Auch 2026 steigt wieder das geniale PORTA HOCH DREI Festival in der ältesten Stadt Deutschlands – und das vor dem altehrwürdigen Wahrzeichen der Stadt.
Am 18.6. ab 20 Uhr – MEUTE
Sichtbar machen sie ihn, den Techno, sagt die begeisterte Musikkritik. Und damit ist keine Übersetzung in wabernde Laserwolken oder pochende Scheinwerferrhythmen gemeint, sondern nicht weniger als die Neuerfindung des Spielmannszugs. Techno-, House- und Deep House-Tracks werden rein akustisch interpretiert, die BPM erschaffen Posaune, Saxophon, Trompete, Sousaphon und unterschiedliche Percussions. Das Ergebnis: warme Technomusik, symphonische Partystimmung und hymnische Treibkraft. Am Donnerstag, 18. Juni 2026, startet mit MEUTE das Porta3-Festival.
Ihren ersten Hit landeten MEUTE im Frühjahr 2016, als ihr Video zum Deep House-Klassiker „Rej“ des Berliner DJ-Duos Âme in den sozialen Medien viral ging. Damals schon auf dem Straßen-Gig unverkennbar mit dabei: ihre roten Uniformwesten, die sie seitdem um die Welt begleiten: von der Hamburger Staatsoper bis nach Ozeanien, vom Wiener Konzerthaus bis zu insgesamt fünf gefeierten Nordamerikatourneen, vom Berliner Velodrom bis nach Mexiko und Südafrika. Über 600 Shows in mehr als 30 Ländern, gefeierte Auftritte bei internationalen Festivals wie Coachella, Fusion, Solidays, oder Jazz à Vienne unterstreichen ihr internationales Renomée. Für die vierte Staffel der Kultserie „Babylon Berlin“ steuerten sie ebenso mehrere Songs bei wie zu den Großdemonstrationen gegen Rechtsextremismus 2024 in Hamburg.
Bei ihren Live-Konzerten ist der JUBEL, der auch Motto ihres zehnjähriges Bandjubiläums war, nicht nur für Technofans vorprogrammiert: Ihre Musik lebt auch von den erstklassigen Instrumentenskills, von ihren treibenden Improvisationen und ihren fließenden Übergängen, die den Rhythmus nonstop über den ganzen Abend tragen, ohne als Zuhörer ein einziges Mal mit dem Tanzen aufhören zu müssen.
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Nach einem überaus erfolgreichen Konzertjahr 2025 mit fast vollständig ausverkauften Shows geht es für Christian Steiffen jetzt in die nächste Runde. Im Juni, Juli und August präsentiert der selbsternannte „Gott of Schlager“ seine größten Hits und seine unverwechselbare Show auf Open-Air-Bühnen und Zelt-Festivals in neun deutschen Städten.
Ob in großen Hallen oder unter freiem Himmel – wo Christian Steiffen auftritt, wird jede Show zum Erlebnis. Der „Arbeiter der Liebe“ verwandelt seine Shows mit markanten Texten, viel Humor und der kraftvollen Unterstützung des Original Haseland Orchesters in mitreißende Mega-Partys. Die einzigartige Mischung aus Unterhaltung, Witz und musikalischer Raffinesse schafft so eine Atmosphäre, die seine Konzerte unvergesslich macht – und seine stetig wachsende Fangemeinde begeistert.
Die Chance, den „Gott of Schlager“ live zu erleben, sollte man sich nicht entgehen lassen – denn eines ist sicher: Wo der Steiffen ist, da ist Party!
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Mit Till Brönner bereichert einer der renommiertesten Jazzmusiker Europas das Porta3‑Line-Up 2026. Der international erfolgreiche Trompeter bringt sein aktuelles Projekt „Italia“ nach Trier – eine musikalische Hommage an die italienische Popkultur der 60er‑ bis frühen 80er‑Jahre und an das Lebensgefühl einer ganzen Generation.
Brönner interpretiert Klassiker von Lucio Battisti, Paolo Conte und Tony Renis neu, dazu ikonische Filmmusiken von Ennio Morricone, Piero Piccioni und Franco Micalizzi. Seine Arrangements verbinden Eleganz, Emotion und modernen Jazz – und entfalten vor der Porta Nigra eine ganz besondere Atmosphäre.
Mit zahlreichen Gold‑ und Platinauszeichnungen, Grammy‑Nominierung und einem einzigartigen Trompetensound zählt Brönner zu den erfolgreichsten Jazzkünstlern Europas. Sein Auftritt verspricht einen Abend, der italienischen Charme, musikalische Virtuosität und große Geschichten vereint.
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Vier Tage lang zeigte der Platz vor der Porta Nigra, dem kultigen römischen Denkmal in Trier, mal wieder eine großartige musikalische Bandbreite beim „PORTA HOCH DREI“ Open Air. Das steht in jedem Jahr für eine Mischung von Pop über Rock bis Punk. Fast alle musikalisch Interessierten werden hier einen Abend finden, der ihren Bedürfnissen genügt. Und wer mehr auf Klassik steht, hat ja am Sonntag immer noch das Picknickkonzert des Philharmonischen Orchesters (Theater Trier), das traditionell den Abschluss macht.
Die Location ist einfach wundervoll. Im Hintergrund das alte römische Stadttor, für das Trier europaweit bekannt ist. Eine durchsichtige Rückwand an der Bühne, damit man das Bauwerk stets voll im Blick hat. Die Künstler*innen zeigen sich beeindruckt und thematisieren Triers Geschichte – mal mehr, mal weniger ironisch. Der Platz fasst knapp unter 3.000 Zuschauern, doch darüber hinaus ist auch immer die Fußgängerzone mit „Zaungästen“ gefüllt, die das Geschehen zumindest akustisch verfolgen können. In 2025 gab es zudem vier Tage Sonnenschein – fast schon zu warm, doch nach 20 Uhr wehte auch vor der Porta ein kleines Lüftchen und man wurde gut mit Flüssigkeiten versorgt.
Am Donnerstag ging es mit dem Support MYLE los. Ein sympathischer Songwriter, allein an der Gitarre. Mit smarten und überraschend hohen Vocals sang er Stücke wie „Not Ready“ und sorgte von Beginn an für gute Stimmung. In den dreißig Minuten seines Auftritts hat er ganz sicher einige neue Fans gewonnen. Das Kreischen der Mädels war zumindest genau so laut wie beim späteren Topact. MYLE stammt aus Ravensburg („wer puzzelt gerne?“). Das kann man sich merken. 2026 wird er allein auf Tour gehen und in vielen deutschen Clubs spielen. Ist sicher lohnenswert, wenn ihr irgendwo in der Nähe seid.
Um 20.30 Uhr war dann Alvaro Soler mit einer starken Begleitband am Start. Von Beginn an Vollgas und spanisches Feeling. Er freute sich über den Sonnenschein und die unfassbare Kulisse. Am Tag hatte er schon Blumen in Trier verteilt, als Geste an die Fans, und davon waren auch einige im Publikum zu sehen. Bei Alvaro wirkt einfach nichts aufgesetzt. Er ist ein bodenständiger und authentischer Künstler, den fast nichts aus der Ruhe bringen kann.
Als die Technik mehrfach ausfiel, wurde er zum Stand Up-Moderator. Man merkte zwar, dass er improvisieren musste, aber die ausgiebige Bandvorstellung war famos. Multiinstrumentalistin Charlie wurde ausgiebig gewürdigt, und das Publikum durfte für die japanische Keyboarderin einer kleinen Sprachkurs machen. Man wollte zwar lieber Musik hören, aber langweilig wurde es in der Überbrückungszeit nicht.
Alvaro Soler ist ein Weltstar mit Gold- und Platin-Alben rund um den Globus, seine Musik sprüht vor Lebensfreude. Geboren in Barcelona, aufgewachsen in Japan, lebt der Popmusiker heute in Madrid und Berlin, spricht sieben Sprachen und ist in der Welt zu Hause. Schon früh lernte er, wie Musik Menschen und Kulturen verbindet, Grenzen überwinden lässt. Spätestens seit der Sendung „Sing meinen Song“ ist seine deutsche Fangemeinde riesig, seit 2021 ist er als Coach bei „The Voice Kids“ zu sehen und die Kids himmeln ihn an. Auch in Trier war viel Jungvolk unterwegs.
Musikalisch gab es Klassiker wie „El mismo sol“, „Magia“ und „Sofia“, viele neue Stücke, unter anderem das gerade erschienene „Regalo“, den aktuellen Hit „Con Calma“ und viele unveröffentlichte Songs vom neuen Album, das im Herbst erscheinen wird. Als Trio gab es neben den groß angelegten Hymnen auch drei Songs unplugged. Die Fans feierten alles mit und einige nutzten das Pflaster rechts und links des Platzes zum Tanzen.
Es war ein beschwingter erster Abend mit sommerlichem und südländischen Flair. Alvaro hat sich hier in die Herzen der Trierer gesungen und auch sein eigenes großes Herz weit ausgebreitet.
Am Freitagabend gab es ein magisches Duo. Max Herre und Joy Denalane, seit Jahrzehnten ein Paar, sind mit ihrem Album „Alles Liebe“ gemeinsam unterwegs und verbreiten eine liebevolle Stimmung. Dabei könnte die Bandbreite des Repertoires kaum vielseitiger sein. Die Mischung aus Soul und Rap war Garant für einen perfekten Abend.
Es ging los mit den aktuellen Titeln „Alles Liebe“ und „Skyline“. Und dann schon „Esperanto“ von Freundeskreis. Eine Erlösung für alle Fans mit dem Wissen, dass auch die Klassiker der großen Hop-Hop-Band nicht vergessen werden. Hier war ebenfalls eine sehr gute Band mit am Start und es gab schon zu beginn Szenenapplaus für das Background-Duo, das stimmlich in Topform war und die Protagonist*innen unterstützte.
In der Setlist wurde es sehr persönlich, wenn die Beziehung von Max und Joy mit „Day One“ und „1ste Liebe“ ausgiebig thematisiert wurde. Dann kam Joy mit drei ihrer Signature-Songs allein zur Geltung und thematisierte darin unter anderem Südafrika und die Apartheid („Im Ghetto von Soweto“), während Max im Anschluss mit „Nachts“ und „Wolke 7“ glänzte und in „Dunkles Kapitel“ klare Kante gegen rechte Tendenzen zeigte: „Fuck AFD!“.
Je später der Abend, desto stärker die Rap-Parts. „Rap ist“, „Wenn der Vorhang fällt“ und „Tabula Rasa“ zeigten Max in Topform. Und als dann die Klänge von „A-N-N-A“ über den Platz hallten, war kein Halten mehr. Die Party hatte ihren Höhepunkt erreicht und es konnte nur noch romantisch werden. „Bisschen mehr als Freundschaft“, „Alles leuchtet“ und „Mit dir“ beendeten den Set. Das ist der Song, mit dem die Geschichte von Max & Joy begonnen hat – und sie zelebrierten ihn mit dicker Umarmung und Knutscher. Ein Liebesmoment für alle, die diesen Abend voller Liebe erleben durften.
Für die dritte und größte Hitzeschlacht am Samstag war dann ein furioses Doppel angekündigt. H-Blockx mit Henning Wehland an der Front sind seit einem Jahr wieder groß im Kommen. Da werden Erinnerungen an alte Tage wach, als die Crossover-Pioniere aus Deutschland Anfang der 90er zu Wegbereitern für einen neuen Musikstil wurden.
Inzwischen ist das letzte Album der Band schon wieder 13 Jahre alt, doch sie zeigten sich hier in grandioser Form – und das Publikum machte alles mit, was Henning wollte. Als er schließlich zum Megaphon griff und die Hymne „Rising High“ anstimmte, war der 50minütige Set auf dem Höhepunkt und alle fühlten sich jung wie vor dreißig Jahren. Dann noch die Cover „Power“ und „Ring of Fire“ zum Abschluss und man konnte sich selig in den Armen liegen.
Aber nicht für lange, denn die DONOTS hatten sich vorgenommen, die Porta Nigra zerbröckeln zu lassen: „Auf sie mit Gebrüll“, „Keiner kommt hier lebend raus“, „Wake the dogs“. Sänger Ingo war in stetiger Bewegung, oben, unten, mittendrin – mit ständigem Kontakt zu den Fans, wie man ihn kennt.
Die Donots konnten den Hunger der Trierer nach Party und Attitüde stillen und feierten eine Wahnsinnsshow, die Maßstäbe setzen sollte. Neben den deutschsprachigen Gassenhauern gab es auch englische Songs wie „Whatever Forever“ und „Dead Man Walking“. Als Ingo zu „Hunde los“ alle Kids auf die Bühne bat und sich die Reihen unendlich mit strahlenden Gesichtern füllten, wurde er selbst von den Emotionen übermannt und war den Tränen nahe. So etwas erlebt man nicht oft.
Aber trotz dieser emotionalen Momente war vor allem Party angesagt und es gab immerwährende Circle Pits. Was wohl die alten Römer dazu gesagt hätten? Vermutlich „Fuck, Sparta!“, meinte Ingo. Und den obligatorischen Mittelfinger für alle Nazis vergaß er natürlich auch nicht.
Zum Ende der fulminanten Show wurde gemeinsam mit H-Blockx ein Song von Blur gecovert. Dann – ebenfalls gemeinsam – „Fight for your right“ der Beastie Boys und schließlich kam der Donots-Rausschmeißer „So long“. Am Ende waren alle fix und fertig – die Band und das Publikum. Vermutlich die intensivste Show, die PORTA HOCH DREI je erlebt hat.
Der Abend endet heute mit einer Gala des Philharmonischen Orchesters, hoffentlich ohne Gewitter, die es regional bedingt geben kann. Die Bühne vor der Porta ist immer einen Besuch wert und wird am nächsten Wochenende beim Altstadt fest auch Guildo Horn ein Zuhause geben. Wem es dann zu voll ist, der freut sich auf PORTA HOCH DREI 2026, wie immer im Juni!
Am dritten Tag von „Porta hoch drei“ gab es eine Hitzeschlacht zur Sommersonnenwende und ein formidables Aufeinandertreffen von H-Blockx mit den DONOTS. Hier unsere Fotogalerie vom 21. Juni 2025 in Trier – Credit: Simon Engelbert
Max Herre und Joy Denalane waren im Doppelpack bei „Porta hoch drei“ in Trier. Die Mischung aus Rap und Soul ist hervorragend! Seht hier unsere Fotogalerie vom 20.6.25 – Credit: Simon Engelbert
Der wie immer überaus sympathische ALVARO SOLER war mit Support MYLE bei „Porta hoch drei“ in Trier. Seht hier unsere Fotos vom 19.6.2025 – Credit: Simon Engelbert
Wie immer eine Woche vor dem Altstadtfest stand die älteste Stadt Deutschlands ganz im Zeichen guter Musik. Und wie immer war Vielfalt Trumpf, denn es wurden ganz unterschiedliche Geschmäcker bedient. Dabei war es diesmal ein Festival der kurzen Namen: Tom und Joja, Flo und Max, und zweimal sorgte der unglaubliche Jan für Furore. Was das Publikum angeht, zeigte sich eine Steigerung von Mittwoch bis Samstag: am Mittwoch gab es noch Sitzplätze und (vielleicht auch bedingt durch das Deutschland-EM-Spiel) einige freie Plätze, am Donnerstag bewies Max Giesinger vor ca. 2500 Zuschauer*innen enorme Publikumsnähe und am Freitag sowie Samstag feierte der unglaubliche Jan Delay bei seinen ausverkauften Konzerten vor mehreren Tausend Menschen zwei Partys, wie sie diese Stadt noch nicht oft erlebt hat.
Die Location vor dem Wahrzeichen Porta Nigra ist einfach fantastisch. Auch durch das nach rechts und hinten leicht ansteigende Gelände, das allen Anwesenden eine gute Sicht beschert. Und nicht nur das – auch die Soundkulisse ist perfekt, da die Häuserzeilen auf beiden Seiten den Klang weit in die Innenstadt tragen. Kein Wunder also, dass auch vor der Absperrung an allen Tagen eine Megaparty stattfand. Wer den Eintrittspreis scheute, ließ sich einfach mit Decke oder Klappstuhl in der Fußgängerzone nieder. Dort konnte man zumindest die Musik in bester Qualität genießen. Auch das Wetter war an allen Abenden perfekt, als habe die Porta den Sonnenschein für sich gepachtet. Man merkte am mit Regenkleidung ausgestatteten Publikum, dass es dem Frieden nicht ganz traute, aber es blieb durchgehend trocken und gab bisweilen gar strahlende Sonne sowie blauen Himmel.
Mit Tom Gaebel war am Mittwoch, 19.6., ein begnadeter Sänger, Entertainer und Bandleader zu Gast. Er begeisterte das Publikum mit seiner Show „Sinatra Summer Swing“ und hatte dafür sein starkes Orchester mitgebracht, das noch mit dem grandiosen Jazzpianisten Joja Wendt verstärkt wurde.
Die Show dauerte netto zwei Stunden und war durch eine Pause geteilt. Im Programm waren – wie der Name schon sagt – vor allem Titel, die Frank Sinatra weltweit bekannt gemacht hat. „Fly Me To The Moon“ nahm passend die Stimmung auf, die der Einzug der deutschen Mannschaft ins Achtelfinale gerade vorgelegt hatte. Dabei waren die Zuschauer*innen noch recht müde und wachten erst bei „Quando, Quando, Quando“ so richtig auf. Tom hatte die passenden launischen Ansagen und erklärte dem Publikum, was es mit dem Song „Don Camisi“ auf sich hat, den er als bekennender Don Camillo-Fan in jungen Jahren so sehr liebte. Dabei ging es um den Klassiker „Words (don’t come easy)“, der dann in einer glänzenden Swing-Version zu Gehör gebracht wurde. Ebenso wie ein deftiges Ratpack-Medley, das als Gaebels Markenzeichen gelten kann.
Nach 40 Minuten übernahm unter tosendem Applaus Joja Wendt, der natürlich mehr war als nur ein Support, sondern vielmehr eine wichtige Ergänzung der Show. Wenn seine Finger zu einem „Trier Boogie Woogie“ für 88 Tasten über den Flügel rasten, war das mehr als grandios. Joja hatte schließlich schon beim Wacken Open Air gespielt und interpretierte manche Stücke mit Rockstar-Gehabe und „Frittengabel“. Zum Schluss gesellte sich Tom Gaebel hinzu und es gab „Ol‘ Man River“ im kongenialen Duett. Allein dafür hatte sich der Abend gelohnt und man konnte getrost in die Pause gehen.
Im zweiten Teil gab es Bossa Nova Songs mit Gitarre und auch Klassiker wie „Strangers in the Night“. Toms Stimme ist einfach perfekt für diese Musik – smart und elegant. Joja lieferte den „Hummelflug“ mit HipHop Grooves und konnte im Duett mit dem Publikum zudem als Sänger bei „Got My Mojo Workin'“ glänzen.
Zum Finale gab es von Gaebel natürlich „New York, New York“ und „My Way“ sowie eine äußerst lebendige Version von „Ich wär so gern wie du“ aus dem Klassiker „Dschungelbuch“. Diesen besonderen musikalischen Abend zweier hervorragend aufgelegter Stars wird man in Trier so schnell nicht vergessen.
Auch am Donnerstag, 20.6., war die Eröffnung mit Florian Künstler mehr als nur ein einfacher Support. Der Künstler aus Lübeck, der tatsächlich diesen Nachnamen trägt, ist nämlich momentan selbst auf gut besuchter Tour und war erst kürzlich in der Garage Saarbrücken zu Gast. Das Jahr 2023 kann der Lübecker Singer-Songwriter wohl als das Jahr seines Durchbruchs in der deutschen Musikszene abspeichern. Zuerst erreichte sein Hit „Kleiner Finger Schwur“ Millionen von Nutzern der Plattformen TikTok und Instagram und dann stiegt sein Debüt-Album „Gegengewicht“ von 0 auf Platz 11 in den deutschen Album Charts ein. Seitdem hat sich im Leben von Florian Künstler so einiges positiv verändert, vor allen Dingen kommen deutlich mehr Menschen zu seinen Konzerten und zeigen sich zutiefst berührt von den emotionalen Texten des charismatischen Sängers.
In Trier brachte er seinen gefühlvollen Wohlfühlpop mit positiven Botschaften sehr sympathisch unter die Menschen. Hymnen wie „Vergiss die guten Tage nicht“ und „Tausende mehr“ brachten alle zum Mitsingen. Es gab „Das größte Kompliment“, „Gegengewicht“ und natürlich „Kleiner Finger Schwur“, wobei ein Raunen durchs Publikum ging – „ach der ist das“. Florian sagte, er fühle sich wie nach einem Sauna-Aufguss, so warm war es an dem Abend. Doch nach seinem halbstündigen Slot verließ er ebenso glücklich wie das Publikum die Bühne. Vielleicht hat er genug neue Freunde gewonnen, um in Kürze selbst als Hauptact vor der Porta zu spielen.
Max Giesinger hatte übrigens seinen ersten richtigen Gig in Trier, auch wenn er in der Region nun wirklich kein Unbekannter ist. Der gebürtige Karlsruher war schon mehrfach in Luxemburg und im Saarland am Start. Für den Showauftakt gab es einen fallenden Vorhang und viel Konfetti – ein Auftakt nach Maß. Schon zu „Irgendwann ist jetzt“ und „Legenden“ stand Max mitten im Publikum. Seine Nähe zu den Fans ist ohnehin berüchtigt, und hier schrieb er schon früh im Konzert fleißig Autogramme.
Das nächste Album ist nach eigenen Worten so gut wie fertig und einzelne Titel wie „Butterfly Effect“ wurden schon live geübt. Es gab aber auch bekannte melancholische Sachen wie „Die Reise“. Einfach grandios, wenn Max seine Geschichte in Songs erzählt.
Mitten im Publikum war eine zweite Bühne aufgebaut. Dorthin begab er sich und lieferte das neue „Wimpernschlag“ ebenso wie das nachdenkliche „4000 Wochen“ über die begrenzte Lebenszeit. Auf Wunsch des Publikums spielte er dann noch „Stand By Me“ und „Highway To Hell“ bevor es mit der Party auf der Bühne weiterging. „Auf das, was da noch kommt“ wurde ebenso abgefeiert wie „Wenn sie tanzt“ und „Ohne dich“ als Cover der Münchner Freiheit. Mit „Zuhause“ ging der Abend dem Ende zu, doch es gab in der Zugabe noch das neue Stück „Menschen“ mit der Band als Chor und natürlich „80 Millionen“ für das Max zunächst wieder ins Publikum ging. „Für immer“ beendete den Set um 22.45 Uhr und entließ die Trierer in eine laue Sommernacht.
Mit Nachdenklichkeit und Melancholie war dann am Freitag/Samstag Schluss. Jan Delay wollte mit den Leuten feiern und das gelang ihm aufs Heftigste. Bei „Porta hoch drei“ hat der Künstler aus St. Pauli jedenfalls den Vogel abgeschossen – in jederlei Hinsicht. Alles hat getanzt, gesungen, gesprungen, gefeiert – mit Megastimmung vor und hinter der Abstimmung. An den Fenstern und selbst auf den Dächern (!) der Häuser in der Simeonstraße gab es ein umtriebiges Publikum. Ob die Porta jemals eine solche Sause erlebt hat? Das darf bezweifelt werden.
Vor den Topact hatte man aber noch einen Support gesetzt. Haiyti nannte sich die deutsche Rapperin aus Hamburg, deren Set mit DJ Beat und AutoTune nicht so wirklich der Bringer war. Immerhin brachte sie die ersten Menschen zum Tanzen und damit war die Mission wohl erfüllt.
Meister Jan Delay kam mit seinem „Intro“ und einem fröhlichen „Hallo, Hallo“ auf die Bühne, die er fortan fest im Griff hatte. Eine starke Band im Hintergrund, drei Bläser links, drei stimmgewaltige Backgroundsängerinnen rechts – damit ging es direkt in die Vollen. Der Abend stand unter dem Motto „25 Jahre Jan Delay“ und bezog sich damit auf die grandiose Solokarriere, die er neben seiner Arbeit mit den Beginnern um die Jahrtausendwende startete.
Der Discosound ging schon bei „Klar“ durch Mark und Bein. Dafür braucht man eine sehr gute Anlage, eine perfekt aufgelegte Band und herausragende Leute am Mischpult. Alles gegeben, wie man bei „Türlich, Türlich (wir brauchen Bass)“ unumwunden feststellen konnte. Nach dem funky „Showgeschäft“ kam auch noch Kollege Denyo für die kleine Prise Rap auf die Bühne und es gab neben „Spaß“ und „Hammerhart“ ein tanzgewaltiges „Beginners Medley“. Wer da noch nicht mitsingen konnte, tat es schließlich beim souligen Nena-Cover „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“.
Zwischendurch erzählte Jan von seiner Karriere und den durchaus unterschiedlichen musikalischen Ideen, die er stets mit entsprechenden Songs illustrierte. Die Reggae-Phase musste das Publikum entscheiden, indem Jan vier Songs zur Auswahl gab. Gewonnen hatte „Wassermann“. Selbst Rio Reiser kam zu souligen Ehren, als Jan seine ganz spezielle Version von „Für immer und dich“ unters Volk brachte.
„Sie kann nicht tanzen“ wurde sogleich mit großer Bewegung gekontert. Hier waren alle Generationen am Feiern – auch viele Kids hatten sich zur musikalischen Früherziehung mit ihren Eltern eingefunden. Den üblichen Dreikampf von Stopptanz (Freeze), Aus-der-Hocke-hochspringen und Wedeln mit Weste oder T-Shirt meisterte Jan gemeinsam mit dem Publikum. Nach 90 Minuten führte dies zum ersten Finale mit „Oh Johnny“.
Erst pünktlich um 23 Uhr sollte das Konzert enden, um Trier zur Ruhe kommen zu lassen. Im Zugabenblock wurde nochmal mit „Mercedes Dance“, „Pump Up The Jam“, „Eule“ und „St. Pauli“ aufgewartet. Jan Delay hatte Trier im Sturm erobert und seine Konzerte waren durch und durch stimmig. Wetter, Atmosphäre, Sound, Party, Stimmung – da blieben keine Wünsche offen. Aber eigentlich, wie ein Zuschauer in der Reihe hinter mir sagte: „Die Konzerte vor der Porta sind immer geil. Egal wer spielt.“ Will man dem noch was hinzufügen? Diese Kulisse bringt jeden Künstler und jede Künstlerin zu Höchstleistungen. Wir freuen uns schon auf 2025!
Alle Fotos auf dieser Seite von Simon Engelbert, PHOTOGROOVE
Die altehrwürdige PORTA NIGRA in Trier wurde wieder zur wundervollen und atmosphärischen Kulisse für ein Open Air der Spitzenklasse. Seht hier unsere Fotos von Danger Dan bei PORTA HOCH DREI, 17.6.2023 in Trier, Porta Nigra. Credit: Simon Engelbert – Photogroove
Auch in 2023 wurde vor der altehrwürdigen Porta Nigra in Trier wieder eine der schönsten Kulissen Europas bespielt. Das war in der Vergangenheit stets ein optischer und akustischer Genuss und die Reihe „PORTA HOCH DREI“ hat sich seit Jahren fest in der ältesten Stadt Deutschlands etabliert. Traditionell wurde die „DREI“ im Titel der Open-Air-Reihe nicht so ernst genommen, denn von Mittwoch bis Samstag sollten gleich vier Topacts die Bühne stürmen, bevor am Sonntag das Philharmonische Orchester des Trierer Theaters sein traditionelles Picknick-Konzert gibt.
Den Anfang machte am Mittwoch, 14.6.2023, der Mann der Stunde: Peter Fox. Eigentlich muss man ihn gar nicht vorstellen, doch es sind immerhin 15 Jahre vergangen, seit sein erstes Soloalbum „Stadtaffe“ durch die Decke ging. Pierre Baigorry ist im Hauptberuf einer von inzwischen nur noch zwei Frontmännern der Berliner Reggae-Crew SEEED. Doch solo konnte er 2008 den Erfolg der Band gar noch toppen, hatte er doch ein Konsensalbum vorgelegt, das in allen Generationen seine Fans fand. Aber Peter Fox stieg der Erfolg nicht zu Kopf. Er kehrte nach einer umjubelten Tour brav zu SEEED zurück und teilte sich die Bühne wieder mit den Kollegen. Lange sah es so aus, als würde „Stadtaffe“ ein Einzelstück bleiben, doch nach 15 langen Jahren meldete sich Peter Fox wieder zurück. Wie groß die Vorfreude im Land war, zeigten die euphorischen Reaktionen auf die vorab veröffentlichte Single. „Zukunft Pink“ hielt sich im Oktober letzten Jahres insgesamt fünf Wochen auf Platz 1 der Offiziellen Deutschen Singlecharts – und im Mai 2023 folgte endlich das zweite Album mit dem schlichten Titel „Love Songs“.
Fotocredit: Simon Engelbert
Die ersten vier Songs beim ausverkauften Open Air vor der Porta Nigra in Trier waren dann auch neue Stücke, die viel sanften Groove in sich trugen. Peter Fox und sein Publikum waren in Topform. Er hatte eine formidable Band mit zwei Backgroundsängerinnen dabei und spätestens als die vertrauten Klänge von „Kopf verloren“ erklangen, wurde die Stimmung noch besser – keiner musste sich mehr Sorgen machen, dass das alte Album zu kurz kommt. Ein erstes Highlight war „Schwarz zu blau“, das ungewöhnliche Liebeslied an Berlin. Und der Song schlug in vielerlei Hinsicht gekonnt die Brücke von Trier nach Berlin. Nicht nur, dass sich jetzt eine Reihe von SEEED Songs im Set fanden. Peter Fox machte die Bühne vor der Porta kurzerhand zu einem Liveclub. Das Bühnenbild sah eine Galerie im Hintergrund vor und hier versammelte sich eine große Gruppe von Tänzer*innen. Neben der professionellen Tanzgruppe aus Berlin, die die Tour begleitet, darf sich in jeder Stadt auch eine regionale Tanzgruppe unter die Profis mischen. Fortan gab es bis Konzertende Party vor und hinter der Bühne.
Die Stimmung war hervorragend und das Publikum ging über 90 Minuten lang euphorisch mit. Man konnte sich von der Stimmung tragen lassen, wozu nicht nur die geniale Show beitrug, sondern auch das effektvoll beleuchtete Weltkulturerbe Porta Nigra. Es macht jedes Jahr wieder Spaß, auf diesem Platz zu feiern. Songs wie das mit viel Groove versehene „Stadtaffe“, die Bewegungs-Hymne „Schüttel dein Speck“ und ein grandios performtes „Zukunft Pink“ trugen ihr Übriges dazu bei. So hält man ein Publikum am Tanzen!
Im Zugabenblock gab es neben dem orchestralen Klassiker „Alles neu“ auch ein entspanntes „Haus am See“ in der 2023er Version, die ein beseeltes Publikum in die Nacht entließ. Peter Fox hatte zu „Toscana Fanboys“ noch bemerkt, dass er sich in das Flair von Trier verliebt hat und sich hier sehr wohl fühlt. Dem will man dann auch nichts hinzu fügen.
Fotocredit: Simon Engelbert
Am Donnerstagabend sah es ganz anders aus vor der Porta. Das Konzertgelände war nun nämlich bestuhlt und lockte mit dem Liedermacher und Weltmusiker Hubert von Goisern (benannt nach seinem Geburtsort in Oberösterreich) ein ganz anderes Publikum an, das im Schnitt eine Generation älter war als am Vortag. Der Mann, der sich dem sogenannten „Alpenrock“ verschrieben hat, steht seit mehr als drei Jahrzehnten auf den Bühnen Europas – und erfindet sich dabei immer wieder neu. So hat das aktuelle Album „Zeiten & Zeichen“ eine breite Palette sehr unterschiedlicher Musikrichtungen zu bieten, womit wohl manche Zuschauer*innen nicht gerechnet hatten. Als nämlich „El Ektro“ als Techno-Hymne mit stampfenden Bässen erklang, gab es einzelne Menschen, die sich in den hinteren Publikumsbereich zurückzogen. Das sollte aber die Ausnahme bleiben.
Hubert von Goisern ist als Person grandios und er hatte hervorragende Mitstreiter bei sich, an allen voran die Sängerin und Multiinstrumentalistin Maria Moling, die eine enorme Bereicherung für die Show war. Oft gelang es Hubert im Duett mit Maria, eine wundervolle Atmosphäre zu erzeugen. Dabei störte es gar nicht, dass sich die erste Konzerthälfte unumwunden den neuen Songs von „Zeiten & Zeichen“ widmete, sind hier doch einige Perlen versteckt. „A Tag wie heut“, das gejodelte „Eiweiß“, „Novemberpferde“ und „Brauner Reiter“ nahmen das Publikum mit auf eine Reise in Huberts Welt. Da fanden sich sehr rockige Klänge, Elemente der neuen Volksmusik – auch mal mit Akkorden und Flöte – und durchaus sphärische Stücke.
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Das Publikum hing dem Sänger vor allem an den Lippen, wenn es politisch wurde und er zum Beispiel vom jüdischen Schriftsteller Bedřich Löwy erzählte, der das Libretto zu Franz Lehárs Operette „Giuditta“ schrieb und 1942 in Auschwitz ermordet wurde. Vom Band erklang Tenor Andreas Schager mit dem Stück „Freude, das Leben ist lebenswert“ und dazu gab es eine eindringlich gerappte Geschichte, die das Lied durch die schweren Zeiten der Judenverfolgung bis in die Gegenwart führte. Es ist fantastisch, wie von Goisern diese Elemente zu einem Paradestück künstlerischen Schaffens verbunden hat.
Es gab Lieder zu Klimawandel und Umweltzerstörung und den mit bewegenden Trompetenklängen versehenen Gospel „Sinner Man“, der hier ganz schlicht „Sünder“ hieß und mit klaren Worten in die Neuzeit geführt wurde. Im Duett mit Maria konnte Hubert beeindruckend zeigen, wie man hymnisch jodelt. Stücken wie dem „Kohler Jodler“ hätte man ewig zuhören können. Doch auch an rhythmischen Gassenhauern, die die Zuschauer*innen in der zweiten Konzerthälfte in Fahrt brachten, wurde nicht gespart.
Ein langer Zugabenblock startete nach 90 Minuten und es gab ein Stück aus von Goiserns weltmusikalischer Zeit, als er vermehrt in Ägypten (Asyut) und Westafrika aufgetreten ist. Das brachte ebenso wundervolle Klänge vor die Porta wie das bekannte Stück „Weit, weit weg“, das im Zusammenspiel mit Maria Moling an neuen Facetten gewann und sehr emotional vorgetragen wurde. Das Generationen verbindende Konzert endete nach über zwei Stunden – und ich muss sagen, dass ich sehr überrascht war. Hubert von Goisern hat doch um einiges mehr zu bieten als den Alpenrock, in dessen Schublade er so gern gesteckt wird.
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Am dritten Abend vor der Porta gab es dann Silbermond um Frontfrau Stefanie Kloß. Auch hier war wieder ausverkauft und 3.000 Zuschauer*innen gaben sich der Mischung aus poppigen und rockigen Klängen hin. Die Geschichte der Band begann so richtig im Jahr 2004. Mit der Veröffentlichung des Debütalbums katapultierten Silbermond aus dem Stand ganz nach oben. Das lag sicher auch daran, dass ihr Werdegang Inhalt einer Dokusoup des Fernsehsenders Sat1 war. Mehr als eine dreiviertel Million Exemplare wurden vom Erstling seither verkauft und der Titel „Symphonie“ wurde zur Hymne des Jahres 2004. Es folgten ausverkaufte Konzerttourneen, etliche Hits, Preise und Ehrungen und viele weitere Studioalben. Zuletzt „Auf auf“ – und mit Songs dieses Albums wurde das Konzert in Trier auch eröffnet. Viele waren textsicher, was zeigt, dass Silbermond immer noch relevant sind. Dazu beigetragen hat sicher auch Stefanies enorme Medienpräsenz, zeitweise bei „The Voice“, zuletzt in der neuen Staffel von „Sing meinen Song“.
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Mit der Hymne „Meer sein“ ging man dann über zu älteren Stücken und spätestens „Irgendwas bleibt“ brachte die Leute vor der Porta zum gemeinsamen Singen. Und es ist schon ganz besonders, diesen Song vor einem rund 1850 Jahre alten Wahrzeichen zu schmettern. Stefanie Kloß als kleine quirlige Frontfrau nahm die Zuschauer*innen durch ihr mitreißendes Wesen von Anfang an gefangen. Sie erzählte gern Geschichten aus der Anfangszeit der Band, als Familie und Freunde das Musikmachen noch für Zeitverschwendung hielten. Mit dem Song „Verschwende deine Zeit“ ließ Stefanie sich von der Menge auf Händen bis zu einem Podest auf der Mitte des Platzes tragen.
Der Unplugged-Set war sehr emotional und die Sängerin – ohnehin nah am Wasser gebaut – brach mehrfach in Tränen aus. Als sie sich beim Publikum für seine Treue bedankte, aber auch, als sie den neuen Titel „Hey Mama“ für ihre Mutter sang, die nun in zwei Tagen in Pension geht und hoffentlich ihr Leben genießen kann. Anfangs war Stefanie noch allein auf dem Podest, zu weiteren Songs wie „Das Beste“ und „Krieger des Lichts“ kam die Band dazu. Zurück ging es mitten durchs Publikum. Silbermond haben die Nähe zu den Fans nie verloren, auch als die Konzerte immer größer wurden.
Das Wetter vor der Porta Nigra war an allen drei Abenden bisher perfekt und auch an diesem Freitag machte die laue Sommernacht ein wohliges Gefühl. Im Set fand sich als Coverversion der Montez-Song „Engel“, den Stefanie bei „Sing meinen Song“ performt hatte und der perfekt zu ihr passt. Dann gab es ein fulminantes Triple aus „Symphonie“, „Leichtes Gepäck“ und „Durch die Nacht“ – alles Hymnen, die das Publikum chorisch in die Länge zog. So ließ man sich auch zu später Stunde nicht lange bitten, um einen ausgiebigen Zugabenblock abzuliefern. Ein gelungener Konzertabend mit einer hervorragend aufgelegten Band!
Fotocredit: Simon Engelbert
Weiter geht es heute übrigens mit DANGER DAN, bevor dann morgen das Philharmonische Orchester der Stadt Trier den Abschluss macht. Die Bühne mit transparenter Verkleidung (um die Porta Nigra zur Geltung zu bringen) bleibt aber noch stehen und liefert dem Altstadtfest am nächsten Wochenende die passende Kulisse unter anderem für Lokalmatador Guildo Horn. In Trier spielt die Musik!
Die altehrwürdige PORTA NIGRA in Trier wurde wieder zur wundervollen und atmosphärischen Kulisse für ein Open Air der Spitzenklasse. Seht hier unsere Fotos von Silbermond bei PORTA HOCH DREI, 16.6.2023 in Trier, Porta Nigra. Credit: Simon Engelbert – Photogroove
Die altehrwürdige PORTA NIGRA in Trier wurde wieder zur wundervollen und atmosphärischen Kulisse für ein Open Air der Spitzenklasse. Seht hier unsere Fotos von Hubert von Goisern bei PORTA HOCH DREI, 15.6.2023 in Trier, Porta Nigra. Credit: Simon Engelbert – Photogroove
Die altehrwürdige PORTA NIGRA in Trier wurde wieder zur wundervollen und atmosphärischen Kulisse für ein Open Air der Spitzenklasse. Seht hier unsere Fotos von Peter Fox bei PORTA HOCH DREI, 14.6.2023 in Trier, Porta Nigra. Credit: Simon Engelbert – Photogroove
Nachdem Andi schon den Bericht zum Nostalgiekonzert von Midnight Oil geschrieben hat, geht es hier weiter mit den Acts der Folgetage.
Flogging Molly – 20.6.2019
Wer schon mal auf deinem Konzert der Irisch Amerikanischen Folk Punk Band Flogging Molly war, weiß, wie man feiert. Die Band um Frontmann Dave King lässt es gerne krachen. So habe ich sie auch schon in Clubs gesehen. Doch beim Porta hoch drei Festival legten sie noch mal eine Schippe drauf. Es mag an der traumhaften Kulisse vor der Porta gelegen haben, oder an der Vorband 13 Crowes, die das Publikum schon im Vorfeld gut animierte und anstimmte, aber die Party war größer, ausgelassener und fröhlicher. Kurz bevor die Security die Tore öffnete gab’s erst einmal einen Rückschlag: Regen! Und das nicht zu knapp. Doch der Schauer war schnell vorbei und es sollte den restlichen Abend trocken bleiben. Als Flogging Molly die Bühne betraten hatten sie ihr Publikum ab der ersten Sekunde im Griff. Die knapp 2300 Menschen hüpften, pogten und crowdsurften. Ja, die Crowdsurfer hielten die Sicherheitsmannschaft im Bühnengraben auf Trab. Im Minutentakt wurden Menschen nach vorne getragen, einzelne sogar mehr als zehn Mal. Über die Bühnenshow von Flogging Molly gibt’s eigentlich nicht viel zusagen: Es ist und bleibt eine unfassbar Liveband, die es wie kaum eine Andere versteht, gemeinsam mit dem Publikum zu feiern. Feucht, fröhlich und friedlich. So soll es doch eigentlich auch sein. Ein rundumgelungener Irisch-Trierischer Abend.
Tom Odell – 21.6.2019
Es war Konzert Nr. 3 der diesjährigen Porta hoch drei Konzertreihe und zugegebenermaßen das Konzert, an das ich die geringsten Erwartungen hatte. Anfangs fühlte ich mich auch bestätigt: nur 800 Zuschauer kamen an diesem Freitag Abend auf den Porta Vorplatz. Mag sein, dass viele schon vor kurzer Zeit das Odell Konzert in Luxemburg besuchten, mag aber auch sein, dass viele Trierer den Herrn nicht auf dem Schirm haben, denn den Meisten wird nur „another love“ bekannt sein. Doch als der Brite die Bühne betrat, barfuß, wurde ich ganz schnell eines Besseren belehrt. Er setzte sich an den Flügel und zeigte, was er und seine Band so drauf haben. Und das war so einiges! Nichts von meinen Vorurteilen über einen weiteren Popschnulzensänger blieb übrig. Das war Pop auf höchstem Niveau! Odell und seine Band verpackten die Songs in tolle Live Arrangements die voll und rund klangen. Das Publikum dankte es ihnen, indem es bei jedem Song textsicher und lautstark mitsang. Wenn es auch nicht der best besuchte Abend bei Porta hoch drei war, so war es doch der Abend der mich am meisten überraschte. Positiv!
Samy Deluxe – 22.6.2019
Der letzte Abend der 2019er Ausgabe von Porta hoch drei stand ganz im Zeichen des Hip Hop. Horst Wegener trat um kurz vor acht auf die Bühne und überzeugte die 2.500 Zuschauer mit modernem deutschen Hip Hop und mit – wie aktuell ja sehr beliebt – viel digitalen Effekten auf der Stimme. Das passte zwar nicht so ganz in das Unplugged Konzept des Main Acts, aber das störte das Publikum nicht, und sie feierten den Newcomer ausgiebig. Aber dann ging’s los. Das DLX Ensemble betrat die Bühne. Streicher, Bläser, zwei Drummer, Bass, Gitarre und Tasteninstrumente sowie ein Backing Chor. Die nun wirklich nicht kleine gläserne Bühne vor der Porta war schon recht gut gefüllt bot aber noch genug Platz für Samy Deluxe. Der, unterstützt von weiteren Rappern wie z.B. Chefket, war in Bestform. Ich habe ihn schon einige Male live gesehen, aber nie mit solch einer umwerfenden Band. Schon das Album gefiel mir richtig gut, und ich war erfreut, dass das Unplugged Konzept so konsequent durchgezogen wurde. Aber live und in Farbe war das Ganze noch eine Spur beeindruckender. In keiner Sekunde vermisste man irgendwelche digitalen Hilfsmittel auf der Bühne. Der Sound war fett und rund. Selbst wer nicht der größte Hip Hop Fan ist, kam voll auf seine Kosten. Sei es bei dem was Samy Deluxe inhaltlich zu sagen hat, oder wie beeindruckend es ist, ihm live zuzusehen, wenn er wie ein Maschinengewehr die Worte herausfeuert – oder einfach diese grandiose Band live zu sehen und zu hören. Es war einfach der perfekte Abschluss einer tollen Porta hoch drei Ausgabe. Das macht wirklich Lust auf das nächste Jahr.
Das Open Air vor der Porta Nigra – in der ältesten Stadt Deutschlands – konnte auch 2019 mit einer Zusammenstellung aufwarten, die viele Generationen ansprach: Rock, Pop, Folk und Rap. Da haben die Macher von Popp Concerts mal wieder ein gutes Händchen bewiesen.
Den Anfang machten am 19.6.2019 Wolf Maahn und Midnight Oil.
Midnight Oil? Da musste man doch mal verwundert die Augenbraue heben, als der erste Headliner des Open Airs angekündigt wurde, das diesmal aufgrund des Feiertags (Fronleichnam) gleich vier Tage umfasste. Kaum zu glauben, dass es diese Band noch gibt, die in den 80er Jahren weltweite Erfolge feierte. In der Folgezeit wurden die musikalischen Aktivitäten mehrfach für längere Phasen auf Eis gelegt, da Sänger Peter Garrett sich in hohem Maße politisch und gesellschaftspolitisch engagierte. Zweimal war er für jeweils vier Jahre Präsident der Umweltschutzgruppe „Australian Conservation Foundation“, engagierte sich bei Greenpeace und schaffte schließlich den Sprung ins Repräsentantenhaus, wo er zwei Legislaturperioden lang als Minister fungierte.
Die größte Pause der Band währte somit ganze 15 Jahre (2002 bis 2017), doch fulminant kehrten sie zurück, nachdem Garrett kein Regierungsmitglied mehr war. An seinen Überzeugungen hat sich zumindest nichts geändert, das bewies das Bühnenbild mit einem Statement der „2017 National Constitutional Convention“, welches sich mit den Ursprüngen Australiens und den Rechten der Aborigines beschäftigt.
Bevor allerdings Midnight Oil die Herzen Triers eroberten, war es an Altrocker Wolf Maahn, das Publikum in den Abend einzustimmen. Er kam mit seinem Soloprogramm, hatte jedoch einen Multi-Instrumentalisten (unter anderem Steel Guitar und Keyboard) mitgebracht, der ihn kongenial unterstützte. Wie erklärt man Wolf Maahn? Ein Name, den die meisten schon mal gehört haben, der aber keinen Hit in petto hat, der ein Aha-Erlebnis auslösen könnte. Der inzwischen 64jährige gehörte zu der Riege von Rockern, die in den 80er Jahren die Fahne deutschsprachiger Rockmusik in die Höhe hielten. Er hatte große Momente wie in der Sendung „Rockpalast“, erreichte aber bei weitem nicht den Bekanntheitsgrad von BAP, Lindenberg, Grönemeyer oder Westernhagen.
Sein 45minütiger Set startete mit „Flucht nach vorn“. Wolf spielte im Sitzen mit akustischer Gitarre, hatte aber einige energische Songs mitgebracht. Einer seiner bekanntesten Titel „Irgendwo in Deutschland“ kam gleich an zweiter Stelle – angekündigt als „altes deutsches Volkslied“. Mit „Konkurrenztanz“ und „Monopoli“ (das Wolf Maahn ursprünglich für Klaus Lage geschrieben hatte) widmete er sich dem Thema Ausbeutung. Das Konzert war äußerst kurzweilig und Wolf scheute sich auch nicht, ruhige Stücke wie „Keine Angst“ in den Abend zu schicken. „Kind der Sterne“ gab es mit einem schönen sphärischen Keyboardklang – und in diesem Moment wurde vielen bewusst, wie perfekt das Klangerlebnis an diesem Abend vor der Porta war. Das wünscht man sich bei anderen Open-Air-Veranstaltungen ebenso. Maahns größter Hit „Rosen im Asphalt“ schloss den Support ab.
Pünktlich um 21 Uhr enterten Midnight Oil zu den mitreißenden Klängen von „The Dead Heart“ die Bühne – und schon war das Eis gebrochen. Keine Spur von Abtasten und Zurückhaltung. Die Band und das Publikum gingen gleich in die Vollen. Peter Garrett ist und bleibt ein charismatischer Frontmann mit starker Stimme. Seine etwas linkischen Tanzbewegungen sind seit Jahrzehnten ein Markenzeichen. Auf den starken Opener folgte das psychedelisch verzerrte „Redneck Wonderland“, gefolgt von starken Titeln wie „Read About It“, dem melodisch tanzbaren „In The Valley“ und „Sell My Soul“. Sänger und Instrumentalisten zeigten eine Performance vom Feinsten. Und da steckte vor allem eine enorme Power drin – angefeuert durch den bereits erwähnten hervorragenden Sound.
Garrett zeigte sich auch überwältigt von der Kulisse. „Was haben die Römer je für uns getan?“, zitierte er einen Kalauer aus Monty Pythons „Das Leben des Brian“, um bewundernd zu ergänzen: „Was haben die Römer für den Rock’n’Roll getan!“ So hatte er in einem Satz die Stimmung des Abends eingefangen. Die eigentlich angekündigte Regenfront machte einen großen Bogen um Trier und das Fest vor der Porta konnte bis 23 Uhr einen positiven Verlauf nehmen. Garrett durfte man bisweilen mit Mundharmonika und einer gehörigen Portion Bluesrock erleben. Es gab aber auch leise Passagen: Zur Hälfte des Sets folgte mit „My Country“ eine ruhige Nummer, die mit melancholischen Pianoläufen startete, dann zu akustischer Begleitung ausgebaut und schließlich mehrstimmig vorgetragen wurde. Es schloss sich ein kleiner akustischer Set an.
Mit „Blue Sky Mine“ aber erfolgte der Weckruf und der Klassiker ebnete den Weg in die Zielgerade. „Now Or Never Land“ avancierte zum Dancing Song, „Power And The Passion“ wartete mit Soli für die Bandmitglieder auf und „Beds Are Burning“ wurde schließlich als politischer Song zum Aborigines-Dokument angekündigt. Hier war dann sogleich die Smartphone-Armada am Start, um den größten Hit der australischen Band aus allen Winkeln zu filmen. Davon ließ man sich aber nicht aus dem Flow bringen und lieferte mit „One Country“ und „King Of The Mountain“ ein solides Finale. Viele gingen in dieser Nacht mit breitem Grinsen nach Hause. Wann hat man schon die Gelegenheit, seine Helden der 80er in einer solchen Topform zu erleben?