„Sag mir Almanya, sag weißt du noch wo lang ja?“ Das fragen sich ENGIN in ihrer neuen Single „Sag mir Almanya“, gleichzeitig Titeltrack ihres am 13. März 2026 erscheinenden Albums. Der Song ist eine Abrechnung mit dem Zustand der stetigen gesellschaftlichen Polarisierung in einem Deutschland, an dem es an allen Ecken und Enden knirscht. „Schnee, weiß wie Ayran bedeckt deutschen Wald.“ ENGIN warnen uns eindringlich davor, was uns blüht wenn wir den Weg der Spaltung weiter gehen.
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„Sag mir Almanya, hast du dich verschanzt? Sag mir wer willst du sein wenn der Volkskörper tanzt?“ ENGIN wollen Menschen mit ihrer Musik verbinden und mit ihrer letzten Single „1000 Kilometer“ konnten sie erneut beweisen, dass sie dazu im Stande sind. Mit fast 160. Tsd Followern auf Instagram und 45k auf TikTok wurde die Band ein Social Media Phänomen in Deutschland und der Türkei. Auf knapp 200 Konzerten in den letzten zwei Jahren überzeugten sie ihr Publikum aber auch live. Die drei sind Newcomer, die es sich zu beobachten lohnt.
Die Neo-Soul-Sängerin Olivia Dean trat erstmals 2017 mit 18 Jahren als Sängerin für die Band Rudimental in Erscheinung, bevor sie eine Solokarriere startete. Ihr Debütalbum „Messy“ wurde bei seiner Veröffentlichung von Kritikern hoch gelobt und festigte ihren Status als eine der faszinierendsten Stimmen im Neo-Soul und Pop. Vor kurzem war Olivia als Support für Sam Fender bei seiner Headliner-Tournee in Großbritannien zu sehen, darunter auch bei einem Konzert im London Stadium, wo sie vor ausverkauftem Haus zum ersten Mal ihre neue Zusammenarbeit zu Sams Track „Rein Me In“ aufführten. Außerdem trat sie mit Sabrina Carpenter bei deren BST Hyde Park Show am 6. Juli auf und wird sie im Oktober und November auf einer Reihe von US-Tourterminen begleiten, darunter fünf ausverkaufte Abende im Madison Square Garden.
Auf ihrem lang erwarteten zweites Album „The Art Of Loving“ verbindet Olivia mühelos Wärme und Ehrlichkeit in bewegenden Darstellungen romantischer und platonischer Liebe und zeigt mit ihren immer wieder nachhallenden Songtexten auf elegante Weise ein ausgefeiltes und meisterhaftes musikalisches Handwerk. Mit einer unbestreitbaren Aura von Nostalgie und Zeitlosigkeit bietet jeder Track einen individuellen Einblick in die Komplexität der Liebe.
Bekannt geworden ist Calum Scott in Großbritannien vor allem durch eine Coverversion: mit „Dancing On My Own“, im Original von der schwedischen Sängerin Robyn, machte er bei der Castingshow „Britain’s Got Talent“ auf sich aufmerksam. Er hat die Show zwar nicht gewonnen, aber so ist es ja häufig. Oft sind es nicht die Sieger*innen, die eine nachhaltige Karriere erwartet.
Inzwischen ist Album Nummer 3 des Briten erschieben. „Avenior“ enthält interessanterweise wieder ein Cover, nämlich „I Wanna Dance With Somebody (Who Loves Me)“ von Whitney Houston. Immer ein Wagnis, sich ihren Songs zu widmen, doch Calum versucht gar nicht erst, die Energie des Songs zu kopieren, sondern liefert eine ganz feine, zerbrechliche Version, die genau seinem Stil entspricht. Zudem hat er die Erlaubnis von Whitneys Erben bekommen, ihre Stimme zu verwenden. Das Ergebnis des posthumen Duetts ist herzergreifend.
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Die Tracklist des Albums zeigt Calums Entwicklung als Sänger und Songwriter mit einer anspruchsvollen Klangpalette, die seine charakteristischen, ergreifenden Balladen (die Singles „Die For You“ und „God Knows“) mit groovenden, romantischen Hymnen wie „Unsteady“ verbindet.
Der ungewöhnliche Titel „Avenoir“ stammt aus John Koenigs Neologismenbuch „The Dictionary of Obscure Sorrows“, in dem das erfundene Wort als „der Wunsch, dass die Erinnerung zurückfließen könnte“ definiert wird. Calum erklärt das Konzept: „‚Avenoir‘ bezieht sich darauf, wie wir uns wie ein Ruderer durchs Leben bewegen: immer vorwärts, aber mit dem Blick zurück, wir sehen, wo wir waren, aber nicht, wohin wir gehen. Die Songs auf diesem Album handeln sowohl von Bedauern und Trauer als auch von unsterblicher Liebe – ein Appell, das Leben in vollen Zügen zu genießen.“
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Calum erreicht mit seinen stimmlichen Fähigkeiten neue Höhen in der ergreifenden Ballade „Mad“, einem herzzerreißenden Brief an sein zukünftiges Kind. Mit Songs wie dem funkigen „Peripheral Vision“, dem Club-Hit „Roots“ und dem Country-Abstecher „One More Drink“ (mit Lauren Alaina) betritt er aber auch mutiges Neuland.
Scott hat eine wundervoll-berührende Stimme, mit der er durchgehend überzeugt. Vielleicht ist kein neuer Welthit wie „You Are The Reason“ dabei, aber die Mischung aus intimen Momenten und hymnischem Pop ist absolut stimmig.
Übrigens ist er aktuell vermehrt im TV zu sehen – bei der „Comeback Stage“ von „The Voice of Germany“. Wie er selbst sagt, schließt sich hier ein Kreis: „Ich habe vor 10 Jahren selbst in einer Talentshow vorgesungen und sogar einen goldenen Buzzer bekommen – das macht diese Rolle für mich so besonders. Die anderen Coaches können diese Erfahrung nicht mit den Talenten teilen. Ich war in ihrer Situation und weiß genau, wie sich das anfühlt. Jetzt ihr Coach zu sein, ihnen Ratschläge zu geben und sie hoffentlich ins Finale von ‚The Voice of Germany‘ zu bringen, ist daher eine große Ehre für mich.“
Nach den Singles „Neue Mitte“, „Angebot“ und „Gehts nur gut?“ veröffentlichten Iedereen heute mit „Neue Mitte“ ihr neues, zweites Album. Passend dazu erscheint mit „Panik“ ein neues Video.
Auf die Schwere folgt das Leichte, auf die Verzweiflung der Trotz, auf die Strophe manchmal der Refrain – und manchmal halt auch einfach das sinister grinsende Sprengkommando mit dem Dynamit unterm Arm. „Unsere Songs sind wie ein Kartenhaus: luftig, infantil, manchmal kurz vor dem Einsturz“, sagt Ron. Eine Beschreibung, die nicht nur für die Kunst, sondern für das Leben an sich gelten kann.
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Das alles schaffen iedereen, und zwar – man kann es nicht oft genug betonen – mit begrenzten Mitteln und dem ganz kleinen Besteck. Je weniger Musiker man zur Verfügung hat, desto mehr Ideen braucht man, und wer dieses Album hört, kann oft nur staunen über all die musikalischen Fährten, denen die Band mit Elan, mit Witz und mit Können folgt. iedereen, das muss man sich immer wieder vor Augen führen, sind wirklich nur zu zweit. Ein gottverdammtes Duo. Ron und Tom, das war‘s. Weniger geht nicht. Und mehr irgendwie auch nicht.
Fotocredit: Jakob Seiler
Tourdaten:
08.11.2025 – Hühnermannhattan, Halle
20.11.2025 – Neue Zukunft, Berlin
22.11.2025 – Rothaus, Trier
26.11.2025 – Conne Island, Leipzig
27.11.2025 – Subrosa, Dortmund
28.11.2025 – Kleine Freiheit, Osnabrück
29.11.2025 – Kulturschiff, Haren (Ems)
03.12.2025 – Alte Kurdirektion, Bad Ischl
04.12.2025 – Music-House, Graz
05.12.2025 – rhiz, Wien
11.12.2025 – Gebäude 9, Köln
16.12.2025 – schon schön, Mainz
17.12.2025 – KOHI, Karlsruhe
18.12.2025 – KGB, Langenberg
LONDON, 14. OKTOBER: Exakt 40 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung freut sich Parlophone Records, eine brandneue, wunderschön verpackte, limitierte Sammlerausgabe des klassischen Albums “LIVE AFTER DEATH” von IRON MAIDEN auf 2 farbigen Vinyl-LPs anzukündigen.
Das Album erscheint mit dem originalen, beliebten Gatefold-Sleeve-Artwork und enthält zwei 140-Gramm-Vinyls (eine in Blau, die andere in Gelb) mit dem 2015 remasterten Audio. Das Paket enthält außerdem eine 24-seitige Replik des WORLD SLAVERY TOUR-Programms, welches das Original-Tourprogramm für neue Generationen wieder zum Leben erweckt.
Darüber hinaus enthält die Vinyl-Edition eine Tour-Pass-Replik und ein 12-seitiges Hochglanz-Booklet, das neben dem originalen 8-seitigen Booklet einen exklusiven und brandneuen Essay mit dem Titel “Rime And Punishment: Celebrating 40 Years Of Live After Death” enthält, in dem Iron-Maiden-Fanclub-Redakteur Alexander Milas Steve Harris, Nicko McBrain, Rod Smallwood und den renommierten Illustrator Derek Riggs zu dem legendären Album interviewt.
Steve Harris über diese Zeit: “Wir waren ununterbrochen auf Tour. Es war buchstäblich nur ‘Aufnehmen, Touren, Aufnehmen, Touren’ – wir haben nicht aufgehört. Rod hat uns ordentlich die Peitsche geschnellt und das war auch richtig so. Ich meine, wir waren total motiviert, es war nicht so, dass wir etwas gemacht haben, was wir nicht wollten. Man glaubt, man sei unbesiegbar – ‘Ja, das schaffen wir, kein Problem.’ So muss man es angehen. Das ist der einzige Weg für eine Band wie uns, denn damals wurden wir überhaupt nicht im Radio gespielt.”
“LIVE AFTER DEATH” gilt nicht nur weithin als das beste Heavy-Metal-Livealbum aller Zeiten, sondern auch als eines der ikonischsten Livealben aller Musikgenres. Es wurde größtenteils während der vier Konzerte aufgenommen, die Maiden im März 1985 in der Long Beach Arena in Los Angeles gaben. Die letzte Seite des Doppelalbums wurde während der vier Konzerte aufgenommen, die die Band im Oktober 1984 im Hammersmith Odeon spielte.
Beide Konzertreihen waren Teil der bahnbrechenden WORLD SLAVERY TOUR zum 1984 erschienenen Album “Powerslave”. Die Tour begann in Polen, umfasste 187 Konzerte an 331 Tagen und festigte den Ruf von Iron Maiden als eine der aufregendsten Live-Bands der Welt, den sie bis heute genießen.
Credit: Parlophone Label Group
Iron Maiden, die nun seit 50 Jahren bestehen, haben 17 Studioalben veröffentlicht und weltweit weit über 100 Millionen Platten verkauft, fast 2.500 Live-Shows in 64 Ländern gespielt, einen Grammy Award und einen Brit Award sowie viele andere Auszeichnungen erhalten. Zuletzt wurden sie neben den Rolling Stones und Pink Floyd mit einer eigenen Briefmarkenserie der Royal Mail geehrt und werden 2025 mit einer Sammlung offizieller Münzen der Royal Mint gewürdigt.
Ihr Bier, Trooper Beer, gibt es nun schon seit zwölf Jahren. Es wurde bereits über 40 Millionen Mal verkauft und wird in 68 Ländern vertrieben, darunter in sechs lokalen Varianten in den USA, Deutschland, Brasilien, Spanien, Schweden und Australien. 2025 feiert die Band ihr offizielles 50-jähriges Bestehen mit einer zweijährigen Welttournee unter dem Titel RUN FOR YOUR LIVES und einer Reihe von Veranstaltungen und Produkten, darunter ihr erster offizieller Hardcover-Bildband “Infinite Dreams”.
Ein Dokumentarfilm über Iron Maiden von Universal Pictures Content Group wird Anfang 2026 erscheinen und die Band wird ihre zweijährige RUN FOR YOUR LIVES WORLD TOUR durch Europa und darüber hinaus fortsetzen. Die Tour umfasst einen großen und historischen Auftritt im Knebworth Park in Großbritannien am 11. Juli 2026.
RUN FOR YOUR LIVES – Europäische Tourdaten 2026
MAI 2026
23. – Athen, GRIECHENLAND – OAKA
26. – Sofia, BULGARIEN – Vasil Levski Stadium
28. – Bucharest, RUMÄNIEN – Arena Națională
30. – Bratislava, SLOWAKEI – Národný Futbalový Štadión
JUNI 2026
02. – Hannover, DEUTSCHLAND – Heinz von Heiden Arena
10. – Amsterdam, NIEDERLANDE– Ziggo Dome
17. – Mailand, ITALIEN – San Siro Stadium
22. – Paris, FRANKREICH – Paris La Défense Arena
28. – Lyon – Décines, FRANKREICH – Groupama Stadium
JULI 2026 07. – Lissabon, PORTUGAL – Estádio da Luz
11. – Knebworth, UK – Knebworth Park
Mit seinen sieben Klavier-Kabarett-Programmen hat es Bodo Wartke in den letzten drei Jahrzehnten geschafft, vom Geheimtipp zum hallenfüllenden Topact zu werden. Dabei hat das Internet eine entscheidende Rolle gespielt: Seine ausgedehnten Zungenbrecher-Stücke sind inzwischen in aller Munde, seit er mit dem „Dicken Dachdecker“ und „Barbaras Rhabarberbar“ zum YouTube-Phänomen avancierte. Inzwischen gibt es reine Zungenbrecher-CDs aus seinem Munde und ein wundervoll gestaltetes Kinderbuch zu selbigem Thema. Kein Wunder also, dass die Europahalle in Trier ausverkauft war und viele Generationen vertreten waren, von YouTube-gehypten Kindern mit ihren Eltern bis zu den Kabarett-Freunden gediegener Altersklasse. Und ich kann versichern: Niemand hat sich gelangweilt, auch wenn die Gegensätze in der Setlist manchmal frappierend waren.
Los ging es mit dem neuen „Lied vom Denken“, das auch die aktuelle CD „Wunderpunkt“ einleitet. Dann folgte „Mein Drucker“, das Bodo aber kurz unterbrach, weil ihm unser Fotograf bei seiner Arbeit zu nahe kam. Damit muss man bei einem Kabarettprogramm immer rechnen: plötzlich Teil des Geschehens zu sein. Auch das Publikum wurde früh mit einbezogen und sollte beispielsweise bis 15 zählen, während Bodo sein Lied um die Zahlen bastelte. So funktionierte der ganze Abend: mit virtuosem Klavierspiel, witzigen sprachlichen Bildern, Gedichten im Stil eines Heinz Erhard und vielen Zungenbrechern. „Fischers Fritze“, „Blaukraut bleibt Blaukraut“ und „In Ulm, um Ulm und um Ulm herum“ wurden mit Spitzengeschwindigkeit vorgetragen und entsprechend bejubelt.
Doch es gab auch Nachdenkliches und Gesellschaftskritik: „Die Heiligen Schriften 2.0“ zeigten auf bewegende Art, wie sich Wartke den Einfluss von Religionen in der heutigen Zeit vorstellt und wie dies zu einer besseren Welt führen könnte. Nachdenklich wurde „Ein Tag ohne“ besungen, wobei es bei Männern und Frauen ganz unterschiedlich aussehen kann. Männer würden ohne Frauen so weitermachen wie bisher, Frauen könnten ohne Männer endlich mal angstfrei und unbeschwert auf die Straße gehen. Kurz vor der Pause gab es noch das Nina-Chuba-Cover „Wildberry Lillet“ mit Originaltext aber der veränderten Titelzeile „Ich bin bei der FDP“, was der Luxus-Satire die Krone aufsetzte. Dann war nach 70 Minuten in der ersten Konzerthälfte erst einmal Verschnaufen angesagt.
Der zweite Teil begann mit amüsant-belehrenden Infos zu Zwölftonmusik, Blue Notes und dem Tongeschlecht. Es ging um Staatsformen wie Demokratie und Autokratie, aber auch um das leider sehr reale Nonsens-Wort „Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz“, das Bodo so lange mit dem Publikum übte, bis es jeder fehlerfrei mitsingen konnte. Zur Freude der Kinder gab es den Klassiker „Eierloch“ und die Geschichte von „Kuckuck und Hai“. Alles so aufbereitet, dass man generationenübergreifend Spaß hatte – selbstredend auch bei weiteren Zungenbrechern.
Im Zugabenblock folgte schließlich „Atemlos“ in einer Gangsterrap-Version, die den bekannten Schlager in ganz neue Sphären führte. Grandios! Es war ein fast dreistündiger Abend voller Sprachakrobatik, Humor und Herzblut. Bodo Wartke beweist erneut, dass man mit Klavier, Reim und Verstand nicht nur lachen, sondern auch fühlen kann. „Wunderpunkt“ ist ein Programm, das seinem Namen alle Ehre macht – und dabei schwer beeindruckt. Er legt seine Finger in die Wunden unserer Zeit, beeindruckt aber auch mit wundervoll herzlichen Momenten.
Im Jahr 2018 nahm Alexander Eder an „The Voice of Germany“ teil und hat dabei das Viertelfinale erreicht. Doch er ist so viel mehr als ein reines Casting- und Internet-Phänomen. Klar, auf Portalen wie Instagram, YouTube und TikTok wird man groß heutzutage, doch es braucht schon ein Alleinstellungsmerkmal – und das ist Eders krasse, sonore Stimme. Dabei geht der Österreicher musikalisch oft in die Schlager-Richtung, so wie Ben Zucker, etabliert sich aber auch als Party-Songwriter mit Lyrics, die nicht nur stimmlich an SDP erinnern.
Das dritte Album trägt den Titel „Quer durch die Bank“. Und so geht es auch musikalisch rund – kraftvoll und sympathisch. Alexander Eder ist bekannt dafür, sein Herz auf der Zunge zu tragen. In seinen Songs spricht er offen über Themen, die bewegen und manchmal auch wehtun. Mit Tracks wie „Der Doktor hat gesagt“ zeigt er, wie der Spaß am Leben ihn prägt. Für „Du trägst keine Liebe in dir“ hat er den Song von ECHT in eine beatlastige Tanznummer verwandelt. Kann man machen, aber von dem wundervollen Original ist leider bis auf die Titelzeile nichts übrig geblieben.
Hymnisch und eindringlich geht es mit viel Pathos durch Tracks wie „Julia & Romeo“ und „Mit den Jungs“. Die Feierlaune ist okay, aber mir gefallen vor allem die ruhigen Momente: „Wenn alle Lichter ausgehen“ zeigt den Musiker ganz authentisch und tiefgründig. Ein Lichtblick auf diesem Album, das mir ansonsten zu marktschreierisch rüber kommt. Schade eigentlich.
Vor zehn Jahren hat miu ihren Job aufgegeben, eine Band gegründet und sich entschieden, fortan von und für ihre Musik zu leben. Heute, ein Jahrzehnt später, gehört sie zu den einflussreichsten Indie-Künstlerinnen Deutschlands. Diese persönliche und musikalische Zeitreise fasst sie nun auf ihrem aktuellen Doppel-Album „10 Times Around the Sun“ in einer Werkschau zusammen.
Die mir zur Review vorliegende Doppel-Vinyl enthält das aktuelle Album mit zwölf neuen Tracks und dem Bonus „The Mountain“. Die zweite Platte fasst das Repertoire aus den Jahren 2015-2024 in zwölf Songs zusammen. So kann man einen guten Eindruck über das Schaffen der Künstlerin bekommen. Ich habe aber auch bei Amazon Music in die verlängerte Tracklist reingehört und genieße gerade eine wundervolle Coverversion von Springsteens „Dancing in the Dark“ als Acoustic Cover. Grandios mit mius toller Stimme und dem atmosphärischen Arrangement.
Mit ihrem Sound, der retro-inspirierten Soul-Pop mit modernem Schliff kombiniert, voller Tiefe, Nachdenklichkeit und unbändiger Energie, hat sich miu zu einer der wichtigsten Indie-Künstlerinnen Deutschlands etabliert. Nach zehn Jahren im Musikgeschäft und beeindruckenden Auftritten von der Elbphilharmonie bis zu Support-Gigs an der Seite von Macy Gray oder Leon Bridges ist ihr aktuelles Album ein Werk, das eine musikalische Zeitreise mit persönlicher und emotionaler Tiefe verspricht.
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In „Run Boy“ geht es um toxische Maskulinität – und um die klare Absage an veraltete Rollenbilder, Alpha-Male-Gehabe und Macho-Sprüche. In direkten, unverblümten Zeilen rechnet miu mit diesen Klischees ab: „Boy you better run, boy, run, boy – and don’t come back until you’re acting like a man“. Die Botschaft ist kompromisslos und zugleich empowernd: wahre Stärke zeigt sich nicht in Dominanz, sondern in Respekt und Echtheit.
„Golden Cage“ handelt von Selbstbefreiung: In klaren, ehrlichen Zeilen erzählt miu von der Entscheidung, sich nicht länger kleinmachen oder formen zu lassen – und die eigene Stimme zurückzuerobern. „Like a daisy through the stone – I’m gonna break this golden cage“ lautet die zentrale Zeile, die für Mut, Abgrenzung und Neuanfang steht.
„Dark Place“ war die erste Auskopplung. Der atmosphärische Soul-Pop-Track vereint zeitgemäße Produktion mit Retroelementen und thematisiert die schmerzhafte Entfremdung in einer Beziehung. Mit ihrer charakteristischen Soul-Stimme verhandelt miu eindrucksvoll, wie man einen geliebten Menschen an eine Realität verliert, die sich immer weiter von der eigenen entfernt – und doch nicht aufgibt. Inmitten von Verlust und Dunkelheit bleibt ein Funken Hoffnung. Das dazugehörige Musikvideo, gedreht in einem Lost Place, verstärkt die besondere Atmosphäre des Songs.
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Mir persönlich gefällt mius ruhige, akustische, atmosphärische Seite sehr gut. Da kann sie die Stärke ihrer Stimme voll ausspielen und ein Song wie „Almost Over You“, der eine emotionale Geschichte erzählt, ist einfach grandios. Doch auch die ausproduzierten Tracks wie „Perfect“ und „Unfuck the World“ haben ihren Reiz. Zwischen schummriger Bar und Tanzfläche ist alles drin. Gut so!
Bei den Fans von The Cranberries stand die offizielle Veröffentlichung ihres MTV Unplugged- Konzerts aus dem Jahr 1995 ganz oben auf der Wunschliste. „MTV Unplugged“, das bisher noch nie als eigenständige Veröffentlichung auf Vinyl, CD und digital erhältlich war, wird am 7. November 2025 über Island Records/Universal Music erhältlich sein. Eine limitierte farbige Vinyl-Version mit einem alternativen Cover erscheint exklusiv über COMPLEX. Bisher war es nur auf der limitierten 3LP-30th-Anniversary-Edition von „No Need To Argue“ erhältlich, die am 27. Juni 2025 veröffentlicht wurde und sofort nach der Ankündigung ausverkauft war.
Das ursprünglich am 14. Februar 1995 aufgenommene Konzert mit neun Songs wurde am 18. April desselben Jahres erstmals ausgestrahlt. Diese Folge wurde im Howard Gilman Opera House in Brooklyn, New York, gedreht und während der sechsten Staffel der gefeierten Serie ausgestrahlt, in der einige der beliebtesten Künstler und Musiker der damaligen Zeit in einem reduzierten akustischen Set zu sehen waren.
„Wir hatten einige der größten Namen der Musikszene wie R.E.M., Pearl Jam, The Cure und Nirvana bei ihren Unplugged-Auftritten gesehen und waren überwältigt, in ihre Fußstapfen treten zu dürfen“, erinnert sich Schlagzeuger Fergal Lawler. „MTV machte eine Reihe von Aufnahmen in diesem wunderschönen alten Theater mit geschwungenen Sitzreihen. Es war eine entspannte Atmosphäre, in der das Publikum auf dem Boden saß.“ Begleitet von Electra Strings (dem Streichquartett, das die Band 1994 in der britischen Sendung „Later with Jools Holland“ begleitet hatte) kam die Ausdruckskraft der Songs von The Cranberries voll zur Geltung und unterstrich die Bedeutung der Band in der Welt des Alternative Rock.
Nach der Veröffentlichung ihres zweiten Albums „No Need To Argue“, mit dem ihnen der Durchbruch auch bei einem Mainstream-Publikum gelang, enthielt die Setlist für MTV Unplugged eine Auswahl aus diesem wegweisenden Album, darunter „Dreaming My Dreams“, „Ode To My Family“, „Empty“, „Zombie“ und der Titelsong. Zu den weiteren gespielten Titeln gehörten der Hit „Linger“ (aus ihrem Debütalbum „Everybody Else Is Doing It, So Why Can’t We?“) sowie „Free To Decide“ und „I’m Still Remembering“, die beide zu diesem Zeitpunkt noch unveröffentlicht und im folgenden Jahr auf ihrem 1996 erschienenen Album „To The Faithful Departed“ zu hören waren.
Ebenfalls enthalten ist der Nicht-Album-Track „Yesterday’s Gone“, der in Studioform unveröffentlicht geblieben ist. „Dolores und ich haben ‚Yesterday’s Gone‘ – passender Titel! – buchstäblich am Tag zuvor geschrieben“, verrät Gitarrist Noel Hogan. „Da stand ein Klavier, und ich sagte: ‚Ich habe da eine Idee‘, und innerhalb weniger Stunden war der Song fertig. Das einzige Mal, dass wir ihn gespielt haben, war bei MTV.“
Der Auftritt von The Cranberries wurde als einer der besten Folgen der legendären MTV-Serie mit insgesamt 125 Episoden gleichermaßen von den Medien und dem Publikum geschätzt. SPIN wählte sie als eine der „8 MTV Unplugged-Performances, die als Vinyl neu aufgelegt werden sollten” und lobte sie als „eine unvergessliche Erinnerung an das große Talent, das mit dem Tod der Sängerin Dolores O’Riordan im Jahr 2018 verloren gegangen ist”.
In seiner Liste der „15 besten MTV Unplugged-Auftritte aller Zeiten“ schrieb das australische Magazin Mixdown über die Show: „Manche Bands sind einfach wie geschaffen dafür, in einer akustischen Umgebung zu glänzen, und es gibt kein besseres Beispiel dafür als den MTV-Auftritt von The Cranberries.“ In dem gleichnamigen Bildband aus dem Jahr 1995 heißt es: „Die Stärke von The Cranberries liegt fest in der Kraft von Dolores O’Riordans Stimme verwurzelt. Es ist ein Instrument, das in einem Moment wunderschön und flüsterleise sein kann und dann plötzlich die durchdringende Kraft einer Dudelsackpfeife entfaltet. Unplugged war daher eine hervorragende Kulisse für die Band und eine ganz besondere Gelegenheit, eine Stimme mit so viel Bandbreite in einer intimen Umgebung zu hören.“
„Es war eine Ehre, bei MTV Unplugged dabei zu sein, und ich bin wirklich stolz darauf, dass die Songs, die wir geschrieben haben, nicht all die Schnörkel brauchten, die man im Studio einsetzt, um gut zu klingen“, fügt Gitarrist Noel Hogan hinzu. „Sie funktionierten genauso gut, reduziert und akustisch gespielt, wenn auch mit Hilfe der brillanten Electra Strings.“
The Cranberries: „MTV Unplugged“ wird am 7. November 2025 via Island Records / Universal Music auf Vinyl, CD und digital veröffentlicht.
2025 erscheint das zweite mit Multi-Platin ausgezeichnete Album „Songs From The Big Chair“ von Tears For Fears in verschiedenen neuen Editionen. Das ursprünglich am 25. Februar 1985 veröffentlichte Album „Songs From The Big Chair“ wurde zu einem weltweiten Erfolg, führte die US-Charts an und brachte fünf Hit-Singles hervor: „Mothers Talk“, „Shout“, „Everybody Wants To Rule The World“, „Head Over Heels“ und „I Believe“. Der Longplayer war eine perfekte Mischung aus eingängigen Popmelodien, pointierten Texten, kraftvollen Gitarrenriffs und innovativen New-Wave-Elementen.
Anlässlich des Jubiläums zur Erstveröffentlichung vor 40 Jahren wird Universal Music eine Reihe von Sonderausgaben präsentieren, darunter ein Deluxe-Set mit drei CDs. Weiterhin eine limitierte Auflage auf transparentem rotem Vinyl mit zwei LPs, die das bisher unveröffentlichte originale Artwork und bisher auf Vinyl nicht erhältliche Titel enthält, eine limitierte 1LP-Version auf transparentem Vinyl und eine limitierte Picture-LP.
Der Einfluss des Albums ist nicht zu unterschätzen und findet auch bei neuen Zuhörern weiterhin Anklang. „Everybody Wants To Rule The World“ wurde von Lorde für „The Hunger Games: Catching Fire“ gecovert und unter anderem in „Guardians Of The Galaxy“, „Despicable Me 4“ und „The Lego Batman Movie“ verwendet.
Über Tears For Fears:
Tears For Fears – Roland Orzabal (Gesang, Gitarre, Keyboards) und Curt Smith (Gesang, Bass, Keyboards) gründeten die Band 1981 in Bath, England. Mit weltweit 30 Millionen verkauften Alben, unzähligen ausverkauften Konzerten und verschiedenen Auszeichnungen steht die Band für eine einzigartige Mischung aus eingängigen Popmelodien, intelligenten und tiefgründigen Texten, bombastischen Gitarrenriffs und New-Wave-Innovationen. Ihr Debütalbum „The Hurting“ aus dem Jahr 1983 enthielt Hits wie „Mad World“, „Change“ und „Pale Shelter“ und erreichte in den Vereinigten Staaten Goldstatus.
Das Album „Songs from the Big Chair“ aus dem Jahr 1985 wurde zu einem Wendepunkt für die Band und die Musikszene insgesamt. Mit den BRIT-Award-prämierten Titeln „Everybody Wants to Rule the World“, „Shout“, „Head Over Heels“, „Mothers Talk“ und „I Believe (A Soulful Re-Recording)“ erreichte es fünffach Platin und Platz 1 der Billboard Top 200. „Seeds Of Love“ aus dem Jahr 1989 war die letzte Zusammenarbeit von Orzabal und Smith bis zu zum Album „Everybody Loves A Happy Ending“ im Jahr 2004, das die kreative Flamme zwischen ihnen wieder entfachte.
Die Band begab sich 2010 auf eine dreijährige Tournee durch Nordamerika, Japan, Südkorea, Manila und Südamerika. 2013 veröffentlichten sie eine Coverversion von Arcade Fires „Ready To Start“ und 2017 erschien ihr Best-of-Album „Rule The World“, das die Band erneut an die Spitze der britischen Albumcharts führte.
2022 kehrten Tears For Fears mit ihrem ersten Studioalbum seit siebzehn Jahren zurück: „The Tipping Point“. Laut Pitchfork, Vulture, Stereogum und vielen anderen war es eines der am meisten erwarteten Alben des Jahres 2022 und wurde von Kritikern hoch gelobt. Auf die Veröffentlichung folgte eine weltweit ausverkaufte Headliner-Tournee. Bereits im Jahr 2021 wurde die Band bei den Ivor Novello Awards mit dem Outstanding Song Collection Award ausgezeichnet. Inzwischen sind klassische Songs von Tears For Fears überall prominent vertreten, von The Lego Batman Movie, The Wire, Despicable Me 4 und Donnie Darko bis hin zu Straight Outta Compton und Mr. Robot.
Nürburg, 06.10.2026
Rock am Ring 2026 ist ausverkauft – so früh wie noch nie in der Geschichte des Festivals. Mit 90.000 verkauften Weekend-Tickets markiert das einen historischen Meilenstein und betont die ungebrochene Begeisterung und Treue der Fans.
Nach dem restlos ausverkauften Jubiläums-Jahr 2025 und einer Produktion, die mit Maßstäben in LED- und Sounddesign wegweisende Standards gesetzt hat, führt das Festival seine Erfolgsgeschichte mit einem monumentalen Line-up fort. Seit der Veröffentlichung der ersten Bandwelle am 23. September ist klar: Rock am Ring präsentiert das Line-up, auf das Fans gewartet haben.
Mit Linkin Park, Iron Maiden, Volbeat, Limp Bizkit, Papa Roach, Bad Omens, Electric Callboy, Sabaton und The Offspring stehen neun absolute Schwergewichte an der Spitze des Programms. Für musikalische Breite sorgen zudem Acts wie A Perfect Circle, Architects, Babymetal, Hollywood Undead, Ice Nine Kills, Landmvrks, Marteria, Social Distortion, Three Days Grace, Trivium und Within Temptation.
„Ein Ausverkauf in Rekordzeit – das ist ein unglaubliches Zeichen der Wertschätzung unserer Community und macht uns wahnsinnig dankbar“, sagt Matt Schwarz, Veranstalter Rock am Ring und Rock im Park. Jana Posth, Festival Director bei Rock am Ring fügt hinzu: „Rock am Ring ist weit mehr als ein Festival. Es ist eine Erlebniswelt voller Emotionen, die Menschen verbindet – mit Erinnerungen, die bleiben. Wir sind stolz, 2026 gemeinsam mit den Fans ein neues Kapitel aufzuschlagen.“
Camping-Tickets und Upgrades sind weiterhin unter www.rock-am-ring.com/tickets erhältlich. Für alle, die ihr Ticket nicht nutzen können, steht mit dem Eventim FanSale eine offizielle und sichere Plattform für den Weiterverkauf zur Verfügung: www.fansale.de Fans werden ausdrücklich gebeten, Tickets ausschließlich über den verifizierten Eventim FanSale zu kaufen oder weiterzugeben und vom Zweitmarkt auf inoffiziellen Plattformen abzusehen.
Auch Rock im Park steuert auf ein ausverkauftes Festivalwochenende zu. Tickets sind weiterhin unter www.rock-im-park.com/tickets erhältlich.
Rock am Ring: 5.–7. Juni 2026, Nürburgring, Eifel
Line-up A-Z:
A Perfect Circle
Architects
Babymetal
Bad Omens
Electric Callboy
Hollywood Undead
Ice Nine Kills
Iron Maiden
Landmvrks
Limp Bizkit
Linkin Park
Marteria
Papa Roach
Sabaton
Social Distortion
The Offspring
Three Days Grace
Trivium
Volbeat
Within Temptation
KASALLA hatten gerufen und fast 1.000 Fans folgten. Karneval kann man auch Anfang Oktober feiern, dachten sich wohl viele. Aber KASALLA sind ohnehin mehr als eine Band für die närrische Zeit. Auch wenn dort ihre Wurzeln liegen, bieten sie von Beginn an respektable Kölschrock-Konzerte in der Mundart, die auch dem Trierer Publikum sehr liegt.
Den Anfang machte allerdings ein lokaler Künstler. Patric Freiberger singt normalerweise bei der Band PROJECT 54 und brachte hier als PADDY 54 seine „Acoustic Rockshow“ solo auf die Bühne. In 35 kurzweiligen Minuten unterhielt er das Publikum mit eigenen Songs von Project 54, ergänzt um mitreißende Coverversionen. „Teenage Dirtbag“ war zu hören, „Shut Up and Dance“ sowie „Walking on Sunshine“. Paddy wagte es sogar, einige kölsche Gassenhauer anzuspielen, die gerade nicht von Kasalla stammen. Mit seinem erfrischenden Auftritt brachte er ein cooles Straßenmusik-Flair auf die Bühne und heizte dem Publikum kräftig ein.
KASALLA haben sich innerhalb von fast 15 Jahren zu einer der meist gebuchten und erfolgreichsten Mundart-Bands entwickelt. Einen großen Teil ihres Erfolgs haben sie ihrer bodenständigen und modernen Art zu verdanken, aber natürlich begeistert besonders die Musik ihre Fans und eine breite Zielgruppe. Die Texte treffen den aktuellen Zeitgeist, berühren die Menschen und regen zum Mitsingen an. Die Melodien zeichnen sich durch eine musikalische Vielfalt aus, die sich zwischen den Genres Chanson, Folk, Rock, Elektro, Funk und neuerdings sogar Rap bewegt.
Die kölsche Sprache ist uns durch Wolfgang Niedecken sehr vertraut und Kasalla klingen hier wie BAP und BRINGS zu ihren besten Zeiten. In ihrer musikalischen Vielfalt sind die Fünf kaum aufzuhalten. Los ging es mit „Rudeldiere“ und ordentlich Konfetti. Dann „Alle Jläser huh“ und schon sangen die Fans textsicher mit. Es ging um „Jröne Papajeie“ und „Pirate“. Die Menge tanzte zu „Leechterloh“ einen Liebestanz im Kreis um Sänger Bastian Campmann. Später „Marie“ und „Dat letzte Leed der Welt“ mit durchaus gesellschaftskritischem Text.
Ein Höhepunkt war die A-cappella-Version von „Immer noch do“. Da zeigte die komplette Band ihre sängerische Klasse. Es folgten „Kumm mer lääve“ und die unvermeidliche Powerhymne „Stadt met K“. „Mer sinn uns widder“ führte den Set nach gut 100 Minuten in die Zielgerade. Im Zugabenblock führte „Mir sinn eins“ nochmal in eine karnevalistische Schunkellaune und der Rausschmeißer „Sing mich noh Hus“ wurde von der kompletten Band akustisch mitten aus dem Publikum gespielt. Ein denkwürdiger Abend für ein Publikum, das die kölsche Musik nicht nur an Karneval feiern will!
Musikalisch gesehen haben The BossHoss ihre Boots natürlich nie ausgezogen. Trotzdem ein kluger Schachzug, das neue Album „Back To The Boots“ zu betiteln. Es ist pünktlich zum Reeperbahn Festival in Hamburg erschienen und so war es kein Wunder, dass die Berliner Band am Folgetag in der Hansestadt sehr präsent waren. Es gab einen Unplugged Gig mit Signing Session im MediaMarkt und ein Open Air auf dem Spielbudenplatz. Und dazwischen ein ganz besonderes Schmankerl für Fans: Alec und Sascha traten mit ihrer Band im wirklich winzigen Club „Cowboy und Indianer“ direkt an der Reeperbahn auf.
Das Konzert war im wahrsten Sinne eine nostalgische Reise zurück zu den Wurzeln der Band. In solchen Bars und Clubs hatte man 2004 seine Karriere gestartet. Und jetzt konnte man dieses Feeling hautnah miterleben. Die Bar war vollgestopft bis auf den letzten Platz und darüber hinaus: wem es drinnen zu eng war, der konnte die Musik durch geöffnete Türen hören. Die Protagonisten saßen inmitten des Raums, der Schlagzeuger mit einem Cajon mitten auf der Theke. Es gab brandneue Stücke wie „Lions Den“ und „I’ll Be Back“, aber auch die Klassiker „Jolene“ sowie „Don’t Gimme That“. Die Stimmung war von Beginn an grandios und Alec in Erzähllaune. Man fühlte sich sichtlich wohl im kuschligen Ambiente.
Die Arrangements kamen akustisch, waren aber trotzdem ordentlich gepfeffert. Und obwohl der Auftritt nur 45 Minuten dauerte, fielen schon zur Halbzeit die Klamotten – auch bei der Band. So kann man sein 20jähriges Bühnenjubiläum souverän und kraftvoll feiern.
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Auf dem Album finden sich Mottosongs wie „Ride It Like A Cowboy“, eine Hommage an Arnold Schwarzenegger „I’ll Be Back“, bei der der Kinostar auch selbst mitwirkt, das Willie-Nelson-Cover „On The Road Again“ und viele weitere Songs im modernen Country-Sound. Diese Stilrichtung haben sich The Bosshoss mit Bravour zu eigen gemacht und von den Bars in die Stadien übertragen. Im Südstaaten-Flair feiern sie mit feurigen Rhythmen und selbst Dionne Warwick ist als Feature mit an Bord. Man wechselt gekonnt zwischen Rock und Blues, wobei auch mal leise Klänge („Showdown“) vorherrschen können.
The BossHoss gehören seit zwei Jahrzehnten zu den erfolgreichsten Bands im deutschsprachigen Raum. Mit über zwei Millionen verkauften Tonträgern, zahlreichen Gold- und Platinauszeichnungen sowie gefeierten TV-Auftritten – unter anderem als Coaches bei „The Voice of Germany“ und als Gastgeber bei „Sing meinen Song“ – haben sich die Berliner als feste Größe in der Musikwelt etabliert. Überraschungen gibt es auf dem neuen Album nicht, aber damit hat wohl auch keiner gerechnet. Wer The BossHoss hört, der weiß, was ihn erwartet.
Ed Sheeran hat seit Jahren ein Talent dafür, die Musikwelt auf den Kopf zu stellen. Er muss nur in einem Interview sagen, er würde gern mal ein Hardrock-Album schreiben oder er würde jetzt Weltmusik machen, schon überschlagen sich die Titelzeilen im Boulevard. So waren die Erwartungen an sein erstes Album nach der „Mathematics“-Reihe natürlich entsprechend hoch. Und tatsächlich: Die Auskopplung „Azizam“ ließ wirklich aufhorchen, zeigte sie den Briten doch mit nahöstlichem, persischen Klang. Im ersten Moment spannend, aber – wie üblich – von den Radiostationen kaputt gespielt. Längerfristig konnte mich dann „Old Phone“ doch mehr überzeugen, da es im Singer/Songwriter-Stil eine berührende Geschichte voller Nostalgie und Emotionen erzählt. Das ist es, was ich an Ed Sheeran so liebe.
Und so vielseitig wie diese beiden Gegenpole ist das komplette Album. Mit Produzent*innen und Musiker*innen aus aller Welt entstanden frische, genreübergreifende Sounds, die sich mit zeitlosen Themen und Melodien verbinden – der Kern dessen, was Ed Sheeran zu einem der beliebtesten Popkünstler unserer Zeit gemacht hat. Besonders inspiriert wurde er von den musikalischen Kulturen Indiens und Persiens und deren überraschenden Verbindungen zur irischen Folk-Tradition, mit der er aufwuchs. Gemeinsame Skalen, Rhythmen und Melodien ließen eine Art grenzenlose Musiksprache entstehen, die „Play“ einen unverwechselbaren, modernen Twist verleiht. Gleichzeitig zeigt der Brite einmal mehr, warum er als wichtigster Singer/Songwriter seiner Generation gilt: mit Balladen voller Hingabe und Intensität.
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Sehr stark die Rap-Passagen, die den melancholischen Start von „Opening“ in eine ganz neue Richtung führen. Die hymnischen Klänge von „Sapphire“, das indisch anmutende „Symmetry“, das beschwingte „A Little More“ im Kontrapunkt zum verwendeten Sprechgesang. Dazwischen grandiose akustische Songstücke namens „Camera“ und „In Other Words“ – so wird das neue Album an keiner Stelle langweilig, wenn mein Finger bei „Shazizam“ inzwischen auch zur Skiptaste zuckt. Selbst der Discobeat von „Don’t Look Down“ ist irgendwie passend.
Das Ergebnis ist ein Album, das spielerisch zwischen Vertrautem und Neuem pendelt – ein kraftvolles, popgetriebenes Werk, das nur Ed Sheeran so liefern kann. „Play“ ist nicht weniger als ein strahlendes Statement seiner künstlerischen Vielseitigkeit – aufregend, transformativ und ein klarer Anwärter auf das Album des Jahres.
Wenn zwei Stimmen wie von Natur aus füreinander bestimmt scheinen, dann sind es die von Paul Simon und Art Garfunkel. In ihrer Harmonie lag eine beinahe zeitlose Klarheit – sanft, melancholisch, dabei doch voller Kraft. Ihre Lieder haben Millionen berührt und den Soundtrack einer ganzen Generation geprägt. Als liebevolle Hommage bringt „The Simon & Garfunkel“ Story diesen charakteristischen Sound authentisch auf die Bühne und erzählt die außergewöhnliche Geschichte von zwei begnadeten Musikern nach.
Talentierte Schauspieler und Musiker aus dem Londoner West End versetzen das Publikum in die groovige Zeit der 60er Jahre zurück. In der Show wird die frühe Geschichte erzählt: beginnend bei ihren bescheidenen Anfängen als Rock‘n´Roll-Duo „Tom und Jerry“ bis hin zu ihren großen Erfolgen und der dramatischen Trennung. Die Show endet mit einer atemberaubenden Nachstellung des Reunionkonzerts im Central Park New Yotk 1981.
Als liebevolle Hommage, gekonnt verdichtet auf rund 130 fesselnde Minuten, bringt die gefeierte Tribute-Show den charakteristischen Sound der Folkrockstars originalgetreu und voller Respekt auf die Bühne – natürlich inklusive aller Hits von Paul Simon und Art Garfunkel, darunter „Mrs. Robinson“, „Cecilia“, „Bridge Over Troubled Water“, „Homeward Bound“ und das emotionale „Sound Of Silence“, mit dem die Show startet.
Darüber hinaus transportieren Projektionen von Foto- und Videomaterial die Stimmung der damaligen Zeit und rufen besondere Momente ihrer Erfolgsgeschichte auch visuell in Erinnerung. Die Geschichte begann in den 1950er-Jahren, als sich die beiden Musiker in Queens, New York, kennenlernten. Unter dem Namen Tom & Jerry versuchten sie sich zunächst im Rock’n’Roll, ehe sie in den 60er-Jahren zu Simon & Garfunkel wurden. Mit ihren Songs gaben sie den leisen Zweifeln und Sehnsüchten der Zeit eine Stimme. Ihre Mischung aus poetischen Texten, filigranen Gitarrenarrangements und unvergleichlichem Gesang war einzigartig im Folkrock.
Das Album „Bridge Over Troubled Water“ (1970) wurde ihr größter Triumph – und zugleich ein Schwanengesang: kurz nach Veröffentlichung gingen die beiden getrennte Wege. Paul Simon entfaltete eine gefeierte Solokarriere, während Art Garfunkel neben seiner Musik auch in Film und Theater Erfolg hatte. Trotz vieler Konflikte und Trennungen kehrten die beiden immer wieder für Konzerte zurück. Legendär bleibt ihr Auftritt 1981 im Central Park vor über 500.000 Menschen – ein symbolisches Wiedersehen mit jener Stadt, in der alles begann.
Das Publikum in der Trierer Europahalle war begeistert von der nostalgischen Show und feierte die Darsteller am Ende mit stehenden Ovationen. Absolut verdient!
Ein Satz von DIKKA – und schon sind alle Kinder kleine Nashörner. Das war ein munteres Treiben in der SWT Arena Trier, als Sera Finale (bürgerlich Simon Müller-Lerch) in seiner Inkarnation als Nashorn DIKKA zu kinderfreundlicher Zeit in die Konzertlocation lud. Der Start war für 17 Uhr angesetzt, doch schon zwei Stunden vorher sah man Scharen von Kindern mit ihren Eltern auf den Wegen rund um die Arena. An einem Samstagnachmittag war es nicht ganz einfach, einen Parkplatz zu finden. Auch die Schlangen an den Getränkeständen und am Merchandise wollten nicht enden. Grandios, wie der Rapper im Nashorn-Kostüm bei den Kleinen ankommt!
Das Bühnenbild war so bunt wie bei Sascha Grammel. Alles an ein Großstadt-Flair angelehnt, mit riesigem Skateboard im Mittelpunkt. Als die Show mit der Ansage aus dem Off startete, ein Nashorn sei aus dem Zoo ausgebrochen, kannten Jubel und Geschrei keine Grenzen mehr. Was tausende Kids für einen Lärm machen können, wurde hier schnell deutlich. Und DIKKA als HipHop-Star wollte von Anfang an weg von den Helikopter-Eltern. Der Bereich vor der Bühne wurde zum Nashorn-Gehege und nur Kinder durften ihn betreten. „Hallo Eltern, uns geht’s gut“, sollten sie im Chor schreien. Perfekte Umsetzung!
Es gab noch mehr Menschen in Tierkostümen auf der Bühne. DJ Löwe beispielsweise, der zwischendurch mal in die Zuschauerränge ausbüchste, und ein Chamäleon mit Skateboard. Später zudem zwei kleine Esel und ein weibliches Zebra, die das Nashorn unterstützen. DIKKA singt nun wirklich keine Kinderlieder, wie man sie von Jöcker oder Zuckowski kennt. Er nimmt seine Klientel sehr ernst und erzählt vom korrekten Teilen, vom Friedenszeichen, von Selbstbewusstsein und Zusammenhalt. Die Erwachsenen werden zwischendurch mit viel Ironie in den Senkel gestellt.
Zwischen den Songs gibt es immer wieder lange Entertainment-Passagen. DIKKA bringt den Kids den Vogel-Strauß-Tanz bei, übt mit ihnen markante Sätze („Boah ist das krass“), Bewegungen und Fingerspiele. Ein Song wie „Nein heißt nein“ liefert eine wichtige Botschaft. Und das ist wirklich die erste Version der unsäglichen „Life is live“-Melodie, die mich nicht an den Rand eines Nervenzusammenbruchs bringt. Man verstreute Fantasie-Konfetti und traf sich romantisch zum Candlelight-Döner. Das alles oftmals emotional als Plädoyer für alle Kinder der Welt und ihre Träume.
Bei Songs, die als Duette angelegt sind, kamen die Duettpartner*innen vom Band. Mit Lea gab es „Ich bin ich“ und mit Montez „Zusammen“. Der Hauptset endete nach 80 Minuten, doch die Kinder wollten noch mehr. Viel mehr! Der Zugabenblock schloss um 18.45 Uhr mit dem Signature-Song „Bis zum Mond“, den DIKKA im Original mit Lea singt, und der Textzeile: „Weißt du eigentlich, wie doll ich dich lieb hab?“
Viele Kinder sahen hier das erste Konzert ihres Lebens – und das in der großartig gefüllten Arena und in einer Größenordnung, die selbst erwachsene Konzertbesucher selten erleben. Das Gemeinschaftsgefühl über Generationen hinweg war perfekt. Manchen mag er affig erscheinen, dieser Rapper im Nashorn-Kostüm, doch er zeigte sich hier überaus sympathisch und als ein Mensch, der Kinder stärken und für die Zukunft wappnen will. Hat riesigen Spaß gemacht!
Konstantin Wecker lässt sich kaum in eine Schublade sperren. Er ist Dichter, Sänger, Autor, Musiker, Philosoph und Friedensaktivist in einer Person. Ein Mann, dessen Leben und Schaffen von der unerschütterlichen Überzeugung getragen ist, dass Kunst niemals Selbstzweck, sondern immer auch Widerstand und Bekenntnis sein muss.
Als Philosoph in poetischer Gestalt stellt er die großen Fragen mitten im prallen Leben, auf der Bühne, in seinen Liedern, Essays und Gedichten. Er grübelt, zweifelt, bekennt – und er erinnert uns daran, dass Denken erst dann lebendig wird, wenn es sich tief ins Herz senkt und den Mut hat, unbequem zu sein. Als Autor vermag er es, Worte wie Samenkörner in die Welt zu werfen. Und die Menschen verstehen ihn, wenn sie eine Sehnsucht nach Wahrheit, Liebe und Gerechtigkeit verspüren. Weckers Sprache ist manchmal zärtlich wie eine Hand auf der Schulter, kann aber auch scharf sein wie ein Schwert gegen Heuchelei und Unmenschlichkeit.
Als Friedensaktivist erhebt Konstantin die Stimme gegen Krieg, Hass und Machtgier – nicht mit dem Pathos des Predigers, sondern mit der Kraft des Philosophen, der nach Ehrlichkeit, sucht und die Menschen liebt, wenn sie nicht eitel sind. Das durfte ich vor einigen Jahren in einem Interview mit diesem sympathischen und redseligen Künstler erleben. Und wenn man seine Konzerte besucht, sind sie immer auch Quelle für einen Redefluss aus Zitaten und Gedichten. Wecker nimmt sich selbst gar nicht so wichtig – er drückt vielmehr seine Bewunderung gegenüber anderen Dichtern und Autoren aus, die er zitiert und oftmals aus vergangenen Jahrzehnten in die Gegenwart holt.
Das neue Buch trägt den Titel „Der Liebe zuliebe“ und ist im bene! Verlag (Verlagsgruppe Droemer Knaur) erschienen. Anlass für das Werk ist ein schwieriges und sehr persönliches Thema: Konstantin Wecker beschreibt nämlich, wie er in den vergangenen Jahren seine Alkoholsucht überwunden hat. Und das nicht etwa in Form eines „ultimativen Ratgebers“, sondern sehr selbstkritisch und in erfüllter Liebe zu den Menschen, die ihm geholfen haben, seine Sucht und sich selbst zu besiegen. Man hatte ja gedacht, dass seine früheren Drogenexzesse der Vergangenheit angehören und überwunden sind. Dass Alkohol dabei zur neuen Droge geworden ist und er damit viele Freunde und seine Familie tief verletzt hat, war vielen Fans (auch mir) kaum bewusst.
Aber das Buch behandelt viel mehr als dieses Thema. Es ist eine ultimative Rückschau auf ein bewegtes Leben – wobei Wecker viel zusammenfasst und auch wiederholt, was er auf seinen Konzerten und in früheren Büchern schon gesagt hat. Dabei wirken die Worte nie als „Selbst-Plagiat“, sondern es wird einfach deutlich, wie wichtig ihm bestimmte eigene Aussagen, Gedichte, Liedtexte, Inspirationen, Weggefährten sind.
Wecker ist ein Mann der Worte, ja – aber vor allem ist er ein Mann des Herzens. Darum ist der Buchtitel so perfekt gewählt. Er hat nicht aus einer Form von Selbstzweck gegen die Sucht gekämpft, sondern aus Liebe zu den Menschen in seiner Umgebung, zu seiner Frau Annik sowie den Söhnen Valentin und Tamino, denen das Buch gewidmet ist. Und das ist Konstantins Form des Urvertrauens: sein Denken und Dichten kreisen stets um die eine große Überzeugung, dass Menschlichkeit, Freiheit und Liebe stärker sind als jede Gewalt. Die Sinnsuche wird vermutlich nie ganz beendet sein, doch wenn man seinen weisen Äußerungen folgt, kann man glauben, dass er zumindest sehr nah zu sich selbst und seinem inneren Frieden gefunden hat. Das Coverfoto zeigt ihn in dem Moment kurz vor einem Auftritt, wenn er sich sammelt und innerlich auf den Abend vorbereitet. Ein sehr inniger Moment – wie das ganze Buch eine Sammlung inniger Momente ist.
An den Romanen von Elizabeth George fasziniert mich von Beginn an die psychologische Tiefe, mit der sie ihre Geschichten erzählt. Ihre Figuren, allen voran Inspector Thomas Lynley und Sergeant Barbara Havers, agieren nicht einfach nur in Form eines klassischen Whodunits. Vielmehr handelt es sich um komplexe Charakterstudien. Täter, Opfer und Ermittler werden mit inneren Konflikten, moralischen Dilemmata und emotionaler Tiefe dargestellt. So ist es seit dem ersten Band 1988 („Gott schütze dieses Haus“) und ebenso im neuen, 22. Fall „Wer Zwietracht sät“.
Die Autorin lässt sich verdammt viel Zeit, um die Geschichte aufzubauen. Es geht um Männer und ihr Faible für viel zu junge Geliebte. Um zu Ende gehende Ehen und neue Affären. Um Lebemänner, die jedem Rockzipfel nachlaufen. Aber auch um triviale Dinge wie Bergbaurechte und die Dacherneuerung in Lynleys Herrenhaus. So baut sich nach und nach eine immer komplexer werdende Story auf, die vor allem in Cornwall spielt und zunächst mal eine örtliche Kriminalpolizei zeigt, die sich viel zu früh auf einen Täter einschießt.
Zur Story: In dem idyllischen Städtchen Trevellas wird der erfolgreiche Unternehmer Michael Lobb brutal ermordet aufgefunden. Hat der Mord etwas mit dem geplanten Bauvorhaben zu tun, das in Cornwall seit Monaten für Aufruhr sorgt? Oder steckt Lobbs Familie hinter der grausamen Tat? Der erste Verdacht fällt auf Kayla, Michaels wesentlich jüngere Frau, die nach dem Tod ihres Mannes ein beträchtliches Erbe erwarten kann. Aber auch sein Bruder Sebastian würde von Michaels Tod erheblich profitieren. Doch dann führt eine heiße Spur ausgerechnet zum Anwesen der Ashertons, dem feudalen Stammsitz von Detective Thomas Lynleys Familie. Höchst alarmiert schaltet Lynley sich in die Ermittlungen ein und gerät gemeinsam mit DS Barbara Havers in ein gefährliches Labyrinth aus Habgier, Betrug und Neid, in dem die Suche nach der Wahrheit schon bald ein nächstes Opfer fordert.
Und man sollte sich vom Klappentext nicht verwirren lassen. Die beiden Protagonist*innen Lynley und Havers tauchen erst sehr spät im Roman auf, um das Heft in die Hand zu nehmen. Auch andere lieb gewonnene Figuren wie Isabelle Ardery und Deidre Trahair erscheinen im Verlauf der 752 Seiten und der rote Faden um die Figuren, die uns zum Teil seit über 35 Jahren begleiten, wird weiter fortgeschrieben. Logisch, emotional und mit dem Wunsch nach einem Happy-End, das es vermutlich nie für die Beteiligten geben wird.
Der Kriminalfall ist sehr verwirrend und bis zum Schluss absolut mitreißend. Besonders die familiären Verwicklungen von Deidre in den Fall schaffen Spannung und treiben den Mit-Ratenden ebenso wie die handelnden Personen an. Hinzu kommen im Buch verstreute Tagebucheinträge, die dem Leser nach und nach die große Geschichte entfalten und ihm jeweils ein kleines Stück Insiderwissen geben, ohne aber zu viel zu verraten.
Mit psychologischer Rafinesse und überraschenden Wendungen nimmt George ihre Leserschaft mit auf ihre Reise nach Cornwall, beleuchtet die Vergangenheit vieler Personen und führt ihre Reihe grandios fort. Vom zugrunde liegenden Mordfall sicher nicht der beste Band der Reihe, aber in der fortlaufenden Geschichte ebenso wichtig wie alle anderen.
Rock am Ring 2026 mit Iron Maiden, Volbeat, Linkin Park und mehr Rekord: Über 70.000 Weekend-Tickets bereits verkauft
Nürburg, 23. September 2025 – Der Vorverkauf für Rock am Ring 2026 bricht alle Rekorde: Bereits über 70.000 Weekend-Tickets sind verkauft – so früh wie nie zuvor. Ein starkes Signal für die riesige Vorfreude und Begeisterung der Ring-Fans. Mit dieser Euphorie im Rücken kündigt Rock am Ring heute weitere hochkarätige Acts an.
Iron Maiden werden 2026 bei Rock am Ring und Rock im Park zu erleben sein – es sind die einzigen deutschen Festivals, die die Metal-Ikonen im kommenden Jahr bespielen. Mehr als ein Jahrzehnt nach ihrem letzten Auftritt am Nürburgring kehren sie damit auf eine der bedeutendsten Festivalbühnen Europas zurück. Mit ihrer weltweit gefeierten „Run For Your Lives“-Tour verspricht die Band ein episches Live-Erlebnis – ein lang ersehnter Moment für das Publikum an der Rennstrecke.
Ein weiteres Highlight im Line-up: Volbeat spielen 2026 ihre einzigen Deutschland-Shows bei Rock am Ring und Rock im Park – ein besonderer Moment für ihre riesige Fanbase. Ihr aktuelles Album stieg direkt auf Platz 1 der deutschen Charts ein, und auch ihre für Dezember 2025 angekündigte Arena-Tour war innerhalb weniger Stunden restlos ausverkauft – ein deutliches Zeichen für das Momentum der Band.
Bereits seit der letzten Ausgabe als Headliner bestätigt, stehen Linkin Park an der Spitze des kommenden Line-ups und markieren damit ein neues Kapitel in der Festivalgeschichte.
Auch Limp Bizkit zählen 2026 zu den größten Namen auf den Bühnen der Zwillingsfestivals. Als eine der prägendsten Nu-Metal-Bands überhaupt bringen sie ihre explosive Live-Show und den unverwechselbaren Mix aus Crossover-Sound und Attitüde zu Rock am Ring und Rock im Park. Mit dabei sind auch Papa Roach – eine feste Größe im Alternative-Rock-Kosmos und bekannt für ihre energiegeladenen Performances.
Für ein zusätzliches Ausrufezeichen sorgen Bad Omens, aktuell eine der spannendsten neuen Bands im modernen Metalcore, die auf einem Top-Slot auf der Mandora Stage zu erleben sein werden. Electric Callboy, die mit ihrer Mischung aus Metalcore und Humor längst Kultstatus genießen, präsentieren exklusiv ihre bislang größte Festivalshow bei Rock am Ring und Rock im Park 2026. Auch Sabaton bringen ihre spektakulären Live-Inszenierungen mit, während The Offspring mit einem ganzen Arsenal an Punkrock-Klassikern für Nostalgie und Ausnahmzustand zugleich sorgen.
Internationale Größen, Szenelieblinge und Publikumsmagnete verleihen der ersten Bandwelle zusätzliche Tiefe und Wucht – darunter Babymetal, die den Metal mit J-Pop-Einflüssen neu definieren, Within Temptation mit ihren epischen Klangwelten zwischen Symphonic und Alternative sowie Marteria, einer der prägendsten deutschen Live-Acts der letzten Jahre. Außerdem bestätigt: A Perfect Circle, Architects, Hollywood Undead, Ice Nine Kills, Landmvrks, Social Distortion, Three Days Grace und Trivium.
„Die Resonanz auf Rock am Ring 2026 ist schlichtweg überwältigend“, sagt Matt Schwarz, CEO von PRK DreamHaus und Veranstalter von Rock am Ring und Rock im Park. „Über 70.000 verkaufte Festival Tickets schon im September – das hat es in dieser Form noch nie gegeben. Wir sind den Fans unendlich dankbar für ihr Vertrauen und freuen uns, ihnen mit diesem Line-up ein Festival zu bieten, das in Erinnerung bleiben wird.“
Tickets sind unter www.rock-am-ring.com erhältlich. Für Rock am Ring 2026 wird es keine Tagestickets geben!
Termine: Rock am Ring: 5.–7. Juni 2026, Nürburgring, Eifel
Richtung Wochenende wurde es bedeutend enger auf der Reeperbahn. Die Straßen waren mit Musikfans und sonstigen Tourist*innen gefüllt, die sich dem Geschehen auf der sündigen Meile hingeben wollten. Zum Glück gab es jetzt die großen Konzerte in den Hamburger Wahrzeichen, freitags zweimal Elbphilharmonie, samstags zweimal Michaeliskirche. Da konnte man den Trubel auf dem Festivalgelände gut aus dem Weg gehen.
Am Freitag ging es zunächst nochmal zu Mel D, die uns mittwochs schon in der Kirche verzaubert hatte. Jetzt gab es auf dem Spielbudenplatz ein ganz neues Setting open air. Die Atmosphäre war nicht so heimelig wie im Kirchenraum, doch auch hier konnte sich die Songwriterin aus der Schweiz gut durchsetzen und brachte das Publikum zum Tanzen und Mitsingen. Ein hervorragender Start für die „Swiss Sunset Stage“, deren Topact am Abend Nemo sein sollte.
Fotocredit: Christian Hedel
Eine Besonderheit des Reeperbahn-Festivals sind die vielen unterschiedlichen Locations, denn von der Sparkassen-Filiale bis zur großen Open-Air-Bühne ist hier alles dabei! Und einige Acts kann man sogar in der berühmten Elbphilharmonie erleben, so wie etwa Pip Millett am frühen Freitag Abend. Diese war sichtlich erfreut über diese außergewöhnliche Bühne und erfüllte die Elphi über eine Stunde lang mit ihrem entspanntem Mix aus R’n’B und Soul. Unterstützt wurde sie dabei von einer dreiköpfigen Band, die ihren gefühlvollen und ausdrucksstarken Gesang mit dem passenden Sound untermalte.
Fotocredit: Robin Schmiedebach Photography
Da kurz vorher Kraftklub auf ihrer spontanen Clubtour auch den Kaiserkeller erobert hatten, starteten die drei Mädels von Loveheads am Freitag Abend mit etwas Verspätung, sorgten aber direkt auch für Partystimmung. Die noch recht junge Band aus Österreich überzeugte mit einem frischen rockigen Sound an Gitarre, Bass und Schlagzeug, eingängigen deutschen Texten und gelebter Demokratie beim Leadgesang und den Ansagen.
Fotocredit: Kraftklub by Tom Heinke
Parallel dazu hatten sich Waving The Guns im Docks eingefunden und lieferten eine krasse Show mit deutlichen Texten und Attitüde. „Das muss eine Demokratie aushalten können“, hieß es, und „Perlen vor die Säue, Steine auf die Schweine“. Man zeigte politische Haltung und wollte bewusst einen Raum für Frauen und Flintas bieten.
Einen kurzen, aber sehr energiegeladenen Auftritt legte Nemo auf der Swiss Sunset Stage am Spielbudenplatz hin. Die junge musizierende Schweizer Person kam ohne Band, aber dafür mit DJ „Hairy“ als Unterstützung und bewies in wenigen Songs die ganze Bandbreite ihres Könnens. Von Partystimmung mit „God’s a Raver“ über die neue Single „Hocus Pocus“ bis zur Ballade „Unexplainable“ beherrscht Nemo wirklich alle Gefühls- und vor allem Tonlagen! Zum Abschluss gab es dann noch den ESC-Siegertitel „The Code“ für das begeistert mitfeiernde Publikum.
Fotocredit: Tom Heinke
In der Elbphilharmonie gab Fuffifufzich den zweiten Showact des Abends. Dahinter steckt die Schauspielerin und Sängerin Vanessa Loibl, die von Rap bis Opernstimme alles zu bieten hatte. Mit Geige und Cello gab es klassische Töne, dann wieder Synthiepop. Gerade die elektronischen Klänge lieferten eine coole Soundkulisse für die Elphi, deren Wände man zur Sicherheit mit Platten zugehängt hatte, damit kein Putz abbröckelt. Wie ein weiblicher Falco trat Fuffifufzich bisweilen auf – und irgendwann stand der ganze Laden.
Samstags konnten wir zunächst Bow Anderson am Reeperbus genießen. Die Schottin sang drei akustische Stücke, zum einen über geschiedene Eltern („two parents“), dann über ihre Heimat Edinburgh und zum Schluss den Radiohit „20s“. Später konnten wir noch ein längeres Konzert von ihr in den Docks sehen, doch vorher standen die Zeichen auf Countryrock.
Das neue Album von The BossHoss, „Back To The Boots“, ist pünktlich zum Reeperbahn Festival in Hamburg erschienen und so war es kein Wunder, dass die Berliner Band am Folgetag in der Hansestadt sehr präsent waren. Es gab einen Unplugged Gig mit Signing Session im MediaMarkt und ein Open Air auf dem Spielbudenplatz. Und dazwischen ein ganz besonderes Schmankerl für Fans: Alec und Sascha traten mit ihrer Band im wirklich winzigen Club „Cowboy und Indianer“ direkt an der Reeperbahn auf. Das Konzert war im wahrsten Sinne eine nostalgische Reise zurück zu den Wurzeln der Band. In solchen Bars und Clubs hatte man 2004 seine Karriere gestartet. Und jetzt konnte man dieses Feeling hautnah miterleben.
Die Bar war vollgestopft bis auf den letzten Platz und darüber hinaus: wem es drinnen zu eng war, der konnte die Musik durch geöffnete Türen hören. Die Protagonisten saßen inmitten des Raums, der Schlagzeuger mit einem Cajon mitten auf der Theke. Es gab brandneue Stücke wie „Lions Den“ und „I’ll Be Back“, aber auch die Klassiker „Jolene“ sowie „Don’t Gimme That“. Die Stimmung war von Beginn an grandios und Alec in Erzähllaune. Man fühlte sich sichtlich wohl im kuschligen Ambiente. Die Arrangements kamen akustisch, waren aber trotzdem ordentlich gepfeffert. Und obwohl der Auftritt nur 45 Minuten dauerte, fielen schon zur Halbzeit die Klamotten – auch bei der Band. So kann man sein 20jähriges Bühnenjubiläum souverän und kraftvoll feiern.
Fotocredit: Marvin Contessi
Am Abend gab es zwei wundervolle atmosphärische Gigs in der St. Michaeliskirche, dem berühmten Hamburger „Michel“. Alice Phoebe Lou hatte sich dort eingefunden, um mit ihren Songs für eine andächtige Atmosphäre zu sorgen. Hauptsächlich interpretierte sie die Stücke akustisch mit Gitarre, bisweilen auch am Piano oder mit Synthies. Zuviel Bass sollte es nicht geben, weil dann „der Putz von den Wänden bröckelt“, wie die Ansagerin erklärte. Aber da bestand auch keine Gefahr. Es war magisch und leise.
Genau so zeigte sich auch Anna Ternheim. Die Muskerin aus Stockholm war zu Beginn allein mit Akustikgitarre am Start, hatte aber auch Begleitung vom Band dabei, wie beispielsweise Streicher beim grandiosen Cover „You’re In Heaven“ (Bryan Adams). Auch Cover von Pat McLaughlin („The Longer the Waiting (The Sweeter the Kiss)“) und David Bowies „China Girl“ (im Original eigentlich von Iggy Pop) wurden dargeboten. Bei vielen Songs begleitete sich Anna am Piano und glänzte mit ihren erzählenden Vocals. Selbst ein schwedisches Stück hatte es in die Setlist geschafft und ganz zum Ende überzeugte Anna mit einer Zugabe komplett a cappella. Es war eine wundervolle Atmosphäre und alle hörten bis zum Schluss gebannt zu.
Credit: Rowena Wise
Ganz zum Abschluss durfte ich noch Rowena Wise im Imperial Theater genießen. Sie stand zur Geisterstunde allein mit Gitarre auf der Bühne und interpretierte Songs wie „Indifferent“ und „26 Hours“ (über einen Urlaub mit dem Ex-Freund). Die Australierin erzählte von ihrer neuen Liebe zu Hamburg und zur Currywurst. Und sie erinnerte alle daran, im Moment zu leben, auch wenn das auf einem so verrückten Festival schwierig ist. Dem kann ich nur zustimmen, denn es ist wirklich schwierig, zu fassen, was das Reeperbahn Festival in seiner Gesamtheit bietet. Man wird vermutlich Dutzende Menschen fragen können, und jeder hat ein komplett anderes Festival erlebt. Das gibt es nur in Hamburg – jeden September!