Eine erweiterte, remasterte Neuauflage des erfolgreichen Albums „Classic Rock“ von 1978 erscheint am 31. März mit der Original-Titelliste sowie sechs Neuaufnahmen moderner Hits.
„Classic Rock Renaissance“ enthält neue Interpretationen unter anderem von Coldplay- und Adele-Songs sowie remasterte Arrangements von David Bowie-, Pink Floyd-, The Beatles-, The Who-, The Beach Boys- oder beispielsweise Led Zeppelin-Titeln und vielen weiteren Klassikern.
Das ursprünglich von den Produzenten Don Reedman und Jeff Jarratt entwickelte „Classic Rock“-Konzept – mit seinem im orchestralen Stil arrangierten Rock- und Popsongs – avancierte zu einem bahnbrechenden Phänomen und wurde in Groß-Britannien mit Platin ausgezeichnet.
Zusammen mit dem London Symphony Orchestra (LSO), das auch wieder auf dem neuen Album zu hören ist, und der Royal Choral Society ebneten Reedman und Jarratt mit „Classic Rock“ einen musikalischen Weg, der bis heute nachwirkt.
„Ich dachte, die Kombination von klassischer Musik und Rockmusik sei offensichtlich: Classic Rock. Es beschrieb, wie diese Welten in zwei Worten aufeinanderprallen konnten. Ich fragte mich: ‚Was wäre, wenn ich das verwirklichen könnte?‘ Das Potenzial der Idee hat mir eine Gänsehaut beschert“, erklärt Don Reedman.
Das Album wurde zum Vorläufer aller Arten von symphonischen Crossover-Projekten, die heute in allen Genres von Rave über Dance bis Hip-Hop zu finden sind; – neben Don Reedmans eigenen jüngsten Orchesterprojekten für die Musik von Elvis, Johnny Cash und Roy Orbison. David Bowie schwärmte von der LSO-Aufnahme von „Life On Mars“ mit den Worten: „Es klingt so groß und großartig!“
Über das Album und die erneute Zusammenarbeit mit dem London Symphony Orchestra sagt Don Reedman: „Das LSO war davon begeistert, wieder Classic Rock zu spielen. Sie sagten, dass sie nach all den Jahren immer noch kontinuierlich Anfragen zu Classic Rock erhalten. Dieses Orchester hat etwas Magisches an sich. Sie sind so engagiert und so begeistert. Die neuen Aufnahmen klingen extrem frisch – das gilt aber auch für die Songs des ersten Albums von 1978. Sie glänzen immer noch.“
Kathryn McDowell, geschäftsführende Direktorin des London Symphony Orchestra, ergänzt: „Classic Rock ist ein wichtiger Teil der Geschichte des LSO. Die Aufnahmen ermöglichten dem Orchester weltweit ein neues Publikum. Wir haben uns sehr gefreut, dass wir wieder in die Abbey Road Studios gebeten wurden, um die neuen Songs aufzunehmen, und ich hoffe sehr, dass wir den gleichen Erfolg noch einmal haben werden.“
Titelliste (VÖ 31.3.2023)
Human*
Viva La Vida*
Hello*
Somebody to Love*
Whole Lotta Love
Life on Mars
Run*
God Only Knows
Nights in White Satin
Baker Street
Paint it Black
Uprising*
Bohemian Rhapsody
Stairway to Heaven
Space Oddity
Question
Jet
House of the Rising Sun
Ruby Tuesday
Layla
Another Brick in the Wall
Vienna
You Really Got Me
Get Back
MacArthur Park
Fanfare Prelude
Reach Out I’ll Be There
Eye of the Tiger
Since You’ve Been Gone
Lucy in the Sky with Diamonds
She’s out of My Life
Eve of the War
A Whiter Shade of Pale
A Day in the Life
I’m Not in Love
Pinball Wizard
Sailing
Standing in the Shadows of Love
Linas musikalische Karriere startete zunächst parallel zu ihrer schauspielerischen Tätigkeit in der „Bibi und Tina“-Filmreihe. Die ersten drei Alben erschienen im Jahresrhythmus von 2016 bis 2018 – und dann war zunächst Funkstille. Klar, Lina war nie wirklich weg vom Fenster. Sie gab Konzerte, wirkte in Socialmedia sehr aktiv und spielte im Kinofilm „Alle für Ella“ eine Musikerin, wobei es auch einen Soundtrack mit ihr auf den Leib geschneiderten Songs gab. Und doch haben die Fans ein neues eigenes Album mehr als herbei gefiebert.
Jetzt ist es endlich soweit und „24/1“ erscheint. In ihrem vierten Studioalbum erfindet sich LINA neu und emanzipiert sich von früheren Sounds durch Einflüsse von Synthie-Pop und Rap. Lina Larissa Strahl alias LINA ist jetzt 25 und befindet sich auf der Reise zur erwachsenen Künstlerin. Sie ist unterwegs, irgendwo auf der Strecke zwischen zwei Stationen und hat sich entschieden, ihren inneren Monstern in die Augen zu sehen. Sie will alle Facetten ihrer Persönlichkeit zeigen und das Spotlight auch auf die düsteren Ecken richten. Einen Tag, einen Song nach dem anderen, das ist „24/1“ und erklärt den kryptischen Albumtitel.
Tage, an denen man sich seinen Ängsten stellt, scheinen länger – in diesem Fall ist der Tag genau zwölf Tracks und ca. 33 Minuten lang. „Die Songs stehen für sich, aber wenn man rauszoomt, folgt das Tracklisting den 24 Stunden eines Tages, der morgens mit LOST KINDS beginnt und nachts mit FREUNDE ODER MEHR endet. Der rote Faden ist die Sehnsucht nach Sicherheit, die man in sich selbst nicht findet und deswegen bei anderen sucht.“
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Kein Wunder, dass die Entstehung von 24/1 kein Spaziergang war. „Früher habe ich versucht, Probleme zu überspielen, um eine Leichtigkeit auszustrahlen, die gar nicht mehr wirklich in mir wohnte“, erzählt LINA. „Wenn man älter wird, verändert sich die Sichtweise und man beginnt zu verstehen, dass die Batterie irgendwann leerläuft, wenn man sich nicht vernünftig um sich kümmert. Zwischen meinem dritten Album und jetzt musste ich viel lernen, es war ein Reality-Check. Während Viele in der Pandemie scheinbar extrem produktiv waren, baute sich in mir der Druck auf, ebenso kreativ sein zu müssen. Stattdessen übernahm mein Kopf das Ruder und ich fühlte mich wie gelähmt: Einerseits möchte man an seine Erfolge anknüpfen und sich andererseits entwickeln. Man möchte den Fans nah bleiben und gleichzeitig auch sich selbst; man will das vielleicht unvollständige Bild von sich erweitern, eigenständig Musik machen und dabei am liebsten alle mitnehmen.“
„Lost Kids“ beginnt als melancholische Pianoballade und entwickelt sich ebenso wie Linas Stimme, die zu Beginn noch sehr kindlich klingt. Mit viel Charisma singt sie sich durch eine autobiografisch angehauchte Geschichte, mit der sich viele Jugendliche und junge Erwachsene identifizieren können. Das Album ist eher nachdenklich als rebellisch. „Kakao“ erzählt von negativen Erlebnissen in der Schule, „Klippe“ mit rhythmischen Klängen von einer verirrten Liebe.
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Die Tracklist funktioniert in Form eines Konzeptalbums: Nach der Schule folgt mit „Leere Zimmer“ die innere Abkehr von einem geordneten Erwachsenenleben und „Schön genug“ beschäftigt sich als Gitarrenballade mit pubertären Selbstzweifeln. Abends geht es dann auf die Piste mit ihren sozialen Beziehungen wie in „Nüchtern“, „Lina, was ist los mit dir?“ und „Freunde oder mehr“. Gerade in den letzten Stücken des Albums klingt LINA sehr authentisch und bei sich selbst angekommen. Es sind keine Songs zum Party-Soundtrack, sondern sehr reflektierte Texte mit Ich-Botschaften.
Mit dem Berliner Songwriter und Produzenten Benjamin Bistram sowie David Bonk und Julia Bergen, mit denen sie schon seit ihren Anfängen arbeitet, hat LINA sich ein Album erkämpft, das dem Druck standhält. Geholfen hat eine Straightness und Klarheit in den Lyrics, vor der man den Hut ziehen muss: Schnörkellos, nur mit cleverer Wortwahl und entwaffnender Ehrlichkeit ausgestattet, versteckt sich hinter jedem Throwback Treibsand. „Julia, David und ich sind schon lange befreundet und verstehen uns blind, trotzdem waren die Themen, die mich auf 24/1 beschäftigen, auch für sie unerwartet. Ich will keine Haken mehr schlagen. Ich möchte auch dadurch Vorbild sein, dass ich ehrlich sage, wie es mir geht. Mir selbst hilft es auch, wenn ich Songs höre und das Gefühl habe, nicht allein zu sein. Wenn ich mich verstanden und aufgehoben fühle. In den sozialen Medien wird alles durch einen Filter geschickt, Musik ist für mich die Möglichkeit, ich selbst zu sein – oder mich zumindest auf die Suche danach zu machen.“
Es ist gut, dass sich LINA fast fünf Jahre Zeit gelassen hat für dieses vierte Album, mit dem sie die Pubertät abschüttelt und sich als anspruchsvolle neue Songpoetin etabliert. Man darf sich auf die Livetour freuen, die im April startet.
LINA ist auf der Reise zur erwachsenen Künstlerin. Sie ist unterwegs, irgendwo da draußen auf der Strecke zwischen zwei Stationen und hat sich entschieden, ihren Ängsten in die Augen zu sehen.
Nachdem Gewinn eines Musikwettbewerbs beim KIKA mit 15 und den folgenden Jahren als Musikerin und preisgekrönte Kinoschauspielerin möchte sie jetzt, mit 25, das Spotlight auch auf die düsteren Ecken richten und alle Facetten ihrer Persönlichkeit zeigen.
Eines der inneren Monster, mit denen sich auch ihr kommendes Album, das im Februar 2023 erscheint, auseinandersetzt, ist das Thema Selbstakzeptanz.
Stellvertretend für eine ganze Generation gibt LINA auf ihrer neuen Single SCHÖN GENUG mit bestürzender Direktheit zu, dass sie mit sich kämpft: „Wer mich kennt, weiß, dass das schon immer ein prägendes Ding bei mir war. Das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Wo ist der Punkt, an dem man ‚Nein‘ sagt und zu sich steht? Früher habe ich versucht, Probleme mit einer Leichtigkeit zu überspielen, die gar nicht mehr wirklich in mir wohnte. Wenn man älter wird, verändert sich die Sichtweise und man beginnt zu verstehen, dass die Batterie leerläuft, wenn man sich nicht vernünftig um sich kümmert.“
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Wie an vielen Stellen auf 24/1, ihrem bereits vierten Album, unterstreicht LINA ihre Message mit einem Arrangement, das aufs Wesentliche reduziert ist. Mehr als ruhiges Gitarrenpicking, samtene Backings und kristallklare, beinahe gesprochene Vocals sind nicht nötig, um klarzumachen, dass das hier die ungeschönte Wahrheit ist: „Ich möchte Vorbild sein, indem ich ehrlich bin. Mir hilft es, wenn ich mich durch Songs verstanden und aufgehoben fühle.
In den sozialen Medien wird alles durch Filter geschickt, Musik ist meine Chance, ich selbst zu sein – oder mich zumindest auf die Suche danach zu machen.“ Hinter transparentem, leichtfüßigem Sound ist SCHÖN GENUG ein knallharter Blick in den Spiegel. Nicht nur, weil man ihn so von LINA vielleicht nicht erwartet hätte, sondern auch weil unter dem Diktat von Instagram und Co. ihre Abgründe vermutlich auch unsere sind.
SCHÖN GENUG ist die dritte Single aus LINAs kommendem Album „24/1“, das am 24. Februar 2023 erscheint.
Bryan Ferry ist mittlerweile 77 Jahre alt, bekannt geworden als Frontman von Roxy Music und auch heute noch solo unterwegs. Sein vibratolastiger Gesang ist ein Alleinstellungsmerkmal – und man wird die Ohrwürmer einfach nicht los, wenn man seine Songs im Radio hört.
Das neunte Soloalbum „Mamouna“ erschien im Jahr 1994 und war das erste Werk mit originalem Songmaterial nach sieben Jahren. Ferry war die Zeit wohl selbst zu lang geworden und er arbeitete parallel an dem Coveralbum „Taxi“, das im Jahr 1993 erschien. Für ihn selbst schien es eine Art Therapie zu sein. Nach einigen schwierigen Jahren war es ein Erfolgserlebnis, eine Sache gut durchdacht und schnell zu Ende zu bringen. Und die erste Single „I Put a Spell on You“, die das Album eröffnet, gab ihm Recht.
Gute Cover bringen Ferrys Ausnahmestimme seit jeher perfekt zur Geltung. Schon seine erste Solo-LP „These Foolish Things“ im Jahr 1973 war eine Sammlung von Doo-Wop-, Rock’n’Roll- und R&B-Songs, die für seine musikalische Entwicklung sehr wichtig waren. Nun gab es den Soul von „Will You Love Me Tomorrow“, das starke „All Tomorrows Parties“ von Velvet Underground und ein Folk-Traditional wie „Amazing Grace“. Und wer denkt, das Stück sei zu abgenudelt, darf sich gern eines Besseren belehren lassen.
Bryan Ferry singt durchgehend mit sanftem Schmelz und viel Melancholie in der Stimme. Diese Versionen klingen auch nach fast dreißig Jahren noch wundervoll und berührend. Das kurze „Because You’re Mine“, das Bryan für den stilvollen Abschluss selbst geschrieben hat, fügt sich am Ende perfekt in die Tracklist ein.
„Taxi“ schoss bei seiner Veröffentlichung auf Platz 2 der britischen Album-Charts, sechs Jahre nach dem von der Kritik gefeierten Album „Bête Noire“ von 1987. Produziert wurde „Taxi“ von Bryan Ferry und dem britischen Gitarristen Robin Trower. Jetzt wird es zum ersten Mal seit seiner Erstveröffentlichung neu aufgelegt. Das Album erscheint auf gelbem Vinyl in limitierter Auflage und als CD in einer limitierten übergroßen Hülle im japanischen Stil mit neuem Artwork, persönlich ausgewählt von Bryan Ferry.
Der irische Songwriter Gilbert O’Sullivan gehört zu den größten und angesehensten Songwritern seiner Generation. Seine einzigartige Mischung aus melodischer Kunstfertigkeit, geistreichem Wortwitz, thematischer Schärfe und surrealistischem Humor hat ihm eine großartige und andauernde Karriere beschert. Seine Fähigkeit, Lieder zu schreiben, hat Mode, weltweite Millionenseller und Kritikerlob überlebt und überdauert.
Zum Durchbruch verhalfen ihm Ende der 60er Jahre The Tremolos, die zwei seiner Songs aufnahmen. Und der eigene Durchbruch kam schließlich 1970 mit „Nothing Rhymed“, das Platz 8 der britischen Charts eroberte. Sein größter Hit “Alone Again (Naturally)” dürfte nur denjenigen noch bekannt sein, die in den 70er Jahren auf Braut- oder Bräutigam-Schau gingen und ihn in der Disco für einen langsamen Engtanz nutzten. Auch das tanzbare “Get Down” und die Ballade “Clair” waren überaus erfolgreich und wurden in den Discotheken landauf landab gespielt. Seine Karriere kam durch einen Rechtsstreit mit Label und Management komplett zum Erliegen, doch in den 90ern schaffte er ein respektables Comeback – erstaunlicherweise vor allem in Japan.
Nach dem Album „Driven“, das erst kürzlich erschien (HIER unsre Review), gibt es nun eine umfangreiche Best-of-Compilation mit 67 Songs auf drei Silberlingen. Diese sind thematisch aufgeteilt:
CD1 mit dem Titel „Get Down“ enthält 23 lebhafte Songs, darunter „Get Down“, „Matrimony“, „So What“ und „Take Love“ (feat. KT Tunstall). CD2, „Alone Again“, enthält 22 weitere melancholische und nachdenkliche Momente aus der Karriere des Handwerksmeisters, darunter den weltweiten Hit und viel gecoverten Song „Alone Again (Naturally)“, „Nothing Rhymed“, „Tomorrow Today“ und das jüngste „Let Bygones Be Bygones“ (feat. Mick Hucknall). Die bekannten Features passen gut zu den Stücken und zeigen zudem, dass Gilbert über ein gewaltiges Renommee in Künstlerkreisen verfügt. CD3 nennt sich „Love… Gilbert“ und präsentiert 21 Songs fürs Herz. Darunter „What’s In A Kiss?“, „Clair“ und „Can’t Think Straight“ (Duett mit Peggy Lee) sowie den Bonustrack „Christmas Song (I’m Not Dreaming Of A White Christmas)“.
Diese Best-of ist die ultimative Hommage an Gilbert O’Sullivan und zeigt, dass er schon immer und immer noch ein feines Händchen für eingängige Melodien und eine poppig-verspielte Produktion hat. Der wirklich große Welterfolg war ihm nie gegönnt, doch diese Retrospektive beweist eindrucksvoll, dass sein Hit in den 70ern keine Eintagsfliege war. Nur das letzte Quäntchen Glück hat gefehlt, und er wäre jetzt ein Megastar.
Black Sabbath wurden 1969 von ehemaligen Mitgliedern einer Schulband gegründet und gehörten bis zur endgültigen Auflösung im Jahr 2017 zur Speerspitze von Hardrock und Heavy Metal. Das düstere Debütalbum zwischen Melancholie und Aggressivität sollte das Genre auf Jahrzehnte prägen, doch es gab auch viele Tiefpunkte in der Bandkarriere. Das Hop-on-Hop-off von Ozzy Osbourne beispielsweise – und das Desaster mit Dave Walker als Live-Ersatz.
Ende der 70er Jahre gab es eine Reihe von Besetzungswechseln, die bei den Fans und in der Musikwelt für Konfusion sorgten. Doch mit der Verpflichtung von Ronnie James Dio als Sänger kam endlich wieder Ruhe in die Band. Dieser hatte zuvor schon bei Elf und Rainbow gesungen. Mit ihm entstanden die Albumklassiker „Heaven and Hell“ und „Mob Rules“, die nun nach über vierzig Jahren wieder in respektablen Deluxe-Versionen aufgelegt werden.
Dio beteiligte sich auch am Songwriting und das Ergebnis wurde melodischer als alles, was Black Sabbath bis dahin gemacht hatten. Bis heute ist es ein Klassiker des Heavy Metal und der Frontmann macht einen herausragenden Job. Seine Stimme ist einfach gewaltig und er kann sich bestens gegen das Riffgewitter der Kollegen durchsetzen. Dass die Platte zudem auch noch dem Doom Metal den Weg in die breiteren Hörerschichten ebnete – geschenkt.
Die Deluxe Edition erschien am 4. November und bietet zunächst ein schön aufgemachtes Digipack mit zwei Silberlingen. Das Artwork ist liebevoll gestaltet und man findet ein informatives Booklet vor. Künstler Lynn Curlee gibt einen Einblick in seine Arbeit und der Text von Kory Grow (Rolling Stone Magazin) ist entsprechend illustriert.
Die Bonus-CD liefert einige Schmankerl: B-Seiten der Single und Livemitschnitte aus den Jahren 1980-82. Die unbändige Energie der Band kann man anhand dieser Dokumente fabelhaft erleben.
„Mob Rules“ erschien ursprünglich im Jahr 1981 und war – wie man so schön sagt – der Anfang vom Ende. Mit Platz 12 in UK und Platz 29 in den USA war es immer noch extrem erfolgreich, doch die neuen Spannungen im Bandgefüge waren schon zu spüren. Es gab weniger Bombast, der Sound war (passend zum düsteren Coverartwork) sehr aggressiv.
Der neue Schlagzeuger Vinny Appice brachte eine neue Dynamik in den Release. Textlich gab es einige Fantasy-Elemente, doch ganz wollte man sich vom Bösen nicht lösen: „E5150″ ist ein Codewort für „Evil“, wenn man die Zahlen in römische Ziffern umwandelt. Tracks wie „The Sign Of The Southern Cross“, „Turn Up The Night“ und der Titeltrack funktionieren bis heute.
Erste Bonus-Tracks gibt es bei diesem Release, der am 18. November erscheint, bereits auf CD 1: B-Seiten und Liveaufnahmen von 1981 und 1982 aus dem Hammersmith Odeon und dem Portland Memorial Coliseum. CD 2 setzt die Liveaufnahme aus Portland fort.
Auch hier ist der Digipack sehr gelungen. Wieder gibt Kory Grow einen Überblick zum Geschehen und der Artwork-Künstler (diesmal ist es Greg Hildebrandt) kommt zu Wort.
Montgomery Bernard „Monty“ Alexander ist ein weltberühmter Jazzpianist und Melodicaspieler. Im Jahr 1948 begann er bereits mit vier Jahren damit, Klavier zu spielen. Die Anzahl seiner späteren Einspielungen ist Legion. Im Jahr 2011 war er gar für den Grammy nominiert.
Die vorliegende Veröffentlichung „The Montreuy Years“ zieht sich durch die Jahrzehnte. Von 1993 bis 2016 ist er vier Mal in unterschiedlichen Besetzungen beim „Montreux Jazz Festival“ aufgetreten – und hier gibt es eine starke Zusammenfassung der Sets.
Als Monty im Jahr 1976 zum ersten Mal in Montreux auftrat, war er bereits ein unglaublich erfolgreicher Künstler – und doch war der Auftritt beim Montreux Jazz Festival ein ebenso bedeutender wie großer Karrieresprung. „Montreux war wie eine Olympiade. Bis dahin war ich als Jazzmusiker unterwegs und spielte in den USA in ganz gewöhnlichen Clubs. Die Leute dort waren nicht sonderlich an intellektuellen Inhalten interessiert, sie wollten nur, dass die Musik swingt. Nach Montreux und damit an diesen wunderschönen Ort, umgeben von Bergen, und mit einem so intelligenten, leidenschaftlichen Publikum zu gehen und dort und mit all diesen unglaublichen Musikern zu spielen… ich war einfach begeistert. Tatsächlich musste ich mein Ego ziemlich in Schach halten. Es war ein sehr weiter Weg – seit meiner Kindheit in Kingston, Jamaika, die eine vollkommen andere Welt ist.“
1993 war man in Trio-Besetzung am Start und das Zusammenspiel ist wirklich erstklassig, davon zeugen „Linstead Market“ und „Renewal“. 1996 begleitete ihn das beschwingte Jamaican Project, das seine musikalischen Wurzeln zum Klingen brachte. 2014 und 2016 war es der Harlem Kingston Express. Es wird gewirbelt und gejammt, was das Zeug hält. Wer auf guten, klassischen Jazz mit weltmusikalischen Einflüssen steht, wird an diesem Release nicht vorbei kommen.
In seiner insgesamt nunmehr sechs Jahrzehnte umspannenden Karriere hat sich Monty Alexander einen ganz hervorragenden Ruf erarbeitet, indem er sowohl in die Welten des amerikanischen Jazz, als auch populärer wie der Musik seines Heimatlandes Jamaika eingetaucht ist, auf höchst kreative Weise Brücken zwischen diesen geschlagen und doch jedem dieser Welten auch seinen eigenen Raum für einen zutiefst authentischen musikalischen Ausdruck gegeben hat. Seit jeher stolz auf seine Wurzeln verbindet Monty mühelos sein legendäres Klavierspiel mit anderen musikalischen Einflüssen, einschließlich dem seines Landsmannes Bob Marley zu hören auf dem großartigen „No Woman No Cry“, dessen Live-Version mit dieser Veröffentlichung erscheint.
Die Mitschnitte wurden fachmännisch restauriert und in HD-Audioqualität neu gemastert. „The Montreux Years“ erscheint auf hochwertigem, audiophilem, schwerem Vinyl und auf CD in MQA-Qualität. Zusätzlich enthalten sind brandneue Liner Notes, die auf einem Interview mit Monty basieren, sowie seltene Fotos von seinen Montreux-Shows.
Bereits im Jahr 2007 gab es mit „Absolute Garbage“ eine umfassende Best-of-Kollektion der Band aus Madison/Wisconsin, doch seitdem sind wieder drei weltweit erfolgreiche Studioalben erschienen. Grund genug also, das Gesamtwerk mit einer neuen musikalischen Anthologie zu bedenken. Seit 1993 spielt das Quartett um die schottische Frontfrau Shirley Manson in Urbesetzung und besticht durch gleichbleibende Qualität.
„Anthology“ enthält Repertoire aus der gesamten beeindruckenden, fast 30-jährigen Karriere von Garbage. Darunter befinden sich Songs vom 1995er Debütalbum „Garbage“ bis hin zu Tracks von der jüngsten, von der Kritik gefeierten LP „No Gods No Masters“, die 2021 erschien. In einer Mischung aus Grunge und Alternative Rock gibt es elektronisch angehauchte Kracher, die meist rockig und tanzbar um die Ecke kommen. Die Vocals sind mal düster, mal ruhig, mal rhythmisch – aber immer einzigartig.
Fotocredit: Brian Ziff
Die Zusammenstellung enthält alle klassischen Garbage-Hits, die man erwarten würde, wie „Stupid Girl“, „Queer“, „Only Happy When It Rains“, „Special“ und den Fan-Hit „The Trick Is To Keep Breathing“. Ebenfalls enthalten sind der brillante Bond-Song „The World Is Not Enough“, „#1 Crush“, ihr mittlerweile kultiger Beitrag zu Baz Luhrmanns „Romeo und Julia“ und ihre aktuellen, politisch brisanten Singles „No Gods No Masters“ und „The Men Who Rule The World.“
Shirley Manson sagt dazu: „Diese Anthology ist ein Zeugnis von fast drei Jahrzehnten gemeinsamer kreativer Arbeit, unserer kollektiven Hartnäckigkeit und unserer erschreckenden Fähigkeit als Gruppe, regelmäßig rituelle Demütigungen zu ertragen. Ungeachtet der unvermeidlichen Veränderungen und Gezeiten in der Musikindustrie sind wir überrascht, dass wir immer noch hier sind, Platten machen und um den Globus touren. Das ist zu einem nicht geringen Teil das Ergebnis der erstaunlichen Unterstützung, die wir von unseren Fans erhalten. Unsere Liebe und unser Dank an alle, für alles“.
Das bisher unveröffentlichte „Witness To Your Love“ ergänzt die Tracklist aus schmissigen 35 Songs auf zwei Silberlingen um einen melodischen Rocksong mit starken Gitarren. Auch wenn zwischen den Alben meist 4-5 Jahre vergehen: Garbage sollte man immer auf dem Schirm haben!
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Bryan Ferrys achtes Solo-Studioalbum „Taxi“ wird zum ersten Mal seit seiner Erstveröffentlichung im März 1993 neu aufgelegt. Das Album erscheint am 25. November 2022 auf gelbem Vinyl in limitierter Auflage und als CD in einer limitierten übergroßen Hülle im japanischen Stil mit neuem Artwork, persönlich ausgewählt von Bryan Ferry.
Die Ankündigung folgt genau auf den 50. Geburtstag von Roxy Music, den die Band mit einer Tournee durch Nordamerika und Großbritannien feierte, die von Kritikern und Fans weithin als triumphaler Karrierehöhepunkt mit atemberaubenden Live-Auftritten einiger der beliebtesten und erfolgreichsten Songs.
Neben seinem unvergleichlichen Songwriting als Frontmann und Bandleader von Roxy Music und als produktiver Solokünstler bleibt Bryan Ferry ein Meister der Cover-Versionen. Von der Veröffentlichung seiner ersten Solo-LP „These Foolish Things“ im Jahr 1973 – eine Sammlung von Doo-Wop-, Rock’n’Roll- und R&B-Songs, die für seine musikalische Entwicklung so wichtig waren – bis hin zur „Love Letters“ EP von 2022, auf der vier klassische Liebeslieder neu interpretiert wurden.
Fotocredit: Simon Emmett
Während sich „Taxi“ seinem 30. Jubiläum im März 2023 nähert, werden wir erneut an Bryan Ferrys lange Tradition erinnert, Songs aus der gesamten Musikgeschichte frei von Genre- und Zeitgrenzen neu zu erfinden. Das “Taxi”-Album enthält seine raffinierten, inspirierten Interpretationen von Jay Hawkins’ (Screamin) “I Put A Spell On You”, Carole King und Gerald Coffins “Will You Love Me Tomorrow” und Lou Reeds “All Tomorrow’s Parties”.
„Taxi“ schoss bei seiner Veröffentlichung auf Platz 2 der britischen Album-Charts, sechs Jahre nach dem von der Kritik gefeierten Album „Bête Noire“ von 1987. Produziert wurde „Taxi“ von Bryan Ferry und dem britischen Gitarristen Robin Trower.
Bei Lightning Seeds denkt man natürlich zunächst an den Song „Three Lions“ mit dem Untertitel „Football’s Coming Home“ aus dem Jahr 1996. Die offizielle Hymne der englischen Mannschaft sollte dem Gastgeber zur siegreichen Heim-EM verhelfen. Hat nicht ganz funktioniert (das Ausscheiden gegen Deutschland im Halbfinale ist legendär) – aber der Song wurde nicht nur in England zum Nummer 1 Hit, sondern er etablierte sich weltweit als neue große Fußballhymne. Ende der 90er Jahre konzentrierte sich Sänger Ian Broudie auf seine Solokarriere, was zunächst das Ende der Band bedeutete. Aber anlässlich der Fußball-WM 2006 und der damit verbundenen Neuauflage von „Three Lions (Football’s Coming Home)“ vereinten sich die Lightning Seeds wieder.
Dabei sollte man jetzt nicht den Fehler machen, die Band auf sportliche Stadionhymnen zu reduzieren. Damit würde man ihnen ebenso wenig gerecht werden wie hierzulande Sportfreunde Stiller. Auf „See You In The Stars“ liefert die Band zehn recht sanft arrangiert, fröhliche Popsongs, die Broudie trotz seiner 64 Jahre mit hoher Stimme interpretiert. Da werden Erinnerungen an selige Britpop-Zeiten wach.
Fotocredit: Tom Oxley
„Emily Smiles“ beispielsweise ist ein großartiger Song mit einem klaren Fokus: es geht um menschliche Verbundenheit. “‘Emily Smiles’ is about miscommunication and lives being changed by small moments and random events”, erzählt Ian Broudie über den Song. “It’s about desperation and the distances between us being unlocked with the magic inside a smile.”
Man höre sich nur die musicalmäßig aufgearbeitete Hymne „Sunshine“ an. Broudie ist in der Lage, magische Songs zu schreiben und hat sich über fast vier Jahrzehnte hinweg einen unvergleichlichen Ruf erworben, weil er auch weiß, wie er die Songs anderer Künstler mitgestalten kann.
Kaum zu glauben, dass es mehr als ein Jahrzehnt her ist, dass Lightning Seeds ihr letztes Album veröffentlicht haben. Endlich können wir mit der Veröffentlichung von „See You In The Stars“ die Rückkehr feiern. Eigentlich ist es ein lupenreines Sommeralbum, doch es kann auch im goldenen Herbst ein glückliches Lächeln in die Gesichter zaubern.
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2020 stiegen die Progmetaller CONCEPTION aus Norwegen nach über zwanzig ruhigen Jahren wie Phönix aus der Asche. Der neue Longplayer “State of Deception” hielt die für CONCEPTION typische Weite progressiver Sounds perfekt fest, vom symphonischen Melodrama bis zur Rockriff-Utopie. Die Euphorie war im Nachgang des aktuellen Albums so groß, dass Noise Records jetzt auch die vier genialen Alben aus den 90er Jahren neu auflegen – als CD Digipacks, auf Vinyl, jeweils mit bisher unveröffentlichten Bonustracks. Ein Fest für jeden Fan!
CONCEPTION wurde 1989 in Norwegen vom Dag Østby (Vocals), Tore Østby (Gitarre), Werner Skogli (Drums) und Freddy Samsonstuen (Bass) gegründet. Schon nach einem Jahr stieg Sänger Dag noch vor Erscheinen des Debütalbums aus und der kongeniale Roy Khan kam mit seiner Opernstimme ins Spiel, der nach dem Ende von CONCEPTION bei den US-Metallern KAMELOT tätig wurde.
Zunächst wollte man die aufkommende Thrashmetal-Welle reiten, doch nach und nach kristallisierte sich heraus, dass es in eine ganz andere musikalische Richtung gehen sollte. Das Line-Up wurde an den sich entwickelnden Musikstil angepasst und die lokalen Talente Arve Heimdal am Schlagzeug und Ingar Amlien am Bass verliehen der Band eine solide, groovy und einzigartig klingende Rhythmus-Fraktion. Zudem hatte man mit Roy jetzt einen Vokalisten, der kraftvoll und melodisch interpretierte und Bombast sowie Pathos den Boden bereitete.
„The Last Sunset“ war das Debüt und erschien mit altertümlichem Bandfoto-Cover auf eigenem Label. Nach ersten Erfolgen wurde es von Noise Records mit alternativem Cover neu veröffentlicht. Das Album wartete noch mit einem sehr harten Sound auf, der die Wurzeln im Thrashmetal deutlich machte. Roy brachte aber schon seine persönliche, sehr melodische Note mit ein. Und gerade diese Mischung sorgte für Aufsehen und machte das Album so einzigartig.
Nach dem Intro „Prevision“ liefert „Building a Force“ den perfekten Einstieg, der ebenso machtvoll klingt wie es der Songtitel andeutet. „Bowed Down With Sorrow“ und „Fairy’s Dance“ bestechen durch ihre energische Dynamik. Es gibt aber auch akustische Gitarren und gar Flamenco-Einlagen von Tore Østby. Der Grundstein für einen ganz eigenen Sound war gelegt. Während Grunge langsam aber sicher die rockigen Charts beherrschte, gingen CONCEPTION einen ganz anderen Weg und schufen sich ein melodisches Alleinstellungsmerkmal.
Als Bonus gibt es mit der Neuauflage drei Demoversionen, die es nicht zur Songreife geschafft haben.
Das erste reguläre Album bei Noise Records war „Parallel Minds“. CONCEPTION hatten sich inzwischen zur formidablen Liveband entwickelt und gossen ihre Energie in neue Songs. Khan und Østby hatten sich endgültig als Songwriter-Duo gefunden, da der Sänger jetzt alle Lyrics lieferte.
Es ist ein druckvolles und zugleich melodisches Album in der Tradition des Powermetal. Zudem machte die instrumentale Brillanz es auch für Freunde von Progressive Rock und Progmetal gut hörbar. Die Gesangs- und Melodielinien variieren von majestätisch bis leidenschaftlich. Ein sporadischer Einsatz von Keyboards rundet den endgültigen Klangkosmos ab, mit dem sich CONCEPTION in der Szene etablieren. Vom rockigen „Roll the Fire“ bis hin zum hymnischen Titelsong ist alles möglich.
Im Bonusbereich gibt es das Demo von „Silent Crying“ und die genannten Stücke „Roll the Fire“ sowie „Parallel Minds“ in fulminanten Liveversionen.
Das dritte Album bietet wie der Vorgänger ein fantastisches Cover, das man sich am besten im LP-Format anschaut. Es ist komplexer und progressiver als die Vorgänger und orientiert sich hörbar an Bands wie Queensrÿche sowie den komplexeren Werken von Iron Maiden. Dabei ist es immer Khans Ausnahmestimme, die den Tracks einen besonderen Drive mitgibt.
“Missionary Man“ und „Some Wounds“ schaffen eine recht mystisch-geheimnisvolle Atmosphäre, während „A Million Gods“ als Achtminüter sehr komplex und mit monumentaler Stärke daherkommt. Insgesamt ist „In Your Multitude“ ein wirklich episches Album mit komplexen Songstrukturen, das man keineswegs auseinanderreißen darf und immer am Stück hören sollte.
Ergänzt wird der neue Release wieder von zwei Demoversionen, darunter der Titelsong, und vom Stück „Gravity“, das sich ursprünglich als Bonus auf der japanischen Fassung fand.
Bis zum vorläufigen Ende haben CONCEPTION konsequent den Zweijahresrhythmus eingehalten und so erschien auch „Flow“ pünktlich im Jahr 1997. Doch musikalisch war plötzlich alles ganz anders, was man schon dem futuristischen Albumcover ansehen konnte. Plötzlich mischten sich elektronische Beats in die Tracks, ohne dass dies aber dem Hörgenuss schadete.
Schon der Opener „Gethsemane“ kommt mit sphärisch sterilen Klängen und läutet damit das moderne Albumkonzept ein. Erst wenn Gitarre und Vocals einsetzen, hört man wieder den typischen CONCEPTION-Sound. Roy Khan hat dabei eine sehr erzählende Ausrichtung, die dem Album keineswegs schadet. Mit “Tell Me When I’m Gone” und “Would It Be The Same” geht es dann auch wieder in hart rockende Gefilde. Geheimnisvoll mit einer Mischung aus Synthesizerklängen und starken Riffs war das vorerst letzte Album der Band ein respektablrer Parforceritt, der das Ende der Band umso schmerzvoller machte.
Im Bonusbereich finden sich diesmal das Demo von „Cry“, der Song „Hand on Heart“ von der japanischen Pressung und „Sundance“, das ursprünglich ein Bonus auf der „In Your Multitude“ LP war.
Fotocredit: Larsen Lanhed
Zur Neuauflage kommen die genialen Macher nochmal selbst zu Wort:
Tore: “Die Band zusammenzustellen und sich gemeinsam auf diese musikalische Reise zu begeben war ein wahres Abenteuer. Mit einem gemeinsamen Drang zu entdecken und uns selbst und unsere Musik weiterzuentwickeln zeigt jedes Album ganz klar die verschiedenen Phasen, die wir von Album zu Album durchlaufen haben. Wir sind heute genauso stolz auf jedes Album wie an den Tagen, als wir die Arbeit an ihnen abgeschlossen haben.”
Roy: “Es hat über die Jahre eine wachsende Nachfrage nach unseren ersten Alben gegeben und wir sind sehr froh, sie in Kooperation mit BMG endlich verfügbar machen zu können. Außerdem freuen wir uns sehr, in diesem Paket auch einige sehr alte Demos und bisher unveröffentlichte Songs aus den absoluten Anfangszeiten von Conception zu veröffentlichen. Diese frühen Demos demonstrieren noch eindeutiger die Reise und Entwicklung der Band vom Anfang bis dahin wo wir heute stehen. Viel Spaß damit!”
Alle vier Alben aus den 90ern seien versierten Metallern ans Herz gelegt. Wer CONCEPTION bisher noch nicht entdeckt hat, sollte jetzt schleunigst zuschlagen. Skandinavische Bands waren schon immer eine Wucht und sind es bis heute.
Als Daryl Hall & John Oates 2003 ihr sechzehntes Studioalbum „Do It For Love“ veröffentlichten, das Singles wie „Do It For Love“, „Man on a Mission“ und „Getaway Car“ enthielt, wurde es von Kritikern und Publikum gleichermaßen gelobt.
Nach dem 1997 erschienenen Album „Marigold Sky“ und einer sechsjährigen Veröffentlichungspause bewiesen Daryl Hall & John Oates mit den Songs von „Do It For Love“ erneut, warum sie eines der erfolgreichsten Duos der Musikgeschichte sind. Bei der Coverversion des Songs „Someday We’ll Know“ (im Original von The New Radicals) ist Todd Rundgren zu hören. Eine kreative Partnerschaft, die immer noch andauert – Todd und Daryl waren in diesem Jahr gemeinsam auf Tour.
Zur Veröffentlichung des Albums sagte Daryl Hall: „Ich glaube, wir sind eher unserem eigenen Instinkt gefolgt, als auf die Vorschläge anderer Leute zu hören. Ich denke, es ist wirklich ein Höhepunkt all der verschiedenen stilistischen Richtungen, die wir eingeschlagen haben, und wir haben sie alle zusammengeführt und an einem Ort konzentriert. Es ist eine sehr organische Platte, sie ist emotional, sie hat großartige Songs und Melodien – all die Dinge, an die Leute denken, wenn sie an Daryl Hall und John Oates denken, sind hier deutlich zu hören.“
Daryl Halls Einschätzung teilten auch andere, denn „Do It For Love“ wurde mit den besten Werken des Duos verglichen, darunter das Album „Abandoned Luncheonette“ von 1973 und das gleichnamige Debütalbum für RCA von 1975.
Rückblickend bewertet John Oates heute das Album so: „Es war interessant für mich, das erste Mal in London aufzunehmen. Mit einem neuen Produzententeam in einer Zeit zu arbeiten, in der sich die Popmusik nach dem Mega-Erfolg des ‚Boyband‘-Wahns im Umbruch befand, und gleichzeitig zu versuchen, die Integrität und den Sound zu bewahren, den Daryl und ich im Laufe der Jahre geschaffen hatten.“ Und Daryl stimmt dem zu: „Ein gutes Album“.
Dieses Album erscheint am 30.9.22 erstmals auf Vinyl als Doppel-LP und wird zudem als CD im Gatefold-Digipak neu aufgelegt.
Lina Larissa Strahl ist 1997 in Hannover geboren. Bereits im Alter von 15 Jahren nahm sie an der KiKA-Show „Dein Song” teil, ging mit ihrem Lied „Freakin‘ Out“ als Gewinnerin und „Nachwuchs Songwriterin des Jahres” hervor und begründete somit ihre Karriere als Sängerin und Schauspielerin. Kurz nach ihrem Sieg im KiKA TV-Format wurde sie von Star Regisseur Detlev Buck für die Hauptrolle in „Bibi & Tina -Der Film” gecastet und begab sich 2013 zum ersten Mal in die Rolle der singenden Hexe Bibi Blocksberg. Auch in den nicht minder beliebten Fortsetzungen „Bibi & Tina: Voll verhext“ (2014), „Bibi & Tina: Mädchen gegen Jungs“ (2015) und „Bibi & Tina: Tohuwabohu Total“ (2016) spielte Lina die Hauptrolle und begeisterte mehr als sechs Millionen Kinobesucher.
Für ihre schauspielerische Leistung in der Filmreihe wurde Lina mit dem Sonderpreis des New Faces Awards ausgezeichnet. Etwa zeitgleich begann die Arbeit an ihrem Debütalbum „Official“, das im Mai 2016 erschien – direkt gefolgt von Linas erster Tour durch sieben deutsche Großstädte. Im selben Jahr wurde Lina als Synchronsprecherin für die deutsche Fassung des Oscar-prämierten Disney-Animationsfilms „Vaiana“ engagiert, in dem sie der titelgebenden Hauptfigur ihre Stimme lieh.
Im Sommer 2017 November veröffentlichte sie ihr zweites Album „Ego“. Im Frühling 2018 folgte ihre bis dorthin größte Tour. Sowohl 2017 als auch 2018 wurde Lina in der Kategorie „Künstlerin Pop National” für den Echo nominiert. Nach einer Reihe von Open-Air-Konzerten im Sommer 2018, folgte im November 2018 Linas drittes Album „R3BELLIN“, welches auf Platz 2 der deutschen Albumcharts einstieg. Im Frühling 2019 startete die „Um zu Rebellieren“-Tour.
Nach der aufgrund von Corona abgesagten Tour im Frühjahr 2022, spielt Lina nun eine Reihe von Open-Air Shows im Sommer. Im Herbst startet der Musikfilm „Alle für Ella“ in den Kinos, in dem Lina die Hauptrolle spielt.
2022 nimmt Lina auch wieder neue Songs auf. Die erste Single erschien am 5. August:
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Wenn am 8.September das neue Filmhighlight „ALLE FÜR ELLA“ mit BIBI-&-TINA-Star Lina Larissa Strahl in der Hauptrolle der „Ella“ anläuft, kommen vor allem Musikfans voll auf ihre Kosten.
Die Komödie von Regisseurin Teresa Fritzi Hoerl erzählt die Geschichte der 18-jährigen Ella, die mit ihren drei Freundinnen an einem Musikwettbewerb teilnimmt, der zur Momentaufnahme eines ganz besonderen Augenblicks in ihrem Leben wird: Gemeinsam machen sie sich auf zum letzten großen Abenteuer vor dem Erwachsenwerden, meistern Hürden und Herausforderungen, entdecken die erste Liebe und was Freundschaft wirklich bedeutet.
Genau davon erzählen auch die Songs der vierköpfigen fiktiven Filmband Virginia Woolfpack. Gerade ist das zweite Video erschienen:
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Der offizielle Soundtrack zum Kinofilm wird ab 2. September 2022 und damit eine Woche vor Kinostart von ALLE FÜR ELLA digital sowie als CD erscheinen. Für die Songs und den Sound der fiktiven Filmband „Virginia Woolfpack“ zeichnen Julia Bergen und David Bonk–besser bekannt als das Komponist*innen Duo DaJu (LINA, Prinz Pi, Die Lochis, Glasperlenspiel u.v.m.) verantwortlich.
Running Wild wurde 1976 von Rolf Kasparek (dem legendären „Rock ’n‘ Rolf“), Uwe Bendig, Matthias Kaufmann und Wolfgang Hagemann in Hamburg gegründet. Die ersten Alben spielten noch mit einer okkulten Symbolik, doch spätestens mit „Under Jolly Roger“ im Jahr 1987 ging es raus auf hohe See – und da sollte das Heavy Metal Quartett erst einmal für längere Zeit bleiben.
Zum Abschluss der ersten Bandphase gab es damals zwei spannende Releases: 1988 erschien mit „Ready For Boarding“ das erste Livealbum der Band, die inzwischen in der Metalgemeinde Fuß gefasst hatte. Und 1991 veröffentlichte man in neuer Bandbesetzung (jetzt neben Rolf mit Axel „Morgan“ Kohlmorgen, Jens Becker und Rüdiger „AC“ Dreffein) neue Versionen von Songs der ersten drei Alben unter dem Motto „The First Years Of Piracy“.
Das Livealbum wurde am 9. und 10. November 1987 in München mitgeschnitten, als die Band dort an zwei aufeinanderfolgenden Abenden spielte. Vom Namen der Tournee, „Ready for Boarding“, leitet sich auch der Name des Albums ab, der perfekt zum neuen Piratenimage passte: „Klar zum Entern!“ hieß die Devise.
Im Set gab es Songs der ersten drei Studioalben, wobei „Branded And Exiled“ nur durch „Mordor“ vertreten war. In einer gelungenen Mischung aus Black und Heavy Metal war der Mitschnitt eine Standortbestimmung für alte und neue Fans. Allein das Intro „Hymn of Long John Silver“ ist legendär und der Übersong „Purgatory“ wurde seltsamerweise nie auf einem Studioalbum verwendet – er feierte auf dieser Tour quasi Premiere und fand sich auch später hartnäckig in vielen Livesets. Auf jeden Fall ein großartiges Livealbum mit enormer Spielfreude, das lange Zeit nicht mehr erhältlich war. Die Neuauflage ist überfällig und die wuchtige Produktion hat nicht gelitten.
Für den neuen Release gibt es zudem ein besonderes Schmankerl: Auf der Bonus-DVD findet sich ein Mitschnitt der „Death Or Glory“ Tour vom Oktober 1989 in Düsseldorf. Dieser erschien weiland im VHS Format und ergänzt diesen Digipack perfekt. Die Aufmachung ist sehr wertig, das Booklet vielleicht etwas spärlich gehalten.
Grundsolide ist auch der Best-of-Release „The First Years Of Piracy“ in neuer Besetzung. Auch hier geht es um die ersten drei Bandalben, wobei die Songs diesmal gleichmäßiger verteilt sind. Die meisten Songs klingen besser als die Originale. Rockig, mit viel Wucht, ohne dabei die melodische Seite aus dem Blick zu verlieren. Viele Fans werden Running Wild erst mit „Under Jolly Roger“ entdeckt haben. So machen vor allem der gleichnamige Song und Hymnen wie „Raise Your Fist“, „Raw Ride“ und „Diamonds Of The Black Chest“ Laune.
Damals war es die beste Gelegenheit, den Running Wild Sound der 80er mit neuen Meistern an den Instrumenten in die 90er zu retten. So war es eigentlich auch mehr als ein Best Of. „The First Years Of Piracy“ fasste den Ur-Sound der Band gekonnt zusammen – und Rolf an den Vocals war ohnehin über alle Zweifel erhaben.
Das Booklet enthält die Lyrics und einige nostalgische Fotos. Ein gelungener Rückblick auf das erste Kapitel einer Band, die bis heute relevant ist.
In den letzten 50 Jahren war Bill Bruford einer der originellsten und innovativsten Schlagzeuger in den unterschiedlichsten musikalischen Genres. Die neue 6CD-Box „Making A Song and Dance: A Complete-Career Collection”, die am 29. April von BMG veröffentlicht wird, präsentiert zahlreiche Höhepunkte aus Brufords großartiger Karriere.
Von seinen Anfängen bei der Progressive Rock-Legende YES über ein Vierteljahrhundert bei King Crimson bis hin zur bahnbrechenden Jazz-Fusion, die er mit seinen eigenen Projekten Bruford und Earthworks realisierte, wollte Bill Bruford stets die Grenzen der von ihm gewählten Disziplin voll ausloten – und weiter ausreizen. Dieser Wunsch, Konventionen in Frage zu stellen, ermöglichte einige atemberaubende Momente. Bruford avancierte zu einem der gefragtesten Schlagzeuger für die Zusammenarbeit mit Top-Musikern auf der ganzen Welt.
„Mein Interesse galt dem breiteren Diskurs über das Schlagzeug und das Schlagzeugspielen und nicht irgendwelchen Vorstellungen von Erfolg oder Ruhm“, sagt Bruford. „Auf letzteres konnte ich wenig Einfluss nehmen, aber in den 1960er Jahren war der Diskurs weit offen und ein sinnvoller Beitrag schien überall möglich. Der Kontext, in dem der erste Song des Boxsets entstanden ist, hat fast nichts mit dem Kontext zu tun, in dem der letzte Titel vier Jahrzehnte später entstanden ist.“
Bruford erklärt weiter: „Es wurde sehr viel Wert auf den Begriff des Unterschieds gelegt. Ich wollte anders klingen als Zeitgenossen wie Carl Palmer (ELP), Brian ‚Blinky‘ Davison (Nice) oder John Bonham (Led Zeppelin). Ich dachte mir, wenn ich es vorher noch nicht gehört hatte, dann hatten es die anderen Jungs in der Band wahrscheinlich auch nicht. Meine Existenzberechtigung war es, mir interessante Dinge für das Schlagzeug auszudenken. Ich dachte auch, dass sie mich dafür bezahlen würden. Es war mir ziemlich egal, was die Kritiker, Kommentatoren oder Musikwissenschaftler dachten, und das sollte für viele Jahre mein Grundstein, mein Modus Operandi bleiben.“
Für die neue Anthologie hat Bruford Songs aus seiner gesamten Karriere ausgewählt, die Werke von 23 verschiedenen Künstlern und Bands aus einem Zeitraum von 40 Jahren umfassen. „Ich habe es bewusst vermieden, sie in Branchenkategorien wie ‚Progressive Rock‘, ‚Fusion‘ oder ‚Jazz‘ einzuordnen“, fügt Bruford hinzu, „weil die meiste Musik, mit der ich in Verbindung gebracht wurde, nur sehr schlecht in solche Schubladen passt – ich denke da an runde Löcher und eckige Stifte.“
Das 6CD-Boxset „Making A Song and Dance: A Complete-Career Collection“ enthält Tracks von YES, King Crimson, Bruford, Bill Bruford’s Earthworks, seine Arbeit mit den weltberühmten Gitarristen Al Di Meola, Steve Howe und Kazumi Watanabe sowie die Zusammenarbeit mit den Keyboardern Patrick Moraz und Michiel Borstlap und vielen anderen. Die Box bietet weiterhin eine ausführliche, von Bruford verfasste Biografie mit seltenen Fotos. Das äußere Artwork der Box, die aufklappbaren CDs und das Booklet wurden von Brufords langjährigem Künstler und Grafikdesigner Dave McKean entworfen.
Bill Bruford war Gründungsmitglied (1968 – 1972) der Progressive Rock-Pioniere YES und als Musiker und Komponist an deren Genre-definierenden Trilogie „The YES Album“, „Fragile“ und „Close To The Edge“ beteiligt. Als Mitglied von Anderson Bruford Wakeman Howe (ABWH) im Jahr 1989 und für das Album und die Tournee von YES „Union“ folgte in den Jahren 1991 und 1992 eine Fortsetztund dieser Zusammenarbeit. Im Jahr 2017 wurde er als Mitglied von YES in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.
Bruford, der für seine klingende Metalltrommel, knackige Beckensounds und das Gespür für komplexe Taktarten bekannt war, suchte nach neuen Herausforderungen. Die sich ständig verändernden musikalischen Horizonte von King Crimson boten ihm die Möglichkeit, in den folgenden 25 Jahren zu forschen und zu experimentieren. Bruford vervollständigte seinen Hattrick bei den Prog-Giganten, indem er sich 1976 Genesis anschloss, für deren erste Tournee mit Phil Collins als damals neuen Sänger.
Neben seiner Arbeit mit King Crimson tourte er mit National Health, war Mitglied der All Star Band UK und leitete seine Jazz-Fusion-Band Bruford.
1986 gründete er Bill Bruford’s Earthworks, um seine Liebe zum Jazz weiter zu vertiefen, ein Projekt, das bis zu Brufords Rückzug aus der Musik im Jahr 2009 andauern sollte. Nebenbei gründete Bruford die beiden Plattenfirmen Winterfold Records und Summerfold Records. Er war ein gefragter Partner von Künstlern wie Patrick Moraz und Michiel Borstlap, wirkte aber auch an Werken von Roy Harper, Al Di Meola, David Torn, Kazumi Watanabe und vielen weiteren Musikern mit. Während dieser Zeit gab er weiterhin weltweit Workshops, unterstützt von Tama Drums und Paiste Cymbals.
Bill Brufords Leistungen wurden unter anderem durch die Aufnahme in die Top-20-Liste der „Greatest Drummers of All Time“ des Magazins Rolling Stone gewürdigt. Nach seinem Rückzug von öffentlichen Auftritten im Jahr 2009 verfasste Bill Bruford eine Autobiografie (2009) und erhielt 2016 einen Doktortitel in Musikwissenschaft von der University of Surrey. Sein jüngstes Buch „Uncharted: Creativity and the Expert Drummer“ (2018) ist bei der University of Michigan Press erschienen.
„Der ultimative Optimist ist ein Mensch, der einfach immer weiter ans Gute glaubt und mit dem Besten rechnet – selbst im Angesicht des Schlimmsten“, kommentiert Bryan Adams den Kerngedanken des Songs „Never Gonna Rain“. Der ist quasi das Mottostück des neuen Albums „So Happy It Hurts“. Doch so viel Fröhlichkeit tut natürlich nicht wirklich weh. Bryan Adams, kanadischer Superstar und bisweilen auch gefeierter Starfotograf, zelebriert auf seinem neuen Album Feelgood-Music in der reinsten Form. Eine solche Hommage an die Rockmusik vergangener Jahrzehnte gab es aus seiner Feder schon lange nicht mehr.
„Die Pandemie und Erfahrung des Lockdowns haben mir wirklich gezeigt, wie einem jede Spontaneität genommen werden kann. Von einem auf den anderen Tag gab es keine Touren mehr, niemand konnte einfach so ins Auto springen und losfahren“, kommentiert Adams. „Der Titelsong handelt genau davon: Es geht um Freiheit, um Unabhängigkeit, Spontaneität und um diesen Glücksrausch, den man bekommt, wenn die offene Straße vor einem liegt. Das gleichnamige Album verhandelt eine Reihe von flüchtigen Dingen im Leben, in denen jedoch genau genommen das Rezept zum Glück schlummert – wobei menschliche Bindungen dabei die wichtigste Rolle spielen!“
Eingepackt wird diese Symbolik in Oldschool-Rock und Uptempo-Ohrwürmer. Mit seiner markanten Stimme, die auch mit 62 Jahren noch felsenfest und rauchig durch die Boxen halt, singt er Hymne um Hymne. Ein Fest für die Stadien dieser Welt, die er hoffentlich bald wieder bespielen darf. Nur selten wird es mal ruhig wie in der Bluesnummer „On The Road“. Viel lieber geht Adams in die Vollen und startet „Kick Ass“ mit einer Hörspieleinlage, die eines Meat Loaf würdig erscheint. Der Songtitel sagt alles: Da kickt uns die pathetische Rocknummer alle Düsterheit und Nachdenklichkeit aus dem Leib. Es wird gefeiert auf Teufel komm raus.
Auch wenn „You Lift Me Up“ und „Always Have, Always Will“ sehr gefühlvoll um die Ecke kommen, liegt der Schwerpunkt diesmal eindeutig auf den schnellen Nummern und der reinen Lehre des Rock’n’Roll. Ja, Bryan Adams kann das noch – und er liefert ein solides Album für die Generation, die mit ihm gealtert ist.
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Nachdem wir auf dem 2021 veröffentlichten „She Walks In Beauty“ nur die lyrische Sprechstimme von Marianne Faithfull genießen konnten, hören wir sie nun wieder singen: Ihr Studioalbum „Vagabond Ways“ aus dem Jahr 1999 erscheint in einer erweiterten Neuauflage mit bisher unveröffentlichten Songs und Demoversionen.
In der wechselhaften Karriere der britischen Sängerin markiert „Vagabond Ways“ einen der vielen Wendepunkte. Nachdem sie in den Jahren davor ihre Biographie und die Interpretation der Kurt Weill-Oper „The Seven Deadly Sins“ veröffentlicht hatte, zeigt sie sich auf diesem Album musikalisch von einer sehr persönlichen Seite.
Die meisten Stücke, wie den Titelsong „Vagabond Ways“ oder „Great Expectations“, hat sie selbst mitgeschrieben und verarbeitet darin eigene Erlebnisse oder Beobachtungen, in einer Mischung aus kraftvollem Rock und düsterem Blues. Dabei transportiert ihre Stimme so viele Emotionen, dass man als Hörer wahrhaft mitleidet. Ergänzt wird das Album durch Titel wie „Incarceration Of A Flower Child“ von Roger Waters mit seinem faszinierenden Intro oder der groovenden Interpretation des „Tower Of Song“ von Leonard Cohen. In „After The Ceasefire“ verbindet Marianne Faithfull dann erstmals gesprochene Poesie mit einer musikalischen Begleitung.
Als Bonusmaterial enthält die erweiterte Edition zunächst Mariannes Interpretation des Bob Dylan-Song „Blood In My Eyes“ und die bisher unveröffentlichte Eigenkomposition „Drifting“, die sich in besonderer Weise auf „Blood in My Eyes“ bezieht, indem sie die Worte des Titels mehrfach zitiert. So entsteht trotz sehr unterschiedlicher musikalischer Stilrichtungen eine interessante Verbindung. Es folgen Demoversionen von „Vagabond Ways“, „Incarceration Of A Flower Child“, „Electra“ und „Tower Of Song“, die mit ihren meist noch eher schlichten Arrangements einen ganz eigenen Charme haben.
Ein ausführlicher Überblick im Booklet über die Entstehung des Originalalbums und die Entwicklung, die Marianne Faithfull dahin führte, rundet diese Neuauflage überzeugend ab. Für Fans auf jeden Fall eine Empfehlung!
Die Veröffentlichung von „Bettie James“ in der Gold-Edition liegt (digital) zwar schon etwas zurück – ein genauerer Blick auf dieses Album, das im Januar auch auf CD erschien, lohnt jedoch definitiv. Der Amerikaner Jimmie Allen, der es mit viel harter Arbeit und einem Quäntchen Glück vor ein paar Jahren geschafft hat, seinem Traum von einem Leben als Country-Musiker zu verwirklichen, ist hierzulande noch nicht so bekannt. Mit seinem ambitionierten Crossover-Projekt „Bettie James“ hat er allerdings die Chance, viele neue Fans auch abseits der Country-Szene zu gewinnen.
Der Titel des Albums setzt sich aus den Vornamen von Jimmie Allens verstorbener Großmutter und seines verstorbenen Vaters zusammen, die ihn beide auf unterschiedliche Weise musikalisch geprägt haben. Und so hat sich Allen für die ursprüngliche EP „Bettie James“ – die in der Gold Edition noch um neun neue Songs erweitert wurde – Kooperationspartner aus unterschiedlichsten Genres gesucht, vom Country-Duo LoCash über die Rapper Pitbull und Nelly bis zu Songwriter Keith Urban und Pop-Sängerin Noah Cyrus.
Die ersten beiden Stücke „Get Country“ und „Home Sweet Hometown“ verbreiten im klassischen Country-Style gute Laune und Heimatgefühle. Danach geht es aber schon ab in den Club – mit den lateinamerikanischen Rhythmen von „Flavor“ und dem chilligen „Sombody“. Die Gospelballade „Pray“ überzeugt mit ruhigem Piano, der gefühlvollen Stimme von Duettpartnerin Monica und einem wunderbar aufblühenden Refrain. Ebenso überzeugend ist auch das folgende „Boy Gets A Truck“ mit Keith Urban, eine Pop-Hymne mit treibendem Rhythmus.
„Forever“ ist eine bewegende Ballade, bei der sich die soulige Stimme von Babyface perfekt mit Jimmie Allens Gesang verbindet. Ähnlich emotional auch „Made For These“ mit dem großartigen Tim McGraw und „Why Things Happen“ mit seiner sehr nachdenklichen, aber auch hoffnungsvollen Botschaft. Alle Register zieht Allen bei „When This Is Over“, bei dem nicht nur Tauren Wells und Rita Wilson zu hören sind, sondern auch die Oak Ridge Boys mit einer eigenen Einlage.
Zwischendurch geht es mit „Good Times Roll“ oder „Freedom Was A Highway“ nochmal deutlich rockiger und unbeschwerter zu, ebenso wie mit dem Party-Song „Tequila Talkin’“, bevor das Album mit dem Duett „This Is Us“ mit Noah Cyrus seinen Abschluss findet.
Jimmie Allen beweist mit „Bettie James“ eindrücklich eine These, von der ich persönlich schon immer überzeugt war: Gute Musik lässt sich nicht an Genres festmachen, sondern überschreitet und sprengt solche Grenzen. Gemeinsam mit zahlreichen tollen Sängern und Musikern ist dem Künstler so ein Album gelungen, das bewegt, begeistert und ab und zu einfach nur Spaß macht – und genau so soll Musik sein!
„The Dream“ ist bereits das vierte Album der Alternative-Pop-Band aus Leeds. Seit ihrem zweiten Album vor acht Jahre, das den Spitzenplatz in UK erntete, sind Joe Newman, Gus Unger-Hamilton und Thom Green nur noch zu dritt unterwegs. Vor allem zu Beginn ihrer Karriere wurden sie mit Preise überhäuft. Ihr Debüt wurde mit dem Mercury Prize und dem Ivor Novello Award ausgezeichnet, „This Is All Yours“ wurde sowohl für den GRAMMY als auch den BRIT Award nominiert.
Die Musik ist auch auf Album Nummer 4 in weiten Teilen tiefenentspannt. Verträumte Folk-Synthiemelodien schaffen eine traumhafte Stimmung. Dabei ist das Thema des konzeptionell ausgerichteten Albums keineswegs einfach: die erzählten Geschichten sind von wahren Verbrechen inspiriert, es geht um Los Angeles und das Chateau Marmont Hotel. Schönheit und Dunkelheit liegen Seite an Seite und gehen oft nahtlos ineinander über – eine bewusste Entscheidung, die sich auf dem gesamten Album auszahlt.
Fotocredit: George Muncey
Die schillernde Instrumentierung der Band ist reifer geworden; es gibt immer noch abgefahrene Momente, aber eingesetzt mit einer kunstvollen Präzision. Es ist der Sound einer Band, die als Songwriter und Geschichtenerzähler gewachsen ist. Schon der Opener „Bane“ glänzt mit chorischen Klängen und einem stilvollen Arrangement. Als Gegenpol folgt das verstörende und stimmenverzerrte „U&ME“, während „Hard Drive Gold“ eine fröhliche kalifornische Stimmung verbreitet.
Ab Track 4 („Happier When You’re Gone“, „The Actor“) halten Traurigkeit und Melancholie Einzug. Hier kommt Newmans sonore, bisweilen weinerliche Ausnahmestimme voll zur Geltung. Wie Gospelsongs tragen „Get Better“ und „Chicago“ die rührselige Stimmung weiter, bevor „Philadelphia“ mit Streichern und opernhaften Einspielern trotz seiner Komplexität fast schon erlösend klar wirkt.
„Delta“ stimmt schließlich ein Wehklagen im A-cappella-Sound an. In die gleiche Kerbe schlägt auch der polyphone Abschluss „Powders“, während beide genannte Songs das elektronisch-atmosphärische Soundgewitter „Losing My Mind“ einschließen. Allerdings finde ich es schon vorteilhaft, dass der entschleunigte Gesang auf diesem Album in Vormachtstellung bleibt und die Synthies sich nie in den Vordergrund drängen.
„The Dream“ ist ein Album, für das man sich zurücklehnen und zuhören muss. Stimmungsvoll, schwermütig und poetisch zieht es den Hörer in seinen Bann. Groß und episch!
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