New Kids on the Block Fotos am 19.05.2014 im Palladium in Köln
New Kids on the Block Tour 2014
New Kids on the Block Tour 2014
Lake Street Dive haben am Freitag, den 16.05.2014 in der Kulturkirche gespielt. Hier sind die Fotos dazu:
Im Nebenraum des Kölner Undergrounds wird das deutsche Fußball-Pokalfinale gezeigt. Während Echolons im Konzertsaal nebenan den Abend eröffnen, nutzen noch viele die Gelegenheit, die erste Halbzeit zwischen den Bayern und dem BVB mitzubekommen. Allzuviel verpassen sie nicht, denn in punkto Bühnenpräsenz lassen die Frankfurter doch einiges vermissen. Und so gibt es eher höflichen Applaus für ihren Stoner-Rock, als sie die Bühne für die Cloud Nothings räumen.
Spätestens jetzt wird Fußball zur Nebensache. Der Club ist voll als das Trio aus Ohio die ersten Takte von “Quieter Today” anspielt. Nahtlos schließt sich “Now Here In”, ebenfalls vom aktuellen Album “Here And Nowhere Else” an. Hier und nirgendwo anders ist die Band auch als sie mit “Stay Useless” den ersten Song des tollen Vorgängers “Attack On Memory” bringt. Dieses Album ist der Grund für meine Anwesenheit heute Abend. Im Laufe ihres Auftritts liefern die Cloud Nothings aber noch zahlreiche weitere Gründe dafür, warum man sie auf Tour nicht verpassen sollte. Eine unglaublich dichte und energiegeladene Show liefern sie völlig unprätentiös ab. Wie gut diese Songs aus der Feder des Bandkopfes Dylan Baldi sind, wird erst richtig deutlich, wenn sie live präsentiert werden.
“Separation” zeigt, dass die Musik der Indie-Rocker auch instrumental hervorragend funktioniert. Vor der Bühne geht im positiven Sinne die Post ab. Ebenso bei “Pattern Walks”, mit dem das 3-Minuten-Songschema aufgebrochen wird. Wie in seiner Studioversion schließt ein schnörkellos nach vorne gehender zweiter Teil an. Zum Mitsingen bietet sich dann das melancholische “Cut You” an. Die Pausen zwischen den Songs sind kurz und werden meist durch Baldi’s Gitarrenimpros überbrückt. So entsteht der Eindruck eines einheitlichen Ganzen, das keine Zeit für Ruhephasen lässt. Und das klappt vorzüglich. Das erste und einzige Break bildet die Zugabenpause nach “I’m Not Part Of Me”. Frenetisch bejubelt lassen sich Baldi, Bassist Duke, Drummer Gerycz, der angesichts seines Pensums Abend für Abend bestimmt an seine physischen Grenzen gelangt, nicht lange bitten.
Die Zugabe besteht aus einem Song. Aber was für einem! “Wasted Days”, auf Platte schon ein psychedelischer Powerpop-Kracher, wird auf über 10 Minuten ausgedehnt, ohne auch nur einen Takt zu viel zu haben. Wow, selten hat mich eine Band positiver überrascht als die Cloud Nothings! Ich möchte dass es weitergeht, aber “Wasted Days” ist der stimmige Abschluss eines großartigen Konzertabends. Und beim Blick auf die Fußball-Leinwand im Nebenraum steht es auch nach 100 Minuten noch 0:0. So kriegen wir ganz komprimiert auch noch die letzten Wadenkrämpfe und die Entscheidung in der Pokalarena mit. Was will man mehr?
Setlist:
Korn Tour Fotos 2014 Köln, Palladium
Unseren Konzertbericht zum Korn Konzert im Kölner Palladium 2014 gibt es hier
Im vergangenen Jahr waren die Konzerte von Peter Gabriel’s „Back To Front“-Tour innerhalb kürzester Zeit restlos ausverkauft. Kein Wunder, feiert der Brite doch (noch immer) das 25-jährige Jubiläum seines Erfolgsalbums „So“ von 1986. Dabei wird er vom damaligen Original Line-Up begleitet, bestehend aus David Rhodes an der Gitarre, Tony Levin am Bass, Keyboarder David Sancious sowie Manu Katché hinter dem Drumkit. Aufgrund der grossen Nachfrage ist er jetzt für fünf Zusatzkonzerte erneut im Land. Nach Frankfurt und München ist Köln heute die dritte Station. Es folgen noch Hannover (03.05.) und Berlin (25.05.).
Auch die Lanxess Arena ist pickepacke voll, obwohl es noch einige wenige Restkarten an der Abendkasse gibt. Das Publikum ist mit Peter Gabriel älter geworden und so fällt dann auch in weiten Teilen der Show die Stimmung aus. Doch dazu später. Erst einmal genehmigen wir uns ein lokales Kaltgetränk und beobachten die ausnahmslos in Rot gekleideten Roadies bei ihren letzten Vorbereitungen. Gegen 20 Uhr betritt Peter Gabriel unter grossem Jubel die Bühne und sagt in bestem Deutsch (das er allerdings von einem Spickzettel abliest) Jennie Abrahamson und Linnea Olsson an, denen für die nächsten zwanzig Minuten die ungeteilte Kölner Aufmerksamkeit gilt. Das minimalistische Cello- und Xylophonspiel der beiden Schwedinnen, der glockenhelle Gesang und ihre wallenden Glitzergewänder lassen sie wie zwei Elfen wirken, die aus einer anderen Welt gefallen sind. Dennoch (oder gerade deswegen) wissen sie mit ihren Eigenkompositionen („What“ oder „Phoenix“) durchaus zu begeistern und werden mit fleißigem Händeklatschen belohnt.
Wiederum zwanzig Minuten später ist es dann soweit. Peter Gabriel kehrt in Begleitung von Tony Levin zurück und gemeinsam starten sie mit „O But“ ins Set. Vorher hat Gabriel auf Deutsch noch den Ablauf des Abends erklärt. Die Kölner Fans erwartet demnach ein „3-Gänge-Menü aus Vorspeise, Hauptgang und Dessert“. Erstere im halbakustischen Stil und bei voller Hallenbeleuchtung, was zwar etwas ungemütlich wirkt, laut Peter Gabriel aber so eine Art Proberaumatmosphäre erzeugen soll. Nun ja, in der grössten Konzerthalle Deutschlands ist das wohl eher schwierig. Nach „O But“ bekommt David Rhodes erstmal ein tausendfaches Geburtstagsständchen (er wird heute 58 Jahre alt), bevor die Band mit „Come Talk To Me“ und „Shock The Monkey“ zum Hauptgang übergeht. Dazu gehen dann auch die Lichter aus.
Es folgt ein Mix aus Peter Gabriel’s ersten Soloalben, darunter „Digging In The Dirt“, „Secret World“ und natürlich der unvermeidliche Klassiker „Solsbury Hill“. Die kleinen Tanzeinlagen, die Gabriel, Rhodes und Levin nicht nur dabei vollführen, wirken ein kleines bißchen hüftsteif. Doch halten wir den Dreien an dieser Stelle mal ihr Alter zugute und werten das Ganze als ironische Anspielung auf den Genesis-Hit „I Can’t Dance“. Beeindruckender sind jedoch auf jeden Fall die in dezenten schwarz-weiß Tönen gehaltene Lightshow und die akzentuiert eingestreuten Visuals auf den drei Leinwänden. Zu „Red Rain“ explodiert das Licht dann in einem (logischerweise) roten Funkensturm und markiert gleichzeitig den Beginn des Desserts, das aus sämtlichen „So“-Songs in leicht veränderter Reihenfolge besteht. Dummerweise zeigt sich insbesondere bei „Red Rain“ und dem darauffolgenden „Sledgehammer“ einmal mehr die katastrophale Akustik der Lanxess Arena. Der Sound ist ein einziger Matsch und Peter Gabriel’s Gesang kaum zu verstehen. Was wohlgemerkt nicht an seiner Stimme liegt. Die ist zwar hier und da leicht brüchig, ansonsten aber so charakteristisch wie eh und je. Alle, die das Konzert nochmal in perfektem Klang genießen möchten, können sich übrigens auf petergabriel.com eine Aufnahme in Soundboardqualität bestellen.
Das wunderschöne „Don’t Give Up“ (im Duett mit einer grossartigen Jennie Abrahamson) und „Mercy Street“ entschädigen anschließend wenigstens etwas für den entstandenen Soundbrei. Während „Mercy Street“ liegt Peter Gabriel wie ein Käfer auf dem Rücken und erwehrt sich der wie Krakenarme um ihn herum schwirrenden Lichtmasten. Über „Big Time“ und „In Your Eyes“ geht es dem Ende des „So“-Desserts entgegen. Ihr vermisst ein Wort zur Stimmung? Ich empfinde sie als sehr verhalten, um es vorsichtig auszudrücken. Andere, weniger vorsichtige Leute würden sie womöglich sogar als „lahm“ bezeichnen. Bis zu „In Your Eyes“ ist es zumindest auf den Tribünen ein reines Sitzkonzert. Erst gegen Ende des Abends tauen die Kölner endgültig auf und es wird auch im Ober- und Unterrang der Arena getanzt. Immerhin verlangt man lautstark nach einer Zugabe.
Die gibt es dann in Form der eingedeutschten Version von „Here Comes The Flood“ („Hier kommt die Flut“), die in Köln ihre Tourpremiere feiert. Bei „The Tower That Ate People“ wird Peter Gabriel von einem überdimensionalen Stoffturm verschluckt. Als krönenden Abschluß serviert er schließlich noch „Biko“, zu dem 15.000 Menschen ihre Arme in die Luft strecken und so dem 1977 ermordeten Stephen Bantu Biko gedenken, der für seinen Widerstand gegen das Apartheid-Regime in Südafrika sterben musste. David Sancious verabschiedet sich als Letzter und knipst dabei symbolisch die Hallenbeleuchtung wieder an, während die Fans weiter „Oh, oh, ooooooooh“ singen.
An diesem Punkt wird gerne das Wort „zeitlos“ bemüht. Tatsächlich klingen die Songs von Peter Gabriel auch heute noch genauso druckvoll wie bei ihrer Entstehung, was sicherlich auch an seinen exzellenten Mitmusikern liegt. Seine politischen Botschaften haben ebenfalls kaum an Schärfe und Aktualität eingebüßt. Natürlich ist die Bühnenshow nicht mehr so energetisch wie noch vor 25 oder mehr Jahren, aber immer noch spannend genug, um zweieinhalb Stunden lang zu fesseln. Auf dem Heimweg klingt jedenfalls nicht nur „Biko“ noch lange im Kopf nach.
Setlist:
Und hier gibt es unsere Foto-Galerie vom Peter Gabriel-Konzert in Köln!
Jeder Musikliebhaber hat eben dieses eine bestimmte Album seiner Lieblingsband, von dem er alle Songs hintereinander ein Dutzend Mal gehört hat und noch Dutzende Male hören will. Auf Konzerten spielt diese allerdings einen Mix aus allen Veröffentlichungen. Die Alternative Rock/Progressive Band Dredg gibt ihren Fans mit eben diesem Wunsch jetzt die Chance das zu ändern. Nach ihrer Welttournee zu ihrem neuen Album Chuckles and Mr. Squeezy spielen sie in ausgewählten deutschen Städten ihre beiden Album-Klassiker El Cielo und Catch Without Arms als Einzelkonzerte. Das bedeutet, der Hörer bekommt das jeweilige Album in chronologischer Reihenfolge und in voller Länge zu hören.
In Städten wie München und Frankfurt performen sie jeweils nur eines der beiden Alben. Wohingegen sich die Fans aus Köln, Berlin und Hamburg auf beide Konzerte freuen können. Zeit verschwenden sie trotz der zwei Konzerte nicht, denn beide Einzelkonzerte finden jeweils hintereinander am selben Abend statt. So kann sich der Fan aussuchen, ob er in den Genuss von nur einem Album kommen will oder gleich von beiden.
Dass dieser Konzertabend etwas besonderes ist, sieht man schon an der Schlange vor dem Kölner Gloria Theater. Die Menschenschlange misst locker die Länge eines Fußballfelds. Dregd starten den Doppel-Konzertabend mit ihrem Album El Cielo von 2002. Interessant hieran ist, dass das gesamte Album von einem Gemälde Salvador Dalís inspiriert wurde.
Die Menge klatscht schon bevor die Band ihre ersten Töne von sich gibt. Mit dem Intro Brushstroke: dcbtfoabaaposba starten sie wie erwartet ihr Set zu Konzert Nummer eins. Die Bühne wird in blaues Licht getaucht, während die vier Musiker zu Same Ol‘ Road übergehen. Es ist erstaunlich wie die Stimme von Sänger Gavin Hayes sich im kinosaalähnlichen Konzertraum verbreitet. Gänsehaut pur verbreitet sich bei Sanzen. Die Menge brüllt und klatscht in den Pausen zwischen den Liedern wie wild, während bei der Musik eine andächtige Ruhe herrscht. Zu Triangle wird der Raum von Lichtstrahlern erhellt, die wie Punkte auf die Wände fallen. Fast wie von Band hört sich Gavin Hayes an. Selbst bei Liedstellen in denen sich seine Stimme wie elektronisch bearbeitet anhört, klingt es wie vom von einem ihrer Alben gespielt. Durch den Abstand zum Mikrofon und das schnelle Bewegen desselben erzeugt er diesen Eindruck. Doch nicht nur er ist musikalisch auf hohem Niveau. Die gesamte Band beherrscht ihre Instrumente einwandfrei. Generell ist es schwer eine Band zu finden, mit der man Dregd vergleichen kann. Die Jungs aus San Francisco öffnen mit ihrem individuellen Sound ein ganz neues Fass Rockmusik und eben das macht sie besonders. An dieser Stelle bedankt sich die Band und bekommt ausnahmslos Applaus und Energie von ihrem Publikum, während sie Sorry But It’s Over und danach Convalescent anstimmt. Darauf folgt der Zwischentrack Brushstroke: Walk in the Park der direkt in Eighteen People Living in Harmony übergeht.
Dredg ist Musik zum Genießen, mitsingen, Augen zu machen und langsam bewegen. Die Wahl des Kölner Gloria Theaters als Location ist deshalb optimal. Der wie ein Kinosaal angelegte, rot-samtige Raum passt perfekt zur Band. Bei Scissor Lock kommt die Menge hier ins Träumen. Brushstroke: Reprise geht nahtlos über in Of the Room. Durch die vielen Zwischentracks und Überleitungen fühlt man sich als Zuschauer wie abgeholt und durch das Set begleitet. Und so geht Brushstroke: An Elephant in the Delta Waves direct in It Only Took a Day über.
Ebenso bekannt wie ihre Musik sind Dredg auch durch ihren Schlagzeuger Dino Campanella. Er ist nicht nur musikalisch stark und sicher, sondern auch unterhaltsam. Seine Bewegungen wirken etwas steif und trotzdem wirbelt er seine Sticks während jedem Lied um seine Finger. Dazu schneidet er fast schon Grimassen während er seine Drum Beats mitsingt, so auch zu Whoa Is Me. Eine kurze Pause in der Sänger Hayes fragt, ob die Menge auch zur nächsten gleich folgenden Show kommt. Das Publikum hat noch nicht zu Ende bejaht, da fängt Campanella schon an, den letzten Song von El Cielo dem Song The Canyon Behind Her anzuzählen. Damit ist das Ende des Albums erreicht und somit eigentlich auch das des Abends. Doch sie spielen für das klatschende Publikum Pariah von ihrem 2009 erschienenden Albums The Pariah, the Parrot, the Delusion und ein musikalischen Outro mit dem sie Ihr Set beenden. Sie lassen eine Menge zurück , die Lust hat auf mehr. Hier können sich die Kombiticket Besucher freuen, für sie geht es nach einer Pause weiter mit dem Konzert zu Catch Without Arms.
Das 2005 erschienende Album Catch Without Arms ist genau wie alle anderen Alben ein Konzeptalbum. Bei diesem behandelt die Band das Thema Gegensätze, wie zum Beispiel in dem Lied Bug Eyes, in dem es um die Kontraste Tod und Wiedergeburt geht. Die Lichter gehen aus, die Band betritt ein zweites Mal die in blaues Licht getauchte Bühne des Kölner Gloria Theaters. Mit Ode to the Sun wird dieses Albumkonzert eröffnet. Es verbreitet sich direkt eine Gänsehautstimmung genau wie am Ende des ersten Sets.. Erstaunlich ist, dass es viele neue Gesichter in der Menge gibt und nicht jeder beide Konzerte sehen will. Das bemerkt auch Sänger Gavin Hayes und begrüßt die Neuankömmlinge genauso wie diejenigen, die beide Shows besuchen. Zu ihrem zweiten Song dieses Sets kommt ein weiteres Element, für das sie bekannt sind, zum Einsatz: Ein sitar-ähnliches Saiteninstrument mit der die Hauptmelodie von Bug eyes gespielt wird. Hier zeigt sich, wie schade es ist, dass die chronologische Reihenfolge der Lieder gespielt wird. Auf der einen Seite ist die Stimmung direkt auf höchstem Niveau, auf der anderen Seite werden die starken Lieder direkt am Anfang gespielt.
Auffällig ist, dass das Publikum direkt seit Beginn des zweiten Konzerts viel mehr in Bewegung ist. Vergleicht man El Cielo mit Catch Without Arms, kein Wunder. Es ist zwar genauso atmosphärisch, aber dafür schneller und auf eine andere Art energetisch. Das sieht man auch bei dem Titellied des Albums. Genauso wortkarg wie zuvor, dafür mit einem aufgewärmten Publikum stimmen sie Not That Simple an. Bei Songs wie Zebra Skin oder The Tanbark is Hot Lava kühlt sich die Menge etwas ab. Von jetzt an ist die Stimmung eher zum Genießen als Tanzen. Das Publikum singt mit, was es auch erst seit dem Start des zweiten Sets in einer hörbaren Lautstärke tut. Schlagzeuger Dino Campanella übernimmt für The Tanbark is Hot Lava das Keyboard. Vor Sang Real einem Song bei dem die Menge wieder in Bewegung kommt, bedankt sich Bassist Drew Roulette beim Publikum für die Unterstützung. Planting Seeds und Spitshine bringen das Publikum zurück in Genießerstimmung.
Wie beim ersten Set wird bis jetzt mit Worten gegeizt und dafür musikalisch gepunktet. Doch scheint die Stimmung bei den Jungs auf der Bühne immer besser zu werden. Bevor sie Jamais Vu einstimmen, nehmen sie sich einen Moment für das nächste Bier und tuscheln untereinander. Das wirkt sich auch positiv fürs Publikum aus. Hayes gesteht vor Hungover on a Tuesday dem Publikum seine Liebe und Roulette versucht deutsch zu reden, auch wenn das leider keiner versteht. Zu Matroshka (The Ornament) werden die Bewegungen auf und vor der Bühne ausschweifender. Die Bühne erstrahlt in einem roten Licht während die Band den Bonustrack Uplifting News spielt. Doch ist das nicht das letzte Lied des Abends. Zusätzlich zu den 13 Tracks von Catch Without Arms spielen sie Lightswitch und Down to the Cellar von The Pariah, the Parrot, the Delusion. Zu letzterem Song fängt die Menge an, im Takt mitzuklatschen. Die Stimmung der Musiker wird immer besser. Sie sprechen das Publikum direkt an, selbst Schlagzeuger Roulette kommt nach vorne um etwas Unverständliches ins Mikrofon zu nuscheln. Ein Ende scheint in Sicht, Roulette verlässt schon die Bühne, doch da rufen ihn seine Kollegen zu einem letzten Lied zurück: Cartoon Showroom, ein ruhiger aber passender Abschied für einen atmosphärischen Abend mit einer musikalisch besonderen Band.
Die Idee, dem Publikum sein Lieblings Album zu präsentieren, ist an für sich eine gute, doch muss man sagen, dass genau dadurch das Konzert voraussehbar und sehr kurz wird. Überraschungsmomente gibt es kaum, da man die Setlist eben schon kennt und kein Platz zum Spekulieren da ist. Es gibt Bands bei denen sich dies anbietet. Zum Beispiel wenn sich der Stil der Band von einem Album zum Nächsten stark verändert hat oder die Qualität der Band sich im Laufe der Zeit geändert hat. Doch dazu gehören Dredg nicht. Damit ist ein Albumkonzert eine nette Idee, aber nichts was den Zuhörer auf Dauer glücklich macht. Ein netter Ausflug mit einer wortkargen, aber musikalisch großartigen Band.
Peter Gabriel Tour 2014
Die Blood Red Shoes spielen im Bürgerhaus Stollwerck ein wie gewohnt starkes Konzert. Trotz Nebel – hier unsere Fotogalerie:
Ungewöhnlich spät geht der Konzertabend im Kölner MTC heute los. Angesichts der anschließenden Party und zwei Bands auf dem Programm überrascht es, dass Anciients erst um 21 Uhr die Bühne betreten. Die Kanadier touren zum ersten Mal durch Europa. Ihr rasender Metal bildet eine permanente Klangmauer, hinter der sich leider keine lohnenswerten Melodien verbergen. Zur Herausforderung wird das Ganze, wenn einer der drei Frontmänner so etwas wie Gesang beisteuert. Im Publikum finden sich zumindest einige Kopfnicker, mitgerissen wird aber niemand.
Für den Auftritt von ASG muss die gesamte Technik ausgetauscht werden. Und aufgrund der kleinen Bühne wird auch das Schlagzeug durch Drummer Scott Key komplett aufgebaut. Die halbe Stunde Umbau vergeht dann aber angesichts der Vorfreude schnell. Grund für die hohen Erwartungen ist das aktuelle Album der Musiker aus North Carolina. „Blood Drive“ läuft bei mir schon einige Zeit in Dauerrotation. Ein tolles Album. Ein persönlicher Meilenstein des gepflegten Stoner Rocks ohne irgendeinen Hänger. Mir ist also ziemlich schnuppe, welche Songs dieser Scheibe für heute ausgewählt wurden. Um es kurz zu machen: “Day’s Work” und … das war’s! Sieht die Band ihr aktuelles Album mit ganz anderen Augen? Glaubt sie, live müssten fast ausschließlich die bewährten Hits rausgehauen werden? Ich bin baff, als das Mainset nach 35 Minuten vorbei ist und “Blood Drive” quasi außen vor geblieben ist. Sänger Jason Shi, ein Frontmann wie man ihn sich eigentlich wünscht, mit Charisma, ausdrucksvoller Mimik und toller Gesangsstimme, kommt auf die Bühne zurück und holt sich Richtung Soundboard blickend das OK ein, noch einen Song spielen zu dürfen. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Um 22:15 Uhr beginnt ein Konzert, bei dem die Band eine gute halbe Stunde später scheinbar pünktlich der Freitag-Abend-Party weichen soll. Ich glaube das aber nicht. Ich denke eher, dass die Band, die durchaus Dampf gemacht hat und mit Songs wie “Gallop Song” zu gefallen wusste, gar nicht länger spielen wollte.
Über (zu) kurze Konzerte kann man streiten und es ist sicher so, dass eine dichte und Kräfte zehrende Performance knackig komprimiert sein kann. Aber dem Publikum ein tolles aktuelles Album, das am Merch verkauft werden möchte, vorzuenthalten… Da komm ich nicht drüber. Echt nicht.
Es ist ein wunderschöner Frühlingstag, dieser Montag Ende März in Köln. Als wir uns am frühen Abend auf den Weg nach Nippes machen, spürt man förmlich, wie sehr sich die Stadt bereits für den Sommer herausputzt. In den Straßencafés herrscht reges Treiben und vor den Kneipen genießen die ersten Leute ihr Feierabendkölsch bei einer Zigarette und ein bisschen „Verzäll“. Überall blickt man in gutgelaunte Gesichter und die Aussicht Wirtz in der Kulturkirche mal ganz anders zu erleben lässt auch uns vorfreudig grinsen. Wo der 38-jährige Frankfurter normalerweise intensiv auf der Rockschiene unterwegs ist, zieht er heute mal komplett den Stecker. Nach dem zweiten Teil seiner „Akustik Voodoo“-Tour zog er sich ins Studio zurück und spielte alle Songs völlig neu arrangiert mit Cello, Violine und Klavier ein. Das Ergebnis hört auf den Namen „Unplugged“ und ist Ende Februar erschienen (ein Review des Albums könnt ihr hier nachlesen).
Unter diesem Motto steht auch die aktuelle Tour, die Wirtz und sein siebenköpfiges Ensemble gleich zweimal in die Domstadt führt. Am 10. April wird es noch ein Zusatzkonzert an gleicher Stelle geben, das jedoch ebenso wie der heutige Termin schon restlos ausverkauft ist. Kein Wunder, denn die neogotische Lutherkirche in der Siebachstraße genießt völlig zu Recht und weit über Köln hinaus einen hervorragenden Ruf als Kultstätte für Konzerte, Lesungen, Comedy, Kabarett, Film oder Kunst. Zwischen Heiligenfiguren und Kölsch-Theke bildet sie auch diesmal wieder einen extrem stimmungsvollen Rahmen. Über dem Altar, der zur Bühne umfunktioniert ist, hängen weiße Stoffbahnen und zwei längliche Kästen, die – auch wenn es makaber klingt – ein wenig an Särge erinnern.
Um kurz nach 20 Uhr betreten unter lautstarkem Jubel erst der Reihe nach die Band und dann Wirtz, stilecht im schwarzen Hemd und mit weißem Schlips, die in warme Rot- und Blautöne getauchte Szenerie. Wirtz nimmt zu den zarten Klängen von „Erster Stein“ auf einem Barhocker Platz und von Anfang an hat man fast das Gefühl in einem Kammermusikabend gelandet zu sein. Die dezente Lightshow unterstützt diesen intimen Effekt noch zusätzlich. Die Stücke sind in den reduzierten Versionen manchmal kaum wiederzuerkennen, gewinnen dadurch aber nochmal enorm an emotionaler Tiefe. „Nada Brahma“, „Gebrannte Kinder“, „Ne Weile her“ und besonders mein persönlicher Mitheulsong „Scherben“ sorgen für eine Gänsehaut biblischen Ausmaßes. Wirtz‘ Stimme schwebt wie ein warmer Mantel über der Musik und während er singt ist es teilweise mucksmäuschenstill in den Bänken vor ihm. Ja, es ist sogar das erste Konzert, das ich erlebe, bei dem sich die Fans mit Zischlauten gegenseitig zur Ruhe ermahnen. Nur zwischen den Songs wird geklatscht. Oft minutenlang.
Während „Meinen Namen“ entschuldigt sich Wirtz augenzwinkernd und mit einem Blick nach oben für die Verwendung des F-Wortes, bevor er bei „Frei“ zum lautstarken Mitsingen einlädt. Die Kölner interpretieren die Aufforderung mit „Oh, wie ist das schön“-Sprechchören auf ihre Weise. „Strom der Zeit“, „Heute weiß ich“, „Der Feind in meinem Kopf“ oder „Geschichten ohne Sieger“ werden mit Standing Ovations honoriert, die Wirtz sichtlich beeindruckt entgegennimmt. Anschließend bittet er die vorwiegend weiblichen Fans, die im hinteren Teil der Kulturkirche stehen müssen, zu sich nach vorne in den Mittelgang. Gerade diese bodenständige und bescheidene Art ist es, die ihn so ungeheuer sympathisch rüberkommen lässt. Zu „Hier“, meinem zweiten Favoriten des Abends, verstärkt er sein Ensemble an der Triangel. Die Band – bestehend aus Schlagzeug, Bass, Gitarre, zwei Violinen, Cello und Klavier – hätte das nicht unbedingt nötig gehabt. Insbesondere Eric Krüger zeigt immer wieder sein exzellentes Können am Piano.
„Hol mich heim“ und „Mon Amour“ sind dann die beiden Schlusspunkte unter diesen außergewöhnlichen Abend. Produzent Matthias Hoffmann schießt vom Schlagzeug aus noch das obligatorische Facebook-Foto mit der Band im Vorder- und den begeisterten Fans im Hintergrund. Wirtz macht den Eindruck, als wolle er die Bühne gar nicht mehr verlassen, aber den Curfew und das Schlafbedürfnis der Anwohner kann auch er nicht ignorieren. Eines jedenfalls steht nach dieser knapp zweistündigen Gefühlsüberflutung der Marke Wirtz fest: „Es endet da wo es begann, wir sehn uns wieder irgendwann, zwischen Happy End und Drama, irgendwo im Nada Brahma“.
Five Finger Death Punch Tour 2014
Nachdem der Supportact Singer-Songwriter „Georg auf Lieder“ den Abend mit ruhigen akustischen Gitarrenstücken à la Philip Poisel eröffnet hatte, betrat der Hauptact pünktlich um 20.45 die Bühne:
„Un-fucking-fassbar“ waren dann die ersten Worte des ehemaligen „The Voice of Germany“-Coachs, nach seinem ersten Song im Gloria Theater in Köln – welches bereits nach 4 Stunden ausverkauft war. Es ist das erste Deutschland-Konzert der aktuellen „Rules Of Reflection Tour“ und dementsprechend nervös sei Rea er gewesen, bevor er die Bühne betrat, gestand er. Grund dafür war insbesondere, dass seine neue Platte „Pride“ noch gar nicht veröffentlicht ist und die Zuschauer deshalb hauptsächlich unbekannte Songs hören werden. Schuld dran sei nur er, denn er habe zu lange Zeit im Studio verbracht, zu lange am Album gefeilt und immer wieder den Weg zum eigentlichen Ziel aus den Augen verloren. Umso zufriedener ist er mit dem Endergebnis – und diese Bestätigung gibt ihm das Pulblikum von Anfang an. Trotz weitestgehend unbekannter Songs könnte die Stimmung unter den Zuschauern besser nicht sein – es wird ständig mitgeklatscht und getanzt und sobald Rea zum Mitsingen auffordert steigt die Menge sofortein, als wären die Songs altbekannt. Dies ist nicht zuletzt auf das exzellente musikalische Gespür zurückzuführen, das Rea Garvey von seiner ehemaligen Band „Reamonn“ mitbrachte. Jeder einzelne Song, ob rockig oder romantisch, geht schnell ins Ohr und lädt sofort zum Mittanzen oder auch Kuscheln ein.
Rea Garvey ist Vollblut-Musiker: Seine Musik bestimmt sein Leben und sein Leben wird in der Musik verarbeitet: Seine Texte handeln vom Leben. Sie drehen sich um Glück, Liebe aber auch Trauer und Durchhaltevermögen – die alltäglichen Themen. Der sympathische Ire sucht vor jedem Song den Kontakt zum Publikum und erläutert Hintergründe und Inspirationsquellen des folgenden Stücks. So erzählt er beispielsweise die ergreifende Geschichte aus seiner Kindheit, als er krank war und sich später in seinen Vater hineinversetzte, den selbst in größter Sorge um seinen kranken Sohn weder Mut noch Kraft verlassen haben. Dann greift er das erste Mal selbst zur Gitarre und stimmt den zu dieser Geschichte gehörenden zarten Song „Candlelight“ ganz alleine an.
Unterstützt wird Garvey jedoch meistens von seiner 7-köpfigen Band, die ständig zwischen Akustikgitarren, E-Gitarren oder gar Banjos hin- und herwechselt und somit die Songs perfekt rüberbringt. Tatsächlich ist es nicht zu bemerken, dass niemand aus dem Pulikum je einen der Songs gehört hat. Das zur fast komplett ausverkauften Tour gehörige Album wird nämlich erst im Mai erscheinen – und scheint bereits sehnlichst erwartet zu werden.
Rea Garvey Tour 2014 Fotos
Als Sido mit der Unterstützung von seinem Kumpanen Bass Sultan Hengzt und seiner Band am 15.03. im Kölner Palladium auftritt, ist das Konzert des Rappers restlos ausverkauft. Unter den viertausend Gästen sind viele jüngere Fans dabei, was auch Sido auffällt, der sich keinen Kommentar verkneifen kann: „Ja gut, dann spielen wir jetzt die ganzen Kindersachen, damit die gehen können und danach geht die Erwachsenenparty weiter!“. Aber gerade bei einem so jungen Publikum dürfte es ihm besonders viel Spaß machen nach dem Opener „Hier bin ich wieder“ seinen Klassiker „Schlechtes Vorbild“ zu performen – natürlich mit einem Augenzwinkern.
Dass Sido allerdings in musikalischer Hinsicht noch immer ein gutes Vorbild ist, beweist er sowohl mit seinen neuen Liedern im poppigeren Gewand, als auch mit seinen Evergreens: Bei „Fuffies im Club“ gehorchen die Fans und winken mit ihrem Wertsachen, „Mein Block“ verwandelt die gesamte Konzerthalle in einen Plattenbau. Den Refrain auswendig zu kennen ist hierbei Ehrensache, was scheinbar jedoch nicht alle Gäste verinnerlicht zu haben scheinen: Als diejenigen, die auf den Emporen ihre Plätze haben, den Refrain im Alleingang rappen sollen, schweigen alle Beteiligten schlicht und schämen sich ihrer Unkenntnis unter den Buh-Rufen des Restes und den hämischen Witzen des Rappers.
Für viele Konzertbesucher ist „Mein Block“ der Höhepunkt des Abends, welcher sich allerdings in eine lange Reihe weiterer Highlights gesellt: Helge Schneider wird für den Track „Arbeit“ über eine Leinwand live-geschaltet und bei „Bilder im Kopf“ werden eingeschickte Fan-Fotos auf die Wand hinter Sido projiziert. Der Musiker kann es aber auch ohne viel Schnickschnack, was er mit ruhigen und emotionalen Songs wie „Einer dieser Steine“ und „Bergab“ beweist. Ganz besonders gefühlvoll wird es dann bei „Herz“: Es ist Romantik pur als Sido einen Konzertgast namens Lukas auf die Bühne holt und auch seine Herzensdame Jenny dazu bittet. Was folgt, ist ein Heiratsantrag und die Menge schmilzt dahin vor der Schönheit des Moments. Und das auf einem Sido-Konzert. Wer hätte das gedacht? Selbst Sido ist sichtlich gerührt und lädt die frisch Verlobten prompt in den Backstagebereich ein: „Auf einen Jägermeister, damit ihr erst mal verkraften könnt was gerade passiert ist!“.
Nachdem was dann noch geschieht, könnten alle im Publikum einen Jägermeister vertragen, denn das Palladium tobt, als ganz unverhofft das Hip Hop – Duo Genetikk die Bühne betritt, um mit Sido den gemeinsamen Song „Maskerade“ zu performen. Auch für den Hauptact des Abends ist der Titel Programm und so – man möchte es kaum glauben – trägt Sido während des Liedes seine Totenkopfmaske.
Es ist ein Abend voller Wendungen und besonderer Augenblicke, der für alle Gäste, ob jung oder alt, etwas bereit hält. Wer gerade erst zu Sido kennen gelernt hat und durch den neuen Sound des Rappers in die Halle gelockt wurde, kommt durch Songs wie „Fühl dich frei“, „Liebe“ und „Papa, was machst du da“ auf seine Kosten. Alteingesessene Hörer erfreuen sich an Liedern wie „Mein Testament“ (das besonders mit der letzten Strophe die Stimmung explodieren ließ), und an den bereits erwähnten „Schlechtes Vorbild“, „Fuffies im Club“ und „Mein Block“.
Auch die Elternteile und die großen Geschwister, die die jüngeren Fans zum Auftritt des ehemaligen Skandal-Rappers begleiten, können etwas wichtiges mit nach Hause nehmen: Die Lieder „Augen auf“ und „So wie du“ appellieren nämlich an die Vorbildfunktion von Vater, Mutter, Bruder und Schwester, die sich mittlerweile wohl auch Sido eingesteht. Obwohl der Track „Hol doch die Polizei“ vom „Blutzbrüdaz“-Soundtrack erahnen lässt, dass es mit der Straßenjungen-Attitüde noch nicht so ganz vorbei ist.
Die Zugabe, bei der die Erwachsenenparty weiter geht, sprengt zum Schluss noch einmal den Rahmen und sorgt trotz Maske und Verlobung für den vielleicht epischsten Augenblick dieses Samstagabends. Welches Lied? Nun, ich sage nur soviel: Dadadadaadaaa, Dadadadaadaaa – gesungen von den grölenden Kehlen vieler tausend Menschen. Hach, es gibt Momente, die sind schlicht und einfach perfekt.
Der Rapper Marteria gab das neunte Konzert seiner aktuellen Tour am 16.03.2014 im Palladium in Köln. Das war von den Konzerten seiner aktuellen Tour als erstes ausverkauft, was die lange Schlange am Eingang erklärte. Auf seiner „Zum Glück in die Zukunft II“ Tour, die den Namen seines aktuellen Albums trägt, zog er in Köln dadurch etwa 4000 Fans in seinen Bann.
Neben Songs seines neuen Albums präsentierte Marteria auch Songs seines vorherigen Albums „Zum Glück in die Zukunft“ und Songs, die unter seinem Alter-Ego Marsimoto veröffentlicht wurden.
Der Start des Konzertes ließ erahnen, dass dieses Konzert nicht nur aus Zuhören bestehen wird. Direkt zu Beginn gab Marteria seine neuste Single „OMG!“ zum Besten. Als das Publikum diesen Song erkannte, erklang Jubel und man fing an zu springen und tanzen.
Nach diesem Auftakt präsentierte er ruhigere Songs seines aktuellen Albums wie „Pionier“ und „Eintagsliebe“. Bei dem Song „Glasklar/Herzerglüht“ wurde Marteria von Yasha und Miss Platinum unterstützt. Der anschließende Song „Kids“ ließ die Zuschauer erneut laut losjubeln und spätestens zu diesem Zeitpunkt bewegte sich jeder zu dem bekannten Beat.
Der Top-Hit „Lila Wolken“, welcher sich in Deutschland mehrere Wochen auf Platz 1 hielt, wurde erneut von dem Trio Miss Platinum, Yasha und Marteria gemeinsam performt und ließ die Massen textsicher mitsingen. Miss Platinum sang anschließend weitere Songs alleine, wie z.B. „99 Probleme“.
Nach dieser ‚Überbrückungszeit‘ erschien grüner Rauch und die langjährigen Fans wussten bereits, dass dies den Auftritt von Marsimoto bedeutet.
Marteria zeigte sich für die kommenden Songs in einem grün leuchtenden Overall und einer grünen Maske. Der Geruch von gerauchtem Cannabis stieg einem mit dem Start des Songs „grüner Samt“ in die Nase, denn die Fans haben sich dies für den Auftritt von Marsimoto aufgehoben. Die elektronisch gepitschte Stimme von ihm ertönte und die ausgelassene Stimmung wurde genossen.
Wieder in seinem vorherigen Outfit zeigte sich Marteria anschließend mit Songs wie „Endboss“ und „Marteria Girl“ von seines älteren Album „Zum Glück in die Zukunft“. Die Songs erweckten noch stärker den Eindruck man sei auf einer Party und so gaben sich die Zuschauer auch.
Einen abschließenden Höhepunkt erreichte das Konzert durch den Song „Feuer“, welchen wieder das gesamte Trio performte und damit angekündigt wurde, dass jeder ein Feuerzeug und bloß kein Handy-Licht anmachen sollte. Durch die Aufforderung sich hinzuhocken und zu Beginn des Refrains aufzuspringen, sprang die gesamte Masse überschwänglich zu den Beats.
Das Ende des Mainsets wurde mit dem Song „Welt der Wunder“ beendet. Man merkte schon zu diesem Zeitpunkt dass die Fans noch nicht für ein Ende bereit waren.
Als Zugabe performte Marteria „Crash dein Sound“ sowie „Die letzten 20 Sekunden“ und sprang in den Zuschauerraum um sich von seinen Fans tragen zu lassen, wodurch die in den ersten Reihen besonders begeistert wurden.
Insgesamt glich das Konzert eher einer großen gemeinsamen Feier. Die Stimmung war rundum entspannt und ausgelassen, was nicht zuletzt daran liegt, dass Marteria einen sympathischen und guten Entertainer abgegeben hat. Ob man großer Fan ist oder nur die bekannten Hits kennt, man kann auf seinen Konzert mitfeiern und einen gelungenen Abend erleben.
Für Köln wurde ein Zusatzkonzert im April geplant und auch dieses ist bereits ausverkauft. Viele Fans werden sich dieses Konzert erneut ansehen und andere erhielten dadurch die zweite Chance Marteria einmal live zu sehen.
Neben seinen kommenden Konzerten der Tour wird er im Sommer auch auf mehreren Festivals deutschlandweit Konzerte geben, auf die man sich sehr freuen kann.
Marteria Tour 2014
Hier gibt es unsere Sido Konzertbilder der Tour 2014 aus dem Palladium in Köln am 15.03.2014
Die Geschichte von Yoann Lemoine alias Woodkid hört sich wie die eines übertalentierten Jungen aus einer Märchenwelt an. Mit gerade einmal Anfang dreizig ist er nicht nur für seine eigene Musikkarriere bekannt. Als Regisseur war er an Musikvideos wie Mistake von Moby, Teenage Dreams von Katy Perry und dem Video zu Drake und Rhiannas Duett Take Care zuständig. In dieser Tätigkeit gewann er schon mehrere Awards, unter anderem für das Video zu Lana Del Rays Song Born to Die. Seit 2011 steht er als Woodkid auf den Bühnen der Welt und performt mit großem Orchester und seiner Band. Heute füllt er das gesamte Palladium mit Publikum. Woodkid ist dafür bekannt, dass seine Musik weitaus mehr ist, als nur Instrumente und Gesang. Es sind Emotionen, die wie in einer Oper, einem Musical oder einen Film vermittelt werden.
Den Anfang des Abends machen die drei Jungs von Sizarr. Mit ihrem Indie/Elektropop passen sie perfekt als Vorband. Die Landauer fangen pünktlich um 20Uhr mit ihrem Set an. Der Sound klingt gedämpft und man sieht die Musiker kaum vor grünen und blauen Lichteffekten. Doch das passt zu ihrer Musik. Ein Highlight ihrer Show ist das Lied Purple Fried von ihrem 2012 veröffentlichten Debutalbum Psycho Boy Happy, welches es auf Anhieb in die deutschen Charts geschafft hat. Die Band wirkt gleichzeitig optisch sehr jung und doch was ihre Präsenz betrifft gefestigt. Was kein Wunder ist, denn seit ihrer Gründung 2009 stehen sie schon auf großen Bühnen, wie z.B. beim Melt-Festival. Ihr letzter Song Boarding Time erinnert sehr stark an Woodkid selbst. Die Lichtshow und die dadurch entstandende Atmosphäre unterstützt dies kräftig. Die Trompeten- und Schlagzeugelemente sind denen Woodkids so ähnlich, dass sie damit eine perfekte Überleitung zum heutigen Hauptact schaffen. Man erkennt großes Potenzial in den drei Jungs. Das sie bisher noch nicht bekannter sind scheint allerdings nicht Ihrer Professionalität zu liegen. Vielleicht muss hier nur noch der Nerv der Zeit getroffen werden.
Schlagartig gehen Lichter und Musik aus. Streicher und Bläser betreten noch im Dunkeln die Bühne. Zu den ersten Tönen der Trompeten wird die Bühne von weißen Strahlern erhellt. Zu diesem Instrumentalintro betritt Woodkid die Bühne. Ein bärtiger, Anfang 30-jähriger, der von seinem Stil her eher mit einer Hardcoreband als einem großen Orchester auf die Bühne passen würde. Zu den ersten Tönen von Baltimore´s Fireflies erscheint ein Bild auf der Leinwand im Hintergrund der Bühne. Virtuell wird das Publikum durch ein weiße Marmorschloss geführt, das Fans schon aus seiner Singels Run Boy Run und Iron kennen. Seine begrüßung an das Kölner Publikum ist Selbstbewusst und vor allem freundlich. Zu The Golden Age wird die gesamte Bühne in Licht getaucht, jetzt erst sieht man wie viele Musiker auf der Bühne stehen. Das Orchester, seine Band samt Keyboardern, zwei Schlagzeuge plus verschiedenen Trommeln und natürlich Woodkid selbst. Die Schlagzeuger stehen als oberstes auf dem Treppchen der Musiker und rahmen damit den Rest der Musiker ein. Woodkid selbst läuft frei über die Bühne und erntet schon nach diesen wenigen Songs tosender Applaus vom Publikum. Lied Nummer drei Where I Live ist ein Song über seine Mutter, erklärt Woodkid. Das Publikum ist ehrfürchtig still, was alles andere als unangenehm ist. Die Stimmung ist nicht darauf ausgelegt, dass man springt oder mitsingt. Es ist wie ein Film, der einem als Ganzes vorgesetzt wird. Emotionen und Musikalisches werden von der Lichtshow eins zu eins wiedergegeben. Bei Ghost Lights beginnen die Drums alleine und motivieren das Publikum zu klatschen. Auf den Hintergrund wird ein neues Bild projiziert, das Publikum wird erneut durch Woodkids schwarz-weiße Welt geführt. Es sieht aus wie eine menschenleere Steinwüste. Dazu springt Woodkid über die Bühne wie ein Rockstar. Passend zu seiner dritten Singleauskoppelung I Love You gesteht der Künstler seinem Publikum, dass er es liebt und spielt damit eines seiner bekanntesten Lieder. Wieder einmal fällt auf, wie sicher seine Stimme und wie gut der Sound im Palladium ist. Bei diesem Lied wird dem Publikum etwas wie eine unterirdische Diamantenhöhle gezeigt. Wie ein Dirigent steht Woodkid in der Mitte der Bühne und leitet Orchester, Band und Publikum an.
Bereits zu Beginn des Konzerts hat Woodkid angekündigt, dass er seinem deutschen Publikum ein paar neue Lieder mitgebracht hat. Go präsentiert er der Menge als erstes. Entstanden ist der Song in einer alkoholreichen Tournacht. Die Bühne wird in weißes Licht getaucht. Das Publikum bekommt Gänsehaut und Woodkid Applaus. Diese Stimmung ändert sich auch nicht bei seinen nächsten Songs wie Brooklyn und Boat Song. Letzteren hat er für diese Tour extra verändert und ein besonderes Instrument genannt Hang hinzugenommen. Ein Hang sieht aus wie zwei Wok Pfannen, die miteinander verklebt wurden und erzeugt einen außergewöhnlichen Klang, den man mit einer Steeldrum vergleichen könnte. Wer dachte die Musik des heutigen Abends wäre vom Band abgespielt, der wurde eines besseren belehrt. Man könnte sich zurücklehnen und dem Konzert wie einem Theaterstück oder einem Film folgen. Leise beginnen die Streicher und steigern sich, bis sie die ersten Töne von Stabat Mater spielen und der Rest der Musikinstrumente auf der Bühne einsteigt. Die Musik schwillt an und auf der Leinwand erscheint ein Bild von Burgen aus weißem Marmor. Wortlos geht die Musik in Conquest of Space über. Im Hintergrund sieht man die Sonne über einem mond-ähnlichen Planeten aufgehen. Man wird in Wurmlöcher gezogen und landet in Galaxie-Nebeln. Es fühlt sich an, als würde man vor sich eine Schlacht sehen, zu der nun endlich die letzte Rettung naht. Zu Volcano seinem schon fast nach Elektromusik klingendem Song, erscheinen ganz passend Maschinen die aussehen, als würden sie sich transformieren, wie die Roboter aus Transformers auf der Leinwand. Nach diesem musikalischen Ausflug stimmt Woodkid ein Lied an, das wie er selbst sagt, jeder Anwesende kennt. Iron ist ein weiteres seiner bekanntesten Lieder, das heute jedoch mit einer abgeänderten Gesangsmelodie performt wird. Im Hintergrund sieht man die aus seinem Video bekannte Orgel, sein Markenzeichen die gekreuzten Schlüssel und schwarze Tinte die sich im Wasser ausbreitet. Ein starkes Bild, nur leider nicht der Gesang den man erwartet, was dem Ganzen an Wiedererkennungswert und Power nimmt. Davon lässt dich das Publikum nicht stören. Beim ersten Ton von The Great Escape beginnen sie zu klatschen. Es fühlt sich an, als wäre in diesem Akt der Wendepunkt von dem an alles zum Gut wird, bis das Licht und die Musik erlischen.
Es bleibt dunkel und die Menge jubelt wie verrückt. Selbst bei Konzerten von weitaus bekannteren Bands hat man die Menge lange nicht mehr so klatschen sehen. Aber jeder weiß, dass es noch nicht zu Ende sein kann. Ein bedeutendes Lied fehlt noch, bekannt geworden aus einer Autowerbung. Natürlich ist es das Lied, das gespielt wird, als Woodkid wieder auf die Bühnen kommt: Run Boy Run. Auf der Leinwand erscheint der junge Protagonist aus eben diesem Video als Marmorstatue. Das Publikum tanzt und sing mit. Im Hintergrund erscheinen erneut die Mauern des Marmor Schlosses seiner Musikvideos. Die Musik spitzt sich zu bis laute Kirchenglocken das Ende des Stückes prophezeihen. Theatralisch passend zerbricht die Marmorstatue des Jungen. Wie eine Erleichterung steigert sich das Lied zu seinem streicherisch betonten Ende. Das Licht erlischt. Es wird weitergeklatscht bis alle Musiker und sie selbst anfangen zu den Drums die Melodie vom Ende von Run Boy Run zu singen. Bläser und Streicher steigen ein. Woodkid heizt der Menge ein, springt über die Bühne und bekommt einen gigantischen Applaus während er seine Musiker vorstellt und sich bedankt. Bereit die Musiker gehen zu lassen ist das Publikum allerdings noch nicht. Erst zu The Other Side endet das Konzert. Passenderweise ist genau dieser Track auch der letzte seiner Platte The Golden Age. Ein letztes Mal erscheinen auf dem Hintergrund sich bewegende, diamantenartige Gebilde. Woodkid bedankt sich bei seinem Publikum. Es scheint als wolle er gar nicht wirklich weg. Alle Musiker stehen versammelt am Rand der Bühne und bedanken sich noch mehrere Minuten bei einem zufriedenen Publikum.
Ein Konzert von Woodkid ist nicht nur ein Konzert. Die Show ist ein Happening! Sichere Musiker, starker Gesang, eine auf den Punkt geplante und durchgeführte Bühnenshow mit Licht-, Film- und Soundeffekten. Die Menge jubelt zu Recht bei diesem Ausnahmemusiker.
Hier gibt es unsere Woodkid Fotogalerie zum Konzert aus Köln