Robbie Williams hat entschieden sein neues Album „BRITPOP“ spontan schon letzten Freitag zu veröffentlichen! Eigentlich war die Veröffentlichung für den 06.02.26 vorgesehen. Er überraschte seine Fans via social media smit der Ankündigung. Vorab sind die Singles „Rocket“. „Spies“ und „Human“ erschienen.
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„BRITPOP“ wird in verschiedenen Formaten erhältlich sein, darunter CD, Deluxe-CD, Vinyl und digital. Die Deluxe Version wird wie geplant erst am 06.02.26 erhältlich sein. Signierte Bundles sind im offiziellen Robbie Williams Store verfügbar.
Tracklist:
1. Rocket
2. Spies
3. Pretty Face
4. Bite Your Tongue
5. Cocky
6. All My Life
7. Human
8. Morrissey
9. You
10. It’s OK Until The Drugs Stop Working
11. Pocket Rocket
„Ich wollte das Album schreiben und veröffentlichen, das ich nach meinem Ausstieg bei Take That im Jahr 1995 machen wollte. Es war die Hochphase des Britpop und ein goldenes Zeitalter für britische Musik. Das neue Album ist rau, es gibt mehr Gitarren und es ist noch fröhlicher und hymnischer als sonst. Ich bin unglaublich stolz auf dieses Werk und freue mich darauf, dass die Fans es hören.“
Das Albumcover von „BRITPOP“ zeigt eine Hommage an Robbies ikonisches rotes Trainingsanzug-Outfit, das er 1995 beim Glastonbury Festival trug – eine Referenz an die Britpop-Ära.
Robbie wird im Juni für 2 Konzerte nach Deutschland kommen:
Die Nachricht schlug in der Musiklandschaft wie eine Bombe ein: Die Gallagher-Brüder verstehen sich wieder und wollen 2025 (zunächst in Großbritannien) auf Tour gehen. Was für eine Sensation, die es sogar in die Hauptnachrichten schaffte. Okay – der Weg bis dahin ist noch lang und nahe Verwandte finden häufig Gründe, um sich mal wieder zu streiten. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Der Zeitpunkt hätte ja nicht besser sein können, denn das grandiose Debüt „Definitely Maybe“ feiert dreißigjähriges Jubiläum und erscheint dieser Tage in einer ikonischen Anniversary-Edition.
Muss man noch was erklären zu diesem Album, das 1994 die Musikwelt auf den Kopf stellte und den Britpop mit begründete? Nach dem Suizid von Kurt Cobain lag Grunge in den letzten Zügen und der Gegenentwurf nahm Fahrt auf. Pulp, Blur und Suede hatten den Anfang gemacht – OASIS zogen fulminant nach und führten das Genre auf den weltweiten Siegeszug. Singles wie „Shakermaker“ und „Supersonic“ veränderten das Pop-Genre für immer.
Was macht nun dieses kultige Debüt aus? Sicherlich seine Nähe zum 60er-Sound von Beatles und Stones. Dabei ist es sehr selbstbewusst und einfach produziert. Die kraftvollen Hymnen und der authentische Sound machen das Debüt bis heute einzigartig und zeitlos. Kein Wunder, dass die Jugend damals ausflippte und dreißig Jahre später die Reunion der Brüder enthusiastisch feiert.
Die neue Edition enthält neben dem remasterten Original eine zweite Disc mit der „Monnow Valley Version“ und den „Sawmills Outtakes“. Nachdem sie einen weltweiten Plattenvertrag unterschrieben hatten, begaben sich Liam Gallagher, Noel Gallagher, Paul ‚Bonehead‘ Arthurs, Paul McGuigan und Tony McCarroll in die Monnow Valley Studios an der walisischen Grenze von Monmouthshire, um die kinetische Energie ihrer Liveshows auf Platte zu bannen. Die ersten Aufnahmen wirkten zu technisch und poliert, um die Essenz der Band einzufangen. Die Sessions wurden schließlich abgebrochen, und die Band zog in die abgelegenen Sawmills Studios in Cornwall, um das Album neu aufzunehmen. Schließlich entstand Definitely Maybe mit der Unterstützung von Owen Morris.
Die Aufnahmen aus dem Monnow Valley und die Outtakes von Sawmills, die nun zum ersten Mal ausgegraben wurden, bieten einen neuen und überzeugenden Einblick in den Prozess, der zum fertigen Album führte. Mit seinen rauen Kanten und seiner rastlosen Energie klang „Definitely Maybe“ schon immer wie ein Album, das in seiner vollen Ausprägung angekommen war – die neu enthüllten Versionen bieten den Fans jedoch einen faszinierenden neuen Einblick in das Album; sie zeigen das Selbstvertrauen, das die frühen Jahre von Oasis antrieb, und die Entschlossenheit, die nötig war, um ihr Debüt zu schaffen. Die Wiederentdeckung des Archivs nach 30 Jahren zeigt, wie wichtig der Aufnahmeprozess ist, um die Geschichte der unruhigen Entstehung eines der wichtigsten Alben aller Zeiten zu erzählen.
Fotocredit: Simon Emmett
Wie geht es weiter?
Nachdem sie einen weltweiten Plattenvertrag unterschrieben hatten, begaben sich Liam Gallagher, Noel Gallagher, Paul ‚Bonehead‘ Arthurs, Paul McGuigan und Tony McCarroll in die Monnow Valley Studios an der walisischen Grenze von Monmouthshire, um die kinetische Energie ihrer Liveshows auf Platte zu bannen. Die ersten Aufnahmen wirkten zu technisch und poliert, um die Essenz der Band einzufangen. Die Sessions wurden schließlich abgebrochen, und die Band zog in die abgelegenen Sawmills Studios in Cornwall, um das Album neu aufzunehmen. Schließlich entstand Definitely Maybe mit der Unterstützung von Owen Morris.
Die Aufnahmen aus dem Monnow Valley und die Outtakes von Sawmills, die nun zum ersten Mal ausgegraben wurden, bieten einen neuen und überzeugenden Einblick in den Prozess, der zum fertigen Album führte. Mit seinen rauen Kanten und seiner rastlosen Energie klang Definitely Maybe schon immer wie ein Album, das in seiner vollen Ausprägung angekommen war – die neu enthüllten Versionen bieten den Fans jedoch einen faszinierenden neuen Einblick in das Album; sie zeigen das Selbstvertrauen, das die frühen Jahre von Oasis antrieb, und die Entschlossenheit, die nötig war, um ihr Debüt zu schaffen. Die Wiederentdeckung des Archivs nach 30 Jahren zeigt, wie wichtig der Aufnahmeprozess ist, um die Geschichte der unruhigen Entstehung eines der wichtigsten Alben aller Zeiten zu erzählen.
Tickets für die Termine in Großbritannien werden am Samstag, 31. August, ab 9 Uhr unter folgenden Links verkauft: www.ticketmaster.co.uk, www.gigsandtours.com und www.seetickets.com. Tickets für Dublin sind am selben Tag ab 8 Uhr unter www.ticketmaster.ie erhältlich.
Credit: OASIS – Official Logo
OASIS LIVE: JULY 2025
4th – Cardiff, Principality Stadium
5th – Cardiff, Principality Stadium
11th – Manchester, Heaton Park
12th – Manchester, Heaton Park
19th – Manchester, Heaton Park
20th – Manchester, Heaton Park
25th – London, Wembley Stadium
26th – London, Wembley Stadium
AUGUST 2025
2nd – London, Wembley Stadium
3rd – London, Wembley Stadium
8th – Edinburgh, Scottish Gas Murrayfield Stadium
9th – Edinburgh, Scottish Gas Murrayfield Stadium
16th – Dublin, Croke Park
17th – Dublin, Croke Park
Gerade erst haben Travis den 25. Geburtstag ihres Albums „The Man Who“ gefiert, das ihnen vor allem mit der Single „Why Does It Always Rain On Me“ den weltweiten Durchbruch bescherte – und schon steht das zehnte Studioalbum „L.A. Times“ in den Startlöchern. Geändert hat sich über die Jahrzehnte kaum etwas. Und das ist auch gut so. Obwohl das Quartett aus Glasgow weitläufig dem Genre Britpop zugeordnet wird, waren ihre Songs doch immer poppiger und melodischer als die vertrackten Arrangements von Oasis oder Blur.
So ist es auch bei „L.A. Times“, das vor allem aus wohlfeilen Melodien besteht. Ganz charismatisch steht Fran Healys Stimme im Vordergrund. Manchmal wehleidig, fast immer melancholisch und in hohen Lagen schwebend. Produziert von Tony Hoffer (Air, Beck, Phoenix), wurde „L.A. Times“ von Fran Healy in seinem Studio am Rande der Skid Row in Los Angeles geschrieben, der Stadt, die er seit einem Jahrzehnt sein Zuhause nennt. Er beschreibt „L.A. Times“ als Travis‘ persönlichstes Album seit The Man Who.
In den zehn Songs des Albums versucht sein Schöpfer unweigerlich, den Weg, den er bis zu diesem Punkt zurückgelegt hat, zu verstehen. Ein Gefühl, das sich in dem beeindruckenden Coverfoto widerspiegelt: In Anlehnung an einige von Travis‘ beliebtesten Platten – „The Man Who“, „The Invisible Band“ und „The Boy With No Name“ – werden wir erneut von vier weit entfernten Gestalten inmitten einer riesigen Umgebung begrüßt, dieses Mal unter dem Beton und dem Glitzer der nächtlichen Innenstadt von Los Angeles.
Die Songs haben erzählenden Charakter und sind sehr filigran arrangiert. „Bus“ erzählt mit sanften Akkorden von einer Reise zu besseren Tagen. „Raze The Bar“ beschreibt einen nächtlichen Durchhänger mit nachdenklichem Refrain. In solchen Bildern liegt Healys große Stärke. „Live It All Again“ besticht mit extrem hohen Vocals am Rande des Erträglichen, aber doch wunderschön. „Gaslight“ ist der erste tanzbare Rocker des Albums, voller Energie und Rhythmus.
„Alive“ hat einen leicht folkigen Touch während „Home“ die Einflüsse der frühen 70er Jahre atmet. Ganz böse wünscht „I Hope That You Spontaneously Combust“ einem ungeliebten Menschen ein möglichst böses Ende – mit grandiosem Rhythmusgerüst im Song. Das letzte Triple bringt dann wieder die melodische Seite zurück. „Naked in New York City“ liefert akustische Gitarren und der Titeltrack den sphärischen Abschluss mit ungewohnten Rap-Passagen. Dabei rahmen beide den rockigsten Track „The River“ ein.
Travis haben sich mal wieder selbst übertroffen und geben hier ein äußerst vielseitiges Lebenszeichen von sich. Ein Popalbum, das höchsten Ansprüchen gerecht wird.
Noel Gallagher’s High Flying Birds veröffentlichen heute mit „Pretty Boy“ eine neue Single samt Video als ersten Vorboten zum bald erscheinenden neuen Studioalbum.
„Pretty Boy“ signalisiert den Beginn eines neuen kreativen Kapitels. Aufgenommen in Noels eigenem Studio in London, Lone Star Sound, und co-produziert mit Paul ‚Strangeboy‘ Stacey, ist auch sein langjähriger Freund Johnny Marr an der Gitarre zu hören. Der Track ist repräsentativ für Noels einzigartige, forschende Herangehensweise an das Songwriting. Er hat eine eindrucksvolle Stimme, die von einer hypnotischen Basslinie, treibenden Beats, energiegeladenen Riffs und einer sofortigen Hook begleitet wird. Passend zur klanglichen Raffinesse von „Pretty Boy“ gibt es ein beeindruckendes neues Lyric-Video:
Noel Gallagher sagt über den Song: „For this new record it was the first thing I wrote, the first thing I demoed and the first thing I finished, so it’s only right that it’s the first thing people get to hear. Massive shout out to my mainest man Johnny Marr for taking it somewhere special. Oh … and watch out for a cameo from me in the video … first one to spot me wins a bag of Flamin’ Hot Wotsits Giants!!“
Das letzte Studioalbum von Noel Gallagher’s High Flying Birds, „Who Built The Moon?“, wurde 2017 veröffentlicht und erreichte Platz 1 der UK Album-Charts. Im Juni 2021 erschien „Back The Way We Came: Vol. 1 (2011-2021)“ – ein karrierebestimmendes Best-Of-Album, das ein Jahrzehnt des vielfältigen Schaffens von Noel Gallagher’s High Flying Birds feiert. Das Album war das vierte Nummer-1-Album der Band in Folge und das 12. Nummer-1-Album in Noels produktiver Karriere.
Das vierte Studioalbum von Noel Gallagher’s High Flying Birds wird nächstes Jahr erscheinen, weitere Details werden bald bekannt gegeben.
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Wenn die Wegbereiter des Britpop mit einem neuen Album um die Ecke kommen, lässt das natürlich aufhorchen. Der charismatische Sänger Sänger Brett Anderson und Bassist Mat Osman hatten bereits seit Anfang der 80er Jahre in verschiedenen Projekten zusammengearbeitet – und 1989 war dann die Geburtsstunde von SUEDE. Bereits das selbst betitelte Debüt erreichte mit einer starken Prise Glamrock Platz 1 in den britischen Charts. Kommerziell am erfolgreichsten war aber Nummer 3 „Coming Up“, das der Band mit einer Mischung aus Extravaganz und Zeitgeist den Weg in die weltweiten Hitlisten ebnete. 2003 war dann erst einmal Schluss, doch im Jahr 2010 fand man sich wieder in der Erfolgsbesetzung mit Neil Codling zusammen und veröffentlicht seitdem wieder solide Rockalben, die zwar kaum noch chartrelevant sind aber dennoch sehr kraftvoll und respektabel in Erscheinung treten.
Angesichts der Entstehungsgeschichte des neuen Albums, dürfte es nicht allzu sehr überraschen, dass „Autofiction“ das Punk-Album von SUEDE ist – eine Platte, auf der eben jenes ausgelassene, ja fast übermütig lodernde Feuer knistert, das jedem vertraut ist, der die Band in den letzten Jahren live gesehen hat. Mit dem Probenstart der neuen Songs – einiger der druckvollsten und zugleich direktesten in ihrer Karriere, begann ein Prozess der Rückbesinnung auf die ursprünglichen Grundlagen und man beschloss, wieder wie eine Newcomer-Band zu werden. Brett Anderson, Mat Osman, Simon Gilbert, Richard Oakes und Neil Codling begaben sich also in einen Proberaum im verlassenen Kings Cross und damit auf die Spuren ihrer eigenen anfänglichen Tage als unbekannte Band aus London – sie mussten selbst den Schlüssel organisieren, ihr eigenes Equipment schleppen und aufbauen, um dann mit den Proben beginnen zu können. „Es war ein Versuch, den ganzen Dreck und den Lärm und die Naivität einer Live-Band zu erzeugen und das einzufangen“, sagt Brett.
Musikalisch pendeln SUEDE zwischen energischem Rock und bittersüßen Balladen. Der Opener „She Still Leads Me On“, das Anderson für seine verstorbene Mutter geschrieben hat, nimmt mich direkt gefangen. Eine wundervolle Hymne voller Liebe – mit verzerrten Gitarren und massig Pathos. Einfach wundervoll!
„Personality Disorder“ eröffnet die rockige Schiene mit Punk-Gitarren und eindringlichem Sprechgesang. „15 Again“ vermittelt das autobiografische Konzept des Albums mit einer nostalgischen Reise in die Vergangenheit. Mitreißend und episch. In diese Kerbe haut auch „That Boy on the Stage“, das die innere Zerrissenheit des autofiktionalen Protagonisten ausdrückt. Das mystische „Shadow Self“ und die sinfonischen Elemente von „It’s Always The Quit Ones“ bringen neue Momente mit und betonen die Vielseitigkeit der Band. Ganz stark wird es nochmal mit dem längsten Track „What am I Without You“, der als sanfte Pianoballade startet, sich dann aber zu orchestral-bombastischen Glamrock steigert. Ein wahrhaft cineastisches Soundgemälde!
„Autofiction“ ist eine rockige, beschwingte Platte geworden, die zwar nicht wie die wilden frühen Singles von vor dreißig Jahren klingt, aber dennoch viel von der gleichen hungrigen Energie in sich trägt. Mehr Joy Division als Oasis – und das ist gut so.
Beim diesjährigen Reeperbahn Festival bestachen Yard Act durch einige fulminante Auftritte und konnten verdientermaßen den ANCHOR Award mitnehmen, den Nachwuchspreis des Festivals als Prädikat für aufstrebende Musiker*innen. „They just blew us away“ begründete der amerikanische Musikproduzent Tony Visconti die Entscheidung – und man kann es nachvollziehen, wenn man sich ihre Performance auf YouTube oder (noch besser) das neue Album „The Overload“ zu Gemüte führt.
Die Band ist erst seit zwei Jahren aktiv – und doch kommt ihr Albumdebüt recht spät. Nach nur drei Konzerten in ihrer Heimatstadt Leeds kamen die Ereignisse in der Welt dazwischen. Doch anstatt sich von der Pandemie entmutigen zu lassen, gründeten Yard Act ihr eigenes Imprint (Zen F.C.) und veröffentlichten im Laufe des Jahres 2020 und Anfang 2021 vier zunehmend schrille, urkomisch düstere Singles: „The Trapper’s Pelts“, „Fixer Upper“, „Peanuts“ und „Dark Days“. Dass diese Songs auf dem ersten echten Album nicht verzeichnet sind, zeugt vom enormen Arbeitstempo der Briten.
Mit „The Overload“ bringen Yard Act ihren mit Zynismus gespickten, unnachahmlichen Humor und ihr musikalisches Geschick vollends zum Ausdruck. Angeführt von James Smith (Gesang) und Ryan Needham (Bass) bietet die mittlerweile zum Quartett angewachsene Post-Punk-Groove-Band einen mitreißenden und beißenden Sound, der den Hörer nicht kalt lässt.
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Schon der Opener und Titeltrack bietet rhythmisch veredelte Spoken Words vom Feinsten. Smiths lamentierende Vocals klingen einfach unendlich cool. Wenn er dann wie in „Payday“ sein Mantra „Take the money and run“ verbreitet, kann man einfach nicht stillsitzen. Zwischen starken Gitarrenriffs, einem pumpenden Bass und ausufernden elektronischen Ergüssen versteckt sich eine Botschaft: „The Overload“ ist ein linkes, politisches Album, das eine chaotische, komplexe, bewusst heuchlerische Momentaufnahme unseres aktuellen gesellschaftlichen Zustands darstellt.
37 Minuten Albumlänge bekommt der Britpop-affine Hörer in Retro-Punk-Manier ordentlich um die Ohren gehauen. Nicht wirklich schön, manchmal nervig und anstrengend, am Ende auch ziemlich überladen, aber definitiv mit Stil!
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In Europa segelt die Gruppe aus Manchester noch immer weitestgehend unter dem Radar der breiten öffentlichen Wahrnehmung, während in UK die Chartspitze schon lange gepachtet ist. Die erste größere Aufmerksamkeit erhielten Elbow 2005 mit dem Album „Leaders Of The Free World“. Es folgte drei Jahre später „The Seldom Seen Kid“ und damit der musikalische Durchbruch des Quintetts um den trunkenen Melancholiker Guy Garvey. Elbow spielten als Support von R.E.M., U2 oder Coldplay und empfahlen sich hier nochmals einem größeren Publikum.
Was spannend ist bei „Flying Dream 1“: Das Album enthält kurz vor Schluss einen Track mit dem Titel „The Seldom Seen Kid“. Die Erinnerungen an ihren 2006 verstorbenen engen Freund, den Musiker Bryan Glancy. hängen also immer noch hoch. Er ist nämlich mit der Bezeichnung des „selten gesehenen Kindes“ gemeint. Und die Melancholie des Albums ist in dem Song noch immer greifbar. Doch auch die übrigen Tracks wirken sehr losgelöst und schwebend. Wer nach dem Albumtitel und dem gleichnamigen Eröffnungssong ein sanftes, ruhiges Album erwartet, wird nicht enttäuscht.
Elbow bleiben eine seltsame eigenständige Band im ganzen Britpop-Geschehen, mit ihrem ganz eigenen Sound aus E-Pianoklängen, weinerlichen Gitarren und sphärischer Weltfremdheit. Schmerz und Trauerarbeit werden seit jeher in musikalische Kleinode packt, die mal laut nach uneingeschränkter Aufmerksamkeit rufen und andererseits in kammermusikalischer Manier introvertiert an sich selbst arbeiten. Seit vielen Jahren bekommen die Hörer vor allem poetische Texte und melancholische Melodien. Dieses Konzept haben Guy Garvey und seine Mitstreiter mal wieder auf die Spitze getrieben.
Das Album ist in kompletter Länge genial und bei mir machte sich nach mehrmaligem Anhören ein zunehmend wohliges Gefühl breit. Diese Band macht handgemachte Popmusik, manchmal wollen sie rocken, doch sie sind irgendwie immer traurig, auch romantisch, ehrlich und bodenständig. Mit dieser Musik kann man sich zuhause fühlen, vor allem wenn man die ruhigen Klänge anderer britischer Größen wie Peter Gabriel, Marillion oder Coldplay liebt. Elbow haben (mal wieder) etwas ganz Großes geschaffen.
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Man muss Fools Garden wirklich dafür bewundern, dass sie seit dreißig Jahren ein enormes Durchhaltevermögen haben und inzwischen ihr elftes Studioalbum auf den Markt bringen. Eigentlich haben sie mit „Lemon Tree“ ein klassisches One-hit-wonder gelandet. Der weltweite Erfolg ließ sich einfach nicht mehr wiederholen. Viele Bands sind an einer solchen Situation zerbrochen, doch die Gründungsmitglieder Peter Freudenthaler und Volker Hinkel ließen sich nicht ins Bockshorn jagen. Ja – es gab Besetzungswechsel und große Krisen. Kein Album nach dem Nummer-1-Werk „Dish Of The Day“ (1995) schaffte einen annähernd guten Chartplatz in Europa. Und trotzdem gibt es seit dem (übrigens sehr lohnenswerten) Erstling „Once In A Blue Moon“ (1993) durchgehen qualitativ hochwertige Musik der Band aus Pforzheim.
2021 wendet sich die Band nach vielen Alben melodischer Popmusik überraschend dem Elektropop zu. Das mag manche Fans verstören, ist aber nur ein Teilaspekt des neuen Werks. Wer ihre alten Alben mag, wird auch auf „Captain… Coast Is Clear“ neue Favoriten finden.
Nach dem kurzen sphärischen Opener „An Endless Sea“ geht es direkt zum Synthesizer-Sound von „Electrify“, der an eine Mischung aus den Vocals der Pet Shop Boys mit der Musik von Anne Clark erinnert. Musikalisch absolut nicht mein Fall, aber zumindest ordentlich produziert. Zudem erweisen die Herren keinem Geringeren als David Bowie die Ehre, indem sie einen inhaltlichen Bezug zu „Major Tom“ herstellen: „Remember when David cut the line, and everything went out of control“.
Die Melancholie von „Highest Mountain“ und „Home Again“ entschädigt jedenfalls für entstandene Unannehmlichkeiten und liefert vertraute Klänge der Band, während es mit „Outta Love“ wieder zurück auf den Dancefloor geht. Spannend finde ich die Klanglandschaften von „Fireflies“ und „House Of Cards“, die sich letztlich von jeder Pop-Attitüde entfernen.
Mit Titeln wie „Those We Lost At Sea“ und „Home Again“ zeigen die Protagonisten nicht nur ihr musikalisches Können, sondern begegnen dem Hörer mit Tiefe. Zusätzlich kommt man in den Genuss von Hinkels raffinierten Sound-Layouts, wenn er seine Kunst als Komponist von Filmmusiken einfließen lässt und eine einzigartige, musikalische Dramaturgie erzeugt.
Fools Garden nutzen ihr musikalisches Talent, um sich weiter zu entwickeln und die Hörer zu überraschen. Ein zweites „Lemon Tree“ will keiner schaffen und die Radiocharts liegen auch in weiter Ferne. Stattdessen gibt es ein atmosphärisch dichtes Album mit einigen Überraschungen, die vermutlich nicht jedem gefallen werden. Trotzdem – gut so.
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Mitte der 90er Jahre galt Britpop als das Maß aller Dinge in Europa. Supergrass aus Oxford kamen eigentlich recht spät um die Ecke. Bands wie Blur und Oasis waren schon schwer angesagt, als sich Supergrass 1993 gründeten. Bevor Gareth Michael Coombes und Daniel Goffey die Gruppe aus der Taufe hoben, spielten sie bei The Jennifers. Das Debüt „I Should Coco“ erreichte in Großbritannien aus dem Stand Platz 1 der Charts, der Zweitling „In It For The Money“ war nicht minder erfolgreich was die Verkaufszahlen anging, blieb aber auf Platz 2 hängen.
Während die erste CD ein typischer jugendlicher Erstling war und noch viel Punk in sich trug – laut und stürmisch mit dem Hit „Alright“ – klang „In It For The Money“ kreativer, erwachsener und experimenteller, ohne aber den ausgestreckten Mittelfinger zu vergessen. Pop und Punk verschmolzen zu einer Einheit, doch man konnte immer noch wild auf und ab hüpfen. Für ein zweites Album sehr stark!
Der ursprünglich am 21. April 1997 veröffentlichte Longplayer verkaufte sich weltweit über eine Million Mal und wurde vom New Musical Express in die Top 10 der Alben des Jahres 1997 gewählt. Fast pünktlich zum 25jährigen Geburtstag gibt es nun einen erweiterten Release.
Die neue Ausgabe von „In It For The Money“ bietet remasterte Aufnahmen von den analogen Bändern auf 180g schwarzem und 140g türkisem Vinyl. Das Album war seit seiner ursprünglichen Veröffentlichung im Jahr 1997 nicht mehr als LP erhältlich. Das 3CD-Format enthält 53 Songs. Neben dem remasterten Album auf CD 1 noch B-Seiten, Raritäten und Outtakes auf CD 2 und Live-Aufnahmen auf CD 3. Dazu gibt es im Booklet Bilder des angesehenen Fotografen Kevin Westenberg und Sleevenotes von Charles Shaar Murray. Das Album wurde von Supergrass remastered und alle Formate von ihnen zusammengestellt.
Und die Geschichte geht weiter: Nach mehr als einem Jahrzehnt der Trennung haben sich Supergrass 2019 wiedervereint und feierten mit dem karriereübergreifenden Deluxe-Boxset “The Strange Ones 1994-2008” und einer ausverkauften Welttournee einen weiteren Erfolg.
Schon das letzte Album „Everything At Once“ enthielt nur zehn Songs, die ihre Geschichten jeweils im Drei-Minuten-Takt erzählten. Da muss man nicht viel Brimborium drum machen. Braucht man überhaupt einen Albumtitel? Ach was. „10 Songs“ reicht völlig. Dann weiß jeder, was er für sein Geld bekommt.
Fünfundzwanzig Jahre sind mittlerweile vergangen, seitdem sich die vier Bandmitglieder von Travis zum ersten Mal in einem Proberaum im schottischen Glasgow getroffen haben. Und noch immer sind sie in Urbesetzung zusammen. Allein das ist schon eine Leistung.
In der Zwischenzeit hat die Band Millionen von Alben verkauft und war in der preisgekrönten Dokumentation „Almost Fashionable“ zu sehen. Frontmann Fran Healy konnte Lob von Größen wie Paul McCartney, Elton John und Graham Nash ernten.
Akustische Gitarre und Piano beherrschen mal wieder die meist melancholischen Stücke. Zusätzlich sind hochkarätige Features wie die Synthesizer von Grandaddy-Mitglied Jason Lytle, die Lap Steel-Gitarre von Greg Leisz und Vocals von The Bangles-Sängerin Susanna Hoffs zu hören. Es ist zwar kein neuer Dauerohrwurm dabei (im Radio werden wir wohl weiterhin „Sing“ und „Why Does It Always Rain On Me“ hören müssen), doch in sich ist das Album sehr stimmig, wenn sich schöne Melodien mit dynamischen Tracks abwechseln.
Mit „10 Songs“ beweisen sich Travis als einer der besten und erfolgreichsten Songwriting-Exporte des Vereinigten Königreichs. Und sie zeigen auch im Brexit- und Corona-Jahr 2020, dass der beste Britpop aus Schottland kommt!
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Nikolausabend 2012 in Trier – der ältesten Stadt Deutschlands. Die alten Gemäuer sind in Eiseskälte erstarrt, die von dem bevorstehenden Wintereinbruch kündet. Doch halt: da gibt es ein Gebäude, aus dem laute Klänge und Hitzewellen ausströmen. Das Exzellenzhaus in Trier. Von Land und Leuten liebevoll als ExHaus abgekürzt.
Royales Flair weht am 6. Dezember durch das ExHaus. Schließlich entern Royal Republic die Bühne und zeigen, was gute Rockmusik aus Schweden ist. Momentan absolviert das Quartett gleich zwei Tourneen. Denn neben seiner eigenen „Save The Nation“ Tour 2012 sind sie auch noch als Support der Toten Hosen in Deutschland unterwegs. Allerorten ausverkaufte Häuser und ein begeistertes Publikum. Nur bis nach Trier hat sich die Klasse dieser Alternative-Rock-Band noch nicht ganz herum gesprochen. Das Konzert sollte ursprünglich in der Europahalle stattfinden, wurde dann aber in die kleinere Location verlegt.
Für die Stimmung kann das nur gut sein. Die Halle hätte vielleicht dem königlichen Ambiente des Bandnamens Rechnung getragen, doch die Atmosphäre im eng gefüllten Gewölbekeller passte eher dazu, was die Vorzeigerocker zu bieten hatten. Eine Wahnsinnsshow, die keinen Besucher kalt ließ. Die Haare mit Pomade nach hinten geklatscht, Lederjacke über dem Feinripp-Unterhemd und die Kippe in den Mundwinkel geklemmt. Nach diesem Klischee sah es am Anfang noch aus. Doch gar nicht lange, dann hat man sich seiner Coolness und seiner Oberbekleidung entledigt und bietet eine der heißesten Rockshows des Planeten.
Die Mischung aus Funk, Britpop, Punk und einer Menge Rock’n’Roll kommt an. „We want to make people happy, ready to party and perhaps a little bit horny“, heißt das Motto. Nicht mehr, nicht weniger. Und es gelingt. „Royal Republic“-Sprechchöre nach jedem Song, ein textsicheres Publikum, das vor allem aus Teens und Twens besteht. Auf dem aktuellen Album „Save The Nation“ sind die meisten Songs ungewohnt tanzbar und die elektronischen Elemente nehmen viel Raum ein. Aber live gibt es zum Glück die gewohnte Powermischung und ausschließlich knallharte Rockversionen der Songs beider Alben. Mit einer Ausnahme: Da man ja weiß, dass die Mainstreamsender stets auf Radiotauglichkeit bedacht sind, erklingt „Addictive“ als reduzierte Schmalzlocken-Gitarren-Version mit Schmacht-Charakter.
Die war dann aber auch nötig, denn bis dahin hatte man mächtig eingeheizt. Beispielsweise mit „Save The Nation“, „You Ain’t Nobody Til Somebody Hates You“, „Molotov“ und „Punch Drunk Love“. 60 Minuten Konzertzeit vergehen wie im Flug, die vorderen Reihen tanzen ausgelassen und Fronter Adam Grahn lässt keinen Trick aus, um auch die hinteren Reihen des schlauchförmigen Kellers mitzureißen. Da schwingen die Hartgesottenen ihre Shirts durch die Luft oder es dreht sich auch mal die komplette vordere Hälfte um und buht, wenn hinten nicht getanzt wird.
Vor der Zugabe zählt Adam nach: 15 Songs gespielt – man könnte eigentlich aufhören. Nach erneute „Royal Republic“-Rufen gibt es zunächst das ersehnte und abgefeierte „Everybody Wants To Be An Astronaut“, dann zwei weitere Songs. 18 Titel und knapp 80 Minuten Konzertlänge sind nicht die Welt für einen Headliner – doch nach dieser energiegeladenen Performance geht vermutlich jeder zufrieden nach Hause. In der Hoffnung, dass sich das Ereignis herum spricht und Royal Republic bei ihrem nächsten Gig in Trier den Publikumszuspruch bekommen, den sie verdienen.