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Ali Farka Touré "Voyageur"

Unsere Wertung: 6 von 9 Punkten.

Ein „kostbares, privates Archiv“

Kein afrikanischer Musiker hat in seiner Heimat und in der internationalen Öffentlichkeit mehr Eindruck hinterlassen, als der große malische Gitarrist, Sänger und Begründer des Desert Blues, Ali Farka Touré – verstorben im Jahr 2006. Von der Grammy-prämierten Zusammenarbeit mit Ry Cooder und dem Kora-Maestro Toumani Diabaté bis hin zu den düsteren Lo-Fi-Aufnahmen aus seinem abgelegenen Heimatdorf kommuniziert Alis unnachahmliche Stimme und sein hypnotisches Gitarrenspiel mit den Zuhörenden durch eine Autorität, die über die Grenzen von Märkten, Moden und Genres hinausgeht.

Ali wurde seiner Musik mehr als gerecht: eine imposante, sogar königliche Erscheinung, mit einem herrlichen Lächeln, einem unangreifbaren Selbstvertrauen und einem verschmitzten Sinn für Humor. Sechzehn Jahre nach seinem Tod bleibt Ali eine überragende Persönlichkeit, eines der wenigen großen Talente – neben Jimi Hendrix und Fela Kuti -, deren Musik ewig lebendig und relevant bleibt und deren Charisma auch nach ihrem Tod so hell brennt wie zu Lebzeiten.

Alis Mystik ist ungebrochen und inspiriert Zuhörende auf der ganzen Welt und eine Vielzahl berühmter Bewunderer, darunter Robert Plant, der Schauspieler Matthew McConaughey, der seinen berühmten Summgesang in „The Wolf of Wall Street“ einem von Alis Rhythmen nachempfunden hat, und die texanische Indie-Rockband Khruangbin, die kürzlich zusammen mit seinem Sohn Vieux eine Sammlung von Alis Liedern aufgenommen hat.

Fotocredit: Henriette Kuypers

Von reduzierten, hypnotischen Grooves in Alis unverkennbarem Sonrhaï-Stil bis hin zu hymnischen Fischer-Refrains, pulsierenden Jäger-Rhythmen und einer afrikanischen „Noise-Band“ aus hallbeladenen Gitarren und Lauten („Kombo Galia“) zeigt das Album „Voyageur“ einen geheimen Schatz an Songs, den Ali im Laufe seiner langen und abwechslungsreichen Karriere aufgebaut hat, und wirft ein neues Licht auf ein außergewöhnliches und mysteriöses Talent.

Die neun Songs verbreiten einen weltmusikalischen Touch und bestechen durch ihre rhythmische Ausdruckskraft. Ich muss gestehen, dass sie mir als einzelne Stücke gut gefallen, aber in ihrer Gesamtheit mit der Zeit zu eintönig wirken. Ali hat jedenfalls eine prägnante Stimme – und vor allem in mehrstimmigen Passagen entfalten die Vocals eine fast schon hypnotische Wirkung.

Diese Lieder, die zu dem gehören, was der Produzent Nick Gold als „kostbares, privates Archiv“ bezeichnet, wurden von Ali über einen Zeitraum von 25 Jahren sparsam und manchmal scheinbar widerwillig an Gold weitergegeben. Und Ali wusste genau, was er tat: Indem er diese Lieder nach und nach an Gold weitergab, würden sie eines Tages, so Gott will, ein weltweites Publikum erreichen; doch selbst dann hielt Ali die Dinge gerne auf Messers Schneide. Einige dieser Songs wurden ganz spontan zwischen den Aufnahmen anderer Lieder eingespielt. Glücklicherweise liefen die Bänder, sonst wäre ein Großteil der Musik auf diesem Album vielleicht nie zu hören gewesen.

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