Marianne Faithfull blickt bereits auf eine lange Karriere als Sängerin zurück. Ebenso lange begleitet sie aber auch die Liebe zur Poesie und zu den englischen Dichtern der Romantik, und so hat sie nun endlich ein lange gehegtes Projekt verwirklicht – inmitten der weltweiten Corona-Pandemie und einer eigenen schweren Covid 19-Erkrankung. Auf „She Walks in Beauty“ präsentiert sie gemeinsam mit Warren Ellis elf vertonte Gedichte, die eine besondere Verbindung von Poesie und Musik darstellen.
Die Gedichte – unter anderem Werke von Lord Byron, John Keats und William Wordsworth – wurden dabei aber nicht im klassischen Sinne vertont, also mit einer Melodie versehen. Es handelt sich vielmehr um eine musikalisch untermalte Lesung, in der Klassiker wie „To Autumn“ oder „Lady of Shallot“ eine ganz neue Dimension erhalten. Marianne rezitiert mit einer kräftigen Stimme, ebenso ausdrucksvoll wie ihr Gesang und lässt den Hörer geradezu eintauchen in wundersame Welten voller tapferer Ritter, holder Jungfrauen und tiefer Gefühle. Und Warren Ellis komponierte zu diesen Lesungen wunderbare Klangteppiche, die die Atmosphäre der einzelnen Gedichte unterstützen und verdichten.
Fotocredit: Rosie Matheson
Als Musiker sind neben Warren Ellis selbst auch Nick Cave am Piano und Vincent Segal am Cello zu hören. Ihre Instrumente verschmelzen teilweise mit Ellis Loops und Synthesizer-Klängen, dürfen aber auch mal Glanzpunkte setzen. In „Ode To Nightingale“ singt das Cello im Hintergrund das schwermütige Lied der Nachtigall, und in „Surprised by Joy“ mischen sich Violine und Piano zum Duett einer ebenso freudigen wie schmerzvollen Erinnerung. Immer aber schafft die Musik den passenden Hintergrund zu den Gedichten. Bei „La belle Dame sans Merci“ meint man die lilienbewachsene Wiese vor sich zu sehen, auf dem der Protagonist von der wundersamen Dame verführt wird, und „To the Moon“ beschwört das Bild einer friedlichen mondbeschienenen Landschaft herauf.
Insgesamt ist hier ein künstlerisch beindruckendes und geleichzeitig äußerst meditatives Werk entstanden, bei dem man sich ganz der Schönheit von Poesie und Musik hingeben kann. Und so gelungen wie der Inhalt ist auch die Verpackung. „She Walks in Beauty“ präsentiert sich als kleiner quadratischen Gedichtband mit allen Texten und wunderschönen passenden Aquarellen von Colin Self. Hier lohnt es also wirklich, sich das Album in physischer Form zuzulegen!
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Wie erklärt man Kindern die Pandemie? Wer selbst kleine Kinder hat, wird verstehen, dass dies alles andere als einfach ist. Um Eltern und Erziehern ein altersgerechtes Hilfsmittel zur Hand zu geben, haben die Schweizer Autorin Isabelle Bitterli und der Illustrator Werner Nydegger das Kinderbuch „König Corona“ auf den Markt gebracht. Das großformatige Buch mit festem Einband erzählt auf 32 Seiten die Geschichte eines winzigen Königreichs und seines Herrschers, der in der Art eines James-Bind-Bösewichts seine Truppen in unsere Welt schickt, um die Menschen krank zu machen.
In dem Buch wird die Problematik der Pandemie in eine Geschichte verpackt. Dadurch werden nicht nur Viren und ihre Verbreitung spielerisch erklärt, sondern auch die notwendigen Regeln dargestellt. Die Kinder erfahren mehr über die Forschung der Virologen und über die nötige Geduld sowie den Zeitbegriff „Monat“, ohne dass dabei das Buch belehrend oder zu sachlich wirkt.
In der Schweiz ist die Geschichte bereits im Mai 2020 erschienen, also noch ganz zu Beginn der Pandemie. Seit Mitte Dezember ist sie auch in Deutschland und Österreich auf dem Markt. Die Geschichte ist stellenweise – trotz ihres erklärenden Charakters – sehr komplex. Sie wird empfohlen für Kinder ab 4 Jahren, doch ich denke, die sind vielleicht mit einer Alternative wie „Conni macht Mut in Zeiten von Corona“ besser bedient. Nach meiner Einschätzung sollten die kleinen Zuhörer oder Selbstleser besser schon im Grundschulalter sein.
Nydeggers Bilder sind künstlerisch wertvoll und beschönigen nichts. König Corona wird als kleiner dicklicher Kobold dargestellt. Die Szenen aus der Menschenwelt sind realistisch. Insgesamt aber ist alles ziemlich düster gehalten. Es gibt auch kein wirkliches „Happy End“. Das mag vielleicht an der Entstehungszeit des Buches liegen. Stattdessen erklärt man zum Ende hin die Hygieneregeln, die Arbeit der Forscher und Wissenschaftler und man schließt mit der Hoffnung auf einen Prinzen (= Impfstoff), der die Herrschaft des Königs beenden kann.
Vieles ist gut erklärt, aber da die Prinzen inzwischen gefunden sind, ist das Buch in meinen Augen nicht mehr zeitgemäß. Engagierte Vorleser werden den Schluss der Geschichte vermutlich erweitern oder leicht umdichten. Und dann hoffen wir, dass das Buch in wenigen Monaten vollkommen überflüssig ist. Der ganze kulturelle Bereich wurde ohnehin mal wieder komplett vergessen.
Diese Compilation ist in weiten Teilen wie ein gutes Guildo Horn-Konzert: Da finden sich viele Perlen, die seit Jahrzehnten auf jeder Party funktionieren und die Schlagerherzen höher schlagen lassen.
Von Matthias Reim und Costa Cordalis über Jürgen Drews und Marianne Rosenberg bis hin zu DJ Ötzi und Iren Sheer sind alle bekannten Klassiker vertreten. Der Mitsing-Faktor ist enorm hoch.
Unter den insgesamt 40 Titeln haben sich allerdings einige Stücke versteckt, die aus der heutigen Zeit stammen und noch keine Ohrwürmer sind. Beispielsweise Thomas Anders im Duett mit Florian Silbereisen und der Holländer Eloy de Jong. Das ist aber zu verkraften.
Zum Ausgleich gibt es einige Schätze, die man auf Schalgerfestivals nicht so oft hört. Ich nenne man Andrea Jürgens („Und dabei liebe ich euch beide“) und Trude Herr mit „Ich will keine Schokolade“.
Mir gefällt die Zusammenstellung jedenfalls sehr gut. An stellen wie Wendlers „Egal“ und Knight Rider Hasselhoffs „Looking For Freedom“ kann man ja schnell weiter skippen.
Dieses Album hält, was der komplexe Titel verspricht: Es ist nicht leicht zu konsumieren. Christian Bogensbergers Herangehensweise ist schon ungewöhnlich. Man höre sich nur den ersten Track „Im Land der tausend Obstbäume“ mit seinen ansatzweise asiatischen Klängen an: „Volldicht unterm Pflaumenbaum, spür ich meinen Daumen kaum“. Solche Textzeilen voller Albernheit ziehen sich durch das ganze Album.
Christian Bogensberger erzählt gerne Geschichten und lässt seine Gedanken singen und tanzen. Dies tut er mittels selbst geschriebener Songs, dargebracht im österreichischen Hochdeutsch, unterlegt mit akustischer Gitarre. Er entführt uns liedpoetisch und alltagsphilosophisch in die Genüsse und Wirrnisse des Daseins und der Zeit. Dabei nimmt er sich kein Blatt vor dem Mund und kennt weder sprachliche noch gedankliche Tabus.
1996 gewann der studierte Philosoph und langjährige Politaktivist den „Forum Stadtpark Literatur Slam“, einen der ersten Poetry Slams Österreichs. Bereits seit 1994 war er als „Der sensationelle Herr Bogensberger“ mit Programmen wie „Herr Bogensberger musiziert munteren Mutes manchmal mirakulöse Melodeien murmelnd mitnichten mehrstimmig“ auf diversen Bühnen in Österreich, Deutschland und der Schweiz zu sehen, wo er seine ureigene Mischung aus Musik, Literatur, Kabarett und Theater zum Besten gab.
Mit dieser CD bekommt man einen Einblick in seine wirre Gedankenwelt. Das politische „Rücktritt statt Rückschritt“ kommt mit gejaultem Intro. Die „Aramäische Melodie“ und andere konfuse Texte werden gelesen und dabei lautmalerisch unterlegt. Bogenbergers stimmlichen Verrenkungen sind nicht immer leicht zu ertragen. Man muss halt wissen, worauf man sich einlässt. Mein Fall ist es jedenfalls nicht.
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Das letzte Album von Wolfgang Niedeckens BAP erschien bereits im September 2020. Unser Chefredakteur hat das 20. Studioalbum der Kölner Kultband damals mit deutlichen Worten gewürdigt:
Musikalisch bewegen sich Niedeckens BAP auf „Alles fliesst“ zwischen solidem Rock („Besser du jehss jetz“), kräftigen E-Gitarren („Du häss dich arrangiert“) und leisen poetischen Momenten. Auffällig ist, dass Niedecken häufiger mal auf Hochdeutsch singt. Vermutlich damit auch der letzte dumpfbackige Vegankoch und die letzte Mannheimer Heulsuse seine Botschaft versteht. Die insgesamt vierzehn Songs haben zwar durchaus ihre Längen, aber für Wolfgang Niedecken war seine Kunst noch nie ein Grund zur Selbstbeweihräucherung, sondern immer ein Mittel, um Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit zu finden und damit zum Nachdenken und zur eigenen Reflektion anzuregen. Dass dabei nicht jeder mitgeht, liegt in der Natur der Sache. „Alles fliesst“ ist im Vergleich zu seinen neunzehn Vorgängern dabei irgendwo im oberen Drittel einzuordnen.
HIER findet ihr die vollständige und sehr ausführliche Review!
Jetzt war es nun so, dass Meister Niedecken – man will es gar nicht glauben – am 30. März 2021 seinen 70. Geburtstag feiern durfte. Anlass genug für Vertigo und Universal Music, eine Sonderedition des Albums auf den Markt zu bringen: die „Alles fliesst – Geburtstagsedition (Ltd. Deluxe)“.
Darauf enthalten ist die Albumversion mit Bonustracks – so wie es sie 2020 bereits als Ausgabe im Hardcover-CD-Book gab. Bis dahin also nichts Neues.
Den Mehrwert bildet eine dritte CD mit unveröffentlichten Raritäten aus der Anfangszeit von BAP, die Niedecken im Booklet ausführlich würdigt. Da das neue Album insgesamt sehr hochdeutsch-lastig ist, sind diese vier kölschen Songs doch ein schöner Kontrast, der den ursprünglichen Spirit der Band atmet und für Fans äußerst interessant sein dürfte.
Auf der DVD gibt es in 105 Minuten Länge ein nettes „Behind The Scenes“ aus dem Studio, bei dem Wolfgang „Track By Track“ die Songs erklärt und man einen Einblick in die Aufnahmesessions bekommt. Zudem sind alle neuen Musikvideos enthalten.
Ob man die Box nun haben muss? Die ewige Gretchenfrage… Die Silberlinge stecken in hübschen Papphüllen und das Booklet ist ordentlich erweitert. Hinzu kommen drei Aufkleber und die komplette Box ist sehr schön gestaltet. Für Sammler also auf jeden Fall interessant.
Es gibt einige Gründe, warum wir unbedingt über die Biografie „Heute Pläne, morgen Konfetti“ der DONOTS berichten müssen. An Nummer 1 steht für mich die Tatsache, dass MusicHeadQuarter-Topfotograf Rainer Keuenhof mit einer ganzen Reihe von Konzertfotos in dem Buch vertreten ist. Außerdem beschreibt der Titel, den Autor Ingo Neumayer gewählt hat, absolut treffend die gegenwärtige Lage der Kulturszene. Wir machen Pläne – und Gott, das Schicksal oder irgendwer da oben lacht sich kaputt und stellt den Wegweiser in eine andere Richtung.
Doch irgendwann wird es wieder losgehen. Und da ist für mich eine Tatsache unumstößlich: Kein Rockfestival wird an den DONOTS mit ihrer Live-Energie vorbei kommen. Wenn sie die Bühne regieren, herrscht im Publikum ausgelassene Pogo Stimmung. Es ist unmöglich, ruhig stehen zu bleiben. Man tanzt im Takt der Musik für sich oder mit anderen Konzertbesuchern im Moshpit. Es wird wieder so sein – wir sind zuversichtlich!
1994 als Schülerband in einer Garage in Ibbenbüren gestartet, haben sich die DONOTS Schritt für Schritt einen Namen weit über die Punkrock-Szene hinaus gemacht. 27 Jahre, elf Alben, über 1.200 Konzerte in 21 Ländern – ihre Geschichte hat Höhen, Tiefen und natürlich jede Menge absurde Momente. So sind sie Anfang des Jahrtausends kurzzeitig Stars in Japan, für die die Polizei in Tokio ganze Straßenzüge absperrt. Fünf Jahre später steht die Band vor dem Aus und kann es sich noch nicht mal leisten, zum eigenen Videodreh zu fahren.
Ingo Neumayer, ehemaliger Chefredakteur des VISIONS-Magazins, hat für dieses Buch zahlreiche Wegbegleiter der Band ausführlich interviewt und das umfangreiche Archiv der DONOTS gesichtet. In enger Zusammenarbeit mit der Band wird auf 360 Seiten und angereichert durch viele private Fotos nicht nur der spektakuläre und steinige Weg der DONOTS erzählt, sondern auch ein Stück deutscher Popkulturgeschichte aufbereitet. Er startet die Biografie mit zwei Sätzen: „Eine Band zu gründen, ist die einfachste Sache der Welt. Alles, was man dafür braucht, sind ein paar Instrumente und ein paar Freunde.“ Und dann erzählt er vom Traum, der wahr geworden ist: “Wenn ich groß bin, dann werde ich Rockstar!”
Das Buch ist trotz seines Umfangs sehr kurzweilig zu lesen und besticht durch unzählige Farbfotos aus allen Bandepochen. Die Story ist chronologisch aufgebaut, startet 1991 und reicht bis in die Gegenwart mit einem Epilog zum Tanzbrunnen-Konzert 2019 und einem „Zugabe“-Kapitel zur Corona-Situation. Neumayers Stil wechselt zwischen einer spannend erzählten Berichterstattung und O-Tönen der Protagonisten. Für Fans ein Must-have, für Musikfreunde ein Einblick in die Geschichte einer der besten Livebands Deutschlands.
Aktion zum Release:
Zum 27sten Geburtstag laden euch die DONOTS ein auf eine Zeitreise einmal quer durch ihre Bandgeschichte und entlang ihres frisch veröffentlichten Buches:
Zu einer interaktiven Mischung aus vollverstärkter Live-Musik, Buch-Lesung, Podcast und live Q&A mit jeder Menge Krach, Quatsch, Erinnerungen und Anekdoten. Mit von der Partie sind Ingo Neumayer (Autor der Biografie) und Nilz Bokelberg (Sprecher des Hörbuchs). „Unser letztes Konzert war am 28.12.20219 – so eine lange Livepause hat es in unserer Bandgeschichte niemals gegeben. Es wird einfach Zeit, mal wieder die Instrumente in die Hand zu nehmen!“, so die Band aus Ibbenbüren.
Sichert euch also die Tickets für diesen einzigartigen Abend, bei dem ihr nicht nur live, sondern vor allem auch interaktiv dabei sein könnt: Wählt aus, ob ihr mit Bild und Ton als Teil der Show in den virtuellen Moshpit steigt (Interaktiv-Ticket) oder euch die Show einfach entspannt im Stream anschaut (Streaming-Ticket).
Ihr entscheidet mit, welche Songs gespielt und welche Geschichten erzählt werden, ob Stage-Diving vom Fliesentisch oder ein Schnack mit der Band. Nichts muss – alles kann. Stellt das Bier kalt und schiebt die Sofas beiseite. Wenn in der Hölle auf Erden ein Virus wütet, kommen die DONOTS zu Euch nach Hause.
Freut euch nach langer Abstinenz auf diese besondere Show mit Konzert, Storys aus dem Tourbus, haufenweise Goodies und endlich wieder Live-Feeling. Punk in den Mai – seid ihr dabei? HIER gibt es die Tickets!
+++ ACHTUNG: Streaming Show wird verschoben +++
Leider muss die große „27 Jahre DONOTS“-Show mit Konzert, Lesung und Q&A jetzt kurzfristig auf den 08.05. verschoben werden. Glücklicherweise hat die Verschiebung nichts mit Corona zu tun, sondern mit einem anderen Krankheitsfall in der Familie:
„Liebe streamende Freundinnen und Freunde, ich falle direkt mit der Tür ins Haus: Leider werden wir die große ’27 Jahre DONOTS Show’ verschieben müssen – unsere fünfjährige Tochter Matti hat sich gestern relativ kompliziert und mehrfach den Arm gebrochen. Sie muss daher am Ende dieser Woche operiert werden und mindestens eine Nacht im Krankenhaus verbringen. Vor und nach der OP möchte ich an ihrer Seite sein – wenn ich schon sonst immer ein schlechtes stagedivendes Vorbild bin. Ich hoffe auf Euer Verständnis und bitte um Eure Geduld bis Samstag den 8. Mai. Dann aber bitte nur mit Blessuren, die wir uns während der Sendung höchstselbst und absichtlich zufügen! Euer INGO DONOT“
Gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit. Wer am 08. Mai keine Zeit hat: Erstmal tut uns das wahnsinnig leid – wir werden uns darum kümmern, dass die Show auch noch eine Weile on demand verfügbar ist. Sollte es überhaupt nicht passen, könnt ihr eure Karten dort zurückgeben und erstattet bekommen, wo sie gekauft wurden. Wer noch ohne Fahrschein ist, kann weiterhin bei uns im Shop zugreifen. Wir freuen uns jetzt einfach noch ein bisschen länger vor!
Während man das Streaming-Getue am heimischen Bildschirm mit Konzerten in bedrückender Studio-Atmosphäre langsam aber sicher leid ist, wird der Ruf nach ordentlichen Mitschnitten aus der „guten alten Zeit“ lauter. Dem werden Motörhead und ihr Label Silver Lining aktuell mit einem CD/DVD-Release aus dem Jahr 2012 gerecht.
Während der 40jährigen Karriere der Grammy Gewinner standen die deutschen Fans immer loyal und fanatisch an der Seite ihrer Band und gaben der lautesten Rock’n’Roll Band jeden Support. Alle Touren waren Jahr für Jahr ausverkauft und so auch die Show am 5. Dezember 2012 im Velodrom in Berlin. Es war einer ihrer größten deutschen Gigs: 12.000 verrückten Fans erlebten sie auf ihrer „Kings of The Road“ Tour.
Glücklicherweise wurde diese Show aufgenommen und wird unter dem Titel: „Louder Than Noise… Live in Berlin“ in den Formaten CD mit Bonus DVD, Doppel- Vinyl und auf allen Streaming Plattformen veröffentlicht.
Das Spektakel mit Ian Lemmy Kilmister, Phil Campbell und Mikkey Dee ist ein krönendes und endgültiges Statement, das die Kraft und Macht des Power-Trios manifestiert. Das Line-Up, das über Dekaden für mitreißenden Sound und für Gehörschäden sorgte und das Gras weltweit dezimierte, hat konsistent hundertausende Fans erfreut und war gleichzeitig das längste in der Karriere der Band. Und so triumphierten sie bis zur letzten Show im Dezember 2015, ebenfalls in Berlin.
„Louder Than Noise… Live in Berlin“ besticht nicht nur durch die kraftvollen Synergien, auch mit dem ungestümen Charme, dem schmutzig-gefährlichen Sound des Kilmister/Campbell/Dee Trademark-Trios. Vom kompromisslosen, wilden „I Know How to Die“ bis hin zum wundervollen, kraftvollen „Going to Brazil“ – der Mitschnitt bietet genau das, was man von Motörhead live erwartet: fetter, roher Sound und eine befreiende Kraft. Weitere Highlights sind das beliebte und wild gespielte „Rock It“, das grobe aber scharfe „You Better Run“ und die beiden Schwinger „Ace of Spades“ sowie „Overkill“.
Die laute, extrovertierte Show wurde von Henning Meyszner gefilmt, der auch durch Konzertfilme für Saxon, Exodus und Kreator bekannt ist – aufgezeichnet mit Multi-Kameras, um nicht nur die Energie auf der Bühne einzufangen sondern auch die in der Halle und die Energie der Fans. „Louder Than Noise… Live in Berlin“ wird zur Jubelfeier zu Ehren von Lemmy, Phil und Mikkey. Es ist eine willkommene Erinnerung daran, was richtiger Rock’n’Roll ist und für was er steht. Und dahinter steckt die Hoffnung, solche Events bald wieder live erleben zu dürfen.
Nach 22 Studioalben und ebenso vielen offiziellen Livealben könnte man natürlich die Frage stellen: braucht man das? Und die Antwort lautet: Ja – auf jeden Fall. Gerade in diesen Zeiten ist der Nostalgiewert unschätzbar. Der selige Lemmy wird sich irgendwo da oben freuen, wenn wir auf der Couch jubeln.
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Sun-Mi Hong ist eine südkoreanische Jazzmusikerin, die in den Niederlanden lebt. Ein Schlagzeugerin als Bandleaderin stellt schon eine Besonderheit dar. Und sie führt eine fantastische Band mit hervorragenden Musiker an.
Das Debütalbum entstand 2017. Das zweite Werk zeigt die Künstlerin nun von einer sehr persönlichen Seite, da sie ihre Lebensperspektive in Amsterdam gefunden hat. Die Musik balanciert gekonnt zwischen Jazz, Impressionen und ihrer koreanischen Tradition. Natürlich haben vor allem Drums und Percussion einen hohen Stellenwert und werden ausgiebig zelebriert. Das bringt stellenweise eine hohe Dynamik in das an sich sehr ruhig gehaltene Album.
Gefühlvoll erlebt man Sun-Mi Hong zwischen ihren Lebenswirklichkeiten. Die Stücke klingen improvisiert, scheinen aber thematisch sehr durchdacht zu sein. In „P Stands For Palace“ springen Piano- und Bläserklänge durch die Zeit. „Thoughts To Be Spoken“ marschiert regelrecht durch ihre Gedankenwelt. Und für „Dear Tomorrow“ verleiht Fuensanta Mendez den Gefühlen eine wundervolle (Sprech-)Stimme.
Auch wenn das Album im Gesamten sehr entspannt klingt, verbietet es sich doch, einfach relaxt zu genießen. Dafür sind die Arrangements zu komplex. Sun-Mi Hong und ihr Ensemble fordern die Zuhörer an vielen Stellen. Wie ich es mit zwei Eigenschaften zusammenfassen würde: meditativ und originell.
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Es ist schon verdammt skurril, wenn man sich eine Band wie Scooter ohne feierndes Publikum vorstellt. Daher beginne ich bei der Review zum neuen Album „God Save The Rave“ ausnahmsweise mal nicht mit dem aktuellen Studiowerk sondern mit der beiliegenden Bonus-live-CD.
Und da haben wir auch schon das Problem / die Besonderheit: „I Want You To Stream“ ist ein Livekonzert ohne Publikum. Man fühlt mit H.P. Baxxter, wenn er seine Ansagen macht, die zwischen Euphorie und Melancholie schwanken. Der 64minütige Mitschnitt kommt ohne Publikum aus, ohne große Show, ohne Tänzer. Der Gig fand in den Rehearsal Studios der Band in Hamburg statt und wurde an überragende zwei Millionen Fans weltweit gestreamt. Elektronische Hymnen und Baxxters Megafon-Stimme funktionieren natürlich auch ohne Publikum, zumal die Jubelchöre ohnehin aus der Retorte eingespielt werden – so wie bei den Studioreleases der Band.
Was live also gut funktioniert, ist auch auf dem Album enthalten. Das 20. Studioalbum von Deutschlands erfolgreichstem Technoact trägt den Titel „God Save The Rave“ und erinnert uns mit jedem Beat daran, dass wir das Feiern nicht vergessen dürfen – ein Statement, wie es bekanntlich nur H.P. Baxxter derart griffig zu formulieren vermag: „First we save the rave! Then we save the world!“
Das Ergebnis sind 15 Tracks, von denen mit „Rave Teacher (Somebody Like Me)“, „God Save The Rave“, „Devil’s Symphony“, „Which Light Switch Is Which?“, „Bassdrum“, „FCK 2020“ und „Paul Is Dead“ bereits sieben Singles erfolgreich veröffentlicht wurden. Auch die übrigen Tracks helfen beim Durchdrehen auf jeder Party: hymnische Melodiepassagen mit viel Rhythmus, stampfende Beats, H.P. als Shouter vor dem Herrn, ein insgesamt sehr positiver Vibe und unendlich viele Ohrwürmer.
„Einmal im Leben wollten wir dieses unglaubliche Geschenk einer konzentrierten Arbeitssituation annehmen und ein Album produzieren, bei dem jeder einzelne Track ein potenzieller Hit ist. Wir hatten zum ersten Mal seit Gründung der Band die Zeit, uns wirklich einmal und ohne jede Ablenkung und Unterbrechung durch anstehende Festival-Auftritte einer Albumproduktion zu widmen“, erklärt Baxxter.
Das Ergebnis spricht für sich. Wenn die Clubs geöffnet hätten, wären viele Songs – trotz der allgemeinen Flaute im Techno und Eurodance – inzwischen in den Ohren der tanzwütigen Bevölkerung. So wird „God Save The Rave“ zumindest zum Soundtrack für die Party zuhause.
Die Tour steigt 2022. Ich bin schon heute gespannt auf das Event in Luxemburg.
GOD SAVE THE RAVE Arena Tour 2022
11.03.2022 Stuttgart – Schleyer-Halle
12.03.2022 München – Olympiahalle
13.03.2022 Zürich (CH) – Hallenstadion
15.03.2022 Antwerpen (BE) – Lotto Arena
17.03.2022 Düsseldorf – ISS Dome
18.03.2022 Bremen – ÖVB-Arena
19.03.2022 Dresden – Messe
21.03.2022 Wien (AT)- Stadthalle
22.03.2022 Esch-Sur-Alzette (LU) – Rockhal
24.03.2022 Amsterdam (NL) – Ziggo Dome
25.03.2022 Hannover – ZAG Arena
26.03.2022 Kiel – Wunderino Arena
Als ich 1979 durch ihren Ohrwurm „I want you to want me“ auf die 1973 in Chicago gegründete Band Cheap Trick aufmerksam wurde, hätte ich nicht geglaubt, dass sie über 40 Jahre später noch immer präsent sein würde. Gerade haben Cheap Trick ihr 20. Studioalbum „In Another World“ veröffentlicht.
Drei der vier Urmitglieder sind noch an Bord und gehen stramm auf die 70 zu. Aber die Opis haben es immer noch drauf. Das ist keine lahme Mucke, sondern mitreißende Rockmusik, als wäre die Zeit stehengeblieben.
Zwei, drei Balladen befinden sich, jedoch ohne Kitsch, unter den 13 Songs, die mal rockig, mal eher poppig oder nach Rock’n’Roll klingen. Der Sound ist typisch für die Band, zeitlos, man fragt sich, woher sie die Power und die Ideen noch hernimmt. Sie haben (fast) alle einen hohen Wiedererkennungswert.
Meine Favoriten sind:
„The Summer looks good on you“ (ein richtiger Wohlfühlsong),
„Quit waking me up“ (klingt wie ein Spaziergang mit Seventies-Sound im Ohr),
„In another world“ (der Titelsong erinnert mich ein wenig an ELO),
„I’ll see you again“ (gefühlvolle Ballade) und
„Gimme some truth“ (klingt nach John Lennon; die Band hatte 1980 an Lennons letztem Album vor seiner Ermordung, „Double Fantasy“, teilgenommen).
Von einem Comeback kann man nicht reden, da die Band in den vergangenen Jahren immer mal wieder ein Album veröffentlichte, wenn auch mit großem zeitlichen Abstand, aber auf jeden Fall ist „In another World“ bislang DIE Wiederentdeckung im noch jungen 2021.
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1986 wurden Fury in the Slaughterhouse in Hannover gegründet – und nach Alben wie „Jau!“, „Hook-a-Hey“ und „Mono“ hatte man das Gefühl, sie würden einfach ewig bleiben. So als eine Art U2 aus Deutschland, mit stimmigen und hymnischen Melodien, einer Stadion-Attitüde und guten Erzählungen. Allerdings irgendwann Ende der 90er hatten Fury ihr Gespür für eben diese Hymnen und für die Radiotauglichkeit ihrer Songs verloren. Alles wurde komplexer – man will sich ja weiter entwickeln – aber dadurch auch verkopfter. „The Color Fury“ und „Nimby“ sind solide Alben mit viel Schwung und gehaltvollen Tracks für Fans, doch der Funke wollte für das 08/15-Publikum nicht mehr überspringen. So kam 2008 das definitive Ende der Band.
Okay – definitiv war es natürlich nicht. Die Brüder Wingenfelder waren solo unterwegs und schlossen sich schließlich mit deutschsprachigen Alben zusammen, die alles boten, was Fury zum Ende hin verloren hatten. Halt nur mit deutschen Texten. Und man fand auch wieder als Band zusammen. Zunächst zu sporadischen Einzelauftritten, dann aber 2017 anlässlich des Bandjubiläums zu drei Reunion-Konzerten in Hannover, die schließlich zur Deutschlandtour ausgeweitet wurden. Der Erfolg zeigte: Fury in the Slaughterhouse werden noch gebraucht!
Und jetzt also ein neues Album. Keine Experimente, aber auch kein Aufguss alter Ideen. Fury besinnen sich auf ihre Tugenden. Sie bieten große Hymnen, erzählen Geschichten, schwelgen in Gitarrenmelodien, warten auch mal mit chorischen Passagen oder Streichern („Walk On“) auf. Alles, was verloren schien, ist plötzlich wieder da. Und „Not the Time to Live a Lie“ als legitimer Nachfolger von „Time to Wonder“ rührt mich zu Tränen.
„Sometimes (Stop To Call)“, „All About Us“ und „Replay“ zeigen uns die epischen Momente, die in jedes Stadion passen werden. „1995“ startet mit einer US-Radioansage und gibt einen erzählerischen Einblick in diese wundervolle Zeit, als Fury es auch in den USA zu einem kleinen Stückchen Ruhm geschafft hatten. „This Will Never Replace Rock ’n‘ Roll“ feiert auf unnachahmliche Art den Wert der Musik und scheut sich auch nicht „Sympathy For The Devil“ zu zitieren.
Und damit alles nicht zu homogen und gleichförmig wird, gibt es auch Stücke wie das ruhige Pianostück „The Beauty“, den experimentell im Reggae-Rhythmus angehauchten Titeltrack „Now“, das vertrackte „Good Luck On Your Way“ und die melancholische Ballade „Sorry“, die eine Reihe gesellschaftspolitischer Themen aufgreift.
Fury in the Slaughterhouse haben sich wiedergefunden. Das wird den Nostalgikern und Fans alter Stunde gefallen – und sie werden hoffentlich auch einige junge Musikhörer hinzugewinnen, die den Wert handgemachter Musik zu schätzen wissen. Für viele mag es eher Pop als Rock sein, doch soll man sich daran stören? Das Album ist fantastisch, so wie es ist.
Morgen (22.4.) spielen Fury in der Wuppertaler Stadthalle ab 20:00 Uhr ihr komplettes neues Album erstmals live. Zwischen den Songs stehen die Mitglieder den Fans für ein moderiertes Q&A aus Köln zur Verfügung. Im Rahmen der Reihe „Rockpalast OFFSTAGE“ wird das Konzert aufgezeichnet und dann eingebettet in das Livestream-Event, das auf der Rockpalast-Website und Facebook-Seite sowie auf dem Rockpalast-YouTube-Channel und der Facebook-Seite der Band zu sehen ist. Im WDR-Fernsehen läuft das Konzert in der Nacht vom 9. auf den 10. Mai um 01:15 Uhr.
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Der Liederzyklus „Winterreise“ von Franz Schubert zählt zu den Meisterwerken klassischer Liedkunst und wurde bereits unzählige Male aufgeführt und auf Tonträger gebannt. Von Frauen wurde er jedoch bisher selten interpretiert, und insofern stellt die hier vorliegende Neuaufnahme schon eine Besonderheit dar.
Als der kanadische Dirigent und Pianist an die Opernsängerin Joyce DiDonato mit der Idee herantrat, die Winterreise aufzunehmen, konnte sie auch nicht einfach so in die Rolle des Protagonisten schlüpfen, sondern suchte für ihre Interpretation eine neue Perspektive. Schuberts Lieder sind eine Vertonung von 24 Gedichten von Wilhelm Müller, die den Schmerz eines einsamen Wanderers schildern, der von seiner Geliebten enttäuscht wurde. Über das Mädchen selbst erfahren wir nicht viel – aber könnte sie nicht auch diese Gedichte gelesen haben? Und so lässt uns Joyce DiDonato die Winterreise aus der Sicht der zurückgebliebenen Geliebten erleben und mitfühlen.
Vom heimlichen Abschied in „Gute Nacht“ bis zum letzten Lied „Der Leiermann“ begleiten wir als Hörer den Wanderer in seinem Schmerz und in seinen bittersüßen Erinnerungen. Es überwiegen die Moll-Tonarten und eher gleichförmige, sich wiederholende Melodien. Hin und wieder tauchen ein paar glückliche Erinnerungen in Dur auf, wie etwa in „Der Lindenbaum“, dem wohl bekanntesten Lied des Zyklus, im Mittelteil von „Rückblick“ oder im „Frühlingstraum“, wo sich verträumte Passagen mit dem grausamen Schmerz der Gegenwart abwechseln. Auch „Die Post“ bringt ein wenig Bewegung in die Gleichförmigkeit, bevor der Protagonist wieder ins Lamentieren versinkt. Nein, eine erfreuliche Reise ist dies nicht, aber eine sehr bewegende, die hier in der Darbietung durch eine Frauenstimme nochmal eine besondere Emotionalität gewinnt.
Der reine Hörgenuss dieser gelungenen Neueinspielung der „Winterreise“ gewinnt noch durch das umfangreiche Booklet, das neben Joyce DiDonatos Anmerkungen zu ihrer persönlichen Interpretation und Ausführungen von Richard Stokes zum Werk auch die kompletten Liedtexte enthält – alles in englischer, deutscher und französischer Sprache. So erschließt sich der berühmte Liederzyklus auch Musikliebhabern, die ihn hier vielleicht zum ersten Mal hören.
Etwas verwirrend, in welche Rubrik ich diese Review nun einordnen soll. Einen Podcast haben wir bisher noch nicht besprochen, doch dieser ist es allemal wert! Ich wähle mal „Bücher“, da wir dort auch entsprechende Hörspiele reviewen. Und „Lynn ist nicht allein“ funktioniert wie ein megastarkes Hörspiel. Jetzt schon in der zweiten Staffel!
„Lynn ist nicht allein“ ist ein fiktionaler True-Crime Podcast, in dem die Freundinnen Olivia (gesprochen von Lea Zoë Voss) und Nika (Kristin Hunold) den Tod ihrer Freundin Lynn (Isabella Wolf) untersuchen. Anhand von Lynns Telefon und den darauf enthaltenen Sprachnachrichten stellen die beiden Nachforschungen an, ob ihre Freundin wirklich betrunken mit dem Auto verunglückt ist, oder ob doch mehr dahintersteckt. Schließlich war sie nach dem Abitur auch so Hals über Kopf in die bayrische Provinz gezogen. Auf ihrem Telefon finden Olivia und Nika Hinweise, die sie an Lynns Schicksal zweifeln lassen.
Fotocredit: FYEO
Und damit ist auch schon genug verraten. Die acht jeweils halbstündigen Folgen der ersten Staffel sind durchweg spannend. Der Aufbau aus einem Dialog der beiden Protagonisten, gepaart mit Sprachnachrichten der verstorbenen Lynn und dem Auftauchen manch zwielichtiger Gestalten gefällt mir sehr gut. Man ist immer mittendrin – vor allem, wenn die Sprecherinnen mal kleine Fehler machen, sich kabbeln oder lautstark über den Fortgang der True-Crime-Handlung nachdenken.
Und auch die Außenaufnahmen mit Naturgeräuschen erzeugen eine sehr reale Atmosphäre. Sie finden zu größten Teilen nicht im professionellen Tonstudio statt, sondern dort, wo sie auch in der Geschichte passieren: Im Wald, im gruseligen Haus, auf der Landstraße. Der Podcast klingt so, als wäre Olivia und Nika echte Personen, die einen echten Podcast produzieren. Atmer und Störgeräusche inklusive. Die Grenze zwischen Fiktion und Realität verschwimmt.
Fotocredit: Kugel und Niere
Die erste Staffel „Lynn ist nicht allein“ erschien im Sommer 2020 exklusiv über die Podcast-App FYEO (For Your Ears Only) von ProSiebenSat.1. War die erste Staffel bisher nur hinter der Paywall der App verfügbar, ist sie seit Freitag, dem 16.04.2021 in allen Podcatchern kostenlos zu hören. Zeitgleich startete Staffel 2 mit zwei neuen (von wieder insgesamt acht) Folgen exklusiv auf FYEO und führte die Geschichte fort:
Es ist ein Jahr später. Die Geschichte, wie Olivia und Nika das Geheimnis hinter dem Tod ihrer Freundin Lynn gelüftet haben, wurde von Tausenden gehört. Doch während Nika nun einfach ihr Leben zurückhaben möchte, bleiben für Olivia Fragen ungeklärt. Ein unheimlicher Anruf zwingt die Beiden zum Handeln…
Fotocredit: FYEO
Ich habe lange keine Hörspiele mehr gehört. Diesen Podcast fand ich auf jeden Fall sehr packend. Und er hat genau die richtige Länge, um eine Folge auf dem Arbeitsweg zu hören. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.
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Ihr Debütalbum erschien im Jahr 2019 – nun legen die Hardrocker aus NRW mit einer gut 18minütigen EP nach. Obwohl auch Helltrail pandemiebedingt im letzten Jahr alle geplanten Shows absagen mussten, hat das Quartett die Zeit keineswegs vertrödelt. Sänger/Gitarrist Achim Lanzendorf, gleichzeitig künstlerischer Kopf der Band, sagt: „Wir haben viel Zeit darauf verwandt, lange an jedem neuen Song zu feilen. Es hat sich zwischenzeitlich ein ganz neues Team um uns eingefunden, um der Band von Audio bis zur PR nochmal einen gehörigen Schub zu geben.“
Der Stil orientiert sich dabei nach wie vor an der Traditionslinie von Motörhead, Black Label Society und Psychopunch, aber auch furiosen Gitarrenattacken der frühen Metallica/Megadeth bis hin zu thrashigen Uptempo-Beats im Stil von Testament. Die Tracks gehen voll Power gradlinig nach vorne und strotzen vor starken Gitarrenriffs. Die Vocals erklingen rau und energisch – als käme die Band frisch aus den 80ern zu uns. Wie auf dem Debüt serviert das Quartett harte Grooves, eingängige Melodien und knackige Shout-Refrains.
Der Opener „Monkey On My Back“ zitiert melodisch die New Wave of British Heavy Metal. „Final Hour“ und „Constant Resistance“ kommen hingegen sehr düster daher. Ein schwerfälliger Groove – und trotzdem purer Rock’n’Roll. Überraschend ist auf jeden Fall der vierte Titel „The Man in the Mirror“. Diese akustische Gitarrenballade zeigt eine ganz andere Seite des Quartetts, schließt dann aber mit einem epischen Finale ab.
Die Vielfalt ist stimmig. Cool, wie man in vier Songs die stärksten Facetten zeigen kann. Bleibt zu hoffen, dass die Tourdaten bald nachgeholt werden können.
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Als Teenager und Twen spielte sie in den 90er Jahren Gitarre in der legendären Mädchenband „Lemonbabies“, mit der sie vier Alben veröffentlicht und europaweit getourt hat. Man kennt ihre Musik, ohne zu wissen, dass sie dahinter steckt. Ihre Stimme verzauberte beim die Ärzte -Song „Manchmal haben Frauen…“ und sie schrieb zahlreiche Hits für namhafte deutsche Künstler und Bands – sie singt, schreibt und produziert.
Seit den 2000er Jahren feiert Diane Weigmann Erfolge mit ihren deutschsprachigen Solo-Alben. Das letzte Werk „Größer als du denkst“ ist 2019 erschienen. Wie wir damals in unserer Review schrieben: Diane ist eine Singer-Songwriterin im besten Sinne des Genres. Ihre Texte sind authentisch und voller Poesie, verpackt in wunderbare Melodien und vielseitige akustische Arrangements und vorgetragen mit einer unspektakulären, aber Gänsehaut erzeugenden Stimme. Stilistisch mischt sie den typischen Songwriter-Sound mit intelligentem Pop und Folk-Elementen. Dabei geht sie herrlich unverkrampft mit der deutschen Sprache um.
Es sind immer einige Jahre zwischen ihren Soloalben vergangen, sodass es auch jetzt – zwei Jahre später – nur für eine EP mit sechs neuen Titeln reicht. Dafür ist diese gehaltvoll und ohne Lückenfüller. Es geht um aktuelle Themen: In den letzten Monaten ist eine ernstzunehmende Spaltung durch unsere Gesellschaft gegangen und nie war es auf der ganzen Welt mehr zu spüren denn je. Diane hat es selbst im engsten Freundeskreis miterlebt – und auch, was eine Zeit der Brüche mit uns macht.
Doch klarer als viele andere kann sie sehen, dass es kein entweder/oder gibt, sondern dass man ins Detail gehen muss und sich genauer auseinandersetzen und einander zuhören sollte. Diese EP ist in den wenigen Monaten zwischen den Lockdowns entstanden, gemeinsam mit dem Gitarristen und Produzenten Thimo Sander und der Unterstützung ihrer Liveband. Es sind Lieder übers Leben, Lieben und Loslassen im warmen, erdigen Singer-Songwriter-Bandsound.
„Du leuchtest“ ist ein Loblied auf die Außenseiter. „Weggesehen“ befasst sich mit den Problemen der Gegenwart und „Nur einmal im Leben“ spricht vom Aufraffen und vom Leben im Moment – mit allen Widrigkeiten.
Die zweite EP-Hälfte enthält Beziehungssongs ohne Klischees. Sie handeln vom Schlussmachen und Loslassen, von Zuneigung und tiefer Sehnsucht. Alles ist aus dem Leben gegriffen und in Arrangements gepackt, die trotz des akustischen Stils sehr komplex klingen. Percussion, Bläser und Glockenklang von Toby Weyrauch, Streicher und Vibraphon durch Anne de Wolff, die fantastische Gitarrenarbeit von Ulrich Rohde – da stimmt einfach alles und ist bis ins Detail, bis in die kurzen zweistimmigen Passagen durchdacht.
Auf ihrem eigenem One-Girl-Plattenlabel Rotschopf Records kann Diane Weigmann sich als hundertprozentige Indie-Künstlerin austoben – und man kann sie hören, die kreative Freiheit und Gelassenheit in ihrer eigenen Musik, unabhängig von Charts und Trends. Ihre Fans schätzen sie nicht nur dafür, sondern vor allem für die Tiefe in ihren Texten und die Liebe zum Detail, die ihre Songs zeitlos machen.
Das Stop Motion Video zu „Nur einmal im Leben“ hat übrigens Dianes Sohn Gustav (11 Jahre) gedreht. Weit über 1500 Bilder hat er dafür geschossen und aneinander gelegt. Ausstattungsassistentin war seine kleine Schwester Mercedes (6 Jahre). Großartig!
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Passt dieser Benjamin Fritsch alias Ben Zucker eigentlich in die Schlagerwelt, in der er sich seit vier Jahren zuhause fühlt? Lange Jahre war er leidlich erfolgreich als Rockmusiker unterwegs, bevor er sich dem Schlager-Metier zuwandte. Doch was heißt das schon? In dieser Schublade steckt er, seit er bei Florian Silbereisen auf dessen „Schlagerparty“ zu Gast war. Doch seine Stücke klingen immer noch rockig und bodenständig.
„Jetzt erst recht!“ ist bereits das dritte Album und vom Titel her auch eine Kampfansage in schwierigen Zeiten. Ben bringt konsequent alle zwei Jahre ein neues Werk heraus, wobei er bei fast allen Stücken selbst mitschreibt. Immer schon war Zucker eine Kämpfernatur. Ein waschechter Lebenskünstler, der sich auch von einem Schicksalsjahr wie 2020 nicht kleinkriegen lässt. Ganz im Gegenteil: Die unfreiwillige Auszeit hat der Berliner genutzt, um hart an sich zu arbeiten, neue Songs zu schreiben und sich pünktlich zum Frühjahr von seiner stärksten, packendsten Seite zu präsentieren.
Ben Zuckers Botschaft: Alle Hürden im Leben als Gelegenheit betrachten, um zu wachsen und sich mutig neuen Herausforderungen entgegenzustellen. Eine Philosophie, mit der sich der 37-jährige Sänger und Musiker in Rekordzeit zu einem der beliebtesten und erfolgreichsten Künstler Deutschlands entwickelt hat.
Mit dem Opener und der ersten Single „Guten Morgen Welt“ – einem Song, der schlagartig gute Laune verbreitet – schlägt Ben Zucker das nächste Kapitel in seiner aufregenden Geschichte auf: Es ist ein hoffnungsvoll mitreißender Ohrwurm über neue Anfänge und davon, sämtliche Probleme unerschrocken anzupacken und sein Glück mit eigenen Händen zu schmieden. Auch „Das ist nicht das Ende der Welt“ verbreitet unerschütterlichen Optimismus.
Allerdings geht es auch nachdenklich wie in „Bist du der Mensch“. Natürlich dreht sich viel um die Liebe, sei es im selbstoffenbarenden „Dazwischen bin ich“ oder dem Lovesong „So ein Mann“. Ben Zucker singt deutliche und solide Schlagertexte wie „Danach fragt die Liebe nicht“ oder „Schon wieder für immer“, die mit den typischen Schlagerbeats versehen werden. Doch es ist die dynamische, raue und kraftvolle Stimme, die jeden Song zu etwas Besonderem macht und ihn aus der Masse herausragen lässt.
Verpackt in seinen einzigartigen Power-Mix aus modernem Pop-Schlager und Rock zementiert Ben Zucker seinen Ausnahmestatus als Megastar innerhalb der deutschsprachigen Musik, der auch seinen Fans Mut machen will. Mut, selbst in aussichtslosen Situationen niemals aufzugeben, sondern mit einer unerschütterlichen „Jetzt erst recht!“-Einstellung für seine Träume zu kämpfen. Eine dringend nötige, positive Message in einer schwierigen Zeit.
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Das Ensemble Balmorhea wurde 2006 in Austin (Texas) gegründet und hat seitdem acht Alben veröffentlicht. Die experimentelle Musik – in der Regel ohne Gesang – lotet Grenzen aus und liefert atmosphärische Melodien, die zart und unergründlich aus den Boxen strömen.
Nach einer intensiven fünfjährigen Tournee-Phase haben die beiden Gründer, Rob Lowe und Michael A. Mulle, eine Pause vom Touren genutzt, um wieder gemeinsam zu improvisieren und zu experimentieren. Ihr neues Album „The Wind“ ist inspiriert von Meditationen über die natürliche Welt und ihre Zerbrechlichkeit, beispielsweise einer alten Geschichte über einen Heiligen, der den Wind in ein luftleeres französisches Tal trug, und Gedanken der Klimaaktivistin Greta Thunberg, die den Atlantik auf dem Katamaran „La Vagabonde“ überquerte.
Alles zusammen zeichnet eine Reise durch eine beschwörende Klanglandschaft, die von Echos von Gebetsfahnen, die in einer Himalaya-Brise flattern, einem alten Harmonium, einer Pfeifenorgel, einem Trio von Kontrabässen, Windspielen, betörenden Gitarren und Klavierinstrumenten berührt wird. Ob ruhige Pianoklänge oder sanfte Bläser – man kann sich hervorragend in die meditative Musik einfinden und gerät in schwelgerische Träumereien. Die dezent eingesetzten Vocals von Lisa Morgenstern und Jesy Fortino entfalten ebenso ihre Wirkung wie die gesprochenen Worte von Lili Cuzor. Gesang und Sprache werden aber nur sehr punktuell eingesetzt.
„The Wind“ markiert sowohl eine Rückkehr zu Balmorheas ursprünglicher Konstellation als Duo als auch einen Neuanfang als ihr erstes Album, das bei der Deutschen Grammophon veröffentlicht wird. Was aber bleibt sind die zerbrechlichen Klangstrukturen in ihrem allumfassenden Minimalismus.
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Tim Thoelke ist extrovertiert genug, um schon einige Karriere-Stationen hinter sich zu haben. Er war Sänger in den Punkbands „The Devil in Shorts“ und „Systemhysterie“. Er hat als DJ gearbeitet, ist Moderator im Leipziger Lokal-TV und Stadionsprecher bei RB Leipzig. Außerdem hat er ein Fanbuch zu seinem Lieblingsverein geschrieben.
In seinem Soloalbum nimmt er uns aber mit auf eine Seereise. Passt nicht ganz zu Leipzig, aber perfekt zu Tims rauer Stimme. Es geht um die beschauliche Küste und schmuddelige Hafenbars – eine Welt voller Gegensätze. Wir stechen in See, wo wir auf Walfische, Perlenfischerinnen und Fabeltiere treffen, erleiden Schiffbruch und enden schließlich im Packeis der Arktis.
In den acht Liedern fährt sowohl die Grenzenlosigkeit als auch die Gefahr des Meeres mit, man spürt Fern- und Heimweh, lauscht gespannt den Geschichten über Verrat, Mord und Liebe, versinkt in scheinbar uralten Geschichten und veritablem Seemannsgarn.
„Böse See“ ist ein Konzeptalbum, das in einzelnen Songs kleine Anekdoten und Geschichten erzählt. Thoelkes Texte geben die lyrische Basis, während Multi-Instrumentalist Tim Gressler wahlweise den Barpianisten oder den Bluesgitarristen gibt. Ein sehr stimmiges Werk, das perfekt zu dem umtriebigen Thoelke passt.
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Im Sommer 2020 feierten die Salzburger Festspiele ihr 100-jähriges Bestehen. Wie tut man dies zu Pandemie-Zeiten? Lange stand alles auf der Kippe, doch am Ende gelang eine fantastische Aufführung unter den bekannten Corona-Bedingungen mit maskiertem Publikum, viel Abstand und einer einfach gehaltenen Inszenierung, die das Bühnengeschehen auf das Wesentliche reduzierte: Sechs Schauspieler vor einem weißen Bühnenhintergrund mit zwei Türen. Gerade diese Schlichtheit in Verbindung mit einem großartigen Orchester (dirigiert von Joana Mallwitz) und sechs wundervollen Solisten machte die Oper „Così fan tutte“ in Salzburg zu einem Erlebnis, über das man noch in Jahrzehnten sprechen wird.
Die Produktion wurde in wenigen Wochen unter dem preisgekrönten Regisseur Christoph Loy und der Dirigentin Joana Mallwitz erarbeitet und von der Zeitung „Die Welt“ als „der beste Mozart in Salzburg seit Jahrzehnten“ gefeiert. Nun erscheint ein Mitschnitt im DVD-Format auf dem Label Erato.
Es sind gerade die Frauen, die das Geschehen tragen – vor und auf der Bühne. Joana Mallwitz macht einen fantastischen Job und entlockt dem Orchester wundervolle Mozartklänge, die mit dem Schlussapplaus begeistert gefeiert werden. Auch die weiblichen Bühnenrollen sind mit Sopranistin Elsa Dreisig (Fiordiligi) sowie den Mezzosopranistinnen Marianne Crebassa (Dorabella) und Lea Desandre (Despina) überragend besetzt. Von Beginn an ist es ihr munteres, energisches und gesanglich hervorragendes Zusammenspiel, das die Geschichte trägt.
Die Verwechslungsgeschichte im klassischen italienischen Stil wird von den sechs Protagonisten sehr schön dargestellt und in dem hellen Ambiente fast ohne Requisiten allein anhand von Gestik und Mimik glänzend dargestellt. Man tritt nicht in historischen Kostümen, sondern in Abendgarderobe auf. Und die vertauschten Liebhaber wirken wunderschön komisch in ihrer Freizeitkleidung.
Das Stück wurde aufgrund der Corona-Lage gekürzt, doch die Geschichte ist sehr gut zu verstehen. Und trotz der Schlichtheit wurde mir an einem gemütlichen Sonntagabend auf der Couch an keiner Stelle langweilig. Eine sehr empfehlenswerte Inszenierung, die zurecht auf DVD erscheint. Nicht nur, weil sie vermutlich in einigen Jahren einen musikhistorisch wertvollen Blick auf eine seltsame Phase der Kulturgeschichte werfen wird.
Wenn man die Musik von Clara Louise hört, bleiben vor allem die poetischen Lyrics im Ohr hängen. Clara Güll, die Sängerin aus Lahnstein bei Koblenz, ist ganz weit vorne, was schöne melancholische Popmusik angeht. Sie hat sich den Künstlernamen Clara Louise gegeben und veröffentlicht seit über zehn Jahren deutschsprachige Alben und umfangreiche Gedichtbände. Ihre Songs betören mit zauberhafter Leichtigkeit, wohltuender Natürlichkeit und einem großartigen Gespür für Melodie und Poesie. Das lyrische Moment rettet sie zudem in ihre kleinen Aphorismen und längeren Texte, die inzwischen in mehreren Bänden vorliegen.
Wie sie selbst im Vorwort schreibt: „Ich habe hier Weisheiten aus Büchern, der Psychologie und meinen eigenen Erfahrungen einfließen lassen, um dir aufzuzeigen, was alles möglich ist und wie man sich auf den Weg begeben kann, ein ‚goldenes‘ Leben zu führen. Dieses Buch dient als ein weiterer Schritt auf deinem Weg zu dir selbst und deinem wahren Ich, denn das liegt immer noch in dir, auch, wenn du es gerade vielleicht nicht findest. Ich glaube fest daran, dass wir schon vollkommen auf die Welt kommen und uns dann mit der Zeit an unser Umfeld anpassen und uns somit von uns selbst entfernen. Wir müssen uns also nur daran erinnern, wer wir schon immer waren. Ich hoffe, dass ich dir dabei helfen kann, so wie du mir hilfst, indem du mich dazu motivierst, aus meinem Herzen zu schreiben und mich so immer wieder aufs Neue kennenzulernen.“
Das kleine Hardcover-Büchlein ist sehr schön aufgemacht (mit Lesebändchen) und versprüht sowohl liebevolle Melancholie als auch puren Optimismus. Clara Loise gibt tiefe Einblicke in ihre Gedanken und ihr Seelenleben. Wer Poesie und deutschsprachige Songs liebt und zudem auch die einfachen und leisen Töne schätzt, dem seien Clara Louises Lieder und Texte wärmsten ans Herz gelegt. Vor allem in Zeiten der weltweiten Pandemie ebnet die Autorin mit ihrem Buch den Leser*innen einen hilfreichen Weg zu sich selbst.