Mit ihrer neuen Single „Try“ veröffentlicht Stina Holmquist ein atmosphärisch dichtes Stück Indie-Pop über den Moment, in dem man nicht nur eine andere Person verliert – sondern auch sich selbst. Der Song erzählt von emotionalem Kontrollverlust, dem verzweifelten Festhalten an etwas, das längst entglitten ist – und dem inneren Kampf, darin nicht unterzugehen.
„Try“ balanciert zwischen Intimität und Weite – getragen von dunklen Klaviersounds, mehrschichtigen Vocals und eindringlichen Bildern. Zerbrechliche Momente treffen auf metaphorisch aufgeladene Wasserszenen – Sinnbild für das Verlieren eines anderen und sich selbst. Produziert von Jochen Naaf (Giant Rooks), klingt der Track wie ein innerer Aufbruch – fragil, druckvoll und emotional kompromisslos.
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2024 spielte sie internationale Shows in Warschau und Zürich, wurde ins PopCamp des Bundes gewählt, und begeisterte auf dem Reeperbahn Festival ein komplett ausverkauftes Showcase-Publikum. Nach der ersten deutschlandweiten Tour, führt der Festivalsommer 2025 Stina u.a. zum Juicy Beats, Orange Blossom Special, Sound of Bronkow und zum Waves Vienna Showcase. Im Herbst folgt der nächste Meilenstein: WDR Rockpalast präsentiert Stina Holmquist gemeinsam mit Cari Cari. Eine neue EP von Stina Holmquist erscheint noch in diesem Jahr.
Universal Music Recordings veröffentlicht in Zusammenarbeit mit Island Records am 24. Oktober 2025 von der Band Pulp die erweiterte Neuauflage ihres 1995 mit dem Mercury Prize ausgezeichneten und die Charts stürmenden Albums „Different Class“. Das Album wird sowohl als Vierfach-LP-Set als auch im Doppel-CD-Format erhältlich sein und enthält zusätzlich den kompletten Mitschnitt ihres legendären Auftritts beim Glastonbury Festival 1995. Damit wird dieser Auftritt zum ersten Mal veröffentlicht.
Nach der Veröffentlichung von Pulps aktuellem Nummer-1-Album „More“ und einer gefeierten Arena-Tournee durch Großbritannien und Irland sowie Headliner-Konzerten in Europa und einem unvergesslichen Auftritt beim diesjährigen Glastonbury Festival knüpft die Neuauflage von „Different Class“ an ein für die Band ohnehin schon ganz besonderes Jahr an.
Jarvis Cocker erklärt, wie diese Neuauflage das Album in einem verbesserten Format präsentiert: „Diese 45-U/min-Doppelalbum-Version von „Different Class“ wird den Klang erheblich verbessern. Wir waren davon besessen, dass dies unser `Pop´-Album war – wir hatten endlich etwas `Popularität´ erreicht, als `Common People´ ein Hit wurde – und wie jeder weiß, enthalten alle Pop-Alben zwölf Songs: sechs Titel pro Seite. Das einzige Problem: Dadurch betrug die Spielzeit der Platte 53 Minuten. Uns wurde gesagt, dass dies die Audioqualität der Vinylplatte beeinträchtigen würde – aber uns war es wichtiger, die Qualität unseres Pop-Traums nicht zu beeinträchtigen. Jetzt, 30 Jahre später, ist es endlich möglich, `Different Class´ in seiner ganzen Pracht zu hören.“
Der Auftritt in Glastonbury im Juni 1995 wird immer das bedeutendste Konzert in der Karriere von Pulp bleiben. Drei Wochen nachdem „Common People“ Platz 2 der nationalen Charts erreicht hatte, sprang die Band kurzfristig für The Stone Roses ein. „Wir spielten `Sorted For E’s & Wizz´, `Mis-Shapes´ und `Disco 2000´ – allesamt Live-Premieren.“ Zum ersten Mal ist nun das gesamte Konzert (einschließlich des langen, drone-basierten Intros) erhältlich.
Die Band Pulp wurde 1978 von dem damals 15-jährigen Schüler Jarvis Cocker aus Sheffield gegründet und veröffentlichte zwischen 1983 und 1992 drei Alben beim Label Fire: Nach dem Plattenfirmenwechsel zu Island Records – Mitte der 1990er Jahre – wurde die Band mit „His ‚n‘ Hers“ (1994) populär und feierte einen ersten kommerziellen Erfolg.
Das Nachfolgealbum „Different Class“ (veröffentlicht am 30. Oktober 1995) war dann ein großer Erfolg, der Pulp internationale Anerkennung einbrachte und auf Platz eins der britischen Albumcharts debütierte. 1996 gewann die Gruppe zudem den Mercury Music Prize. Auf dem Album gab es vier Top-Ten-Singles: die Nummer-Zwei-Hits „Common People“ und „Mis-Shapes/Sorted for E’s & Wizz“, „Disco 2000“ (Platz: 7) und „Something Changed“ (Platz: 10). Bis heute wurden in Großbritannien über 1,4 Millionen und in Europa über eine Million Exemplare verkauft.
Vier Monate vor der Veröffentlichung des Albums hatte die Band am Samstag, dem 24. Juni, einen triumphalen Auftritt als Headliner auf der Pyramid Stage des Glastonbury Festivals (als kurzfristiger Ersatz für The Stone Roses). Diese legendäre Performance, deren Audioaufnahmen hier zum ersten Mal veröffentlicht werden, wurde mit dem remasterten Album kombiniert, um das 30-jährige Jubiläum einer Platte zu feiern, die weithin als eine der besten ihrer Zeit gilt.
Das Deluxe-4LP-Set wird in einem stabilen Schuber präsentiert, zusammen mit einem 28-seitigen Booklet und einem neuen Essay, das auf aktuelle Interviews mit den Bandmitgliedern basiert. Dazu gibt es viele bisher unveröffentlichte Bilder der Fotografen Rankin und Donald Milne (der auch die Fotos für die Originalveröffentlichung aufgenommen hat) und aus dem Archiv der Band. Das ursprüngliche „Aperture“-Cover-Design, das die Käufer dazu ermutigte, „ihr eigenes Cover zu wählen“, enthielt sechs doppelseitige Beilagen/Kunstkarten mit alternativen Cover-Motiven, die Pappausschnitte der Bandmitglieder in verschiedenen Situationen zeigten. Dies wurde für das LP-Set vollständig nachgebildet, das auch ein 30 x 30 cm großes Poster mit Miniaturversionen der Ausschnitte enthält, die Fans nach Belieben ausschneiden und in einer Umgebung ihrer Wahl platzieren können. Das 2CD-Set wird in einer Digi-Hülle mit einem 28-seitigen Booklet geliefert.
Das Remastering/Mastering durch Geoff Pesche in den Abbey Road Studios, der vor drei Jahrzehnten gemeinsam mit Kevin Metcalfe das Album „Different Class“ für seine Erstveröffentlichung gemastert hatte, wurde von Jarvis Cocker und Mark Webber beaufsichtigt.
Im Jahr 2013 platzierte der NME (New Musical Express) das Album auf Platz sechs seiner Liste der 500 besten Alben aller Zeiten, während der Rolling Stone es in seiner überarbeiteten Version der 500 besten Alben aller Zeiten aus dem Jahr 2020 auf Platz 162 setzte. „Witzig, unglaublich frech, wirklich subversiv und natürlich extrem, feurig POP!… Different Class ist ein geschicktes, atmosphärisches, manchmal heimliches und oft dröhnendes, selbstbewusstes Album.“ NME
Als regelmäßig erscheinendes Comicmagazin gab es YPS von 1975 bis zum Jahr 2000 im Ehapa Verlag. Einfach kultig, diese Mischung aus Comic-Serien, Rätseln, Wissensbeiträgen und Mitmach-Ideen. Jedes Heft kam mit einem sogenannten „Gimmick“ – einem kleinen Spielzeug, Experiment oder Bastelset, das eng mit dem Heft verknüpft war. Legendär wurden dabei vor allem die „Urzeitkrebse“, kleine Salzkrebse, die sich in Wasser entwickeln konnten. Ebenso die „Agentenausrüstung“, der „Solarzeppelin“ und die „Rose von Jericho“. Wer im Freundeskreis glänzen wollte, musste als Kind diese Dinge besitzen.
Im neuen Jahrtausend gab es einige Neuauflagen, die sich mal an das alte Zielpublikum, mal an nostalgische Erwachsene richteten – allerdings ohne dauerhaften Erfolg. Von Von März 2013 bis September 2017 wurde YPS es als Comicheft für Erwachsene sechsmal jährlich herausgegeben. Das versetze mich ebenso in meine Kindheit zurück wie die einmalige Sonderausgabe, die im Jahr 2022 erschien. Und auch zum 50jährigen Jubiläum wird die Reihe gleich im Doppelschlag gefeiert: Am 4. September erschien eine weitere Sonderausgabe des Magazins, fünf Tage später das Hardcover Buch „50 Jahre YPS“.
Das Magazin mit der laufenden Nummer 1284 und dem Titel „Forever Kult“ liefert einen nostalgischen Rückblick in die Hochzeit der Comic-Kultur. Hannelore Müller-Scherz beschreibt die Anfänge von YPS, Mark Benecke untersucht die kriminalistische Ausrüstung mit Gimmicks, Markus Kavka widmet sich dem Sound der 80er und Oliver Kalkofe zappt sich durch alte TV-Hits. Figuren wie He-Man und Captain Future kommen neu zur Geltung, Europa-Hörspiele, Zauberwürfel und Adidas-Turnschuhe werden ebenso gewürdigt wie das YPS-Heft.
Als Gimmick gibt es eine Dartscheibe mit Magnetpfeilen, die als Entscheidungshilfe in kniffligen Situationen dienen sollen. Okay – da hatten wir schon bessere Beilagen. Ich hätte mich auch nochmal an den Urzeitkrebsen versucht… aber die sind wohl inzwischen zu abgelutscht. Sehr schön finde ich aber das zweite Heft voller Comics im Retro-Style. Yinny + Yan sind vertreten, Pif, Ben’s Bande, Captain York und Mister Melone. Neben dem karierten Känguru natürlich. Das macht die Zeitreise in unsere Jugend perfekt.
Das Buch liefert auf 176 Seiten einen kleinen historischen Abriss zur Serie und sehr viele Comics. Das ist tatsächlich etwas enttäuschend, denn ich hätte mir mehr Infos zu den alten Heften gewünscht, Abdrucke von Titelbildern, Hintergründe zu den Gimmicks. Das alles kommt leider zu kurz. Immerhin sind die nachgedruckten Comics von guter Qualität, aber dazu hätte es nicht dieses Hardcovers bedurft. Mein Fazit also: Das Heft Nummer 1284 ist ein Muss (absolute Kaufempfehlung!), das Buch aber verzichtbar.
Gefühlt erreichen mich im Moment hauptsächlich Romane, bei denen Kinder verschwinden, deren Schicksal Jahrzehnte später durch neue Erkenntnisse aufgeklärt werden soll. Da kann einem echt angst und bange werden, vor allem wenn man selbst Kinder hat. Doch natürlich erhöht es den Spannungsfaktor ungemein. Außerdem führen die unterschiedlichen Zeitebenen, die ein solcher Plot bieten kann, zu starken Darstellungen, bei denen die Leser*innen den Ermittelnden oft eine Nasenlänge voraus sind.
Romy Hausmann hat sich für „Himmelerdenblau“ ein ganz besonderes Setting ausgedacht: Denn Theo, der Vater der vor zwanzig Jahren verschwundenen Julie, leidet an fortschreitender Demenz und will unbedingt den Verbleib seiner Tochter aufklären, bevor ihn der letzte Erinnerungsfunke verlässt. Unterstützt wird er dabei von der Podcasterin Liv, die mit ihrem Partner einen erfolgreichen Tru-Crime-Podcast betreibt.
Die 44jährige Autorin ist in Thüringen aufgewachsen und mit ihren Eltern nach Westdeutschland geflohen. Nach einigen Jahren als Fernsehjournalisten avancierte sie mit ihrem Thrillerdebüt „Liebes Kind“ zu einer der erfolgreichsten Autorinnen in Deutschland. Dieser Roman, in dem es ebenfalls um mysteriöse Entführungsfälle geht, wurde erfolgreich von Netflix verfilmt, erhielt 2024 einen internationalen Emmy Award und puschte die Gesamtauflage des Buches auf 1,2 Millionen Exemplare in dreißig Ländern.
Romy versteht es auch in „Himmelerdenblau“, ihre Leserschaft von Beginn an zu fesseln. Die Story wird in kurzen Kapiteln aus der Sicht wechselnder Protagonist*innen erzählt. Dabei passt sie die Erzählweise genial an die Figuren an, so leidet Theo unter Wortfindungsstörungen, verwendet falsche Begriffe und zeigt sich in seinen Monologen äußerst verwirrt. Liv hingegen wird in ihrer intensiven Recherche-Arbeit beschrieben und auch der zugrundeliegende Podcast im Wortlaut wiedergegeben.
Klappentext: Seit dem 7. September 2003 ist Julie Novak verschwunden. Die Familie ist daran zerbrochen. Nur ihr Vater Theo hört nicht auf, nach ihr zu suchen. Als sich Julies Verschwinden zum zwanzigsten Mal jährt, nimmt die Podcasterin Liv Kontakt zu Theo auf. Sie sei auf eine neue Spur gestoßen. Doch wenn er die Wahrheit erfahren will, muss er sich beeilen, bevor seine fortschreitende Demenz alles mit Dunkelheit überzieht. Wer zum Teufel hat ihm seine Tochter genommen? Warum hat Julies Ex-Freund Daniel das Schlafzimmer seiner verstorbenen Mutter so sorgfältig verschlossen? Und gibt es etwas Grausameres als die Ungewissheit über das Schicksal des eigenen Kindes?
Hinweise und Verdachtsmomente gibt es viele. Auch die Entführte selbst und der Hauptverdächtige kommen zu Wort. Die komplette Story ist sehr raffiniert konstruiert. Manchmal droht man als Leser*in den Überblick zu verlieren, doch dann gibt es wieder schlüssige Auflösungen, die den Spannungsbogen noch verschärfen. Was am Ende wirklich passiert ist, wird selbst findige Krimifans überraschen.
Ich habe übrigens parallel zum Roman das Hörbuch gehört – hochkarätig besetzt mit Felix von Manteuffel, Anna Maria Mühe, Leslie Malton, Uve Teschner, Florian Gregorzyk und Romy Hausmann selbst. Ein intensives Erlebnis, das dem integrierten Podcast-Geschehen noch mehr Geltung verschafft. Sehr empfehlenswert!
Die in London lebende Sängerin, Songwriterin, Künstlerin und Komponistin Tessa Rose Jackson kündigt mit „The Lighthouse“ die Veröffentlichung ihres fünften Studioalbums für den 23. Januar 2026 an. Passend dazu erscheint aktuell die erste Single „The Bricks That Make The Building“.
Die Single ist eine eindringliche und doch lebensbejahende Reflexion über Herkunft und Zugehörigkeit und gibt den Ton für ein Album vor, das sich mit Intimität, Sterblichkeit und der Feier des Lebens beschäftigt.
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„The Bricks That Make the Building“ ist eine ergreifende Reflexion über Abstammung und gemeinsames Erbe. Mit pastoralen Melodien, Harfenklängen und ätherischen Harmonien stellt der Track einen Geist dar, der in sein Elternhaus zurückkehrt und Frieden in den Leben findet, die innerhalb dieser Mauern weiterleben. „It’s a musing on the blood that runs through us all“, erklärt Jackson. „A sense of gratitude towards the lives that shaped ours.“
„The Lighthouse“ wurde während einer zurückgezogenen Zeit im ländlichen Frankreich geschrieben und in den Shorebreaker Studios aufgenommen. Damit tritt Jackson aus ihrem seit einem Jahrzehnt gefeierten Pseudonym Someone heraus und kehrt zu ihrem eigenen Namen zurück. Reich an gespenstischer Folklore, spektralem Folk und cineastischen Alt-Pop-Texturen, beschäftigt sich das Album mit Themen wie Sterblichkeit, Erinnerung und Dankbarkeit und beleuchtet letztlich die zerbrechlichsten und schönsten Details des Lebens.
„The Lighthouse felt like a beacon“, reflektiert Jackson. „It’s an album that talks about death, but not in a purely dark sense. For me, it’s also about the celebration of life—embracing fears, identity, and the stories we inherit.“
Jacksons frühere Arbeit als Someone hat die Grenzen von Kunst und Musik erweitert, indem sie Dream Pop mit experimentellen Visuals, Augmented Reality und immersiven Live-Shows verschmolz. Mit „The Lighthouse“ destilliert sie diesen Innovationsgeist zu etwas Roherem und zutiefst Persönlichem – einem Album, das sich stolz auf den Klippen des modernen Alt-Folk behauptet.
Im Anschluss an das Album-Release wird es einen Dokumentarfilm geben, der während der Aufnahmen zu „The Lighthouse“ gedreht wurde. Der von Bibian Bingen gedrehte Film bietet einen intimen Einblick in Jacksons kreativen Prozess. Die Premiere ist für Ende 2026 geplant.
Mit „ITALIA“ widmet sich Brönner der italienischen Musik der 1960er- bis frühen 1980er-Jahre – einer Epoche voller unvergesslicher Songs und großem Lebensgefühl. Aufgenommen in Rom und Bari und produziert gemeinsam mit Nicola Conte, vereint das Album Welthits, Raritäten und einen eigenen Song Brönners.
Die hochkarätige Gästeliste reicht von Mario Biondi („Via con me“) über Giovanni Zarrella („Quando, Quando, Quando“) und Chiara Civello („Parole Parole“) bis zu Mandy Capristo („In Alto Mare“) und Sera Kalo („L’Unica Chance“).
Der Grammy-nominierte Künstler ist auf dem neuen Album nicht nur mit Trompete und Flügelhorn zu hören – auf „ITALIA“ singt Till Brönner erstmals auf Italienisch.
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Das Repertoire auf „ITALIA“ stammt größtenteils aus den 1970er- und frühen 1980er-Jahren – Jahrzehnten, die eine goldene Ära des musikalischen Austauschs in Europa markierten. Italienische Songs liefen im französischen Radio und füllten deutsche Plattenläden. „Italien lieferte eine Art Europa-Sound“, so Brönner, „und schuf eine Atmosphäre, die für eine ganze Generation wegweisend war.“
Es war auch eine Zeit, in der Musik die Hoffnung auf eine bessere Zukunft spiegelte – und Pop zugleich leichtfüßig sein durfte, ohne dabei die Komplexität und Tiefe des Lebens auszusparen: „Es gibt aktuell viel Hoffnung, dass sich die Dinge wieder in etwas Menschlicheres und Erdverbundeneres verwandeln – und genau dieses Gefühl konnte man in den Siebzigern und Achtzigern regelrecht spüren“, so Brönner.
Die Songauswahl reicht von Klassikern von Lucio Battisti, Paolo Conte und Ennio Morricone über Raritäten jener Zeit bis hin zu einer eigenen Komposition („Cosa Vuoi“), die sich nahtlos ins Repertoire einfügt.
Ein jazziges und beschwingtes Easy Listening für alle, die im Herbst noch von südlichen Gefilden träumen!
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„No Exit“, Blondies triumphales Comeback von 1999 nach 17 Jahren Funkstille, erscheint am 31. Oktober bei BMG in einer neu gemasterten und erweiterten Deluxe-Edition. Zum ersten Mal überhaupt auch auf Vinyl, markiert die Veröffentlichung eine Würdigung eines der wichtigsten Alben der Bandgeschichte – und feiert Blondies bemerkenswerten zweiten Frühling: jenes Album, das die legendäre Band zurück ins kreative Zentrum und auf die Weltbühne brachte.
Die „No Exit Deluxe Edition“ erscheint digital sowie in drei physischen Formaten: als 2CD-Set, auf kristallklarem 2LP-Vinyl und als klassische schwarze Doppel-LP. Alle Versionen enthalten das neu gemasterte Originalalbum – mit dem globalen Hit „Maria“ – plus Remixes, neue Liner Notes sowie „Hot Shot“, einen Song, der bislang nur in Japan veröffentlicht wurde und nun, veredelt von David Wrench (David Byrne, The Pretenders, Frank Ocean), erstmals weltweit erhältlich ist. Produziert wurde die Neuauflage von Tommy Manzi und Steve Rosenthal, das Mastering übernahm Jessica Thompson.
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Auch das Artwork erfährt ein Update: Rob Roth, Fotograf und Kreativdirektor des ursprünglichen Albums, hat die Neugestaltung übernommen. Roth, ein enger Weggefährte von Debbie Harry und Chris Stein und heute eine feste Größe in der New Yorker Kunstszene, schoss einst die Originalbilder im legendären Club Mother – ein Ort, der Ende der 90er den Nervenkitzel aus Überwachung, Sexualität und Spektakel bündelte. „Ich war damals geradezu besessen von der Idee der Überwachung“, erinnert sich Roth. „Für mich ergab das konzeptionell und künstlerisch vollkommen Sinn.“ Für die Neuauflage hat er Archivmaterial mit neuen Elementen kombiniert – und so eine zeitgemäße, visuell kraftvolle Reimagination geschaffen.
„No Exit“ begann als fast aussichtsloses Projekt – nach Jahren der Trennung, individuellen Erfolgen, finanziellen Engpässen und dem Drang, wieder gemeinsam Musik zu machen. Doch genau daraus entstand eines der meistgefeierten Comebacks der späten 90er. Debbie Harry, Chris Stein, Clem Burke und Jimmy Destri fanden wieder zueinander, erst im Kellerstudio von Stein in Tribeca, später in den legendären Electric Lady Studios und bei Chung King. Mit Bassist Leigh Foxx und Gitarrist Paul Carbonara rückten zwei langjährige Wegbegleiter fest in die Band. Diese neue Chemie verlieh dem Album seinen Antrieb – und ließ Blondie wiederauferstehen, härter, schärfer und mit ungebrochener Energie.
Angeführt wurde die Rückkehr von Produzent Craig Leon, einer Schlüsselfigur der New Yorker Punk-Ära, der bereits mit den Ramones, Suicide, Talking Heads und Richard Hell gearbeitet hatte. Leon, der auch Blondies erste Single „X Offender“ 1976 betreut hatte, brachte sowohl Kontinuität als auch rohe Energie ein. Mit Vintage-Equipment aus dem inzwischen geschlossenen Blank Tape Studio fingen die Sessions genau das ein, was Blondie ausmachte: Erneuerung ohne Berechenbarkeit. „Wir wollten bewusst nichts Vorhersehbares machen – und trotzdem ein paar dieser kleinen Pop-Nummern einstreuen, für die Blondie bekannt sind“, sagt Debbie Harry.
Der Albumtitel „No Exit“, eine Anspielung auf Jean-Paul Sartres gleichnamiges Stück, fiel Clem Burke während einer Probe ein, als er die Worte immer wieder rief. „Er hörte einfach nicht auf“, erinnert sich Chris Stein lachend. „Aber es war ein cleveres Konzept. Uns gefiel das sofort.“ Der Gedanke der unausweichlichen künstlerischen Verstrickung – zwischen Band, Identität und Publikum – zieht sich seither wie ein stiller Faden durch das Album.
Als „No Exit“ im Februar 1999 erschien, katapultierte es Blondie zurück ins Rampenlicht. „Maria“ wurde ihre sechste Nummer 1 in Großbritannien – exakt 20 Jahre nach „Heart of Glass“ – und führte eine neue Generation an Blondies unverwechselbare Mischung aus Pop und Schärfe heran. Songs wie das intensive „Nothing is Real but the Girl“, der Titeltrack mit einem Feature von Coolio oder „Under the Gun“, eine Hommage an Jeffrey Lee Pierce, zeigten die ganze Bandbreite. „Boom Boom in the Zoom Zoom Room“ markierte zudem Clem Burkes Songwriting-Debüt für die Band. No Exit löste Blondies längste Tour überhaupt aus – 13 Monate weltweit –, die ihre Live-Kraft und kulturelle Relevanz endgültig zementierte.
Die Deluxe-Neuauflage erhält zusätzliche Bedeutung, da sie noch vor Clem Burkes Tod Anfang des Jahres fertiggestellt wurde. Der Schlagzeuger, Gründungsmitglied und seit über vier Jahrzehnten das rhythmische Rückgrat der Band, prägte das Album spürbar. Seine Energie, Präzision und Kreativität sind auf No Exit allgegenwärtig – und machen die Neuauflage zugleich zu einem eindrucksvollen Vermächtnis seines unvergleichlichen Beitrags zum Sound und Geist von Blondie.
Die Karriere von Cat Stevens, mit bürgerlichem Namen Steven Demetre Georgiou (geb. 1948 in London), prägt seit vielen Jahrzehnten die folkige Singer/Songwriter-Szene. Seine ersten Erfolge feierte er 1966 mit Pop-Hits wie „Matthew and Son“, doch nach einer schweren Tuberkulose-Erkrankung zog er sich zurück und entwickelte in den 70er Jahren einen introspektiveren Stil. Mit den Alben „Tea for the Tillerman“ (1970) und „Teaser and the Firecat“ (1971) erlangte er weltweiten Ruhm. Songs wie „Wild World“, „Father and Son“ und „Morning Has Broken“ machten ihn zu einer prägenden Stimme dieser Zeit.
Doch dann wandte er sich vom Musikgeschäft ab: 1977 konvertierte Cat Stevens zum Islam, nahm den Namen Yusuf Islam an und widmete sich religiösen und wohltätigen Projekten. Über zwei Jahrzehnte trat er kaum noch öffentlich auf. Erst in den 2000er Jahren kehrte er schrittweise zur Musik zurück, veröffentlichte neue Alben und gab wieder Livekonzerte – nun als Yusuf bzw. Yusuf/Cat Stevens. Sein Werk verbindet bis heute spirituelle Themen mit der Sensibilität des klassischen Singer-Songwriters und beeinflusst weiterhin Generationen von Musikern.
„On The Road To Findout: Greatest Hits“ ist die erste karriereübergreifende Sammlung der beliebtesten Songs aus seiner fast 60-jährigen Karriere. Dabei sind verschiedene Konfigurationen erhältlich: Die 1 CD und die 2 LP bieten 78 Minuten Musik bzw. 24 Songs, während die 2 CDs und die 4 LP 47 Songs für ein 158-minütiges Hörerlebnis bieten. Mit Texten und neuen Anmerkungen von Yusuf selbst ist diese neue Sammlung die perfekte Ergänzung für jede Plattensammlung.
Mir liegt zur Review die Doppel-LP vor, die durch die Highlights der Karriere führt. „Side One“ startet mit „Matthew & Son“ und liefert dann Hit auf Hit, man nenne nur „The First Cut Is The Deepest“, „Lady D’Arbanville“ und „Wild World“. „Side Two“ hat „Morning Has Broken“ und „Moonshadow“ zu bieten. „Side Three“ liefert Kuriositäten wie „The Hurt“ und „Banapple Gas“ während die vierte LP-Seite schließlich mit dem Evergreen „Father And Son“ sowie dem aktuellen „Take The World Apart“ schließt. Liner Notes von Yusuf selbst runden die Veröffentlichung ab, die zudem stilisierte Fotos des Künstlers aus allen Karrierephasen enthält.
Der Schwerpunkt der kürzeren Compilation liegt klar auf den 70er Jahren. Wer sich mit der ganzen Bandbreite von Yusufs Musik beschäftigen will, muss zur erweiterten Version greifen, wenn er nicht ohnehin schon alle Originalalben im Schrank hat.
Nachdem er bereits sein neues Album „Avenoir“ für den 12. September angekündigt hat, legt Calum Scott mit einer weiteren großen Meldung nach! No Buzzer = no Chance? Nicht in der neuen Staffel „The Voice of Germany“! Denn Calum Scott wird Coach der „The Voice: Comeback Stage by SEAT“. Dort will der international gefeierte Popstar („Dancing On My Own“, „You Are The Reason“) unter den Talenten „The Voice of Germany“ 2025 finden, für die die #TVOG-Coaches Shirin David, Smudo & Michi Beck, Rea Garvey und Nico Santos nicht den Buzzer drücken.
Calum Scott: „Ich gebe Talenten eine verdiente zweite Chance in meinem Comeback-Stage-Team, wenn ich bemerke, dass den anderen #TVOG-Coaches bei ihrem Auftritt etwas entgangen ist. Wenn ich etwas in diesen Talenten sehe, das die anderen Coaches nicht entdeckt haben, hole ich sie in #TeamCalum. Zusammen arbeiten wir dann ihre Stärken so heraus, dass Shirin, Nico, Michi & Smudo und Rea es hoffentlich bereuen werden, sie nicht selbst in ihrem Team zu haben.“ (lacht)
In der „The Voice: Comeback Stage by SEAT“ holt Calum Scott vielversprechende Talente zurück in den Wettbewerb um die beste Stimme Deutschlands. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie in den Blind Auditions nicht gebuzzert wurden oder es bis in die Team Fights geschafft haben. Wer mit seiner Stimme Calum Scott beeindrucken kann, darf sich auf der „The Voice: Comeback Stage by SEAT“ beweisen und um einen von zwei Plätzen im #TVOG-Halbfinale kämpfen.
Calum Scott: „Ich habe vor 10 Jahren selbst in einer Talentshow vorgesungen und sogar einen goldenen Buzzer bekommen – das macht diese Rolle für mich so besonders. Die anderen Coaches können diese Erfahrung nicht mit den Talenten teilen. Ich war in ihrer Situation und weiß genau, wie sich das anfühlt. Jetzt ihr Coach zu sein, ihnen Ratschläge zu geben und sie hoffentlich ins Finale von ‚The Voice of Germany‘ zu bringen, ist daher eine große Ehre für mich.“
Im Jahr 2023 hat Hannes Schöner nach 30 Jahren als Bassist bei den Höhnern sein zweites Solo-Album „Nah bei mir“ veröffentlicht. Es war sowohl eine Anknüpfung an seine Zeit vor den Höhnern, etwa an den 70er-Jahre-Hit „Nun sag schon Adieu“, als auch ein Aufbruch zu neuen musikalischen Ufern mit selbst geschriebenen Songs im Liedermacher-Stil über Pop bis Rock. Selbst Reggae und Country-Einflüsse sind zu hören.
Natürlich verlangten diese Songs danach, auf Konzertbühnen gebracht zu werden. Eines dieser Konzerte wurde auf dem Album „Live in Honrath“ festgehalten. Hannes‘ Band wird dabei von Freundinnen und Freunden wie Charly Klauser (Vocals, Percussion) und Markus Wienströr (E-Gitarre) ergänzt.
Höhepunkt des Livesets ist aber kein eigener Song, sondern ein Cover des Songwriters Tim Linde aus Schleswig-Holstein, das als aktuelle Single von Schöner fungiert. Den Titel „Wasser unterm Kiel“ hat Linde vor gut zehn Jahren seiner Tochter als persönliches Tauflied geschenkt – ein zeitlos guter Song für viele Gelegenheiten.
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Das selbstbetitelte Album „Helloween“ markierte vor vier Jahren die Rückkehr von Kai Hansen und Michael Kiske zu der kultigen Power-Metal-Band aus Hamburg, die spätestens seit dem kultigen 87er Album „Keeper of the Seven Keys Part 1“ zu den erfolgreichsten Metalbands Deutschlands zählt. Gemeinsam mit Andi Deris hat man seitdem gleich drei große Shouter zu bieten. Ein Fest für alle Metalfans!
Zum 40jährigen Bandjubiläum gab es dann die umfangreiche Compilation „March Of Time“ mit 42 Tracks in chronologischer Reihenfolge. Perfekt für Fans und Nostalgiker. Doch man will sich gar nicht auf den Lorbeeren vergangener Tage ausruhen: Ganz aktuell gibt es das neue Album „Giants & Monsters“ mit zehn regulären Titeln plus Bonustrack und in der großen siebenköpfigen Besetzung.
Fotocredit: Mathias Bothor
Schon beim Opener „Giants On The Run“ geht es grandios in die Vollen mit starken Riffs und viel Power. Die Bandmitglieder treten wechselseitig als Songwriter auf, was das Album im Gesamten sehr vielseitig macht. Fast alle können ihren Stempel aufdrücken und tun das jeweils mit Bravour.
„Savior Of The World“ liefert ein abwechslungsreiches Arrangement und großartigen Gesang von Michael Kiske. Überhaupt sind die Vocalparts hervorragend, vor allem wenn die drei Sänger sich gegenseitig unterstützen und mehrstimmig auftreten. So findet man den Ohrwurm „A Little Is a Little Too Much“ und die Metalhymne „We Can Be Gods“, die in ihren Lyrics dem heroischen Albumtitel Rechnung trägt.
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Doch es gibt nicht nur das schnelle Metalbrett, sondern durchaus auch balladeske Klänge mit „Into The Sun“ und später den melodischen Ruhepol „Hand Of God“. Gleich zwei Tracks reißen die 8-Minuten-Marke und zeigen in ihrer Breite Helloween vom Feinsten: Das grandiose „Universe (Gravity for Hearts)“ als Hommage an das große Mysterium des Weltraums und „Majestic“, das mit drei Sängern und instrumentalem Sologewitter seinem Titel alle Ehre macht.
Als Bonustrack findet sich auf dem mir zur Review vorliegenden Digipack die Rocknummer „Out Of Control“. Für sich allein stehend nur minimal schwächer als der Rest des Albums. Helloween sind und bleiben eine metallische Wucht und das aktuelle Album steht nur minimal hinter dem Vorgänger zurück. Bald geht es auf Tour zum Jubiläum „40 Jahre Helloween“ und wir dürfen ein großes Spektakel erwarten.
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Am Freitag, 29. August 2025, war es Johannes Oerding, der fast 7.000 Fans ins saarländische Losheim am See lockte. Die Open Airs im Strandbad sind immer einen Besuch wert, hat man doch in den Abendstunden auf dem leicht abschüssigen Gelände von überall her einen guten Blick auf die Bühne und zugleich auf das beschauliche Gewässer im Hintergrund. Könnte also perfekt sein, doch es war Regen angesagt, wie man an der Kleidung der Zuschauer*innen erkennen konnte. Auch die Veranstalter von Popp Concerts hatten im Voraus vorsorglich darauf hingewiesen, dass Regenschirme auf dem Konzertgelände nicht erlaubt sind. Sollte auch selbstverständlich sein, nicht nur aus Gründen der Sicherheit, sondern weil sich sonst alle die Sicht versperren würden.
Credit: Atelier3Bären
Petrus hatte aber ein Einsehen und beschränkte die Regengüsse auf ein Minimum. Der geschotterte Rasen war gut begehbar und im Vorfeld gab es höchstens mal ein wenig erhöhte Luftfeuchtigkeit. Support Jacob Elias konnte also guter Dinge seinen 30minütigen Set starten. Der junge Sänger aus Wien bot leichten Pop mit sympathischen Texten und dazu Songs wie „Situationship“ und „Wachstumsschmerz“. Der Singer/Songwriter erspielte sich sein Publikum und zeigte deutliche Ehrfurcht vor dem großen Publikum. Er wird demnächst selbst auf Clubtour gehen und vielleicht manche der Anwesenden dort wiedersehen.
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In der Umbauzeit begann es wie auf Kommando zu schütten. Doch tatsächlich sollte es bei diesem ausgiebigen Regenguss bleiben und Johannes Oerding konnte sich trocken durch den Abend bewegen. Dessen Set dauerte über 150 Minuten und startete nach einem kurzen Intro mit dem ganz neuen „Hier gehör ich hin“. Als Statement nahm man ihm das von Beginn an ab. Johannes hat eine enorme Bühnenpräsenz und war stets in engem Kontakt zum Publikum.
Schon der zweite Song „Kreise“ hatte den entsprechenden Mitsingfaktor. So vorbereitet, ging es ihm erst einmal darum, dass alle Anwesenden sich besser kennen lernen. Während man die Aufforderung, sich allen Nachbarn mit Handschlag und Namen vorzustellen, sonst vielleicht als kleinen Spaß abtut, wurde es hier direkt zum Gemeinschaftsevent und schnell war eine Verbundenheit hergestellt. Die Fortführung mit dem Song „Anfassen“ lief aber trotzdem ganz gesittet ab.
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Oerding lernte bei der folgende Publikumsbefragung sowohl die zehnjährige Mara kennen als auch einige Damen über 70 kennen, die erstaunlicherweise ganz vorn in der Menge standen. Nach „Morgen“ stimmte das Publikum kollektiv „Döp Döp Döp“ an und Johannes als Gute-Laune-Mensch ließ sich natürlich darauf ein, bevor er zu „Nie wieder Alkohol“ überleitete, die angebotene Weinschorle aber ohne Umschweife akzeptierte. Zwischendrin gab es ein recht langes Zwischenspiel mit Whitney Houstons „I Will Always Love You“ – und man muss dem Sänger wirklich Respekt zollen, dass er sich auch an die hohen Töne des Refrains wagte und diese mit Bravour meisterte.
Der Song „Unter einem Hut“ kann als musikalische Selbstvorstellung des 44jährigen gelten, doch man durfte durchaus noch mehr von ihm erfahren. Passenderweise nach „Turbulenzen“ musste nämlich der aktuelle Spielstand des Lokalderbys St. Pauli gegen HSV erwähnt werden. Dabei ist der Bassist der Band erklärter HSV-Fan, während Oerding dem Verein mit dem Totenkopf huldigt. Johannes war so erfreut über dessen Führung, dass er sich auf den Weg zum Bierstand machen musste, unterwegs viele Menschen begrüßte und ein sehr gelungenes Duett mit einem Zuschauer improvisierte.
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Oerding erinnerte sich daran, wie er vor 15 Jahren als Support für PUR in Losheim gespielt hat und welchen Weg seine Karriere seitdem genommen hat. In der ersten Reihe fand er Fan Gabi, die ihn damals erstmals gesehen hat. Und neben ihr den Über-Fan Uli, die gerade ihr 300. Oerding-Konzert erlebte. Extra für sie spielte er ihren Lieblingssong „Wenn es einen Gott gibt“, der sonst nicht auf der Setlist zu finden ist, und es war einfach magisch!
Überhaupt wurde nach viel Bewegung und Erzählen auch die Musik wieder wichtig. „All In“, dann mit „Hotel“ und „Leuchtschrift“ zwei akustische Songs, wobei ihn Gitarrist Moritz Stahl nicht nur instrumental sondern auch stimmlich begleitete. Danach gab es eine ganze Reihe biographischer Stücke. Die Hymne „Hundert Leben“ erzählte vom Aufleben auf dem Land. Für die Dorfkinder im Publikum mit hohem Nostalgiegehalt. „Ecke Schmilinsky“ beschrieb eine Begebenheit nachts um halb eins auf der Reeperbahn und „Eins-zu-eins-Gespräch“ war eine sehr melancholische und sentimentale Hommage an den verstorbenen Vater. Darauf konnte nur noch „Heimat“ folgen, verkleidet als Liebeslied mit seinen grandiosen Textzeilen wie „Du bist immer da, wenn ich keinen zum Reden hab′“.
Credit: Atelier3Bären
Johannes Oerding ist ein toller Mensch, der seine Fans versteht und von ihnen verstanden wird, der die Magie des Augenblicks erkennt und anscheinend in Herzen blicken kann. Der auch nicht auf die Uhr zu blicken scheint, wie andere Künstler*innen es so oft tun. Was erzählt werden muss, wird erzählt – ohne dabei die Setlist zu verkürzen. „Alles brennt“ und „An guten Tagen“ brachten die Menge nach gut über zwei Stunden erneut in Partystimmung und es war fast 23 Uhr, als das Konzert mit einem Zugabenblock und Songs wie „Wenn du lebst“ und „Zurück“ endete.
Man konnte nur ganz beseelt nach Hause gehen nach diesem Konzert voller Liebe und Magie. Johannes Oerding ist ein wahrer Herzensmensch, was er bei vielen Gelegenheiten authentisch zeigt.
Seit über zwei Jahrzehnten kennen wir Tom Gaebel als Crooner mit Coversongs und Eigenkompositionen in englischer Sprache. Markenzeichen sind seine smarte Stimme, das sympathische Auftreten und die immerwährende Spielfreude. Dr. Swing (wie ihn seine Fans nennen) hat inzwischen unzählige Alben veröffentlicht und zählt zu den Besten seines Faches – als Entertainer, Big-Band-Leader und Sänger.
Doch zu seinem 50. Geburtstag gibt es ein Album, mit dem wohl niemand gerechnet hätte: Tom Gaebel beschreibt seine musikalische Karriere mit Songs in deutscher Sprache, die er zum großen Teil selbst geschrieben hat. „Wenn man einen runden Geburtstag feiert, tendiert man bekanntlich dazu, eine Art persönliche Inventur zu machen“, erklärt er dazu. Dieses Album ist seine musikalische und persönliche Rückschau, eine Reise durch bedeutende Momente im Lebenslauf.
Die erste Single aus dem Album ist der Opener und trägt den Titel „Und alle hab‘n geklatscht“. Das Stück basiert auf dem Radio-Hit „Everytime We Touch“ von Maggie Reilly und wurde am 16.05. veröffentlicht. Der Song erzählt die Geschichte von Toms allererstem Auftritt vor Publikum – ein entscheidender Moment, der den Grundstein für seine musikalische Laufbahn legte.
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So bekommen wir eine Geschichte voller Herz, Erinnerungen und Inspiration. Tom erzählt auf seine ganz eigene Art von nostalgischen Begebenheiten. Im Video zu „So wie du“ sehen wir sehr berührende Aufnahmen aus Toms Familiengeschichte. Die Melancholie von „Vorbei ist unsere Zeit“ und „Wo du jetzt wohnst“ ist magisch. Ehrlich und charmant führt er uns durch die Jahrzehnte und endet voller Wehmut mit „Wenn der letzte Vorhang fällt“. So ist auch das Albumcover ungemein passend, das den erwachsenen Sänger auf einem Kinderbett zeigt.
Mit Bläsern und Streichern sind die Stücke ganz sanft arrangiert. Zum Teil zwar im Bigband-Sound, aber ohne dabei überfrachtet zu wirken. Tom schafft es, seine Fans mitzunehmen und mit dem ersten Swing-Konzeptalbum zu beglücken, das ich kenne. Sehr schön in seiner musikalischen Ausgestaltung und ganz ausgewogen mit einer Mischung aus bekannten und neuen Melodien.
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Nach den Hardcore-Legenden SCOOTER am Freitag hat sich das Strandbad in Losheim am See einen Tag Pause gegönnt – und gestern ging es weiter mit CRO, der die Massen von jung bis alt begeisterte. Sein Debütalbum „Raop“ ist im Jahr 2012 erschienen und es hat von Beginn an polarisiert. Für echte Rapper war dieser Mix aus Pop und Rap nichts Halbes und nichts Ganzes. Und so ließen Teile der Szene ihren Unmut laut heraus. Doch CRO hat es verstanden, seiner Linie über Jahrzehnte treu zu bleiben. In Losheim feierte er ein rauschendes Fest, das weit in die Vergangenheit führte.
Zuvor aber fungierten Greta und Anaïs als Support Acts. Greta habe ich leider verpasst und mit Anaïs haben wohl die wenigsten gerechnet. Sie ist nämlich ganz kurzfristig für den erkrankten Ski Aggu eingesprungen. In ihren Texten schreibt die 24-jährige über alle Phasen des Erwachsenwerdens: mentale Gesundheit, toxische Beziehungen, Selbstakzeptanz – und ihren Platz als junge Frau in dieser Welt. Mit Beats und organischen Mellotron-Samples ist das vor allem Dancefloor und kein Rap, doch zum Einheizen für die Fans des Mannes mit der Maske war sie genau die richtige Wahl.
Fotocredit: Sol Vianini
Um 20.10 Uhr ging es dann endlich los mit CRO. Oder halt. Vielmehr gab es ein podcast-artiges Vorgeplänkel, das auf die Idee hinter der aktuellen „Cronicles Tour“ hinwies. Ziel war es, seine Geschichte über dreizehn Karrierejahre und drei Masken hinweg zu erzählen. Das geschah in Form einer Zeitreise, die in dem philosophisch anmutenden Dialog thematisiert wurde, dem ich aber nicht ganz folgen konnte. Sei’s drum. CRO gliederte seine Story in fünf große Kapitel, die sich rückwärts von aktuellen Songs bis in die DJ- und Mixtape-Anfänge zurück bewegten.
So startete CRO mit seiner aktuellen Science-Fiction-Maske, Rockband, DJ, drei Backgroundsängerinnen, großen LCD-Leinwänden und aufblasbaren futuristischen Figuren in einen relativ aktuellen Set, der Songs wie „BAD BOi“ und „CROBOT“ mit sich brachte. Schon jetzt war die Stimmung im Publikum hervorragend. Es wurde getanzt und gesungen, und die vielen anwesenden Kinder schwenkten ihre CRO-Future-Kuscheltiere, die es am Merch zu erwerben gab. Der Rapper war ganz publikumsnah und verteilte schon frühzeitig Autogramme an die Fans in der ersten Reihe.
Nach einer halben Stunde wurde zum Album „tru“ aus dem Jahr 2017 gewechselt. Wieder nach einem erklärenden Intro und mit adäquatem Maskenwechsel. Zur Freude der Fans gab es nämlich jetzt den altbekannten Panda, allerdings hier noch in der zweiten Version, die komplett weiß war. Tracks wie „Kapitel 1“, „2kx“ als Feature mit dem stimmgewaltigen Phil Braun, „fkngrt“ und „unendlichkeit“ waren zu hören.
Im dritten Akt wurde dem Album „Melodie“ gehuldigt. Da stieg die Mitsing-Stimmung im Publikum mit Gassenhauern wie „Traum“, „Einmal um die Welt“, „Meine Gang“ und „Bad Chick“. Inzwischen war es dunkel geworden, vom See zog eine frische Brise auf und die Lightshow kam jetzt endlich perfekt zur Geltung.
Ab 21,20 Uhr wurde mit einem Schattenspiel das Kapitel „Raop“ anegündigt und so erschloss sich der Sinn einer umgekehrten chronologischen Reihenfolge. Schließlich kamen jetzt die Tracks, die CRO groß gemacht hatten, angefangen bei „Easy“, das mit dem Soul-Cover „Sunny“ eingeleitet wurde. Spätestens hier wurde die Stimmung magisch und emotional.
Zu „Fall auf“ erschien als Gast badchief auf der Bühne, der im Anschluss noch (ebenso wie Phil) einen eigenen Song zu Gehör bringen durfte. Danach wurde es für mich etwas strange, denn ganz zum Schluss feierte CRO seine Anfänge mit einem DJ-Set inmitten des Publikums. Cover wie „I Want It That Way“ (Backstreet Boys) und „September“ (Earth, Wind and Fire) wurden begeistert mitgesungen, doch es herrschte auch allgemeine Aufbruchstimmung. Eigentlich kein würdiger Abschluss für ein Konzert. Immerhin gab es noch ein kleines Feuerwerk, um die Fans in die Nacht zu entlassen.
Kinderfreundlich ging die Show um 22 Uhr zu Ende. Am nächsten Wochenende folgt der Abschluss mit Johannes Oerding (29.8.) und dem LUCKY LAKE FESTIVAL (30.8.). Das Strandbad in Losheim ist immer eine Reise wert und als Location am See ist es ein toller Anblick, wenn die Sonne überm Wasser untergeht. Hoffen wir, dass das trockene Wetter auch für die abschließenden Events hält.
Zum 20-jährigen Jubiläum ihres mehrfach mit Platin ausgezeichneten Debütalbums „Eye To The Telescope“ kündigt die BRIT-Award-Gewinnerin und Grammy®-nominierte Singer-Songwriterin KT Tunstall besondere Neuauflagen an. Das Album erscheint am 31. Oktober 2025 in exklusiven Sammler-Editionen als 2LP-Version, 4CD-Edition und 2CD-Set, ergänzt um B-Seiten, seltene Live-Aufnahmen sowie drei neue Songs. Die 1LP-Version enthält das Originalalbum. Ein besonderes Highlight der Veröffentlichung ist der bislang unveröffentlichte Titeltrack, der ab dem 6. August digital verfügbar ist.
Der von Tunstall selbst geschriebene und gemeinsam mit ihrem langjährigen Produzenten Martin Terefe produzierte Song lag zwei Jahrzehnte lang unvollendet in ihren Archiven. Inspiriert vom runden Jubiläum entschied sich die Singer/Songwriterin, den Titel noch einmal aufzugreifen und zu vollenden.
„Eye To The Telescope“ wurde ursprünglich Ende 2004 veröffentlicht und katapultierte die schottische Singer Songwriterin KT Tunstall über Nacht ins internationale Rampenlicht. Maßgeblich verantwortlich dafür war ihr legendärer TV-Auftritt bei „Later… with Jools Holland“, bei dem sie kurzfristig für Rapper Nas einsprang und allein mit Gitarre, Loop-Pedal und Tamburin auftrat. Ihre Performance von „Black Horse and the Cherry Tree“ wurde zu einem der ersten viralen Musikmomente der 2000er Jahre und ermöglichte eine beispiellose Karriere. 2025 erhält dieser Longplayer nun auf Grundlage dieses Auftritts eine erneute, umfassende Würdigung. Das Album enthielt mehrere Hits, darunter das äußerst populäre „Suddenly I See“. Der Song wurde untrennbar mit der Geschichte der Popkultur verbunden, als er in der Eröffnungsszene des Films „The Devil Wears Prada“ (Der Teufel trägt Prada) zu hören war.
Tunstall etablierte sich seither als eine der eigenständigsten und kreativ furchtlosesten Künstlerinnen Großbritanniens, die sich nie auf einem Sound festlegen ließ. Sie wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter der Ivor Novello Award für ihre „Outstanding Song Collection“. Und auch nach all den Jahren ist sie weltweit auf Tour unterwegs und hat mittlerweile acht hochgelobte Alben veröffentlicht, die bei Fans wie Kritiker:innen gleichermaßen Eindruck hinterlassen haben.
In ihrer Musik steht das Gitarrenspiel, ob akustisch oder elektrisch, immer im Zentrum. Sie reiht sich damit in eine exklusive Gruppe weiblicher Gitarrenvirtuosinnen ein, zu der unter anderem Chrissie Hynde oder auch PJ Harvey zählen.
Ein besonderes Element der Jubiläumsausgabe ist die Veröffentlichung der Stargazer EP, die digital am 31. Oktober erscheint. Die EP enthält drei neue Songs „Eye To The Telescope“, „Cancerian“ und „Anything At All“ jeweils sowohl in der Originalfassung als auch in „Still“-Akustikversionen. Alle drei Songs stammen ursprünglich aus den frühen Songwriting-Phasen des Albums und wurden erst in diesem Jahr fertiggestellt. Die neue Version von „Eye To The Telescope“ wird durch das Original-Streicherarrangement von David Davidson sowie einer besonderen Flötenperformance des renommierten Musikers Shabaka bereichert, wodurch ein berührender Klang entsteht.
Über den Song und den Albumnamen erzählt KT selbst:„Die Idee für den Titel meines ersten Albums stammt von einer Erfahrung, die ich als Kind mit meinem Vater gemacht habe. Er ist Physiker und hatte einen Zweitschlüssel fürs Observatorium der Universität in St Andrews. Manchmal hat er uns mitten in der Nacht geweckt, einfach so, und wir sind im Schlafanzug ins Auto gestiegen, um durch dieses riesige Teleskop den Nachthimmel zu beobachten; den Mond, den Saturn, den Halleyschen Kometen. Das hat mich fasziniert und geprägt.
Als ich das Album dann Eye to the Telescope genannt habe, wollte ich eigentlich auch einen gleichnamigen Song schreiben. Aber was dabei entstand, war so leise, so zerbrechlich, und ich dachte, ein Titeltrack für ein Debütalbum muss doch ein echter Banger sein. Also habe ich den Song damals nicht weiterverfolgt. Jetzt, über 20 Jahre später, ermutigte mich mein Label BMG, ihn doch noch fertigzustellen und das war wirklich etwas Besonderes. Dass David Davidson, der schon beim Originalalbum die Streicher arrangiert hat, wieder mit dabei ist und Shabaka mit seinem unglaublichen Holzflöten-Spiel diesen fast magischen Moment erzeugt, fühlt sich für mich an wie ein Kreis, der sich nach all den Jahren schließt.“
Die 20th Anniversary Reissue von „Eye to the Telescope“ ist eine ehrliche und emotionale Hommage an KT Tunstalls anhaltende künstlerische Strahlkraft und zugleich eine Art Zeitkapsel für das Album, das alles verändert hat. Zart, introspektiv und voller Staunen ist die neue Single eine perfekte Momentaufnahme der Magie, die Eye to the Telescope zu einem zeitlosen Klassiker gemacht hat. Sie schenkt sowohl langjährigen als auch neuen Fans einen besonderen Einblick in KT Tunstalls kreatives Universum.
Die Neuauflage des ikonischen Debütalbums „Eye to the Telescope“ wird in der Stargazer Edition ab dem 31. Oktober 2025 als physische Veröffentlichung auf CD und Vinyl erhältlich sein. Die Stargazer EP, die alle drei neuen Songs enthält, erscheint ebenfalls am 31. Oktober digital über BMG.
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Seit sie 2004 mit ihrem Debütalbum „Eye To The Telescope“ weltweit Erfolge feierte, gehört KT Tunstall zu den führenden britischen Singer-Songwriter:innen. 2005 verkaufte sie mehr Alben als jede andere weibliche Künstlerin im Vereinigten Königreich, gewann 2006 den Brit Award als beste britische Solo-Künstlerin, erhielt den Ivor Novello Award für den besten Song für ihren großen Hit „Suddenly I See“ und einen Q Award als Track des Jahres. Außerdem wurde sie für einen Grammy in der Kategorie „Best Female Pop Vocal Performance“ nominiert und lieh ihre Songs zahlreichen Filmen und TV-Serien, zum Beispiel wurde „Suddenly I See“ in der ikonischen Eröffnungsszene von „The Devil Wears Prada“ verwendet. In den folgenden Jahren brachte sie mehrere von Kritikern gefeierte Alben heraus, die schließlich in einer Trilogie zum Thema Mind, Body and Soul mündeten: 2016 das Top-10-Album KIN, 2018 WAX und zuletzt 2022 NUT. Von „Eye To The Telescope“ wurden mehr als fünf Millionen Exemplare verkauft.
KT hat mit einer beeindruckenden Reihe von großartigen Künstler:innen zusammengearbeitet und getourt, darunter The Pretenders, Simple Minds, Hall and Oates, Roger Daltrey, Suzie Quatro und Barenaked Ladies. Zu ihren vielen Auszeichnungen gehören der Inspirational Artist Award bei den Women In Music Awards und ganz aktuell Anfang 2024 der prestigeträchtige Ivor Novello Award für ihre herausragende Song-Kollektion. 2025 spielte sie eine Reihe von Konzerten zum 20-jährigen Jubiläum von „Eye To The Telescope“, darunter zwei elektrische Shows in Glasgow (Royal Concert Hall und Barrowlands) im Rahmen von Celtic Connections sowie ein eigenes Headliner-Konzert in der legendären Royal Albert Hall in London am 23. Juni, ihrem 50. Geburtstag. Die hochgelobte Show, die viele Stars versammelte, hatte besondere Gastauftritte von Sir Roger Daltrey, Jools Holland, Mel C, Natalie Imbruglia und Rick Astley. KT schrieb außerdem die Musik für das gefeierte Bühnenmusical zum Kultfilm der 90er Jahre Clueless, das im Februar 2025 im Londoner West End Premiere feierte und nächstes Jahr auf Tour geht.
Das Projekt von Steve Rothery und Thorsten Quaeschning war schon länger in der Pipeline. Bereits beim Berliner Marillion Weekend im Juni 2023 stellten die beiden erste musikalische Ergebnisse vor, die durchaus beeindruckend waren. Ist ja auch kein Wunder, wenn zwei so begnadete Musiker aufeinander treffen. Steve gilt seit den 80er Jahren als Gitarrengott und wird für seine ausgiebigen Soli bei Marillion von Tausenden Fans bewundert. Quaeschning gehört seit über zwanzig Jahren zu den legendären Tangerine Dream, die als Pioniere der elektronischen Musik gelten und bis heute weltweit aktiv sind. Als dienstältestes Mitglied der aktuellen Besetzung ist Thorsten der kreative Kopf der Band.
Copyright: earMUSIC, Fotocredit: Thomas Ecke
Kein Wunder, dass es aufhorchen lässt, wenn zwei solche Musiker sich zu einem Duo-Projekt zusammenschließen. Ihr Debütalbum „Gentō“ ist gerade erschienen und lädt ein auf eine atmosphärische Reise, bei welcher zwei eigenständige musikalische Welten aufeinandertreffen. Gemeinsam bringen sie jahrzehntelange musikalische Erfahrung in das Projekt ein, welches nicht nur eine stilistische Verschmelzung, sondern ein durchdachter Dialog zwischen zwei etablierten musikalischen Welten ist. Der Name Bioscope stammt aus dem Griechischen: bios (Leben) und skopeein (schauen). Vor der Vereinnahmung durchs Kino bedeutete er „ein Blick auf das Leben“ – eine treffende Metapher für ein Projekt, das musikalische Erfahrung in gemeinsame Wahrnehmung verwandelt.
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Angefangen hat es 2020 mit einem ersten Treffen in Berlin und in den darauffolgenden Jahren haben Rothery und Quaeschning stetig weiter an den Kompositionen gefeilt, bis sie dann in einer fünftägigen Session in Rotherys Heimstudio im Südwesten Englands fertiggestellt wurden. Jeder der fünf Instrumental Tracks ist von der Faszination des Menschen für das Bewegtbild inspiriert. Die Musik reicht von eindrucksvollen Gitarrenklängen, die an klassischen Progressive Rock erinnern, bis hin zu rhythmischen Sequencer-Passagen im Stil der Berliner Schule.
Copyright: earMUSIC, Fotocredit: Thomas Ecke
Das Album bietet einen gediegenen Ambient-Sound, gepaart mit Rotherys grandiosem Gitarrenspiel. So entwickelt sich eine schöne Dynamik, die durch das Album trägt. Man wird an die elegischen Melodien von Vangelis erinnert, aber auch an Pink Floyd, womit der Bogen zum modernen Prog geschlagen ist. Spacige Konstrukte, viel Synthesizer – und wenn dann die Gitarre groß einsetzt, könnte aus mancher Passage auch ein klassischer Marillion-Song werden. Fans beider Lager werden begeistert sein!
Das mir vorliegende CD+Blu-ray-Digipak enthält das komplette Album auf CD sowie hochauflösende Audioformate auf Blu-ray: PCM Stereo, Dolby Atmos und 5.1 (48kHz/24bit). Sound-Enthusiasten kommen so definitiv auf ihre Kosten!
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Gerade habe ich den neuen Roman von Freida McFeddan beendet. „Der Lehrer“ ist ein psychologischer Thriller, der sehr zu überzeugen weiß. Die Autorin verwendet den Kniff, ihre Geschichte aus der Sicht zweier Protagonistinnen zu erzählen, die zudem Gegenspielerinnen sind: einer Schülerin und ihrer Lehrerin. Warum der Roman nicht „Die Lehrerin“ heißt, sondern die männliche Form verwendet, wird auch schon ganz zu Beginn klar. Eigentlich dreht sich nämlich alles um den beliebten Englischlehrer Nate Bennett, den Ehemann der erwachsenen Ich-Erzählerin.
Zum Inhalt: Eigentlich hat Eve Bennett ein gutes Leben. Sie ist Mathelehrerin an der örtlichen Highschool und verheiratet mit Nate, der dort Englisch unterrichtet. Doch letztes Jahr wurde die Schule von einem Skandal erschüttert, in dessen Zentrum eine Schülerin stand. Und dieses Jahr ist diese Schülerin in Eves Klasse. Addie kann man nicht trauen, sie lügt und verletzt Menschen. Aber niemand kennt die wahre Addie. Niemand kennt das Geheimnis, das sie zerstören könnte. Und Addie würde alles dafür tun, dass es so bleibt. Ihr einziger Lichtblick in diesem Schuljahr: ihr neuer Englischlehrer Nate Bennett.
Die beiden Sichtweisen werfen ein unterschiedliches Bild auf das Geschehen. Eve ist frustriert von ihrer Ehe und dem Mann, der sie nur noch oberflächlich liebt. Sie sucht nach Zerstreuung, liebt Schuhe und den Schuhverkäufer – zudem will sie eine gute und doch einigermaßen strenge Lehrerin sein. Aus der Sicht von Addie passt sie nicht zu dem beliebten und sympathischen Englischlehrer, der immer Verständnis für seine Schüler*innen hat. Seele und Verliebtheit der 16jährigen Teenagerin sind sehr gut beschrieben und man kann ihre Motive einigermaßen nachvollziehen.
Es gibt einige überraschende Wendungen, vor allem wenn nach drei Vierteln des Buches ein Perspektivwechsel stattfindet und Ereignisse auch aus Nates Sicht geschildert werden. Entwickeln die tragischen Geschehnisse eine Eigendynamik, die nicht mehr aufzuhalten ist? Wird am Ende ein Mord geschehen? Ich will nicht zu viel verraten, aber es bleibt spannend und in Teilen unvorhersehbar bis zur letzten Romanseite. Zudem werden viele Themen angeschnitten, die für sich eine Erzählung wert sind: Mobbing, Gewalt in der Ehe, Missbrauch, Sex mit Minderjährigen, außereheliche Affären – da kommt einiges zusammen.
Einzig die alte Geschichte um einen Lehrer, der die Schule verlassen hat, weil ihm ein Verhältnis mit Addie nachgesagt wurde, kommt meiner Ansicht nach zu kurz und wird nicht genügend beleuchtet. Da bleibt noch einiges im Dunkeln, über das ich als Leser gern mehr erfahren hätte. Davon abgesehen ist „Der Lehrer“ aber ein raffiniert aufgebauter Thriller mit vielen Überraschungen. Flüssig zu lesen, geradlinig erzählt und ein echter Pageturner.
Nachdem Anna Buchegger bereits die Singles „Maria“ und „Wos i nit bin“ aus ihrem am 03. Oktober 2025 erscheinenden, zweiten Album „Soiz“ veröffentlichte, folgt heute mit „Teppich“ eine weitere Single.
Sich gegenseitig zuhören, das Erfasste verarbeiten, in den richtigen Kontext setzen und in einer offenen, vorurteilsfreien Atmosphäre miteinander reden – die wichtigen und vom Aussterben bedrohten Tugenden des Diskurses und des Miteinanders im Allgemeinen sind der Salzburger Sängerin Anna Buchegger ein besonderes Anliegen. „Ois is schwoaz oder weiß, dazwischen gibt’s nix mehr wos bleib, es geht bergåb und ois foaht schuss, dass de Sicht schlecht is, is jed’m wurscht“ besingt sie wütend und fordernd in ihrer neuen und dritten Single „Teppich“. Ein in Liedform gegossenes Manifest gegen Engstirnigkeit, Sturheit und die allumfassende Egozentrik der Gegenwart.
Credit: Anna Buchegger
Wie können Probleme und Missverständnisse gelöst und geklärt werden, wenn man sich dem Gegenüber nicht mehr öffnet und alles unter den Teppich kehrt, was nicht ins eigene Weltbild passt? „Mia sitzt’n uns auf de Fehler drauf, jeder suacht si an Schuldigen aus“ – Buchegger zeichnet ein bedrohliches und längst Realität gewordenes Szenario aus Unverständnis und Ignoranz.
Sanft wird das Lied mit Piano-Klängen eingeleitet, bevor es sich mit einem intensiven Bläsersatz zu einem Klangmonolith erhebt und mit knarzig-dissonanten Geigenklängen am Ende so verstört, wie es die Menschen in ihrem Umgang untereinandermachen. „Mia håm nix mehr zu verlier’n, hiaz kimma uns ungeniert gegenseitig ohliag’n“ – was bleibt, wenn die Ehrlichkeit verschwindet und man sich von allen Problemen abwendet? Lüften wir den Teppich, bevor es zu spät ist.
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Für „Windschatten“ erhielt Buchegger u.a. zwei Amadeus Award-Nominierungen, den Hubert von Goisern Kulturpreis 2024 und ein ARTE TRACKS-Porträt. Mit Songs wie „Fisch“ oder „Vaterland“ hat sie nicht nur das Konzept von „Heimat“ neu definiert, sondern auch bewiesen, dass Popmusik zugleich poetisch und politisch sein kann.
Mit „Soiz“ wird aus innerer Reibung eine neue Sicherheit – eine, die Dialekt, Widerstand, Selbstironie und musikalisches Wagnis miteinander verbindet. Der Sound ist kantiger, lauter, experimenteller. Die Kunstfigur zwischen Clown, Couture und Tracht wird weiterentwickelt und steht sinnbildlich für den Anspruch, Tradition nicht zu konservieren, sondern zu konfrontieren.
Was der Bluesrock-Gitarrist, Sänger, Songwriter, Komponist und Texter aus New York im Vierteljahrhundert seit Karrierestart veröffentlicht hat, kann ganze CD-Regale füllen. Nicht nur seine Solo-Veröffentlichungen, auch die Projekte mit Beth Hart und Black Country Communion sind Legion. Je nach Zählweise sind es über fünfzig Alben aus seiner Feder. Ob er nun Blues-Klassiker covert oder eigene Werke interpretiert – sein Gitarrenspiel ist einfach göttlich. Und auch seine Vocals hat man inzwischen im Ohr.
Fotocredit: Haluk Gurer
Das neue Album ist mal wieder ein Gesamtkunstwerk – beginnend mit dem grandiosen Cover, das eine sich öffnende Tür zeigt, die aus der Dunkelheit ins Licht führt. Es ist sein stilistisch vielfältigstes und emotional eindrucksvollstes Werk. Die zehn Songs umfassende CD/LP umfasst diverse Genres und verbindet globale Einflüsse mit tiefgründigem Songwriting und natürlich Bonamassas charakteristischer Gitarrenkunst.
Zeitgleich mit dem Album-Release veröffentlichte Bonamassa die neue Single „Broken Record“ – eine eindringliche, langsam glühende Meditation über Widerstandsfähigkeit, Reflexion und die emotionale Last langer Wege. Mit seinem grüblerischen Arrangement und den introspektiven Texten offenbart der Track eine weitere Seite von Bonamassas sich ständig weiterentwickelndem künstlerischem Schaffen: “I’ve been lost in the wilderness / For too long, too long / Singing the same old song.”
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„Breakthrough“ wurde von seinem langjährigen Weggefährten Kevin Shirley (Iron Maiden, Journey, The Black Crowes) produziert und in Los Angeles, Nashville und Griechenland aufgenommen. Es zeigt Bonamassa in seiner furchtlosesten Form, wie er sich über seine Blues-Wurzeln hinauswagt und sich ganz einer weiten Palette an Klängen und Geschichten hingibt. Von Texas Swing und Singer-Songwriter-Intimität bis hin zu schwungvollem Rock und funky Soul vereint das Album alles, was er im Lauf seiner Karriere perfektioniert hat.
„Trigger Finger“ war die vierte Single-Veröffentlichung und folgt auf den Titeltrack, eine gefühlvolle und erhebende Hymne der Transformation. Davor erschienen das stimmungsvolle, introspektive „Shake This Ground“ und das warme, groove-betonte „Still Walking With Me“. Jede dieser Singles präsentiert eine andere Facette von Bonamassas sich immer weiter entwickelndem künstlerischem Schaffen.
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Es gibt viel Gitarrenpower, aber auch gefühlvolle Balladen. Trotz der exorbitanten Soli vergisst Bonamassa nicht den erzählenden Charakter seiner Songs. Das macht seine Musik seit vielen Jahrzehnten aus.
Johna ist eine Songwriterin aus Köln, die mit akustischer Musik zwischen Country, Pop und Folk glänzt. Sie begann in englischer Sprache, ist aber inzwischen zu ihrer Muttersprache gewechselt. Das wundervolle Album „Postkarten“ erschien vor drei Jahren. Jetzt ist sie mit einer neuen EP am Start, die den Titel „Nachtzug“ trägt.
Ihre Handschrift: Sanfte Töne verbinden sich mit starken Botschaften zu Songs, die zum Nachdenken einladen oder einfach Spaß machen und die Gefühle tanzen lassen. Ihre Musik lässt Einflüsse wie Sarah McLachlan, Heather Nova oder Jewel erkennen, ohne zu kopieren. Mit ihrer aktuellen EP setzt sie diese Reise fort und lässt ihre Zuhörer dabei wie gewohnt ganz nah an sich heran. Sie zeigt das emotionale Gepäck, den Ballast aber auch die schönen Souvenirs, die ihr Leben als Mensch und Künstlerin prägen.
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Die Stücke „Nachtzug“ und „Wolken“ sind ganz philosophisch gehalten. Sehr atmosphärisch und gefühlvoll beschreibt Johna Situationen, die viele schon erlebt haben. „Karma“ ist der einzige Song, der mich nicht ganz überzeugt. Er erzählt von negativen Menschen, die sich nach außen gut darstellen, aber in Wirklichkeit lügen und betrügen. Musikalisch okay, aber inhaltlich zu flach.
Wunderschön jedoch sind die Lieder, in denen es vermutlich um eigene Erlebnisse geht. „15“ spricht mit dem jugendlichen Ich der Sängerin, einer Aussenseiterin, die in der Schule gemobbt wurde, jetzt aber als starke Frau auf diese Zeit zurückblickt. Sehr stark! Und ganz emotional geht es in „Still und leise“ um den Abschied von einem geliebten Menschen. Die beschriebene Situation ist nachvollziehbar und verursacht Gänsehaut.
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Die EP ist gefüllt mit einer Idee von Americana made in Germany, aber ohne sich etwas anzueignen. In der Tradition der Singer/Songwriter*innen verwurzelt, offenbart Johna Gefühle und Gedanken, mal zart und zerbrechlich, mal stark und kämpferisch. In einer Welt, die viel vom Außen geprägt ist, lenkt sie den Fokus auf das Innere und lädt ihre Zuhörer*innen ein, das Gleiche zu tun: sich an das Gestern erinnern und das Morgen feiern, Gedanken spinnen und wieder loslassen, die Leichtigkeit und Wärme des Lebens annehmen genau wie die Schwere. Die Arrangements auf „Nachtzug“ stellen dabei Johnas Stimme in den Mittelpunkt, die nuanciert die verschiedenen Stimmungen transportiert.
Der Song „Nachtzug“ steht symbolisch für den Aufbrauch, das Weiterreisen in neue Welten und Abenteuer. Ich freue mich jetzt schon auf Johnas nächstes Album und bin gespannt, was sie Neues zu erzählen hat.