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Steve Howe erklärt die Liebe: “Love Is”

Steve Howe  •  Love Is
Veröffentlichungsdatum: 31.07.2020
Unsere Bewertung: 7 von 9 Punkten

Freunde von YES erkennen schon nach wenigen Takten seinen Stil an der Gitarre: Steve Howe, der legendäre Gitarrist, veröffentlicht sein 14. Soloalbum – und das ganze neun Jahre nach “Time”. Nachdem sonst meist die instrumentalen Stücke überwogen, gibt es diesmal eine ausgewogene Mischung aus fünf Instrumentals und fünf Songs mit Vocals.

Steve Howe spielt elektrische, akustische sowie Steel-Gitarre, Keyboards, Percussion und Bassgitarre und singt fünf Songs, während Yes-Sänger Jon Davison für Gesangsharmonien sorgt und auf den Gesangsspuren die Bassgitarre spielt. Die Drums wurden von Dylan Howe eingespielt.

Nach vielen Jahren der Entstehung des Albums präsentiert “Love Is” ein ausgefeiltes Hörerlebnis. Die Instrumentalstücke bieten unter anderem einen progressiven Rockgitarrenstil, dazu gibt es Lieder, die Geschichten über gelebtes und gerade erst begonnenes Leben erzählen. “Love Is A River” ist der zentrale Song, der nicht nur den Albumtitel erklärt sondern auch den Bogen vom Folk zum Prog schlägt.

“Ich habe das Album `Love Is´ genannt, weil es auf die zentrale Idee anspielt, dass Liebe wichtig ist, aber auch die Liebe zum Universum und zur Ökologie der Welt sind sehr wichtig”, sagt Steve Howe. “Alexander Humboldt ging um die Welt und erkannte, dass wir den Planeten zerstören, aber das ist 200 Jahre her. Wir zerstören den Planeten immer noch, und ich nehme an, meine Lieder zeigen die Sehnsucht, die ich nach der Liebe zur Natur habe, und wie Schönheit, Kunst und Musik alle aus der Natur stammen. Es gibt einen Titel über diese Dinge: Liebe, Schönheit, Ökologie, Natur und wunderbare Menschen. `Love Is A River´ schien mir einfach ein sehr wichtiger Song zu sein, eine Art Quintessenz mit vielen Stimmungen. – Weitere Songs entstanden in der Zeit, in der ich in meinem Studio schrieb.“

Der Mix aus elektrischen und akustischen Gitarren mit eingestreuten Synthesizer-Parts dürfte dem geneigten YES-Fan gut gefallen. Und allein die Tatsache, wie hier von den Yes-Größen und ihren Gästen polyphon und harmonisch gesungen wird, ist eine Wucht. Daneben erzählt die Gitarre ihre eigene Geschichte – und das ist es, was Howe schon immer ausgemacht hat und was er zur Vollendung geführt hat. Ein starkes Alterswerk des 73jährigen Briten.