigkeiten entwickeln, um Artefakte einsetzen zu können – und gemeinsam mit seinem besten Freund Harry und der deutschen Kuratorin Julia, die nur knapp die Zerstörung des Berliners Museums überlebt hat, stellt er sich äußerst gefährlichen Gegnern, die es nicht nur auf magische Artefakte abgesehen haben!
Die Geschichte wird aus der Ich-Erzähler-Perspektive von Liam erzählt, der einen sehr bodenständigen unfreiwilligen Helden abgibt. Obwohl er sehr unvermittelt mit der Existenz von Magie konfrontiert wird, offenbart er unerwartetes Talent – und da er in einem Waisenhaus aufgewachsen ist, ahnt man schon, dass es in seiner Vergangenheit wohl noch einige Geheimnisse gibt. Auch die anderen Hauptfiguren sind liebevoll charakterisiert und haben viel Entwicklungspotential für die kommenden Romane. Rupert Bradford gibt einen sehr britischen und etwas altmodischen Geist und Lehrmeister ab, und Harry überzeugt als pragmatischer Technik-Nerd, der erstmal den Internetempfang im Museum verbessert und quasi über Nacht hilfreiche Gadgets entwickelt. Die größten Überraschungen sind aber wohl in Zukunft noch von Julia zu erwarten, die beim Angriff auf ihr Museum fast alle Erinnerungen verloren hat, zum Glück aber nicht ihre magischen Fähigkeiten.
Andreas Suchanek erschafft in „Das vergessene Museum“ eine geheime magische Parallelwelt innerhalb unserer aktuellen Gesellschaft und lässt darin ein Team aus modernen jungen Menschen agieren, die einem sofort an Herz wachsen. Der Cliffhanger am Ende des Romans sowie zahlreiche offene Fragen machen äußerst neugierig auf den Nachfolger – hoffentlich lässt der Autor seine Leser nicht allzu lange darauf warten!











