Erst das Soloalbum von Yogi Lang, dann ein Livealbum von RPWL und schließlich ein neues Werk von Kalle Wallners Projekt Blind Ego – es scheint das Jahr der Musiker aus Freising zu werden. Zudem wenn man bedenkt, dass RPWL auch bei der NIGHT OF THE PROG am 19.7.2020 auf der Loreley aufschlagen werden.
Der Titel des Albums „Preaching to the Choir“ hat auf verschiedenen Ebenen unterschiedliche Bedeutungen. Bezogen auf die Band sagt Kalle Wallner: „Es geht um blindes Verständnis. Wenn die richtigen Leute an Bord sind, braucht man keine langen Erklärungen. man drückt einfach die Aufnahmetaste. Und wenn man dann den richtigen Musikern das richtige Song-Material gibt, können sie dieses auf eine höhere Stufe bringen. Keine Notwendigkeit, jemanden zu überzeugen, keine Diskussionen und keine Kompromisse, man macht es einfach.“
Bezogen auf das Songwriting hat „Preaching To The Choir“ einen weiteren Stellenwert: „Viele Bands bleiben in ihrer Komfortzone und geben ihren Fans genau das, was sie erwarten. Der Titel des Albums ist eine Erinnerung daran, meine eigene Entwicklung zu hinterfragen und keine Angst davor zu haben, etwas Neues zu versuchen.“ Das Album verspricht also eher ein „progressives“ Album der persönlichen Art zu sein.
Ob es sich dabei um das knüppelharte „Massive“ oder „Lines in the Sand“ mit dem modernen spacigen Groove im Vers handelt, BLIND EGO ist vielseitig genug, um dorthin zu gehen, wo der Song sie hinführt. Während das Festival-Publikum sich auf „In Exile“ freuen kann, ist die erste Single „Burning Alive“ fast schon ein Pop-Song. BLIND EGO zeigt, was Genres für sie sind: Überflüssig.
Im Vergleich zum Artrock von RPWL ist der Härtegrad bei BLIND EGO Mal wieder deutlich angezogen. Harte Riffs und laute Gitarren beherrschen die Szene – und Scott Balaban überzeugt als stimmgewaltiger Shouter, der viele Hardrock- und AOR-Bands alt aussehen lässt.
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Das man das noch erleben durfte! Zwei 100minütige formidable Progressive Rock-Konzerte in der renommierten Trierer Tuchfabrik. Dort, wo sich sonst Kleinkunst, Musical, Theater, Kabarett und „Just Sing“ die Klinke in die Hand geben. Zugegeben – es fanden und finden auch starke Rockkonzerte dort statt. Doch haben diese eher Seltenheitswert und widmen sich meist regionalen Gruppierungen wie das „Tefftival“ zur Weihnachtszeit.
Jetzt also zwei Progbands, die in der Artrock-Szene einen sehr hohen Bekanntheitsgrad haben. t aus Hannover und Crystal Palace aus Berlin. Schuld daran hat definitiv t alias Thomas Thielen, der aus der Eifel stammt, in Trier studiert hat, inzwischen aber im halbwegs hohen Norden lebt. Es war ihm ein Anliegen, seinen Tourabschluss in Trier zu feiern (lest HIER unser Interview vom März 2019). Und so trat er in Kontakt zur Tufa Trier und stieß dort als aus der Region stammender Künstler auf offene Ohren.
Eigentlich müsste man sagen, das Experiment sei missglückt. Nur 80 Zuschauer verloren sich im großen Saal der städtischen Einrichtung – und während des Gigs von Crystal Palace dezimierte sich die Menge noch um diejenigen, die entweder nur wegen der lokalen Bekanntheit von t gekommen waren oder denen die zweite volle Konzertlänge einfach zu lang war. Außerdem war es ziemlich kalt in der Tufa – irgendwo muss die Stadt ja sparen.
t hatte gut Werbung gemacht, ein Interview beim Volksfreund (der hiesigen Tageszeitung) gegeben, alte Studienfreunde alarmiert und überhaupt ist er vor allem in Marillion-Kreisen hoch angesehen, von deren Fanclub sich ebenfalls eine Reihe Mitglieder einfand. Außerdem fuhr er groß auf – mit Merchandise beider Bands, mit einem eigens zum Konzert etikettierten Likör. Es wurde ein rauschendes musikalisches Fest mit zwei fantastisch aufgelegten Bands, die ihr Bestes gaben. Das „missglückt“ von oben will ich damit auch direkt revidieren: Es bezieht sich ausschließlich auf die Zuschauerzahl. Jeder, der nicht da war und einigermaßen auf handgemachte Musik steht, sollte sich in den Allerwertesten beißen. Der Sound war überwältigend und man konnte Instrumentalisten und Sänger bei der Arbeit beobachten und hören, die ihr Handwerk wirklich verstehen und zur Elite in Deutschland zählen.
t begann seinen Set fast pünktlich um 20.10 Uhr mit (will soll es anders sein) einem Longtrack: „The Aftermath Of Silence“ vom 2013er Album „Psychoanorexia“ inklusive sphärischer Geräusch- und Soundkulisse aus dem Keyboard und den Samplern von Sounddesigner Dominik Hüttermann, der ebenso wie Thielen in Trier studiert hat und schon damals mit ihm auf einer musikalischen Wellenlänge war. Wie t betonte: „Viel von dem, was ihr hier hört, ist in einer kleinen Studentenbude im Trimmelter Hof entstanden. Keine Ahnung, wie wir den Sound damals so gut hinbekommen haben.“ Vermutlich eine Verkettung glücklicher Umstände.
Weiter ging es mit „Shades Of Silver“ von „Fragmentropy“. Klar machte sich Thomas einen Spaß daraus, auf seinen unaussprechlichen Albumtiteln rumzureiten: „Fragt einfach nach dem Album mit F“. Das aktuelle Album „Solipsystemology“ (HIER unsre Review) wurde übrigens gar nicht im Set berücksichtigt. Das hat aber keinesfalls mit einer vielleicht fehlenden Qualität zu tun – höchstens mit dem ausgetüfftelten Sounddesign. Und natürlich mit der Tatsache, dass t das Trierer Konzert bewusst aus den Songs zusammengeschustert hat, die einen Bezug zu Deutschlands ältester Stadt und seiner Studentenzeit dort haben.
Es folgte „Irrelevant Lovesong“, einer der bekanntesten Songs der deutschen ArtRock-Szene, der gerne mal als „perfekter Popsong“ bezeichnet wird, wobei die drei lauten Gitarren doch eher in den Rockbereich weisen. Thielen hat sich für die Tour eine beeindruckende Band zusammengestellt. Mit Dominik Hüttermann, Produzent und Virtuose am Klavier, verbindet ihn eine jahrzehntelange Freundschaft. An der Gitarre sagte Jan Steiger, Gitarrist der besten deutschen Pink-Floyd-Tribute-Band, ebenso begeistert zu wie Yenz Strutz, eigentlich Frontman der Progrock-Veteranen „Crystal Palace“, für den Bass. Thomas Nußbaum, bekannt aus 101 Projekten für seinen ureigenen Drumstil, besorgt das Rhythmusfundament besorgen.
Nur mit einer solch elitären Band kann man Songs wie „Curtain Call“ interpretieren – ein Stück, das beschreibt, wie t als verliebter Student seiner Freundin nachtrauert, mit der er nur zwei Wochen zusammen war, bevor sie beruflich nach Vietnam gehen musste. Man konnte sich bildlich vorstellen, wie er verzweifelt hadernd durch die Saarstraße spazierte, die Luftlinie nur 200 Meter von der Tufa entfernt verläuft. Zur Auflockerung nach dieser Tristesse gab es den The Cure-Klassiker „A Forest“ in einer phänomenalen Wave-Version, die einige Anwesende zum spontanen Freudentanz veranlasste.
Es folgten „About Us“ und „Forget Me Now“. Dann verabschiedete sich die Band erstmals von der Bühne, kehrte aber zur Freude aller Anwesende Marillion-Fans mit dem Coversong „Neverland“ zurück – einem Longtrack der britischen Band, der deutlich machte, warum Thielens Stimme so oft mit Steve Hogarth verglichen wird: Er meisterte die Höhen ebenso gekonnt und ließ sich im Anschluss gehörig feiern, bevor das Konzert nach „She Said“ (dem ersten Titel, den er jemals aufgenommen hatte) nach über 100 Konzertminuten zu Ende ging.
Jetzt hätte man zufrieden nach Haus gehen können, was manche leider auch taten, aber sie haben etwas verpasst! 20 Minuten Umbau waren nötig, in denen man sich mit t und seiner Band unterhalten konnte und reichlich Merchandise über die Theke ging. Dann waren Crystal Palace angesagt. Die Berliner arbeiten wie t hart am neuen Album. Sie haben sich in 25 Jahren ihres Bestehens den Ruf einer Live-Urgewalt erspielt.
„Trulla“, Maskottchen des Marillion-Fanclubs „The Web Germany“
Leadsänger Yenz stand zunächst allein auf der Bühne. Auch eine Leistung, nachdem er sich gerade zwei Stunden genial durch den t-Set gekämpft und ihn dabei stimmlich stark unterstützt hatte. Davon ließ sich der Ost-Berliner aber nichts anmerken. Seine Stimme kam ebenso gewaltig und glasklar aus den Boxen wie der Hammersound, den die Produktion in der Tufa zu bieten hatte.
Es gab zunächst drei Titel vom aktuellen Album „Scattered Shards“. Was für eine musikalische Urgewalt! Ich muss gestehen, dass ich die Musik von Crystal Palace bisher nicht auf dem Schirm hatte. Das wird sich aber definitiv ändern! Yenz sang sich gekonnt durch die philosophischen Textpassagen und bezog sich beispielsweise bei der Ansage zu „The Logic Of Fear“ auf den in Trier geborenen Karl Marx. Das sind Statements, die ein Konzert erst so richtig rund machen und zur Vollendung führen.
Und er schlug damit den Bogen zum 2013er Werk „The System Of Events“, das gleich mit drei Titeln bedacht wurde und das auf mich noch eine Spur stärker wirkte als das aktuelle Album. Es geht um die Gräueltaten, die Menschen begehen, und Strutz erwähnte den Kampusch-Fall und die Klimakatastrophen in einem Atemzug. Es ist kein echtes Konzeptalbum, aber folgt einer thematischen Linie.
Musikalisch war das Konzert eine echte Offenbarung. Yenz ist als Sänger noch ein Stück versierter und erfahrener als t. Das konnte man deutlich spüren. Und die Instrumentalisten von Crystal Palace waren mit filigranen Soli und handwerklich perfekter Arbeit eine Wucht. Dass man ein solches Konzert hier erleben durfte… die Band hat es verdient, endlich vom Geheimtipp zu renommierten Rockern in Deutschland zu werden. In Holland werden sie ja ohnehin schon viel stärker abgefeiert als in heimischen Gefilden.
Der Set endete mit dem elegischen „Sky Without Stars“ und dem Longtrack „Beautiful Nightmares“ (ebenfalls vom System-Album) als Zugabe. Dann kam kurz vor Mitternacht nochmal die t-Band auf die Bühne und es gab einen genialen gemeinsamen Abschluss mit „Heroes“ von David Bowie. Ein wundervoller Konzertabend nahm sein Ende und viele, die eine durchaus weite Anreise von 180 oder mehr Kilometern hatten, bereuten dies vermutlich nicht. Da waren zwei Acts der Extraklasse im beschaulichen Trier – und es hat unendlich Spaß gemacht. Für t war es etwas sichtlich Besonderes, in der alten Heimat zu spielen. Hoffentlich gibt es eine Wiederholung!
Es ist schon das achte Studioalbum, das die norddeutsche Sängerin Isgaard Marke hier unter dem Titel „Human“ veröffentlicht. Der breiten Masse wurde sie als Gesangsstimme beim Danceprojekt Schiller bekannt. Unter Freunden des Progressive Rock ist sie seit langem ein Geheimtipp. Die klassisch ausgebildete Sängerin wandelt zwischen New Age und Artpop. Unterstützt wird sie dabei von ihrem Lebensgefährten Jens Lueck, der einen Großteil der Instrumente spielt.
„Human“ hat zwar keine fortlaufende Story, ist aber dennoch ein Konzeptalbum zum Thema Menschlichkeit. Im Mittelpunkt aller zehn Songs steht der Mensch mit seinen Widersprüchen. Dabei sind die letzten drei Stücke (zusammengefasst unter dem Titel „Borders“) ein echter Longtrack, wie ihn Progfans lieben: Ein sanfter Start mit folkigen Klängen eröffnet den 15minüter, der sich beständig weiter entwickelt, Atmosphäre schafft und vom exzellenten Gitarrenspiel Jan Petersens (Ex-Sylvan) lebt. Besonders stark wird es, wenn sich Isgaard und Jens Lueck an den Vocals abwechseln und ihre jeweils eigene Stimmfarbe ins musikalische Geschehen einbringen.
„Borders“ ist der Dreh- und Angelpunkt des Konzepts. Im ersten Teil „Awakening“ wird die ungehinderte Ausbreitung des Homo Sapiens von Afrika aus über den ganzen Globus beschrieben. Teil 2 „Fractioning“ erzählt von der Blockbildung und Abschottung, initiiert durch Angst und übertriebenes Konkurrenzdenken. Und schließlich zeigt Teil 3 „In The Cage“ eine Welt, die von Überwachung und Mauern geprägt einem Käfig gleicht.
„Wir leben in bewegten Zeiten, die das Album maßgeblich beeinflusst haben, vor allem, wenn man sich die Zerbrechlichkeit des Menschen und unseres Planeten vor Augen führt“, erklärt Isgaard dazu. Auch die anderen Songs haben starke Aussagen: So thematisiert „Black Swan“ die Ausgrenzung von Andersartigkeit, „Frozen Hearts“ erzählt von einer durch den Krieg in Syrien traumatisierten Generation oder „Your World Is Broken“ von den Narben einer zerbrochenen Kindheit.
Musikalisch gibt es wundervolle Pianolinien, die perfekt zu Isgaards Stimme passen, die oft so zerbrechlich wirkt. Starke Gitarren wechseln sich ab mit orchestralen Passagen. Manchmal auch in Form einer Rockoper, die gut zu Isgaards Stimme passt, dann wieder klassisch im Stil von iamthemorning.
Das Album ist facettenreich spannend, immer konsequent und geprägt von einer breiten Palette an Stimmfarben. Und die dynamischen Songstrukturen nehmen den Hörer mit auf eine emotionale Reise.
Nach 19 Jahren kommt das „Mastermind des deutschen AOR“ (Musikexpress), Thomas Thielen, doch noch auf die Bühne (HIER unsere Newsmeldung). T, wie der sympathisch-grummelige Soundarchitekt in der Szene bekannt ist, hatte in dieser Zeit acht eigene Alben produziert, die er im Alleingang eingespielt und produziert hatte, und sich zudem als Produzent und Berater anderer Acts einen Namen gemacht, so dass er z. B. vom Eclipsed-Magazin unter die 10 wichtigsten Personen des gegenwärtigen ArtRock gezählt wird. Uns stand dieser „unbekannteste Topstar“ (Empire) der Musikszene für ein Interview zur Verfügung.
MHQ: Das holländische Musikmagazin io-Pages nannte es eine Sensation erster Güte, als du die Tour angekündigt hast. Die Loreley wollte dich für das Festival unbedingt haben, und du warst der zweite Künstler überhaupt, um den man sich bemüht hat, was eine hohe Wertschätzung ausdrückt. Warst du überrascht davon?
T: Äh, ja. Völlig. Als das Eclipsed mich zum Frontman der Allstars erklärt hat und ich mit einigen Idolen meiner Kindheit auf die Bühne durfte, fand ich das schon sehr, naja, gewagt, aber ich dachte: Sag mal nix und nimm es einfach mit… jetzt ist mir das allerdings schon ein bisschen unheimlich. Ich hatte Anfragen aus ganz Europa für eine Tour! Aber ich dachte, ich lerne erst mal gehen, bevor ich mich auf das Fliegen einlasse. Ich hatte zwar Jahre mit 50 Auftritten drin, aber das war halt in anderer Zeit, unter ganz anderen Umständen… so anders, dass die Aufnahmen davon nur als MC vorliegen. Außerdem wäre meine Familie ein bisschen arg ins kalte Wasser geworfen worden, und ich als Keller-Nerd hab mir ein echtes Tour-Leben auch nicht so richtig zugetraut… Also, ja, ich war überrascht, und ich hab auch ein bisschen Bammel, dass rauskommen könnte, dass ich eigentlich echt nicht so gut bin…
MHQ: Na, komm, du musst doch mitbekommen haben, dass Kritik und Verkaufszahlen durchgängig mindestens gut waren. Amazona nennt dich „Prog-Ikone“. Und du produzierst gerade das achte Album im Alleingang… Das hier ist doch Pose!
T: Ich weiß schon einigermaßen, was ich kann, aber eben auch, was nicht. Ich registriere natürlich die Presse, aber ich habe mir abgewöhnt, das wirklich an mich ranzulassen. Was soll ich denn damit anfangen, wenn mir mein Label sagt, ich sei der bestverkaufende deutsche Act? Im Prog verdienst du da eher in der Währung „Döner“ als in der Währung „Sportwagen“… Was ich da mitnehme, ist eher: Cool, das nächste Album ist gesichert! Ich bin da immer noch ziemlich in der Perspektive meines 14jährigen Ichs verhaftet, für das „Plattenvertrag“ ein magisches, unerreichbares Wort war und das staunend und enthusiastisch neben mir steht. Wirklich, ich bin jeden Tag überwältigt davon, dass das mir tatsächlich passiert. Ist ein schönes Gefühl, wenn du weißt, dass du dein Ü40-Ich mit 14 wohl ganz cool gefunden hättest. Und da ging es immer um Platten! Livegigs hatten wir zu Genüge, ich war eigentlich dauernd auf irgendeiner Bühne… Deswegen ist der große Moment auch nicht die Nennung der Verkaufszahlen, sondern ganz eindeutig das Unboxing der fertigen CD. Das ist jedes Mal ein Moment mit Pipi inne Augen.
Und das Einspielen, naja, das bietet so viele Versuche, wie ich will. Live ist da nur einer… Und da hat irgendein Depp, der sich t nennt, furchtbar schwierige Musik geschrieben, und jetzt hab ich den Salat. Beim nächsten Mal mach ich beim dritten Akkord Schluss!
MHQ: Was dürfen wir denn live erwarten?
T: Also, auf jeden Fall darfst du einen etwas zittrigen Frontman erwarten. (Lacht.) Nein, auf der Bühne geht es mir immer gut, nur davor und danach bin ich notorisch unzufrieden. Aber der VVK läuft erschreckend gut, und ich hoffe halt und reiße mir Beine dafür aus, dem auch gerecht zu werden. Ich selbst bin, wie gesagt, nie zufrieden, aber es wäre cool, wenn die Leute es sein könnten…
Musikalisch bürsten wir ein bisschen gegen den Strich. Die Show ist nicht als Party geplant, eher als Reise, als Auszeit. Ich will nicht spoilern, aber vielleicht so viel: Die Songs, die ich ausgewählt habe, weisen die Show mehr in die Richtung eines Cure-Konzerts, eines Björk-Gigs, von Sigur Ros‘ Live-Ideen: Es wird eher melancholisch, hoffentlich eine Art Film, in den der Hörer eintaucht. Deswegen haben wir teilweise auch auf Bestuhlung gedrängt, so weit das ging. Ich hoffe, die Leute haben Lust auf sowas.
MHQ: Klingt nach einer sehr speziellen Show…
T: Ja, und da muss jeder Ton sitzen. Ich musste also 4 Musiker minutiös einschwören, dass t nicht mit Virtuositätsgehabe funktioniert. Die Musik braucht die absolute Vorherrschaft vor den Egos der Musiker, damit das funktioniert. Ich hab es so erklärt: Zwischen uns ergibt sich ein Netz aus Klängen. Dieses Netz muss immer schweben können, und es muss im Ganzen schillern. Wenn einer zu viel Gewicht reinlegt, dann fällt das Netz runter. Wer die Farbe ändert, lenkt vom Schimmern ab und macht diese Magie kaputt: Das Oszillieren macht die Faszination aus, nicht das Blau darin oder das Grün, sondern deren perfekte Balance.
Das ist für grandiose Musiker wie mein Team viel schwieriger als für einen mittelmäßigen Instrumentalisten wie mich. Thomas Nußbaum, unser Drummer, sagte, es sei wie „unter Wasser“ für ihn. Das trifft es vielleicht, was ich als Schweben beschrieben habe.
Übrigens bin ich dabei, drum herum das Event noch cooler zu gestalten. In Trier z.B. wird Billgin ein tasting anbieten, es wird eine Performance Art-Gruppe die Wartezeit zum Happening umdeuten, in Bremen und Hannover wird der Veranstalter MOLLYWOOD Aftershowparties machen, für die ich exklusiv ein paar Songs produziere… und an einigen anderen Sachen bin ich dran. Es wird sich also wohl lohnen, mal reinzuschauen.
MHQ: Gibt es News für ein t-Album?
T: Ja. Es wird einige Neuerungen geben im t-Universum. Aber wie die anderen behaupten, ist der Sound geblieben. „Solipsystemology“ wird das Album heißen, und es wird zur Tour, wohl am 22.3. in Oberhausen, kommen. Ich habe meinen kinematographischen Ansatz noch mal neu gedacht und in Teilen in einer akustischen Landschaft gemixt, die eine neue Welt bietet, in der andere physikalische Gesetze gelten. Das war ein riesiger Haufen Arbeit, bei der mir einige Freunde mit Ideen zur Seite standen – zur Umsetzung nicht zuletzt der Leiter eines Max-Planck-Instituts mit Hilfe bei der Berechnung der Gesetze dieser neuen Akustik! Eno hat mal gesagt: Ein Tonstudio ist ein Musikinstrument. Ja, das ist bei diesem Album definitiv der Fall.
Cover „solipsystemology“
Herauskommen wird hoffentlich, dass neben hoffentlich guter Musik eine weitere Ebene hinzutritt für den, der Lust auf sowas hat. Die Geschichte, die die Texte erzählen, wird durch die „Bewegungen“ der Klangdimensionen unterstützt, und die Geräusche erzählen, wie Motive in einem Buch, eine Art Subtext. Die Idee hab ich von David Lynch geklaut… Aber das ist nur ein Gimmick für Nerds wie mich, die Musik funktioniert ohne das genau so gut. Oder schlecht. (lacht)
MHQ: Wann machst du das alles? Du hast ja auch beruflich viel zu tun…
T: Das ist der Vorteil, wenn man völlig alleine arbeitet: Immer und nie. Zwischendurch. Abends. Immer, wenn man mich in meinen natürlichen Lebensraum, das Studio, lässt. Aber ja, es ist immer was. Wenn jemand den 27h-Tag erfinden könnte, hätte ich vielleicht eine Chance, meine Augenringe zu bekämpfen… Aber wahrscheinlich würde ich einfach früher fertig werden und was Neues beginnen…
MHQ: Klingt nach Workaholic…
T: Nur wenn man denkt, das sei „Work“… Guck mal, in Aschaffenburg hat Mike Holmes, zu dessen Musik ich als Pimpf mir Gitarre spielen beigebracht habe, meine Gitarre für mich gestimmt und dann gespielt, während ich gesungen habe. Das ist nicht Arbeit, das ist Kindheitstraum.
MHQ: Herzlichen Dank für das Interview! Wir freuen uns auf die Shows, die übrigens von Musicheadquarter mit präsentiert werden. Wer weitere Infos zu T sucht, findet diese hier:
„Hemispheres“ war Rushs sechstes Studioalbum und ein Werk von unglaublicher musikalischer Wucht. Im Oktober 1978 erschienen folgte es dem Stil von „A Farewell To Kings“ und ließ die Band progressiver und vor allem härter klingen. Die komplexen Songstrukturen sorgen bei Fans und Freunden des gepflegten Progressive Rock bis heute für Verzückung. „Cygnus X-1 Book II: Hemispheres“ erzählt auf einer ganzen LP-Seite die Geschichte weiter, die man mit „Cygnus X-1 Book I: The Voyage“ auf dem Vorgängeralbum gestartet hatte. Eine wundervolle Suite in sechs Teilen, die alles ausmacht, wofür Rush in den 70er Jahren standen. „Circumstances“ frönt dem Hardrock, während „The Trees“ von einem ruhigen Akustikpart bis zu ausufernden Synthesizer-Part alles enthält, was Proggies Freude macht. Zum Abschluss gibt es mit „La Villa Strangiato“ ein recht experimentelles Instrumental.
Zum 40jährigen Jubiläum erscheinen vier Editionen:
Super Deluxe Edition inkl. 2 CDs, einer BluRay-Audio-Disc und drei 180g-LPs
2CD Deluxe Edition
3LP Deluxe Edition
Deluxe Digital Edition
Mir liegt zur Review die 2CD Edition vor. Schön aufgemacht im Digipack auf Hochglanzpapier. Das Set enthält ein informatives Booklet mit viel Text, für das man allerdings eine Lupe braucht. Die Bonus-CD enthält einen Mitschnitt vom Pinkpop Festival (4. Juni 1979) mit den Songs von „Hemispheres“ sowie älteren Titeln, u.a. „A Passage To Bangkok“ und „Xanadu“. Ergänzt wird der Livemitschnitt durch die komplette „2112“ Suite, mitgeschnitten am 20.11.1978 in Arizona. Somit bietet schon diese abgespeckte Jubel-Version einen feinen Rundumschlag, der die Rush der späten 70er Jahre gut darstellt.
Es hat sich seit 2006 zu einer sehr schönen Tradition für Progfans aus ganz Europa entwickelt, im Juli (nur in einem Jahr war es September) zur Loreley zu pilgern, um dort einem Querschnitt der diesem Genre zugehörigen Bands zu lauschen. Auch ich bin in jedem Jahr bisher zumindest einen Tag anwesend gewesen, was sicherlich auch meine Verbundenheit zu diesem Festival ausdrückt. Der gemütliche und familiäre Charakter kann auch einen eigentlichen Festival-Muffel wie mich begeistern.
NotProg IX wird dabei sicherlich in die Annalen eingehen als das mit Abstand sonnigste und – insbesondere auch – heißeste Festival bisher. Zwar wurden oben auf dem Felsen nicht ganz die 36 Grad aus dem Rheintal erreicht, im relativ windgeschützten Kessel vor der Bühne fühlte man sich dennoch bisweilen wie ein Brathähnchen im Backofen. Sonnenschutzfaktor 30 sowie eine angemessene Kopfbedeckung waren an beiden Tagen Pflichtausstattung für die Besucher. Regelmäßiger Flüssigkeitsnachschub war ebenfalls vonnöten. Die Preise für Getränke (insbesondere Mineralwasser) waren zwar relativ hoch, aber man durfte auch kleinere Mengen mit aufs Gelände nehmen, sodass sich ein kleiner Spaziergang zum nahen Parkplatz während der Umbaupausen durchaus anbot.
Da meine Klimaanlage am Vortag (Bericht des Kollegen Andi hier) auf der Fahrt zur Loreley den Dienst verweigerte, verbrachte ich den Samstagmorgen zunächst damit, eine „dienstbereite“ Werkstatt zu finden, nur um dann mitgeteilt zu bekommen, dass es sich um ein Elektronikproblem handelt, das kurzfristig nicht zu beheben sei. Durch diesen Zwischenstopp konnte ich jedoch erst verspätet zum zweiten Tag anreisen, wodurch ich die ersten 3 Bands des Tages (Synaesthesia; A Liquid Landscape; Dream the Electric Sleep) leider verpasste.
Als ich das Festivalgelände betrat, hatten die Schweizer von Clepsydra (16:31 – 17:46 Uhr) gerade ihren Set begonnen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich etwa 1000-1200 Leute auf dem Festivalgelände. Einige hatten sich offensichtlich in den Schatten außerhalb des Geländes verkrochen. Vor etwa 20 Jahren spielten Clepsydra ein Konzert in einer Stadt im südwestdeutschen Raum, in der ich damals zu studieren gedachte. Auch damals war ich bereits ein Fan von Progressive Rock, sodass mich ein entsprechender Flyer, der auf dem Unigelände verteilt wurde, neugierig machte und ich beschloss, den entsprechenden Abend nach Vorlesungsende mit Livemusik ausklingen zu lassen. Zwei Dinge irritierten jedoch den jungen Musikfreund. Zum einen lag der Veranstaltungsort in unmittelbarer Nähe von rot beleuchteten Gebäuden, zum anderen war kurz vor Beginn praktisch niemand außer ihm selbst anwesend. Beide Dinge führten dazu, dass er kurzfristig beschloss, den Abend doch anderweitig zu verbringen. Einige Jahre später erfuhr ich dann, Clepsydra hätten sich aufgelöst. So war ich natürlich hocherfreut, dass ich an diesem Tag die Gelegenheit bekam, nachvollziehen zu können, was ich damals verpasst hatte.
2013 war es nämlich zur Wiedervereinigung der Band gekommen. Geboten wurden 75 Minuten 90er Jahre Neoprog in Reinkultur, wobei dies eindeutig positiv gemeint ist. Ähnlich wie die polnischen Kollegen von Collage, die am Vortag einen ähnlichen Festivalslot hatten, gelang es den Schweizern – trotz zahlreicher Parallelen zu anderen Genrevertretern – frisch und unverbraucht zu klingen. Orchestrale Keyboardpassagen und marillionesque Gitarrensoli erfreuten das Herz des Schreibers und vieler anderer Anwesende. Einige Besucher schienen (nur) wegen dieser Band gekommen zu sein und sangen jede Zeile voller Inbrunst mit. Im Gegensatz zu Long Distance Calling am Vortag funktionierte diese Musik auch bei gefühlten 60 Grad im prallen Sonnenschein. Ein gelungener Appetithappen für den Rest des Abends.
Brian Cummins (17:57 – 19:08 Uhr) hatte dann die zunächst scheinbar undankbare Aufgabe, als Ersatz für die kurzfristig wegen Erkrankung eines Bandmitglieds ausgefallenen Bigelf (die auch schon als Ersatz für die John Wesley Band gebucht worden waren) einzuspringen. Dabei bekam er nach eigener Aussage erst am Mittwochabend den Anruf des Veranstalters. Bekannt ist Cummins insbesondere als Sänger der Genesis-Tribute-Band Carpet Crawlers. Ich selbst hatte ihn zuvor mehrfach (u.a. beim NotProg Festival IV, 2009) als Sänger von Mick Pointers Marillion-Tribute-Projekt Script For A Jester’s Tour gesehen. Heute war er jedoch als Solo-Künstler zu sehen, der ein buntes Potpourri von (zumeist) Peter Gabriel Solo-Songs zum Besten gab. Wie immer fröhlich gestimmt, betrat er mit dem Satz „Hello, I’m Bigelf“ die Bühne und hatte die meisten Zuschauer schon auf seiner Seite. Der dargebotene Querschnitt aus Gabriels Karriere wurde ebenfalls dankbar angenommen. Dabei spielte er die Songs nicht einfach mit akustischer Gitarre, sondern untermalte sie mit allerhand Loops, die er mit Hilfe diverser Effektgeräte im Stile von 1-Mann-Drone-Künstlern übereinander schichtete. Dass er dabei bisweilen mehrere Versuche benötigte (- nach eigener Aussage spielte er dieses Programm zum ersten Mal seit einem Jahr live -), trug eher noch zum Charme der Performance bei. Das Ergebnis waren zum Teil überraschende und erfrischende Interpretationen, und er wagte sich sogar an das komplexe Meisterwerk „San Jacinto“. Das Publikum war jedenfalls vollauf begeistert, sodass Cummins‘ Schlusssatz „Loreley, you f***ing rock!“ nichts hinzugefügt werden muss.
Setlist Brian Cummins
Here Comes The Flood
Red Rain
Washing Of The Water
Intruder
Come Talk To Me
Carpet Crawlers (Genesis)
Games Without Frontiers
Mercy Street
San Jacinto
Solsbury Hill
Grendel (Marillion; nur die erste Strophe)
Biko
—–
In Your Eyes
Anathema (19:46 – 21:09 Uhr) spielten zum zweiten Mal (nach 2011) beim NotProg Festival und für mich persönlich war es das 15. Anathema-Konzert seit 2005. Dabei kann ich sowohl mit ihrer Doommetal-Phase zu Beginn der 90er Jahre – die die Band schon lange hinter sich gelassen hat – etwas anfangen, als auch mit ihrem massenkompatiblen (?) Alternative Rock, den sie seit spätestens „A Fine Day To Exit“ (2001) perfektioniert haben. Auffällig war, dass sich die Band neu formiert hat – und zwar ohne das Personal zu wechseln. Der bisherige Keyboarder Daniel Cardoso ist nunmehr Schlagzeuger, während der bisherige Drummer (Gründungsmitglied) John Douglas ein reduziertes (und leider auf der Loreley im Livemix untergegangenes) Percussion-Kit bedient. Die Keyboard-Parts werden von Gitarrist (und Sänger) Daniel Cavanagh übernommen, wobei ein Großteil der eher elektronischen Sounds auch „aus der Konserve“ eingespielt wurde. Trotzdem ist die Band nach wie vor eine tolle Liveband. Die Umstellung der Bandbesetzung ist vermutlich eine Folge der diesjährigen Nordamerika-Tour, für die John Douglas (aus mir nicht bekannten Gründen) kein Visum bekommen hatte, sodass Cardoso die Drums quasi zwangsweise übernehmen musste und Cavanagh an den Keyboards improvisierte.
Im Gepäck hatten sie ihr gerade erschienenes zehntes Album „Distant Satellites“, von dem sie auch drei Lieder spielten. Darunter befand sich der Track „Anathema“, den es bisher noch nicht gegeben hatte. Diesen widmete die Band Brian Cummins, den sie bereits als 16-jährige im Liverpool der späten 80er kennen lernten und den sie als guten alten Freund bezeichneten. Der Titelsong des neuen Albums „Distant Satellites“ gefiel mir live deutlich besser als auf CD, da ein Großteil der elektronischen Drums und Loops eben tatsächlich „live“ gespielt wurde. Wie bereits angedeutet, spielten Anathema fast ausschließlich Material aus ihren jüngsten (d.h. den letzten vier) Alben, nur der klassische Set-Closer „Fragile Dreams“ (von „Alternative 4“, 1998) verwies auf die Ursprünge der Band. Ich persönlich fand die Songauswahl dennoch sehr gelungen und eine Karte für das komplette Programm während ihrer Hallentournee im Oktober hängt bereits an meiner Pinnwand.
Setlist Anathema
Untouchable, Part 1
Untouchable, Part 2
Thin Air
The Lost Song, Part 3
Anathema
The Storm Before The Calm
A Simple Mistake
Closer
A Natural Disaster
Distant Satellites
Fragile Dreams
Und zum Abschluss der neunten Auflage des NotProg Festivals beehrten die Briten von Marillion (22:02 – 23:57 Uhr) zum (insgesamt) dritten Mal die Loreley. 1987 spielten sie bereits hier – noch mit dem Originalsänger Fish –, was auf einer sehr schönen Live-DVD dokumentiert wurde. 2010 folgte dann der erste Auftritt beim NotProg. Damals hatte ich mit einem Festival-Set gerechnet, d.h. einem eher hohen Anteil an poppigeren und kürzeren Songs, aber Marillion überraschten mich damals mit einem sehr anspruchsvollen (und progressiven) Programm. Dieses Jahr nun folgte der Festival-Set, der eher die Teilzeit-Fans im Publikum ansprach. Als „Veteran“ (etwa 25 Marillion-Konzerte seit 1987) musste ich somit ein paar „Begeisterungspausen“ einlegen, so u.a. bei den beiden Titeln des eher bescheidenen Albums „Holidays in Eden“ (1991).
Auch sonst gab es einige seichte/leichte Stücke wie z.B. „Beautiful“ und „You’re Gone“. Die anspruchsvollsten Stücke kamen interessanterweise von letzte Album „Sounds That Can’t Be Made“ (2012), insbesondere der Opener „Gaza“, der sicherlich das einzige Stück des Festivals mit derart aktuellem politischen Bezug war. Überraschenderweise fanden ebenfalls vier Stücke aus der Fish-Zeit (vor 1989) ihren Weg in die Setlist, darunter auch der einzige echte Hit der Band, „Kayleigh“ (1985). Bei diesem (und den vorhergehenden „Sugar Mice“ und „Cover My Eyes“) begab sich Sänger Steve Hogarth ins Publikum und ließ einige Besucher ins Mikrophon singen: Ein eher zweifelhaftes Vergnügen für alle anderen Zuhörer.
Als Zugabe wurde uns dann mit „Neverland“ (vom grandiosen „Marbles“-Album aus 2004) noch einmal Bombastrock vom Feinsten geboten: Ein Highlight des kompletten Festivals. Für mich war der Auftritt von Marillion insgesamt also ein eher zwiespältiges Vergnügen. Zugutehalten muss man der Band aber, dass sie eben auch ein komplett anderes Konzert als 2010 gespielt hat, ein Umstand, der bei anderen Bands völlig undenkbar wäre (aus dem Progbereich seinen an dieser Stelle z.B. Saga erwähnt). Das ist natürlich „progressiv“ im eigentlichen Sinn des Wortes.
Setlist Marillion
Gaza
Easter
Beautiful
Power
You’re Gone
Sugar Mice
Fantastic Place
Man Of A 1000 Faces
No One Can
Sounds That Can’t Be Made
Cover My Eyes
Kayleigh/
Lavender (w/ Blue Angel)/
Heart Of Lothian
—–
Neverland
Abschließend noch einige Worte zum Drumherum. Die Organisation lief trotz der klimatischen Bedingungen weitgehend reibungslos; das Personal war freundlich und zuvorkommend. Das Essensangebot war zwar nicht übermäßig vielfältig, aber sicherlich ausreichend. Die Preise lagen gefühlt etwas höher als in der Vergangenheit, aber waren durchaus noch angemessen. Der Sound war – mit einigen wenigen Ausnahmen – gut, vor allem bei den Headlinern der beiden Tage. Der Besucherzuspruch war ähnlich wie in den vorangegangenen Jahren, an beiden Tagen (gegen Ende) jeweils etwa 2500 Personen. Für die Jubiläumsausgabe des Festivals im Juli 2015 sind sogar 3 Tage vorgesehen. Ich werde sicherlich auch wieder dabei sein.
Die beiden Australier Daniel Holdsworth und Aidan Roberts sind zwei hervorragende Musiker. Multi-Instrumentalisten, wie sie sich jeder Künstler in seiner Band wünscht. Sie beherrschen Gitarren, Keyboards, allerlei Schlagwerk – nur an den stimmlichen Fähigkeiten hapert es ein wenig. Dafür hat man ja den Lead-Sänger. Holdsworth hat in diversen Bands gespielt und sich als Komponist einen Namen gemacht, Roberts ist noch nicht so prominent in Erscheinung getreten. Damit wäre alles gesagt, hätten die beiden nicht vor etwas mehr als vier Jahren eine seltsame Idee gehabt: Man müsste das Meisterwerk von Mike Oldfield „Tubular Bells“ als komplexes Werk auf die Bühne bringen. Nicht mit einem Mammut-Orchester, sondern als fein arrangiertes Stück, eingespielt von zwei Personen. Kurz gesagt – sie wollten das Unmögliche möglich machen. Ein Vorhaben, das als Schnapsidee begann und den beiden seither Monat um Monat, Jahr um Jahr ausverkaufte Häuser in aller Welt beschert. Ein Fest für Freunde der progressiven Rockmusik.
In Trier waren die beiden in der ehemaligen Reichsabteikirche St. Maximin zu Gast. Ein kluger Schachzug der Veranstalter von Popp Concerts. Die Kirche wird übers Jahr vor allem als Turnhalle (!) für die angegliederte Privatschule genutzt, doch zu besonderen Ereignissen wird sie zu einer akustisch hervorragenden Konzerthalle. Der Altarraum ist eine große Bühne, die Säulen lassen sich hervorragend ausleuchten, der Klang im hohen Kirchenraum ist einfach fantastisch. Davon überzeugte sich und die Zuhörer zunächst der Supportact Brett Winterford.
Winterford stammt ebenfalls aus Australien und ist ein Singer / Songwriter alter Schule. Er stellte sich mit seiner Gitarre auf die Bühne und legte munter los. Ein halbstündiger Set aus eigenen Songs von Liebe, Leidenschaft und Vergänglichkeit. Das wurde mit viel Applaus bedacht – vor allem, als er sich entschied, ganz auf Mikrofon und Verstärker zu verzichten und einfach mal ein Lied in die andachtsvoll lauschende Kirche zu schmettern. Ein großer Moment, der ahnen ließ, dass sich hier viele Musikbegeisterte versammelt hatten und bereit waren, sich von dem Geschehen tragen zu lassen.
Nach kurzer Umbaupause enterten die Protagonisten des Abends die Bühne. Und es sollte eine knallharte Performance werden, die den Zuschauern im Anschluss um die Ohren flog. Auch nach 40 Jahren bleibt es das Debütalbum „Tubular Bells“, an dem sich das Werk von Mike Oldfield mit jeder Veröffentlichung messen lassen muss. Seine berühmteste Komposition nahm er als 19jähriger fast im Alleingang auf, spielte verschiedenste Instrumente in mehreren Tonspuren ein und vereinte sie zu einem zweiteiligen Stück, das heute noch Maßstäbe setzt. Wer kennt sie nicht – die Eröffnungspassage, die in „Der Exorzist“ verwendet wurde und seitdem in aller Ohren ist? Für die Frühphase des Progressive Rock war das Album wegweisend und gilt heute noch als sphärisches Referenzwerk.
So ging es ruhig los mit den berühmten Klängen, die als Loop die Basis für den Eröffnungspart bildeten. Auf einer Bühne, die vollgestopft war mit Instrumenten, Mikrofonen, Schaltern, Ständern und einem Wirrwarr an Kabeln, vollführten Holdsworth und Roberts einen unglaublichen Kraftakt akrobatischer Musikalität. Von dem Moment an, an dem das erste Keyboard-Riff des Albums erklang, gab es für die beiden Musiker keine ruhige Sekunde mehr. Barfuß wirbelten sie in einem unglaublichen Tempo und gleichzeitig höchster Präzision zwischen den verschiedenen Instrumenten umher, spielten gern einmal zwei oder sogar drei oder vier gleichzeitig, den nächsten Einsatz dabei immer schon im Nacken sitzend.
Musikalische Perfektion und Kabarett – so lässt sich das Vorgehen beschreiben. Die beiden kommunizierten offen miteinander, gaben sich Einsätze, verdrehten die Augen, wenn mal ein Instrument kurz nachgestimmt werden musste. Es war ein Genuss, Zeuge dieses harmonischen Geschehens zu werden. Der Mix aus Keyboards und harten Gitarrenpassagen, der Part mit der Vorstellung aller Instrumente, die berühmten Röhrenglocken und die musikalischen Themen – all das ist zeitlos und die beiden Künstler übertrugen den Klassiker perfekt in die Gegenwart. Unglaublich, welche Instrumente sie beherrschen mussten: akustische und elektrische Gitarren, Keyboard, Flöte, Glockenspiel, Klavier, Mandoline, Perkussion, natürlich die berühmten „Tubular Bells“ als dominierendes Klangelement, dass trotzdem recht spärlich eingesetzt wird. Auch durch die chorischen Passagen schlug man sich wacker, wenn auch die vokalen Fähigkeiten grenzwertig waren. Egal, die Zuhörer genossen jede Sekunde der Performance.
Zwischendurch gab es eine Pause – „zum Umdrehen der LP“, in Wirklichkeit aber zum Luftholen, denn man sah den beiden die körperliche Anstrengung an, die ein solcher Ritt durch die Musikgeschichte erfordert. „Tubular Bells For Two“ ist eine Mischung aus grandiosem Konzert und unterhaltsamer Show, aus musikalischer Virtuosität und körperlicher Höchstleistung, aus tiefstem Respekt und spitzbübischer Anarchie. Und egal, ob man das Album bereits zu seinen All-Time-Favorites zählt oder gar nicht kennt: Es ist auf jeden Fall ein spannendes, packendes Erlebnis, das man gesehen haben muss.
In Trier gab es nach den letzten Klängen erlösenden Applaus. Mission erfüllt. Als Zugabe spielten die beiden Australier kein weiteres Stück, sondern das Ende von „Tubullar Bells, Part I“, diesmal aber ohne die Ansage der Instrumente. Die ehemalige Kirche St. Maximin ist als Location absolut empfehlenswert und man kann sich nur weitere akustische Highlights dort wünschen.
Pain Of Salvation aus Schweden können auf eine über 20-jährige Bandgeschichte zurückblicken, in denen sie acht Studioalben veröffentlicht haben, die in keiner Musiksammlung von wahren Prog-Fans fehlen sollten. Mit den letzten Alben „Road Salt 1″ (2010) und „Road Salt 2″ (2011) hatte Frontmann Daniel Gildenlöw eine Richtung eingeschlagen, die sich musikalisch wieder mehr dem Geiste der Siebziger Jahre verschrieben hatte. Vorbei die Zeiten von komplizierten und pathosgeschwängerten Songs, die neue Devise von Pain of Salvation lautet seither: Erdiger Rock ohne Pomp und Gloria. Und so passt es vielleicht auch, dass die Band im Frühjahr 2013 auf eine Akustik-Tour ging. Schon 2012 hatte es ein Akustik-Konzert in Leipzig gegeben, das zunächst als exklusive Show gemeint war und dann doch die Initialzündung für eine ganze Tour wurde.
Die zahlreichen Besucher, die an diesem Sonntagabend in Essen das Turock besuchen, um sich von der akustischen Darbietung von Pain of Salvation überraschen zu lassen, erwartet beim Eintritt ein ganz besonderes Setting: Die Bühne ist zum Wohnzimmer umdekoriert worden, und zwar mit allen Schikanen! Eine alte Couch, mehrere Sesseln, Lampen, Siebziger-Jahre-Tapeten und Jimmy-Hendrix-Poster an der Wand. Die Message: Fühlt euch wie zu Hause. Und sehr familiär geht es dann auch an diesem Abend zu. Es ist die letzte Show von Pain of Salvation und ihrer Supports Anneke van Giersbergen und Árstíðir, als Konzertgänger kann man also auf einige Überraschungen gespannt sein …
Daniel Gildnlöw höchst persönlich begrüßt die Gäste. Während er auf der gemütlichen Couch Platz nimmt, hält er erstmal einen Monolog über den kommenden Abend. Es geht darin um die großen Themen: Demenz, Tod und Ähnliches – allerdings mit einem Augenzwinkern – und dabei erzählt er von der Großmutter seiner Frau, die an Altersdemenz leidet und immer wieder die gleichen Geschichten erzählt, die – so vermutet Gildenlöw – aus irgendeinem bestimmten Grund ihre persönlichen Schlüsselerinnerungen sein müssen. Und während er darüber philosophiert, was wohl seine Schlüsselerinnerungen im Alter sein werden, klingelt es „an der Tür“ und herein kommen die fünf Musiker von Árstíðir aus Island. Gemeinsam mit ihnen eröffnet Gildenlöw den Abend, und zwar mit einer wunderschönen akustischen Version von Pain of Salvations „Road Salt“. Den Rest von Árstíðir muss ich leider verpassen, weil ich das Interview, das ich bereits vor deren Auftritt mit Gildenlöw angefangen habe, weiterführen muss. Ich habe mir aber sagenlassen, dass die Show von Árstíðir wunderschön war: Sanfter und ruhiger Folk mit vielstimmigem Gesang.
Ich komme erst dann wieder in die Halle, als Daniel und seine Mitmusiker Anneke van Giersbergen mitten in ihrem Auftritt überraschen, indem sie jeder mit einem Besen in der Hand die Bühne betreten und die überraschte und belustigt grinsende Anneke gesanglich begleiten. Nach Abgang der Überraschungsgäste habe ich noch das Vergnügen, einige Songs von Anneke, die sie auf der Gitarre vorträgt, mitzubekommen und obwohl ich noch nie ein großer Fan von The Gathering war, muss ich sagen: Annekes Stimme ist einfach großartig und die Frau umwerfend gut (abgesehen davon, dass sie toll aussieht und unheimlich witzig ist). Für besonders heitere Stimmung sorgte übrigens ihr Cover-Song von Dolly Partons „Jolene“, bei dem doch der eine oder andere im Publikum mitsingen musste …
Dann ist es endlich Zeit für den Hauptact und wer gedacht hat, dass er dabei entspannen kann, hat die Rechnung ohne Gildenlöw gemacht. Denn er nimmt das Publikum auf eine abenteuerliche Reise durch das vielfältige Werk der Band. Man kann fast von Neu-Interpretationen reden, denn die Kreativität, mit denen altbekannte Songs wie z.B. „Falling Home“, „Ashes“, „Spitfall“ (Eminem lässt grüßen!) oder „Diffidentia“ neu arrangiert wurden, ist atemberaubend und genial. Hinzukommen noch einige Cover-Songs. Der erste ist Kris Kristoffersons „Help me make it through the night“, der von Daniel gemeinsam mit Anneke und einem der Árstíðir-Musiker auf der Couch dargeboten wird – inklusive Lach- und Kuschelanfällen (ich kann leider nicht sagen, welcher der fünf Árstíðir-Männer es war, denn er trug eine enorm große Perücke mit blonden Locken …). Wenig später gibt es eine absolut hirnverbrannte, aber göttliche Jazz/Reggae-Version von DIOs „Holy Diver“, die die Stimmung im Saal zum Kochen bringt. Richtig getanzt wird allerdings erst bei „Disco Queen“ (quasi DER „Dancefloor-Hit von PoS), und zwar sowohl vor als auch auf der Bühne, denn alle Musiker von Árstíðir und Anneke stürmen während des Songs die Bühne und tanzen sich auf den Tischen und Sesseln die Seele aus dem Leib! Noch ein Cover gibt es, und zwar „Dust in the Wind“ – mit Gildenlöws überirdischer Stimme: Zum Niederknien schön!
Konzerte von Pain of Salvations sind immer musikalische LSD-Trips, berauschend und bewusstseinserweiternd, aber man darf dabei nicht unerwähnt lassen, dass Daniel Gildenlöw auch ein begnadeter Alleinunterhalter ist. So erinnert er sich, wie er als Fünfzehnjähriger gepeinigt vom ersten Liebeskummer den schmalzigen Song „Second Love“ schrieb (ja, er ist schmalzig aber auch wunderschön). Herrlich, wie er sich über Textzeilen wie „you came like the wind“ und „night after night, the stars are shining so bright“ beömmelt, nur um den Song mit einer Innbrust anzustimmen, dass kein Auge trocken bleibt. Der emotionale Höhepunkt und gleichzeitig der Abschluss eines unvergesslichen Konzerts und einer fabelhaften Tour ist aber „1979″ aus dem letzten Album der Band. Für mich DAS heile-Welt-und-gute-Laune-Lied schlechthin Und während der ganze Saal jubelt, klatscht, glücklich lacht und die Chips-Tüte kreisen lässt, die Daniel neben sehr viel Obst im Publikum verteilt hat, lassen sich noch mal alle Musiker auf der Bühne feiern. Wer an diesem Abend nicht mit einem seligen Grinsen nach Hause geht, sollte dringend einen Arzt aufsuchen. Für mich bisher das Konzert des Jahres!
Am 05.März 2013 gab es, genau wie auf dem Ticket deklariert, nur feinstes vom „Rind“: das Ohren-Futter war zu 100% sauberer ProgRock ohne jegliche unerwünschte (Mainstream)Zusätze. Neal Morse Band & The Flower Kings feat. Mike Portnoy incl. einem halbstündigen Transatlantic-Part standen auf dem Programm und bescherten dem sympathischen Kulturzentrum „Das Rind“ in Rüsselsheim einen bereits seit Wochen ausverkauften Abend.
The Flower Kings, Neal Morse und Transatlantic – wieso diese Kombination?
Der Ursprung findet sich im Jahr 2000, als Neal Morse (Spock’s Beard) zusammen mit dem Schlagzeuger Mike Portnoy (Dream Theater), mit dem Schweden Roine Stolt (Flower Kings) und dem Briten Pete Trewavas (Marillion) die Band Transatlantic gründet. Damit ist schon die Verbindung zwischen den Flower Kings und Transatlantic genannt, dazu kommt bei dieser Tour noch der Solo-Part von Neal Morse. Neal Morse stieg sowohl bei Spock’s Beard als auch bei Transatlantic im Jahr 2002 aus. Er sah sich durch Gott dazu berufen, einen anderen Weg einzuschlagen. Transatlantic löste sich daraufhin vorläufig auf. Morse spielte anschließend verschiedene Platten ein, unter anderem im Jahr 2003 eine Doppel-CD „Testimony“, die sich mit seinem Glauben an Gott beschäftigt. Transatlantic formierte sich dann einige Jahre später wieder und brachte 2009 das Album „The Whirlwind“ heraus, und auch Mike Portnoy und Neal Morse haben im Laufe der Jahre immer mal wieder an gemeinsamen Projekten gearbeitet. Dann ’spürte‘ Neal, dass es nun auch in Gottes Sinne sei, wieder mit den Bandkollegen Stolt und Portnoy zu arbeiten. Er nahm Kontakt zu ihnen auf und die aktuelle Tour wurde ins Leben gerufen.
Die Show
Am 05.03.2013 war es dann in Rüsselsheim soweit. Oft sieht man, dass vor der Tür noch die letzten Tickets angeboten werden – hier jedoch hing ein Schild „Keine Abendkasse – AUSVERKAUFT-“ an der Tür und die Fans standen mit Schildern mit der Aufschrift „SUCHE eine Karte!“ davor ….
Die Türen öffnen sich gegen 19.00 Uhr, und der Saal füllt sich zusehends. Es ging pünktlich um 20.00 Uhr mit den Flower Kings los, die unter anderem mit „Cosmic Lovers“, „Missing the Imperial“ und „The Truth will set you free“ das Publikum begeisterten. Nach gut 90 Minuten gingen sie von der Bühne und es kam eine kurze Umbaupause, bevor gegen 21.45 Uhr Neal Morse sein aktuelles Album (Momentum) vorstellte. Unter anderem wurden „Momentum“, „Weathering Sky“, „Author of confusion“ und „Thought Part 5“ mit einer mitreißenden Portion an Spielfreude geboten. Nach einer weiteren kurzen Pause startete Neal Morse dann den Transatlantic-Part des Abends mit einer wunderschönen und ruhigen Version von „Bridge Across Forever“ und es folgten weitere gute dreißig Minuten mit Transatlantic-Songs, bis dann zum Ende des dreieinhalbstündigen Musikmarathons nochmal alle Musiker zusammen die Bühne bevölkerten.
Es ist immer wieder ein toller Moment, wenn der Funke zwischen Band und Publikum überspringt. Wer das Glück hatte, ein Ticket zu ergattern, durfte ein wirklich knackiges Konzert erleben, für das sich auch durchaus eine längere Anreise gelohnt hat. Es gibt noch 2 weitere Konzerttermine von The Flower Kings / Neal Morse: am 06.03. NL Zoetermeer, Boerderij und am 07.03. UK London, The Electric Ballroom Wer keine Karte bekommen hat und noch eine Gelegenheit sucht, Neal Morse (ohne The Flower Kings) in Deutschland live zu erleben, für den sind vielleicht folgende Termine noch interessant: Am 16.3.2013 und am 17.3.2013 spielt Morse jeweils täglich zwei Konzerte in Kelsterbach Nähe Frankfurt bei freiem Eintritt im Gemeindezentrum der Petruskirche. Der Glaube an Gott hat in Neals Leben wie er selbst sagt seit einigen Jahren eine zentrale Rolle eingenommen und auch der Ort dieser Konzerte läßt es schon erahnen: diese Konzerte sind christlich inspiriert und ausgerichtet.