Nachdem er bereits sein neues Album „Avenoir“ für den 12. September angekündigt hat, legt Calum Scott mit einer weiteren großen Meldung nach! No Buzzer = no Chance? Nicht in der neuen Staffel „The Voice of Germany“! Denn Calum Scott wird Coach der „The Voice: Comeback Stage by SEAT“. Dort will der international gefeierte Popstar („Dancing On My Own“, „You Are The Reason“) unter den Talenten „The Voice of Germany“ 2025 finden, für die die #TVOG-Coaches Shirin David, Smudo & Michi Beck, Rea Garvey und Nico Santos nicht den Buzzer drücken.
Calum Scott: „Ich gebe Talenten eine verdiente zweite Chance in meinem Comeback-Stage-Team, wenn ich bemerke, dass den anderen #TVOG-Coaches bei ihrem Auftritt etwas entgangen ist. Wenn ich etwas in diesen Talenten sehe, das die anderen Coaches nicht entdeckt haben, hole ich sie in #TeamCalum. Zusammen arbeiten wir dann ihre Stärken so heraus, dass Shirin, Nico, Michi & Smudo und Rea es hoffentlich bereuen werden, sie nicht selbst in ihrem Team zu haben.“ (lacht)
In der „The Voice: Comeback Stage by SEAT“ holt Calum Scott vielversprechende Talente zurück in den Wettbewerb um die beste Stimme Deutschlands. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie in den Blind Auditions nicht gebuzzert wurden oder es bis in die Team Fights geschafft haben. Wer mit seiner Stimme Calum Scott beeindrucken kann, darf sich auf der „The Voice: Comeback Stage by SEAT“ beweisen und um einen von zwei Plätzen im #TVOG-Halbfinale kämpfen.
Calum Scott: „Ich habe vor 10 Jahren selbst in einer Talentshow vorgesungen und sogar einen goldenen Buzzer bekommen – das macht diese Rolle für mich so besonders. Die anderen Coaches können diese Erfahrung nicht mit den Talenten teilen. Ich war in ihrer Situation und weiß genau, wie sich das anfühlt. Jetzt ihr Coach zu sein, ihnen Ratschläge zu geben und sie hoffentlich ins Finale von ‚The Voice of Germany‘ zu bringen, ist daher eine große Ehre für mich.“
Im Jahr 2023 hat Hannes Schöner nach 30 Jahren als Bassist bei den Höhnern sein zweites Solo-Album „Nah bei mir“ veröffentlicht. Es war sowohl eine Anknüpfung an seine Zeit vor den Höhnern, etwa an den 70er-Jahre-Hit „Nun sag schon Adieu“, als auch ein Aufbruch zu neuen musikalischen Ufern mit selbst geschriebenen Songs im Liedermacher-Stil über Pop bis Rock. Selbst Reggae und Country-Einflüsse sind zu hören.
Natürlich verlangten diese Songs danach, auf Konzertbühnen gebracht zu werden. Eines dieser Konzerte wurde auf dem Album „Live in Honrath“ festgehalten. Hannes‘ Band wird dabei von Freundinnen und Freunden wie Charly Klauser (Vocals, Percussion) und Markus Wienströr (E-Gitarre) ergänzt.
Höhepunkt des Livesets ist aber kein eigener Song, sondern ein Cover des Songwriters Tim Linde aus Schleswig-Holstein, das als aktuelle Single von Schöner fungiert. Den Titel „Wasser unterm Kiel“ hat Linde vor gut zehn Jahren seiner Tochter als persönliches Tauflied geschenkt – ein zeitlos guter Song für viele Gelegenheiten.
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Das selbstbetitelte Album „Helloween“ markierte vor vier Jahren die Rückkehr von Kai Hansen und Michael Kiske zu der kultigen Power-Metal-Band aus Hamburg, die spätestens seit dem kultigen 87er Album „Keeper of the Seven Keys Part 1“ zu den erfolgreichsten Metalbands Deutschlands zählt. Gemeinsam mit Andi Deris hat man seitdem gleich drei große Shouter zu bieten. Ein Fest für alle Metalfans!
Zum 40jährigen Bandjubiläum gab es dann die umfangreiche Compilation „March Of Time“ mit 42 Tracks in chronologischer Reihenfolge. Perfekt für Fans und Nostalgiker. Doch man will sich gar nicht auf den Lorbeeren vergangener Tage ausruhen: Ganz aktuell gibt es das neue Album „Giants & Monsters“ mit zehn regulären Titeln plus Bonustrack und in der großen siebenköpfigen Besetzung.
Fotocredit: Mathias Bothor
Schon beim Opener „Giants On The Run“ geht es grandios in die Vollen mit starken Riffs und viel Power. Die Bandmitglieder treten wechselseitig als Songwriter auf, was das Album im Gesamten sehr vielseitig macht. Fast alle können ihren Stempel aufdrücken und tun das jeweils mit Bravour.
„Savior Of The World“ liefert ein abwechslungsreiches Arrangement und großartigen Gesang von Michael Kiske. Überhaupt sind die Vocalparts hervorragend, vor allem wenn die drei Sänger sich gegenseitig unterstützen und mehrstimmig auftreten. So findet man den Ohrwurm „A Little Is a Little Too Much“ und die Metalhymne „We Can Be Gods“, die in ihren Lyrics dem heroischen Albumtitel Rechnung trägt.
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Doch es gibt nicht nur das schnelle Metalbrett, sondern durchaus auch balladeske Klänge mit „Into The Sun“ und später den melodischen Ruhepol „Hand Of God“. Gleich zwei Tracks reißen die 8-Minuten-Marke und zeigen in ihrer Breite Helloween vom Feinsten: Das grandiose „Universe (Gravity for Hearts)“ als Hommage an das große Mysterium des Weltraums und „Majestic“, das mit drei Sängern und instrumentalem Sologewitter seinem Titel alle Ehre macht.
Als Bonustrack findet sich auf dem mir zur Review vorliegenden Digipack die Rocknummer „Out Of Control“. Für sich allein stehend nur minimal schwächer als der Rest des Albums. Helloween sind und bleiben eine metallische Wucht und das aktuelle Album steht nur minimal hinter dem Vorgänger zurück. Bald geht es auf Tour zum Jubiläum „40 Jahre Helloween“ und wir dürfen ein großes Spektakel erwarten.
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Am Freitag, 29. August 2025, war es Johannes Oerding, der fast 7.000 Fans ins saarländische Losheim am See lockte. Die Open Airs im Strandbad sind immer einen Besuch wert, hat man doch in den Abendstunden auf dem leicht abschüssigen Gelände von überall her einen guten Blick auf die Bühne und zugleich auf das beschauliche Gewässer im Hintergrund. Könnte also perfekt sein, doch es war Regen angesagt, wie man an der Kleidung der Zuschauer*innen erkennen konnte. Auch die Veranstalter von Popp Concerts hatten im Voraus vorsorglich darauf hingewiesen, dass Regenschirme auf dem Konzertgelände nicht erlaubt sind. Sollte auch selbstverständlich sein, nicht nur aus Gründen der Sicherheit, sondern weil sich sonst alle die Sicht versperren würden.
Credit: Atelier3Bären
Petrus hatte aber ein Einsehen und beschränkte die Regengüsse auf ein Minimum. Der geschotterte Rasen war gut begehbar und im Vorfeld gab es höchstens mal ein wenig erhöhte Luftfeuchtigkeit. Support Jacob Elias konnte also guter Dinge seinen 30minütigen Set starten. Der junge Sänger aus Wien bot leichten Pop mit sympathischen Texten und dazu Songs wie „Situationship“ und „Wachstumsschmerz“. Der Singer/Songwriter erspielte sich sein Publikum und zeigte deutliche Ehrfurcht vor dem großen Publikum. Er wird demnächst selbst auf Clubtour gehen und vielleicht manche der Anwesenden dort wiedersehen.
Credit: Atelier3Bären
In der Umbauzeit begann es wie auf Kommando zu schütten. Doch tatsächlich sollte es bei diesem ausgiebigen Regenguss bleiben und Johannes Oerding konnte sich trocken durch den Abend bewegen. Dessen Set dauerte über 150 Minuten und startete nach einem kurzen Intro mit dem ganz neuen „Hier gehör ich hin“. Als Statement nahm man ihm das von Beginn an ab. Johannes hat eine enorme Bühnenpräsenz und war stets in engem Kontakt zum Publikum.
Schon der zweite Song „Kreise“ hatte den entsprechenden Mitsingfaktor. So vorbereitet, ging es ihm erst einmal darum, dass alle Anwesenden sich besser kennen lernen. Während man die Aufforderung, sich allen Nachbarn mit Handschlag und Namen vorzustellen, sonst vielleicht als kleinen Spaß abtut, wurde es hier direkt zum Gemeinschaftsevent und schnell war eine Verbundenheit hergestellt. Die Fortführung mit dem Song „Anfassen“ lief aber trotzdem ganz gesittet ab.
Credit: Atelier3Bären
Oerding lernte bei der folgende Publikumsbefragung sowohl die zehnjährige Mara kennen als auch einige Damen über 70 kennen, die erstaunlicherweise ganz vorn in der Menge standen. Nach „Morgen“ stimmte das Publikum kollektiv „Döp Döp Döp“ an und Johannes als Gute-Laune-Mensch ließ sich natürlich darauf ein, bevor er zu „Nie wieder Alkohol“ überleitete, die angebotene Weinschorle aber ohne Umschweife akzeptierte. Zwischendrin gab es ein recht langes Zwischenspiel mit Whitney Houstons „I Will Always Love You“ – und man muss dem Sänger wirklich Respekt zollen, dass er sich auch an die hohen Töne des Refrains wagte und diese mit Bravour meisterte.
Der Song „Unter einem Hut“ kann als musikalische Selbstvorstellung des 44jährigen gelten, doch man durfte durchaus noch mehr von ihm erfahren. Passenderweise nach „Turbulenzen“ musste nämlich der aktuelle Spielstand des Lokalderbys St. Pauli gegen HSV erwähnt werden. Dabei ist der Bassist der Band erklärter HSV-Fan, während Oerding dem Verein mit dem Totenkopf huldigt. Johannes war so erfreut über dessen Führung, dass er sich auf den Weg zum Bierstand machen musste, unterwegs viele Menschen begrüßte und ein sehr gelungenes Duett mit einem Zuschauer improvisierte.
Credit: Atelier3Bären
Oerding erinnerte sich daran, wie er vor 15 Jahren als Support für PUR in Losheim gespielt hat und welchen Weg seine Karriere seitdem genommen hat. In der ersten Reihe fand er Fan Gabi, die ihn damals erstmals gesehen hat. Und neben ihr den Über-Fan Uli, die gerade ihr 300. Oerding-Konzert erlebte. Extra für sie spielte er ihren Lieblingssong „Wenn es einen Gott gibt“, der sonst nicht auf der Setlist zu finden ist, und es war einfach magisch!
Überhaupt wurde nach viel Bewegung und Erzählen auch die Musik wieder wichtig. „All In“, dann mit „Hotel“ und „Leuchtschrift“ zwei akustische Songs, wobei ihn Gitarrist Moritz Stahl nicht nur instrumental sondern auch stimmlich begleitete. Danach gab es eine ganze Reihe biographischer Stücke. Die Hymne „Hundert Leben“ erzählte vom Aufleben auf dem Land. Für die Dorfkinder im Publikum mit hohem Nostalgiegehalt. „Ecke Schmilinsky“ beschrieb eine Begebenheit nachts um halb eins auf der Reeperbahn und „Eins-zu-eins-Gespräch“ war eine sehr melancholische und sentimentale Hommage an den verstorbenen Vater. Darauf konnte nur noch „Heimat“ folgen, verkleidet als Liebeslied mit seinen grandiosen Textzeilen wie „Du bist immer da, wenn ich keinen zum Reden hab′“.
Credit: Atelier3Bären
Johannes Oerding ist ein toller Mensch, der seine Fans versteht und von ihnen verstanden wird, der die Magie des Augenblicks erkennt und anscheinend in Herzen blicken kann. Der auch nicht auf die Uhr zu blicken scheint, wie andere Künstler*innen es so oft tun. Was erzählt werden muss, wird erzählt – ohne dabei die Setlist zu verkürzen. „Alles brennt“ und „An guten Tagen“ brachten die Menge nach gut über zwei Stunden erneut in Partystimmung und es war fast 23 Uhr, als das Konzert mit einem Zugabenblock und Songs wie „Wenn du lebst“ und „Zurück“ endete.
Man konnte nur ganz beseelt nach Hause gehen nach diesem Konzert voller Liebe und Magie. Johannes Oerding ist ein wahrer Herzensmensch, was er bei vielen Gelegenheiten authentisch zeigt.
Seit über zwei Jahrzehnten kennen wir Tom Gaebel als Crooner mit Coversongs und Eigenkompositionen in englischer Sprache. Markenzeichen sind seine smarte Stimme, das sympathische Auftreten und die immerwährende Spielfreude. Dr. Swing (wie ihn seine Fans nennen) hat inzwischen unzählige Alben veröffentlicht und zählt zu den Besten seines Faches – als Entertainer, Big-Band-Leader und Sänger.
Doch zu seinem 50. Geburtstag gibt es ein Album, mit dem wohl niemand gerechnet hätte: Tom Gaebel beschreibt seine musikalische Karriere mit Songs in deutscher Sprache, die er zum großen Teil selbst geschrieben hat. „Wenn man einen runden Geburtstag feiert, tendiert man bekanntlich dazu, eine Art persönliche Inventur zu machen“, erklärt er dazu. Dieses Album ist seine musikalische und persönliche Rückschau, eine Reise durch bedeutende Momente im Lebenslauf.
Die erste Single aus dem Album ist der Opener und trägt den Titel „Und alle hab‘n geklatscht“. Das Stück basiert auf dem Radio-Hit „Everytime We Touch“ von Maggie Reilly und wurde am 16.05. veröffentlicht. Der Song erzählt die Geschichte von Toms allererstem Auftritt vor Publikum – ein entscheidender Moment, der den Grundstein für seine musikalische Laufbahn legte.
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So bekommen wir eine Geschichte voller Herz, Erinnerungen und Inspiration. Tom erzählt auf seine ganz eigene Art von nostalgischen Begebenheiten. Im Video zu „So wie du“ sehen wir sehr berührende Aufnahmen aus Toms Familiengeschichte. Die Melancholie von „Vorbei ist unsere Zeit“ und „Wo du jetzt wohnst“ ist magisch. Ehrlich und charmant führt er uns durch die Jahrzehnte und endet voller Wehmut mit „Wenn der letzte Vorhang fällt“. So ist auch das Albumcover ungemein passend, das den erwachsenen Sänger auf einem Kinderbett zeigt.
Mit Bläsern und Streichern sind die Stücke ganz sanft arrangiert. Zum Teil zwar im Bigband-Sound, aber ohne dabei überfrachtet zu wirken. Tom schafft es, seine Fans mitzunehmen und mit dem ersten Swing-Konzeptalbum zu beglücken, das ich kenne. Sehr schön in seiner musikalischen Ausgestaltung und ganz ausgewogen mit einer Mischung aus bekannten und neuen Melodien.
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Nach den Hardcore-Legenden SCOOTER am Freitag hat sich das Strandbad in Losheim am See einen Tag Pause gegönnt – und gestern ging es weiter mit CRO, der die Massen von jung bis alt begeisterte. Sein Debütalbum „Raop“ ist im Jahr 2012 erschienen und es hat von Beginn an polarisiert. Für echte Rapper war dieser Mix aus Pop und Rap nichts Halbes und nichts Ganzes. Und so ließen Teile der Szene ihren Unmut laut heraus. Doch CRO hat es verstanden, seiner Linie über Jahrzehnte treu zu bleiben. In Losheim feierte er ein rauschendes Fest, das weit in die Vergangenheit führte.
Zuvor aber fungierten Greta und Anaïs als Support Acts. Greta habe ich leider verpasst und mit Anaïs haben wohl die wenigsten gerechnet. Sie ist nämlich ganz kurzfristig für den erkrankten Ski Aggu eingesprungen. In ihren Texten schreibt die 24-jährige über alle Phasen des Erwachsenwerdens: mentale Gesundheit, toxische Beziehungen, Selbstakzeptanz – und ihren Platz als junge Frau in dieser Welt. Mit Beats und organischen Mellotron-Samples ist das vor allem Dancefloor und kein Rap, doch zum Einheizen für die Fans des Mannes mit der Maske war sie genau die richtige Wahl.
Fotocredit: Sol Vianini
Um 20.10 Uhr ging es dann endlich los mit CRO. Oder halt. Vielmehr gab es ein podcast-artiges Vorgeplänkel, das auf die Idee hinter der aktuellen „Cronicles Tour“ hinwies. Ziel war es, seine Geschichte über dreizehn Karrierejahre und drei Masken hinweg zu erzählen. Das geschah in Form einer Zeitreise, die in dem philosophisch anmutenden Dialog thematisiert wurde, dem ich aber nicht ganz folgen konnte. Sei’s drum. CRO gliederte seine Story in fünf große Kapitel, die sich rückwärts von aktuellen Songs bis in die DJ- und Mixtape-Anfänge zurück bewegten.
So startete CRO mit seiner aktuellen Science-Fiction-Maske, Rockband, DJ, drei Backgroundsängerinnen, großen LCD-Leinwänden und aufblasbaren futuristischen Figuren in einen relativ aktuellen Set, der Songs wie „BAD BOi“ und „CROBOT“ mit sich brachte. Schon jetzt war die Stimmung im Publikum hervorragend. Es wurde getanzt und gesungen, und die vielen anwesenden Kinder schwenkten ihre CRO-Future-Kuscheltiere, die es am Merch zu erwerben gab. Der Rapper war ganz publikumsnah und verteilte schon frühzeitig Autogramme an die Fans in der ersten Reihe.
Nach einer halben Stunde wurde zum Album „tru“ aus dem Jahr 2017 gewechselt. Wieder nach einem erklärenden Intro und mit adäquatem Maskenwechsel. Zur Freude der Fans gab es nämlich jetzt den altbekannten Panda, allerdings hier noch in der zweiten Version, die komplett weiß war. Tracks wie „Kapitel 1“, „2kx“ als Feature mit dem stimmgewaltigen Phil Braun, „fkngrt“ und „unendlichkeit“ waren zu hören.
Im dritten Akt wurde dem Album „Melodie“ gehuldigt. Da stieg die Mitsing-Stimmung im Publikum mit Gassenhauern wie „Traum“, „Einmal um die Welt“, „Meine Gang“ und „Bad Chick“. Inzwischen war es dunkel geworden, vom See zog eine frische Brise auf und die Lightshow kam jetzt endlich perfekt zur Geltung.
Ab 21,20 Uhr wurde mit einem Schattenspiel das Kapitel „Raop“ anegündigt und so erschloss sich der Sinn einer umgekehrten chronologischen Reihenfolge. Schließlich kamen jetzt die Tracks, die CRO groß gemacht hatten, angefangen bei „Easy“, das mit dem Soul-Cover „Sunny“ eingeleitet wurde. Spätestens hier wurde die Stimmung magisch und emotional.
Zu „Fall auf“ erschien als Gast badchief auf der Bühne, der im Anschluss noch (ebenso wie Phil) einen eigenen Song zu Gehör bringen durfte. Danach wurde es für mich etwas strange, denn ganz zum Schluss feierte CRO seine Anfänge mit einem DJ-Set inmitten des Publikums. Cover wie „I Want It That Way“ (Backstreet Boys) und „September“ (Earth, Wind and Fire) wurden begeistert mitgesungen, doch es herrschte auch allgemeine Aufbruchstimmung. Eigentlich kein würdiger Abschluss für ein Konzert. Immerhin gab es noch ein kleines Feuerwerk, um die Fans in die Nacht zu entlassen.
Kinderfreundlich ging die Show um 22 Uhr zu Ende. Am nächsten Wochenende folgt der Abschluss mit Johannes Oerding (29.8.) und dem LUCKY LAKE FESTIVAL (30.8.). Das Strandbad in Losheim ist immer eine Reise wert und als Location am See ist es ein toller Anblick, wenn die Sonne überm Wasser untergeht. Hoffen wir, dass das trockene Wetter auch für die abschließenden Events hält.
Zum 20-jährigen Jubiläum ihres mehrfach mit Platin ausgezeichneten Debütalbums „Eye To The Telescope“ kündigt die BRIT-Award-Gewinnerin und Grammy®-nominierte Singer-Songwriterin KT Tunstall besondere Neuauflagen an. Das Album erscheint am 31. Oktober 2025 in exklusiven Sammler-Editionen als 2LP-Version, 4CD-Edition und 2CD-Set, ergänzt um B-Seiten, seltene Live-Aufnahmen sowie drei neue Songs. Die 1LP-Version enthält das Originalalbum. Ein besonderes Highlight der Veröffentlichung ist der bislang unveröffentlichte Titeltrack, der ab dem 6. August digital verfügbar ist.
Der von Tunstall selbst geschriebene und gemeinsam mit ihrem langjährigen Produzenten Martin Terefe produzierte Song lag zwei Jahrzehnte lang unvollendet in ihren Archiven. Inspiriert vom runden Jubiläum entschied sich die Singer/Songwriterin, den Titel noch einmal aufzugreifen und zu vollenden.
„Eye To The Telescope“ wurde ursprünglich Ende 2004 veröffentlicht und katapultierte die schottische Singer Songwriterin KT Tunstall über Nacht ins internationale Rampenlicht. Maßgeblich verantwortlich dafür war ihr legendärer TV-Auftritt bei „Later… with Jools Holland“, bei dem sie kurzfristig für Rapper Nas einsprang und allein mit Gitarre, Loop-Pedal und Tamburin auftrat. Ihre Performance von „Black Horse and the Cherry Tree“ wurde zu einem der ersten viralen Musikmomente der 2000er Jahre und ermöglichte eine beispiellose Karriere. 2025 erhält dieser Longplayer nun auf Grundlage dieses Auftritts eine erneute, umfassende Würdigung. Das Album enthielt mehrere Hits, darunter das äußerst populäre „Suddenly I See“. Der Song wurde untrennbar mit der Geschichte der Popkultur verbunden, als er in der Eröffnungsszene des Films „The Devil Wears Prada“ (Der Teufel trägt Prada) zu hören war.
Tunstall etablierte sich seither als eine der eigenständigsten und kreativ furchtlosesten Künstlerinnen Großbritanniens, die sich nie auf einem Sound festlegen ließ. Sie wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter der Ivor Novello Award für ihre „Outstanding Song Collection“. Und auch nach all den Jahren ist sie weltweit auf Tour unterwegs und hat mittlerweile acht hochgelobte Alben veröffentlicht, die bei Fans wie Kritiker:innen gleichermaßen Eindruck hinterlassen haben.
In ihrer Musik steht das Gitarrenspiel, ob akustisch oder elektrisch, immer im Zentrum. Sie reiht sich damit in eine exklusive Gruppe weiblicher Gitarrenvirtuosinnen ein, zu der unter anderem Chrissie Hynde oder auch PJ Harvey zählen.
Ein besonderes Element der Jubiläumsausgabe ist die Veröffentlichung der Stargazer EP, die digital am 31. Oktober erscheint. Die EP enthält drei neue Songs „Eye To The Telescope“, „Cancerian“ und „Anything At All“ jeweils sowohl in der Originalfassung als auch in „Still“-Akustikversionen. Alle drei Songs stammen ursprünglich aus den frühen Songwriting-Phasen des Albums und wurden erst in diesem Jahr fertiggestellt. Die neue Version von „Eye To The Telescope“ wird durch das Original-Streicherarrangement von David Davidson sowie einer besonderen Flötenperformance des renommierten Musikers Shabaka bereichert, wodurch ein berührender Klang entsteht.
Über den Song und den Albumnamen erzählt KT selbst:„Die Idee für den Titel meines ersten Albums stammt von einer Erfahrung, die ich als Kind mit meinem Vater gemacht habe. Er ist Physiker und hatte einen Zweitschlüssel fürs Observatorium der Universität in St Andrews. Manchmal hat er uns mitten in der Nacht geweckt, einfach so, und wir sind im Schlafanzug ins Auto gestiegen, um durch dieses riesige Teleskop den Nachthimmel zu beobachten; den Mond, den Saturn, den Halleyschen Kometen. Das hat mich fasziniert und geprägt.
Als ich das Album dann Eye to the Telescope genannt habe, wollte ich eigentlich auch einen gleichnamigen Song schreiben. Aber was dabei entstand, war so leise, so zerbrechlich, und ich dachte, ein Titeltrack für ein Debütalbum muss doch ein echter Banger sein. Also habe ich den Song damals nicht weiterverfolgt. Jetzt, über 20 Jahre später, ermutigte mich mein Label BMG, ihn doch noch fertigzustellen und das war wirklich etwas Besonderes. Dass David Davidson, der schon beim Originalalbum die Streicher arrangiert hat, wieder mit dabei ist und Shabaka mit seinem unglaublichen Holzflöten-Spiel diesen fast magischen Moment erzeugt, fühlt sich für mich an wie ein Kreis, der sich nach all den Jahren schließt.“
Die 20th Anniversary Reissue von „Eye to the Telescope“ ist eine ehrliche und emotionale Hommage an KT Tunstalls anhaltende künstlerische Strahlkraft und zugleich eine Art Zeitkapsel für das Album, das alles verändert hat. Zart, introspektiv und voller Staunen ist die neue Single eine perfekte Momentaufnahme der Magie, die Eye to the Telescope zu einem zeitlosen Klassiker gemacht hat. Sie schenkt sowohl langjährigen als auch neuen Fans einen besonderen Einblick in KT Tunstalls kreatives Universum.
Die Neuauflage des ikonischen Debütalbums „Eye to the Telescope“ wird in der Stargazer Edition ab dem 31. Oktober 2025 als physische Veröffentlichung auf CD und Vinyl erhältlich sein. Die Stargazer EP, die alle drei neuen Songs enthält, erscheint ebenfalls am 31. Oktober digital über BMG.
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Seit sie 2004 mit ihrem Debütalbum „Eye To The Telescope“ weltweit Erfolge feierte, gehört KT Tunstall zu den führenden britischen Singer-Songwriter:innen. 2005 verkaufte sie mehr Alben als jede andere weibliche Künstlerin im Vereinigten Königreich, gewann 2006 den Brit Award als beste britische Solo-Künstlerin, erhielt den Ivor Novello Award für den besten Song für ihren großen Hit „Suddenly I See“ und einen Q Award als Track des Jahres. Außerdem wurde sie für einen Grammy in der Kategorie „Best Female Pop Vocal Performance“ nominiert und lieh ihre Songs zahlreichen Filmen und TV-Serien, zum Beispiel wurde „Suddenly I See“ in der ikonischen Eröffnungsszene von „The Devil Wears Prada“ verwendet. In den folgenden Jahren brachte sie mehrere von Kritikern gefeierte Alben heraus, die schließlich in einer Trilogie zum Thema Mind, Body and Soul mündeten: 2016 das Top-10-Album KIN, 2018 WAX und zuletzt 2022 NUT. Von „Eye To The Telescope“ wurden mehr als fünf Millionen Exemplare verkauft.
KT hat mit einer beeindruckenden Reihe von großartigen Künstler:innen zusammengearbeitet und getourt, darunter The Pretenders, Simple Minds, Hall and Oates, Roger Daltrey, Suzie Quatro und Barenaked Ladies. Zu ihren vielen Auszeichnungen gehören der Inspirational Artist Award bei den Women In Music Awards und ganz aktuell Anfang 2024 der prestigeträchtige Ivor Novello Award für ihre herausragende Song-Kollektion. 2025 spielte sie eine Reihe von Konzerten zum 20-jährigen Jubiläum von „Eye To The Telescope“, darunter zwei elektrische Shows in Glasgow (Royal Concert Hall und Barrowlands) im Rahmen von Celtic Connections sowie ein eigenes Headliner-Konzert in der legendären Royal Albert Hall in London am 23. Juni, ihrem 50. Geburtstag. Die hochgelobte Show, die viele Stars versammelte, hatte besondere Gastauftritte von Sir Roger Daltrey, Jools Holland, Mel C, Natalie Imbruglia und Rick Astley. KT schrieb außerdem die Musik für das gefeierte Bühnenmusical zum Kultfilm der 90er Jahre Clueless, das im Februar 2025 im Londoner West End Premiere feierte und nächstes Jahr auf Tour geht.
Das Projekt von Steve Rothery und Thorsten Quaeschning war schon länger in der Pipeline. Bereits beim Berliner Marillion Weekend im Juni 2023 stellten die beiden erste musikalische Ergebnisse vor, die durchaus beeindruckend waren. Ist ja auch kein Wunder, wenn zwei so begnadete Musiker aufeinander treffen. Steve gilt seit den 80er Jahren als Gitarrengott und wird für seine ausgiebigen Soli bei Marillion von Tausenden Fans bewundert. Quaeschning gehört seit über zwanzig Jahren zu den legendären Tangerine Dream, die als Pioniere der elektronischen Musik gelten und bis heute weltweit aktiv sind. Als dienstältestes Mitglied der aktuellen Besetzung ist Thorsten der kreative Kopf der Band.
Copyright: earMUSIC, Fotocredit: Thomas Ecke
Kein Wunder, dass es aufhorchen lässt, wenn zwei solche Musiker sich zu einem Duo-Projekt zusammenschließen. Ihr Debütalbum „Gentō“ ist gerade erschienen und lädt ein auf eine atmosphärische Reise, bei welcher zwei eigenständige musikalische Welten aufeinandertreffen. Gemeinsam bringen sie jahrzehntelange musikalische Erfahrung in das Projekt ein, welches nicht nur eine stilistische Verschmelzung, sondern ein durchdachter Dialog zwischen zwei etablierten musikalischen Welten ist. Der Name Bioscope stammt aus dem Griechischen: bios (Leben) und skopeein (schauen). Vor der Vereinnahmung durchs Kino bedeutete er „ein Blick auf das Leben“ – eine treffende Metapher für ein Projekt, das musikalische Erfahrung in gemeinsame Wahrnehmung verwandelt.
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Angefangen hat es 2020 mit einem ersten Treffen in Berlin und in den darauffolgenden Jahren haben Rothery und Quaeschning stetig weiter an den Kompositionen gefeilt, bis sie dann in einer fünftägigen Session in Rotherys Heimstudio im Südwesten Englands fertiggestellt wurden. Jeder der fünf Instrumental Tracks ist von der Faszination des Menschen für das Bewegtbild inspiriert. Die Musik reicht von eindrucksvollen Gitarrenklängen, die an klassischen Progressive Rock erinnern, bis hin zu rhythmischen Sequencer-Passagen im Stil der Berliner Schule.
Copyright: earMUSIC, Fotocredit: Thomas Ecke
Das Album bietet einen gediegenen Ambient-Sound, gepaart mit Rotherys grandiosem Gitarrenspiel. So entwickelt sich eine schöne Dynamik, die durch das Album trägt. Man wird an die elegischen Melodien von Vangelis erinnert, aber auch an Pink Floyd, womit der Bogen zum modernen Prog geschlagen ist. Spacige Konstrukte, viel Synthesizer – und wenn dann die Gitarre groß einsetzt, könnte aus mancher Passage auch ein klassischer Marillion-Song werden. Fans beider Lager werden begeistert sein!
Das mir vorliegende CD+Blu-ray-Digipak enthält das komplette Album auf CD sowie hochauflösende Audioformate auf Blu-ray: PCM Stereo, Dolby Atmos und 5.1 (48kHz/24bit). Sound-Enthusiasten kommen so definitiv auf ihre Kosten!
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Gerade habe ich den neuen Roman von Freida McFeddan beendet. „Der Lehrer“ ist ein psychologischer Thriller, der sehr zu überzeugen weiß. Die Autorin verwendet den Kniff, ihre Geschichte aus der Sicht zweier Protagonistinnen zu erzählen, die zudem Gegenspielerinnen sind: einer Schülerin und ihrer Lehrerin. Warum der Roman nicht „Die Lehrerin“ heißt, sondern die männliche Form verwendet, wird auch schon ganz zu Beginn klar. Eigentlich dreht sich nämlich alles um den beliebten Englischlehrer Nate Bennett, den Ehemann der erwachsenen Ich-Erzählerin.
Zum Inhalt: Eigentlich hat Eve Bennett ein gutes Leben. Sie ist Mathelehrerin an der örtlichen Highschool und verheiratet mit Nate, der dort Englisch unterrichtet. Doch letztes Jahr wurde die Schule von einem Skandal erschüttert, in dessen Zentrum eine Schülerin stand. Und dieses Jahr ist diese Schülerin in Eves Klasse. Addie kann man nicht trauen, sie lügt und verletzt Menschen. Aber niemand kennt die wahre Addie. Niemand kennt das Geheimnis, das sie zerstören könnte. Und Addie würde alles dafür tun, dass es so bleibt. Ihr einziger Lichtblick in diesem Schuljahr: ihr neuer Englischlehrer Nate Bennett.
Die beiden Sichtweisen werfen ein unterschiedliches Bild auf das Geschehen. Eve ist frustriert von ihrer Ehe und dem Mann, der sie nur noch oberflächlich liebt. Sie sucht nach Zerstreuung, liebt Schuhe und den Schuhverkäufer – zudem will sie eine gute und doch einigermaßen strenge Lehrerin sein. Aus der Sicht von Addie passt sie nicht zu dem beliebten und sympathischen Englischlehrer, der immer Verständnis für seine Schüler*innen hat. Seele und Verliebtheit der 16jährigen Teenagerin sind sehr gut beschrieben und man kann ihre Motive einigermaßen nachvollziehen.
Es gibt einige überraschende Wendungen, vor allem wenn nach drei Vierteln des Buches ein Perspektivwechsel stattfindet und Ereignisse auch aus Nates Sicht geschildert werden. Entwickeln die tragischen Geschehnisse eine Eigendynamik, die nicht mehr aufzuhalten ist? Wird am Ende ein Mord geschehen? Ich will nicht zu viel verraten, aber es bleibt spannend und in Teilen unvorhersehbar bis zur letzten Romanseite. Zudem werden viele Themen angeschnitten, die für sich eine Erzählung wert sind: Mobbing, Gewalt in der Ehe, Missbrauch, Sex mit Minderjährigen, außereheliche Affären – da kommt einiges zusammen.
Einzig die alte Geschichte um einen Lehrer, der die Schule verlassen hat, weil ihm ein Verhältnis mit Addie nachgesagt wurde, kommt meiner Ansicht nach zu kurz und wird nicht genügend beleuchtet. Da bleibt noch einiges im Dunkeln, über das ich als Leser gern mehr erfahren hätte. Davon abgesehen ist „Der Lehrer“ aber ein raffiniert aufgebauter Thriller mit vielen Überraschungen. Flüssig zu lesen, geradlinig erzählt und ein echter Pageturner.
Nachdem Anna Buchegger bereits die Singles „Maria“ und „Wos i nit bin“ aus ihrem am 03. Oktober 2025 erscheinenden, zweiten Album „Soiz“ veröffentlichte, folgt heute mit „Teppich“ eine weitere Single.
Sich gegenseitig zuhören, das Erfasste verarbeiten, in den richtigen Kontext setzen und in einer offenen, vorurteilsfreien Atmosphäre miteinander reden – die wichtigen und vom Aussterben bedrohten Tugenden des Diskurses und des Miteinanders im Allgemeinen sind der Salzburger Sängerin Anna Buchegger ein besonderes Anliegen. „Ois is schwoaz oder weiß, dazwischen gibt’s nix mehr wos bleib, es geht bergåb und ois foaht schuss, dass de Sicht schlecht is, is jed’m wurscht“ besingt sie wütend und fordernd in ihrer neuen und dritten Single „Teppich“. Ein in Liedform gegossenes Manifest gegen Engstirnigkeit, Sturheit und die allumfassende Egozentrik der Gegenwart.
Credit: Anna Buchegger
Wie können Probleme und Missverständnisse gelöst und geklärt werden, wenn man sich dem Gegenüber nicht mehr öffnet und alles unter den Teppich kehrt, was nicht ins eigene Weltbild passt? „Mia sitzt’n uns auf de Fehler drauf, jeder suacht si an Schuldigen aus“ – Buchegger zeichnet ein bedrohliches und längst Realität gewordenes Szenario aus Unverständnis und Ignoranz.
Sanft wird das Lied mit Piano-Klängen eingeleitet, bevor es sich mit einem intensiven Bläsersatz zu einem Klangmonolith erhebt und mit knarzig-dissonanten Geigenklängen am Ende so verstört, wie es die Menschen in ihrem Umgang untereinandermachen. „Mia håm nix mehr zu verlier’n, hiaz kimma uns ungeniert gegenseitig ohliag’n“ – was bleibt, wenn die Ehrlichkeit verschwindet und man sich von allen Problemen abwendet? Lüften wir den Teppich, bevor es zu spät ist.
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Für „Windschatten“ erhielt Buchegger u.a. zwei Amadeus Award-Nominierungen, den Hubert von Goisern Kulturpreis 2024 und ein ARTE TRACKS-Porträt. Mit Songs wie „Fisch“ oder „Vaterland“ hat sie nicht nur das Konzept von „Heimat“ neu definiert, sondern auch bewiesen, dass Popmusik zugleich poetisch und politisch sein kann.
Mit „Soiz“ wird aus innerer Reibung eine neue Sicherheit – eine, die Dialekt, Widerstand, Selbstironie und musikalisches Wagnis miteinander verbindet. Der Sound ist kantiger, lauter, experimenteller. Die Kunstfigur zwischen Clown, Couture und Tracht wird weiterentwickelt und steht sinnbildlich für den Anspruch, Tradition nicht zu konservieren, sondern zu konfrontieren.
Was der Bluesrock-Gitarrist, Sänger, Songwriter, Komponist und Texter aus New York im Vierteljahrhundert seit Karrierestart veröffentlicht hat, kann ganze CD-Regale füllen. Nicht nur seine Solo-Veröffentlichungen, auch die Projekte mit Beth Hart und Black Country Communion sind Legion. Je nach Zählweise sind es über fünfzig Alben aus seiner Feder. Ob er nun Blues-Klassiker covert oder eigene Werke interpretiert – sein Gitarrenspiel ist einfach göttlich. Und auch seine Vocals hat man inzwischen im Ohr.
Fotocredit: Haluk Gurer
Das neue Album ist mal wieder ein Gesamtkunstwerk – beginnend mit dem grandiosen Cover, das eine sich öffnende Tür zeigt, die aus der Dunkelheit ins Licht führt. Es ist sein stilistisch vielfältigstes und emotional eindrucksvollstes Werk. Die zehn Songs umfassende CD/LP umfasst diverse Genres und verbindet globale Einflüsse mit tiefgründigem Songwriting und natürlich Bonamassas charakteristischer Gitarrenkunst.
Zeitgleich mit dem Album-Release veröffentlichte Bonamassa die neue Single „Broken Record“ – eine eindringliche, langsam glühende Meditation über Widerstandsfähigkeit, Reflexion und die emotionale Last langer Wege. Mit seinem grüblerischen Arrangement und den introspektiven Texten offenbart der Track eine weitere Seite von Bonamassas sich ständig weiterentwickelndem künstlerischem Schaffen: “I’ve been lost in the wilderness / For too long, too long / Singing the same old song.”
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„Breakthrough“ wurde von seinem langjährigen Weggefährten Kevin Shirley (Iron Maiden, Journey, The Black Crowes) produziert und in Los Angeles, Nashville und Griechenland aufgenommen. Es zeigt Bonamassa in seiner furchtlosesten Form, wie er sich über seine Blues-Wurzeln hinauswagt und sich ganz einer weiten Palette an Klängen und Geschichten hingibt. Von Texas Swing und Singer-Songwriter-Intimität bis hin zu schwungvollem Rock und funky Soul vereint das Album alles, was er im Lauf seiner Karriere perfektioniert hat.
„Trigger Finger“ war die vierte Single-Veröffentlichung und folgt auf den Titeltrack, eine gefühlvolle und erhebende Hymne der Transformation. Davor erschienen das stimmungsvolle, introspektive „Shake This Ground“ und das warme, groove-betonte „Still Walking With Me“. Jede dieser Singles präsentiert eine andere Facette von Bonamassas sich immer weiter entwickelndem künstlerischem Schaffen.
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Es gibt viel Gitarrenpower, aber auch gefühlvolle Balladen. Trotz der exorbitanten Soli vergisst Bonamassa nicht den erzählenden Charakter seiner Songs. Das macht seine Musik seit vielen Jahrzehnten aus.
Johna ist eine Songwriterin aus Köln, die mit akustischer Musik zwischen Country, Pop und Folk glänzt. Sie begann in englischer Sprache, ist aber inzwischen zu ihrer Muttersprache gewechselt. Das wundervolle Album „Postkarten“ erschien vor drei Jahren. Jetzt ist sie mit einer neuen EP am Start, die den Titel „Nachtzug“ trägt.
Ihre Handschrift: Sanfte Töne verbinden sich mit starken Botschaften zu Songs, die zum Nachdenken einladen oder einfach Spaß machen und die Gefühle tanzen lassen. Ihre Musik lässt Einflüsse wie Sarah McLachlan, Heather Nova oder Jewel erkennen, ohne zu kopieren. Mit ihrer aktuellen EP setzt sie diese Reise fort und lässt ihre Zuhörer dabei wie gewohnt ganz nah an sich heran. Sie zeigt das emotionale Gepäck, den Ballast aber auch die schönen Souvenirs, die ihr Leben als Mensch und Künstlerin prägen.
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Die Stücke „Nachtzug“ und „Wolken“ sind ganz philosophisch gehalten. Sehr atmosphärisch und gefühlvoll beschreibt Johna Situationen, die viele schon erlebt haben. „Karma“ ist der einzige Song, der mich nicht ganz überzeugt. Er erzählt von negativen Menschen, die sich nach außen gut darstellen, aber in Wirklichkeit lügen und betrügen. Musikalisch okay, aber inhaltlich zu flach.
Wunderschön jedoch sind die Lieder, in denen es vermutlich um eigene Erlebnisse geht. „15“ spricht mit dem jugendlichen Ich der Sängerin, einer Aussenseiterin, die in der Schule gemobbt wurde, jetzt aber als starke Frau auf diese Zeit zurückblickt. Sehr stark! Und ganz emotional geht es in „Still und leise“ um den Abschied von einem geliebten Menschen. Die beschriebene Situation ist nachvollziehbar und verursacht Gänsehaut.
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Die EP ist gefüllt mit einer Idee von Americana made in Germany, aber ohne sich etwas anzueignen. In der Tradition der Singer/Songwriter*innen verwurzelt, offenbart Johna Gefühle und Gedanken, mal zart und zerbrechlich, mal stark und kämpferisch. In einer Welt, die viel vom Außen geprägt ist, lenkt sie den Fokus auf das Innere und lädt ihre Zuhörer*innen ein, das Gleiche zu tun: sich an das Gestern erinnern und das Morgen feiern, Gedanken spinnen und wieder loslassen, die Leichtigkeit und Wärme des Lebens annehmen genau wie die Schwere. Die Arrangements auf „Nachtzug“ stellen dabei Johnas Stimme in den Mittelpunkt, die nuanciert die verschiedenen Stimmungen transportiert.
Der Song „Nachtzug“ steht symbolisch für den Aufbrauch, das Weiterreisen in neue Welten und Abenteuer. Ich freue mich jetzt schon auf Johnas nächstes Album und bin gespannt, was sie Neues zu erzählen hat.
Auch mit 77 Jahren ist Alice Cooper noch für eine faustdicke Überraschung gut. Wer hätte gedacht, dass er die Band aus seinen Anfangstagen nochmal zusammen bringt? Vor der Solokarriere des Schockrockers war es die Band aus Alice Cooper, damals noch mit bürgerlichem Namen Vincent Furnier, am Gesang, Michael Bruce (Gitarre, Keyboard), Glen Buxton (Gitarre), Dennis Dunaway (Bass) und Neal Smith (Schlagzeug), die den Namen Alice Cooper trug. Bis 1973 hatte man sieben überaus erfolgreiche Alben veröffentlicht und sich dann getrennt, um allen Mitgliedern Zeit für ihre Soloprojekte zu geben, was aber nur bei Alice selbst funktionierte.
Zum ersten Mal seit über 50 Jahren hat sich die Originalbesetzung der Alice Cooper Band nun wiedervereint, um ein brandneues Studioalbum zu veröffentlichen: „The Revenge Of Alice Cooper“. Das neue Album atmet den Vintage-Horror und klassischen Shock Rock der 70er Jahre und fängt genau den Sound, die Energie und die rebellische Essenz ein, die die Originalbesetzung von Alice Cooper zu Legenden machte. Ein besonders bewegender Moment des Albums ist der posthume Auftritt von Glen Buxton, der 1997 verstarb. Auf dem Song „What Happened To You“ ist ein bisher unveröffentlichter Gitarrenpart von Glen zu hören – eine perfekte Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart.
Alice, Neal, Michael und Dennis fanden sich für die Albumaufnahmen mit ihrem Produzenten Bob Ezrin in einem Old-School-Studio in Connecticut wieder und entfachten dort die Magie der 70er neu. Das Album ist eine Hommage an Freundschaft, Nostalgie und den zeitlosen Sound, welcher die Alice Cooper Band zu Rock-Ikonen gemacht hat. Und als wäre das nicht schon genug, enthält einer der Bonustracks (erhältlich im Box Set & limitierten Smart Format) eine lang verschollene Rarität aus dem Jahr 1970. Eine alternative Version von „Return of The Spiders“, die nach 50 Jahren aus den Original-Multitrack-Aufnahmen geborgen und von Bob Ezrin neu abgemischt wurde.
Musikalisch wird es rau und laut. Ein Album voller authentischer Momente und ohne den Schickschnack moderner Produktionen. Es scheint, als sei die Zeit stehen geblieben und wir dürften die Anfänge des Genres ganz neu erleben. Man spürt und hört den Spaß, den die alten Herren bei den Aufnahmen hatten. Vom giftigen Biss der „Black Mamba“ über die rebellische Energie von „Wild Ones“ bis hin zu den sanften, gespenstischen Melodien von „See You On The Other Side“ – jeder Track ist ein Rock’n’Roll-Klassiker.
Auch wenn kein neuer Superhit wie „Eighteen“, „School’s Out“ oder „No More Mr. Nice Guy“ dabei ist, dürfen sich die Fans doch auf ein kraftvolles, nostalgisches Erlebnis freuen, das die Brücke zwischen der glorreichen Vergangenheit der Band und ihrer lebendigen Gegenwart schlägt.
Grandios: Die Originalbesetzung der Alice Cooper Group vereinte sich am 25.7. live auf der Bühne der ausverkauften O2 Arena in London – am selben Tag, an dem ihr erstes gemeinsames Studioalbum seit über 50 Jahren erschien. Und das kurz nachdem der große Mitstreiter Ozzy Osbourne verstorben ist. Was wie das große Finale des Konzerts wirkte, wurde zunächst durch einen besonderen Überraschungsgast eingeleitet, denn Johnny Depp betrat die Bühne und schloss sich Alice Cooper und seiner Tour-Band an, um Ozzy zu gedenken. Gemeinsam performten sie eine kraftvolle Version von Black Sabbaths „Paranoid“, die das Publikum elektrisierte.
Doch als alle dachten, das sei das Ende – kam der wahre Höhepunkt: Dennis Dunaway, Neal Smith und Michael Bruce betraten unter tosendem Applaus die Bühne. Gemeinsam mit Alice, Johnny und der Live-Band spielten sie eine tief emotionale Version von „School’s Out“ – ein generationsübergreifendes Finale voller Gänsehautmomente, das Freundschaft, Vermächtnis und den Neuanfang dieser ikonischen Band feierte.
Mit „The Revenge Of Alice Cooper“ beweist die Band eindrucksvoll, dass sie noch immer zu den kraftvollsten und einflussreichsten Rockformationen der Welt zählt – und dass ihre Geschichte noch lange nicht zu Ende geschrieben ist.
2025 ist für Saltatio Mortis ein Jahr voller Meilensteine: Die Band feiert ihr 25-jähriges Bandjubiläum und passend zum Jubiläum erschien am 25. Juli das Best-of-Album „Weltenwanderer – Von Träumen & Krawall“, auf dem zwei Jahrzehnte musikalischer Höhenflüge vereint sind – ausgewählt von den Fans selbst. Vorab veröffentlicht wurden bereits „Wo sind die Clowns?“ neu interpretiert mit dem Prager Sinfonieorchester und „Spielmannsschwur (United)“ gemeinsam aufgenommen mit den wichtigsten Freunden und Weggefährten der Band aus der deutschen Folk-, Rock- und Metal-Szene.
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Das Album erscheint in vielen unterschiedlichen Formaten. Mir liegt zur Review der Digipack mit drei CDs vor. Natürlich nicht so opulent wie der 5er-Vinylrelease, aber die Tracklist umfasst ebenso alle 50 Songs, das kultige Albumcover mit Schriftzug als Ambigramm und ein Booklet mit den kompletten Lyrics.
Ausgewählt wurden jeweils zehn Songs, die für eine der Welten stehen, in den Saltatio Mortis musikalisch unterwegs sind: Mittelalter-Rock, Mittelalter-Metal, Folk-Rock, Pagan-Metal und Irish Folk. Das Ergebnis ist ebenso vielseitig wie umfassend. Vor allem die neu arrangierten Songs und die Vielzahl beteiligter Weggefährten geben dem Best-of-Album einen besonderen Touch, der auch Fans ansprechen dürfte, die ansonsten schon alles von der Band im Schrank haben.
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Zur VÖ der Best Of erscheint „Gardyloo“ ganz aktuell in einer neuen Version mit den legendären Folk-Metal-Piraten Alestorm. Mit treibenden Dudelsäcken, fetten Riffs und einem Refrain, der zum kollektiven Mitgrölen einlädt, vereinen Saltatio Mortis und Alestorm ihre Kräfte zu einem Trink- und Kampfgesang, der keine Kehle trocken lässt. Gemeinsam feiern sie die Liebe zu Geschichten, die nach Meer, Met und Moshpit klingen – laut, wild und absolut grenzenlos. „Gardyloo“ zeigt einmal mehr, wie sehr Saltatio Mortis ihre Vielseitigkeit leben und ihren Platz als eine der wichtigsten Stimmen der deutschen Rock- und Mittelalterszene untermauern.
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Alle Wacken-Besucher dürfen sich auf die große Jubiläumsshow nächste Woche freuen und allen anderen sei die aktuell noch laufende Burgentour ans Herz gelegt und natürlich die große Headliner-Tour im Herbst.
Die Autorin Leah Pitt wuchs an der Küste der englischen Grafschaft Dorset auf und lebt heute in Hertfordshire. Seit mehr als zehn Jahren ist sie als Rechtsanwältin tätig. „Das Haus am Strand“ ist ihr Thrillerdebüt.
Zum Inhalt: August 1997 – Die Teenager Sophie und Matilda verbringen die Ferien mit ihren Familien an der malerischen Küste von Dorset. Es soll der Sommer ihres Lebens werden – unbeschwerte Strandtage, neue Freunde, erste Liebe. Doch dann kommt Matilda auf tragische Weise ums Leben… Zwanzig Jahre später kehrt Sophie nach Dorset zurück, um das Strandhaus ihrer Familie zu verkaufen. Die schrecklichen Erinnerungen an Matildas Tod haben sie nie losgelassen. Doch was geschah wirklich in jener Sommernacht, als ihre Freundin starb? Sophie sucht in der eingeschworenen Strand-Community nach der Wahrheit – und steht bald vor einem dunklen Abgrund.
Dieses Setting liefert natürlich die perfekte Sommerlektüre. „Das Haus am Strand“ ist ein psychologischer Krimi, der auf zwei Zeitebenen spielt und zudem aus der Sicht unterschiedlicher Charaktere erzählt wird, wobei Sophie den größten Raum einnimmt. Dennoch zeichnen die unterschiedlichen Sichtweisen auch ein anderes Bild der jeweiligen Charaktere und das bringt Schwung in die Geschichte.
Zwar sind manche Geheimnisse beim Lesen zu offensichtlich – und doch wird man immer wieder auf falsche Fährten gelockt und fast jeder scheint etwas zu verbergen. Mit seinen pubertären Wirrungen funktioniert die Story auch gut als Teenieroman und kann sicher auch jugendlichen Lesern gefallen.
Die Atmosphäre ist hervorragend beschrieben und der Roman lässt sich flüssig lesen. Wirkliche Action zeigt sich selten, dennoch ist die Geschichte durchgehend spannend und liefert einen melancholischen Thriller mit tragischem Schluss.
Das E-Werk in Saarbrücken-Burbach, die ehemalige Industriehalle auf den Saarterrassen, hatte schon viele großartige Konzerte gesehen. Von Punk bis Metal, von Capital Bra bis The BossHoss war da inzwischen einiges am Start. Und seit vielen Jahren hat sich auch das Gelände hinterm E-Werk für Open Airs etabliert. Absolut sinnvoll, findet man doch hier im Gewerbegebiet Parkplätze en masse und hat die perfekte Logistik für Veranstaltungen vor Ort. Okay – es ist jetzt nicht gerade idyllisch zwischen den Industriedenkmälern, aber Saltation Mortis hat es auch nicht wirklich was ausgemacht, hier auf ihrer „Burgentour“ Station zu machen. Es kommt auf die Konzertstimmung an. Und die war in Saarbrücken mal wieder über Wochen sehr gut.
Credit: Universal Music
Saltatio Mortis am 13.7.2025
Mein Konzertreigen bei den „SB Open Airs“ startete also mit den Mittelalterrockern aus der Pfalz, die vor zwei Jahren noch als Support von Powerwolf ran mussten, jetzt aber endlich mit einer respektablen Headlinershow aufwarten konnten. Der Set startete mit „Finsterwacht“ und eine Tänzerin im weißen Gewand bewegte sich zu den Klängen der Band. Mit solchen Schauspielereien sorgt man immer für eine besondere Festivalstimmung.
„Brunhild“ und „Odins Raben“ mussten für martialische Erzählungen herhalten, begleitet von einer großen Flammenshow. An Pyrotechnik wurde wahrlich nicht gespart. Doch es war nicht alles bombastisch. Für die Verschnaufpause zwischendurch hatte man eine zweite Bühne aufgebaut, wo es ein akustisches Zwischenspiel mit dem lateinischen „Totus Floreo“ und dem Mitsing-Klassiker „Was wollen wir trinken“ gab.
Saltatio Mortis sind schon immer mehrsprachig unterwegs und ließen mit „Pray to the Hunter“, „Valhalla Calling“ und „We Might Be Giants“ auch den englischen Vocals Raum. Zwischen Folk und Mittelaltersound wurde vor allem ordentlich gefeiert. Zu „Heimdall“ wirkte eine Feuertänzerin mit, der Spaßsong „Mittelalter“ brachte das Publikum springend in Bewegung und zu „Vogelfrei“ gab es einen großen, soliden Circle Pit, wie man ihn sonst nur von Metalbands kennt.
Nach dem Finch-Cover „Keine Regeln“ gab es ein vorläufiges Finale mit „Rattenfänger“, „Prometheus“ und „Feuer & Erz“. Nach den ersten 100 Konzertminuten musste das Publikum aber nicht lange darum bitten, die Band wieder auf die Bühne zu holen. Der Publikumsliebling „Wo sind die Clowns“ wurde ebenso abgefeiert wie „Für immer jung“. Und beim abschließenden „Spielmannsschwur“ ließen sich die Fans auch nach zwei Stunden Livepower nicht lumpen und feierten die Band ausgiebig mit einem endlos langen Zuschauerchor.
Saltatio Mortis zeigten sich in bester Verfassung und waren ein würdiger Headliner. Das 25jährige Bandjubiläum feiert man in Kürze mit der Compilation „Weltenwanderer“. Die Tracklist besteht aus 51 Stücken, die von den Fans per Online-Voting ausgewählt wurden. Lohnt sich!
LEA am 18.7.2025
Weiter ging es am darauffolgenden Freitag mit melancholischen Deutschpop von LEA. Spätestens seit ihrem zweiten Album ist LEA als Sängerin der leisen Töne bekannt. Sie legt eine unglaubliche Fülle an Emotionen in ihre Lyrics und ihre Stimme. Manchen mag das gar zu viel werden, doch ich persönlich kann mich an ihren authentischen Songs einfach nicht satt hören.
Das Bühnenbild war voller Blumen. Man konnte sich also auf viel Romantik und lyrische Dichte gefasst machen. Zudem waren unheimlich viele Kinder mit ihren Eltern vor Ort, was die sympathische Sängerin sichtlich freute. Der Set startete mit „Tausendmal“ und dann folgte direkt der Kracher „Drei Uhr nachts“, den LEA ursprünglich mit Mark Forster aufgenommen hat. Hier zeigte sich die Textsicherheit des Publikums.
„7 Stunden“ ist ebenfalls ein typischer LEA-Song, der eine berührende Geschichte erzählt. Zu „Welt“ hielt sie eine flammende Rede gegen Hass und Intoleranz, mit der Bitte, für eine bunte Welt zu kämpfen. Es folgten „Ich mag dich“ und der Partysong „Aperol im Glas“, den sie mit ihrem Support Dani Lia im Duett zu Gehör brachte.
LEA erzählt in Saarbrücken gern von ihrem ersten Auftritt 2016 im Kleinen Klub der Garage, der vor gerade mal vier Zuschauer*innen stattfand. Schon ein Jahr später war die Garage brechend voll. Beides hatte seinen Reiz für die Band und man denkt nach eigenen Worten immer gern an Saarbrücken zurück.
Auch jetzt gab es ein Konzert im Kleinen, denn es war eine B-Stage aufgebaut, die ausgiebig für ein akustisches Set genutzt wurde. Mit „Wenn du mich lässt“, dem Max Raabe-Cover „Guten Tag, liebes Glück“, ihrem größten Hit „Leiser“, dem romantischen „Treppenhaus“ und der Melancholie von „Kennst du das“ bewies LEA viel Fannähe und war auf Augenhöhe mit dem in Teilen sehr jungen Publikum, das mit selbst gemalten Schildern um ihre Aufmerksamkeit buhlte. Einige wollten mit LEA singen und sie wählte ein junges Mädchen aus, das auf eigenen Wunsch den Refrain von „Okay“ zum besten gab. Zum Abschluss des langen Acoustic Sets, bei dem LEA zeitweise am Piano saß, gab es den Paddington-Song „Das Leben ist schön“.
Zurück auf der Hauptbühne erklangen die Mitsing-Hymnen „Immer wenn wir uns sehen“ und „Heimaptplanet“ ausgeleuchtet mit einem Sternenhimmel aus Handylichter. Zum Finale hin wurde es dann durchaus rockig (zumindest für die Verhältnisse einer Deutschpoetin) und es gab den Rapsong „110“, das von einer Pyroshow begleitete „In Flammen“ und die grandiosen Titel „Schwarz“ sowie „Chaos“.
Im Zugabenblock wurde „Okay“ zum Thema Social Media und Body Awareness endlich komplett performt. Allein am Klavier spielte LEA den berührenden Track „Elefant“ für ihre Eltern und beendete das Konzert schließlich mit „Ein Liebeslied“, dem recht naiven Stück über die Liebe zwischen Igel und Stachelschwein, den es auf keinem Album von ihr gibt und den vor allem die Kinder ganz besonders lieben.
LEA hat mal wieder bewiesen, warum sie an der Spitze deutschsprachiger Songwriterinnen steht. Ihre Texte strotzen vor Melancholie und Poesie und für ihre Fans ist das genau richtig. Die Kids bewundern Lea wie eine große Schwester – und auch das erwachsene Publikum nimmt sie an einem solchen Abend mit auf die emotionale Reise.
Revolverheld am 19.7.2025
Die Gerüchte, dass Revolverheld zum 20jährigen Jubiläum ihre Instrumente an den Nagel hängen wollen, halten sich hartnäckig. Zumindest scheint sowas wie ein Sabbatjahr geplant zu sein, wenn die Tour nach dem „Best of“ Album gelaufen ist. Das soll nämlich unter dem Titel „20“ im August erscheinen. Diese Zahl prangte auch groß im Bühnenbild. Kaum zu glauben, dass der ewig junge Johannes Strate und seine Mitstreiter schon so lange Musik zusammen machen.
Ganz ohne Starallüren kam der Sänger schon zum Support EMY auf die Bühne und performte mit ihr zusammen das Duett „Leerer Stuhl“. Das brachte den beiden großen Jubel ein. Überhaupt lieferte EMY ein schönes Deutschpop-Set, ganz allein auf der Bühne mit Musik vom Band. Teile des Publikums wussten von ihrem Geburtstag und stimmten ein „Happy Birthday“ zum 23. an.
Johannes konnte dann gleich darauf in Erinnerungen schwelgen, die zwei Jahrzehnte umfassten. Er erzählte von Auftritten in Garage und E-Werk. Dazu gab es viele bekannte Songs aus der Karriere. Mit Lückenfüllern wollte man sich gar nicht erst aufhalten. Schon als erstes Stück erklang „Spinner“, gefolgt von „Keine Liebeslieder“ und „Ich werd die Welt verändern“. Jeder kennt die Texte und – zack – sind alle wieder jung.
„Immer in Bewegung“ brachte einen sehr rockigen Sound, der dann für „Halt dich an mir fest“ direkt wieder runtergefahren wurde. Die Ballade wurde wieder im Duett mit EMY interpretiert.
Nostalgische Lyrics gibt es in vielen Revolverheld-Stücken. Hier waren es „Bands deiner Jugend“, „Das kann uns keiner nehmen“ und „Sommer in Schweden“ mit ihrem schwelgenden Charakter. Zum Finale des Hauptsets erklang „Lass uns gehen“ und große bunte Bälle sorgten für ein Happening im Publikum. Der Zugabenblock bot dann pure Publikumsnähe: Johannes sang aus der Menge „Deine Nähe tut mir weh“ und ließ die Fans „Ich lass für dich das Licht an“ anstimmen. Zurück auf der Bühne gab es den Hit dann nochmal und der Kracher „Darf ich bitten“ beendete die zweistündige Show.
Zum alten Eisen gehören Revolverheld sicher nicht und live waren sie wie immer eine Bank. Bleibt zu hoffen, dass die musikalische Auszeit nicht allzu lange dauert.
Frida Gold und Samu Haber am 20.7.2025
Frida Gold, das kongeniale Duo Alina Süggeler und Andi Weizel, hatte nur 35 Minuten Zeit für seinen Set, aber ich bringe es einfach nicht übers Herz, die beiden als „Support“ zu bezeichnen. Es war lange ruhig um Frida Gold, doch bald schon soll es ein neues Album geben und die alten Hits funktionieren wie eh und je.
Es gab einen Elektrosound vom Band, aber auch handgemachte Musik mit Piano, Gitarre und Querflöte. Dazu die gewohnte Mischung aus Poesie und Pop mit einigen neuen Songs sowie Klassikern wie „Liebe ist meine Rebellion“ und „Leuchten“. Da die Zeit knapp war, wurde Letzteres vorzeitig abgebrochen, um „Wovon sollen wir träumen“ in voller Länge feiern zu können. Insgesamt ein grandioses Set voller Energie mit einer tanzfreudigen Alina.
Samu Haber startete seine Show mit einem französischen Discohit vom Band. Die vier Musiker kamen wie Gladiatoren auf die Bühne und stellten sich zu viert in einer Reihe auf, um sich als Band zu präsentieren. Vielleicht will man sich so in der Nachfolge von Sunrise Avenue positionieren. Das Publikum nahm es jedenfalls positiv auf und feierte schon den ersten Song „Me Free My Way“, der ja auch sowas wie ein Mottosong für Samus Solokarriere ist.
Stilistisch gab es ein wenig Folk, etwas Rock und viel Pop. Samu war glänzend gelaunt, tanzte mit der ersten Zuschauerreihe und machte sympathische Ansagen auf Deutsch mit seinem typischen Akzent, den man bei „Voice of Germany“ lieben gelernt hat. Es gab viel Aktuelles wie „Big Guitars“ und „Hometown Gang“. Wenn Samu seine tiefen Vocals auspackte, war er in seinem Element. Doch auch die hohen Tenortöne gelangen ihm aus dem Effeff.
Es waren auch einige Bandsongs von Sunrise Avenue zu hören. „Lifesaver“war der Erste und man spürte förmlich die Erleichterung und Begeisterung bei den Fans, die jubelten und lauthals mitsangen. Auch „Heartbreak Century“ brachte einen solchen Moment.
Samu war – wieso oft – in Erzähllaune und rekapitulierte den Nachmittag, der einige Unsicherheiten gebracht hatte. Gewitter, Sturm und Platzregen hatten für Ungemach gesorgt und auch die Technik lahm gelegt. Die Band brauchte Ersatz für ein Gitarrenelement und ein Aufruf in den sozialen Medien führte tatsächlich einen Menschen zum E-Werk, der mit dem entsprechenden Teil aushelfen konnte. Er wurde von Samu als auch vom Publikum ausgiebig gefeiert.
Traditionell gab es auch einen finnischen Song von Samu. Danach „You Destroyed My Life“ als Pianoballade. Zu „Hollywood Heels“ meldeten sich drei junge Frauen aus dem Publikum, die eine Choreografie erarbeitet hatten und mit Samu eine heiße Sohle aufs Parkett legten. Das anschließende „Hideaway“ beendete den Hauptset.
Im Zugabenteil stimmte Samu den Hit „Fairytale Gone Bad“ zunächst ganz allein mit einem Playback-Beat an. Die Fans feierten den Song mit ihm zusammen in ausgiebiger Länge. Die Ballade „Seasons“ diente zum Abkühlen bevor mit „Hollywood Hills“ der Party-Höhepunkt erreicht war. Nach zwei Stunden endete die furiose Show, die zeigte, dass Samu Haber locker solo bestehen kann – vor allem wenn er zur Freude der Fans einige Klassiker mit einstreut.
So gingen die diesjährigen SB Open Airs grandios zu Ende und wir dürfen gespannt sein, was man 2026 zu bieten hat. Infos dazu folgen in Kürze auf https://garage-sb.de/ Wir halten euch auf dem Laufenden!
Seit 1991 gehören BUSH zur Speerspitze der großen britischen Rockbands. Zu Beginn schienen sie noch im Grunge verwurzelt, doch inzwischen kann man sie eher der Schublade Alternative Rock zuordnen. Da passen sie auch sehr gut hin, wie das zehnte Album „I Beat Loneliness“ beweist. Ein grundsolides Werk mit einprägsamen Melodien.
Über zwölf Songs hinweg eröffnet „I Beat Loneliness“ einen schonungslosen Dialog über emotionale Verletzlichkeit, insbesondere über das Schweigen, welches häufig das Thema mentale Gesundheit umgibt. Songs wie „Scars“, der Fokustrack des Albums, stellen sich diesem Schweigen direkt entgegen: Eine schonungslose Auseinandersetzung mit Schmerz und Heilung, in der Narben zu Beweisen des Überlebens werden.
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„Das ist das persönlichste Album, das ich je gemacht habe“, sagt Frontmann Gavin Rossdale. „Es soll Menschen das Gefühl geben, nicht allein zu sein. Das Leben ist wunderschön, aber nicht einfach. ‚Scars‘ ist der perfekte Einstieg, weil er den Kern des gesamten Albums auf den Punkt bringt: Die Akzeptanz, dass wir alle ein bisschen verrückt sind und dass wir da gemeinsam durchgehen. Enjoy!“
Mit dieser Attitüde und dem Hang zur Bekämpfung von Einsamkeit liefert die Band ein emotionales, ganz intimes Album, das von Gavins melancholischem Gesang und seinen Lyrics beherrscht wird. Sehr viel Weltschmerz findet sich dort, aber auch ein Stück Hoffnung: Wie besiegt man die Einsamkeit? Mit elektronisch verzerrten Klängen geben Songs wie „60 Ways To Forget People“ oder „I Am Here To Save Your Life“ die Antwort.
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Zum Ende hin finden sich mit „Don’t Be Afraid“ und „Rebel With A Cause“ wundervoll zerbrechliche Balladen, die eine heimelige, fast schon versöhnliche Atmosphäre schaffen. Es geht um mentale Gesundheit und Widerstandskraft. Themen, die in einer seltsam veränderten Welt immer wichtiger werden.
Fazit: „I Beat Loneliness“ bringt keine wirklich neuen Klänge und gehört auch nicht zu den besten Alben der Band, doch es atmet immer noch den Geist einer großen Rockband, die mit Gavin an den Vocals stets überzeugt.
Cat-O-Log Records veröffentlicht in Zusammenarbeit mit Universal Music Recordings am 5. September „On The Road To Findout: Greatest Hits“. Es ist die erste karriereübergreifende Sammlung von Yusuf/Cat Stevens‘ beliebtesten Songs aus seiner fast 60-jährigen Karriere.
„On The Road To Findout: Greatest Hits“ präsentiert die Höhepunkte des phänomenalen Werks von Yusuf/Cat Stevens mit zeitlosen Titeln wie zum Beispiel „The First Cut Is The Deepest“, „Where Do The Children Play?“, „Wild World“, ‚Moonshadow‘, „Morning Has Broken“ oder „Father And Son“. Die Bandbreite reicht von Songs seines Debütalbums „Matthew & Son“ aus dem Jahr 1967 bis hin zu „King Of A Land“ von 2023.
Yusuf/Cat Stevens sagt: „Ich bin glücklich, dass endlich eine Sammlung von Aufnahmen einige der Lieder enthält, die ich nach meiner Weiterentwicklung geschrieben habe, „Take The World Apart“ und “Heaven / Where True Love Goes“ zum Beispiel, die den Frieden und das Glück widerspiegeln, die mein Leben seitdem verändert haben. Ich danke euch allen. Es ist wirklich demütigend, darüber nachzudenken, wie viele Seelen auf dieser Reise mit mir unterwegs waren.“
Die Nachricht kam im Vorfeld von Yusufs mit Spannung erwartetem Auftritt im BST Hyde Park, London am 11. Juli als Special Guest von Neil Young. Yusufs letzter Festivalauftritt im Vereinigten Königreich war sein viel gefeiertes Debüt beim Glastonbury Festival im Juni 2023, bei dem er auf der Pyramid Stage vor über 100.000 Musikfans auftrat und den begehrten Platz der Sonntagslegenden einnahm.
Cat Stevens wurde in den Swinging Sixties mit Chart-Hits wie „Matthew And Son“ oder „The First Cut Is The Deepest“ berühmt. Seine frühe Karriere wurde durch einen fast tödlichen Kampf mit Tuberkulose unterbrochen – ein Wendepunkt, der seine Suche nach Frieden und Verständnis entfachte. Nach dieser Erfahrung avancierte er schnell zu einem der produktivsten Singer-Songwriter der siebziger Jahre und begeisterte die Welt mit seelenbewegenden Hymnen wie „Wild World“, „Father And Son“, „Peace Train“ oder „Morning Has Broken“. Seine klassischen Alben „Mona Bone Jakon“, „Tea for the Tillerman“ und „Teaser And the Firecat“ ermöglichten ihm einen Platz in der Rock & Roll Hall of Fame und in der Songwriters Hall of Fame.
Credit: Cat-O-Log Records
Nach einer weiteren gefährlichen Begegnung mit dem Schicksal und einem Beinahe-Ertrinken im Jahr 1975 nahm Cats Leben eine spirituelle Wende, als er zum Islam konvertierte und seinen Namen in Yusuf Islam änderte. Yusuf ließ die Musikindustrie hinter sich und widmete sein Leben Gott, seiner Familie und seiner humanitären Arbeit, wofür er zahlreiche angesehene internationale Auszeichnungen erhielt, darunter den World Award für „humanitäre Hilfe für Kinder und Kriegsopfer“ und den Man of Peace Award, der von den Friedensnobelpreisträgern gewählt wurde.
Das jüngste Kapitel ist Yusufs Rückkehr zur Musik, mit der er sein früheres und sein jetziges Leben wieder zusammenführt. Jetzt ist er als Yusuf/Cat Stevens bekannt – ein Name, der die Synergie zwischen den beiden Schlüsselabschnitten seines Lebens repräsentiert – und seine inspirierende Geschichte ist eine Geschichte von Suche, Überleben und Erlösung. Mit über 100 Millionen verkauften Tonträgern und Milliarden von Streams inspirieren seine gefühlvolle Stimme und seine poetischen Texte nach wie vor, jetzt verbunden mit einem Leben voller Aktivismus und Altruismus. Als Kämpfer für seinen Glauben, ökologisches Bewusstsein und humanitäre Arbeit ist Yusuf zu einem globalen Fürsprecher für Frieden und Koexistenz geworden.
„On The Road To Findout: Greatest Hits“ wird vor Yusufs lang erwarteten Memoiren Cat On The Road To Findout erscheinen, die am 18. September 2025 veröffentlicht werden. Die neue Autobiografie ist eine außergewöhnliche Reise durch die Triumphe, Prüfungen und die transzendentale Suche einer der rätselhaftesten Persönlichkeiten der Musik unserer Zeit. Das Buch kann man unter catstevens.com vorbestellen.
„On The Road To Findout: Greatest Hits“ wird weltweit in verschiedenen Formaten veröffentlicht, darunter 1CD, 2CDs, 2LPs 140g oder 4LPs 140g, alle mit neu gemastertem Ton.
Gegründet vor über 50 Jahren kann man sich die AOR- und Progressive Rock-Welt ohne die Band STYX aus Chicago gar nicht vorstellen. Muss man auch nicht, denn das Quintett ruht sich nicht etwa auf seinen Klassikern aus, sondern fertigt in zwar großen aber dennoch gut wahrnehmbaren Abständen solide Studioalben mit neuer Musik.
Die 70er Jahre waren die Hochphase der Band. Perfekter Rock für Erwachsene, bombastische Progalben, quasi Soundschicht auf Soundschicht gestapelt. „Boat On The River“ sollte jeder kennen, aber auch den Smahhit „Mr. Roboto“. Das Album „Kilroy Was Here“ (1983) ermöglichte den Sprung in den Mainstream, war gleichzeitig aber auch ein tiefer Einschnitt. Viele potentielle Fans verbanden den Namen der Band jetzt eher mit dem Discosound als mit den Heroen des AOR.
Viele Besetzungswechsel und zwei Reunions später gab es 2017 das geniale Konzeptalbum „The Mission“. Man muss den Männern um James Young und Tommy Shaw zugute halten, dass eine Rückbesinnung auf die musikalischen Wurzeln immer drin ist und diese Science Fiction -Story um eine Marsmission im Jahr 2033 gehört auf jeden Fall zu den besten Alben der Band. Vier Jahre später legte man mit „Crash of the Crown“ noch eine Schippe drauf. Kein Konzeptalbum im eigentlichen Sinn, aber thematisch verknüpfte Songs, in denen es um Hoffnung, ums Weitermachen, um einen Neuanfang geht. Ein Album, das einerseits zur wechselvollen Bandgeschichte passte, zum anderen aber auch die Situation nach der Pandemie beschrieb.
Am neuen Werk „Circling From Above“ (VÖ: 18.7.2025) haben alle sieben Mitgliedern der Band, darunter Gründungsgitarrist/Sänger James „JY“ Young (liebevoll „The Godfather of Styx“ genannt), Gitarrist/Sänger Tommy Shaw, Original-Bassist Chuck Panozzo, der langjährige Schlagzeuger Todd Sucherman, Keyboarder/Sänger Lawrence Gowan, Gitarrist/Sänger Will Evankovich und Bassist Terry Gowan, mitgewirkt.
Inhaltlich geht es um vergessene Satelliten, die einst mit hohen Ambitionen ins All geschossen wurden und nun ziellos um die Erde treiben. Der Titelsong als kurzer Opener und „Build and Destroy“ starten dieses Konzept. „Als sie in den Weltraum geschossen wurden, waren diese Satelliten der Traum und der Ehrgeiz von jemandem“, sagt Shaw über die einst hochmoderne Technologie. „Sie haben ihren Zweck erfüllt und wurden weggeworfen. Es ist eine Einöde da oben, aber sie wurden einst mit Liebe geschaffen. Wir sind alle Menschen, und wer kann schon sagen, dass unser Liebesprojekt besser ist als das von jemand anderem?“
Wieder zeigen sich STYX als aufregende Geschichtenerzähler und liefern eine dynamische Sammlung an Tracks, die die gesamte emotionale und stilistische Bandbreite des Styx-Kanons widerspiegelt. Das Album ist kraftvoll und doch auch introspektiv, in manchen Momenten theatralisch und in anderen aufrichtig – mit einem Gleichgewicht zwischen progressiven Tendenzen und tieferen, zum Nachdenken anregenden Botschaften.
Fazit: Es gibt wenig zu meckern. Die Rock-Veteranen von Styx legen hier (mal wieder) ein grandioses Album vor, das sich stilistisch durch die Jahrzehnte zieht und Freunde guter filigraner Rockmusik begeistern dürfte. Musikalisch wird das Konzept mit genialem Progressive Rock und fantastischen Hymnen umgesetzt. Definitiv kann man sagen, dass Styx noch die Gabe besitzen, Zuhörer zu fesseln und auf ihre Reise mitzunehmen. Ich bin auch ein großer Fan von „Mr. Roboto“, doch ich muss gestehen, wenn Styx ihre Songs von Gitarrenriffs umwehen lassen, zeigen sie ihre ganz große Stärke – auch nach über 50 erfolgreichen Jahren als Band.
Am 14. Juli 2025 spielte OSKA aus Österreich als Support für Philipp Poisel. Wir konnten die sympathische Singer-Songwriterin bereits zum zweiten Mal nach 2021 für ein Interview gewinnen und sie dazu befragen, was seit unserer letzten Begegnung in ihrer Karriere passiert ist.
Hallo Maria. Schön, dich wieder zu treffen. Wir haben uns zuletzt 2021 beim Reeperbahnfestival in Hamburg getroffen. Seitdem hat deine Karriere so richtig Fahrt aufgenommen. Magst du uns ein wenig erzählen, wie es dir ergangen ist?
Ja, da muss ich kurz nachdenken. Damals war ich Anfang 20 und es ist viel passiert seitdem. Reeperbahn war deswegen so spannend, weil man rückblickend sieht, wie sich eines aus dem anderen ergeben hat. Man fängt irgendwo an und träumt auch gar nicht so groß. Ich bin aus einem kleinen Dorf in Österreich und wusste gar nicht, was alles möglich ist. Beim Festival war ich damals für den ANCHOR Award nominiert. Ich hab den zwar nicht gewonnen, aber Tom Odell saß in der Jury und hat mich im Anschluss gefragt, ob ich mit ihm auf Tour gehen möchte.
Du kanntest ihn vorher gar nicht?
Nein. Er hat mich dann auf Instagram angeschrieben und gesagt, dass er meinen Auftritt so toll fand. Und dann hat er mich auf die Europatour mitgenommen. So ergibt sich eins aus dem anderen. Das ist sehr komisch und lustig und schön. Es gab viele Prozesse in mir. Unsicherheiten, denen ich mich hab stellen müssen. Was will ich jetzt eigentlich und wie soll es bei mir weitergehen? Weil es doch schwierig ist, Musik zu machen und davon leben zu können. Ich dachte aber, ich möchte das so gerne.
Inzwischen hast du ja zwei eigene Alben veröffentlicht.
Genau. Ich war letztes Jahr in England und hab dort mein zweites Album aufgenommen und auch viel von dem verarbeitet, was man so Mitte 20 an Gedankenstrudeln hat. Wo man nicht ganz weiß, wohin mit sich. Aber es ist sehr viel Schönes passiert, was mir dann auch immer wieder das Selbstbewusstsein gegeben hat, mit der Musik weiterzumachen.
Du bist bestimmt schon tausend Mal wegen der Coldplay-Konzerte befragt worden. Magst du trotzdem was dazu erzählen? Wie war das so? Lernt man eine solch große Band wirklich kennen oder ist das eher anonym?
Ich hab das am Anfang in Interviews nicht so erwähnt, weil das damals alle wissen wollten und ich verhindern wollte, dass die Leute sich allein darauf aufhängen. Ich wollte es auch für mich behalten, weil es so schön war. Es war unglaublich – die Woche meines Lebens – und sie hat sich sehr lang angefühlt. Oft vergeht ja die Zeit so schnell, wenn was Tolles passiert, aber ich hab die Zeit so richtig genießen können. Es waren vier Konzerte und ich habe gemerkt, wie ich jeden Abend dran gewachsen bin. Es hat mir sehr viel bedeutet, dazu eingeladen zu werden. Es war ein guter Moment, da auch bei mir in dieser Zeit viele Veränderungen waren. Ich habe gemerkt, ich schaff das irgendwie und fühle mich jetzt gewappneter für gewisse Dinge.
Wie hat dein Umfeld reagiert?
Meine Tante war so lieb. Sie sagte nach den Konzerten, sie hat sich so gefreut. Sie hatte Angst, dass ich ausgebuht werde. Und ich sagte dann: „Wow. ich eigentlich auch.“ Diese Angst, die man hat, vor so vielen Leuten zu spielen… Es hat mich sehr gefreut, dass es dann doch so gut geklappt hat. Es war wie Geburtstag haben vier mal die Woche und ganz Österreich ist gefühlt mit dabei.
Im Moment bist du wieder als Support unterwegs. Zunächst mit Philipp Poisel, dann mit Christina Stürmer. Was dürfen wir denn von der Show heute erwarten?
Ich finde es sehr schön, ein zweites Album zu haben und noch mehr auswählen zu können, was man spielt. Ich bin bei den Support-Shows meist alleine und nicht mit Band. Das wird dann noch intimer und sehr ursprünglich. Ich komme ja auch von der Straßenmusik und ich hoffe, den Leuten gefällt’s. Gestern habe ich José González gesehen, der auch nur mit der Gitarre auf der Bühne sitzt. Ich mag das ganz gern.
Es gibt ganz unterschiedliche Settings, in denen man dich sehen kann. Beim letzten Reeperbahn Festival 2024 habe ich drei Konzerte von dir gesehen, allein mit Gitarre vor dem Reeperbus, in der St. Pauli-Kirche und mit einer sehr ausgefeilten Show im Bunker. Was magst du davon am liebsten?
Shows sind immer was unglaublich Fragiles. Ich hatte schon tolle Auftritte mit Band. Da ist eine großartige Dynamik auf der Bühne. Jedem geht es irgendwie anders. Manchmal bekommen die Leute das gar nicht so mit, aber ich schon. Und dann hatte ich Shows, wo ich selber nicht so das gute Gefühl hatte und dann kamen manche zu mir und gaben mir voll gute Resonanz. Das gleiche ist es, wenn ich alleine auf der Bühne bin, aber da habe ich es mehr selbst in der Hand, was passiert. Jede Show ist anders und es spielen ganz viele Faktoren mit rein. Ich hab Phasen, wo ich voll gern alleine spiele, aber dann spiele ich auch wieder gern mit Band.
Dein neues Album „Refined Believer“ ist kürzlich erschienen. Der Titel bezieht sich darauf, dass du nach einer Zeit der Zurückhaltung wieder Vertrauen in die Menschen deiner Umgebung entwickelt hast. Magst du uns davon erzählen?
Ja. Es geht schon um diesen Beruf, Musiker zu sein. Dies zu erreichen, das erste Album zu veröffentlichen, und dann war sehr viel los. Es war wie beim ersten Job, den man hat, und der Erkenntnis, was finde ich gut dran und was finde ich nicht so gut. Was will ich verändern… Ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen, ist es doch mit Schwierigkeiten verbunden, in der heutigen Zeit Musiker zu sein. Und das zweite war, dass eine Beziehung sich sehr verändert hat, die mir sehr wichtig war und von der ich glaubte, das kann nicht erschüttert werden. Das hat mich so in meinen Grundfesten erschüttert und es war schwierig, wieder Vertrauen zu fassen. Ich war dann in England und hatte eine Zeit, in der ich ganz allein war, auch ohne Freundesgruppe. Ich war im Studio, habe Musik gemacht und konnte mit Distanz auf manche Dinge blicken. Das war voll schön – eine richtig tolle Zeit. Und ich habe mir die Zeit genommen, wieder Vertrauen zu schöpfen und einen gesunden Abstand zu manchen Dingen zu gewinnen. Dadurch wurde das Album sehr persönlich und es war sehr wichtig für mich, davon zu schreiben. Das war fast schon therapeutisch für mich.
Der Titel ist zweideutig. Im Deutschen würde man es mit „Bekehrter, geläuterter Gläubiger“ übersetzen. Gibt es religiöse Aspekte für dich?
Ich finde die Übersetzung nicht schön. In der deutschen Sprache funktioniert der Titel nicht. Auf Englisch bedeutet er so viel mehr und man kann viel mehr rein interpretieren. Mir gefällt das Wort „geläutert“ nicht und auch „Gläubige“ mag ich nicht, weil das gleich so festgefahren ist. Dabei hat der Albumtitel etwas total Positives für mich. Es geht nicht um Religion, sondern um den Glauben an die Welt und an sich selbst.
Was hat es denn mit den Tarotkarten auf sich, die deine Entscheidung beeinflusst haben, nach London zu gehen. Warst du bei einer Wahrsagerin?
Ich hatte ein ganzes starkes Gefühl, dass meine Zeit in Wien vorbei ist. Ich habe meine Wohnung aufgelöst und überlegt, wie es weitergeht. Auch jetzt weiß ich immer noch nicht, wohin mit mir, wo ich leben möchte. Es zieht mich in verschiedene Richtungen – ganz spannend. So war das damals auch und ich dachte, Berlin wäre ganz cool. Meine Schwester hat mir ein Tarotkarten-Set geschenkt und ich leg halt einmal im Jahr die Karten, meist am Ende des Jahres. Und ich hab die Karten gefragt, ob Berlin eine gute Stadt für mich wäre. Und das Ergebnis war eher: ganz schlimm, es wird dir nicht gut gehen, es ist kalt. Da dachte ich erst, jetzt will ich erst recht nach Berlin, es gab aber auch Karten mit neuen Türen, die sich öffnen. Ein paar Wochen später hatte ich die Möglichkeit, nach London zu gehen. Ich hatte Angst davor und war unsicher, ob es die Leute dort überhaupt interessiert, mit einer Österreicherin zu arbeiten. Aber es war gar nicht so. Ich habe in zwei Wochen dort so viele Kontakte geschlossen und es hat sich so gut angefühlt. Alle wollten mit mir arbeiten, ich hatte Sessions, habe meinen Produzenten kennen gelernt, der mit mir am zweiten Album gearbeitet hat. In Österreich habe ich zu meiner Mama gesagt, es wäre cool, einen Raum für mich in London zu haben. Und sie hat noch am gleichen Abend einen Anwalt kennengelernt, der in London lebt, und ihm davon erzählt. Lustigerweise hatte der sich grad ein Haus gekauft und meinte: „Wenn sie ein Zimmer braucht, soll sie sich melden.“ Solche Zufälle passieren und in meinem Leben zieht sich das durch. Ich habe immer geglaubt, dass sich was ergeben wird und so war es dann auch.
Siehst du das neue Album als Konzeptalbum, bei dem die Songs einem bestimmten Thema folgen?
Ja, schon. Es ist eine Momentaufnahme von einem sehr herausfordernden Jahr, wo ich etwas über mich hinaus gewachsen bin. Ich hab mich neue Dinge getraut und dieses Thema kommt in den Texten immer wieder vor, wie in „Like a song“: Du machst, dass ich mich fühle, als könnte ich wieder an etwas glauben. Das zieht sich durch die Lieder durch, auch in „Gloria“. Ich hatte ganz viel überlegt, was die Trackliste angeht. Das Album startet mit „The Final Straw“, was ich dann ganz lustig fand, es quasi mit dem Ende zu beginnen und die Geschichte rückblickend zu erzählen. Das Album beginnt mit dem „Breaking Point“ und wird dann positiver. Wie ganz zum Schluss im Titelsong: „It’s gonna take all my life“. Die Phase war irgendwie abgeschlossen für mich, als das Album fertig war, und ich kann jetzt weitermachen. Aber was ich da gelernt habe und was passiert ist, das werde ich ein Leben lang mit mir weitertragen. Ich freue mich jetzt auf die neuen Dinge, das dritte Album, weil ich grade so viele Lieder schreibe und mich irgendwie befreiter fühle.
Gibt es Songs auf dem Album, die dir besonders viel bedeuten? „Forever blue“ spielst du ja schon sehr lange live. Oder sind dir alle Songs gleich viel wert?
Ich habe schon Songs, die mir besonders viel bedeuten. „Like a song“ gehört auf jeden Fall dazu. Das spiele ich super gern mit Band. Und „Forever blue“ ist für mich auch ein wichtiges Lied, weil es einer der ersten Songs war, die ich für das Album geschrieben habe. Da spreche ich von der Traurigkeit, die immer irgendwie da ist. Dabei sagen alle zu mir: Du bist doch so ein positiver Mensch. Aber es gibt eine Grundtraurigkeit, die sich dann irgendwo versteckt. Ich gehe persönlich für mich ins Detail, ohne dem Hörer zu viel zu verraten. So dass jeder sich darin wiederfinden kann, auch wenn es eigentlich sehr persönlich ist.
Danke für deine offenen Worte und wir freuen uns sehr auf das Konzert heute Abend!