Glaubt man den Statistiken, leben in Deutschland rund 1,7 Millionen Paare in einer Fernbeziehung. Dabei müssen sie durchschnittlich 653 km überwinden. In seiner neuen Single „600km“ widmet sich Benne einer emotionalen Fernbeziehung, die er selbst einmal geführt hat. Es geht um die Momente, die man verpasst, die Sehnsucht, die Fragen der Freunde. Die Gedanken, die doch beim anderen sind und nie ganz da wo man ist. Fernbeziehungen sind – und das wissen die meisten – nicht so einfach.
In „600km“ nimmt uns Benne mit auf die sechsstündige Fahrt im überfüllten Zug, er hört die Fragen der Freunde und schaut den Tatort diesmal wieder allein. „600 km – was ich auch mach, du fehlst hier.“ Das Video dazu sieht man hier:
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Das vierte Studioalbum „Zuhause“ von BENNE, das am 15.03. erscheint, handelt von Wandlungen in Zeiten von Widrigkeiten. Es geht dem Gefühl nach, heimisch zu werden. Ein Zuhause zu finden, in sich selbst und in der Welt. Trotz aller Widerstände, die das Leben bereithält. Es erzählt von Menschen, die uns bewohnen. Auch wenn sie nicht mehr bei uns sind. Von den Versuchen und Versuchungen, die zwischen Freiheit und Verbundenheit liegen.
Von schierer Freude und tief empfundenem Verlust. „Zuhause“ widmet sich dabei den Zweifeln und Ängsten, die unser Innerstes bewegen, wie auch den fast unscheinbaren Veränderungen, den feinen Haarrissen in unseren Beziehungen. Mal beobachtend, mal biografisch erzählend ist „Zuhause“ das bislang persönlichste Album des Musikers. Ein packendes Meisterwerk an Eindringlichkeit und Empfindungskraft.
Und da sind sie wieder. Zweijahresrhythmus seit 2008 konsequent eingehalten. Dabei kann von einem Abfall der Qualität im Zuge der Quantität keine Rede sein. Im Gegenteil: The Pineapple Thief legen mit „It Leads To This“ eines der schlüssigsten Alben ihrer Karriere vor, das wie eine Traumreise in die Welt von Progressive Rock, Artrock und Melodic Rock führt.
Die Qualitäten von Mastermind Bruce Soord stehen seit Jahrzehnten außer Frage. Zunächst hat er seine Musik ziemlich im Alleingang eingespielt, doch nach und nach ist eine Band herangewachsen, die ihm 2016 mit Gavin Harrison an den Drums einen kongenialen Partner bescherte, der inzwischen auch im Songwriting kräftig mitmischt und für stärkere Komplexität in den Rhythmen sorgt. Bei „Your Wilderness“ war Gavin noch als Gastmusiker in den Credits, doch schnell wurde er zum festen Bestandteil des jetzigen Quintetts.
Fans von Gazpacho und Riverside warten stets auch sehnlichst auf neue Alben von The Pineapple Thief. Und obwohl ich Anathema – die seit Jahren leider auf Eis gelegt sind – immer noch schmerzlich vermisse, ist die Band um Soord und Harrison doch ein adäquater Ersatz, um mich mit sphärischen und emotionalen Songs zu versorgen.
Das Album besteht aus acht Epen, die alle etwa fünf Minuten lang sind und rockige Dringlichkeit mit zarter Atmosphäre, nachdenklichen Tasten und fesselnden Melodien verbinden. Die Texte stammen auch aus der Literatur: Berichte über das alte Rom, John Williams‘ Klassiker „Stoner“ und der Briefroman „Augustus“ standen Pate. All das wird durch Soords zerbrechlichen und doch eindringlichen Tenor vermittelt, der an Geschichtenerzähler wie Nick Drake, Thom Yorke und Jonas Renkse von Katatonia erinnert.
Im Booklet steht jeder Track auch für eine Epoche des Alterns, denn das Artwork zeigt eine älter werdende Figur vom Jungen bis hin zum schütteren Greis. Und damit steht es auch für eine Entwicklung hin zur homogenen Einheit, es fällt mir nämlich diesmal schwer, einen einzelnen Song heraus zu greifen und in den Mittelpunkt zu stellen. „It Leads To This“ funktioniert als Einheit. Neben Soords oft klagender Ausnahmestimme haben alle Tracks einen enormen rhythmischen Drive. Großartig!
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Kerry King, der Gitarrist der 2019 aufgelösten Thrash-Metal-Ikonen Slayer, hat jetzt seine Teilnahme bei Rock am Ring und Rock im Park 2024 bestätigt. Nach fünf Jahren Pause meldete sich King kürzlich mit seinem Soloprojekt und dem Album „From Hell I Rise“ zurück, das am 17. Mai erscheint. Neben King an der Gitarre unterstützen ihn hierbei hochkarätige Mitstreiter wie Mark Osegueda (Death Angel) am Mikro, Bassist Kyle Sanders (ex-Hellyeah), Gitarrist Phil Demmel (Vio-lence, ex-Machine Head) und am Schlagzeug ein Kollege aus Slayer-Tagen, Paul Bostaph. Musikalisch will Kerry King seinem Slayer-Erbe treu bleiben, wie auch seine Shows bei Ring und Park unter Beweis stellen werden.
Credit: Kerry King
Neu hinzu gekommen sind auch die Crossover-Pioniere H-Blockx, die in diesem Jahr nicht nur die ersten Auftritte bei Ring und Park seit 2010 feiern. Sie begehen auch das 30. Jubiläum ihres wegbereitenden Debütalbums „Time To Move“, das nicht nur Goldstatus erreichte, sondern seinerzeit mit 62 Wochen in den Charts als Album des Jahres ausgezeichnet wurde. Nachdem die Band um Sänger Henning Wehland 2020 nach langer Live-Abstinenz auf die Bühnen zurückkehrte, zeigen die vier, dass sie nach wie vor zur Speerspitze der deutschen Rock-Acts zählen. Davon, wie frisch ihre Rockmusik klingt, werden sich die Ring- und Park-Fans überzeugen können.
Credit: H-Blockx
Mudvayne müssen ihre Europakonzerte leider absagen, darunter auch die Auftritte bei Rock am Ring und Rock im Park.
Auf “normal” verbindet LUNA stärkende, ermutigende und empowerende Worte mit der harten Realität. Hier wird nichts beschönigt oder heruntergespielt, sondern auf die realen (Lebens-)Gefahren hingewiesen, denen queere Menschen tagtäglich ausgesetzt sind.
Der Song ist für alle Menschen, die nachvollziehen können, wie es ist, wenn man nicht einfach in den Urlaub fahren kann, sondern vorher googlen muss, ob der Ort für queere Personen sicher ist. Und für all diejenigen, die Profis darin geworden sind, unangenehme Blicke zu ignorieren. “normal” ist für die Personen, für die es normal ist, als nicht normal angesehen zu werden.
Bereits in der Vergangenheit hat sich LUNA für LGBTQIA+-Themen immer wieder stark gemacht, sei es durch immer wieder offenes Sprechen in der Öffentlichkeit über das Leben als queere Person sowie durch Songs wie “Blau” oder der Pride-Hymne “Neonlights” feat. Katja Krasavice.
“normal” ist eine gefühlvolle, sanfte Gitarrenballade, die später durch Untermalung von warmen Synth Sounds in LUNAs Safe Space einlädt, der sich geborgen und sicher anfühlt. Die perfekte Soundwelt also, um sich verletzlich zu zeigen und alle einzuladen, die sich angesprochen fühlen oder empathisch nachempfinden wollen – egal, ob sie selbst betroffen sind oder nicht.
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Firneis, das ist die Vorstufe zu Gletschereis, gefrorener Schnee, an dem das Tauwetter des letzten Jahres vorübergezogen ist. „Firneis“ ist auch der Titel der ersten Single von Miriam Hanikas Album „Schilflieder“ (Sturm & Klang, Mai 2024). Die Musikerin malt mit dem Englischhorn, der großen Schwester der Oboe, und ihrem Ensemble eine meditative, gefrorene Landschaft. Tibetische Klangschalen (Simon Popp) klirren wie Eiskristalle. Der warme Klang von Englischhorn, Klavier (Misha Antonov) und Kontrabass (Peter Cudek) wärmt wie Sonnenstrahlen den Schnee, der geduldig darauf wartet ein Gletscher zu werden.
Fotocredit: Robin Lambercht
Miriam Hanika ist die „Meisterin der leisen Töne“ (folker), eine „herausragende Dichterin“ (WDR 4) aber vor allem ist die Oboistin Miriam Hanika eine Pionierin. Nun widmet die „musikalische Ausnahme-Erscheinung“ (GoodTimes) mit „Schilflieder“ ein ganzes Album ihrem besonderen Instrument. Ihre Lieder aus dem Schilf sind eine Hymne an die Farbigkeit der Natur und die Oboe selbst, die mit ihrem elysischen Ton unerforschtes Terrain betritt. Herausgeschält aus ihrem zugewiesenen Kontext klassischer Musik, strahlt sie mal mit Band und Streichern, mal mit einer E-Gitarre um die Wette und lässt den ihr zugewiesenen Platz im Orchestergraben vergessen. Miriam Hanikas Schilflieder führen in ein beispielloses Klangspektrum zwischen Kammermusik, Jazz und Folk. Verträumt, virtuos, anders vertraut.
Die vielfach ausgezeichnete Multiinstrumentalistin ist als klassische Oboistin und als Solokünstlerin Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe (u.A. Förderpreis der Hanns-Seidel-Stiftung 23/24, internationalen Ars Ventus Wettbewerb für Kammermusik 2019, Stipendium für Musik der Stadt München). Seit 2019 erscheinen ihre Alben bei Konstantin Weckers Label Sturm und Klang. Ihr zweites Album Louise (2021) wurde für den Deutschen Schallplattenpreis nominiert. Mit ihrer aktuellen Veröffentlichung Wurzeln & Flügel (2023) ist sie zurzeit deutschlandweit auf Tour.
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Vor acht Jahrzehnten wurde Achim Reichel in der Nähe von Hamburg geboren. Seine Band The Rattles machte ihn im Zuge der Beatlemania weltberühmt, doch das war noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Unvergessen ist seine Performance als „Der Spieler“ – und der Smashhit „Aloha heja he“ bescherte ihm Anfang der 90er Jahre ein Comeback abseits jeder NDW Attitüde. Vorgestern konnte er seinen 80. Geburtstag feiern und der Live-Mitschnitt „Schön war es doch! Das Abschiedskonzert“ erschien am vergangenen Freitag.
Achim Reichel ist Kulturbotschafter und eine Ausnahmeerscheinung im schnelllebigen Musikgeschäft. Seine Songs bewegten sich immer zwischen Rock und Shanty, zwischen Volkslied und Poesie. Er lieferte Texte wie „Fliegende Pferde“, die in die deutsche Musikgeschichte eingingen. Und Klassiker wie „Herr von Ribbeck“ sowie „Der Mond ist aufgegangen“ gehören in seinen Versionen zum umfassenden Kulturgut, für das er 2007 den Deutschen Weltmusikpreis RUTH einfahren konnte.
Fotocredit: Hinrich Franck
Der Titel „Abschiedskonzert“ für das Livealbum ist eigentlich eine Mogelpackung – aber im positiven Sinne. Denn es wurde nicht etwa ein letztes Konzert aufgenommen, sondern die Aufnahmen aus den Jahren 2019 und 2023 sollen auf die Abschiedstournee einstimmen, die im März 2024 über die Bühne gehen wird.
Spannend sind die Arrangements mit Bläsern und Steel Guitar. Da bekommt „Der Spieler“ einen ganz neuen, frischen Sound und ein so oft gehörter Gassenhauer wie „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ kommt plötzlich voll Swing daher. Achim Reichel hat es schon immer verstanden, musikalisch eigenwillige Wege zu gehen – und auch mit 80 macht er keine Kompromisse.
So sind die zwei Silberlinge ein grandioser Rundumschlag durch Reichels deutschsprachiges Repertoire. Und ganz zum Schluss gibt es einen Studiosong als aktuelle Standortbestimmung: „Aber schön war es doch“ lautet das Fazit. „Es war die Zeit der großen Träume / Sie wurden wahr, ganz anders als gedacht / Was uns blieb, das war die bittre Wahrheit / Wo’s mir zum heulen war, da hast du nur gelacht.“
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Im 4-Jahres-Rhythmus sind die letzten Album von GREEN DAY auf den Markt gekommen – und nicht nur das macht die Band aus Kalifornien zur echten Konstante aus der Zeit des Punk-Revivals, das seit den 90ern anhält. Ob sie jetzt wirklich als Erlöser daherkommen, sei mal dahin gestellt. Dafür sind die Songs auf „Saviors“ dann doch zu altbacken. Oder besser gesagt: Man hat es gar nicht nötig, das Rad neu zu erfinden. Spätestens seit „American Idiot“ und „21st Century Breakdown“ kann ihnen niemand mehr den Platz in der Musikhistorie streitig machen.
In den letzten Monaten gaben Green Day Fans auf aller Welt bei Überraschungsauftritten bereits einen Vorgeschmack auf das, was man auf ihrer bevorstehenden Welttournee (unter anderem bei ROCK AM RING) erwarten kann. Ganz egal, ob sie einen randvollen Pub in England zum Kochen brachten, mit Die-Hard-Fans bei einer ausverkauften Überraschungsshow in Las Vegas rockten oder Headliner-Sets beim „When We Were Young“ Festival spielten – Green Day strotzten vor Energie und zeigten, dass sie richtig Bock auf ihr neues Album haben.
„Saviors“ enthält die zuvor veröffentlichten Songs „One Eyed Bastard“, „Dilemma“, „Look Ma, No Brains!“ und „The American Dream Is Killing Me“ – bombastische Tracks, die allesamt mit besten Kritiken bedacht wurden. Pünktlich zum Release gab es das Video „Bobby Sox“.
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„‘BOBBY SOX ist einer meiner Lieblingssongs auf dem Album“, kommentiert Billie Joe Armstrong. „Es ist der 90er-Song, den wir nie geschrieben haben. Als ich damit anfing, sollte es eigentlich ein Song für meine Frau werden. Im Arbeitsprozess kam mir dann aber der Impuls, die Zeilen ‚Do you wanna be girlfriend?’ zu ergänzen um ‚Do you wanna be my boyfriend?‘. So wurde daraus eine Art universelle Hymne.“
Das Album macht Tempo und atmet den Esprit der Anfangsjahre. Damit werden die Fans sehr gut leben können. Fürs Radio könnte eine Ballade wie „Goodnight Adeline“ funktionieren, aber da werden die Jungs um Billie Joe vermutlich keine Chance haben. Im Airplay liegen die alten Gassenhauer vorn. Schade drum.
Dass es auch mal hart und knackig zugehen kann zeigt „Living in the ’20s“. So funktioniert die Mischung aus Punk und Alternative Rock endlich wieder und man kann den experimentellen Vorgänger vergessen, der für Fans der Band recht gewöhnungsbedürftig war. GREEN DAY sind zurück und zeigen alte Qualitäten. Gut so!
Vince Freeman hat zuletzt mit „Powers“ und „Imposter“ sein lang erwartetes und schmerzhaft ehrliches Debüt-Album „Scars, Ghosts & Glory“ für den 22. März 2024 angekündigt. Mit „Blame Myself“ erschien ein weiterer Vorgeschmack aus seinem Album.
Das hymnische, gefühlvolle Lied, ist eine Ode daran, zu Entscheidungen, die wir im Leben treffen, zu stehen und erzählt die Reise des Singer-Songwriters zur Selbstakzeptanz. Im dazugehörigen Musikvideo, bei dem Chris Boulton und Moss Davis Regie geführt haben, steckt Freeman einen Haken nach dem anderen ein und zeigt seine Unverwüstlichkeit, indem er sich demütig behauptet, egal, was ihm in den Weg gestellt wird.
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Vince Freeman sagt selbst: „Blame Myself’ is simply about the moment I understood that all of these moments and all the decisions, (right and wrong) are mine,” shares Freeman on the single. “They don’t belong to anyone else and they make me who I am – warts and all! I think that we are all the eye of our own storm and the one true constant as we try and find our way. ‘Blame Myself’ is a statement of fact, it is a ‚Here I am, no apologies, just making the best lemonade I can!'“
Wie der Titel seines kommenden Debütalbums andeutet, sind die Narben für Freeman ebenso wichtig wie der Ruhm. „Scars, Ghosts & Glory“ ist eine 12-Track-Sammlung von Songs, die von Paul Visser (alias GoldCrush) produziert wurden und voller kraftvoller Ohrwürmer und ehrlicher Geschichten stecken. Narben sind für Freeman auch wörtlich zu nehmen, denn er verbrachte sechs Jahre unter Schmerzen, immer wieder unter dem Messer des Chirurgen, in ständiger Angst, nie wieder gehen oder auftreten zu können. Nach seiner wundersamen, vollständigen Genesung ist er bereit, das Beste aus dem Leben zu machen, was es zu bieten hat.
Wie für viele andere auch, ließ die Pandemie Freeman entgleisen. Er schaltete einen Gang zurück und eröffnete einen mobilen Kaffeestand, Coffee Rocks. Ein gut getimtes Karma, denn ein Anwalt aus der Unterhaltungsbranche, der auf einem Festival einen Kaffee kaufte, führte dazu, dass Freeman die Mittel für die Fertigstellung seines Albums aufbringen und sein eigenes Label, Kinetic Records, gründen konnte. „It certainly wasn’t the fairy tale that I wanted it to be,” sagt er. “It was hard work. But sometimes it’s hard work that makes things open up“.
Fotocredit: Chris Boulton
Als regelmäßiger Künstler im West-Londoner Club Ginglik gründete Freeman die beliebte Nacht „Shush“, in der er an der Seite von Künstlern wie Ed Sheeran, Paolo Nutini, Newton Faulkner und Nizlopi auftrat und/oder ihnen zu ersten Auftrittsmöglichkeiten verhalf. Später, zu der Zeit, als er an der BBC1-Fernseh-Talentshow „The Voice“ teilnahm, absolvierte Freeman 300 Auftritte pro Jahr.
Die Teilnahme an einer TV-Talentshow unter der Anleitung von Danny O’Donoghue von The Script war zwar eine Lernerfahrung, aber seine ermutigende Zufriedenheit fühlt sich jetzt eher wie ein Erfolg an. Im Rückblick auf ein Jahrzehnt sagt Freeman: „You need to own these things. When I was younger, I thought I needed to be a certain person. I was chasing fame – which is now probably the thing that I would run away from.“
Nachdem Freeman die Bühne mit Eric Clapton, Paul Weller, Jocelyn Brown oder Jamie Woon teilte und ein Dankeschön auf Ed Sheerans Debüt-Album sein Eigen nennt, ist er nun bereit für sein Debüt. „Scars, Ghosts & Glory“ ist der Sound eines Musikers, der alles von sich in seine Musik gesteckt hat, der sein Glück selbst gemacht hat, der lebensbedrohliche Herausforderungen überwunden hat und der sein eigener bester Botschafter war. Dies ist Vince Freemans Reise und sein überragender Erfolg.
Nach der ersten Single aus dem kommenden Album von Montreal erschien letzte Woche mit „Eine andere Stadt“ ein weiterer Vorbote aus dem am 12. April 2024 erscheinenden, neuen Album „Am Achteck Nichts Neues“. Auch mit der zweiten Single vom neuen Album „Am Achteck nichts Neues“ bleibt MONTREAL im Vorwärtsgang und zeigt mit dem autobiografisch anmutenden „Eine andere Stadt“ formvollendet, wo die Qualitäten dieser Band liegen: wunderbare Melodien, Texte auf den Punkt und diese eine wohlige Stimmung, die das alles so schön durchzieht und trägt.
“Am Achteck nichts Neues” mit 13 Liedern in 34 Minuten ist einerseits ein klassisches MONTREAL-Album, zeigt andererseits aber auch neue Seiten und wirkt persönlicher denn je. “Wir haben dieses Album parallel zu den Planungen zur 20-Jahre-Band-Geburtstagstour geschrieben und aufgenommen – da kamen ganz ungewollt und ungeplant viele Bilder, Stimmungen und Erinnerungen aus der Anfangszeit hoch, die sich dann auch in die Lieder geschlichen haben”, ordnet Bassist und Sänger Hirsch Lieder wie “Eine andere Stadt”, “Was ich bin”, “Bis in den Morgen” oder auch die erste Single und Titeltrack “Am Achteck nichts Neues” ein. Im letzten Lied “Straßen von Oberhausen” durchlebt MONTREAL samt Zuhörerschaft noch einmal den Abschied vom langjährigen Freund Blubbi, Gitarrist der Sondaschule und dessen Beerdigung.
Fotocredit: Ania Sudbin
Wizo Support
20.02.24 Ingolstadt, Eventhalle Westpark
02.03.24 Stuttgart, LKA Longhorn
Festivals 2024
01.06.24 Bad Iburg, Dosenfest
15.06.24 Interlaken (CH), Greenfield Festival
20. – 23.06.24 Scheeßel, Hurricane Festival
20. – 23.06.24 Neuhausen ob Eck, Southside Festival
07.08.24 Eschwege, Open Flair
08.08.24 Rothenburg ob der Tauber, Taubertal Festival
16. – 18.08.24 Großpösna, Highfield Festival
„All Now“ ist das Ergebnis einer chaotischen Periode, gefolgt von einer Zeit der erzwungenen Ruhe für die Band. The Staves veröffentlichten im Februar 2021 ihr drittes Album „Good Woman“, ein Album über Liebe und Verlust, das in einer beunruhigenden Zeit des Aufruhrs und des Schmerzes entstand. „There was a delayed reaction to trauma and these big changes out of your control“, sagt Jess über die Zeit nach Good Woman, als die Band – wie der Rest von uns – gezwungen war, sich mit ihren Gedanken auseinanderzusetzen, aber auch den Tod ihrer Mutter und andere seismische Veränderungen zu verarbeiten.
Emily trat bei diesem Album in den Hintergrund (obwohl sie immer noch bei einer Handvoll Tracks den Gesang beisteuerte), um sich auf die Mutterschaft zu konzentrieren, während Camilla mit ihren eigenen psychischen und physischen Gesundheitsproblemen zu kämpfen hatte – chronische Schmerzen und eine Reihe von Operationen aufgrund von Endometriose forderten zunehmend ihren Tribut.
Fotocredit: Harvey Pearson
Nach zwei Jahren der tiefen Einsamkeit und des Schmerzes nach der Veröffentlichung von „Good Woman“ taten The Staves das, was sie am besten können, und begannen wieder zu schreiben. Die Idee war, entgegen dem, was sie in den letzten Jahren gemacht hatten, zu den Grundlagen zurückzukehren und sich fast ausschließlich auf sich selbst und ihre Gitarren zu konzentrieren.
Es begann damit, dass Jess sich in dieser neuen Landschaft zurechtfand, indem sie ihre Kreativität zunächst allein im Studio in Hackney Ende 2022 nutzte und Camilla langsam zum nächsten Kapitel von The Staves zurückholte, bevor sie sich an den Superproduzenten John Congleton (Sharon Van Etten, Angel Olsen) wandte, mit dem die Band schon bei Good Woman zusammengearbeitet hatte.
Das Ergebnis? Ein Album, das so reichhaltig und ehrlich ist wie all die tiefgründige Musik von The Staves, die über die Alben des letzten Jahrzehnts verstreut ist und hier zu etwas ganz Besonderem verdichtet wurde.
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The Staves sagen zur Single: „This was the first song we recorded for the album and we had just written it so there’s a freshness and an immediacy to it for us. The song is about passing surges of emotions and memories that often don’t get expressed or articulated. It’s exploring that state of stillness on the outside but with a flurry of things happening below the surface and how, often, we don’t let on what we’re really feeling most of the time or how much we’re feeling it. Even the question ‘how are you?’ can prove difficult to find the answer to… The song came from a train-ride down to Brighton with friends with the scenery whizzing by – the transient flashes as things come in and out of focus. The song is built around this two-chord pattern that kind of chugs along and motors through, picking out these jolts of feeling or memory that rush by.“
The Staves werden ihr Album auch in Deutschland vorstellen:
08.05.2024 – Heimathafen Neukölln, Berlin
09.05.2024 – Stadtgarten, Köln
Das Duo in der Rockmusik funktioniert in der Regel nach dem Prinzip der Reduktion: Wer nur zu zweit auf der Bühne steht, setzt meist notgedrungen auf Akzente statt auf Flächen, auf Gerüst statt auf Schmuck. Weniger ist mehr, heißt dann die Devise, und es braucht schon eine ganze Menge Charisma (siehe White Stripes), musikalische Versiertheit (siehe Black Keys) oder schlichtweg Druck (siehe Royal Blood), um der Irritation etwas entgegenzustellen, die entsteht, wenn man auf das gewohnte Gesang-Gitarre-Bass-und-Schlagzeug-Setting verzichtet. Auch Iedereen kennen sich aus mit der Frage, was entsteht, wenn man immer mehr weglässt, bis nur noch zwei Sachen übrigbleiben: die Freundschaft und die gemeinsame Liebe zur Idee, zur Kunst, zur Musik.
Fotocredit: Thomas von der Heiden
Wenn man nur zu zweit ist, muss man wohl einfach mit höherem Engagement spielen, und es ist vor allem die Dringlichkeit und die Energie dieser Band, die einen direkt am Kragen packt und die von Anfang an greifbar wird. „Ich halt mir meine Möglichkeiten offen / und hab keine gewählt“ heißt es etwas später in dem Song, und das hat durchaus etwas von dem verzweifelten Ennui, den Bands wie die Fehlfarben oder Abwärts vor über 40 Jahren formulierten. Und das führt einen dann auch musikalisch auf die richtige Fährte. Denn während sich die meisten Gitarre-plus-Schlagzeug-Duos eine Basis aus Blues, Surf, Garage oder Classic Rock legen, holen sich iedereen zumindest einen Teil ihres Inspirationsstoffs im Post-Punk der späten 70er und frühen 80er, als Bands wie Wire, Gang Of Four oder Devo zwar nicht den Planeten, aber zumindest die Herzen der Menschen mit Ahnung, Haltung und einem Sinn fürs leicht Abseitige eroberten. Hier wird robotisch gegroovt, neurotisch gesungen, fatalistisch getextet – und das immer mit lockerer Faust, um den Zuhörern bei Bedarf schnell mal eine reinzimmern zu können.
Nach „GKO“, „Niki“, „Chauvi“ und „Autofahren“ veröffentlichen Iedereen mit „Urinella“ eine weitere Single aus ihrem selbstbetitelten Debüt-Album, welches am 23. Februar 2024 via Glitterhouse Records erscheint.
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Ron Huefnagels und Tom Sinke sagen zur Single: „Die Gesellschaft hat schon so viele wunderbare Dinge hervorgebracht, aber trotzdem scheinen wir gegen die immer gleichen Probleme zu kämpfen. Und das obwohl wir am Ende doch alle eines wollen: ein gutes Leben, bevor wir den Löffel abgeben.“
Nachdem Iedereen zuletzt auf dem Eurosonic Noorderlag Festival Fans wie auch Presse einmal mehr von ihren Live-Qualitäten überzeugten, gehen Iedereen im April auf „Ich brenne lichterloh“ Tour und supporten Acht Eimer Hühnerherzen.
Iedereen Live:
20.04.2024 – Langenberg – KGB
25.04.2024 – Dortmund – Subrosa
26.04.2024 – Köln – Bumann & SOHN
19.05.2024 – Beverungen, Orange Blossom Special
28.05.2024 – Mainz – schon schön
29.05.2024 – Karlsruhe – KOHI
05.06.2024 – Hamburg – Hafenklang
06.06.2024 – Berlin – Urban Spree
Support für Acht Eimer Hühnerherzen:
02.04.24 – Hamburg – Knust
03.04.24 – Bremen – Lagerhaus
04.04.24 – Bochum – Bahnhof Langendreer
05.04.24 – Köln – Gebäude 9
06.04.24 – Leipzig – Conne Island
12.04.24 – Berlin – SO36
Schon im Jahr 2005 wurden Tenside in München gegründet und brachten sogleich ihr erstes Demotape heraus. Seitdem ist viel Wasser die Isar runter geflossen und die Band hat sich mit stetigen Veröffentlichungen eine ordentliche Fangemeinde erschlossen. Dabei gab es einige Besetzungswechsel – nur Sänger und Gitarrist Daniel Kuhlemann ist als Konstante von Anfang an mit dabei. Wenn man das Demoalbum mitzählt, ist nun mit „Come Alive Dying“ das neunte Studiowerk erschienen. Die Abstände zwischen den Veröffentlichungen sind länger geworden, doch Qualität statt Quantität hat auch seine positiven Seiten.
Für die Produktion ihres neuen Studioalbums haben sich Frontmann Kuhlemann, Gitarrist Michael Klingenberg, Bassist Jonas Hölscher und Drummer Johannes Jörg eine echte Allstar-Crew ins Boot geholt, die die musikalische Vision des Quartetts in einen ebenso bombastischen wie atmosphärischen Breitwand-Sound umgesetzt hat. Aufgenommen wurde die neue Platte größtenteils im bandeigenen Studio in München in Zusammenarbeit mit Co-Producer Christoph von Freydorf sowie mit Kristian „Kohle“ Kohlmannslehner in seinen Kohlekeller Studios, bevor die Tracks in Los Angeles von Joseph McQueen (As I Lay Dying, Bad Wolves, Bury Tomorrow) gemischt und schließlich in Nashville von Ted Jensen (Gojira, Korn, Bring Me The Horizon) gemastert wurden. Da sind also einige Hochkaräter mit an Bord.
Fotocredit: Severin Schweiger
Das Album startet mit dem Titelsong, der einen knallharten sphärischen Sound zu bieten hat und elektronische Klänge miteinbezieht. Wie gewohnt wechselt der Shouter zwischen melodischem Klargesang und wütenden Growls. Der Kontrast zwischen aggressiver Energie und Emotionen zieht sich durch alle Tracks. Es geht um globale Katastrophen und den Weltuntergang. Bei diesem Szenario macht der Sound mit Endzeit-Klängen absolut Sinn. Hinzu kommen schnelle Riffs und ein krachendes Schlagwerk.
Seit der Pandemie („Glamour & Gloom“ erschien im Jahr 2020) haben sich einige Ideen aufgestaut. Daniels Vater ist verstorben und er hatte eine schwere Zeit. Dies schlug sich klar im Songwriting nieder, das aber keineswegs in Melancholie versinkt. „Come Alive Dying“ ist ein knallhartes Album mit besonderer Dringlichkeit. Erbarmungslos und mit viel Groove. „Shadow To Shine“ führt den furiosen Sound fort, ein Track wie „Pitch & Gold“ zeigt aber, das man auch mit hymnischen Melodien bestehen kann.
Live wird ein Song wie „Impending Doom“ sicher die Massen Richtung Moshpit bewegen. Die Mischung aus Gitarre und Elektronik ist absolut stimmig. „Pretty Lonesome“ klingt da schon erstaunlich eingängig und mit „Vengeance“ schließt sich erzählerisch der Kreis zum Opener. So ist „Come Alive Dying“ ein rundes Album mit einer Botschaft: Man braucht die Dunkelheit, um am Ende wieder ins Licht zu gelangen.
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Seit über zwanzig Jahren erobert Top-Comedian Ralf Schmitz die Bühnen im deutschsprachigen Raum. Zunächst war er beim Impro-Theater „Die Springmaus“ in Bonn aktiv, dann in der Fernsehreihe „Die Dreisten Drei“. 2005 gewann er den Deutschen Comedypreis für die „Schillerstrasse“ und im gleichen Jahr startete er seine erste Solotournee. Hunderttausende Fans sorgen seitdem für stetig wachsende Zuschauerzahlen. Wenn er eine Bühne betritt, dauert es keine zwei Minuten und der Saal ist am Toben. So geschehen auch gestern in der Arena Trier. Dabei braucht der rheinische Wirbelwind, die lebendig gewordene Starkstrombatterie auf zwei Beinen, gar kein besonderes Thema. Er erzählt von seiner Katze, der Mama, der Schule oder – wie momentan – von diversen Urlaubsfreuden. Alles Geschichten, die aus dem Leben gegriffen sind und bei denen jeder irgendwie mitreden kann.
Das neue Soloprogramm heißt SCHMITZEFREI und es startete mit einer Publikumsrunde, in der Ralf zunächst einmal seine Zuschauer kennen lernen wollte. Wer sich bei einer solchen Show in die erste Reihe setzt, weiß, was ihn erwartet. Klar – die Reihe ist lang, doch Ralf pickte sich auch diesmal zielsicher die richtigen Kandidat*innen raus. Einen Enkel mit seinen Großeltern, zwei Luxemburger und eine junge Frau, die Geburtstag hatte. Dem dazugehörigen Freund wurde kurzerhand das Handy geklaut, weil er lieber damit rum spielte als Ralf zuzuhören. Die Infos, die der Comedian hier gesammelt hatte, sollten immer wieder in die Themen einfließen. Das macht Ralfs größtes Talent aus – und natürlich seine Improvisation. Er brauchte passende Stichwörter, und die gab ihm das Trierer Publikum zu Genüge. So konnte einem nur schwindelig werden, wenn Ralf Schmitz Tirade um Tirade von der Bühne hämmerte: „Wer viel zu sagen hat, muss schneller reden.“ Dieses Motto beherzigte er von der ersten bis zur letzten Minute der über zweistündigen Show.
Die Impro-Ideen sind aus dem Fernsehen schon hinlänglich bekannt, doch Schmitz hat ein Talent, diese um neue Einfälle zu bereichern. Da waren die Deutschen in den USA, die versuchten, auf „Denglisch“ bei McDonald’s einen Burger zu bestellen. Der Comedian war überdreht, hyperaktiv, hektisch, laut schreiend, ständig im Mittelpunkt. Mit viel Nervenstärke erzählte einen Urlaubstag im Leben von Jenny, die die Richtigkeit der Aussagen mit einem Klingeln bestätigte oder mit einem Hupen verneinte. Bekannte Fernsehshows wurden ins Star-Wars-Universum verlegt und zum Schluss des ersten Teils interpretierte Ralf bekannte, vom Publikum ausgewählte Songs wie „An guten Tag“, „Abenteuerland“ und „Layla“ in seiner ganz eigenen Gebärdensprache. Danach war Zeit zum Atemholen – knapp 20 Minuten lang.
Wo nahm er nur die Energie her, um nach kurzer Erholung wieder voll unter Strom auf der Bühne zu stehen? Zum Aufwärmen gab es Beobachtungen länger verheirateter Ehepaare beim Hotelfrühstück sowie von einer Weinreise im Zug zwischen Koblenz und Trier. Die Bahn wurde gleich nochmal zum Thema, denn Ralf stand mit Zuschauerin Svenja am Bahnsteig und versuchte verzweifelt, seinen Zug noch zu erwischen. Nach einer vertauschten Liveschalte zwischen Papst und Ballermann spielte der Comedian zum Schluss mit Zuschauerin Julia einen Tag in der Eifel im Stil diverser Filmgenres nach, die vom Publikum ausgewählt wurden. Dabei wurde schnell hin und her geswitcht – und von Soap über Horror bis hin zur Oper war alles dabei.
Als Zugabe wurde der Zuschauer Yannick zum Puppenspieler, der Ralf Schmitz in seiner Paraderolle als Marionette „bedienen“ und mit ihm zusammen einen Snack zuhause bereiten musste. So vergingen über zwei Stunden Programm in Windeseile und es war schon 22.30 Uhr, als Ralf sich bei seinen unfreiwilligen Mitspieler*innen bedankte und ihnen Freikarten für die nächste Show schenke. Vielleicht sind sie ja schon am 8. März wieder dabei, denn dann wird Ralf Schmitz sein „Schmitzefrei“ in der Rockhal im luxemburgischen Esch/Alzette spielen. Ein Vergnügen, für das er tatsächlich Luxemburgisch gelernt hat – wie man HIER sehen und hören kann:
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Am 8. März 2024 wird die kanadische Künstlerin Loreena McKennitt, die seit fast 40 Jahren anhaltend erfolgreich im Geschäft ist, ein neues Album veröffentlichen. Sie besinnt sich auf den Ursprung ihrer Karriere und widmet sich der traditionellen, reinen keltischen Musik.
„The Road Back Home“ wurde im Sommer 2023 aufgenommen während sie vier Folkfestivals in Ontario spielte. Es ist eine Rückkehr zu ihren Wurzeln, eine Art musikalische Rückbesinnung dorthin, wo alles begann. Die frühen Songs, die lokalen Musiker, die unglaubliche Energie und Spontanität dieser Performances – das alles hat sie inspiriert, dieses Album aufzunehmen und es ihren Fans zugänglich zu machen.
Es wird auf CD und 180 g Vinyl veröffentlicht und natürlich über alle digitalen Dienste plus Dolby Atmos. Das Album besteht aus zehn Songs mit einigen Liedern, die auf McKennitts frühe Karriere zurückgehen, die aber niemals aufgenommen wurden.
„The Road Back Home“ ist eine Hommage an die gefühlt einfacheren Zeiten, gleichzeitig eine musikalische Umarmung in einer Ungezwungenheit, die es heute in der Art nicht mehr gibt. Es ist ein bisschen wie nach Hause kommen…
Vor ein paar Jahren hat McKennitt eine Gruppe lokaler keltischer Musiker getroffen. Und da man die gleichen ‚musical minds‘ hatte, endete dies in einer Kollaboration als ein Teil ihres 2021 veröffentlichten Weihnachtskonzertes „Under A Winter’s Moon“.
Und diese Musiker sowie Caroline Lavelle begleiteten sie in diesem Sommer auf den Ontario Folk Festivals. Und genauso spontan kam es zum Gastauftritt des kanadischen Singer-Songwriter James Keelaghan bei „Wild Mountain Thyme“.
„Es gibt viele Arten, wie man das Wort ‘zu Hause’ definiert,“ sinniert McKennitt. “Es mag die Struktur sein, in der wir leben, es kann aber auch der kulturelle Ausdruck der Community sein, in der wir leben, wo jemand unser Herz erreicht und man ohne große Worte einfach zusammen passt.“
Fotocredit: Ann Cutting
Loreena McKennitts Reise begann in kleinen, gemütlichen Folk Clubs und der aufkeimenden Festivalszene in ihrem zu Hause in West-Kanada. Und sie erinnert sich lebhaft daran: “In meiner Zeit in Winnipeg bin ich in Folk Clubs aufgetreten und auf einem der ersten Winnipeg Folk Festivals. Wir haben uns alle in der Welt der Musik verloren, wundervoll in den Sommernächten. Und Sonntagnacht, am Ende des Festivals, sind alle Künstler gemeinsam auf die Bühne gegangen und haben Arm in Arm ‘Wild Mountain Thyme’ gesungen.“
Beeinflusst wurde Loreena von den 1960igern und 1970iger, als es zu einer Wiederbelebung der Folk Musik kam – in Irland genauso wie in England. McKennitt entdeckte die Aufnahmen von der Bothy Band, Planxty, Steeleye Span und Alan Stivell, um nur einige zu nennen. Das waren die bescheidenen Anfänge und ihr Weg als Straßenmusikerin in Vancouver, Toronto, Dublin und London und gleichzeitig der Grundstein für eine 40jährige Karriere als eine Multi Platin Künstlerin und Geschäftsfrau, die weltweit unzählige Konzerte gab.
McKennitts eklektisch-keltische Verbindung von Pop, Folk und Weltmusik hat nicht nur über 14 Millionen Platten verkauft, sondern auch Gold, Platin und Multi-Platin in 15 Ländern auf vier Kontinenten eingebracht. Zweifach für den GRAMMY® nominiert und zwei Juno Awards gewonnen; sowie den Billboard International Achievement Award. Im März 2023 wurde McKennitt in die Canadian Songwriter’s Hall of Fame aufgenommen.
Tracklist The Road Back Home:
Searching for Lambs (3:32)
Mary & The Soldier (4:04)
On a Bright May Morning (4:33)
As I Roved Out (4:54)
Custom Gap (3:56)
Bonny Portmore (3:42)
Greystones (3:32)
The Star of the County Down (3:42)
Salvation Contradiction (4:22)
Sí Bheag, Sí Mhór/Wild Mountain Thyme (6:15)
Loreena McKennitt – The Visit Revisited Tour 2024:
„Eine der größten und meistgesprochenen jungen Stars des Pop“ (The Guardian), Zara Larsson provoziert und treibt die Popkultur voran, mit aufgeklärten und energiegeladenen Hymnen, die gleichzeitig erheben und verführen. Mit jedem Schritt schreibt sie weiterhin leise Geschichte und bricht Rekorde: Ihr mit Platin ausgezeichnetes Album „So Good“ aus dem Jahr 2017 hebt sich besonders als eines der meistgestreamten Debüts auf Spotify einer weiblichen Künstlerin hervor. Zaras wachsendes Repertoire umfasst einen Hit nach dem anderen, von „Never Forget You“ über „Lush Life“ und „Ain’t My Fault“ bis zur Zusammenarbeit mit Clean Bandit, „Symphony“. Auf dem Weg dorthin hat sie Preise und Nominierungen von den schwedischen Grammys, den BRITS und den MTV EMAs erhalten und sogar die Bühne des Friedensnobelpreises verzaubert.
Ihr zweites internationales Album „Poster Girl“ aus dem Jahr 2020 enthält Hits wie „Ruin My Life“ und „Wow“ und brachte Zara näher an die Spitze der Popmusik. Trotz des Projektstarts während des Lockdowns, überschritt Zara jegliche Grenzen, als sie virtuell für Roblox auftrat und eine virale Live-Streaming-Show in Zusammenarbeit mit Ikea am Internationalen Frauentag veranstaltete. In den letzten eineinhalb Jahren wurde Zara Larsson wieder in die reale Welt entlassen: Sie spielte eine ausverkaufte europäische Arena-Tournee zu „Poster Girl“, erzielte einen Hit in Zusammenarbeit mit Alesso („Words“ wurde von Billboard als einer der besten Dance-Songs des Jahres 2022 bezeichnet) und kehrte mit der brandneuen Single „Can’t Tame Her“ zurück. Das Lied wurde zusammen mit engen Freunden wie MNEK, MTHR und Danja konzipiert und zeigt, wo Zara Larsson im Jahr 2023 steht: „Can’t change her / Can’t blame her / Can’t tame her“.
Die jüngsten Tracks „End Of Time“ und die Zusammenarbeit mit David Guetta „On My Love“ geben einen weiteren Vorgeschmack auf Zara Larssons kommendes drittes internationales Album. Zara Larsson wird außerdem ihr Schauspieldebüt in Netflix‘ bevorstehendem Film „A Part Of You“ im Jahr 2024 geben. „VENUS“ erscheint am 09.02. und Zara schenkt uns diesen Freitag mit „You Love Who You Love“ noch eine letzte Single vor der Album Veröffentlichung!
Sabine Thiesler ist vor allem bekannt für ihre Krimireihe um Commissario Neri, die schon einige Bestseller hervor gebracht hat. Wer aber einen klassischen Kriminalfall erwartet, wird von dem vorliegenden Buch eventuell enttäuscht sein, denn es ist eher ein Thriller als eine Whodunit-Geschichte. Die Autorin hat neben Germanistik auch Theaterwissenschaften studiert und kann jetzt mit „Romeos Tod“ ihre Erfahrungen aus dem Schauspielgeschäft in den Plot einfließen lassen. Das tut sie mit viel Vehemenz und Enthusiasmus.
Der Klappentext gibt einige Hinweise zum Inhalt des Romans: Der begnadete Schauspieler Jan Jespik verliebt sich Hals über Kopf in eine erotische, leidenschaftliche Frau. Mona ist gerade erst aus dem Knast gekommen und erzählt ihm ihre unerträgliche Geschichte. Von ihrem italienischen Ex-Mann hat sie schon Jahre nichts mehr gehört, offenbar ist er mit ihren Kindern in Italien untergetaucht. Während Jan jeden Abend auf der Bühne steht und große Erfolge feiert, startet Mona die Suche nach ihrer Familie in Florenz. Jan, der von Monas Schicksal schwer erschüttert ist, folgt ihr schließlich in die Toskana, um seine Geliebte zu rächen. Er weiß, dass dies seine schwerste Rolle sein wird und in der Katastrophe enden könnte.
Die Protagonisten lernt man schnell kennen – und vor allem Jan Jespik war mir vom ersten Auftreten an unsympathisch. Wenn er seiner Katze schon auf den ersten Seiten einen so heftigen Tritt verpasst, dass sie bewusstlos liegen bleibt, sind die Fronten geklärt. „Du bist eiskalt, egoistisch, unfassbar gemein, sadistisch und hast so viel Empathie wie ein Hackklotz“, soll ihm später im Text vorgehalten werden. Dem ist kaum was hinzuzufügen. Zudem ist er aber auch ein begnadeter Schauspieler, was sich in der dreigeteilten Handlung zunächst im „Hamlet“ zeigt, dann in Büchners „Lenz“ und schließlich im titelgebenden „Romeo“.
Sabine Thiesler steckt viel Energie in die Beschreibung, wie Jespik diese Rollen nicht nur spielt, sondern auch lebt. Mit Leidenschaft und einer gehörigen Portion Wahnsinn. Es gibt Monologe aus den entsprechenden Werken und zugleich ist man mitten im Kopf des Schauspielers, der entweder total euphorisiert ist oder an sich verzweifelt. Nuancen dazwischen sind kaum vorhanden. Ich kann nicht nachvollziehen, ob es wirklich Künstler gibt, die sich so mit ihrer Rolle identifizieren und bis zu Selbstaufgabe hinein steigern. Die sich und die Menschen im Umfeld derart verletzen. Jans Umgang mit dem jeweiligen Personal der verschiedenen Theater oder zufälligen Passanten außerhalb der Räumlichkeiten ist jedenfalls kaum auszuhalten.
Parallel dazu gibt es die Krimi- (oder besser: Thriller-)Handlung aus diffusen Stories, Lebensgeschichten, Lügen und Intrigen – ganz eingebettet in den emotionalen Zustand der Protagonist*innen (Mutter, Geliebte, Kinder, Ex-Mann) und alles untrennbar miteinander verknüpft. Manchmal wurde es mir zu viel des Wahnsinns, doch ich konnte der Geschichte nicht fernbleiben, die unaufhaltsam auf den tragischen Höhepunkt zusteuerte. Ganz im Stil einer klassischen Tragödie lässt Thiesler ihre Figuren sehenden Auges ins Verderben laufen.
Kapitel und Handlungsebenen sind überschaubar und gut gegliedert. Als Leser war ich durchgehend in den Gedanken der handelnden Personen gefangen, die zwar abstrus und psychopathisch waren, trotzdem aber bisweilen nachvollziehbar. Ein Lesevergnügen für mehrere spannende Tage, wobei man das Buch kaum aus der Hand legen mag.
Die gefeierten Koryphäen des Progressive Art Rock The Pineapple Thief kehren mit ihrem neuen Album „It Leads To This“ zurück, welches am 9. Februar auf Kscope erscheint.
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Nach ihrer mit Spannung erwarteten Rückkehr mit „The Frost“ geben The Pineapple Thief mit der zweiten Single „Every Trace Of Us“ einen weiteren Vorgeschmack auf ihr neues Album. Die Single wird von einem Lyric-Video begleitet, das auf dem Artwork des kommenden Albums „It Leads To This“ basiert.
Bruce Soord: „Die Idee für diesen Song entstand während der Schreibsessions, die ich mit Gavin in seinem Studio hatte. Gavin spielte mir diese Idee vor, die er sich ausgedacht hatte, und ich fühlte mich sofort damit verbunden und summte, was die Strophe werden sollte. Ich ging mit meiner Gitarre in einen anderen Raum, um ein paar Ideen für den Refrain auszuprobieren, während Gavin in seinem Studio war und den Mittelteil ausspielte. Es war einer dieser Momente, in denen alles so schnell zusammenkam. Vieles von der Gitarre ist von dieser Session geblieben, einschließlich aller Lead-Riffs. Jon kam mit der Bassmelodie des Refrains, Beren Matthews, unser Tour-Gitarrist, fügte einige brillante Gitarrenarbeit hinzu, bevor Steve (Keyboards) das Sahnehäubchen auf den Kuchen setzte. Der Text kam später.“ Musikalisch lüftet der Track ein wenig mehr den Vorhang für das, was die Fans vom kommenden Album der Band erwarten können.
Fotocredit: Tina Korhonen
The Pineapple Thief schwelgen in gegensätzlichen Kräften. Muskeln und Zerbrechlichkeit. Chaos und Präzision. Verzerrte Introspektion und warme, traumhafte Weite. Das progressive Quartett wurde 1999 von Bruce Soord gegründet und erlebte 2017 mit der Ankunft von Gavin Harrison (King Crimson, Porcupine Tree) am Schlagzeug eine Wiedergeburt. Vervollständigt durch Bassist Jon Sykes und Keyboarder Steve Kitch haben sie einen schlanken und doch üppigen, zeitlosen Sound entwickelt, der auf „It Leads To This“ zu hören ist.
Das Album besteht aus acht Epen, die alle etwa fünf Minuten lang sind und rockige Dringlichkeit mit zarter Atmosphäre, nachdenklichen Tasten und fesselnden Melodien verbinden. Die Texte stammen auch aus der Literatur: Berichte über das alte Rom, John Williams‘ Klassiker „Stoner“ und der Briefroman „Augustus“ standen Pate. All das wird durch Soords zerbrechlichen und doch eindringlichen Tenor vermittelt, der an Geschichtenerzähler wie Nick Drake, Thom Yorke und Jonas Renkse von Katatonia erinnert.
„It Leads To This“ wird in einer Vielzahl von Formaten erhältlich sein:
Limited Edition Deluxe 4 Disc set featuring:
DISC 1: CD Album
DISC 2: Bonus CD ‚Y Aqui Estamos‘ – Alternate Versions
DISC 3: Blu-ray – It Leads To This + bonus album “Y Aqui Estamos” (reworkings of album session recordings): Dolby Atmos-DTS-HD MA 5.1-24/48 PCM Stereo mixes created by Bruce Soord
DISC 4: DVD – It Leads to This and Y Aqui Estamos: DTS 5.1-24/48 PCM Stereo
52 page book
Limited edition brick red vinyl LP (exclusive to The Pineapple Thief and Kscope stores)
Limited edition green vinyl LP (exclusive to worldwide independent record shops)
Limited edition cream vinyl LP (exclusive to Germany & Austria)
Blu Ray – Includes “It Leads To This” and bonus album “Y Aqui Estamos” . All in hi-res dolby atmos, dts-hd 5.1 and stereo created by Bruce Soord
CD / LP / Digital & Dolby Atmos
It Leads To This tracklist:
1- Put It Right [05:30]
2- Rubicon [04:37]
3- It Leads To This [04:43]
4- The Frost [05:40]
5- All That’s Left [04:26]
6- Now It’s Yours [05:59]
7- Every Trace Of Us [04:30]
8- To Forget [05:20]
Ein neuer Veranstaltungsort in Saarbrücken. Spannend! Hier hat sich nämlich ein Künstlerkollektiv namens „Sektor Heimat e.V.“ niedergelassen, um den Osthafen als Kulturzentrum neu zu beleben. Und wer passt besser als Gast in die freie Kulturszene als Jupiter Jones? Die Band um Nici Müller und Sven Eigner ist momentan als Trio unterwegs. Man hat sich für eine unplugged-Tour entschieden und nahm als Dritte im Bunde die neue Keyboarderin Nina Müller mit. Wie Nici direkt klarstellt: weder verwandt, noch verschwägert.
Sektor Heimat funktioniert momentan vor allem als Techno-Club. Das lässt sich zumindest aus der Deko schließen. Aber es ist auch ein gemütlicher Konzertraum für knapp 300 Zuschauer. Natürlich ausverkauft – und trotzdem genügend Parkplätze im Umfeld zu finden. Jupiter Jones hatte es sich auf der Bühne gemütlich gemacht und mit Stehlampen und schummrigem Licht quasi ein Wohnzimmer aufgebaut.
Den Anfang machte Keyboarderin Nina unter ihrem Künstlernamen WIM. Eine halbe Stunde lang präsentierte sie allein an den Tasten einfühlsamen und ruhigen Deutschpop. Melancholische Melodien am Klavier, mitunter mit elektronischen Klängen ein wenig aufgepeppt. So präsentierte WIM die Songs ihres Debütalbums „Boxer“. Der Titelsong handelt von den schwierigen Zeiten im Moment, vor allem wenn man doch lieber schmusen will statt mit erhobenen Fäusten durchs Leben zu gehen. Nach vielen eingängigen Songs gab es kräftigen Applaus und Nina konnte im Prinzip gleich auf der Bühne bleiben.
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Jupiter Jones starteten nämlich nach kurzer Pause um 20.45 Uhr mit einem Intro, das die Stimmung des Abends gut wiedergab: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Und „Das Jahr in dem ich schlief“ gehört schon zu den großen Songs der Band. Tiefgründig und voll Melancholie. So ging es dann auch weiter. „Überall waren Schatten“ sowie „Und dann warten“ haben Texte mit philosophischer Gangart. Manchmal kryptisch – und Nici gibt selbst zu, dass er nicht mehr unbedingt weiß, was er sich damals beim Schreiben gedacht hat.
„Atmen“ ist seiner Tochter gewidmet, doch an diesem Abend bekam die 10jährige Zuschauerin Emily ihre Bühne, die die Karte zum Konzert zum Geburtstag bekam und ihr erstes Konzert besuchte. Schöne Momente, in denen auch die Band sichtlich gerührt war. Nina war eine echte Bereicherung fürs Bandgefüge, da sie neben den Keys auch stimmlich mit dabei war und den Sänger im Duett begleitete. Sehr harmonisch klang das – und Nico konnte sich bei „Nordpol/Südpol“ nicht verkneifen, an den denkwürdigen MTV-Auftritt mit Jana Palaske zu erinnern, als diese den Song zum Desaster werden ließ. Davon konnte in Saarbrücken keine Rede sein.
Nach „Rennen und stolpern“ gefolgt von „Mein viel und dein vielleicht“ gab es mit „Immerfürimmer“ den ersten wirklich schnellen Song des Abends. Passte auch, aber die Stimmung ging einfach Richtung Melancholie. So wurden für „Still“ wieder die Handys gezückt, wobei Nici aber darum bat, ihn nicht zu filmen sondern jemanden anzurufen und per Videocall am Song teilhaben zu lassen. So könne man die Zuschauerzahl verdoppeln. Und viele folgten der schönen Idee, wie man anhand der erstaunten Bildschirmgesichter erkennen konnte.
Nach dem stillen, fast gehauchten „Der Nagel“ und „Versickern versanden“ gab es Unruhe in den hinteren Reihen. Jemand war zusammengeklappt. Nici zeigte sofort seine Empathie und Besorgnis, unterbrach das Konzert, ließ die Lichter einschalten, damit der medizinische Notfall in Ruhe behandelt werden konnte. Dafür gab es dicken Applaus, denn in unserer egoistischen Wegschau-Gesellschaft ist das keineswegs mehr selbstverständlich. „Oh hätt ich dich verloren“ war dann irgendwie auch passend.
Natürlich kein JJ-Konzert ohne verbalen Kamp gegen AFD, Nazis und Faschismus. Klar hat man auf einem solchen Event alle Anwesenden auf seiner Seite. Trotzdem ist es wichtig, die Hymne zu skandieren: „Kopf hoch und Arsch in den Sattel“. Das einzige, was hilft. Als letzten Titel gab es die etwas launische Hommage an diese seltsame Stadt „Berlin“, in der sich der Eifeler Junge nie so richtig wohl fühlt, aber er lebt ja zum Glück in Münster.
Nach 90 Minuten gab es die einzige Zugabe: „Auf das Leben“ ist der gern zum Schluss gespielte, optimistische Aufruf, sich nicht unterkriegen zu lassen. Es war der erste Song von Jupiter Jones – und bleibt bis heute ihr Motto. Nach dem wundervollen Konzertabend entließ der Sektor Heimat uns in die kalte Luft des Kulturhafens Ost. Ein grandioser Gig mal wieder. Jupiter Jones? Immer gerne!
Setlist – Jupiter Jones am 14.1.2024 in Saarbrücken
Singer/Songwriterin Fee. ist mit neuer EP „Zwei Jahre“ wieder zurück. Nach ihrer ersten EP „Lieber liegen“, den beiden Studioalben „Ein Zimmer Küche Bad“ und „Nachtluft“, einem Udo Lindenberg Preis in der Tasche, Konzerten beim legendären Burg Herzberg Festival und als Support für Alin Coen und einem Live Album mit der hr-Bigband, geht Fee. mit neuen Songs und ganz eigenem Tour-Konzept, das Musik, bildende Kunst und Literatur vereint, wieder auf die Bühne.
Nach zweijähriger Schreibblockade und dem Gefühl, nie wieder etwas schreiben zu können, wurde sie durch kleine Klavierimprovisationen des Filmmusik-Komponisten Ralf Hildenbeutel zum ersten Mal wieder inspiriert und schrieb überraschend einen Song dazu. Die beiden, eigentlich aus unterschiedlichen Genres kommend, taten sich kurzerhand zusammen und es entstand ein weiteres Stück. Und noch eins. Und noch eins…
Hatte Fee. vorher nie viel mit klassisch oder neo-klassisch anmutender Musik am Hut, kamen ihr hier ganz neue Ideen und Melodien in den Kopf. Aus dieser ungewöhnlichen Zusammenführung entstanden fünf Songs, die neo-klassisches Klavier mit Singer/ Songwriter Texten vereinen. Gepaart mit Fee.’s typisch-untypischen Reimen und ihrer unverwechselbar eigenen Stimme, mal ein dezent-verträumtes Schifferklavier à la fabelhafte Welt der Amélie oder leichte Trompetenklänge, die durch den Raum fliegen. Ein Raum von dem aus sie die Welt beobachtet – zwei Jahre lang. Und in eine ungewisse Zukunft blickt.
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Fee. verpackt Bilder von Blicken aus dem Fenster auf bunte weihnachtsbeleuchtete Fassaden, langsam dahinwelkenden Blumen, unbekannte Landschaften und vorbeiziehende Vögel zu poetischen Songtexten. Zwei Jahre lang bewegt sie sich im zeitlosen Raum und ebenso wirken auch die Songs ein bisschen wie aus der Zeit gefallen.
Stillstand, Lethargie, der Wunsch nach Veränderung – und zwar am Besten schon gestern.„Ich will dass du auf alles scheißt, denn der Wagen ist schon alt und ich hab Angst, dass er auf halber Strecke irgendwo liegen bleibt“ Noch nie hat man klassisches Klavier mit solch unangepassten Songtexten gehört.
Fünf Songs voller starker Bilder, in die man sofort eintaucht und sich darin verlieren und wiederfinden kann. Bilder, die so bittersüß schmecken, wie das Leben manchmal selbst. Aber Fee. wäre nicht Fee., wenn es nicht auch immer einen positiven Ausblick am Ende des Horizontes gäbe, und sei die Zeit noch so dunkel.
Wenn es noch Konstanten in der Rockmusik gibt und gab, dann gehören Magnum mit Frontmann Bob Catley und Mastermind Tony Clarkin nach über fünfzig Jahren definitiv dazu. Man will jetzt gar nicht zählen, das wie vielte Studioalbum mit „Here Comes the Rain“ inzwischen vorliegt. Es macht einfach nur Spaß, wieder ein solches Werk mit comichaftem Fantasy-Cover vorliegen zu haben, das musikalisch wie stets in die AOR-Kerbe schlägt und damit allen Erwartungen entspricht.
Eigentlich hatten die Briten doch schon vor Jahrzehnten „The Last Dance“ (Tour und Livealbum, 1996) eingeleitet, aber schnell waren sie wieder da und liefern weiterhin in kurzen Zeitabständen melodische Hardrock-Alben, die vor allem Nostalgiker erfreuen. Epische Texte, griffige Riffs, ab und zu balladeske Klänge. Mehr will man gar nicht. Geliefert wird purer Hardrock, allerdings in relativ ruhiger Form. Magnum sind immer noch musikalische Geschichtenerzähler in Reinkultur – und das in epischer Breite, liefert das neue Album doch über 50 Minuten großartiger Musik.
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„Here Comes The Rain“ glänzt – neben den typischen Trademarks – mit einer Reihe gelungener Überraschungen: Da gibt es beispielsweise mit „Blue Tango“ einen waschechten Riffrocker, der direkt in die Beine geht. Oder man hört in „The Seventh Darkness“ die blitzenden Bläsersätze der Gastmusiker Chris ‚BeeBe’ Aldridge (Saxophon) und Nick Dewhurst (Trompete), die dem Song Brillanz und Kontur verleihen. Es werden düstere Themen behandelt, aber mit durchaus hymnischen Klängen, die Bobs immer noch kräftige Rockröhre begleiten.
Kein Zweifel: Mit „Here Comes The Rain“ ist Magnum in der Besetzung Catley, Gitarrist Tony Clarkin, Keyboarder Rick Benton, Bassist Dennis Ward und Schlagzeuger Lee Morris erneut ein farbenfrohes, abwechslungsreiches und in jeder Sekunde inspiriertes neues Studioalbum gelungen. „Alle haben ihren Teil dazu beigetragen, ohne dass ich irgendetwas vorgegeben habe“, freute sich Clarkin, der den Release leider nicht mehr miterlebt hat, „jeder hat das gespielt, was ihm sein Gefühl intuitiv gesagt hat.“
Der Albumtitel bekommt eine melancholische Note, jetzt wo Tony eine Woche vor Release im Alter von 77 Jahren an einer seltenen Erkrankung der Wirbelsäule verstorben ist. Wenn es wirklich das letzte Album sein sollte (was zu vermuten ist), kann man zumindest klarstellen, dass sich Magnum bis zum Schluss treu geblieben sind und auch im Jahr 2024 ein verdammt gutes neues Werk abliefern. Gänsehaut verursacht Track vier „After the Silence“ mit wahrlich prophetischem Charakter:
After the silence it all disappears Nowhere to run if you fall After the silence that sad atmosphere No one will come when you call There’s a broken heart So now it’s over It had to end Keeps growin‘ colder
Fotocredit: Rob Barrow
Mir liegt die CD/DVD-Veröffentlichung vor und das Booklet hat ein grandioses Artwork. Außerdem kann man auf der DVD den guten Tony nochmal in Aktion erleben und seine Livequalitäten genießen. Tracklist:
DVD (Live at KK’S Steel Mill) 1. Days Of No Trust 2. Lost On The Road To Eternity 3. The Monster Roars 4. The Archway Of Tears 5. Dance Of The Black Tattoo 6. Where Are You Eden? 7. The Flood 8. The Day after The Night Before 9. Wild Swan 10. Les Morts Dansant 11. Rocking Chair 12. All England’s Eyes 13. Vigilante 14. Kingdom Of Madness 15. On A Storyteller’s Night 16. Sacred Hour