Bauchklang sind auf „Akusmatik“-Tour: Am 30.5.2013 gab es in der TUFA Trier den A-cappella-Rave

Bauchklang_Cover
DATUM» 30.05.2013
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Bauchklang – das Vocal Groove Projekt aus Österreich – gastierte am 30. Mai in der Trierer Tuchfabrik. Jetzt muss ich sagen, dass ich ja im weiten Feld des A-cappella-Gesangs schon einiges erleben durfte. Von den Hardrockern Van Canto, die mit fünf Vokalisten und einem Schlagzeuger gestandene Metalhymnen auf die Bühne bringen, bis hin zum Rap-Duo Aggro Hürth, das seine Hip-Hop-Weisheiten als Reinkarnation zweier Mitglieder der Wise Guys präsentiert. Aber was Bauchklang hier geleistet haben, war nochmal ganz speziell.

Leider hatten sich nur knapp unter 100 Zuschauer in der Tufa eingefunden. Für die Stimmung war das allerdings ganz gut, konnte so die Fläche vor der Bühne doch in eine riesige Tanzfläche verwandelt werden. Allein mit der Kraft ihrer Stimmen erzeugten die Österreicher nämlich die Atmosphäre eines heißen Dance-Clubs. Diese Form eines A-cappella-Raves stand den elektronischen Vorbildern in nichts nach. Die Beatboxer erzeugten Klänge von Hip-Hop, Reggae, Trance, Techno, Drum & Bass und Ambient Sound ganz ohne Instrumente. Wer die Augen schloss, konnte den Unterschied nicht bemerken.

Das Ergebnis war eine Meisterleistung an stimmlicher und klanglicher Vielfalt. Die Masse ließ sich von der Illusion treiben und die Tufa wurde zum heißen Dancefloor. Gäste enterten die Bühne und begannen im Überschwang der Emotionen zu rappen. Es war ein ganz besonderer Genuss.

Zugegeben: Wer sich nur von dem Label „A cappella“ hat in die Tufa locken lassen, wird etwas befremdet gewesen sein. Doch es gibt ja genug Möglichkeiten, sich vorab zu informieren, ob man solcherart Musik einen ganzen Abend lang ertragen kann. Fünf CDs sind erzwischen von dem Quintett erschienen. Das neue Album „Akusmatik“ gibt es gar als Vinyl-Album! Andere Vertreter des Genres dürften darauf wohl neidisch sein. Für Club-DJs kann es jedenfalls eine nette Bereicherung für die Plattensammlung darstellen.

Das Konzert dauerte nur knapp 70 Minuten, doch man konnte verstehen, dass den Stimmen hier Höchstleistungen abgefordert wurden. Übrigens hatten die Sänger bereits nachmittags auf dem Trierer Hauptmarkt Werbung für das Ereignis gemacht und ein (unerlaubtes) Spontankonzert gegeben. Schon praktisch, wenn man keine Instrumente braucht.