Der Sommer 2026 wird laut, emotional und unvergesslich – Wincent Weiss geht wieder auf große Sommertour! Und diesmal wird es größer, näher und intensiver als je zuvor. Mitten unter den Fans, mit voller Band und ganz viel Gefühl bringt er seine größte Open-Air-Show auf die Bühne – und du kannst ein Teil davon sein!
Auf zahlreichen Bühnen quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz erwartet euch ein Abend voller Lieblingssongs, Gänsehaut-Momente und tanzbarer Beats. Mit Hits wie „Musik Sein“, „Feuerwerk“, „Wer wenn nicht wir“ und neuen Songs im Gepäck wird jeder Konzertabend zu einer musikalischen Sommerparty unter freiem Himmel.
„Irgendwo Ankommen“, sein letztes Album, war ein intensiver Schritt zu sich selbst – spürbar in jedem Song, messbar in Millionen von Streams und Followern. Doch was Wincent wirklich liebt, sind Live-Momente. Wenn aus Songs Verbindungen entstehen. Wenn sich Fremde in der Menge in Freunde verwandeln. Wenn die Bühne und das Publikum zu einem großen Ganzen werden.
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Denn: „Konzerte sind für mich der schönste Ort der Welt. Zwei Stunden voller Freiheit, Nähe und Musik. Es geht nicht nur ums Zuhören – es geht ums Mitsingen, Mitfühlen, Miterleben. Es ist für mich das Größte, mitten in dieser Menge zu stehen, das Strahlen in den Gesichtern zu sehen und genau zu wissen: Wir teilen diesen einen, perfekten Sommerabend. Gemeinsam. Jung und alt. Laut und voller Leben!“ – Wincent Weiss
Ein Abend für alle – ein Sommer voller Musik. Ob du schon seit Jahren Fan bist oder Wincent zum ersten Mal live erleben willst – diese Tour wird etwas ganz Besonderes. Für Freundesgruppen, Familien, Festival-Liebhaber:innen oder einfach alle, die Musik unter freiem Himmel lieben. Sichere dir jetzt Tickets für die größte Sommertour seiner Karriere – denn eines ist klar: Diese Abende vergisst man nicht!
Am 21. Januar feierte Wincent Weiss seinen 33. Geburtstag und schon gibt es den nächsten Grund zur Freude: Mit seinem neuen Album „Hast du kurz Zeit“ ist Wincent direkt auf Platz 1 der Offiziellen Deutschen Album-Charts eingestiegen! Damit knüpft der Ausnahmekünstler nahtlos an seine bisherigen Erfolge an und vermeldet nach seinen Alben „Vielleicht irgendwann“ (2021) und „Wincents weisse Weihnachten“ (2023) bereits den dritten Spitzenplatz seiner Karriere.
Ganz so kurz, wie der Titel suggeriert, ist das Album gar nicht: Es umfasst knapp 50 Minuten. Die 18 Songs auf „Hast du kurz Zeit“ sind ein persönlicher Blick auf das Erwachsenwerden, auf Liebe, Verlust, Selbstzweifel und die Suche nach Echtheit. Es geht um das Loslassen alter Ängste, um das Finden von Ruhe und Vertrauen. So ist das neue Album eine neue emotionale Standortbestimmung mit viel Melancholie (wie im Opener „Unendlichkeit“) und mit viel Nostalgie wie im erzählenden Titeltrack.
Den Hang zum Erzählen kleiner Geschichten und Anekdoten spürt man in den meisten Songs. Das wurde längst zu Wincents Markenzeichen – mal hymnisch groß, dann wieder balladesk im Kleinen. Oft spielt die Liebe eine große Rolle, doch die Lyrics klingen abgeklärter als in der Vergangenheit, so bei „In einem anderen Leben“ und „Sommer der bleibt“.
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„Langsam“ behandelt schließlich die Beziehung zu seiner Frau. Damit ist das Album (mal wieder) sehr persönlich gehalten, wie auch „Wegen dir“ über Wincents depressive Phasen zeigt. Neben den vielen Balladen kommen tanzbare und rockige Klänge sehr kurz. „Den letzten beißen die Hunde“ und „Letzter Zug“ liefern angedeutete Tanzbeats, „Zeit vergeht“ kommt ganz schwungvoll an, doch darüber hinaus bleibt es ruhig und nachdenklich.
Trotzdem ist es ja genau das, was die Fans an ihrem Songpoeten lieben. Und wir wissen: Live wird er auch die neuen Stücke mit viel Power versehen. Im Sommer geht es auf Tour:
Sommertour 2026
26.06. ULM | Kloster Wiblingen
27.06. LINGEN | OpenAir-Platz EmslandArena
28.06. NÜRNBERG | Stadionpark Nürnberg
03.07. RASTATT | Ehrenhof im Schloss Rastatt
05.07. ECKERNFÖRDE | Strand Open Air
10.07. SAARBRÜCKEN | Open Air Gelände am E-WERK
11.07. REGENSBURG | Open Air am Jahnstadion
17.07. BONN | Kunstrasen Bonn Gronau
18.07. MÜNCHEN | Tollwood Sommerfestival – Musik Arena
19.07. LUCARNO | Moon & Stars
24.07. BERLIN | Zitadelle Spandau
25.07. HALLE / WESTFALEN OWL ARENA
30.07. LUDWIGSBURG | Residenzschloss Ludwigsburg
31.07. VILLINGEN-SCHWENNINGEN | Druckzentrum Südwest
01.08. MÖNCHENGLADBACH | SparkassenPark Mönchengladbach
06.08. WIEN | METAstadt Open Air
07.08. TRAUNREUT | Franz-Haberlander-Freibad
08.08. SCHAFFHAUSEN | Altstadt Schaffhausen
14.08. WILLINGEN | Festivalgelände Vor den Weiden
19.08. SCHWERIN | Freilichtbühne Schlossgarten
20.08. BRAUNSCHWEIG | Volksbank BRAWO Bühne
21.08. DRESDEN | Filmnächte am Elbufer
22.08. ST. GOARSHAUSEN | Loreley Freilichtbühne
29.08. BAD KISSINGEN | Turnierplatz Bad Kissingen
30.08. GIESSEN | Kloster Schiffenberg
02.09. BOCHUM | Zeltfestival Ruhr
03.09. BOCHUM | Zeltfestival Ruhr
04.09. MAGDEBURG | MDCC Parkbühne im Elbauenpark
05.09. WILHELMSHAVEN | Festplatz am Sportforum
12.09. NEUBRANDENBURG | Open Air am Tollensee
13.09. TIMMENDORFER STRAND | Musik-Arena
Am gleichen Tag zwei neue Alben von JULI und von Wincent Weiss – das ist doch mal eine gemeinsame Review wert. Zumal uns JULI ganze neun Jahre haben warten lassen und Wincent in dieser Wartezeit erst seine Karriere begonnen und die ersten drei Alben veröffentlicht hat.
Als JULI in Gießen als Band starteten, war Wincent drei Jahre alt, als Sängerin Eva Briegel dazu stieß und man den Hessischen Rockpreis gewann, war er sieben. Und der elfjährige Wincent hat vermutlich „Die perfekte Welle“ im Radio gehört, als mit dem Album „Es ist Juli“ die Karriere von JULI durchstartete.
Und seien wir mal ehrlich: Im besten Sinne haben JULI einer ganzen Riege von neuen Songpoet*innen mit Stücken wie „Tränenschwer“ und „November“ den Weg geebnet. Endlich durfte wieder Melancholie und Schwermut in die CD-Player und Radios Einzug halten. Und deutschsprachige Sängerinnen standen auf den großen Bühnen. Neben Eva waren ja auch Stefanie Kloß mit SILBERMOND und Judith Holofernes mit WIR SIND HELDEN am Start. Das hat im Gegenzug dazu geführt, dass heute Sängerinnen wie Lea, Madeline Juno und Wilhelmine die Szene beherrschen – auch wenn es immer noch zu wenig weibliche Stimmen im Geschäft sind.
Jetzt also das fünfte Album „Der Sommer ist vorbei“. Elf neue Stücke, die verdammt viel Nostalgie atmen. Ist ja auch kein Wunder, wenn man auf erfolgreiche Jahrzehnte zurück blicken kann. „Wie schnell die Zeit vergeht und nur ein Echo von uns bleibt“. Es geht um verklärte Erinnerungen, die „Fetten wilden Jahre“, Trennungsschmerz und Dankbarkeit für schöne Stunden.
Von elektronischen Experimenten hat man sich zum Glück wieder gelöst. Stattdessen gibt es eine opulente Breitwand-Produktion mit einer melancholischen Indie-Pop-Intimität, symphonische Streicher, Arena-Rock und Weltschmerz. Selbst nachzuhören auf dem treibenden Ohrwurm „Irgendwann“ oder dem hymnischen „Traurige Lieder“, mit dem JULI den wohl bittersüßesten Festival-Singalong des Jahres am Start haben. „Als erklärte Grunge-Kids der ’90er hat man manchmal den Eindruck, dass im Mainstream-Radio hauptsächlich happy Uptempo-Songs gespielt werden“, sagt Gründungsmitglied und Gitarrist Simon Triebel völlig unironisch. „Der Song ist eine Verbeugung vor der Melancholie und ein kleiner Gruß an alle Menschen, die diesem Gefühl ebenfalls nicht ganz abgeneigt sind.“
Und JULI sollten nicht so pessimistisch sein. Der Sommer ist vielleicht zum beschaulichen Spätsommer geworden, aber vorbei ist er noch lange nicht. Mit organischer Musik, tiefgründigen Lyrics und verdammt schönen Arrangements beherrschen JULI immer noch die Szene.
Fotocredit: Amelie Siegmund
Und auf der anderen Seite ist da der dreißigjährige Wincent. Alle Alben bisher mit „irgendwie, irgendwo, irgendwann“ im Titel – so auch das neue: „Irgendwo ankommen“. Das erinnert an Max Giesinger, der Wincent zu Beginn stark protegiert hat und dessen erste Albumtitel immer eine räumliche Bewegung in sich trugen während es bei Wincent eher eine zeitliche ist.
Stilistisch bleibt Wincent weiterhin sehr poetisch und nachdenklich. Da sind Lyrics oft eine persönliche Standortbestimmung. Manchmal zitiert er sich selbst, denkt über Vergangenheit und Zukunft nach. Mit smarten Vocals singt Wincent den ruhigen Opener und Titelsong, doch bei „JA/NEIN“ darf es dann schon absolut rockig werden. Wie auf Wincents Konzerten, die inzwischen jede Arena füllen können, gibt es eine Mischung aus Feuerzeug-Songs und hymnischen Abreißern.
„Wunder gesehen“ passt perfekt zur abendlichen Lagerfeuer-Party. Aber Wincent spart auch schwierige Themen nicht aus, wenn er in „Alleine bin“ seine Depressionen thematisiert. Ein Song wie „Spring“ geht dann in eine andere, positive Richtung und beschreibt die Überwindung von Ängsten.
In dreißig Minuten geht es Schlag auf Schlag – alles im Rahmen von zweieinhalb Minuten. Viele Songs sind rhythmisch und tanzbar, was vielleicht den größten Unterschied zu JULI ausmacht. Aber ich will jetzt gar nicht sagen, welche Ausrichtung mir besser gefällt. Beide Deutschpop-Alben stehen für sich und werden ihre Wirkung vor allem live entfalten. Zumal beide Seiten einige Radiohits zu bieten haben.
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Was passiert, wenn ein Nashorn aus dem Zoo ausbricht, ganz Berlin unsicher macht und später mit seinen tierischen Freunden eine fette Party feiert? Bei Dikka ist dabei auf jeden Fall ein lustiges und unterhaltsames Album entstanden. Der Songwriter Sera Finale, der hinter dem rappenden Nashorn steckt, hat bisher für erfolgreiche deutsche Künstler von Culcha Candela bis Wincent Weiss gearbeitet und will nun mit coolem Hip-Hop die Kindermusikszene erobern.
Vom Tanzhit „Party im Zoo“ über das selbstbewusste „Kann ich allein“ bis zum trotzigen „Ich geh nicht ins Bett“ rappt Dikka über die verschiedensten Themen, die Kinder interessieren und ihren Alltag prägen. Da wird beim Loblied auf „Pommes mit Mayo“ in den Strophen zwar auch das gesunde Gemüse erwähnt und bei der „Rolle durch den Kiez“ mit dem Rad darf natürlich der Helm nicht fehlen. Hauptsächlich sind die Texte aber cool und frech und auf Augenhöhe mit den Kids, wobei hier eher jüngere Kinder angesprochen werden. Für die ist der Vater bestimmt noch ein „Superpapa“ und sie brennen auch für die Frage, warum eigentlich irgendwann alles „Kakka“ wird.
Musikalisch bewegen sich die Songs des Albums durch die verschiedensten Varianten des deutschen Hip-Hop, sind also nicht unbedingt geeignet für Fans von handgemachter und sehr melodiöser Musik. Diese haben aber vielleicht Freude am Titelsong „Oh Yeah!“, bei dem Forsti alias Mark Forster für eine eingängige Hook sorgt, oder sie können sich von Leas Stimme im wunderschönen Abschlusslied „Bis zum Mond“ verzaubern lassen.
Insgesamt ist dem rappenden Nashorn Dikka mit „Oh Yeah!“ ein überzeugendes Debüt gelungen, das auf jeden Fall eine neue Farbe in die bunte Welt der Kindermusik bringt und für viel Spaß im Kinderzimmer sorgen kann. Dass Dikka auch noch als Nashorn-Botschafter des NABU auftritt, macht ihn noch zusätzlich sympathisch – schließlich können wir nie früh genug anfangen, die Welt zu retten!
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Johannes Oerdings sechstes Studio-Album „Konturen“ meldete nur zwölf Wochen nach dem Release Ende 2019 Gold-Status und war das erste Nr. 1-Album seiner Karriere. Es ist ein Fest aus lässigem Pop, knackigem Elektro, satten Streichern, reduziertem Beat, NDW-Übermut und orchestralem Filmmusik-Pathos. Und keine Angst: Wer die melancholische Seite des sanften Songwriters liebt, wird ebenfalls nicht enttäuscht.
“An guten Tagen” ist ein optimistischer Poptitel, der ebenso gut ins Ohr geht wie der Nostalgie- und Mutmachsong “Alles okay”. Doch schon mit “Blinder Passagier” wird es nachdenklich und politisch. Überraschend tanzbar sind der Weckruf “Anfangen” und die Hymne “Vielleicht im nächsten Leben”. Diese Songs tragen zur Auflockerung bei, doch mir gefällt vor allem der ruhige Sänger. Egal, ob er mit “Unter einen Hut” still zurückblickt oder für “Besser als jetzt” perfekten Gitarrenpop im Stil von Gregor Meyle abliefert. „Konturen“ ist mindestens ebenso gut wie mein bisheriges Lieblingswerk „Kreise“.
Die Zeit bis zu den kürzlich bestätigten Nachholterminen der Corona-bedingt abgebrochenen Tour überbrückt aktuell eine 2-CD „Special Edition“ von „Konturen“, die am 23. Oktober inklusive zwei neuen Songs und einer Bonus-CD mit ausgewählten Akustikaufnahmen erscheint. Darunter, neben einem Feature von Kumpel Wincent Weiss, auch die neue Single „Ungeschminkt“. „Manchmal hat man das Glück, in wenigen Minuten und in wenigen Zeilen ein Gefühl genau auf den Punkt zu bringen. Es ist ein Liebesbrief, der sich wie von selbst geschrieben hat.“ Der neue Song funktioniert als Liebeserklärung an die Schlichtheit, an die einfachen Dinge des Lebens – und passt damit auch perfekt zu den akustischen Tracks, die CD 2 bilden. „Ketten“ hingegen ist eine treibende Hymne mit elektronischen Sounds, die den Wunsch nach einem neuen Aufbruch thematisiert. Ebenfalls sehr passend in dem Jahr der kulturellen Stille.
Die Konzertreihe „Lagerfeuer Acoustics“ erlaubte im Rahmen der „Stadtpark Acoustics“ in Hamburg mit maßgeschneidertem Setting und durchdachtem Hygienekonzept erstmals wieder Liveshows für bis zu 900 Zuschauer. Oerding spielte so an fünfzehn Dates bis Mitte September live vor insgesamt 13.500 Fans, die Tickets waren in Rekordzeit ausverkauft.
Die zehn Akustik-Tracks, die zum größten Teil vom „Konturen“ Album stammen, wurden im Studio neu aufgenommen und geben einen perfekten Eindruck davon, wie Oerdings Songs ohne große Produktion und technisches Brimborium klingen. CD 2 wird somit zur melancholischen, nachdenklichen Compilation, die das erwähnte Lagerfeuer-Feeling perfekt in den heimischen Player bringt. Das zweistimmige Duett mit Wincent ist wirklich ganz großes Kino und lässt mich die Bewertung des Albums in unserer Skala um einen Punkt auf die Höchstwertung anheben. Wundervoll!
Schade, dass es die Songs in diesen Versionen 2020 nur in Hamburg gab. Hoffen wir, dass im nächsten Jahr auch der Rest des Landes in den Genuss kommt.
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Wer die Karriere von Wincent Weiss verfolgt, der sich in drei Jahren und zwei Alben vom One-Hit-Radiowunder zum Arenen füllenden Star gemausert hat, erkennt, dass dieser alles richtig macht und einen erfolgreichen Karriereplan verfolgt. Ob gewollt oder nicht – es gibt keine halben Sachen.
2019 war ein ganz besonders Jahr: Mit dem Ende März veröffentlichten zweiten Album „Irgendwie Anders“ konnte der Popstar seine Erfolgsgeschichte der vergangenen Jahre ohne Unterbrechung fortsetzen. Das Album schoss direkt auf Platz 2 der Deutschen Album-Charts, die Singles „Kaum Erwarten“ und der jüngst veröffentlichte Track „Einmal im Leben“ avancierten zu Dauerbrennern in den Radiocharts und Playlisten.
Zum Album muss man nicht mehr viel sagen. Ich habe zwei Kids im frühen Teenie-Alter. Klar also, dass es seit einem Jahr Dauerbrenner im Auto und im Wohnzimmer ist. Den Mehrwert bietet jetzt eine live-CD mit 11 Titeln. Das ist natürlich kein kompletter Konzertmitschnitt, aber die Scheibe enthält die Highlights von einer formidablen Tour. Wincent hat die Arenen der Republik im wahrsten Sinn des Wortes abgefackelt – „Feuerwerk“!
Leider wurden seine sympathischen Ansagen raus geschnitten, aber man spürt die Energie des Konzerts, das bei der ausverkauften Show in der Barclaycard Arena in Hamburg zum Tourabschluss aufgezeichnet wurde. Der effektvolle Start mit „Kaum Erwarten“. Das anklagende “1993” gerichtet an seinen Vater, den Wincent nie kennen gelernt hat. Der Stopptanz mit dem Publikum zu “Was machst du nur mit mir”. Hits wie „Musik sein“, „Frische Luft“, „An Wunder“ und zum Abschluss „Feuerwerk“. Er ist einfach ein perfekter Entertainer. Johannes Oerding als Special Guest ist ein zusätzliches Highlight.
Als Fazit muss ich sagen, dass mir ein komplettes Livealbum (am liebsten mit DVD) natürlich lieber gewesen wäre. Doch ein halbes Konzert ist besser als nix. Die Songauswahl ist jedenfalls sehr gelungen. Wer das Album schon im Besitz hat, überlegt sich natürlich, ob er es ein zweites Mal kaufen muss. Elf Titel einzeln als Download kosten fast soviel wie die Doppel-CD. Das ist halt die Krux mit solchen Aktionen. Wer aber das Album noch nicht besitzt, hat jetzt keinen Grund mehr zu zögern.
Nachdem Wincent Weiss im Februar 2018 mit seiner Akustik-Tour noch in der kleineren Europahalle weilte und das Trierer Publikum mit einem Sitzkonzert verwöhnte (HIER unser Bericht zum Konzert in der Europahalle Trier 2018), musste jetzt die Arena dran glauben. Die fünffache Zuschauermenge mit Stehplätzen im Innenraum – ein fantastisches Liveerlebnis – eine gigantische Show. Das Publikum vereinte alle Generationen und viele Kinder freuten sich auf ihr erstes Konzerterlebnis, während die Mädelsfraktion in Windeseile die vorderen Reihen stürmte und sich dort mit Bannern und Pappschildern breit machte. Zum Glück gab es eine lange erste Reihe, denn die Produktion sah einen langen Laufsteg vor, der mitten ins Publikum führte.
Die Bühne war zu Beginn noch verhangen und kurz vor 20 Uhr startete Bengio, der Sänger/Songwriter aus Fulda. Er bot eine Mischung aus Pop und HipHop. Vor allem emotionale Songs, die er mit sanfter Stimme vortrug. Dazu durfte er ein großes Banner am Bühnenvorhang hissen, drei Instrumentalisten mitbringen und den Laufsteg für seine Performance nutzen. Das ist nicht selbstverständlich für einen Support und man sollte es Wincent hoch anrechnen, dass er Bengio diese Möglichkeit gibt. Vermutlich weiß er selbst, was eine solche Unterstützung bedeutet. Es ist gerade mal drei Jahre her, dass Max Giesinger den damals 23jährigen Wincent Weiss mit auf Tour nahm, der mit dem Radiohit „Musik sein“ erste Erfahrungen gesammelt hatte. Und damit begann das Märchen des Sängers aus Bad Oldesloe (HIER unser Bericht zum Konzert in der Garage Saarbrücken 2016).
Bengio beendete seinen 35minütigen Set mit dem Song „Irgendwas“, den er gemeinsam mit Yvonne Catterfeld aufgenommen hat und der dann doch vielen Zuschauern vage bekannt vorkam, und der aktuellen Single „Fan von dir“, die ordentlich abgefeiert wurde. Bengio war ein durchaus starker Support – und er wird bestimmt noch länger in Erinnerung bleiben.
Der Umbau dauerte bis um 21 Uhr und pünktlich ging es los mit Wincent Weiss, der sich allein mit Gitarre im vorderen Teil des Laufstegs einfand. Ein stiller, sehr heimeliger Beginn – und der perfekte Moment für erste Mitsing-Einlagen des Publikums. Doch dann ging es noch während des Songs in die Vollen und man konnte ahnen, was einen erwarten würde: Pyro mit Knalleffekt und ein Konfettiregen leiteten „Kaum erwarten“ ein. Wincent begrüßte das Publikum vom Bühnenrand, ein Hüpfer über unsere Fotografen Alexander Moell, um den ich dabei schon ein wenig Angst hatte (HIER die Konzertfotos aus Trier 2019), und wie der Blitz stand Wincent schon zum dritten Stück „Hier mit dir“ mitten in der Menge und räumte das Feld vom Mischpult her auf.
Was für eine Energie in dieser Show! Immer in Bewegung – hautnah zu den Zuschauern und voller Power beim Gesang. Dazu hatte er eine formidable Liveband mit dabei. Vor allem Gitarrist Benni Freibott ragt kongenial heraus und bietet seine eigene Instrumentalshow mit fulminanten Soli und perfekten Gesangseinlagen in den Höhen. Wer die Karriere von Wincent Weiss verfolgt hat, der sich in drei Jahren und zwei Alben vom One-Hit-Radiowunder zum Arenen füllenden Star gemausert hat, erkennt, dass dieser alles richtig macht und einen erfolgreichen Karriereplan verfolgt. Ob gewollt oder nicht – es gibt keine halben Sachen. Und diese Hammershow, die allen lange in Erinnerung bleiben wird, ist ebenso Teil dieser Erfolgsgeschichte wie ein solcher Gitarrenheld. Hinzu kommt Wincents frisches Auftreten, der hier sichtbar sein Ding macht.
Im ersten ruhigen Moment erzählte er vom lange zurückliegenden Trier-Erlebnis mit einem Freund im Südbad. Ein Raunen ob dieser Anekdote. Dann Europahalle und gleich beim dritten Besuch in der Arena. So schreibt man Trier-Geschichte. „Einmal im Leben“ tauchte die Arena wieder in Regenbogenfarben. Wincent scheint bunte Farben und Konfetti zu lieben. Bei „Unter meiner Haut“ war er schon wieder mitten unter den Fans und danke ihnen dafür, ihm schon nach zwei Alben solche Konzerte zu ermöglichen. Sehr authentisch und sympathisch.
„Weck mich nicht auf“ war dann eigentlich ein Weckruf für alle, die in emotionale Gefilde wegzudriften drohten. Rockige Power, ein Gitarrensolo, Flammenpyro bis hin zu dem Moment, in dem Wincent selbst an den Armen in Flammen stand. Das waren Show-Momente! Danach wurde es wieder ruhiger. Zunächst mit dem anklagenden „1993“ gerichtet an seinen Vater, den er nie kennen gelernt hat, dann „Herzschlag“ akustisch vorgetragen für die kleine Schwester, die er so oft vermisst, wenn er auf Tour ist. Im Glanz Tausender Handylichter waren das sehr romantische Momente. Der Akustikset auf dem Laufsteg wurde fortgeführt mit einem Medley bekannter Deutschpop-Titel wie „Chöre“, „80 Millionen“, „Holz“, „Vincent“, „Pocahontas“, „Tausend Tattoos“ und „Cordula Grün“. Spätestens bei letzterem sang die komplette Halle lautstark mit.
Im Anschluss wieder Publikum-Action: „365 Tage“ ließ alle in die Hocke gehen und auf Zuruf springend abfeiern. Zu „Was machst du nur mit mir“ konnte erst die Band auf dem Laufsteg Übungen im Synchrontanz vollziehen, bevor das Publikum zum ultimativen Stopptanz aufgefordert wurde. Es folgte Wincents erster große Hit „Musik sein“ und der Sänger kletterte (vermutlich zur Freude der Security) die eingefahrenen Tribünenwände hoch zum sitzenden Publikum. Agil und sportlich – schließlich sollte jede und jeder Anwesende ihn hautnah erleben dürfen.
Wer bis dahin noch keine Berührung ergattert hatte, durfte jetzt bei „Frische Luft“ sein Glück versuchen, als Wincent sich crowdsurfend durch die Menge bewegte. Kein Rock-Klischee, das er nicht gekonnt bediente, bis hin zu den riesigen Luftballons, die nun zum letzten Abfeiern vor dem Zugabenblock ins Publikum geschossen wurde.
Kann man diese Fete noch toppen? Als Zugabe lieferte Wincent ein Hardrock-Medley von Songs seines ersten Albums, bei dem die Instrumentalfraktion nochmal ihr ganzes Können zeigen durfte. Damit hatte er zum Schluss vermutlich sein komplettes Repertoire aus zwei Alben gespielt. Auch eine Leistung!
Die letzte emotionale Ansage ging an eine Freundin, die sich nach fünf Jahren Beziehung von ihm getrennt hatte und für die er den Song „Pläne“ geschrieben hat. Großaufnahmen zeigten ihn mit Tränen im Gesicht. Also auch an Wincent Weiss gehen die persönlichen Momente nicht spurlos vorüber. Und zum furiosen Ende der 2-Stunden-Show gab es „Feuerwerk“. Und – ja! – mit echtem Feuerwerk in der Arena. Das kontrollierte Abschießen von Feuerwerkskörpern in der Arena habe ich auch noch nicht erlebt. Ein explosives Ende einer beeindruckenden Show. Man mag sich nicht vorstellen, wie Wincent das noch steigern will. Beim nächsten Besuch in der Region wird die Arena vermutlich nicht mehr ausreichen.
Wincent Weiss – Setlist, Arena Trier, 28.11.2019
Irgendwie anders
Kaum erwarten
Hier mit dir
Einmal im Leben
Jemanden vermissen
Unter meiner Haut
Weck mich nicht auf
1993
Herzschlag
Medley (deutsche Songs)
365 Tage
Was machst du nur mit mir
Musik sein
Frische Luft
An Wunder
Zugegeben: Früher musste man sich die Ehre eines „MTV unplugged“ härter erarbeiten und zum Teil Jahrzehnte warten, bis man für dieses Konzept reif war. Vor allem deutsche Künstler hatten da schon wahren Meisterstatus wie beispielsweise Udo Lindenberg. Inzwischen aber passen anscheinend auch Bands ins Format, die noch jung an Dienstjahren sind. Schließlich wurden Santiano erst 2011 gegründet.
Dass den norddeutschen Geschichtenerzählern mit ihrem Seemannsgarn und den Folk-Rock-Schlagern die unplugged-Geschichte gut steht, ist zumindest außer Frage. Die Truppe ist wie geschaffen für ein solches Livekonzept. An einem Abend im Juni war es schließlich soweit. Santiano führten in der Kulturwerft Gollan in Lübeck, verstärkt durch langjährige musikalische Begleiter und das Wolf Kerschek Orchester, durch einen denkwürdigen Abend und sämtliche Meilensteine ihrer Bandgeschichte. Es wurde ein Abend zum Erinnern.
Die Songs, die die Band für sich neu arrangiert hat, wirken, als wären sie exakt für diesen Rahmen geschrieben: Zwischen Seesäcken und Kisten, Tauen und Fischernetzen, mit Akustik-Gitarre, Fiddel und Schifferklavier. Und die Gäste tragen ihres dazu bei – beispielsweise Ben Zucker, der mit seemännisch rauer Stimme „Lieder der Freiheit“ (ein Cover von „To France“) interpretiert. Angelo Kelly verfeinert „Land Of Green“ und Wincent Weiss kann als Norddeutscher auch „Hoch im Norden“ hymnisch mitgestalten.
Stilistisch variabel wird es zudem mit Alligatoah, In Extremo und Eisbrecher. Der Ohrwürmer sind viele vorhanden: Vorneweg „Gott muss ein Seemann sein“ und „Es gibt nur Wasser“.
Zum richtige Genuss muss man vermutlich die DVD sehen. Mir liegt nur die 2CD-Version vor. Ehrlich gesagt könnte es sich (abgesehen von der Flut an Gästen) auch um ein gewöhnliches Livealbum handeln. Das liegt vor allem daran, dass die Songs von Santiago ohnehin schon diesen akustischen und folkigen Charme versprühen, den auch MTV unplugged immer ausmacht. Allemal macht es Spaß, was die Truppe hier abliefert.
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Jetzt schreibe ich schon zum sechsten Mal über die begleitende CD zum Tauschkonzert „Sing meinen Song“. Ich will aber nicht müde werden zu betonen, wie gelungen dieses Format ist und wie herausragend die dazugehörige CD. Auch im sechsten Jahr der Show stimmt mal wieder alles. Und es ist vor allem eine Sache, die mir einmal mehr klar wird: In einer Zeit, da das Album kaum noch etwas zählt und nur einzelne Songs von Künstlern gehypt werden, die man dann schnell wieder vergisst, ist es um so wichtiger, einzelne Interpreten näher kennen zu lernen und sich mit ihnen zu beschäftigen. Dazu lädt „Sing meinen Song“ zum wiederholten Male ein. Gastgeber ist inzwischen Michael Patrick Kelly. Und er macht seine Sache hervorragend. Jede Sendung widmet sich einem der Beteiligten, man bekommt Einspieler der Originalsongs, erfährt viel zur Biografie und darf schließlich die Coverversionen genießen. Dieses Konzept kommt im CD-Format natürlich nur bedingt rüber, aber die Doppel-CD („Deluxe“ Version) bietet immerhin alle Songs in der Show-Reihenfolge. Sie ist damit der Einzelversion, die eher eine „Best of“ darstellt, um Längen voraus.
Mit sechs neuen hochkarätigen Musikern im Gepäck kehrt Michael Patrick Kelly nach seiner Tauschkonzert-Teilnahme 2017 als neuer Gastgeber von „Sing meinen Song“ nach Südafrika zurück: Milow, Wincent Weiss, Johannes Oerding, Alvaro Soler, Jeanette Biedermann und Jennifer Haben sind seiner Einladung gefolgt und haben ihre größten Hits mitgebracht, um sie der Reihe nach zum Tausch anzubieten.
Highlights gibt es viele. Auch einige Titel, die mehr wie Lückenfüller wirken, mit der Zeit aber ihre Bedeutung im Gesamtwerk der Künstler entfalten. Und es sind ja gerade die besonderen, zum Teil ausgefallenen Versionen, die zeigen, wie der Song im Mittelpunkt des Geschehens steht.
Es fängt schon an mit dem Überhit „Musik sein“ von Wincent Weiss, dem Milow als „Springsteen Story“ stellenweise einen eigenen englischen Text mit emotionalen Bezügen mitgibt. Das ist ebenso groß wie der Paddy-Titel „Hope“, dem Johannes Oerding in „Hoffnung“ einige Gänsehaut-Momente beschert. Selbst Alvaro Soler, dem ich musikalisch so gar nichts abgewinnen kann, besticht durch eine solide und stimmlich hervorragende Leistung. Hut ab!
Man entdeckt so einiges Neues, wenn man die CD komplett hört. Vor allem die Songs von Jeanette Biedermann und ihrer Band Ewig sind bisher weitestgehend an mir vorbei gegangen. Und was Beyond The Black mit Jennifer Haben normalerweise liefern, ist vor allem ein durchdringender Sound. Hier aber werden die Titel mit musikalischen Finessen versehen und man hört viel stärker auf den Text.
Ganz zum Abschluss gibt es noch eine kleine Überraschung: Das Duett „Ich will noch nicht nach Hause“ von Johannes Oerding und Michael Patrick Kelly beschreibt die besondere Chemie unter den Künstlern. Ein gelungenes Fazit, das die insgesamt 43 Songs gekonnt zusammenfasst.
Seit zehn Jahren wird der Songwriter-Wettbewerb für Kinder und Jugendliche jetzt schon im KiKA ausgestrahlt. Und er erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Nicht nur dass Popsängerin Lina (die Bibi aus den Kinofilmen) dort ihre ersten Schritte in die Öffentlichkeit machte und für die große Showbühne entdeckt wurde. Es sind immer wieder großartige Talente, die sich hier einfinden um mit professioneller Hilfe aus einer Songidee ein gut produziertes Ergebnis zu erzielen.
Das Format hat sich über Jahre hinweg als feste Instanz musikalischer Nachwuchsförderung etabliert. 2017 meldeten sich erneut hunderte Talente bei ZDF und KiKA. Doch am Ende schafften es nur acht Kandidatinnen und Kandidaten ins große Finale. Zuvor bekam jeder Finalist einen prominenten Musikpaten zur Seite gestellt, mit dem sie oder er den eigenen Song professionell im Tonstudio aufnehmen durfte.
Die Musikpaten dieser Jubiläumsstaffel waren Wincent Weiss, Aura, Dellé, Matthias Schweighöfer, Leslie Clio, Die Lochis, Gil Ofarim und Alexander Klaws. In der großen Finalshow präsentierten alle acht Finalisten zusammen mit dem jeweiligen Musikpaten den eigenen Song vor Publikum. Im Anschluss entschieden die Fernsehzuschauer welcher der jungen Musiker “Songwriter des Jahres 2018“ wurde. Pünktlich zur Finalshow erschien am selben Tag das Album zum Songwriter Contest.
Das DEIN SONG Digipack (1CD + 1DVD) beinhaltet die Songs aller Finalisten aus der TV-Show, Musikvideos und Bonussongs. Die Vielfalt könnte nicht größer sein:
Da ist der zehnjährige Sieger Jonah Splettstößer, der seinen rockigen Gute-Laune-Titel „Ich möchte nicht mehr zuschauen“ mit den Lochis produzierte. Oder Sidney Eitel, der seinen Deutschpop-Titel „Regenbogen“ ganz im Stil von Wincent Weiss schrieb und auch mit eben diesem als Songpaten belohnt wurde. Annalea Hummel, die mit Gil Ofarim an ihrem fantastischen Poptitel „Some new scars“ arbeitete. Chaski Ayvar Waltz, der in „Nah sell my Soul“ echtes und sehr spielfreudiges Reggae-Feeling verbreitete. Und mein persönlicher Favorit Felix Nier, der für „Der euphorische Weltuntergang“ ein fast schon komplett ausgereiftes Musical-Gerüst schuf, Emotionen und eine gehörige Portion Exzentrik versprühte und mit Ex-DSDSler Alexander Klaws den perfekten Paten an seiner Seite hatte.
Echte Ausfälle waren mal wieder nicht dabei. Das Niveau dieser Sendereihe ist doch immer sehr hoch. Die stilistische Bandbreite war vielleicht noch nie so hoch wie dieses Mal. Da wird jeder seinen Lieblingstitel finden, denke ich. Dass mit Jonah der jüngste Teilnehmer des Finales gewonnen hat, ist auch nur eine Momentaufnahme. Verdient hätten den Titel einige der Kandidaten.
Eltern mit musikbegeisterten Kindern kennen das Problem: Die Kleinen wollen ihre Helden auch mal live sehen. Aber kann man es ihnen zumuten, drei Stunden in einer Menschenmenge zu stehen, aus der heraus sie höchstens mal den Haarzipfel des geliebten Künstlers erblicken können? Wincent Weiss schafft da Abhilfe. Schon sehr früh in seiner Karriere geht er auf eine akustische Tour in mittelgroßen Hallen – mit Sitzplätzen. Kein Wunder, dass die Europahalle in Trier schon früh ausverkauft war und sich viele Generationen auf den Sitzen befanden.
„Da müsste Musik sein, überall wo du bist!“ – mit seiner 2016er Single „Musik Sein“ hat Wincent Weiss viel mehr als eine künstlerische Duftmarke gesetzt. Damals konnte ich ihn als Support von Max Giesinger live erleben. Und es war eine Offenbarung: Wincent trat als ein durch und durch sympathischer Bursche auf. Seine Ansagen waren fast schon anrührend, wenn er von seiner kleinen Schwester erzählte und in den Dialog mit dem Publikum ging. Es war ihm auch sichtbar peinlich, von den Mädels angehimmelt und für seine Musik bejubelt zu werden.
Inzwischen dürfte er sich daran gewöhnt haben. Schließlich hat er ein fantastisches Debütalbum auf dem Markt, das auf Anhieb Platz 3 der Charts belegte. Mit der Zeit wurde die Idee geboren, die Songs des Album-Debuts „Irgendwas Gegen Die Stille“ noch einmal aufzunehmen. Akustisch, liebevoll neu arrangiert und sparsam instrumentiert: Streicher, Gitarren, Klavier, Percussion. Und die unnachahmlich warme und feinfühlige Stimme von Wincent Weiss. Aus der Idee wurde Wirklichkeit, wie man auf der aktuellen Tour erleben darf.
Klar stellte sich die Frage, wie Wincent denn nun mit den Titeln seines Debütalbums einen kompletten Konzertabend füllen wollte. Doch keine Angst: Es gibt ja schöne Coverversionen, mit denen man locker auf 100 Minuten Länge aufstocken kann.
Den Anfang in der voll besetzten Halle machten aber um 20 Uhr Lupid aus Gießen. Das Trio war erst am Tag zuvor informiert worden und spontan als Support eingesprungen – eine hervorragende Wahl. Sänger Tobias Hundt stammt eigentlich aus der christlichen Liedermacherszene und hat schon mit Größen wie Samuel Harfst und Johannes Falk Musik gemacht. Jetzt ist er als Kopf des Trios Lupid unterwegs, begleitet von Piano und Percussion. Deutsche Balladen gaben sie zum besten – und als die Ansage zu „Aus allen Wolken“ mit den Worten „für alle pubertierenden Jungs im Publikum“ abgeschlossen wurde, gab es großes Gelächter von der vorwiegend weiblichen Zuhörerschaft. Egal. Lupid trafen den Nerv des Publikums mit ihren melancholischen Liedern und es gab gar Standing Ovations der ersten Zuschauerreihen, als sie zum Abschluss ihre am 2. März erscheinende Single „Am Ende des Tages“ vorstellten. 30 gehaltvolle Minuten, die für einen guten Start in den Konzertabend sorgten.
Dann aber – nach 15 Minuten Umbau – der Star, auf den alle gespannt warteten. Wincent ist immer noch der sympathische Junge ohne Starallüren. Damit hatte er das Trierer Publikum auf Anhieb im Griff. Das Bühnenbild für die Akustik-Tour ist wie ein Wohnzimmer aufgebaut. Drei tapezierte Wände, Familienfotos in einer Ecke, Kaminfeuer und eine Theke mit Barkeeper (die wohl nicht jeder zuhause hat) schufen ein stilvolles Ambiente. Verstärkt wurde das noch durch einen Kontrabass und ein kleines Streicherensemble (zwei Geigen, Bratsche und Cello). Man hatte sich also vorgenommen, die neuen Arrangements auch virtuos zu vermitteln.
Natürlich spielte Wincent Weiss die Songs des Albums „Irgendwas gegen die Stille“. Zwischendurch aber war er ständig im Publikum unterwegs. Viele Künstler machen ja einmal im Set dieses Bad in der Menge, doch er war gefühlt ständig auf Achse, machte Selfies mit den Kids und Teens, sammelte unzählige Geschenke ein, gratulierte Geburtstagskindern und war nach dem Zwischenruf „Ich will ein Foto mit dir“ so erleichtert, dass es „nur“ um ein Foto ging, weshalb er sich gleich auf den Weg zu besagtem weiblichen Fan machte.
Auch Revolverheld oder Tim Bendzko haben schon solche Wohnzimmerkonzerte gegeben. Dort wirkt das Geschehen aber immer sehr durchchoreografiert. Nicht bei Wincent: im Gegenteil. Er lässt sich von gefühlt jedem zweiten Zwischenruf ablenken und auf neue Ideen bringen. Da kann er sich auch mal auf der Bühne umziehen, weil ihm ein Hemd geschenkt wurde. Diese Interaktionen schienen im Spaß zu machen. Und das machte ihn ungeheuer sympathisch.
Ach ja: Musik gab es auch. Wunderschöne Balladen wie „Ein Jahr“, „Gegenteil von Traurigkeit“ und „Betonherz“. Die Streicher waren bisweilen sehr prägnant, was den Arrangements absolut gut tat. Zu „Regenbogen“ gab es ein stimmungsvolles Handy-Sternenmeer. Das Publikum befolgte alle Anweisungen aufs Wort. Wincent sang auch seinen ersten Hit „Unter meiner Haut“. Ein Cover von Elif, das vor einigen Jahren von den DJs Gestört aber geil in einem Remix verbraten wurde und mit dem die Karriere des jungen Manns begann. In der Akustik-Version war es gigantisch gut. Ebenso wie ein Cover von Philipp Poisel („Wie soll ein Mensch das ertragen“), das er allein an der Gitarre vortrug, oder ein Deutsch-Pop-Medley mit Titeln von Mark Forster, Max Giesinger und anderen Vorbildern. Selbst „Ich und mein Holz“ wurde darin verbraten.
Den eigenen Song „Herzlos“ sang Wincent nur zu Pianobegleitung. Dann zog er wieder los ins Publikum und sang aus der Menge heraus „Nur ein Herzschlag entfernt“, das er für seine inzwischen 13jährige Schwester geschrieben hat. Zum Ende hin gab es die ersehnten Singlehits „Musik sein“ und „Frische Luft“. Diese rahmten den Titel „Wir sind“ ein, bei dem das Publikum geschlossen DIN-A4-Zettel mit dem Spruch „Wir sind das was bleibt“ in die Höhe hielt. Das war von einem Fanclub vorbereitet und da war selbst Wincent Weiss für einen Moment sprachlos.
Zum Zugabenteil mit dem abschließenden „Feuerwerk“ lud er alle Fans, die schon lange nicht mehr auf den Stühlen saßen, nach vorn an die Bühne ein. Das gab ein großes Gewusel und bestimmt entsetzte Gesichter bei manchen Eltern. Die Stimmung war fantastisch und es zeigte sich, dass der 25jährige in seiner kurzen Karriere alles richtig gemacht hat. Es ist schon eine Bank, mit nur einem Album die mittelgroßen Hallen zu füllen. Tendenz steigend. Ich bin zuversichtlich, dass er die gebotene Qualität auch auf einem zweiten Album halten kann. Die kleinen und großen Fans warten geduldig.
In Musicheadquarter wurde schon oft über diesen Sampler geschrieben, dessen Volume 18 dieser Tage erscheint. Wieder ist die Mischung absolut stimmig für jung und alt – oder besser: klein und groß. Den Anfang macht der aktuelle Hit für alle „Bibi & Tina“-Fans. Lina Larissa Strahl singt gemeinsam mit Louis Held „Tohuwabohu“.
Ähnlich turbulent geht’s weiter und aktuelle Kinderlieder wechseln sich mit den Vertretern oberer Chartregionen ab. Adel Tawil, Tim Bendzko, Wincent Weiß, Max Giesinger, Mark Forster. Die üblichen Verdächtigen, was guten Deutschpop angeht.
Dazwischen mogeln sich kinderkompatible Liedermacher wie Volker Rosin und Reinhard Horn. 3Berlin haben sich inzwischen deutschlandweit durchgesetzt und präsentieren „Drüber lachen“, Frank und seine Freunde besingen die „Pizzakatze“ und die Superzwerge geben den „Badewannenschaumsong“ zum Besten.
Zugegeben – die Brüche zwischen den Songs sind bisweilen etwas krass. Doch selbst Altmeister Rolf Zuckowski erscheint im bunten Reigen mit „Starke Kinder“. Englischsprachige Titel haben diesmal das Nachsehen. Clean Bandit, Martin Solveig und Starley sind vertreten, aber das Gros der Songs ist auch für die U10 durchgehend verständlich.
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Die 21 Songs der 18. Compilation ergeben ein einmaliges, gut gelauntes und frühlingshaftes Hit-Paket (nicht nur) für Radio TEDDY-Hörer! Empfohlen ab 4 Jahren.
Als deutschsprachiger Singer / Songwriter hat man momentan einen guten Stand. Seit Pioniere wie Philipp Poisel den Boden neu bereitet haben, schießen die jungen Männer mit oder ohne Gitarre wie Pilze aus dem Boden und können oft sehr erfolgreich agieren. Manchmal fehlt nur der eine große Hit zum Durchbruch. Gestern in der Garage Saarbrücken gab es gleich zwei Kandidaten dieses Kalibers. Max Giesinger hatte sein eigenes EM-Wunder mit der textlich angepassten Version von „80 Millionen“. Und schon war er in aller Munde. Ursprünglich sollte das Konzert im Kleinen Club der Garage stattfinden, doch es wurde ob des plötzlichen Starpotentials sehr schnell in den großen Saal verlegt. Der platzte dann auch aus allen Nähten. Das Publikum war durchmischt, von Kindern bis hin zu älteren Paaren. Weibliche Zuhörer in der absoluten Überzahl – das konnte man an den Mitsingpassagen deutlich erkennen.
Als Support war Wincent Weiss am Start. Ein Newcomer, der momentan auch seinen Platz in den Radio-Playlists findet. Seinen Song „Musik sein“ hörte ich erstmals auf der Hinfahrt nach Saarbrücken. Zufällig im Radio. Das war doch mal ein gutes Zeichen. Auf der Bühne fand man sich zum 30minütigen Support Set also Trio ein. Wincent am Gesang, seine Begleiter abwechselnd an Keyboard, Gitarre und Cello. Es war ein akustischer Set, der anfangs etwas unterging, da das Publikum an den Rändern einfach nicht mit ewigem Gequatsche aufhören wollte. Als aber die Stimmung im Innenraum von Song zu Song besser wurde, war auch hier die Aufmerksamkeit geweckt.
Wincent ist ein durch und durch sympathischer Bursche. Seine Ansagen waren fast schon anrührend, wenn er von seiner kleinen Schwester erzählte und in den Dialog mit dem Publikum ging. Es war ihm auch sichtbar peinlich, von den Mädels angehimmelt und für seine Musik bejubelt zu werden. Eine CD hat er noch nicht am Start, darum werden die Songtitel von mir auch vermutlich falsch wiedergegeben. Zum großen Teil klassische Lovesongs („Ein Jahr reicht, um dich zu vergessen“, „Regenbogen“), ein melancholischer Gruß an die Schwester („Herzschlag entfernt“) und ein Titel zum Älterwerden („Was kann die Zeit für ein Arschloch sein“). Allesamt eingängig und angenehm anzuhören. Der Keyboarder stimmte spontan „Stand By Me“ an und das Publikum sang lauthals mit. Durch solche Dinge lässt sich Wincent noch aus der Fassung bringen.
Der gelungene Support endete mit „Unter meiner Haut“ und „Musik sein“. Während letzteres die aktuelle Single ist, war der erstgenannte Titel schon ein kleiner Hit in der Version des Deep House Duos Gestört aber Geil. Erstaunlich textsicher konnte das Publikum diese beiden Songs mitsingen und Wincent verließ sichtlich gerührt die Bühne.
Max Giesinger hatte nun die Aufgabe, den Staffelstab eines hervorragenden Supports aufzunehmen. Das gelang ihm spielend, indem er „Der Junge, der rennt“ von einer Empore hinter den Zuschauern anstimmte und sich dann den Weg durch die Menge bahnte. Es war erst das zweite Konzert dieser großen Tour und er hatte sein Publikum dennoch auf Anhieb im Griff.
Sein Mitwirken bei The Voice of Germany erwähnte der gebürtige Karlsruher kein einziges Mal. Stattdessen betonte er seine klassische Songwriterkarriere mit Straßenmusik, Musiker-WGs, dem Weg über Mannheim nach Hamburg und Berlin. Nette Anekdoten gab es da zu erzählen. Auch über Saarbrücken, wo Max Giesinger vor einem halben Jahr noch als Support für Christina Stürmer in der Garage stand. Dass er nun selbst diesen Laden füllen kann, hätte er wohl nicht gedacht.
Der Set zog sich mit einer gesunden Mischung durch beide Studioalben. „Du kannst das“ war der zweite Song, dann folgte das rockige „Barfuß und allein“. Zu „Kalifornien“ nahm er ein ausgiebiges Bad in der Menge. „Wenn sie tanzt“ sorgte für ordentlich Partystimmung und die Zuschauer machten jeden Animationsspaß freudig mit.
In der Konzertmitte gab es zwei akustische Songs, bevor „In Balance“ erstaunlich lässig im Motown Style erklang. Die Ballade „Nicht so schnell“ kündigte Giesinger als wichtigen Song für seine Karriere an, der erst in der Endphase des neuen Albums entstand. Schließlich kam der von allen ersehnte Hit „80 Millionen“, der mit Zuschauerbeteiligung ordentlich ausgedehnt wurde und der reguläre Konzertset endete nach 80 Minuten.
Ein kurzer Zugabenblock schloss sich an und die meisten Zuschauer wurden sichtlich beseelt in die Saarbrücker Nacht entlasten. Ein starker Auftritt des gut aufgelegten Max Giesinger. Es gelang ihm, ohne Casting-Schub als eigenständiger Genrevertreter aufzutreten. Die Band – zum Teil aus langjährigen Wegbegleitern zusammen gesetzt – war hervorragend aufgelegt. So hat Giesinger seinen Weg gefunden und wird ihn hoffentlich noch lange weiter gehen.