Mit ihrem Debüt „Songs Of Love And Death“ starteten Beyond The Black ein Jahr nach Bandgründung so richtig durch: Platz 12 der deutschen Albumcharts, Gewinner des Metal Hammer Awards 2015 in der Kategorie Bestes Debütalbum, eigene UK Tour, ausverkaufte Club-Tour in Deutschland, Auftritte auf Großfestivals wie dem Rockavaria, Novarock und Wacken. Fünf Jahre später etablierte Sängerin Jennifer Haben den Metal im poppigen Abendformat, als sie bei „Sing meinen Song“ mitwirkte und einmal mehr mit ihrer starken Stimme verblüffte. Aktuell kann man auf YouTube erleben, wie sie mit Michael Patrick Kelly das Lockdown-Konzert im Kölner Dom versüßt. Traumhaft gut!
Was ist das Besondere an der Band? Female-fronted Metal sind wir doch von Nightwish schon lange gewohnt. Und diesen Vergleich muss die 24jährige Jennifer Haben aus St. Wendel nicht scheuen. Ihre kraftvolle Stimme ist das Aushängeschild der Band. Sie und die meisten Instrumentalisten haben an der Popakademie Baden-Württemberg studiert. Und schon der Erstling war ein bombastischer Meilenstein. Epic und Pomp, Gothic und Melancholie – so schuf man eine beeindruckende Atmosphäre.
Mit „Horizons“ wird die Reise eindrucksvoll fortgesetzt. Die Arrangements sind stark nach vorn gerichtet und die Songs haben oft erzählenden Charakter. Man nehme nur das musicalmäßig gesungene Titelstück, das nehmen Jennifers Hammerstimme auch chorale Passagen enthält. Ohrwurm reiht sich an Ohrwurm. Ein orchestraler Touch bestimmt Songs wie „You’re Not Alone“ und die ausufernden Keyboardlinien bestimmen eine martialische Basis, die aber nicht mehr so hart klingt wie auf den ersten Alben.
Ich will jetzt auch gar nicht einzelne Titel raus picken. Das Album funktioniert als Ganzes und Fans von Bombast à la Avantasia und von stimmlicher Eleganz à la Within Temptation kommen voll auf ihre Kosten. Allerdings muss ich sagen, dass mir Beyond The Black noch besser gefielen, als die Metalcore-Elemente mehr Raum einnahmen. Inzwischen ist das Ergebnis doch recht gleichförmig. Vermutlich der Preis, den man bezahlen muss, um vorne in den Charts zu landen. Zumindest die Ballade „I Won’t Surrender“ sticht positiv aus dem rockigen Allerlei heraus und auch „Human“ ist einer dieser Grenzgänger.
„‘Human‘ hat bei den ersten Songwriting-Experimenten nur mit Akustikgitarre und Stimme schon perfekt funktioniert“, so Jennifer Haben über das Potential des powergeladenen Tracks. „Er ist eine Ode an das Mensch-Sein und eine Erinnerung, Verantwortung für das eigene Leben und die eigenen Entscheidungen zu übernehmen. Wir wollen mit dem Song hervorheben, wie wichtig es ist zu realisieren, dass niemand sonst das Recht hat, die eigene Entscheidung zu beeinflussen, und das Hier und Jetzt für sich so zu gestalten, dass man selbst stolz darauf sein kann. Denn am Ende sind wir alle Menschen. Wir unterscheiden uns nur dadurch, wie wir in der uns gegebenen Zeit auf dieser Welt handeln.“
Insgesamt ein souveränes viertes Studioalbum.
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Eigentlich würde sich Jessie Reyez aktuell mit Billie Eilish auf Welttournee befinden, doch die Welt steht still – und Jessie Reyez bringt uns mit mehr Musik auf anderen Gedanken: Ihr Debütalbum “Before Love Came To Kill Us” ist nun als Deluxe Version erschienen mit drei neuen Tracks .
Die Grammy-nominierte Sängerin und Songwriterin präsentiert mit ihrem Erstling eindringliche Songs. Poetisch, intensiv und authentisch. Ihre Stimme geht direkt unter die Haut, anders kann man es nicht beschreiben. Dabei ist es vor allem ihre Vielseitigkeit, die zu überzeugen weiß. Bei Songs, in denen sie den Soul lebt oder im Duett mit Eminem den Kontrapunkt des Rappers gibt, bei akustischen und rhythmischen Soundcollagen, die ihres Gleichen suchen.
Die Musikerin mit kanadischen und kolumbianischen Wurzeln fährt große Geschütze auf. Die Produktion ist für ein Debütalbum sehr episch und ausschweifend. Und doch gibt es diese Momente wie auf „Love in the Dark“, wo sie sich zerbrechlich ihren Weg durch Piano und Streicher bahnt. Großartig!
Von HipHop bis Blues, Dancehall bis Afropop – jeder wird seinen besonderen Moment finden.
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Vier Jahre lang war es sehr ruhig um den britischen Künstler und BRIT-Award-Gewinner Jack Garratt. Am vergangenen Freitag erschien sein zweites Album „Love, Death & Dancing“, auf dem er die vergangenen Jahre sehr offen thematisiert. Er singt über seinen rasanten Aufstieg und wie er eben nicht mit dem schnellen Ruhm umgehen konnte, sich jede schlechte Review so zu Herzen nahm und den immer größer werdenden Druck und die kommerzielle Erwartungshaltung nicht mehr aushielt. Zahlreiche Therapien und Meditation halfen ihm schließlich aus dieser seelischen Krise.
Das Album ist in vier Abschnitte unterteilt und beinhaltet “Musik für Menschen, die gerne tanzen, aber an einem Samstagabend nicht unbedingt nach draußen gehen möchten”, so Garratt. Weiter erklärt der 28-jährige Brite, der alle zwölf Songs selbst geschrieben und komponiert hat: “Es ist genau die Musik, die ich liebe. Musik, die sich nicht darum kümmert, ob du aufstehst oder sitzen bleibst. Sie begleitet dich in egal welcher Stimmung.”
Erstaunlich wie Jack dieses Konzept konsequent verfolgt und uns den perfekten Soundtrack für einen Samstagabend liefert. Die Vorfreude in den ersten drei Tracks mit diversen Spannungselementen, dann der Funk in Track 4-6, die das Clubleben mit viel Funk und Groove stilisieren. Chill-Out und Runterkommen in den nächsten drei Stücken und das melancholische Reflektieren im letzten Viertel.
Während die erste Albumhälfte zeigt, dass Jack Garratt ebenso die Disco zum Glühen bringen kann wie Bruno Mars, liefert die zweite Hälfte ein wunderschönes Songwriteralbum mit eindringlichen Worten und Gesten. Vielleicht gelang es Garratt, mit dieser Zweigeteiltheit seines Herzens die Krise zu überwinden. „Love, Death & Dancing“ jedenfalls ist ein würdiges Zweitwerk, mit dem er einen weiteren Schritt in die Unsterblichkeit macht.
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Normalerweise hat Norah Jones sich immer 2-3 Jahre Zeit gelassen, um ein neues Album auf den Markt zu bringen. Vor allem nach dem 2016er Erfolg „Day Breaks“ musste sie lange verschnaufen und lieferte vor einem Jahr ein neues Werk, das wohl eher EP-Charakter hatte. Aber es ist wohl tatsächlich so, dass wir uns nach und nach von den klassischen Albumlängen verabschieden müssen. Immer häufiger erreichen mich Releases, die in einer halben Stunde auf den Punkt kommen: Der Künstler liefert sein neues Material im digitalen Zeitalter dann, wenn es fertig ist. Ohne Rücksicht auf LP-Seiten und CD-Längen.
„Pick Me Up Off The Floor“ – der neue Release von Norah nach nur einem Jahr Pause – vermittelt immerhin elf Tracks in ordentlicher Länge. Also da gibt es nichts zu Meckern.
Wie es zu der schnellen Neuaufnahme kam, beschreibt die Songwriterin so: “Bei jeder Session entstanden Aufnahmen, die nicht veröffentlicht wurden. Und in den vergangen zwei Jahren hatte sich da so einiges angesammelt. Weil ich die Rough-Mixes auf meinem Smartphone hatte und sie immer hörte, wenn ich mit meinen Hund Gassi ging, habe ich mich wirklich in diese Songs verliebt. Sie gingen mir nicht mehr aus dem Kopf, und irgendwann merkte ich, dass sie wie von einem surrealen Faden durchzogen waren. Es kommt mir wie ein Fiebertraum vor, der sich irgendwo zwischen Gott, dem Teufel, dem Herz, dem Land, dem Planeten und mir abspielt.”
Aber keine Bange, “Pick Me Up Off The Floor” ist alles andere als eine zusammenhanglose Song-Collage geworden. Die Aufnahmen passen tatsächlich wunderbar zueinander, wobei der raffinierte Groove des Klavier-Trios als verbindendes Element dient. In den Songtexten geht es um Verlust und Hoffnung. Die Grundstimmung ist zunächst ein wenig düster, hellt sich aber schließlich auf. So wie in diesen Liedern die Klangfarben von Blues, Soul, Americana und verschiedenen Schattierungen des Jazz verwischt werden, verwirbelt Norah Jones in ihnen thematisch Persönliches und Politisches, spezifischen Schmerz und gesellschaftliches Trauma zu einem lebhaften Gesamtkunstwerk.
Bildlich stelle ich mir vor, wie sie auf dem Boden sitzt und ihre Songsammlung durchstöbert. Und ehrlich: Eigentlich will man sie gar nicht stören, sondern einfach nur weiter zuhören.
Wie so oft hebt die Sendereihe „Sing meinen Song“ einen Künstler auf den Schirm, den es bisher in der öffentlichen Wirkung nicht so gab. Man denke nur an Gregor Meyle, Seven oder Daniel Wirtz. Diesmal scheint es vor allem Rapper MoTrip zu sein, der in die spezielle Wahrnehmung des Publikums rückt. Klar – man kannte den Namen. Meistens als Feature von bekannten Rappern wie Kool Savas, Sido oder Samy Deluxe. Doch welch wundervolle Musik MoTrip in seinen bisher neun Jahren als Profimusiker geschaffen hat, wird manchen jetzt erst bewusst.
Eigentlich gibt es erst zwei vollwertige Alben des Aacheners: „Embryo“ (2012) und „Mama“ (2015). Letzteres immerhin auf Platz 3 der deutschen Charts und mit dem veritablen Hit „So wie du bist“. Dass danach eine so lange Sendepause herrschte, in der MoTrip nur ein Kollabo-Album und einen orchestralen Livemitschnitt veröffentlichte, ist bemerkenswert. Auch jetzt gibt es im Zuge von SMS kein neues Werk, sondern eine Best-of-Compilation mit drei neuen Stücken. Trotzdem fasst diese sein Gesamtwerk perfekt zusammen und lässt sich gerne als eigenständiges Werk bewerten.
Ganze 23 Titel beschreiben die neun Jahre MoTrip. Wir erfahren viel Biografisches und erleben seine ganz spezielle Poesie. Es sind vor allem wortgewaltige und gefühlvolle Formulierungen, die seine Musik und die Texte ausmachen. „Meine Musik handelt oft von einer besseren Welt, was auf manche naiv wirken mag“, sagt MoTrip. „Es ist doch so: Ein Mensch alleine kann keine acht Milliarden Schritte gehen. Aber wenn jeder Bewohner dieses Planeten jeweils einen Schritt geht, sind es am Ende auch acht Milliarden.“ In einer immer öfter gespaltenen Gesellschaft ist die Musik von MoTrip ein Plädoyer für den Zusammenhalt und das Miteinander fernab von Nationalität und Religion.
Mohamed El Moussaoui – so heißt er mit vollständigem Namen – kam im Alter von einem Jahr als Bürgerkriegsflüchtling aus dem Libanon nach Deutschland. Eine Tatsache, die ihn sehr geprägt hat und die seine Musik in vielen Momenten bestimmt. Oft geht es um kulturelle Identitäten und Standortbestimmung, auch in Titeln wie „So wie du bist“, „Feder im Wind“ oder „Tagebuch“. Mo singt von prägenden Erfahrungen und ist dabei grundehrlich. Die Beziehung zu seiner Freundin und zukünftigen Frau, die er bereits seit der sechsten Klasse kennt, ist ständiges Thema. Auch die schwierigen Punkte im Leben, wie eine Abtreibung im Song „Embryo“, werden schonungslos offen thematisiert. Und die Liebe zur Familie trägt schon der frühere Albumtitel „Mama“ in sich.
MoTrip versteht es, Menschen zu bewegen. Bei Sing meinen Song lagen sich viele sichtbar tränenüberströmt in den Armen, als seine Songs erklangen. Und er verstand es ebenso, die Lieder der anderen Interpreten komplett umzuschreiben und ihnen neue Elemente mitzugeben. Sie bisweilen zu seinen eigenen zu machen. Das ist große Kunst – und wer mehr davon erfahren will, hat momentan zwei gute Gelegenheiten: Die Compilation zu „Sing meinen Sing – das Tauschlonzert Vol. 7“ und (noch viel tiefer gehend) in der Zusammenstellung „Elemente“, die MoTrips Karriere überaus umfassend in einen Rahmen packt.
Die dreifache GRAMMY-Gewinnerin Sarah Jarosz veröffentlichte vor einer Woche ihr erstes neues Album seit vier Jahren. Die gefühlvolle und großartige Songsammlung – produziert von John Leventhal und aufgenommen in seinem Heimstudio in Manhattan – folgt dem Album „Undercurrent“ von 2016, das mit einem Grammy als bestes Folk Album ausgezeichnet wurde.
„World On The Ground“ ist eine Sammlung von realen und fiktiven Geschichten, die die Spannung und Trägheit des Kleinstadtlebens erforschen. Jarosz, die aus Wimberley, Texas, mit 2.626 Einwohnern stammt und derzeit in New York City lebt, untersucht die Sehnsucht nach der Flucht im Gegensatz zur Leichtigkeit bzw Bequemlichkeit des Bleibens an einem Ort. Das Album wird von empfindsamen Seelen, ziellosen Wanderern und Tagträumern bevölkert. Ihre Geschichten werden durch die weitläufigen, aber komplizierten Arrangements des Albums und die fesselnde Stimme und das detailreiche Songwriting von Jarosz beleuchtet. Mit dem thematischen Umfang eines Romans und einem vom klassischen texanischen Songwriting inspirierten Sound zeichnet „World On The Ground” ein Porträt, das außerhalb der Zeit existiert.
Das Album hat seinen Titel von dem Song-Highlight „Pay It No Mind“, in dem weise Worte durch den Gesang eines Vogels, der auf die Welt herabblickt, weitergegeben werden: “When the world on the ground is gonna swallow you down, sometimes you’ve got to pay it no mind.” Das Vögelchen, das seine Flügel ausstreckt”, ziert auch das gelungene Cover des Albums – ein Bild von Erin E. Murray, das Jarosz von ihren Eltern geschenkt bekam.
Der Sound ist im Gesamten sehr beschaulich und gitarrenlastig. Sarah hat eine weiche Stimme, die fantastisch erzählen kann. Die Melancholie von „Hometown“ klingt zugleich schmerzlich und schön. Trotz seiner Homogenität und Beschaulichkeit wird das Album in 35 Minuten nicht langweilig, was sicher an Sarahs variablen Vocals liegt – und an kleinen rhythmischen Ausreißern wie „I’ll Be Gone“ und „Little Satchel“.
Es sind schöne, anekdotische und berührende Erzählungen ohne Schickschnack. So finde ich auch den Weg in die folkige Welt der Countrymusik.
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1977 gab es im englischen Sheffield eine Schülerband namens Atomic Mass. Als Def Leppard eroberten sie kurz darauf von Großbritannien aus ganz Europa und schließlich auch die USA mit einer wegweisenden Mischung aus Hardrock und Heavy Metal. Vor allem zwei Alben gingen in die Musikgeschichte ein und gelten bis heute als Meilensteine des Rock: “Pyromania” aus dem Jahr 1982 und der Nachfolger “Hysteria” (1987). Dazwischen lag ein schwerer Schicksalsschlag, der Drummer Rick Allen ereilte, als er nach einem Verkehrsunfall seinen linken Arm verlor.
Seit ihrer Gründung Ende der Siebziger entwickelte sich die Band von einem reinen Rock-Act zu einer der bekanntesten und innovativsten Melodic Rock-Bands der Welt. Def Leppard gehören zu den fünf einzigen Rockacts der Musikszene, die es geschafft haben mit zwei aufeinanderfolgenden Alben jeweils mehr als zehn Millionen Alben in den USA zu verkaufen.
Das im Dezember 2018 aufgezeichnete Konzert „Hysteria At The O2“ präsentiert die britische Band beim Heimspiel im Rahmen der 30-Jahre-Jubiläumstour zum Album, das 1987 erschienen ist. Joe Elliott (Gesang), Phil Collen (Gitarre), Rick Savage (Bass), Vivian Campbell (Gitarre) und Schlagzeuger Rick Allen spielten in der ausverkauften O2 Arena das komplette Album und zahlreiche ihrer größten Hits, darunter „Pour Some Sugar On Me“, „Animal“, „Women“ und „Love Bites“ sowie im zweiten Konzertblock weitere Klassiker wie „Let’s Get Rocked“, „When Love And Hate Collide“ und „Photograph“.
Die Setlist ist damit ebenso phänomenal wie die energiegeladene Performance. Der mir vorliegende Digipack enthält das Konzert auf zwei Silberlingen als Audio-Mitschnitt und in bester Bild- und Tonqualität auf DVD. Ergänzt wird das Ganze um eine Dokumentation zum „Hysteria“-Album.
Diese Veröffentlichung ist schon recht essentiell, doch für Rock-Liebhaber gibt es noch mehr: Das große Set „London To Vegas“ enthält noch eine zweite Aufnahme, diesmal aus dem Jahr 2019. So vereint der zweite Mitschnitt „Hits Vegas, Live At Planet Hollywood“ ein aus insgesamt 28 Songs bestehendes Live-Set, das nicht nur alle Klassiker der Band beinhaltet, sondern auch seltener gespielte Titel wie „Too Late For Love“, „Billy’s Got A Gun“, „Slang“ oder „Promises“. Die Bühnenpräsenz und Vielseitigkeit der einzelnen Musiker wird insbesondere in der Show in Vegas sichtbar: Zwischen zwei Bühnen und mehreren Videowänden spielte die Band eine starke Show, in deren Verlauf sie auch intime Akustikversionen vorstellte.
KIDZ BOP sind die erfolgreichsten Kindermusik-Newcomer in Deutschland des letzten Jahres. Die bisherigen beiden Alben voller aktueller Tophits, gesungen von Kids für Kids, stürmten beide auf Anhieb in die offiziellen Albumcharts und blieben dort für ganze 25 Wochen!
Das neue Album „KIDZ BOP Party Playlist“ lädt Groß und Klein mit kinderfreundlichen Versionen von Welthits wie „Dance Monkey“, „Señorita“ oder“Je ne parle pas français“ zum Mitsingen und Mittanzen ein. Hinzu kommen deutsche Partykracher wie „Auf uns“ oder „80 Millionen“.
Die 22 Hits sind aus dem Radio bekannt – da dürfte für jeden etwas dabei sein. Die Stimmen der Interpretinnen und Interpreten sind sehr jung. Das passt ins Konzept und bringt alle Songs auf die gleiche Ebene. Zur Homogenität des Albums trägt der allumfassende Discosound bei, der die rhythmische Komponente absolut in den Vordergrund rückt.
Ich muss gestehen, dass ich als Elternteil recht schnell genervt bin von diesem stampfenden Beat in Dauerrotation. Aber ich gehöre halt nicht zur Zielgruppe. Kinder im Alter zwischen 6 und 10 Jahren sind damit schon eher zu begeistern – die Party kann starten.
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Der Tod von Neil Peart im Januar 2020 hat die Musikwelt in tiefe Trauer versetzt. Sein Können am Schlagzeug war Vorbild für Generationen. Und als Texter mit durchaus philosophischer Ausrichtung haben seine Lyrics die Musik von RUSH entscheidend geprägt. Hier soll es aber nicht nur um diesen genialen Menschen, sondern um das Album „Permanent Waves“ gehen, dass vor vierzig Jahren als siebtes Studioalbum der kanadischen Rock- und Progband erschien.
„Permanent Waves“ sollte dauerhaft hohe Wellen in der Rocklandschaft schlagen. Rush hatten damit einen neuen Kurs eingeschlagen – und einen Sound geschaffen, der ihnen noch mehr Fans bescheren sollte. Die sechs Songs vereinen ihren unverwechselbar druckvollen Prog-Sound mit eingängigeren, radiofreundlichen Elementen. Dazu orientierten sich Rush auch an den Grooves des gefeierten Vorgängeralbums „Hemispheres“ (1978).
Der explosive Eröffnungstitel „The Spirit Of Radio“ ebnete den Weg für das Hit-Album, denn er erwies sich als selbsterfüllende Prophezeiung: Es ist ein Song über das Glücksgefühl, das gute Musik auslösen kann, wenn sie im Radio gespielt wird. Tatsächlich lief der Song schon bald bei unzähligen Sendern auf höchster Rotation. Die rhythmisch anspruchsvolle Hymne „Freewill“ handelt von der Unabhängigkeit und darüber, wie wichtig es ist, zu den eigenen Entscheidungen zu stehen. „Jacob’s Ladder“ hingegen ist eine packend vertonte und spürbar düstere Interpretation jener Bibelgeschichte, in der die Jakobsleiter als Bindeglied zwischen Himmel und Erde auftaucht. Die atmosphärische Beschreibung eines Sturms ist wundervoll gelungen.
Die zweite Hälfte der LP startete mit „Entre Nous“: Ein zutiefst introspektives Stück, das davon handelt, zwischenmenschliche Differenzen zu überwinden. Dass Rush auch wussten, wie man bewegende Balladen schreibt, belegten sie mit „Different Strings“, um das siebte Album schließlich mit dem grandios-kosmischen Klangkosmos von „Natural Science“ ausklingen zu lassen.
Mit seinen ausgiebigen Keyboardsounds war das Album wegweisend für Rush in ihrer Verortung im Progressive Rock. Die Jubiläumsedition „Permanent Waves – Fortieth Anniversary“ erschien am 29. Mai 2020 in vier unterschiedlichen Konfigurationen: als Super Deluxe Edition, 2CD Deluxe Edition, 3LP Deluxe Edition und Deluxe Digital Edition. Mir liegt zur Review die 2-CD-Version im Digipack vor.
Die bislang unveröffentlichten Live-Aufnahmen basieren auf drei Konzerten, die damals im Rahmen der „Permanent Waves World Tour 1980“ mitgeschnitten wurden: im Manchester Apollo, im Londoner Hammersmith Odeon sowie im Kiel Auditorium in St. Louis, Missouri. Sie ergeben eine perfekte Multimomentaufnahme der Band zu ihren Glanzzeiten.
Dazu gibt es ein 20-seitiges Booklet mit unveröffentlichten Fotos und neu interpretiertem Album-Artwork von Syme. Ein sehr kunstvoll gefertigtes Schmuckstück. Der Hinweis auf Neil Peart „In Memoriam“ auf der letzten Seite des Booklets lässt uns dann auch noch ein kleines Tränchen verdrücken. Gesamteindruck: Grandios!
Im März 2010 wurde Iggy Pop in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen – eine Auszeichnung, auf die er vermutlich nie hingearbeitet hat. Zu exzessiv war sein Leben, zu exzentrisch seine Performance. Doch verdient hat er es allemal. Im Jahr 2020 gibt es einen Blick zurück in die Anfangszeit der Karriere: Nach drei Alben mit den Stooges war er Ende der 70er in Berlin und begann sein Soloschaffen im Dunstkreis von David Bowie.
Die 7-CD-Box „The Bowie Years“, die Iggy Pops Alben aus dieser Berlin-Ära enthält, erschien am 29. Mai 2020. Das Box-Set enthält neu remasterte Versionen von „The Idiot“ und „Lust For Lif“, das Live-Album „TV Eye“, drei weitere Konzerte und seltene Outtakes, alternative Mixe sowie ein 40-seitiges Buch.
„Lust For Life“ und „The Idiot“ wurden auch als eigenständige 2CD-Deluxe-Editionen mit Bonus-Live-CDs veröffentlicht. Das Box-Set und die Alben bieten einen faszinierenden Einblick in die einzigartige kreative Phase, die die legendäre Berlin-Ära des Post-Punk definierte. Zur Review liegen mir diese beiden Digipacks vor.
Beginnen wir mit „The Idiot“, das im März 1977 erschienen ist. Iggy stand damals unter den Fittichen von Bowie, der ihn ermutigte und förderte, der das Album produzierte und teilweise auch die Arrangements schrieb. Wichtigster Titel ist natürlich „China Girl“, den Bowie sechs Jahre später in einer seichteren, tanzorientierten Version zum Welthit machte. Die Live-CD wurde am 7. März 1977 im Rainbow Theatre London mitgeschnitten. Eine sehr authentische Aufnahme, die auch klangtechnisch dem Punk alle Ehre macht. Sicher nichts für Sound-Puristen, aber eine kraftvolle und dynamische Performance.
Auch auf „Lust For Life“ ist Bowies Einfluss deutlich spürbar. Es erschien ebenfalls 1977 (nur ein halbes Jahr nach dem Erstling) und ist deutlich aggressiver als der Vorgänger. Mit „The Passenger“ enthält es Iggys bekanntesten Titel, den jeder noch im Ohr haben dürfte. Sein „lalala“-Mitsingteil hat schon Generationen mitgerissen. Ebenso wichtig ist natürlich der Titeltrack, der auf Anhieb an „Trainspotting“ erinnert. Das Livealbum entstand 1977 in Cleveland und ist klanglicher ein Stück besser als oben erwähnte Version. Auch hier sind noch einige Stooges-Titel vertreten.
Die Digipacks sind schön aufgemacht mit Schwarz-weiß-Fotos auf den Innenseiten und jeweils einem aussagekräftigen Booklet, das sowohl die Lyrics, viele Illustrationen und kurze Interviews mit Weggefährten enthält. Feine Sache – und die Bezeichnung „Deluxe“ ist wirklich angebracht.
„Aus der Vergangenheit hinüber in die Gegenwart“, heißt es im Song „In Wien“ auf Reinhard Meys neuem Album „Das Haus an der Ampel“. Jetzt könnte man sagen, das sei doch nichts Besonderes. Reinhard Mey schreibt schon seit Jahrzehnten über Vergangenes. Über Dinge, die er – wie er sagt – selbst erlebt hat, die er erlebt haben könnte oder die ihm so zugetragen worden sind. Stücke wie „Vaters Mantel“, „51er Kapitän“ und „Viertel vor sieben“ sind berührende und inzwischen schon legendäre Anekdoten aus seiner Kindheit. „Meine Söhne geb ich nicht“ und „Aller guten Dinge sind drei“ besingen seine Kinder. In „Dann mach’s gut“ und „Mr. Lee“ hat er uns mitgenommen auf den langen und emotionalen Weg des Abschieds von seinem im Koma liegenden und inzwischen verstorbenen Sohn.
Man kann also sagen, dass die Hörer seiner Musik immer auch Wegbegleiter waren. Dass sie die Höhen und Tiefen eines (Künstler-)Lebens miterleben durften. Und jede neue Tour hat mit den Erzählungen zwischen den Songs diese Nähe noch vertieft. Trotzdem blieb noch Vieles unerzählt. Und selbst der 77jährige Reinhard Mey kann noch tief in der Mottenkiste graben, um uns neue Einblicke zu geben. Wie kein anderer fasst er das Leben in Worte – das menschliche Leben, manchmal aber auch das tierische. Oder gar das Wirken personifizierter Dinge wie sein Bleistift (im Song „An meinen Bleistift“).
Auf dem 28. Studioalbum gibt er besonders viel Persönliches von sich Preis. Der Titeltrack zum Beispiel gibt am Beispiel seines Elternhauses der Liebe zu den Eltern Ausdruck und führt sie durch die Jahrzehnte. Aus der Zeit, in der Reinhard selbst noch Kind war, über die liebevolle Beschäftigung des Paars mit ihren Enkeln bis hin zum Ist-Stand der Gegenwart, wo er den Verstorbenen im Wolkenthron erzählt, was aus den Enkeln geworden ist. Da hatte ich schon beim ersten Hören einen Kloß im Hals, als es sich um den verstorbenen Max drehte, der schon gegangen ist, weil er alles gesehen hat. Es sind gerade diese Momente, die trotz aller Trauer auch Zuversicht geben. Die einen wundervollen Menschen zeigen, der für sich den Weg gefunden hat, mit dem Unabänderlichen umzugehen.
Mit „In Wien“ macht Reinhard eine Reise zu den Anfängen der Karriere. Als plötzlich die Hallen größer und die Hotelzimmer besser wurden. Ich mag solche perfekt formulierten Zeilen, in denen er beispielsweise Berlin und Wien vergleicht: „Du wohlvertraute, fremde, schöne Schwester meiner Stadt, die, ein Symbol, als Wegweiser den Reim schon auf dich hat“. Da stehen Nostalgie, Melancholie und unbändige Freude gleichberechtigt nebeneinander. „Wir haben jedem Kind ein Haus gegeben“ beschreibt das hoffnungsvolle und trostlose Familienleben mit dem Gefühl von Heimkommen und Zusammenhalt.
Das waren jetzt erst drei Songs. Und nicht alles ist so leicht zu verstehen. „Im Hotel zum ewigen Gang der Gezeiten“ wird mich in seiner Morbidität vermutlich noch länger beschäftigen. Ebenso das ominöse „Zimmer mit Aussicht“.
Und dann sind da diese Miniaturen aus kleinen Begebenheiten, die eine so große Wirkung entfalten. „Der Vater und das Kind“ beschreibt seine Sicht auf einen Konzertbesucher, der sein Kind im Rollstuhl mit ins Konzert bringt. Einfache Worte, wie der Sänger durch diese Begegnung in der Ferne bewegt ist und wie trostvoll die Wirkung dieses Ereignisses ist. Bis hin zum Sinnspruch: „Es ist ein eigenart’ger, schöner Trost, den dieses Bild mir gibt, dass man das schwächste seiner Kinder, das zerbrechlichste, immer ein bisschen inniger, ein bisschen zärtlicher liebt“. Wundervoll!
Zudem wissen wir seit langem, dass Reinhard Mey ein beseelter Geschichtenerzähler ist. Beweis dafür ist diesmal „Gerhard und Frank“. Egal, ob diese Geschichte echt oder erdichtet ist. Sie könnte sich so zugetragen haben. Und sie beschreibt in wenigen Minuten ein ganzes, ereignisreiches Leben. Von den beiden Männern, die das Schicksal zusammen gebracht hat, die sich lieben gelernt haben, die viele gute und schwere Zeiten verbracht haben – und von denen der eine jetzt, da im Alter die wirklich guten Zeiten beginnen sollten, lebensbedrohlich erkrankt und nur noch einen Ausweg sieht. Mey versteht es, die Worte so zu formulieren, dass sie wie ein Film im Kopf des Hörers ablaufen.
Nach soviel Wehmut aber auch noch ein Hinweis auf drei lustige Stücke. „Menschen, die Eis essen“ beleuchtet den Genuss des Schleckens aus unterschiedlichen Perspektiven. „Häng dein Herz nicht an einen Hund“ ist trotz des Titels eine verklausulierte Liebeserklärung an die Vierbeiner. Und „Ich liebe es, unter Menschen zu sein“, zeigt trotz aller Ironie in den ersten Strophen am Ende doch auf, in welcher Situation Gemeinschaft gar nicht so schlecht ist (Slogan: „Du gehst niemals allein“). Gerade in der Corona-Krise ein durchaus positiv stimmender Song.
Zwei CDs. 16 Stücke pro Album. Und ja: es sind die gleichen, aber in ganz unterschiedlichen Versionen. CD 1 bietet durchproduzierte Stücke. Mit passender Instrumentierung, natürlich viel Gitarre, aber auch Flöten, Streicher, Keyboards, E-Gitarre, Harfe, Akkordeon – eine große Klangvielfalt, die die Stimmungen unterstützt. CD 2 hingegen zeigt uns den puren Reinhard. So, wie man es von seinen Konzerten gewohnt ist: Der Meister ganz allein an der Gitarre. Fans wissen, dass diese Versionen genau so gut funktionieren, wie die großen Arrangements. Tatsächlich lenken sie sogar häufiger den Blick auf das Wesentliche, nämlich die einfache Melodie und den aussagekräftigen Text.
Reinhard Mey hat sich diesmal etwas länger Zeit gelassen für sein neues Album. Vier Jahre lagen noch nie zwischen zwei CDs. Das Ergebnis ist so großartig und bewegend wie immer. Ich freue mich schon darauf, wenn wieder Konzerte möglich sind und vielleicht auch Reinhard wieder auf der Bühne steht. Bis dahin muss man sich mit Aufnahmen wie seinem privaten YouTube-Open-Air zufrieden geben. 13 Minuten, die mir bis zum abschließenden „Viertel vor sieben“ die Tränen in die Augen treiben: „Manchmal wünscht ich die Dinge wär’n so einfach geblieben und die Wege gingen nur geradeaus. Manchmal wünscht ich es wär nochmal viertel vor sieben und ich wünschte ich käme nach Haus.“
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Was haben Lewis Capaldi und Ed Sheeran gemeinsam? Neben der Herkunft aus Großbritannien sicher die Tatsache, dass sie optisch wie der nette Typ im Pub nebenan wirken. Und dass sie einfach unheimlich intensive und tiefgehende Singer-/Songwriter-Musik machen.
Capaldi ist einer der absoluten Shootingstars der letzten Jahre und hat mit seinem Album “Divinely Uninspired To A Hellish Extent” Musikgeschichte geschrieben! Jetzt hat der Brite eine neue EP veröffentlicht: Auf „To Tell The Truth I Can’t Believe We Got This Far“ präsentiert Lewis Capaldi eine Auswahl an Live-Favoriten.
Ganz vorne mit dabei sind die beiden UK-Nummer 1-Hits „Someone You Loved“ und „Before You Go“. Herz-Schmerz-Balladen voller Melancholie und tiefer Emotionen. Die einfachen Arrangements wirken in den Liveversionen noch ein Stück intensiver. Egal ob er seine Songs vom Dach des Capital Records Gebäudes in Hollywood in die Nacht schmettert oder das Publikum bei den BRIT Awards 2020 betört.
„Forever“ gibt es in einer akustischen Version live aus Edinburgh und „Hollywood“ sowie „Headspace“ als Ergebnis einer balladesken Studiosession. Besonderes Schmankerl ist aber Capaldis zunächst verträumte, dann aber zunehmend aggressive Version des Soundtrack-Hits „Shallow“, den er mindestens so energetisch interpretiert wie Lady Gaga im Duett mit Bradley Cooper.
Wer den Schotten erst neu für sich entdeckt, der liegt mit dieser digitalen EP zum Einstieg ganz gut. Die vorläufige Essenz einer einzigartigen Karriere.
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The 1975 haben ihre gegenwärtige musikalische Ära als „Music for cars“ bezeichnet. Vermutlich hat die Band aus Manchester in keinster Weise geahnt, wie nah sie damit an die Realität des Jahres 2020 heran kommen. Der vorhergehende Teil („A Brief Inquiry into Online Relationships“) erschien immer schon 2018. Und zwei Jahre später legen sie mit „Notes on an Conditional Form“ nach. Es ist ein ausuferndes Album – 80 Minuten lang mit 22 Stücken. Beginnend mit ihrem bisher vielleicht politischsten Song.
Nicht von Ungefähr haben „The 1975“ dem ersten Track ihren Bandnamen gegeben. Und ihnen war wohl bewusst, dass sich die Medien darauf stürzen werden, wenn die momentan so schweigsame Greta Thunburg plötzlich ihre anklagende Stimme in einem Spoken-Words-Song erhebt. Doch das ist nur ein Aspekt des Albums. Gleich darauf geht es mit dem energischen „People“ hart rockend weiter. Die Musik ist vor allem ein Streifzug durch die 80er und 90er Jahre. Manchmal abstrakt, dann wieder absolut radiotauglich wie in „If You’re Too Shy (Let Me Know)“.
Matthew Healy schmachtet sich durch die Songs oder versinkt im Auto-Tune. Wir finden orchestrale Passagen und Keyboard-Orgien. Ganz als wollte man alle Facetten der Soundmalerei austesten. Das wirkt bisweilen etwas chaotisch, doch der Wahnsinn hat Methode. Auch nach den instrumentalen Passagen findet die Band stets wieder zu songdienlichen Tracks zurück.
Die „Notizen“ sind in ihrer Gesamtheit nicht unbedingt einfach zu konsumieren, doch es lohnt sich, das Album als Einheit zu betrachten. Laut Healey sollte es zunächst eine Hommage an seine Jugend in Großbritannien sein. An nächtliche Fahrten zu McDonald’s und das Hören von Garage Rock im Peugeot 206. Doch die gesellschaftliche und sozialkritische Dimension gewann immer stärker an Überhand. Gut so!
Im Herbst wird die Band für mehrere Konzerte live in Deutschland zu sehen sein:
Benjamin Fritsch war lange Jahre leidlich erfolgreich als Rockmusiker unterwegs, bevor er sich als Ben Zucker dem unsäglichen Schlager-Metier zuwandte. Doch was heißt das schon? In dieser Schublade steckt er, seit er bei Florian Silbereisen auf dessen „Schlagerparty“ zu Gast war. Doch seine Stücke klingen immer noch rockig und bodenständig. Ich vergleiche ihn gern mit Matthias Reim, der ebenfalls live zeigt, dass man auch als vermeintlicher Schlagersänger eine formidable Rockshow abliefern kann.
2020 reicht es bei Ben Zucker noch nicht für ein komplettes drittes Studioalbum, doch er hat seinen Zweitling „Na und?!“ hier um fünf neue Stücke erweitert. Jetzt mag mancher Fan schimpfen und von Abzocke sprechen, weil er sich wegen fünf Stücken das Album nochmal kaufen muss, doch man bedenke, dass der Digipack zudem ein komplettes Livekonzert auf zwei Silberlingen zu bieten hat. Damit ist man doch ganz gut bedient.
Die Liveaufnahme, die 2019 in Berlin entstand, zeigt den Mann im Karohemd als echte Rampensau. Die Show liefert eine rocklastige Band und stimmgewaltige Backing Vocals. Hinzu kommt Bens charismatische Stimme, die alle in den Bann zieht und ihn zurecht zu einem der erfolgreichsten deutschen Solokünstler macht. Was für ein Alleinstellungsmerkmal!
Das Duett „Perfekt“ gibt er mit der kleinen Schwester Sarah, die sich ebenfalls den Künstler-Nachnamen Zucker zugelegt hat. Und der einzige englischsprachige Song ist „It’s A Heartache“ mit Weltstar Bonnie Tyler. Besonders stark aber kommen Stücke wie „Mein Berlin“ und der geniale Abschluss „Was für eine geile Zeit“. Ben Zucker beweist mit Bravour, dass er bodenständig geblieben ist und doch ein Schlager-Rockstar sein kann.
Hinzu kommen die fünf neuen Titel auf der Studio-CD: „Sommer der nie geht“ ist eine vor positiver Energie nur so strotzende Ballade, die er all jenen widmet, die ihren persönlichen Traum leben. „Genau jetzt“ und „Ich will dich jetzt“ gehen ebenso positiv nach vorn, während „Herz ohne Narben“ und „Wo ist die Liebe hin?“ Bens balladeske Seite zeigen.
Die Standortbestimmung ist geglückt. Eigentlich sollte das Album die Open-Air-Saison 2020 einläuten. Leider müssen wir jetzt noch ein Jahr Geduld haben. Gemeinsam mit seiner Band feiert Ben Zucker die Kraft der Träume und den Mut, sie eines Tages zu verwirklichen. Eine hoffnungsvolle Denkweise, die gerade in diesen Tagen nicht aktueller sein könnte.
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Gerade hat Angelo Kelly verkündet, dass er bei der Kelly Family aussteigt und nicht mehr weiter mit seinen Geschwistern auf der Bühne steht. Aber keine Angst: Auf Musik von Angelo müssen seine Fans trotzdem nicht verzichten. Mit seiner Frau und den gemeinsamen Kindern führt der charismatische Sänger schon seit einiger Zeit die musikalische Familientradition als „Angelo Kelly & Family“ fort. Nach dem erfolgreichen Debüt „Irish Heart“ erscheint nun der Nachfolger „Coming Home“. Wie schon beim Vorgänger überzeugt die in Irland lebende Familie hier erneut mit einer Mischung aus traditionellen Folksongs und Eigenkompositionen, wobei neben Angelo selbst auch seine Frau Kira und die beiden ältesten Kinder Gabriel und Helen an den Songs mitschreiben.
Den Auftakt des Albums macht das schwungvolle „Wild Rover“, gefolgt von „On the Road“, einer tollen Hymne auf die schönen Seiten des Tourlebens. John Denvers Klassiker „Country Road“ kennen viele heute nur noch in der Party-Version der Hermes House Band – Angelo Kelly & Family führen den Song mit einer angenehm schlichten Interpretation zu seinen Wurzeln zurück. Die Folksongs „Mairi’s Wedding“ und „Whiskey in The Jar“, wo auch die Jüngsten schon mal ein Solo bekommen, vermitteln fröhliche Unbeschwertheit und einfach Spaß am gemeinsamen Musizieren.
Die eigenen Songs sind immer sehr persönlich und authentisch. Die beiden Teenager der Familie verarbeiten ihre Gefühle in „Don’t Know“ und „Regrets“ und die Mutter wendet sich mit „Sweetest Rose“ bewundernd an Maria, die Muttergottes. Und auch sonst wird die Verwurzelung der Familie im christlichen Glauben auf diesem Album deutlich: „Stay With Me“ ist ein wunderbar vertontes Gebet und „A Life That’s Good“ drückt tiefe Dankbarkeit aus. Zum Abschluss des Albums gibt es mit“ What A Wonderful World“ nochmals einen Klassiker, der bereits oft strapaziert wurde, dem Angelo und seine Familie in einer gefühlvollen Live-Version aber einen ganz eigene Charme verleihen.
Ganz in der Tradition seines Vaters hat Angelo Kelly hier ein gut funktionierendes kleines Familienunternehmen geschaffen, das seine Leidenschaft für die Musik teilt und diese mit ihm gemeinsam lebt. Ab November wird die Familie dann wieder auf Tour sein, und man darf davon ausgehen, dass „Coming Home“ wohl auch nicht das letzte Album bleiben wird.
Da sind sie wieder, die Mittelalter-Rocker aus Berlin. In steter Regelmäßigkeit gibt es vielseitige und instrumental versierte Alben. Das letzte („Quid pro quo“) erschien vor vier Jahren und der neue Longplayer ist musikalisch stark wie lange nicht mehr.
Seit einem sagenhaften Vierteljahrhundert fasziniert die Band nun mit ihrer mitreißenden Energie, die aus einer ureigenen Mischung entsteht: Zwischen historischen Einflüssen und dem gewaltigen Sound ihrer Metal-Gitarren, zwischen mittelalterlichen Instrumenten, folkloristisch-archaischen wie auch modernen Rhythmen, Mitsing-Hymnen in deutscher und mundartlicher Sprache, zwischen reinstem Vollgas und Gänsehaut-Melodien entsteht so viel mehr als Musik. Es ist eine Atmosphäre, ein Gefühl, eine Verbindung, die sie so einzigartig wie erfolgreich macht.
Das neue Werk, „Kompass zur Sonne“, liefert ein optimistisches Motto in wirren Zeiten. Schmissige Refrains, dazu Dudelsack, Leier und Schalmei zu bisweilen harten Gitarrenriffs. So lassen wir uns gern Geschichten erzählen über „Troja“ und das „Narrenschiff“.
„Gogiya“ verbreitet osteuropäisch anmutende gute Laune. „Schenk noch mal ein“ schwelgt melancholisch in alten Zeiten. „Saigon und Bagdad“ ist ein nachdenkliches, sozialkritisches Lied, das sich gegen Populismus und Kriegstreiberei wendet. „Reiht euch ein ihr Lumpen“ und „Biersegen“ laden in bierseliger Weise zum Mitsingen ein, während „Wintermärchen“ die Folk-Schublade weit aufmacht. Eine Überraschung ist sicherlich „Wer kann segeln ohne Wind“ – ein schwedisches Traditional, das stilecht vom Amon Amarths Johann Hegg eingegrowlt wird.
„Kompass zur Sonne“ gehört definitiv zu den stärksten Werken der Band. Schade, dass wir auf die Liveumsetzung vermutlich noch bis ein paar Monate warten müssen. Hier die neuen Daten:
18.02.21 CH-Zürich – Komplex 457 / Support: tba.
19.02.21 Stuttgart – Porsche Arena / Support: tba
20.02.21 Erfurt – Thüringenhalle / Support: tba
25.02.21 A-Wien – Gasometer / Support: tba
26.02.21 Dresden – Alter Schlachthof / Support: tba
27.02.21 Berlin – Columbiahalle / Support: tba
05.03.21 Bremen – Pier 2 / Support: Paddy and the Rats
06.03.21 Hannover – Swiss Life Hall / Support: Paddy and the Rats
19.03.21 Wiesbaden – Kulturzentrum Schlachthof / Support: Paddy and the Rats
20.03.21 Leipzig – Haus Auensee / Support: Paddy and the Rats
25.03.21 Hambur – Docks / Support: Paddy and the Rats
26.03.21 Bielefeld – Lokschuppen / Support: Paddy and the Rats
27.03.21 Köln – Palladium / Support: Paddy and the Rats
07.04.21 München – Zenith / Support: Lacuna Coil
08.04.21 Saarbrücken – Saarlandhalle / Support: Lacuna Coil Veranstalter: Stereo-Propaganda GmbH
„25 Wahre Jahre – Carpe Noctem – Burgentour“
02.07.21 CH-Augst – Augusta Raurica
19.06.21 Leinefelde- Worbis Burg Scharfenstein
23.07.21 Esslingen – Burg Esslingen ausverkauft
18.09.21 Satzvey – Burg Satzvey ausverkauft Veranstalter: Stereopropaganda Bonn
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IAMX ist das musikalische Solo-Projekt von Chris Corner, ehemals Mitglied der Band Sneaker Pimps. Das 2004 in London gegründete unabhängige Musikprojekt konzentriert sich auch auf visuelle und experimentelle Kunst. Musikalisch umfasst IAMX verschiedene Genres, von elektronischer Rock- und Tanzmusik bis hin zu Burlesque-beeinflussten Songs und emotionalen Balladen. Acht Alben lang hat sich Corner dieser „schwarzen Elektronik“ verschrieben – doch es wurde Zeit für etwas Neues.
Ein Akustik-Album hätten wohl die wenigsten erwartet. Umso erstaunlicher ist das Ergebnis. „Echo Echo“ bietet eine Auswahl von Songs aus dem Backkatalog von IAMX. Diese wurden neu aufgenommen und in ein akustisches, durchaus überraschendes Klanggewand gehüllt. Chris erklärt dazu, dass alle seine Stücke zunächst an Gitarre oder Piano entstehen. Es sei also nicht ungewöhnlich, diese reduzierten Versionen zu produzieren.
Von den elektronischen Monstern, die man sonst bei IAMX hört, geht es nun zu sehr filigranen Gebilden. Die auffälligen und weitreichenden Vocals des Sängers bleiben aber erhalten und geben den Stücken den gewohnten Schliff. Dazu die akustische Gitarre. Außerdem entschied Chris sich mit dem Produzenten David Bottrill, einige technische Effekte zu verwenden wie Loop Pedals und sich überlagernde Vocals. Das stört keineswegs sondern es hebt die Produktion auf eine sehr virtuose Ebene.
Die elf Neuinterpretationen verleihen den älteren Songs eine ganz neue Dimension: „The Background Noise“ liefert Flamenco-Elemente und das Flair eines Western-Soundtracks, „I Salute You Christopher“ ist mit chorischen Elementen versehen und „I Come With Knives“ geht in eine weltmusikalische Richtung.
„Echo Echo“ ist eine Sammlung der besten IAMX Songs, die sich jetzt viel intimer und gefühlvoller anhören. Zudem kommt Chris‘ Stimme besser zur Geltung. Eine Empfehlung für alle Freunde akustischer Musik und die Elektronik-Fans, die ihren Horizont erweitern wollen.
Ramon Roselly hat eine hervorragende Stimme – das ist unbestritten. Und somit hat er das DSDS Format zu Recht gewonnen. Das will ich mal gar nicht in Frage stellen. Dennoch scheint der Gewinn dieser Sendung inzwischen ein „Pakt mit dem Teufel“ zu sein. Denn während es sehr gute Songwriter im Schlagerbereich gibt – man denke nur an Kristina Bach, Ali Zuckowski und Simon Triebel – muss sich der vermeintliche Superstar zumindest sein erstes Album von Dieter Bohlen produzieren und zum Großteil auch schreiben lassen. Man fragt sich, wo Dieter diese ganzen Songs so schnell her nimmt. Er scheint sie „auf Halde“ zu haben. Und um sie loszuwerden, muss der Sieger halt Schlager singen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Das Gute daran: Mit DSDS im Hintergrund muss Ramon Roselly, der bürgerlich den weniger glamourösen Nachnamen Kaselowsky trägt, nicht durch „Immer wieder sonntags“ und Silbereisens Schlagerparade tingeln. Eine Nummer 1 für die Single ist ihm sicher. Und das Album hat es (Stand heute) auch auf Platz 2 der Charts geschafft, was allerdings aufgrund der momentanen Veröffentlichungsflaute nicht unbedingt was heißen will.
Musikalisch gibt es Einheits-Schlagerkost. Vor allem seichte Texte mit Discofox und Schlagerbeat. Auch mal orchestrale Balladen namens „Wie zwei Sterne am Himmel“ oder südländisch angedeutete Rhythmen wie in „Sag einfach ja“ und „Ist es wahr?“.
Spannend wird es aber mit dem 60s-Klassiker „Du hast ja Tränen in den Augen“, den Ramon schon in der Fernsehshow perfekt performt hat. Oder „!00 Jahre sind noch zu kurz“, einem ziemlich unbekannten Schlager von Randolph Rose aus dem Jahr 2008, dem Ramon neues Leben verleiht. Mein Highlight ist und bleibt aber die gefühlvolle Pianoversion des Oldies „Mandy“ – hier in deutscher Sprache, aber original natürlich von Barry Manilow.
Ramon Roselly verbindet seine sofort wiedererkennbare Stimme mit einer charismatischen Ausstrahlung und einem coolen Look zu einer zeitgemäßen, authentischen Schlager 3.0-Version. Sympathisch ist er allemal. Bleibt zu hoffen, dass er es schafft, wie Beatrice Egli seinen eigenen Weg nach der Bohlen-Vertragsbindung zu gehen.
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1994 erschien das achte Sudioalbum der Kelly Family. Zu dieser Zeit waren sie schon zwanzig Jahre als „singende Familie“ unterwegs. Als Straßenmusiker, zunächst in Europa, dann in den USA. Mit einem Nummer-1-Hit in Holland und Belgien. Man konnte sie überall sehen – und die Konzerte waren in der Regel kostenlos. Sie wurden allein durch CD-Verkäufe finanziert. Ich erinnere mich noch gut daran, wie sie in Trier auf dem Hauptmarkt standen und die Massen anzogen. Heute sieht das anders aus: In 2018 und 2020 gab es ausverkaufte Konzerte in der Arena Trier. Ich konnte kürzlich (am 6. Februar) dabei sein und war beeindruckt von der fantastischen Show und der Stimmung im Publikum. Es macht Spaß, sich diese Konzerte nun im CD-Format in Erinnerung zu rufen.
Von 2008 bis 2017 gab es eine lange Pause, in denen keine „Familienauftritte“ stattfanden. Der Erfolg nach dem Comeback mit „We Got Love“ war dann ebenso groß wie zur Hochphase Mitte und Ende der 90er Jahre, kam aber ohne die damalige Hysterie aus. Gut so! Das war vermutlich der Grund, dass man jetzt auch das Jubiläum des größten Erfolgsalbums ausgiebig feiern konnte. Die erste Konzerthälfte – und damit auch CD 1 des Livealbums – liefert das komplette Album in der originalen Tracklist. Kein Wunder, dass die Zuschauer jeden Ton mitfeierten.
CD 2 startet mit „Over The Hump“, wobei dieser Song nicht vom Album stammt sondern erst 2019 quast als Hommage an die alte Zeit erschienen ist. Es folgte eine gelungene Mischung aus Hymnen, Balladen und traditionellen Songs. Egal wer jeweils im Vordergrund stand: Kathy, Patricia, Paul, Joey, John, Jimmy und Angelo rockten die Bühne und jeder Hörer hat wohl seine eigenen Favoriten, sei es die Stimme von Angelo, die Rock-Attitüde von Joey oder das Charisma von Patricia.
Das Livealbum hält die Energie der Tour perfekt fest. Mir liegt nur die CD-Version vor, aber die hat es schon in sich. Aufgezeichnet wurde der packende Mitschnitt Anfang Dezember 2019 in der ausverkauften Berliner Mercedes-Benz-Arena vor fast 20.000 euphorischen Zuschauern. Während einer über zweistündigen Show präsentierte The Kelly Family ein absolut einmaliges Konzert, das für Band und Publikum gleichermaßen emotional und ergreifend mit unzähligen Erinnerungen verbunden war. Eine Zeitreise, zurück ins Jahr 1994 – inszeniert mit einer hochmodernen Licht- und Bühnen-Show. In der Symbiose mit der unglaublichen Kraft und Faszination dieser Familienband erwartete alle Fans eine beeindruckende Live-Show, die Jung und Alt sofort in ihren Bann zog.
Das Album „25 Years Later – Live“ erscheint in vier exklusiven Konfigurationen: Als reguläre 2CD, als 2CD/2DVD-Version im Digipack, als BluRay sowie als limitierte Fotobuch-Edition (2CD/2DVD & BluRay inklusive 60-seitigem Fotobuch mit über 100 Fotos, die einen einzigartigen Einblick in das Tourleben der Kelly Family gewähren). Zusätzlich enthalten alle Bildtonträger eine umfangreiche Tourdokumentation mit zahlreichen spannenden Impressionen vor und hinter den Kulissen.
Angefangen hat die Sache bekanntlich 2014. Der Golden Buzzer bei „Britain’s Got Talent“ hatte die Jungs direkt ins gleißende, globale Rampenlicht katapultiert – helle Schweinwerfer in denen man leicht verglüht. Leondre Devries und Charlie Lenehan, damals 13 und 15, hatten Simon Cowell mit ihrem Sensations-Hit „Hopeful“ restlos begeistert. Das dynamische Urban-Pop-Duo aus UK kann inzwischen auf mehrere weltweit erfolgreiche Single-und Album Releases inklusive Platin Status zurückblicken.
Mit einer Bilanz von der andere nur träumen können und die an den entscheidenden Stellen eine Zahl mit sechs Nullen hat, melden sich Bars and Melody im brandneuen Jahrzehnt zurück. 3,6 Millionen YouTube-Abonnenten, 1,4 Millionen Insta-Follower und 1,1 Millionen Facebook-Fans warten sehnsüchtig auf das neue Album des heiß begehrten UK-Duos. Und sie werden nicht enttäuscht: „Sadboi“ ist so komplex wie die Welt im Jahr 2020: Es geht um Liebe und Einsamkeit, um Klimawandel und Depression, um die Angst zu Versagen und Suizidgedanken – aber auch um Mut, Vertrauen und Zuversicht. „Sadboi“ ist genau das, was die Generation Z jetzt braucht, denn sie denkt und fühlt in Pop.
Musikalisch gibt es elektronische Beats und stimmverzerrte Vocals. Hinzu kommen gekonnte Rap-Passagen. Das melodische Element kommt in meinen Augen zu kurz, aber so funktioniert moderner Popsound anscheinend. Die Teenie-Mädels werden ihnen zu Füßen liegen.
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