Nicht nur für Skandinavien-Fans!
Vor einigen Jahren eroberte Tina N. Martin mit ihrem Debüt „Apfelmädchen“ auf Anhieb die schwedischen Bestsellerlisten. Mit „Sturmschreie“ setzt sie nun ihre erfolgreiche Thriller-Reihe um die Kommissarin Idun Lind fort.
Diese muss sich gemeinsam mit ihrem Kollegen Calle Brandt diesmal mit einer stark verstümmelten Leiche befassen, die im Fluss nahe der kleinen Ortschaft Harads gefunden wird. Es handelt sich um einen ehemaligen Insassen des nahe gelegenen Abschiebelagers, der allerdings schon über ein Jahr zuvor mit einer Aufenthaltsgenehmigung entlassen wurde.
Alle Spuren scheinen ins Leere zu führen – dann aber verschwindet Malik, ein weiterer Insasse des Lagers, auf dem Weg zu seiner Abschiebung. Und was haben der junge Autist Sebastian und ein exklusives Jagdhotel mit eigenem Gehege mit all dem zu tun?
Parallel zu den Ereignissen in Harads wird die Geschichte der jungen Syrerin Nadira erzählt, die zu Beginn des Bürgerkrieges mit ihrer Familie aus ihrer Heimat flieht. Ihr Schicksal scheint zunächst nicht mit dem aktuellen Fall zusammen zu hängen, berührt jedoch auf eindrückliche Weise und trägt dazu bei, dass wir als Leser auch die anderen Flüchtlinge als Menschen mit jeweils eigener Leidensgeschichte wahrnehmen.
Zusätzlich erzählt die Autorin immer wieder aus der Perspektive verschiedener Figuren – nicht zuletzt aus der des verschwundenen Malik – und verschafft dem Leser so einen Wissensvorsprung vor den Ermittlern. Als am Ende Iduns Freund Tareq als verdeckter Ermittler in das Abschiebelager eingeschleust wird, münden schließlich alle Handlungsstränge in ein nervenaufreibendes Finale…
Tina N. Martin behandelt in „Sturmschreie“ ein leider immer noch sehr aktuelles Thema und überzeugt mit ihren authentischen Figuren und einer fesselnden Handlung.Eine Empfehlung nicht nur für Skandinavien-Fans!
