Wenn man an Britpop denkt, dann kommen einem zunächst die 90er Jahre und Bands wie OASIS, BLUR oder PULP in den Sinn. Der neue Sound entstand als Gegenbewegung zum US-amerikanischen Grunge und war (vor allem in Europa) überaus erfolgreich. Der Konkurrenzkampf unter den Bands trieb teils seltsame Blüten, wenn es um die Vorherrschaft ging. Kommerziell gewannen OASIS, was bis heute nachwirkt, aber aus musik-ästhetischer Sicht waren BLUR die waren Ikonen.
Heute lebt das Vermächtnis vor allem in Coldplay und Bands wie den Arctic Monkeys weiter. Und plötzlich kommt da ein Robbie Williams um die Ecke und nennt sein neues Album „Britpop“. Genau dreißig Jahre später. Die Intention ist klar: Er möchte da ansetzen und weitermachen, wo der Britpop Mitte der 90er Jahre geendet hat. Immerhin fiel sein Ausstieg bei Take That mit der Hochphase dieser Musikrichtung zusammen. In Interviews sagt er nun: „Ich wollte endlich das Album machen, das ich eigentlich schon 1995 nach meiner Trennung von Take That im Sinn hatte. Zu einer Zeit, in der sich Britpop auf dem absoluten Höhepunkt befand und ein goldenes Zeitalter für die britische Musik angebrochen war.“ Warum er es nicht getan hat, bleibt offen.
Doch egal. Jetzt gibt es schrammelige Gitarren, hymnische Melodien und rockige Arrangements. Nicht von ungefähr erinnern viele Songs an fetzige OASIS-Zeiten, doch Robbies Stimme ist unverkennbar. Auf „Rocket“ ist Rocklegende Tony Iommi von Black Sabbath an der Gitarre zu hören. „Spies“ klingt nostalgisch, „Human“ hat einen fast schon psychedelischen Touch und der orchestrale Touch von „It’s OK Until The Drugs Stop Working“ will so gar nicht zum provokanten Titel passen.
Stilistisch liefert Robbie hier eher eine Hommage an alte Zeiten als echten Britpop. Aber der Sound ist stimmig – und die Konzerte im Sommer werden dadurch vermutlich sehr abwechslungsreich. Passt.
So abwechslungsreich wie die verschiedenen Musicals, so vielfältig ist auch „Die Nacht der Musicals“. Ein ausgefeiltes Licht- und Soundkonzept sowie aufwendige Kostüme und liebevoll gestaltete Bühnenbilder machen dieses Event zur beliebten Musicalgala und lassen den Zuschauer in die Atmosphäre des New Yorker Broadways und Londoner West Ends eintauchen.
Am 21. Januar war die Produktion in der Europahalle Trier und es zeigte sich direkt, dass es gar nicht viel braucht, um schönes Musical-Feeling auf die Bühne zu bringen. Sechs starke Solisten und ein quirliges Ensemble aus acht Tänzer*innen reichen allemal. Im Hintergrund waren keine Kulissen nötig: Fünf kleine LCD Felder sorgten bei jedem Musical für die entsprechende Atmosphäre. Die bunten Kostüme taten ihr übriges dazu.
Den Anfang machte ein „The Disney Show“ genanntes Medley aus „The Greatest Show“, „Aladdin“, „Die Schöne und das Biest“, „Frozen“ sowie „König der Löwen“. Ein knalliger Einstieg, aber die Wechsel waren bisweilen zu abrupt. Die Löwen zogen aus dem Publikum ein, das war auf jeden Fall ein schöner Effekt.
Gerade die Solisten hatten es mir angetan, wenn beispielsweise Hélène Kamers in der Arie zum „Phantom der Oper“ auch höchste Töne meisterte. Beim „Falco“-Block fand ich wieder die einzelnen Stücke zu kurz angespielt, doch dafür entschädigte „Wicked“ mit hervorragenden Chorpassagen.
Bewunderswert, wie schnell sich die Protagonist*innen umzogen. Der Ablauf war so getimed, dass kleiner Duette sich mit den Ensemblestücken ablösten. Trotzdem ging es Schlag auf Schlag. Beeindruckend fand ich das italienische Duett „Vivo Per Lei“ und den Glamour von ABBAs „Mamma Mia!“ vor der Pause.
Nach einer Stunde war dann erst einmal Verschnaufen angesagt und man konnte sich dem Programmheft widmen, das ich auf jeden Fall noch lobend erwähnen möchte, enthält es doch zum kleinen Preis eine umfangreiche Darstellung aller verwendeter Musicals. Gerade für Einsteiger in diese Welt, die mal über den Tellerrand der bekannten Hits hinaus blicken wollen, ist es sehr geeignet.
Nach der Pause startete man mit der Power von „Moulin Rouge“, das voller großer Klassiker steckt – und es gab einen gelungenen Übergang zur „Rocky Horror Show“, wo Federico Guez in seiner Paraderolle glänzen und lasziv mit dem Publikum spielen konnte. Auffallend war die chorische Leistung beim Gospel-Medley zu „Sister Act“, gefolgt von der abwechslungsreichen Sport-Performance zu „Rocky“.
So kann man auch neue Musicals für sich entdecken, denn „Rocky“ hatte ich bisher nicht auf dem Schirm. Ebenso überzeugte „Elisabeth“ mit einem wundervollen Duett, dass wieder Hélène im Zusammenspiel mit Bruno Grassini gestaltete. Immer wieder wechselten sich Rocksongs mit Klassik ab. Lena Sophie Flegel hatte die passende Rockröhre zu „Somebody To Love“. Nach Queen gab es zum Abkühlen ein stimmungsvolles „Hallelujah“ aller sechs Solisten, bevor das Tanzensemble zu Udos „Ich war noch niemals in New York“ über die Bühne wirbelte.
Nach zwei Showstunden verlangte das Publikum mit stehenden Ovationen nach mehr – und bekam den „Time Warp“ und „Show Must Go On“.
In harmonischer Eintracht kann man Carl Carlton und Melanie Wiegmann Händchen haltend auf dem Cover von „Miles of Time“ sehen. Carl (eigentlich Karl Buskohl) hat schon mit Künstlern wie Robert Palmer, Eric Burdon, Joe Cocker oder Paul Young zusammengearbeitet. In Deutschland vertrauen Peter Maffay, Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen auf seine Fähigkeiten an der Gitarre. Melanie ist ein deutscher TV-Star, den meisten vor allem bekannt aus ihren acht Jahren als Natascha Schweitzer bei „Sturm der Liebe“. Die ausgebildete Sängerin begeisterte ihr Publikum aber auch in Musical-Produktion wie „Mamma Mia“ und „Cabaret“.
Mit seinem zweiten gemeinsamen Album führt das Duo seine musikalische Reise fort – genreübergreifend, intensiv und voller Gefühl. Man bewegt sich stilistisch zwischen Americana, Folkrock, Blues & Soul und überzeugt besonders durch eine warme, handgemachte Produktion. Die Arrangements sind bewusst zurückgenommen, ohne überproduzierten Schnickschnack, und schaffen so eine intime, natürliche Klangwelt. Viele Tracks wurden als Quartet live eingespielt, was dem Album eine organische, lebendige Dynamik verleiht.
Carlton & Wiegmann liefern vor allem Neuinterpretationen bekannter und weniger bekannter Klassiker aus Blues, Country und Rock: von „Love Potion No. 9“ über „Both Sides Now“ bis hin zu „Big Boss Man“. Dabei wirken die Songs nicht bloß nachgespielt, sondern sind liebevoll arrangiert und mit eigenem Charakter versehen, ohne ihre Wurzeln zu verleugnen.
Entstanden in der mediterranen Inspiration ihrer Wahlheimat Gozo und vollendet im musikalisch pulsierenden Woodstock – Carls zweiter Heimat – vereint „Miles Of Time“ die besten Welten: Live im Quartett eingespielte Basic Tracks, prominente Gäste wie Keb’ Mo’ und Rami Jaffee sowie ein kreatives Umfeld, in dem Freiheit, Groove und „Love, Peace & Happiness“ keine Floskeln sind. Die 13 Songs widmen sich Themen, die das Leben schreibt: Wandel, Nähe, Erinnerungen, geteilte Zeit. Zwei Stimmen, die zu einer werden, erzählen von Liebe – zueinander und zur Musik. „Miles Of Time“ ist ein Album voller Herz und Haltung: Es wirkt zeitlos, lebendig und reich an Geschichten, die berühren.
Als im Jahr 2003 die erste Version von „Symphonic Live“ erschien, war der Aufschrei bei den Fans groß, hatte man sich doch auf nur eine CD beschränkt und so großartige Tracks wie „The Gates Of Delirium“, „Ritual“, „In The Presence Of“ und „Magnification“ einfach unterschlagen. Dieser Fehler wurde erst 2009 mit einem 2-CD-Release behoben und jetzt findet sich zum 25jährigen Jubiläum des Gigs auf einer neuen Box auch die vollständige Version inklusive BluRay.
„Symphonic Live“ dokumentiert ein Konzert von YES am 22. November 2001 in der Heineken Music Hall in Amsterdam. Die Band spielt in ungewöhnlicher Besetzung mit dem European Festival Orchestra unter Leitung von Wilhelm Keitel, was den ohnehin komplexen Prog-Rock-Sound von Yes um reichhaltige Orchesterfarben erweitert. Die Show entstand im Rahmen der „YES Symphonic-Tour“, die das Studioalbum „Magnification“ (2001) begleitete – ein ungewöhnliches Werk, da es ebenfalls mit Orchester arrangiert und ohne den für YES so typischen klassischen Keyboarder aufgenommen wurde.
Rick Wakeman ist leider nicht im Line-Up dabei, obwohl er zur Tour eingeladen wurde. Das merkt man an vielen Stellen. Er wurde von Tom Brislin ersetzt, da Wakeman aufgrund eigener Tour-Aktivitäten nicht verfügbar war. Die Setlist mit Klassikern wie „Close to the Edge“, „Starship trooper“, „The gates of Delirium“ sowie „And you and I“ ist einfach großartig. Zum Abfeiern gibt es dann am Ende auch noch „Owner of a Lonely Heart“ und „Roundabout“, womit alle Fan-Schichten bedient sein dürften. Vor allem die Longtracks sind für die orchestrale Umsetzung wie geschaffen – und man nutzt dies in einer Klangfülle, die dennoch die originalen Arrangements nicht übertönt.
Die aktuelle Box enthält alle drei Silberlinge (2CD und BluRay) in einzelnen Papphülle, viele Artwork-Karten, ein Poster zum Ausfalten und ein umfangreiches Booklet, dessen Informationsgehalt aber leider zu wünschen übrig lässt. Sei’s drum. Die BluRay ist visuell anspruchsvoll und hat einen hervorragenden Klang. Zu den Extras auf der Blu-ray zählen das Video zu „Don’t Go“ und eine 30-minütige Dokumentation mit dem Titel „Dreamtime“. Die neue 4LP-Version wurde auf 180-Gramm-Vinyl gepresst und mit halber Geschwindigkeit gemastert. Das fast halbstündige Epos „Ritual (Nous Sommes du Soleil)“ ist zum ersten Mal auf Vinyl erhältlich. Fazit: Der Fan bekommt hier alles, was er sich für diesen Release wünschen kann.
In Deutschland ist Mika irgendwie komplett in der Versenkung verschwunden. Was sehr schade ist, denn er macht immer noch wundervolle Musik. Doch im Radio findet er kaum noch statt. Wenn überhaupt wird der alte Schmachtfetzen „Relax“ gespielt. Und Konzerte im deutschsprachigen Raum sind ebenfalls Mangelware. Wenigstens ist er regelmäßig in der luxemburgischen Rockhal in Esch/Alzette zu erleben.
Ganz anders sieht das nämlich in Frankreich und Italien aus. Dort fährt Mika immer noch höchste Chartpositionen ein. Lange Zeit war er Coack beim beim französischen „The Voice“, in Italien fungierte er als Juror bei „X Factor“ und 2022 moderierte er gar mit zwei Kolleg*innen den ESC in Turin. Beim Thema Medienpräsenz also ganz weit vorne.
Sein sechstes Studioalbum „Que ta tête fleurisse toujours“ erschien in französischer Sprache – auch ein Statement! Ein wunderschönes Werk voll gefühlvoller Melodien. Drei Jahre später wendet sich Michael Holbrook Penniman aka Mika wieder den englischen Lyrics zu. Mit „Hyperlove“ kehrt er zum Klavier als kreativem Kompass zurück und begibt sich auf eine gewagte Neuerfindung – ein Album, das die Wärme analoger Unvollkommenheiten mit dem makellosen Puls elektronischen Pops verbindet.
Komplett am Klavier geschrieben und ausschließlich mit analogem und vintage Outboard-Equipment produziert, ist das Werk eine lebendige, atmende Landschaft voller Verletzlichkeit, Rauheit, Sehnsucht und Euphorie. So ist der Start mit dem atmosphärischen Titeltrack ein Ausrufezeichen zu Beginn. Hymnisch, eingängig, großartig! Es folgt „Modern Times“ im krachenden Discosound, und schon sind wir zurückversetzt ins letzte Jahrtausend.
Vielleicht manchmal etwas zu viel Elektronik, doch Stücke wie „Science Fiction Lover“, das melancholische „Take Your Problems With You“, der Groove von „Nicotine“ und das mitreißende „Bells“ sind einfach grandios. So gelingt die Symbiose zweier Welten, denn das Album erforscht die Spannung zwischen der digitalen Welt und der Zerbrechlichkeit menschlicher Gefühle.
Mikas Markenzeichen, der unglaubliche Stimmumfang von Bariton bis zu hohem Falsett und sein großartiges Klavierspiel, prägen natürlich auch das aktuelle Album. Wie auf den Vorgängern gelingt es ihm wieder, seine Hörer mit fröhlich-buntem Pop zu verzaubern, der an die 70er und 80er Jahre erinnert, aber gleichzeitig erfrischend neu und kreativ ist.
Die aktuelle gemeinsame Tour von Tina Dico und Helgi Jonsson ist etwas ganz besonderes. Seit vielen Jahren sind die beiden Musiker*innen bereits musikalisch vereint und haben sich bei diversen Projekten unterstützt. Seit einiger Zeit sind sie aber auch in der Liebe ein Paar und erzählen auf ihren aktuellen Konzerten unter dem Titel „The Road“ von ihrer gemeinsamen Reise.
Tina Dico wurde als Tina Dickow im dänischen Aarhus geboren und hat sich weltweit einen Namen als Folksängerin und Songwriterin gemacht. Helgi Jonsson stammt aus dem isländischen Reykjavik und ist Produzent, Sänger, Songwriter sowie Multiistrumentalist. Die Wege der beiden kreuzten sich erstmals im Jahr 2008, später wurden sie ein Paar, haben geheiratet und leben inzwischen gemeinsam in Island.
Wie es dazu kam, erzählt das Konzept „The Road“ ausführlich und sehr einfühlsam, garniert mit eigenen Songs und wenigen Covern. Zum Beginn sind die Storyteller mit ihren akustischen Gitarren am Start und erzählen viel zwischen den Songs. Helgi spricht sehr gut Deutsch, Tina belässt es bei der englischen Sprache.
„Nobody’s Man“ ist der erste Titel und Tina lässt die Geschichte erzählerisch in Dänemark beginnen, wo sie Helgi im Jahr 2007 erstmals bei einem Festival erlebt hat. Sie fand ihn exzentrisch und abgehoben, was er auch gleich bestätigt, indem er zur Posaune greift und im Wechsel instrumental und a cappella loslegt. Nach „Digging Up A Tree“ folgt die Erzählung von einer gemeinsamen Tour Helgis mit Teitur (passend gibt es dessen Song „Josephine“) und dem nächsten Treffen der beiden in Kanada. Man merkt schon – es wird weltumspannend.
Helgi war verlobt, Tina – wie sie selbst sagt – „mit ihrer Musik verheiratet“. Es sollte als nicht mehr als eine musikalische Partnerschaft sein, beispielsweise für das Duett „Walls“ auf Tinas neuer Platte und einer gemeinsamen Tour. Helgi trug neue Arrangements bei, wie für „Sacre Coeur“, das er nun mit seiner Posaune umspielte.
Songs wie „Dimma“, „Paper Thin“ und „Salt“ umschreiben die wirren Gefühle. Helgi hatte sich von seiner Verlobten getrennt und wollte Liebe, keine Affäre, doch er stieß nicht auf Gehör. Harte Gitarrenklänge beschreiben seine damalige Stimmung. Er ist nur auf der Bühne glücklich und fällt im Hotel in Trauer. Das führt er in seinem bewegenden Stück „Salt“ aus und entlässt das Publikum nach einer Stunde in die Pause.
Im zweiten Teil geht das Drama mit umgekehrten Vorzeichen weiter. Es kam zur Krise zwischen den beiden, Helgi ist inzwischen mit einer Schauspielerin zusammen, aber er arbeitet weiter im Studio in Island. Tina ist jetzt unglücklich in Helgi verliebt. Sie singt von ihrer Heimat („Copenhagen“) und interpretiert allein und mit schmerzhafter Klangfülle das Lied „Watching Him Go“.
Gleichzeitig kommt auch bei Helgi die Liebe zum Norden wieder durch und er singt voll vokaler Stärke „Þú mátt alltaf gist a hér“ in seiner Muttersprache. Er kehrte damals zu Tina zurück, obwohl alle ihn gewarnt haben. Die endlich wechselseitig erfüllte Liebe der beiden zueinander verschmilzt nun in der Liebe zu Island, wo sie jetzt als Familie zusammen leben und ihre Ruhe gefunden haben. „Aurora“, „True North“ und „Someone You Love“ beenden die wundervolle Geschichte der beiden, die sie mit ihrem Publikum geteilt haben.
Als Zugabe gibt es „No Time To Sleep“ von beiden in unendlicher Harmonie ganz ohne Mikro und Verstärkung ins Publikum getragen. Und schließlich den Song „The Road“, der zum Titelstück der Tour und des Konzepts geworden ist: Es geht um die gemeinsame Reise – und man konnte sich freuen, durch dieses Konzert ein Teil davon geworden zu sein. Sehr berührend!
Jan Beck ist ein Pseudonym des österreichischen Autors Johann Fischler, der seit mehr als zehn Jahren sehr erfolgreich eine Vielzahl von Romanen im Krimi-Genre veröffentlicht hat. Zuvor hatte er Rechtswissenschaften studiert und arbeitete mehrere Jahre als Jurist im Bankwesen, bevor er 2007 den Schritt in die Selbständigkeit als Blogger und Autor wagte.
Die neue DORN-Serie startete 2024 mit dem ersten Band „Dorn: Zimmer 103. Hotel der Angst“ und wird nun mit „Zimmer 203. Ruf der Toten“ fortgesetzt. Im Mittelpunkt steht der Kriminalpsychologe Simon Dorn, der sich nach persönlichen Rückschlägen aus dem Polizeidienst zurückgezogen hat und im verlassenen Hotel Dornwald in Bad Gastein lebt, wo er ungelöste Fälle sammelt und analysiert. Allein dieses Setting ist schon ziemlich cool, weil die verwaisten Zimmer dieses Hotels, die jeweils Infos zu einem ungelösten Fall enthalten, eine ganze Menge Stoff für die Fortführung der Reihe bieten.
Am Ende muss ich aber ganz ehrlich sagen, dass ich mir mehr von diesem Teil des Konzepts erwartet habe. Der Ermittler Dorn kommt irgendwie kaum auf die in Zimmer 203 gesammelten Unterlagen zurück, was ich doch sehr befremdlich finde. Gelungen ist zumindest die erneute Zusammenarbeit mit der unkonventionellen Ermittlerin Lea Wagner, da beide ein gutes Gespann abgeben.
Zur Story: Simon Dorn, nach dem Tod seiner bisherigen »Sponsorin« Karla Hofbauer finanziell am Abgrund, wird über das Internet von einer mysteriösen Klientin kontaktiert. Was als Hilferuf beginnt, entpuppt sich als Teil eines perfiden Spiels. Als sie den Kontakt abbricht, bittet Dorn Lea Wagner, bei der Klientin nach dem Rechten zu sehen. Doch die Frau ist tot – verdurstet, und dass schon mehrere Wochen zuvor. Neben der Leiche steht ein Computer, auf dem eine KI läuft, die im Namen der Toten mit Dorn kommuniziert hat. Gibt es eine Verbindung zu einem bisher ungelösten Fall?
Das Thema KI wird schon im Klappentext erwähnt, ich hoffe also, niemanden damit zu spoilern. Die Umsetzung dieses aktuellen Themas ist im Setting des Romans sehr gewagt und vielleicht etwas übertrieben dargestellt, aber man kann sich schon Gedanken darum machen, wozu selbständig denkende Computer fähig sind, wenn sie entsprechende Handlanger in ihrer Nähe haben.
Die Geschichte ist spannend und geradlinig aufgebaut. Im Prinzip geht es um zwei Fälle, da parallel zur Hauptstory Leas Bruder vor einem korrupten Polizisten fliehen muss und sich in Dorns Hotel versteckt. Zwar haben beide Handlungslinien nichts miteinander zu tun, aber sie werden jeweils gut abgeschlossen. Ein guter Thriller, dem gern noch einige spannende Fälle folgen dürfen.
Robbie Williams hat entschieden sein neues Album „BRITPOP“ spontan schon letzten Freitag zu veröffentlichen! Eigentlich war die Veröffentlichung für den 06.02.26 vorgesehen. Er überraschte seine Fans via social media smit der Ankündigung. Vorab sind die Singles „Rocket“. „Spies“ und „Human“ erschienen.
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„BRITPOP“ wird in verschiedenen Formaten erhältlich sein, darunter CD, Deluxe-CD, Vinyl und digital. Die Deluxe Version wird wie geplant erst am 06.02.26 erhältlich sein. Signierte Bundles sind im offiziellen Robbie Williams Store verfügbar.
Tracklist:
1. Rocket
2. Spies
3. Pretty Face
4. Bite Your Tongue
5. Cocky
6. All My Life
7. Human
8. Morrissey
9. You
10. It’s OK Until The Drugs Stop Working
11. Pocket Rocket
„Ich wollte das Album schreiben und veröffentlichen, das ich nach meinem Ausstieg bei Take That im Jahr 1995 machen wollte. Es war die Hochphase des Britpop und ein goldenes Zeitalter für britische Musik. Das neue Album ist rau, es gibt mehr Gitarren und es ist noch fröhlicher und hymnischer als sonst. Ich bin unglaublich stolz auf dieses Werk und freue mich darauf, dass die Fans es hören.“
Das Albumcover von „BRITPOP“ zeigt eine Hommage an Robbies ikonisches rotes Trainingsanzug-Outfit, das er 1995 beim Glastonbury Festival trug – eine Referenz an die Britpop-Ära.
Robbie wird im Juni für 2 Konzerte nach Deutschland kommen:
Der mehrfach mit Platin ausgezeichnete, BRIT-Award-prämierte und für den GRAMMY® nominierte globale Pop-Visionär MIKA veröffentlichte kürzlich seine neue Single „Immortal Love“ – zusammen mit dem offiziellen Start der Album-Vorbestellung für „Hyperlove“, MIKAs erstem englischsprachigen Studioalbum seit 2019, das am 23. Januar erscheint.
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„Immortal Love“ ist ein schimmernder, zutiefst gefühlvoller Blick auf Verbundenheit und die unsichtbaren Energien, die uns durch unser Leben begleiten. Inspiriert wurde der Song unter anderem von einem ständigen Gefährten in MIKAs kreativem Leben – seinem geliebten 15-jährigen Golden Retriever.
Der Track strahlt Wärme, Nostalgie und jenes zutiefst menschliche Staunen aus, das MIKAs ikonischste Werke geprägt hat. Getragen von einem Refrain, der sich sofort zeitlos anfühlt – „It’s just immortal love / There’s just immortal love / We are immortal love“ – zeigt die Single MIKAs unvergleichliche Fähigkeit, Pop zu erschaffen, der sowohl meisterhaft komponiert als auch emotional furchtlos ist.
Die neue Single folgt auf „Modern Times“, eine mutige und erhebende Hymne, die den Beginn dieser neuen Ära markierte. Von MIKA beschrieben als „ein kathedralenartiger Aufschrei nach Glaube und Geist, im Widerstand gegen das Mahlen und Gewicht des Lebens und das Verstreichen der Zeit“, erschien der Track zusammen mit einem eindrucksvollen offiziellen Musikvideo, das das visuelle und emotionale Universum rund um „Hyperlove“ erweiterte.
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Mit „Hyperlove“ kehrt MIKA zum Klavier als kreativem Kompass zurück und begibt sich auf eine gewagte Neuerfindung – ein Album, das die Wärme analoger Unvollkommenheiten mit dem makellosen Puls elektronischen Pops verbindet. Komplett am Klavier geschrieben und ausschließlich mit analogem und vintage Outboard-Equipment produziert, ist das Werk eine lebendige, atmende Landschaft voller Verletzlichkeit, Rauheit, Sehnsucht und Euphorie.
Das Album erforscht die Spannung zwischen der digitalen Welt und der Zerbrechlichkeit menschlicher Gefühle – das, was MIKA als „die Elektrizität, die zwischen dem Plus und Minus einer Ladung überspringt“ beschreibt. „Hyper-Love und Hyper-Living bedeuten, jene Euphorie zu umarmen, die dir hilft, die Welt um dich herum zu verstehen“.
Um diese neue Ära zu feiern, bringt MIKA seine schillernde, kaleidoskopische Liveshow im kommenden Frühjahr wieder nach Nordamerika. Die Spinning Out Tour North America startet am 29. April 2026 in Boston und führt anschließend durch große Städte wie New York, Chicago, Los Angeles, San Francisco, Dallas, Austin und viele mehr.
Es gibt Songs, die verbreiten so richtig gute Laune und lassen einen mit einem Lächeln nur zu gerne die Repeat-Taste drücken. Genau einen solchen haben Carl Carlton & Melanie Wiegmann auf ihr kommendes Album „Miles of Time“ (VÖ 23.01.2026) gepackt und daraus einen wirbelnden und stimmungshellen Latino-Track kreiert. Kompakt groovende Akustik Gitarren von Carl, a la Bill Withers, an seiner Seite Martin Huch, der meisterlich den Lap/Steel Part übernahm, und Yoyo Röhm bearbeitete den Kontrabass in traditioneller New Orleans Manier.
Dazu Brian Mitchell virtuos an der Hammond Organ, Wayne P. Sheehy’s Schlagzeug und die Bläserarrangements von Steven Bernstein und Erik Lawrence. Abgerundet mit der ausdrucksstarken Stimme von Melanie und den Background Vocals von Cindy Wasserman und Jenna Nicholls entstand hier eine durchweg aphrodisierende Mischung!
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Dass alle Beteiligten bei dieser Interpretation jede Menge Spaß hatten, ist unüberhörbar. Doch auch die Geschichte des Songs ist viel zu schön, um nicht breit zu grinsen. Ein Mann sucht Hilfe bei Madame Ruth, da er bei den Mädels einfach ein Flop ist. Nach einem Blick in seine Hand und einem magischen Zeichen stellt sie fest, dass er den „Liebestrank Nummer 9“ benötigt. Dieser riecht nach Terpentin und sieht aus wie Tusche, bewirkt jedoch, dass er sich in alles verliebte was er sieht, und alles küsst, was ihm in die Quere kommt. Als er an einer Straßenecke einen Polizisten küsst, zerschlägt dieser daraufhin die Flasche mit dem Liebestrank.
Was dem US Songwriter-Duo Jerry Leiber und Mike Stoller da 1959 aus der Schreibfeder geflossen ist, begeistert bis heute. Und nicht nur dort, selbst in Deutschland war man ganz vernarrt in die Geschichte und so hat Mama Betty’s Band 1965 eine deutsche Version unter dem Titel „Die Liebesmedizin“ veröffentlicht. Auch Hollywood wurde von „Love Potion No. 9“ angesteckt und drehte mit Sandra Bullock und Tate Donovan den gleichnamigen Film, der 1992 in die Kinos kam.
Was wohl mit Liebestrank Nummer 10 passiert wäre? Das muss wohl erst noch geschrieben werden aber die Version von Carl & Melanie ist schon jetzt ein Fall für den HNO-Arzt, denn diesen Ohrwurm wird man so schnell nicht los.
Wenn Steve Hogarth nicht gerade mit Marillion unterwegs ist oder im Studio verweilt, geht er gerne auf Solotour. „H natural“ heißen diese Konzerte normalerweise. Und sie bieten genau das: Den reinen Klang eines fantastischen Sängers, der sich selbst am Piano begleitet. So bietet H stets eine ganz besondere Atmosphäre. Und wenn dann noch die Location stimmt, wird es besonders heimelig.
Der vorliegende Mitschnitt wurde am 3. Februar 2024 in der Sala Sinopoli in Rom aufgenommen. Man brauchte nicht viel Licht und Brimborium. Für die ersten Songs war H ganz allein auf der Bühne und brachte einen bunten Querschnitt von Marillion („Thankyou Wherever You Are“, „Afraif of Sunlight“, „White Paper“) über Leonard Cohen („Famous Blue Raincoat“) bis hin zu den Beatles („All You Need Is Love“). Die Arrangements ganz reduziert, mit emotionalem Gesang und feinem Pianospiel.
Allein der Solo-Set bietet schon eine Vielzahl schöner Momente. Und dann kommen ja noch die Gäste hinzu: Ab „The Deep Water“ wurde H von RanestRane begleitet, welche mit Harfe, Mandoline, Harmonium und Tablas für eine spezille Atmosphäre sorgten. Deren Instrumentarium brauchte man auch für komplexe Marillion-Stücke wie „Sounds That Can’t Be Made“ und das Leonard Cohen gewidmete „The Crow And The Nightingale“. Auf Wunsch des Publikums wurde das beliebte „Waiting To Happen“ präsentiert und natürlich „Estonia“ – immer wieder mit einer Gänsehaut verbunden.
Für die letzten sechs Stücke kam der Flowing Chords Choir mit hinzu, ein gemisches A-cappella-Ensemble, das auch schon bei den Aufnahmen zum aktuellen Marillion-Album mitgewirkt hat. Stimmgewaltig geht es vom H-Solo-Stück „Nothing To Declare“ über den Europeans-Song „Acid Rain“ bis hin zu den finalen Marillion-Favoriten „Go!“, „Man of a Thousand Faces“ und „Easter“. Gerade dieses letzte Triple erwekt der Chor zu ganz neuer Lebendigkeit.
Der Mitschnitt ist erhältlich als 2CD+Blu-ray Digipak und Black 3LP Gatefold. Das visuelle Erlebnis kommt ohne grosse Showeffekte aus. Man kann einfach die Musik wirken lassen und sich ganz auf H und seine Mitstreiter*innen konzentrieren. Grandios!
Songliste
Thank You Whoever You Are
Afraid Of Sunlight
White Paper
Famous Blue Raincoat
Cover My Eyes (Pain And Heaven)
Three Minute Boy / All You Need Is Love
The Deep Water
Sounds That Can’t Be Made
Waiting To Happen
Estonia
The Crow And The Nightingale
Nothing To Declare
Acid Rain
Go!
Man Of A Thousand Faces
Easter
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Die niederländische Sängerin und Songwriterin NINA JUNE schreibt cineastische Popsongs, die die Komplexität menschlicher Beziehungen erforschen. Mit ihrer unverwechselbaren Altstimme verbindet sie zeitlose Melodien, intime Texte und atmosphärische Klangwelten.
In den Jahren 2024 und 2025 arbeitete Nina kontinuierlich an einem neuen Album, das am 27.03.2026 veröffentlicht werden wird: „Seal Skin ~ Anthems of a Woman“. Das Album erkundet die Vielfalt und Komplexität des Frauseins in all seinen Facetten und die Navigation zwischen Rollen und Welten in verschiedenen Lebensphasen. Es ist eine Hommage an die weibliche Stärke und vielschichtige Identität. Speziell für dieses Album nahm sie in London ein 12-köpfiges Streichorchester unter der Leitung der Arrangeurin und Dirigentin Sally Herbert (London Grammar, Lianne La Havas, Radiohead) auf.
Ab heute gibt es einen weiteren Titel aus dem Album. “What’s Love Without A Broken Heart”. Nina über den Song: „Hotelzimmer haben etwas, das mich fasziniert. Es ist die Anonymität, ein Ort, an dem man sich selbst neu definieren kann. Dieser Song ist ein intimes Porträt zweier Liebender, die sich hier begegnen. Er wirft die Frage auf: Ist Liebe intensiver, wenn sie nur vorübergehend ist? Ich habe „What’s Love Without a Broken Heart“ zusammen mit 22ghosts (Sevdaliza, Son Mieux, Bazart) und Marcel Tegelaar (Eefje de Visser) geschrieben und koproduziert. Für diesen Song (wie auch für das gesamte Album) haben wir ein 12-köpfiges Streichorchester unter der Leitung von Sally Herbert (London Grammar, Radiohead, Lianne La Havas, Florence & The Machine) aufgenommen.“
Credit: Red Ribbon Music
Ihr jüngstes Album „Meet Me on the Edge of Our Ruin“ (2021) behandelt Themen wie verlorene Liebe, sich wandelnde Beziehungen, verblassende Freundschaften und die fragile Verbindung zwischen Mensch und Natur. Es folgte auf ihr hochgelobtes Album „Bon Voyage“ sowie die EPs „Shadows & Riddles und Paradigm“, deren Songs weltweit bereits über 54 Millionen Mal gestreamt wurden.
Nina trat in ganz Europa und Nordamerika auf – von Amsterdam bis New York und von Berlin bis Mailand. Sie tourte als Support-Act für SYML durch Europa, bevor sie 2022 ihre erste eigene Headline-Tour in Deutschland spielte. Ihre Musik wurde in internationalen Filmen, Fernsehserien und Werbespots verwendet. 2024 veröffentlichte sie eine Kollaborations-EP mit internationalen Künstler:innen wie Old Sea Brigade (US), Emily James (US) und Joshua Hyslop (CA).
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Aufgewachsen in einer niederländischen Küstenstadt, wurde Nina früh von Musik geprägt: Ihre Mutter brachte ihr die Stimmen ikonischer Singer-Songwriterinnen wie Tracy Chapman, Eva Cassidy und Annie Lennox nahe, während ihr Vater ihr die zeitlosen Klassiker von The Beatles, Fleetwood Mac und Crosby, Stills, Nash & Young näherbrachte. Mit 17 zog sie aus, um an der Rock Academy in Tilburg zu studieren.
Ihre Musik lässt sich am besten als cineastisch und melancholisch beschreiben – von zart und intim bis hin zu groß und expansiv – und wird häufig mit Künstlerinnen wie Agnes Obel, Lana Del Rey und Kate Bush verglichen.
Album: Seal Skin ~ Anthems Of a Woman VÖ: 27.03.2026 Label: Red Ribbon Music Artwork & Photograpy: Hessel Stuut P & C: 2026 Red Ribbon Music
„doomscrolle mich Freitagmorgens durch Deutschrap Brandneu/ Welcher Vergewaltiger diese Woche auf dem Cover noch mehr Wohlstand anhäuft?“
Was für ein Sumpf! Der sympathische Artschool-Rapper mit den progressiven Ansichten: Alle kennen die Gerüchte, die Geschichten aus dem Backstage und doch reicht eine halbherzige Entschuldigung, gerülpst in die Selfie-Kamera, um wieder miteinander zu arbeiten. Oder die besonders authentische Rap-Crew, die live und ungeschönt vom rauen Leben auf der Straße berichtet – aber den Anwalt-Vater und die Mittelschichts- Herkunft dezent bei Seite lässt. Oder, oder, oder.
Auf „Mantra“, nach „Artist Dinner mit dem Crazy Frog“ und „Nie So Cool“ die dritte Singleauskopplung aus dem kommenden Album „No Country For Old Grim“, spuckt Grim104 mit überschlagener Stimme sein Gift und seine Galle über Rapszene und Musiklandschaft und landet immer wieder beim gleichen Schluss, dem titelgebenden Mantra: „Ich f*cke den A&R, ich rippe das Label ab, dieses Mantra hämmert unter meinem Schädeldach!“
Untermalt wird diese Abrechnung durch eine dröhnende Silkersoft-Produktion, die mit Hilfe des hypnotischen Samples und in Kombination mit Grim104s heiserem Vortrag eine Atmosphäre schafft, die in Clubs und auf Festivals die Moshpits von ganz allein öffnen wird.
Und so ist „Mantra“ eine zwingende Mischung aus rotziger Szenekritik und Live-Banger, die in den nächsten Wochen noch für einige Furore und damit für Verbreitung des Grim’schen Mantras sorgen wird.
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„No Country For Old Grim“, ist eine irrwitzige, finstere Collage aus all diesen Bildern, die in den letzten Jahren sowohl das Weltgeschehen als auch unser persönliches Empfinden beeinflusst haben: Mit den Gräueln und Kriegen hat sich die relative Gemütlichkeit der Zehnerjahre endgültig aufgelöst, das Gefühl von politischer und wirtschaftlicher Sicherheit ist in den letzten Jahren erodiert.
Und auch im Nahbereich beginnen die Dinge zu rutschen: Die „Arm, Aber Sexy“-Utopie von Berlin ist ausgeträumt und eine obskure, neue Klassengesellschaft ist entstanden – die, die den Smoothie bestellen und die, die den Smoothie in einem kaputten Mitsubishi Colt liefern.
Dazwischen all die Überlegungen, die man sich als Mittdreißiger macht, wenn man es nicht mehr in die Smoothie-Klasse geschafft hat: Oder doch nochmal was Richtiges machen? Oder doch noch mal wegziehen? Oder nicht?
Mit diesem Tanz auf der Klinge zwischen Gegenwartsgemälde und Seelenstriptease kennt sich Grim104 aus: Als Mitglied von Zugezogen Maskulin prägte er über 10 Jahre den Stil und den Inhalt von politischer Musik in Deutschland, verband kritische Texte mit Coolness und einer tiefen Verwurzelung in die HipHop-Kultur, bevor er sich ab 2019 wieder vermehrt seiner Solo-Karriere widmete: Erst mit dem intelligenten Horrorcore-Entwurf „Das Grauen, Das Grauen“, später mit der melancholischen Vergangenheitsbewältigung „Imperium“ und dem hedonistischen „Das Ende Der Nacht“.
Ein wiederkehrendes Element ist das Aufwachsen in der norddeutschen Provinz, das Gefühl, weder dort noch im juste milieu der hippen Innenstadt-Bezirke eine Heimat gefunden zu haben, das besonders auf seinem gefeierten Debüt „grim104“ von 2013 zur Geltung kam. Passend dazu ist der 37-jährige Moderator des Podcast „Zum Dorfkrug“, in dem er mit Gästen wie Bill Kaulitz, Jennifer Rostock, Hadnet Tesfai oder Felix Lobrecht über eben diese Themenfelder sprach. Sein neues Album bildet den Höhepunkt und die Zusammenführung dieses Spannungsfeldes: Gerade noch irrwitzig und wütend, dann resigniert und todtraurig und dazwischen immer mit einem Sinn für das Absurde, das Schöne, das Komische. Immer zwischen den Stühlen, nie zu sehr in Gewissheiten verhaftet, nie ganz zuhause.
No Country For Old Grim Tour 2026
17.04.2026 – Hamburg, Knust
18.04.2026 – Leipzig, Conne Island
23.04.2026 – Bremen, Lagerhaus
24.04.2026 – Hannover, Faust
25.04.2026 – Köln, CBE
26.04.2026 – Dortmund, Junkyard
30.04.2026 – Nürnberg, Stereo
01.05.2026 – München, Ampere
02.05.2026 – Frankfurt, Zoom (kleiner Raum)
08.05.2026 – Berlin, SO36
Wer es bis zum 23. Dezember noch nicht geschafft hat, in Weihnachtsstimmung zu kommen, hat in Trier seit Jahrzehnten Gelegenheit, sich am Vorabend in der Arena Trier für Heiligabend einzustimmen. Dann nämlich, wenn die Truppe um den Komponisten, musikalischen Direktor und Ideengeber Thomas Schwab zum jährlichen Event „Christmas Moments“ einlädt. Das Konzert im heimatlichen Trier ist stets der Abschluss einer Tour durch den Advent, die Jahr um Jahr größer wurde und weitere regionale Bahnen schlug. Und für viele Fans beginnt Weihnachten erst dann, wenn zum krönenden Abschluss das Originalstück „Traum von Bethlehem“ erklungen ist.
Christmas Moments ist eine festliche Show voller Magie, Musik und Emotionen. Sie nimmt das Publikum mit auf eine Reise durch die schönsten Augenblicke der Weihnachtszeit – von leisen, besinnlichen Momenten bis hin zu mitreißenden, funkelnden Highlights. Warmes Licht, berührende Klänge und liebevoll inszenierte Szenen lassen Erinnerungen aufleben und schaffen neue, unvergessliche Weihnachtsmomente für Groß und Klein.
Ein weiteres Merkmal der Show ist in jedem Jahr ein besonderer Gast, der eigene Akzente einbringt. Neben den Stammsänger*innen David Moore, Dominik Steegmüller und Emily Valerius war in 2025 die Soul- und Gospelsängerin Ingrid Arthur mit an Bord, um sich stimmgewaltig einzubringen. Geboren in Gainesville, Georgia, zählt sie zu den kraftvollsten und eindringlichsten Stimmen unserer Zeit. Sie war Teil der Weather Girls, ist schon mit Westernhagen aufgetreten und hat erfolgreich bei „The Voice of Germany“ teilgenommen. In Trier glänzte sie mit Gospelsongs und Weihnachtsklassikern wie dem grandiosen „Mary Did You Know“, „Hark The Herald Angels Sing“ und einem sehr emotionalen „Oh Holy Night“.
Dabei riss sie keineswegs die Aufmerksamkeit allein auf sich, denn alle Interpret*innen des Abends brachten bemerkenswerte Leistungen. Dazu gesellten sich eine formidable Band und Thomas Schwab am Piano. Besonders eindrucksvoll waren die Saxofon-Soli von Andreas Steffens, die mehrfach mit Sonderapplaus bedacht wurden. Die Ansagen erfolgten manchmal durch Thomas und die anderen Mitwirkenden, aber in humorvoller Weise auch durch den Schauspieler Stefan Konrad, der als „Engel Freudinand“ in seiner mitreißenden Art eine Bescherung nachspielte, ein Gedicht in „Denglisch“ vortrug und dem Polarexpress huldigte.
Den gesanglichen Start lieferte Dominik mit „Joy To The World“. Es gab über den ganzen Konzertverlauf stimmungsvolle Bilder auf dem LCD-Schirm auf der Bühnenrückseite. Und die Arena hat zum Tourabschluss immer noch eine Besonderheit: Bei acht Songs wurde die Band um einen 100köpfigen Chor aus Sänger*innen aus der Region ergänzt, die hier schon zu Beginn mit auf der Bühne standen. Gemeinsam mit David intonierten sie die Hymne „That’s My King“ und lieferten Ingrid einen großartigen Start zu „Jesus What A Wonderful Child“.
Egal ob große breitwandige Songs oder stimmungsvolle Balladen – das Publikum ging stets emotional mit und ließ sich auf die berührende Musik ein. Ganz stark und meine persönlichen Highlights im ersten Teil waren „Liebe nur Liebe“ und Coldplays „Fix You“, beides in Pianoversionen interpretiert von Dominik. Soulig erklang David mit „It’s The Most Wonderful Time Of The Year“. Und Emily war großartig mit „Have Youself A Merry Little Christmas“ und „Rockin‘ Around The Christmas Tree“. Nach siebzig Minuten kam zum Schluss der ersten Hälfte wieder der Chor auf die Bühne und man erzeugte mit Jacksons „Earth Song“ (Vocals: Emily Valerius) allumfassende Gänsehaut für die Pause.
In der zweiten Hälfte war es Zeit für viele Klassiker, die als Weihnachtslieder- und Gospel-Medleys dargeboten und mit dem Publikum intoniert wurden. Und die Highlights? Ganz klar die Erich-Kästner-Vertonung „Dezember“, die das zu Ende gehende Jahr mit dem zu Ende gehenden Leben vergleicht. Auf jeden Fall auch „God Rest Ye Merry Gentlemen“, bei dem Emily nicht nur sang, sondern dazu Violine spielte. Dominik interpretierte den rotnasigen „Rudolph“ mit sehr viel Swing. Und vor allem David rührte das Publikum zu Tränen, als er von seinem schwierigen Jahr erzählte und wie ihm der brandaktuelle Song „Desperate“ (im Original von Jamie MacDonald und Lauren Daigle) durch diese Zeit geholfen hat. Ein Moment und eine persönliche Geschichte, die wohl keiner der Anwesenden so schnell vergessen wird.
Zum Schluss trat der Chor wieder in den Bühnenhintergrund. Thomas erklärte seine Lyrics für „Der große Schnee“, das er im Gedenken an seinen verstorbenen Vater geschrieben hat und das die adventliche Idee in alle Herzen brachte. Und dann erfolgte natürlich der emotionale Abschluss mit der Zugabe „Traum von Bethlehem“, dessen erste Töne ich immer mit einem dicken Kloß im Hals mitsingen muss. Und wie sollte man den Abend gemeinsam enden lassen, wenn nicht mit „Stille Nacht“ gesungen aus über 3.000 Kehlen in der Arena Trier?
Die Show endete nach gut drei Stunden um 23 Uhr. Am Vorabend von Heiligabend wurde Christmas Moments mehr als ein Konzert. Es war mal wieder ein leiser Anker inmitten der vorweihnachtlichen Unruhe. Die Musik schuf einen Raum, in dem die Zeit für einen Moment stillzustehen schien, getragen von Wärme, Erinnerung und Hoffnung. Besonders die sensiblen Eigenkompositionen von Thomas Schwab ließen mein Herz und meine Gedanken zur Ruhe kommen. Als die letzten Töne verklungen waren, lag eine spürbare Verbundenheit im Saal: das Gefühl, angekommen zu sein. Mit dieser inneren Ruhe und einem Lächeln im Gesicht trat das Publikum hinaus in die Winternacht – bereit für das Fest, erfüllt von genau jenen Momenten, die Weihnachten ausmachen.
Und auch im Jahr 2026 wird es „Christmas Moments“ am 23. Dezember in der Arena Trier geben. Die ersten Tourdaten für das kommende Jahr finden sich bereits auf der Homepage: https://www.christmas-moments.de/
Auch mit „By Morning“ beweist sich Tessa Rose Jackson erneut als Storyteller: Dieses Mal präsentiert sie einen sanften, akustischen Folksong mit einer unverfälschten Botschaft. „By Morning“ handelt von dem Gefühl der Niederlage und davon, dass man sein Ego zurückstecken muss, wenn man sich mit einem geliebten Menschen in einem Streit verstrickt hat. Von dem Moment, in dem man plötzlich erkennt, dass man vielleicht im Unrecht und/oder unvernünftig ist, aber einfach zu sehr involviert, um nachzugeben.
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“I wrote this song at exactly one of those moments during an argument with my partner”, erklärt Jackson. “Hot and flustered I fled upstairs to let off some steam, reached for a guitar, and ‘By Morning’ rolled out. When I came downstairs again with my tail between my legs, I played him this song. He forgave me. We all get caught up in this messy business sometimes.. and it’s so often something so trivial that, by morning, you can barely imagine ever having cared so much.”
Das begleitende Video wurde spontan während der Albumaufnahmen in Frankreich von dem Fotografen und Filmemacher Bibian Bingen gedreht, mit Jackson in der Hauptrolle – nun ja, mit Jacksons Händen: “We were messing about, making shadow puppets on the wall as the song played and Bibian instinctively grabbed her camera. A playful little performance of creatures in the light, as impromptu as the way the song was born.”
Fotocredit: Bibian Bingen
Tessa Rose Jackson kündigt außerdem Live-Daten für 2026 an:
23.03.2026 – Lark, Berlin
24.03.2026 – Nochtwache, Hamburg
25.03.2026 – Theater der Wohngemeinschaft, Köln
„The Lighthouse“ wurde während einer zurückgezogenen Zeit im ländlichen Frankreich geschrieben und in den Shorebreaker Studios aufgenommen. Damit tritt Jackson aus ihrem seit einem Jahrzehnt gefeierten Pseudonym Someone heraus und kehrt zu ihrem eigenen Namen zurück. Reich an gespenstischer Folklore, spektralem Folk und cineastischen Alt-Pop-Texturen, beschäftigt sich das Album mit Themen wie Sterblichkeit, Erinnerung und Dankbarkeit und beleuchtet letztlich die zerbrechlichsten und schönsten Details des Lebens.
„The Lighthouse felt like a beacon“, reflektiert Jackson. „It’s an album that talks about death, but not in a purely dark sense. For me, it’s also about the celebration of life—embracing fears, identity, and the stories we inherit.“
Jacksons frühere Arbeit als Someone hat die Grenzen von Kunst und Musik erweitert, indem sie Dream Pop mit experimentellen Visuals, Augmented Reality und immersiven Live-Shows verschmolz. Mit „The Lighthouse“ destilliert sie diesen Innovationsgeist zu etwas Roherem und zutiefst Persönlichem – einem Album, das sich stolz auf den Klippen des modernen Alt-Folk behauptet.
Nur wenige Namen sind so eng mit dem Triumphzug des deutschen Schlagers verknüpft, wie der des Berliners. Ein lupenreiner Ausnahmesänger, der seit fünf Dekaden ganze Hörergenerationen begeistert. Roland Kaiser hat es über Jahrzehnte geschafft, seine Würde zu bewahren und sich nicht in Ballermann-Hits und auf Oktoberfesten zu verlieren. Nur wenige deutschsprachige Künstler blicken auf eine solche Karriere zurück. Hits wie „Santa Maria“, „Joana“, „Dich zu lieben“ oder „Warum hast du nicht nein gesagt“ machten ihn bekannt, er verkaufte mehr als 90 Millionen Tonträger, wurde mit Preisen geehrt und trat so häufig in der ZDF-Hitparade auf wie niemand sonst: 67 Mal. Die Konzerte seiner jährlichen „Kaisermania“ in Dresden sind jeweils in wenigen Minuten ausverkauft.
Im Mai 2025 ist der Grandseigneur des deutschen Schlagers (der früher mal Ronald Keiler hieß) 73 Jahre alt geworden. Und man kann ihn nur dafür bewundern, was er tut. Nach schwerer Krankheit ist er seit langem wieder auf Erfolgskurs, füllt die größten Hallen und bietet eine Show auf, die alles andere als eine typische Schlagerparty ist. Während die einschlägigen Kolleg*innen gleicher Altersgruppe sich gemütlich zurücklehnen und in alten Erfolgen sonnen, erfindet sich Roland immer wieder neu. Zehntausende strömen zu seinen Konzerten und erleben die unvergleichliche Atmosphäre dieser Events: magische Momente, die Verbundenheit von Künstler, Band und Fans – und dieses alle erfassende, überwältigende Glücksgefühl. Wer sich davon überzeugen will, dem sei der Konzertfilm „Roland Kaiser – 50 Jahre. Alle Hits. Live“ empfohlen.
Credit: Sony Music
Mit seinem Konzertfilm lässt die Musiklegende die unvergesslichen Momente seiner ausverkauften Jubiläumstour „RK50 | 50 Jahre – 50 Hits!“ noch einmal Revue passieren. Aufgezeichnet während seiner Stadiontour im Sommer 2024, vereint der Film die größten Erfolge seiner Karriere in mitreißenden Live-Versionen – voller Emotion, Energie und Gänsehautmomente. Die DVD bietet ein einzigartiges Zusammenspiel aus Musik, spektakulären Show-Bildern, exklusiven Backstage-Einblicken in den Touralltag, Interviews mit langjährigen Wegbegleiter*innen sowie einem persönlichen Rückblick auf fünf Jahrzehnte Bühnenleben. Der Film stürmte direkt die Spitze der Kinocharts und wurde gleichzeitig in über 580 deutschen Kinos gezeigt – der erfolgreichste Kinostart eines Konzertfilm eines nationalen Künstlers aller Zeiten.
Kaisers sonore Stimme ist einzigartig gut. Wenn man dabei bedenkt, dass seine Karriere vor gut 15 Jahren nach einer Lungentransplantation beinahe zu Ende gewesen wäre, ist das mehr als beachtlich. Er tritt wie stets elegant im Anzug mit Weste und Krawatte auf. Anders kann man ihn sich gar nicht vorstellen. Und ganz als Gegenpol ist das Stadion eine bunte Menge an Fans aller Generationen. Selbst gestandene Männer singen die Texte fehlerfrei mit.
Im Bühnenhintergrund gibt es eine riesige LCD-Wand, auf der parallel zum gebotenen Song alte Aufnahme des jungen Roland Kaisers gezeigt werden. Der Kontrast ist offensichtlich und großartig. Musikalisch wird alles geboten vom Disco-Schlagerbeat über filigrane Streicher und E-Gitarren bis hin zum rockigen Sound einer formidablen Liveband, die einige Überraschungen zu bieten hatte, vom Saxofon-Solo bis zur Schlager-Atmosphäre in „Santa Maria“.
In Form einer musikalischen Doku gibt es zwischen den Songs Interviews, Aufnahmen von den Proben, vom Soundcheck, Backstage-Eindrücke, O-Töne von Roland, der Band sowie Duettpartnerin Maite Kelly. So bekommt man einen sehr guten Eindruck von der riesigen Tourproduktion.
Auch wer kein Schlagerfan ist, kann hier ein einzigartiges Konzerterlebnis haben. Kaiser ist seinem Metier zwar immer treu geblieben, er lässt sich aber nicht in eine Schublade pressen. Die musikalische Vielfalt und die großen Showeffekte lassen sowohl beim Konzert als auch zuhause am Bildschirm ein begeistertes Publikum zurück.
Mit “Classics Vol. 01” (MTR139 – CV1) veröffentlichen Modeselektor am 06. März 2026 eine besondere Edition, die wie ein musikalischer Lebenslauf funktioniert. CV steht nicht zufällig für Curriculum Vitae. Dazu gibt es auch endlich wieder neue Tourdaten von Modeselektor.
Eigentlich wollten Szary und Gernot alte Tracks aus ihren ersten beiden Alben “Hello Mom!” und “Happy Birthday!” neu aufnehmen. Doch was als Rekonstruktion begann, verwandelte sich fast vollständig in etwas Neues. Eine frische Sammlung von Stücken, die den Geist ihrer frühen Releases atmet, ohne sie einfach zu kopieren. Das Duo blickt zurück und erschafft dabei Zukunft.
Dabei dienten “KILL BILL Vol.4”, “Tetrispack”, “Black Block”, “Suckerpin”, “Ziq Zaq”, „EM Ocean” und “Edgar” als Ausgangsmaterial, wurden zig mal auseinander und wieder zusammengebaut, neu interpretiert und dann doch in den meisten Fällen nur als abstrakte Inspiration verwendet.
Das Ergebnis ist eine Rückschau, die sich emanzipiert hat. Ein mutiges Experiment, ein gescheiterter Versuch im allerbesten Sinne.
“Classics Vol. 01” schlägt so eine unerwartete Brücke zwischen damals und morgen und fasst alles zusammen, was Modeselektor ausmacht: Neugier, Chaos, Humor und ein unerschütterliches Bedürfnis, immer wieder Neues aus der eigenen Geschichte herauszuarbeiten.
Passend dazu kündigen Modeselektor eine Tour ab April 2026 an und spielen das Hurricane und Southside Festival.
Classics Live 2026
17.04.2026 Muffathalle, München
22.04.2026 Stadthalle, Köln
23.04.2026 Felsenkeller, Leipzig
25.04.2026 Dockland, Münster
01.05.2026 Ours, Frankfurt
06.05.2026 RSO, Berlin
07.05.2026 RSO, Berlin
Festivals:
19.6. Neuhausen ob Eck, Southside Festival
21.6. Scheeßel, Hurricane Festival
Wenn man über Neofolk und Dark Folk in Europa spricht, kommt man an ROME kaum vorbei. Hinter dem Projekt aus Luxemburg steht Jérôme Reuter, der seit 2005 eine Musik erschafft, die gleichermaßen melancholisch, politisch und unbequem ist. Am Ende der Feierlichkeiten zum zwanzigjährigen Bestehen schlägt ROME das nächste Kapitel auf – mit zwei neuen, visionären Werken: „The Tower“ und „The Hierophant“. Während Jérôme als Multi-Instrumentalist auf beiden Alben an Vocals, Gitarre und Percussion zu finden ist (alle Lyrics stammen aus seiner Feder), wird er in den Kompositionen und bei den Aufnahmen von Tom Gatti (Bass, Synthesizer) unterstützt.
ROME bewegt sich seit jeher musikalisch zwischen akustischem Folk, martialischen Rhythmen und reduzierten elektronischen Elementen. Gitarren, Trommeln und eine klare, eindringliche Stimme bilden das Fundament für Songs, die auf Atmosphäre und Aussage setzen. Das ist Musik, die Zeit braucht – und die man nicht nebenbei hört. Seit dem Debüt Nera (2007) hat ROME eine beeindruckende, stetig erweiterte Diskografie aufgebaut. Alben wie „Flowers from Exile“, „Nos Chants Perdus“ oder „The Lone Furrow“ zeigen eine stetige Weiterentwicklung, ohne den charakteristischen Kern zu verlieren.
Fotocredit: Christian Wittig
Gerade in der heutigen Zeit schwindender physischer Verkäufe finde ich es absolut mutig, gleich zwei Alben zu veröffentlichen, die jeweils im CD- und Vinylformat erscheinen. Die Idee folgt dem Konzept zweier unterschiedlicher Alben, die sich doch wie Yin und Yang zu einem großen, außergewöhnlichen Projekt ergänzen.
„The Tower“ verfolgt einen minimalistischen Folk-Ansatz mit akustischer Gitarre, dezentem Schlagwerk und Reuters markanter Stimme. Meditativ und stimmungsvoll geht es um Haltung und innere Stabilität. „The Hierophant“ bildet das rätselhafte Gegenstück zum introspektiven Rückzugswerk „The Tower“. Während der Turm die Basis bildet, geht der Hierophant als Sinnsucher auf die Suche nach dem Sinn. In den Tagen der Sammlung („Days of Assembly“) beginnt seine Reise im geheimnisumwobenen Hafen („Secret Harbour“), am Ufer der Trauer entlang („On Sorrow’s Embankment“) bis zu seiner erlösenden Entgrenzung im mythischen Norden („Apollo of Hyperborea“). Es ist ein geistiges Reisetagebuch, getragen von der Suche nach Wort und Welt jenes zerbrechlichen Gesandten („My Frail Ambassador“), Deuter der ältesten Gesetze und Lichtträger durch die Finsternis der Zeit.
ROME ist keine Band für den schnellen Konsum. Wer sich jedoch auf diese Musik einlässt, wird hier mal wieder mit einem außergewöhnlichen Projekt belohnt, das Mut zur Ernsthaftigkeit beweist. In einer Zeit, in der vieles laut und beliebig ist, bleibt ROME eine leise, aber eindringliche Stimme aus Luxemburg – und eine der spannendsten im europäischen Underground.
Art Garfunkel jr. wurde 1990 in Manhattan als erstes Kind von Art und Kathryn Garfunkel geboren. Seine Kinder- und Jugendzeit verbrachte er größtenteils in den USA. Seine Großeltern hatten auch deutsche Wurzeln, so dass er schon in jungen Jahren die deutsche Sprache erlernte und einen starken Bezug zu Europa aufbaute. Auch das Interesse an deutscher Schlager- und Volksmusik erwachte bereits sehr früh bei ihm, damit ist der Weg zur Interpretation deutscher Weihnachtslieder nicht weit.
Schon für die erweiterte Edition seines Top-10-Debütalbums „Wie Du“ hatte Art Garfunkel Jr. mit „Stille Nacht“ auch einen weihnachtlichen Bonustitel eingesungen, in diesem Jahr präsentiert er sein erstes komplettes Album zum Fest: „Advent“ vereint insgesamt gleich 14 wunderschöne Titel, packende Interpretationen von Traditionals und weihnachtlichen Klassikern, die der Sänger mit extrem viel Gefühl in seine ganz eigene Klangwelt überführt hat.
Oftmals sehr minimalistisch arrangiert, gibt es auch überraschende Exkurse – in die Sonne, in die Achtziger –, vor allem aber holt er für drei Neuinterpretationen auch seinen Vater Art Garfunkel zu sich ans Mikrofon, mit dem er erst 2024 als Garfunkel & Garfunkel die Top-5 der Offiziellen Deutschen Albumcharts aufgemischt hatte. Schon für die Vorabsingle „Happy Xmas (War Is Over)“ waren die beiden gemeinsam im Studio, um an die einzigartige Chemie des erfolgreichen „Father and Son“-Albums anzuknüpfen.
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Das Album starten Vater und Sohn mit einem emotionalen „Aul Lang Syne“. Es folgen in deutscher Sprache „Weisser Winterwald“ und „Heute Nacht sind alle Engel schlaflos“ – zwei amerikanische Klassiker in deutscher Übersetzung. „Der kleine Trommler“ erklingt ebenso festlich wie das wundervolle Duett „The First Noël“.
So durchmischen sich amerikanische und deutschsprachige Einflüsse zu einem ganz besonderen Album, das die Welten miteinander verbindet und berührende Klänge schafft. Ausnahmen wie die überrflüssige Discobeat-Version von „Feliz Navidad“ bestätigen die Regel.
Die Klassiker „Weisse Weihnacht (White Christmas)“, „Stille Nacht“ und das akustisch-stimmungsvolle „Have Yourself A Merry Little Christmas“ beschließen das Album. Gerade mit dem letzten Song hat man hier den direkten Vergleich und kann sich je nach Stimmung für den originalen Text gegenüber der deutschen Version auf Track 3 entscheiden.
Acht Jahre nach seinem letzten Auftritt in der Stadt kehrte Marillion-Frontmann Steve „H“ Hogarth nach Rom zurück. Nun erscheint mit „SPQR“ am 16. Januar 2026 der Mitschnitt dieses emotionalen Konzerts bei earMUSIC. Wie bereits bei seinem letzten Auftritt wird H von dem Flowing Chords Choir und der italienischen Band RanestRane begleitet, welche mit Harfe, Mandoline, Harmonium und Tablas für eine besondere Atmosphäre sorgten. Gespielt wurden Marillion-Klassiker, Solo-Stücke und Coverversionen von The Beatles und Leonard Cohen, alle neu interpretiert in cineastischen Arrangements.
Aufgenommen am 3. Februar 2024 in der Sala Sinopoli in Rom, sagte H damals: „Es ist mir eine große Freude, nach Rom zurückzukehren um hier erneut eine Show zu spielen. Solo, begleitet von lokalen Römern, RanestRane, werden wir versuchen die Chemie wieder aufleben zu lassen, die wir beim letzten Mal hatten.“ Außerdem fügte er hinzu: „In England gibt es ein Sprichwort: ‚Wenn du in Rom bist… finde eine fantastische italienische Band und spiele mit ihr.’“
Erstmals im Handel erhältlich als 2CD+Blu-ray Digipak und Black 3LP Gatefold, bietet „SPQR“ das volle Konzerterlebnis mit Songs wie „Thank You Whoever You Are“, „Afraid of Sunlight“, „Estonia“ und „Go!“ Es ist ein intimer Moment, wenn Steve Hogarth Leonard Cohens „Famous Blue Raincoat“ interpretiert. Reduziert auf H’s ausdrucksstarkes Klavierspiel und die gefühlvollen Vocals, bekommt Cohens Geschichte von Reue, Sehnsucht und stillen Geständnissen eine ganz neue Tiefe.
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Steve Hogarth ist vor allem als charismatischer Frontmann und Texter der legendären britischen Band Marillion bekannt. Mit seiner ausdrucksstarken Stimme, seinen poetischen Texten und seinen emotionalen Auftritten hat Hogarth die Entwicklung der Band maßgeblich mitgeprägt.
Neben Marillion hat Hogarth eine vielseitige Solo-Karriere aufgebaut, in der er Musik auf eine persönlichere Weise erkundet. Seine Soloalben und Kollaborationen, unter anderem mit Richard Barbieri und der italienischen Progressive-Band RanestRane, zeigen sein Talent fürs Geschichtenerzählen und Atmosphärenschaffen, indem Rock, klassische Elemente und Ambient-Einflüsse mit emotionaler Ehrlichkeit verschmelzen.
Tracklist:
CD 1
01. Thank You Whoever You Are
02. Afraid Of Sunlight
03. White Paper
04. Famous Blue Raincoat
05. Cover My Eyes (Pain And Heaven)
06. Three Minute Boy / All You Need Is Love
07. The Deep Water
08. Sounds That Can’t Be Made
09. Waiting To Happen
10. Estonia
CD 2
01. The Crow And The Nightingale
02. Nothing To Declare
03. Acid Rain
04. Go!
05. Man Of A Thousand Faces
06. Easter